Content

6 Sambia: Auswertung von Datenkorb 1 Presseberichterstattung in:

Gunnar Henrich

Antichinesischer Protest in Sambia und Namibia, page 141 - 212

Politische Verstimmungen oder rassistische Ressentiments?

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4253-3, ISBN online: 978-3-8288-7166-3, https://doi.org/10.5771/9783828871663-141

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Politikwissenschaften, vol. 80

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
141 6 Sambia: Auswertung von Datenkorb 1 Presseberichterstattung 6.1 Lusaka Times Die Lusaka Times veröffentlicht sowohl Nachrichten und Berichte als auch Leserbriefe in Form von Blogeinträgen über den Protest gegen Chinesen in Sambia. Es wird immer gekennzeichnet, ob es sich um einen Blogeintrag, um Nachrichten, Berichte oder einen Artikel handelt. Von insgesamt 22.933 Artikeln und nicht weiter gezählten Blogeinträgen zu jedem einzelnen Artikel im Untersuchungszeitraum sind 135 Artikel und Blogeinträge mit chinafeindlichem Inhalt selektiert worden. Auf den politischen Protest entfallen 62, auf den sozioökonomischen 47, auf den historischen 4 und auf den rassistischen Protest 22 Artikel. 6.1.1 Politischer Protest 6.1.1.1 Enttäuschung über Präsident Sata Kaum ein sambischer Politiker hat die Erwartungen seiner Wähler so enttäuscht wie der im Jahr 2011 verstorbene Präsident Michael Chilufya Sata. Während er sich als Oppositionskandidat von der langjährigen chinafreundlichen sambischen Regierung noch deutlich distanzierte, wandelte er sich als Präsident zu einem verlässlichen und ausgewiesenen Partner Chinas, der die chinesischen Investitionen in Sambia nicht gefährden wollte. In großen Teilen der sambischen Bevölkerung bleibt das Gefühl haften, „die da oben“ paktieren mit den Chinesen in jedem Fall, unabhängig davon, welcher politischen Partei sie angehören. Patriotic Front Leader Michael Sata has condemned the decision by Director of Public of Public Prosecutions (DPP) Chalwe Mchenga to enter a Nolle Prosequi in a case involving two Chinese nationals who shot at 13 miners at Column Coal mine in Sinazongwe district. Mr. Sata said that it was unfortunate that the current Constitution does not protect the interests of the Zambian people (Dokument 11: 5–6, Artikel). 142 Der Autor zitiert den damaligen Oppositionskandidaten Michael Sata, der die Erschießung von dreizehn Sambiern durch zwei Chinesen anprangert. Sata bedauert, dass die sambische Verfassung nicht die Interessen der sambischen Bürger schützen könne und die bestehenden Gesetze nicht die Todesschüsse auf Sambier verhindern würden. Dies ist eine politische Äußerung während der Oppositionstätigkeit des Politikers, die ausgesprochen wurde, weil die Gesetze von Sata noch nicht geändert werden konnten. Tatsächlich war es nur Sata, der als Oppositionsführer vor dem chinesischen Engagement in Sambia immer wieder gewarnt hatte. Die langjährige Regierungspartei in Sambia warb für ein Engagement. Die enge Freundschaft zwischen dem sambischen und dem chinesischen Staat war ein Mantra der früheren sambischen Regierung. Sata konnte die engen Verbindungen beider Staaten nur kritisieren, aber aus der Rolle eines Oppositionsführers heraus nicht verändern. In the next 50 years blacks Zambia will have no trace left for them, mind you are the fewest in population in Africa. So you should be careful how you open up , once the Chinese popularize Zambia, don’t think you will chase them like the way the Zimbabweans did with whites ….the Chinese will soon became a superpower and no country will protect u. You are giving up your birth right …..you will cry …and SATA and his Friends will have long gone in the grave. So don’t give them free ride to sell your Country. You would rather be in undeveloped and your own country than to have non (Dokument 33: 156–159, Blogeintrag). Hier wird eine extreme Behauptung aufgestellt: die zahlenmäßige Verdrängung der Afrikaner in Sambia durch die einwandernden Chinesen. Anschlie- ßend wird ein Szenario entworfen, in dem China als Supermacht mit Sambia machen könne, was es wolle, und niemand Sambia beschützen würde. Für diese Behauptungen werden jedoch keine Belege angeführt. Der Autor stellt die These auf, die einwandernden Chinesen würden allein durch ihre Zahl die ursprüngliche Bevölkerung in Sambia übertreffen. Die Angst vor einer chinesischen Überfremdung ist jedoch unbegründet. Tatsächlich leben nur einige Tausend Chinesen in Sambia, es gibt keine massenhafte Einwanderung. Ein politischer Weg, die Chinesen auszugrenzen, wie es die simbabwische Regierung im Falle der „Weißen“ im Land gemacht hat, wäre dann nicht mehr möglich: China sei eine Supermacht, die kein chinafeindliches Verhalten in Afrika dulden würde. Die sambischen Politiker und nicht nur Sata würden die sambische Souveränität fahrlässig aufgeben und am Ende, wenn sie bereits verstorben wären, müssten die sambischen Nachfahren für die Folgen dieser Politik aufkommen. #5 you are right. MCS cooked for and dined with the Chinese @ state house after assuming power, contrary to the falsehood many voters were made to 143 take, that the Chinese will be sorted out. Abandoned promises are a time bomb… (Dokument 30: 103–106, Blogeintrag). Dieses Zitat enthält eine politische Drohung. Sata, der seine Wähler enttäuscht hat, indem er nichts gegen die Chinesen im Land unternimmt und nun mit den Chinesen ein Staatsbankett abhält, könnte bald wieder abgewählt werden. Ein enttäuschter Wähler, der sich gegen die Chinesen stellt und sich politisch nun verraten fühlt, könnte sich radikalisieren. Hier wird eine politische Richtungsänderung deutlich. Zunächst hatte der Autor Sata gewählt, weil er sich durch Satas Präsidentschaft eine Verbesserung der durch das chinesische Engagement herbeigeführten Missstände in Sambia versprach. Nun ist Sata tatsächlich gewählt worden und setzt die Politik der Vorgängerregierung fort, obwohl sich seine Anhänger mit dieser Wahl für eine Änderung der Politik ausgesprochen hatten: Sata lädt den chinesischen Botschafter zum Essen ein und beschwört öffentlich die sambisch-chinesische Freundschaft. Der Wähler ist enttäuscht und nimmt eine Weiterführung der früheren Regierungspolitik wahr: Die Regierung, unabhängig davon, wer sie stellt, hält konsequent an der guten Freundschaft mit China fest, weil die Regierungspolitiker möglicherweise selbst von dieser Politik profitierten. Ok now these Chinese its just too much nangu ni investment. They dont pay well and have poor safety records. There must be some serious agreement previous government made with them. They are well come provided conditions of service are good enough for employees to complain less (Dokument 42: 45–48, Blogeintrag). Zunächst geht es um den Vorwurf, dass die Chinesen unzureichende Arbeitsbedingungen bieten würden. Anschließend wird eine verschwörungstheoretische Vermutung geäußert, die ehemalige sambische Regierung hätte ein Geheimabkommen mit den Chinesen abgeschlossen. Verschwörungstheorien geben häufig Hinweise auf Rassismus. Sata was given a gift he couldnt refuse by the Chinese, and Zambia has been turned into a Chinese province. Lukuku, hows Bauleni my friend? (Dokument 16: 250–253, Blogeintrag). Sata löste das Versprechen seiner Wahl nicht ein, indem er auf restriktive Maßnahmen gegen die Chinesen im Land verzichtete. Die Chinesen hätten Sambia in eine chinesische Provinz verwandelt. Es handelt sich um eine sehr pauschale Aussage, in der Angst vor Überfremdung und Unterwerfung zum Ausdruck kommt. Der Autor ist offenbar ein ehemaliger Wähler von Sata. Er hatte sich erhofft, dass Sata nach seinem Wahlsieg die chinesischen Aktivitäten in Sambia reduzieren oder besser kontrollieren würde. Nun ist diese Erwartung nicht eingetreten – im Gegenteil, Sata wurde zu einem Verfechter chinesischer Investitionen. Sata setzte als sambischer Präsident die Bündnispolitik 144 seiner Vorgänger fort: Diese Situation zeigt die Kluft, die zwischen Teilen der sambischen Bevölkerung und der jeweiligen sambischen Regierung besteht. Eine Unterscheidung zwischen Chinesen und sambischer Regierung wird für enttäuschte sambische Wähler immer schwieriger. who’s gonna protect us, our own leaders (politicians and union) have now turned against us. its a shame and wait of time for a Union leadewr (muz) to start making chinese look better,evidence is there, record is there to prove they have violated labour laws, CHIWA MULA GALU (Dokument 15: 145–148, Blogeintrag). Diesem Zitat liegt die Feststellung zugrunde, dass die entscheidenden sambischen Instanzen, die Gewerkschaften und die Politik, versagt hätten und die Chinesen nicht daran hindern würden, die Arbeitsgesetze weiterhin zu umgehen. Dieser Protest erweist sich als politische Bankrotterklärung gegenüber den sambischen Institutionen. Der Adressat des Protests ist die sambische Regierung, gegen die Chinesen wird nicht argumentiert. Brother bwana Mukubwa, i have been made to understand that chinese come with women in botswana, and the end result has been that the chinese women have been aggressive grabbing bantu from the batswana women. chinese are just aggressive and upto get anything that is there to satisfy their lusts. we better start learning to protect what we treasure. please do not expect teh chinese to respect zambian laws when we have failed to follow them our leaders are thieves and commit crimes without shame or fear, and tehrefore do not expect a chinese to follow the laws. anyway, do you want them to use dogs??? (Dokument 19: 224–226, Blogeintrag). Das Zitat kritisiert sowohl die chinesische als auch die sambische Regierung. Es wirkt wie der Abschluss einer langen Reihe von Enttäuschungen. Die sambischen Führer gelten als Diebe. Die Chinesen würden sich ohnehin nicht an sambische Gesetze halten, weil die sambische Regierung die Bedingung nicht einfordern würde. Zambians are shamefully disadvantaged in their own country. They are treated like third rate citizens and are abused with impunity by these Chinese chaps. Just take a serious look at any industry where the chaps are involved in - Lack of personal safety equipment/work environment - Verbal and physical abuse and assault are the order of the day for Zambian workers - Shootings & attempted murders of workers at place of work - Slave wages paid to Zambian workers etc etc….. All this happening under mpuno ikuleni govt and does absolutely nothing to protect his people in their country. 145 This can only happen in Zambia…wow. (Dokument 8: 42–50, Blogeintrag). Es werden mehrere Sachverhalte aufgezählt, um die Gefährlichkeit der Chinesen für die sambische Souveränität zu belegen. Darunter fallen Misshandlungen von Arbeitern und Gewalt gegen protestierende Sambier. Außerdem wird die sambische Regierung erneut als Erfüllungsgehilfe der Chinesen beschuldigt, die nichts für die eigene Bevölkerung tun würde. Die genannten Mängel sind unter anderem physische Misshandlungen sambischer Arbeiter durch chinesische Vorgesetzte, Sklavenlöhne, Schüsse auf sambische Arbeiter und das Fehlen von Schutz- und Sicherheitsausrüstung für die Arbeit in den Kohleminen. Aus der Aufzählung der Missstände folgert der Autor, dass die sambische Regierung den Missständen eigentlich abhelfen müsste. Der Autor kritisiert die sambische Regierung, weil sie nichts unternähme. Er sagt indirekt aus, dass Sambia seine Souveränität aufgebe und seine Bürger schutzlos den chinesischen Machenschaften überlasse. If a contractor sees that the government in power has illiterate, clinically dull, and ignorant leaders, that contractor will try anything they want until they are stopped. The id.i.o.t.s are the same workers all over the country who keep withdrawing their cases whenever they are abused. The only way to teach these contractors is to take the matter up with the police and let them prosecute the culprits. Otherwise the impression now being created among these chinese a.r.s.es is that the boss can beat, shoot, or even kill a worker and they will negotiate their way out of trouble. It is the workers’ fault. ALSO, next time vote for a better political party. Everything happening is the fault of Zambians. Even local Zambian contractors get away with a lot of s.h.i.t, by the way!! (Dokument 63: 74–77, Blogeintrag). Der Autor beschreibt eine Wahrnehmung von Arbeitern, dass sich die Regierung gegenüber den Missständen für sambische Arbeiter in chinesischen Unternehmen gleichgültig und ignorant verhält. Anstatt etwas gegen die Missstände zu unternehmen, würden die vom Autor als „Idioten“ bezeichneten Arbeiter ihre Anschuldigungen zurückziehen, wenn sie misshandelt werden. Der Autor sieht den einzigen Ausweg darin, dass die sambische Polizei Fälle von Misshandlungen aufgreifen und nach den bestehenden Gesetzen bestrafen sollte. Anderenfalls befürchtet er, dass die Chinesen in Sambia machen könnten, was sie wollten. Er wirft den Arbeitern vor, an ihrem Schicksal durch eigene Untätigkeit selbst schuld zu sein. Bemerkenswert ist, dass er keine Revolution oder Gewaltmaßnahmen befürwortet, sondern die demokratische Wahl einer chinakritischen Partei vorschlägt. Strong ties my foot, it is a pity that we are still continuing as a nation to play in the hands of foreign countries, at the expense of development. We have been ripped off so many times and even the Chinese are now ripping us off. It is a wishful thought to even think there is any country that can develop 146 another country. As Zambians we just need to explore other important ventures to develop the country. Not this nonsense of depending on vultures loans! (Dokument 118: 98–101, Blogeintrag). Der Autor stellt China in eine Reihe mit anderen Staaten, die Sambia ausbeuten und dies unter dem Vorwand von Entwicklungshilfe legitimieren würden. Es ergeht ein Aufruf an die sambische Nation, die sambischen Ressourcen selbst zu nutzen, um das Land zu entwickeln: Es ist eine konstruktive und eher nachdenkliche Form des Protests, die nicht darauf ausgerichtet ist, Angst zu schüren, sondern Lösungen zu finden. Die vorgeschlagene Lösung ist für Sambier jedoch weder realistisch noch fair. Die sambische Regierung hat kein Interesse daran, den Chinesen den sambischen Ressourcenabbau zu untersagen, weil sie einen Verlust der chinesischen Finanzhilfen befürchten müsste. In dieser Hinsicht besteht eine gewisse Abhängigkeit von der chinesischen Regierung. Ebenso würde die sambische Regierung keiner Verstaatlichung der sambischen Minen373 zustimmen. Es gab zwar den früheren Fall vor der Privatisierung, dass die Erlöse aus dem Bergbau der sambischen Wohlfahrt zugute kamen. In dem Fall aber würden die Spitzen der sambischen Politik nicht mehr in erster Linie von ihrem Ressourcenreichtum profitieren, sie müssten ihn mit dem Volk teilen. Daran hätten sie vermutlich kein Interesse. Why president sata did not go to welcome the Chinese Vip at KK airport? the article says gov’t to gov’t & party to party cooperation, I don’t support the communists ideology at all and this is a danger to Zambia‘s political dispensation. China ‘s party their is no citizen elective of its politicians. human rights abuses are the order of the day, the pf party has shown some signs of communists mentality as exhibited by the arrogance of sata, guy Scott and winter kabimba. The Chinese VIP did not come to assist Zambia but to burden us through loans,they are looking for market for Chinese goods to dump in Zambia. the Chinese president is in England, signed a deal in which Bp will supply oil to china, in return the Chinese will help Uk in loan, the UK will boost its products in china. good deal (Dokument 118: 41–43, Blogeintrag). Das Zitat drückt große Angst vor den Chinesen in Sambia aus und ist eine deutliche Absage an China. Einerseits ist es die Angst auslösende kommunistische Ideologie, andererseits werden Vorwürfe hinsichtlich eines Absatzmarktes für chinesische Waren artikuliert. Schließlich wird auch der sambische Präsident Sata kritisiert, der keine eindeutige Position gegen die Chinesen bezieht. Die PF wird beschuldigt, die kommunistische Ideologie der chinesischen 373 Die sambischen Bergwerke wurden nach Erlangung der sambischen Unabhängigkeit 1964 verstaatlicht und ihre Erlöse für Wohlfahrtsprogramme verwendet. Im Jahr 2000 wurden die Minen dann an private Investoren verkauft. 147 Regierung zu unterstützen, die eine Gefahr für Sambias Demokratie sei. Tatsächlich sei die PF selbst auf dem Weg zu einer kommunistischen Partei. Die Chinesen würden keinerlei Hilfe für Sambia anbieten, sondern durch Anleihen Sambia in eine Abhängigkeit treiben. Der Autor geht sehr weit mit seiner Kritik an der Sata-Regierung und sieht sogar ideologische Ähnlichkeiten in Satas PF und Chinas KP. madam PS, please excuse us, how many warnings are you going to issue to these so called Chinese investors, why don’t you start taking an action e.g. taking them to court and if found wanting prison. otherwise don’t blame those Zambian workers when they take the law in their hands. i don’t like the behaviour of the so called Chinese investors! (Dokument 56: 80–83, Blogeintrag). Eine konkrete Frage, verbunden mit der Forderung zu handeln, richtet sich an eine Politikerin, die dafür sorgen solle, dass die Chinesen bei weiteren Gesetzesverstößen ins Gefängnis kämen. Die Kritik zielt vor allem auf die sambische Regierung. Der Politikerin wird vorgeworfen, sich in erster Linie gegen die sambischen Arbeiter zu wenden, die gegen Chinesen protestieren würden. Die sambische Regierung sei untätig und würde die Rechtsbrüche der Chinesen im Land ignorieren. Dadurch würde sie eine Form der sambischen Selbstjustiz geradezu herausfordern. Hier wird eine Zwei-Klassen-Gesellschaft aufgezeigt, bei der die Chinesen im rechtlichen Vorteil wären. Eine Justiz, die Sambier nach den Gesetzen verurteilt, aber Chinesen bei Gesetzesverstößen nicht belangt, ist nicht mehr unabhängig und setzt keinen wirksamen Rechtsschutz durch. Der Autor befürchtet, dass durch die chinesischen Investitionen in Sambia die chinesischen Vertreter rechtlich und politisch besonders geschützt würden. Aus diesem Grund spekuliert er über die Möglichkeit, dass es langfristig zu Selbstjustiz von Sambiern gegenüber Chinesen kommen könnte. Hier zeigt sich bereits eine radikale Abkehr vom sambischen Staat, ein evidenter Vertrauensbruch zwischen Teilen der sambischen Bevölkerung und der eigenen Regierung. Es fehlt jedoch ein direkter Aufruf zur Selbstjustiz. The Police refused the money cause they didnt trust themselves. The group had a lot of Police from other UNITS. But the Chinese, these are the PIPO Sata promised to chase, now he is dining with them. Chinese very corrupt. I think they make the Zambian Money, where the hell do they get all this Money?? K100m kwena….. PF this is a test case, we dont want to hear the Chinese released and case squashed. U sang a lot about Chinese (Dokument 58: 128–134, Blogeintrag). Die neue Regierung der PF wird auf die Probe gestellt, ob sie die Probleme mit den Chinesen bewältigen kann. Sata wird kritisiert, weil er als Präsident 148 mit den Chinesen ein Essen verabredet hatte. Den Chinesen wird Korruption unterstellt, indem sie Geld aus Sambia ausführen würden. I wonder what kind of Govt and security we have because these are the same chinese who shot at workers and were not punished in any way,now they are causing more harm……………….GOD HELP US!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! (Dokument 24: 221–225, Blogeintrag). Chinesen dürften Sambier umbringen, ohne bestraft zu werden. Die Regierung Sambias würde nichts gegen diese Verbrechen tun. Gott wird um Hilfe gebeten, um Sambia zu schützen. Der Beitrag zeugt von Verzweiflung und von einer langsam eskalierenden fassungslosen Wut über die Chinesen, die sogar auf Sambier schießen würden. Die sambische Regierung gewährleiste nicht die innere Sicherheit, weil sie die chinesischen Täter nicht zur Verantwortung ziehen würde. Der in Großbuchstaben verfasste Aufruf „GOD HELP US“ drückt die ganze Verzweiflung des Autors aus: Er befürchtet offenkundig eine schlimme Zukunft für Sambia. Sata’s chinese friend, Mr Owang beats a Zambian Casual worker Paul, and later Owang bribes Paul with a K100,000 and Paul with draws the case. Interesting. Chinese infestors and their unique ways of doing business. By the way guys, the Chinese Ambassador says we should give Sata more time to fulfil his campaign promises. NOT THE RIGHT MAN TO TELL US WHAT TO DO.WHEN THE CORRUPT CHINESE CALL YOU ‘GOOD’, THEN THERE’S SOMETHING WRONG WITH YOU. PERIOD!!! (Dokument 56: 141–144, Blogeintrag). Hier wird Kritik an Michael Sata geübt, der zu wenig gegen das Wirken der Chinesen unternehmen würde. Es wird ein Einzelfall aufgeführt, durch den eine vermeintlich korrupte Herangehensweise der Chinesen zur Lösung von juristischen Problemen mit Sambia beschrieben wird. Anschließend geht der Autor zu einer grundlegenden Kritik über, die in dem in Blockschrift verfassten Vorwurf gipfelt, Sata und die Chinesen seien Komplizen. Der chinesische Botschafter würde der sambischen Bevölkerung mitteilen, dass die Bevölkerung mehr Geduld mit Präsident Sata haben solle. Diesen Aufruf kritisiert der Autor: Wenn schon die verhassten Chinesen selbst den Präsidenten loben würden, dann könne Sata nur der falsche Präsident für Sambia sein. Schließlich sollte Sata doch die sambische Bevölkerung vor den Chinesen schützen. Der Beitrag bestätigt die häufig geäußerte Vermutung, die chinesische Regierung würde mit jeder sambischen Regierung zum Nachteil der sambischen Bevölkerung paktieren. Die rassistischen Behauptungen sind eindeutig: Die Chinesen seien gefährlich für Sambia und korrupt. Zudem werden sie als „Infestors“ geschmäht. Der Begriff „Infestors“ hat in etwa die Bedeutung von Ausbeuter. 149 The fruits of poverty, by the way where is grey head and beards comedian called the Labour Minister and why is he QUIET with his fellow comdeian in State House. These Chinese sata’s Chinese are just as Violent even more Violent than MMD’s. Chinese know that Zambians can be beaten and killed at will as long as these mone (Dokument 59: 179–182, Blogeintrag). Der Beitrag ist eine Kritik an der neu gewählten Sata-Regierung, der vorgeworfen wird, die Gewalttätigkeiten der Chinesen, die ungestraft Sambier schlagen und töten dürften, in noch schlimmerer Form zuzulassen, als es die ehemalige MMD-Regierung getan hat. Hier zeigt sich die Enttäuschung eines Wählers, der hoffte, die neue PF-Regierung würde etwas gegen die Misshandlungen von sambischen Arbeitern durch chinesische Arbeitgeber unternehmen. Ernüchtert stellt er fest, dass sowohl der sambische Arbeitsminister als auch Sata selbst schweigen würde, während Chinesen Sambier ungestraft körperlich misshandeln und töten dürften. Der Autor beklagt die anhaltende Armut der sambischen Bevölkerung, die auch die Sata-Regierung nicht beseitigen könne. Er ist maßlos enttäuscht und unterstellt Sata, ein Anwalt der Chinesen zu sein, indem er die Gewalttätigkeiten der Chinesen zulassen würde. Todate How many loans have we aquired from CHINA through the same exim bank? Are these chinese not the same people SATA said he will chase once in power? we need loans from TAIWAN please, thus why tuma chinese are so many in zambia and doing whaterver they want (Dokument 102: 192– 195, Artikel). Es herrscht eine tiefe Enttäuschung gegenüber Präsident Sata, der sein Wahlversprechen nicht eingehalten habe, die Chinesen aufzufordern, das Land zu verlassen. Die konkreten Finanzhilfen durch die chinesische EXIM Bank werden als Mittel der chinesischen Machtausübung abgelehnt. Stattdessen werden neue Anleihen aus Taiwan als Konkurrent zu China gefordert. Hier liegt ein konkreter politischer Vorschlag vor, wie konstruktiv gegen die chinesische Einflussnahme mithilfe von Finanzhilfen vorgegangen werden sollte. How can this be happening now? We thought that PF would sort out the Chinese infesters and not eat with them at state house? We will see how they will bark on this one (Dokument 24: 115–118, Blogeintrag). Die chinesischen „Infestors“ sollten durch die Wahl Michael Satas aus dem Land gewiesen werden. Es ist der Aufschrei eines frustrierten Wählers, der gehofft hatte, politisch etwas gegen die Chinesen in Sambia ausrichten zu können. Diese Enttäuschung könnte langfristig zu einer Radikalisierung führen. Die abwertende, rassistische Zuschreibung zeigt sich darin, dass die Chinesen pauschal als „Infestors“ bezeichnet werden. 150 6.1.1.2 Gefühle rechtlicher oder politischer Diskriminierung Ein immer wiederkehrender Kritikpunkt der sambischen Bevölkerung stützt sich auf die Behauptung, die Chinesen würden durch sambische Gerichte und die Politik besser gestellt sein als die Einheimischen. Argumentiert wird dahingehend, dass sambische Opfer chinesischer Unfälle oder Gewalt wie Misshandlungen und Schusswaffeneinsatz gegen Sambier nicht ausreichend von der Justiz berücksichtigt würden und die sambische Politik den Chinesen Sonderrechte einräumen würde. Die folgenden Zitate behandeln das Empfinden von Ungleichheit anhand ausgewählter Beispiele. I see a situation where there will soon be more Chinese that Zambians in this country. Because every Chinese guy who lands in Zambia never goes back to China. Soon, we’ll be outnumbered and one day we shall have a Chinese president in Zambia. Mark my words (Dokument 81: 56–59, Blogeintrag). Es wird eine Vision der politischen und rechtlichtlichen Diskrimierung entworfen: Infolge der chinesischen Einwanderung werden die Sambier zur Minderheit im eigenen Land erklärt, ein chinesischer Präsident würde eines Tages über Sambia herrschen. Es ist eine zugespitzte und aus Angst vor Überfremdung geprägte Zukunftsvision, die jedoch jeglicher Grundlage entbehrt. Die Idee eines Bevölkerungsaustauschs und einer Verdrängung der einheimischen Bevölkerung durch “gefährliche Fremde” verweisen auf rassistische Merkmale. Hier sei als Beispiel auf Rudolf Leiprecht verwiesen. Er konstatiert in Bezug auf die Rassismusforschung, dass Großgruppen in Hierachien eingebunden sind und als „Rassen“ oder „Völker“ soziale Gesellschaftsmuster als Herrschaftsformen rechtfertigen.374 Es liegt auf der Hand, dass die Verdrängung der einen Bevölkerungsgruppe in einem Staat durch eine andere das etablierte Herrschaftssystem der ursprünglichen Gruppe hinwegfegen würde. Die Gegenwehr durch eine vermeintliche Rasse oder einheimische Kultur, die es zu bewahren gelte, ist ein Mittel zur Machterhaltung. Much as we appreciate China releasing a convicted drug trafficer, we do not condone drug trafficing or any form of law breaking. But can anyone in their right frame of mind honestly compare the act of a drug trafficer to that of poor unarmed labourers merely asking for their little money that they had worked so hard for? Come on wake up! (Dokument 11: 259–261, Blogeintrag). Der Fall eines von China entlassenen Drogendealers aus Sambia wird mit der Behandlung von unterlegenen unbewaffneten sambischen Arbeitern durch Chinesen verglichen. Dieser Protest soll zeigen, dass vermeintlich versöhnliche Gesten Chinas nicht die Misshandlung sambischer Arbeiter durch Chinesen 374 Leiprecht 2016, S. 1. 151 rechtfertigten. Der Rückschluss von einem Einzelfall auf „die Chinesen“ ist jedenfalls ein Argumentationsmuster, in dem sich Rassismus ausdrückt. i predicted what you’re pointing out when the first group of chinese entered the country and started buying land, now they are tens of thousands of them in Zambia alone very soon Zambians will be a minority in their own country, they should start “praying” that they wont turn to slaves on their own soil (Dokument 33: 162–164, Blogeintrag). Ausgehend von der ersten chinesischen Gruppe, die Land erworben hat, wird nun die Angst vor einer Masseneinwanderung geschürt, die Sambier zu einer Minderheit im eigenen Land machen könnte. Außerdem wären die Sambier dann Sklaven der Chinesen. Dabei bezieht sich der Autor auf die im Land lebenden Chinesen, deren Zahl er auf mehrere Zehntausend schätzt. Dies ist Grund genug, um bei ihm Ängste vor zukünftig einwandernden Chinesen auszulösen. Er sieht die Sambier in Zukunft als Minderheit im eigenen Land. Dabei gibt es nicht Zehntausende von Chinesen in Sambia, sondern nur einige Tausend. Der Autor geht von einer Falschinformation aus, die bereits von Michael Sata missbraucht wurde. Es gibt nämlich keine einwandernden Chinesen in großer Zahl und daher ist eine Furcht vor Überfremdung unangebracht. Es handelt sich um unbewiesene Behauptungen. Unterstellungen zum Nachteil einer gesamten Ethnie sind evidente Bestandteile von Rassismus. this thing about the Confucious institute of the University of Zambia! Do we really need Confucious in Zed????????? We do not need to import demons into our country. We already have too many from our own ancestors (Dokument 34: 80–82, Blogeintrag). Der Beitrag richtet sich gegen das neue Konfuzius-Institut an der sambischen Universität. Hier wird Konfuzius mit Dämonen gleichgesetzt, die aus China nach Sambia kämen. Sambia hätte genug eigene Dämonen: Eine diffuse, kulturalistische Angst vor China wird deutlich. In diesem Zitat vermischen sich Sorge vor kultureller Überfremdung und Angst vor unsichtbaren Mächten hinsichtlich einer vermeintlichen geheimen Rolle der Konfuzius-Institute bei den chinesischen Aktivitäten in Sambia. Der differentialistische Rassismus nach Balibar beschäftigt sich mit kulturellen Ressentiments. Der Beitrag zeigt eine tiefe Abscheu vor den kulturellen Einflüssen Chinas. Hier bestätigt sich der differentialistische Rassismus. Central Province Permanent Secretary Mwitwa has warned Chinese investors in the habit of violating the laws of the land to desist from the act and ensure that they treat the Zambian people working with them as fellow human beings (Dokument 56: 4–6, Artikel). 152 Eine sambische Provinzsekretärin spricht eine Warnung an die Chinesen im Land aus, sich an die bestehenden Arbeitsschutzgesetze zu halten. Es handelt sich zwar um eine sachliche Darstellung ohne Hassgefühle, ist aber ein Beleg dafür, dass sich auch sambische Offizielle mit dem Problem befassen. Es könnte sich auch um eine symbolische Geste handeln, um die antichinesischen Ressentiments nicht ausufern zu lassen. Es ist ebenfalls möglich, dass die Provinzsekretärin die Chinesen bittet, sambische Arbeiter nicht wie Menschen zweiter Klasse zu behandeln und die Gesetze einzuhalten. In diesem Fall hätte aber die Aussage der Provinzsekretärin eher eine geringe Bedeutung, weil die sambische Regierung nur in Vertretung einer Staatssekretärin in Erscheinung tritt. Grundsätzlich wirft die Sekretärin den Chinesen aber rassistisches Verhalten vor, weil sie die Sambier als Menschen zweiter Klasse behandeln würden. Labour Minister Chishimba Kambwili has said that Chinese Labour force coming into the country should be reduced and replaced with Zambians with the required expertise. And Mr Kambwili has advised Chinese investors to do away with casualisation and consider giving Zambians permanent pensionable jobs.Mr Kambwili says as much as government welcomes Chinese investment, it is concerned that Chinese investors are paying low salaries to Zambians (Dokument 25: 5–7, Artikel). An dieser Stelle wird ein Mitglied der sambischen Regierung zitiert, indem der Minister die Chinesen direkt auffordert, sich an die in Sambia bestehenden Gesetze zu halten und sowohl vernünftige Arbeitsplätze für Sambier zu schaffen als auch gerechte Löhne zu zahlen. Es ist keine Aufforderung an die Regierung, vielmehr tritt die Regierung selbst als Verfechter der sambischen Interessen in Erscheinung. Construction Company allegedly forces their Zambian workers to partake in the eating of dog meat. Labour and Social Security Minister Fackson Shamenda has told QFM News in an interview that government will not condone such unacceptable conduct. Mr. Shamenda says he will dispatch a team of officers from his ministry to follow up the reports and investigate the matter. Mr. Shamenda has since encouraged Zambian workers especially those working for private companies to come up with unions to avoid being exploited by employers (Dokument 106: 7–10, Artikel). Einzelfälle bilden den Anlass für abwegige Behauptungen, wie die folgenden Aussagen belegen: Der Autor zitiert einen Politiker, der den Vorwürfen nachgehen will, sambische Arbeiter hätten Hundefleisch verzehrt. Dieses Verhalten toleriert er ebenso wenig, wie er auch sambische Arbeiter auffordert, sich gewerkschaftlich gegen die Ausbeutung durch chinesische Unternehmen zu wehren. Insofern bleiben die sambischen Arbeiter sich selbst überlassen und dürfen nicht mit einer Unterstützung der Regierung rechnen. Misshandlun- 153 gen von sambischen Arbeitern durch chinesische Vorgesetzte werden in ihrer Bedeutung dahingehend interpretiert, dass die amtierende sambische Regierung gegen eine chinakritische Regierung ausgetauscht werden sollte. Die Vorfälle werden als gegeben hingenommen, aber in der politischen Diskussion benutzt und durch ihren vermeintlichen Wahrheitsgehalt der chinakritischen Argumentation vorangestellt. Die Gesamtheit der Vorwürfe ist sehr kritisch. Der Verzehr von Hundefleisch ist zwar allgemein inakzeptabel, legt aber den Verdacht nahe, dass der Zwang, Hundefleisch zu verzehren, ein Akt der Herabwürdigung für den sambischen Arbeiter darstellt und damit rassistisch motiviert ist. They will have to adhere to our labour laws and treat all Zambian workers with respect and dignity. They must be told that all those Chinese pushing wheelbarrows and raring chickens in Lusaka and elsewhere must either get in proper investment portfolios based on their investment licences or must leave the country. This is a new economic beginning, a true economic emancipation for the Zambian people (Dokument 12: 133–139, Blogeintrag). Es wird ein Forderungskatalog an Chinesen in Sambia gerichtet und es werden Beispiele für Konfliktfälle aufgezählt. Die Chinesen werden aufgefordert, ihre sambischen Angestellten mit Respekt zu behandeln, geeignete Investitionspapiere vorzuweisen und sich an die sambischen Arbeitsgesetze zu halten. Es ist eine sehr konstruktive Form von Protest, weil es konkret darum geht, was die Chinesen im Land machen sollen, damit das Zusammenleben besser funktioniert. These Chinese chaps seem to have alot of balls. They are always answering back like trying to enter into a confrontation with government officials. No wonder they had a lunchon at State House. There alot of chinese doing tertiary jobs. Boiler makers, bricklayers no one can tell me Zambians can’t do those jobs. In the end these mines are ripping big from us. They pay little tax, pay employees peanuts and keep the money for copper sales in their countries (Dokument 25: 166–167, Blogeintrag). Den Chinesen wird vorgeworfen, einen politischen Einfluss zu nehmen und dadurch im „State House“ zum Essen eingeladen zu werden. Anschließend werden die konkreten Ungerechtigkeiten aufgezählt, unter anderem der Transfer von Erlösen aus dem Kupferbergbau nach China. Well it seem the Chinese investors in Zambia never learn and are not willing to learn and live with the locals at peace. The behavior being exhibited by the so called Chinese investors is shocking and displeasing. They need to be reminded that they are in a foreign country where they have not the freedom as in their country. It is just to hear the same stories from time to time, surely the police are not doing enough to stop this scourge. Zambians must be protected in their own country and live in total peace. Foreigners brutally killing 154 and injuring Zambians at will must not be accepted at all costs. Even if it is poverty this is too much, people do not need to suffer at the hands of foreigners! I do not know in which country a local would be abused by foreigners and get away with it! (Dokument 65: 111–114, Blogeintrag). Der Beitrag geht von einer pauschalen Darstellung der Verhaltensweise der Chinesen im Land aus. Die Chinesen würden niemals lernen, die Sambier menschenwürdig zu behandeln und in Frieden mit ihnen zu leben. Sie würden nicht aufhören, Sambier zu schlagen und zu misshandeln. Der Autor fordert dringend, die Sambier im eigenen Land zu schützen. Die allgemeine Unterstellung, Chinesen wären gegenüber Sambiern gewaltbereit, ist ein rassistisches Vorurteil, das außer Acht lässt, dass es auch friedliche Chinesen gibt, die sich angepasst gegenüber Sambiern verhalten. Der Verfasser spricht von chinesischen Investoren, die die „Entmenschlichung“ der Sambier zu verantworten hätten und als Verursacher für die Probleme in Sambia gelten würden. Der Text zeigt unverhüllt rassistische Ressentiments. china owned zambia ever since chinamen built the railroad (Dokument 65: 193–196, Blogeintrag). Mit dieser Aussage wird behauptet, dass der sambische Staat seit dem Bau der TAZARA-Eisenbahn Eigentum der Chinesen sei. Die durchaus zu begrüßende Entwicklungszusammenarbeit mit China wird ins Gegenteil verkehrt, denn die TAZARA-Eisenbahn gilt als Beginn der konstruktiven chinesischsambischen Zusammenarbeit und wird immer wieder als Meilenstein in den chinesisch-afrikanischen Beziehungen genannt. Die Behauptung einer Eigentümerschaft der Chinesen über Sambia ist unspezifisch, pauschal und unbelegt. ONLY IN ZAMBIA DO FOREIGNERS IGNORE COURT RULINGS, AND IT’S A SIGN OF TOTAL LWALESSNESS IN A COUNTRY WHERE EVEN THE HEAD OF STATE NEITHER TAKES HIMSELF NOR HIS JOB SERIOUSLY SO HOW WILL FOREIGNERS RESPECT US AND OUR LAWS? (Dokument 103: 37–39, Blogeintrag). Hier zeigt sich politischer Protest in einer sehr extremen Form: Nur in Sambia würden Ausländer, sprich die Chinesen, Gerichtsurteile ignorieren und die Einheimischen nicht respektieren. Der sambische Präsident würde sich nicht um die Probleme kümmern: Es ist eine verallgemeinernde Aussage, in der die Enttäuschung über die eigene Regierung zum Ausdruck kommt und Angst um Sambias Zukunft artikuliert wird. In this country, it is very difficult to arrest a Chinese. Remember the coal mine issue? Just watch out for the full implications of this against Zambians because the Chinese currently are untouchable. If you crossed paths with a Chinese working in Zambia, anywhere in Zambia and you say, stepped on 155 him or did something he deems unfit for him, and HE GOES to Police, I can assure you will end up being the victim, no matter who who know in Zambia. It is a very worrisome trend and I do honestly believe we are slowly losing our sovereignty to these guys. But being away in another country, one would not understand the full extent of this scenario back home where Zambians are now going to be at the mercy of these guys who are willing to do anything to get their way. Its a very worrisome scenario (Dokument 32: 391– 394, Blogeintrag). Anhand eines konkreten Beispiels wird aufgezeigt, wie schwierig es ist, straffällig gewordene Chinesen in Sambia zu inhaftieren. Es entsteht verzerrtes Bild von Chinesen, die sich nicht an Gesetze halten würden. Die Folgen sind das Schüren von Ängsten und aufkommende Zweifel an der Unabhängigkeit der Justiz. Der Autor geht auf einen Unfall in einer chinesischen Kohlenmine ein, bei dem ausschließlich sambische Opfer zu beklagen waren. Aus dem Umstand, dass es zu keiner Verurteilung möglicher chinesischer Verantwortlicher kam, leitet der Autor die Behauptung ab, Chinesen bräuchten sich nicht an Gesetze zu halten und könnten sich auf diese Weise schrittweise die sambische Souveränität aneignen. Die chinesischen Aktivitäten würden einen rechtsfreien Raum erschaffen. Hier liegt ein Fall von differentialistischem Rassismus vor. Nach Balibar besteht differentialistischer Rassismus in der Furcht vor einer Kulturvermischung, die kulturelle Distanzen auflöst.375 Kultur kann die biologische Rasse ersetzen, indem sie auch eine Hierarchie mit rassistischen Unterschieden beschreibt und die fremde Kultur als Gefahr gilt.376 In Bezug auf Sambia besteht die Befürchtung, die Chinesen würden die sambische Rechtswirklichkeit unterwandern, in den sambischen Kulturraum eindringen und die sambischen Werte und Regeln verändern. Auch Stuart Hall bestätigt die These, dass eine kulturelle Definition von „Rasse“ die biologische ersetzen und eine bedeutende Rolle in den Diskursen über die nationale Identität spielen könnte.377 I am getting tired of this PF talk without action. Chinese people enter Zambia at borders and not mines. Casualisation is not only in the mines all foreign companies have taken advantage of our week laws. Please PF time to campaign and get popular is over. You are risking being caught napping just like RB. If you can not formulate you own laws I advise you to get hold of South African Labor laws, copy and paste them in our laws. There has been too much talk but very little action from this government (Dokument 25: 149–152, Blogeintrag). 375 Balibar 2014a, S. 29. 376 Balibar 2014a, S. 30. 377 Hall 1994, S. 207. 156 Die Chinesen würden Sambia aufgrund der offenen Grenzen durch massive Einwanderung erobern. Es wird empfohlen, südafrikanische Arbeitsgesetze statt der wirkungslosen sambischen einzuführen. Der Autor geht davon aus, dass die südafrikanischen Arbeitsgesetze ihre Arbeiter so schützen, dass es sinnvoll wäre, sie eins zu eins in Sambia umzusetzen. Die PF würde nur reden und sich nicht genug für die sambischen Arbeiter einsetzen. Es geht also auch um eine vermeintliche Überfremdung durch Chinesen und untätige sambische Politiker. Hier zeigt sich nicht nur Wut über Chinesen, sondern auch die Unzufriedenheit mit der eigenen Regierung. Die Betonung einer Überfremdung und Eroberung durch Einwanderung ist rassistisch. Nach Robert Miles ist Rassismus auch in politisch-ideologischen Auseinandersetzungen zu finden,378 indem bestimmten Gruppen ein höherer Rang als anderen Gruppen zugewiesen wird, die damit von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen werden.379 Miles führt rassistische Argumentationsformen als Erklärung und Rechtfertigung für die Herausbildung von Nationen bis ins Großbritannien des 16. Jahrhunderts zurück.380 Auf dieselbe Weise argumentiert der Artikel: Chinesen kämen von außen, schädigten die sambische Nation und müssten aus der sambischen Gesellschaft ferngehalten werden. In the next 50 years blacks Zambia will have no trace left for them , mind you are the fewest in population in Africa. So you should be careful how you open up , once the Chinese popularize Zambia , don’t think you will chase them like the way the Zimbabweans did with whites ….the Chinese will soon became a superpower and no country will protect u. You are giving up your birth right …..you will cry …and SATA and his Friends will have long gone in the grave. So don’t give them free ride to sell your Country. You would rather be in undeveloped and your own country than to have non (Dokument 33: 156–159, Blogeintrag). Es wird eine zahlenmäßige Verdrängung der Afrikaner in Sambia durch die einwandernden Chinesen beklagt, indem das Bild entworfen wird, dass Sambia für China als Supermacht nur ein Spielball sei und niemand Sambia beschützen könnte. Das Szenario einer unendlichen Masse von Chinesen, die ungehemmt einreisen und einheimische Sambier verdrängen würden, ist eindeutig rassistisch. 378 Miles 1991, S. 11. 379 Miles 1991, S. 16. 380 Miles 1991, S. 43. 157 Chinese are the most corrupt people on earth I’m sorry. They have dodged the rule of law and paid the boy out side court. Do this in china you will be sent home through DHL as a parcel shame (Dokument 59: 199–202, Blogeintrag). Der Vorwurf gegen die Chinesen in Sambia lautet: Sie seien die korruptesten Menschen der Welt und hätten die Gesetze in Sambia vollkommen ausgehebelt. Das klingt nach enttäuschter, tief frustrierter Abwendung von China. Der Autor verweist darauf, dass das Verhalten der Chinesen in Sambia im umgekehrten Fall nicht denkbar wäre: Wenn Sambier in China Chinesen misshandeln würden, würden sie sofort des Landes verwiesen. Die Chinesen blieben jedoch von Gegenmaßnahmen verschont. Sie würden den sambischen Gesetzen ausweichen und durch Entschädigungszahlungen für Unglücksfälle die juristische Aufarbeitung umgehen. Der Autor prangert die in seinen Augen vorliegende rechtliche Ungleichbehandlung von Chinesen und Sambiern an. Er unterstellt den Chinesen, sich durch die finanzielle Macht den sambischen Gesetzen entziehen zu können. Der Vorwurf „the most corrupt people on earth“ ist eine schwerwiegende rassistische Zuschreibung. SHAMENDA IF YOU CAN NOT DEAL THESE CHINESE, JUST ASK KAMBWILI TO SORT THEM OUT FOR YOU…… (Dokument 106: 58–61, Blogeintrag). Eine kurze politische Aufforderung ergeht an Minister Kambwili, der sich bereits gegen die Chinesen in Sambia positioniert hatte. Er solle die Chinesen aus dem Land weisen. Dieser pauschale Aufruf beinhaltet die Hoffnung, dass gegen die Chinesen vorgegangen wird. Der Autor beschreibt nicht, warum die Chinesen des Landes verwiesen werden sollten. As much as I am sadened by the death of this china man, I am also sadened at the low wages these investors give the poor Zambians. The solution is that the employers and employees should respect each other. The chinese guys short 13 miners at the same mine and they were acquited. Let also these guys who threw th trolly be aquited in the spirit of reconciliation. These is what it should be done (Dokument 48: 654–657, Blogeintrag). Vordergründig geht es um die Trauer über den gewaltsamen Tod eines Chinesen. Tatsächlich wird die Trauer verbunden mit der Bestürzung über die niedrigen Löhne für sambische Arbeiter. Ein Vorfall wird emotionalisiert, um auf das eigentliche Problem der niedrigen Löhne hinzuweisen. Hier wird das Fehlen von gegenseitigem Respekt zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern angesprochen. Die Chinesen hätten 13 sambische Bergarbeiter niedergeschossen und würden rechtlich nicht belangt. Der Autor fordert, die chinesischen Schützen sollten im Geiste der Versöhnung zur Verantwortung gezogen werden. Damit spricht der Autor die fehlende gegenseitige Verständigung an. Der 158 gesamte Beitrag ist keine einseitige Schuldzuweisung, sondern drückt das Bedauern über die scheinbar unüberwindlichen Grenzen zwischen Sambiern und Chinesen aus. Der Umgang zwischen Sambiern und Chinesen solle zukünftig zu einem respektvollen Verhalten beider Seiten führen. Der Autor beklagt sowohl chinesische als auch sambische Opfer. Bottom line is if it was an ordinary Zambian who had committed that crime he would be rotting at Kamfinsa. Capitalist please accept that the DPP was wrong. The fact that this is coming from one Michael Sata does not change matters. It is a fact MMD Law was applied here. Did you know that we have 2 laws in Zambia, one for me and a better one for RB and those who lick his boots? In Kalulushi at the Chinese complex Zambians are being beaten and denied their wages, but your MMD DC is doing is to encourage people to be patient while he sorts out their complaints (Dokument 11: 269–271, Blogeintrag). Der konkrete Fall von körperlich misshandelten sambischen Arbeitern in Kalulushi wird verallgemeinert. Die These von zwei Rechtswirklichkeiten in Sambia wird aufgestellt: Die eine gelte für Sambier und die andere würde nur für die Chinesen im Land vorteilhaft sein. Geschickt wird von einem Einzelfall eine allgemeingültige Behauptung abgeleitet. Dabei ist die angenommene rechtliche Bevorzugung der Chinesen nirgendwo in Sambia festgeschrieben. Es gibt kein wie auch immer geartetes Sonderrecht für Chinesen in Sambia. Wenn es ein solches gäbe, würde es sich nur in der konkreten Auslegung eines Rechts zugunsten von Chinesen und zuungunsten von Sambiern zeigen. Der Beweis für eine politisch gewollte und durch die weisungsbefolgenden Gerichte ausgeführte rechtliche Bevorzugung der Chinesen vor Sambiern ist aber kaum zu erbringen und erschöpft sich in als ungerecht wahrgenommenen Einzelfällen. Die Einzelfälle werden der chinesischen Ethnie zugerechnet. Dadurch enthält der Text rassistische Züge. It’s a bitter truth, but Soon and very soon the majority poor will arise to defend themselves and their cause in any way possible! When one chinese or two are killed, the Zambian/s suspects end up in jail or behind the bars, yet when one Chinese kills 11 (eleven) Zambians or more at the same mine or the copperbelt, the Chinese appeals and is acquitted, etting away with murder!!(Is life more important in one person than the other? Isn’t Life ought to be equal regardless!) .hat kind of a world of hypocrites and double standards we live in.With this selective justice ,would one blame the poor if they arose to defend their cause in a country that favours the few with money? Civilization demands that whether Chinese, Zmbian or other foreigners, all should be EQUAL before the LAW regardless (Dokument 50: 56–59, Blogeintrag). Die beiden Tötungsdelikte von Sambiern an Chinesen und von Chinesen an sambischen Staatsbürgern werden gegeneinander aufgerechnet: Die Sambier 159 würden bestraft werden, die Chinesen jedoch straffrei bleiben. Eine Zweiklassengesellschaft wird beschworen, in der die Chinesen die höherwertige Klasse seien. Der Protest fordert die rechtliche Gleichbehandlung aller Menschen in Sambia. Tatsächlich wurden die Vorwürfe gegenüber den chinesischen Schützen hinsichtlich der 11 verwundeten Sambier durch den sambischen Staat ohne ausreichende Erklärung niedergeschlagen.381 Dieses Urteil ist zumindest ein Indiz für eine Ungleichbehandlung, es gibt aber keine gesetzliche Unterscheidung. Bevorzugende Sondergesetze für chinesische Staatsbürger bestehen nicht. Seriöse Quellen sind nicht vorhanden, die auf Sondergesetze für Chinesen zum Nachteil der sambischen Bevölkerung hinweisen. Es ist mithin für die sambische Bevölkerung schwer, ein objektives Bild über eine vermeintlich rechtliche Bevorzugung der Chinesen durch die sambischen Behörden zu erhalten. Möglicherweise sind die Medien überhaupt nicht daran interessiert, solche Vorfälle aufzuklären. Vielleicht geht es den Medien darum, eine chinakritische Stimmung zu unterstützen, weil sie sich davon eine höhere Auflage versprechen. Durch die Behauptung von „Menschenklassen“ wird eine Analogie zum biologischen Rassismus nach Albert Memmi entworfen. Höher und minderwertige „Klassen” ersetzen hier die „Rassen”. Es handelt sich um eindeutige rassistische Ressentiments. BOTSWANA IS CRYING TODAY BECAUSE OF THESE CHINESE CONSTRUCTION COMPANIES.THE RECENTLY COMPLETED COAL POWER STATIONS WORTH BILLIONS OF PULA HAVE BROKEN DOWN. NOW THERE IS A SERIOUS POWER SHORTAG- ES IN THE COUNTRY.ANOTHER CHINESE COMPANY BUILT A DOUBLE STOREY SENIOR SECONDARY SCHOOL WITHOUT BRICK FORCE.THE NEWLY BUILT AIRPORT ROOF WAS BROWN OFF BY A MINOR STORM. ZAMBIAN GOVT. MUST LEARN FROM THE GOVERNMENT IN BOTSWANA (Dokument 71: 198–201, Blogeintrag). Der Beitrag enthält den nicht belegten Vorwurf gegen chinesische Bauunternehmen, Bauwerke minderwertiger Qualität errichtet zu haben, und gelangt zu der Schlussfolgerung, dass der sambische Staat ebenso wie Botswana gegen diese vermeintlichen Missstände vorgehen sollte. Botswana hätte bereits gehandelt, Sambia solle sich diesem Beispiel anschließen.382 381 o.V. 2011 b. 382 In den vergangenen Jahren hatte die Regierung von Botswana rund 2000 ausländische Experten des Landes verwiesen, darunter viele Chinesen. 2013 erklärte der botswanische Präsident Ian Khama, chinesische Unternehmen sollten in der nächsten Zukunft keine weiteren Regierungsaufträge erhalten. 160 6.1.1.3 Vorwürfe von Misshandlungen und Sklavenrolle Die folgenden Artikel enthalten den Vorwurf, dass die Chinesen in Sambia wie vorkoloniale Sklavenhalter auftreten würden. Die sambische Bevölkerung hätte den Status von Sklaven, wäre entrechtet und den Chinesen ausgeliefert. Außerdem werden allgemeine Ängste und Vorbehalte gegenüber den Chinesen in Sambia geschürt. President Sata says the Patriotic Front -PF- government is concerned that there is unlimited number of Chinese expatriates who are coming into the country to take up jobs which Zambians are capable of doing (Dokument 12: 6, Blogeintrag). Eine politische Aussage des Oppositionsführers Sata zielt auf Ängste unter potenziellen Wählern vor einer unübersichtlichen Zahl einwandernder Chinesen ab, die als Konkurrenten um Arbeitsplätze gesehen werden. Sata spricht explizit davon, dass die Chinesen Arbeitsplätze erhalten, die auch von Sambiern besetzt werden könnten. Er verspricht, solche Arbeitsplätze zukünftig den Sambiern zur Verfügung zu stellen. Zudem spricht er sich dagegen aus, dass eine unbeschränkte Zahl von einwandernden chinesischen Arbeitern sich in Sambia ansiedeln sollte. Wie sich während der Amtszeit Satas herausstellte, konnte er seine Wahlversprechen nicht einlösen. Satas Protest enthält eine politische Forderung, die auf Wählermaximierung abzielt. Von rassistischen Zuschreibungen hält er Abstand. Please shut up and put up.Why cant you tell Chinese to stop attackibng Zambians.We have no other place to go to.We have only one zambia fotr us. Why should we have people coming to our country to attack us. Would any Chinese say the same in China? You are just an embarrasment irresponsible with a colonial mind who cant protect their own (Dokument 8: 78–80, Blogeintrag). Die Fragen, in denen sich Hass- und Wutgefühle ausdrücken, sind rhetorischer Natur und zeigen, dass eine feindliche Stimmung gegen Chinesen erzeugt wird, die die Sambier angreifen würden. Durch eine koloniale Einstellung würden die Chinesen sich in Sambia unangemessen und regelwidrig verhalten. Es wird indirekt gefordert, dass die Chinesen nicht nach Sambia kommen dürften, um Sambier zu misshandeln. Die Aussagen zeugen von Verzweiflung, Hass und Hilflosigkeit. Der Vorwurf des Kolonialismus findet sich in der Rassismusforschung in allen Theorien wieder. Der Text ist als rassistisch einzuordnen. Ama chinamen aba released from chinese ‘prison’ to come and work in sleepy African states for nothing in the interest of fast-tracking chinese development to a world super power, and the chaps will be back in prison, again! Africa careful with these released ‘jailbirds’. (Dokument 3: 216–218, Blogeintrag). 161 Angeblich würde die chinesische Regierung Strafgefangene für eine gewisse Zeit nach Afrika schicken, dort würden sie arbeiten, um die Weltmachtrolle Chinas zu fördern. Am Ende würden sie dann wieder nach China ins Gefängnis zurückkehren. Es zeigt sich eine Form von Protest, die den Chinesen unlautere Mittel für eine schleichende Machtübernahme unterstellt. Der Autor argumentiert mit verschwörungstheoretischen Behauptungen, die einer Überprüfung nicht standhalten. Es fehlt eine Quelle für die Behauptung, dass chinesische Strafgefangene in Afrika arbeiten müssten. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen gibt es keine chinesischen Strafgefangenen, die in Afrika arbeiten. Es handelt sich um geradezu absurde Behauptungen, die verschwörungstheoretisch aufbereitet und als Argumentationsgrundlage genutzt werden.383 The British erected these facilities exclusively for themselves, using our resources but when they left, we ourselves failed to maintain them. So what do you expect the Chinese to do, except carry on with the tradition in place? They owe us s.h.i.t! We need to wake up and clean our act. Its times such as these that I am convinced that Sata maybe just the right guy to turn things around (Dokument 6: 49, Blogeintrag). Die Chinesen würden in der Tradition der britischen Kolonialmächte stehen, die sambischen Ressourcen nur für sich selbst nutzen und am Ende verhindern, dass Sambier ebenfalls von diesen Ressourcen profitieren könnten. China würde wie die britische Kolonialmacht handeln. Allein der Präsidentschaftskandidat Sata sei eine politische Hoffnung, um diesem Handeln ein Ende zu bereiten. Der Beitrag enthält durch den Hinweis auf koloniale Verhältnisse der Chinesen rassistische Merkmale. mistreats you in your own land. Are we normal? Kambwili is doing what he can to protect us from these SLAVE OWNERS and you condemn him? what rubbish…!! MMD used to loose elections on the copperbelt because miners were largely mistreated by these so called infestors. Wake up Zambians, Zambia is your mother land. You can develop Zambia without infestors. You have a product to sale - Copper. How did KK do it??? (Dokument 29: 237– 240, Blogeintrag). In diesem Text wird behauptet, dass die sambische Bevölkerung sich einer Gehirnwäsche unterzogen hätte. Die Misshandlungen durch die Chinesen werden damit erklärt, dass die Sambier vielleicht nicht mehr selbstständig reagierten. Chinesen seien Sklaveneigentümer. Es folgt der dringende Aufruf an die Sambier, aufzuwachen und das „Mutterland“ zu retten. Es ist ein Appell an das gemeinsame Nationalgefühl. Die Sambier sollten sich darauf be- 383 o.V. 2016 a. 162 sinnen, dass ihr Mutterland durch die chinesischen Aktivitäten in Gefahr sei. Die Chinesen in Sambia werden als „Infestors“ bezeichnet, die Sambia bei der wirtschaftlichen Entwicklung nicht unterstützen würden. Die sambische Bevölkerung könne und solle das Mutterland wirtschaftlich entwickeln, ohne es den Chinesen auszuliefern. Der Autor erklärt, dass die MMD-Regierung abgewählt werden solle, weil sie die Interessen der chinesischen Investoren vertreten würde. Er ruft auf, die eigenen Ressourcen, beispielsweise Kupfer, im Interesse der sambischen Entwicklung zu nutzen. Durch die Betonung der Sklaveneigentümerschaft der Chinesen gegenüber den Sambiern wird ein wertender Unterschied zwischen beiden Ethnien hergestellt. Die Sambier seien die Sklaven der Chinesen. Diese Behauptung sieht die Chinesen als „ Herrenmenschen“ oder „Sklavenbesitzer“, die Sambier seien jedoch das versklavte Opfer. Die wertende Unterscheidung der beiden Ethnien ist eindeutig rassistisch. Kambwili is the type of minister and leader we need in Zambia. All those condemning him should pose and think for a moment. Do u have the interests of your people at home or u just want bribes at the expense of your own people? Zambians have suffered for too long at the hands of these rude investors. All Kambwili needs to do now is to adopt a methodical and more guided and sober approach towards dealing with these slave masters (called investors in Zambia). Overall, well done Kambwili and keep it up! In Eastern province ‘kambwili’ is a ‘hoe’ and this ‘hoe’ is digging very well. Good job (Dokument 29: 384–386, Blogeintrag). Ein Politiker wird als Vertreter der durch China gedemütigten, ausgebeuteten Sambier gelobt. Chinesen werden diffamiert und als „Sklavenhalter“ bezeichnet, unter denen Sambier leiden würden. Auch hier geht es um den Vorwurf der Sklavenhalterschaft der Chinesen. Die Kritik hat fast neokolonialistische Züge, geht aber durch den Begriff „Sklaven“, die gegenüber ihrem Herrscher vollkommen rechtlos sind, noch darüber hinaus. Sie muss als rassistisch eingestuft werden. THE CHINESE WILL BE SENDING IN MORE YELLOWMAN TO ZAMBIA TO TAKEOVER JOBS FROM POOR ZAMBIANS. WE AS ZAMBIAI WE SHOULD CREATE JOBS OURSELVES ANO TO BEG FROMCHINA WHO THEM SELVES BEGGARS IN THEIR OWN COUNTRY (Dokument 39: 66–69, Blogeintrag). Es wird ein Szenario entworfen, indem China einen Plan verfolgt, die Migration besonders zu befördern, um den Sambiern Arbeitsplätze wegzunehmen und die Sambier zu Bettlern im eigenen Land zu machen. Diese Behauptung soll Ängste schüren und richtet sich an Sambier, die sich in Konkurrenz zu den Chinesen sehen und daher ungerecht behandelt fühlen. Der Vorwurf der Bevölkerungsverdrängung ist rassistisch. 163 And all the more reason Micheal Sata is still looking elsewhere while his ministers are looking at what they have to offer. One child one family, most zambians have no idea what we will get into once the chinese have total control and you don’t run a country like that because you basically become a puppet, and corruption slips in (Dokument 46: 69–72, Blogeintrag). Die Verschwörungstheorie, die Chinesen würden schrittweise die völlige Kontrolle über Sambia erlangen und der sambische Staat würde sich zu einer Marionette der chinesischen Regierung machen, ruft Verunsicherung in der Bevölkerung hervor. Konkret wird die chinesische Regierung kritisiert. Interesting Events unfolding:-this is a reaction when pipo have been downtrodden, in the first case Justice has never been known at this Mine and secondly workers have been abused for too long. Death will not be accepted unless imposed as judgement in courts of law, lets have fair situations in work places the Employer and Employee need to exist in harmony as they are all stakeholders. Chines and Indians in Zambia are currently leading in mistreating workers and these are all time bombs. The PF gvmt inherited a lot of challenges and am happy with their courage in dealing with these issues. Soon Zambia will be a good place for all and Law of the Land will be respected by all poor or Rich. Viva PF! we have 9yrs to go as 2016 is already ours (Dokument 48: 447–450, Blogeintrag). Eine Art politisches Loblied wird auf die neue Regierung der PF angestimmt, die zum sozialen Frieden und zur Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien führen soll. Die Chinesen werden als „Zeitbomben“ und führend in der Misshandlung sambischer Arbeiter dargestellt. Der Beitrag zeigt einen zufriedenen Wähler der PF, der der neuen sambischen Regierung einen Vertrauensvorschuss gibt, der sich im Ergebnis allerdings nicht bestätigte. Die Sata- Regierung hat genauso wie ihre Vorgänger die unzureichenden Arbeitsbedingungen der chinesischen Arbeitgeber zugelassen, entsprechend waren viele Wähler hinterher enttäuscht. Der Verfasser des Beitrags hofft jedoch, das von ihm als sehr gefährlich dargestellte Geschäftsgebaren der Chinesen in Sambia würde durch die neue Sata-Regierung noch gestoppt und die Chinesen würden sambische Gesetze einhalten. Die Darstellung einer Ethnie als „Zeitbombe“ ist sehr abwertend und ein Beleg für Rassismus. And yet you do not prosecute the same Chinese when they shoot Zambians and when their unsafe factories blow to pieces Zambian workers. Zambia is very ripe for a revolution! (Dokument 57: 41–44, Blogeintrag). Diese Aussage ist ein hetzerischer Aufruf, eine Revolution gegen die Chinesen anzuzetteln, weil sie Sambier erschießen und durch die Sicherheitsmängel ihrer Fabriken Sambier in Gefahr bringen würden. Der Verfasser spielt auf die Schüsse von Chinesen auf Sambier und die Unglücksfälle in chinesischen 164 Fabriken mit sambischen Todesopfern an. Er ist aber nicht an einer angemessenen juristischen Aufarbeitung interessiert, sondern fordert extremistische Konsequenzen. Die Rede von einer Revolution könnte auch die aktuelle sambische Regierung einbeziehen, der er unterstellt, die Chinesen in Schutz zu nehmen. Der Artikel birgt eine Menge sozialen Sprengstoff, denn eine Revolution könnte in letzter Konsequenz auch zu Gewalt führen. Diese Aussagen sind sehr radikal. Chinese people every where in the world are known to mistreat people. If we start allowing foreigners to abuses citizens then we might as well hand them the key to the nation. Chinese people no matter what destination they are in are supposed to respect the people of the host nation with dignity and respect by paying employees for work done and not doing anything that can harm Zambian citizens. You need to start sending a message so others from other nations can follow by expelling those involved in these beatings. These people are victims being victimized and by Zambia not doing anything is revictimization by not doing anything or blaming people for going to get their hard earned income. Please lets not waste time and ship the Chinese where they belong. They think they can control us (Dokument 65: 287–290, Blogeintrag). Der Beitrag zeigt ein komplettes Bild über die sozialen Probleme der Chinesen im Land und beschwört ein Katastrophenszenario. Konkrete Einzelfälle werden jedoch nicht genannt. Am Ende steht die verallgemeinernde Aufforderung, die Chinesen aus dem Land auszuweisen, bevor sie die sambischen Bürger kontrollieren würden. Es ist eine pauschale Aufforderung, sich gegen die Chinesen zur Wehr zu setzen. Dabei zeigen sich typische Ressentiments für einen rassistischen Protest. Die vorhandenen sozialen Probleme mit den Chinesen in Sambia werden umgedeutet in einen allgemeinen Angriff auf die „Chinesen“ an sich, die als ethnische Gruppe klassifiziert und negativ beschrieben werden. Zudem wird der sambischen Regierung unterstellt, nichts gegen die Opferrolle zu unternehmen, in die die Sambier durch die Regierung gedrängt würden. Die Ressentiments zeigen sich auch in dem Vorwurf, die „Chinesen“ würden glauben, die Sambier kontrollieren zu können. Für diese Aussage fehlen jedoch Belege. Das rassistische Element des Beitrags ist die Zuschreibung von negativen Eigenschaften der Chinesen als Ethnie. i predicted what you’re pointing out when the first group of chinese entered the country and started buying land, now they are tens of thousands of them in Zambia alone very soon Zambians will be a minority in their own country, they should start “praying” that they wont turn to slaves on their own soil (Dokument 33: 162–164, Blogeintrag). Ausgehend von der ersten chinesischen Gruppe, die Land erwarb, wird nun die Angst vor einer Masseneinwanderung geschürt, die alle Sambier zu einer 165 Minderheit im eigenen Land machen könnte. Außerdem wären die Sambier dann Sklaven der Chinesen. Die Sorge einer Verdrängung der Sambier durch eine ungesteuerte und zahlenmäßig erdrückende Einwanderung von Chinesen ist nicht berechtigt. Es halten sich nur wenige Tausend Chinesen im Land auf. Von einer evidenten Einwanderungswelle chinesischer Migranten kann nicht gesprochen werden. Die Behauptung der Überfremdung durch Chinesen und die Betonung der Sklavenhalterschaft sind rassistische Merkmale. The Chinese will give you the grant and a Chinese company will be given the tender and our children will be impoverished because they are now enslaved to the Chinese. Botswana is now crying because of over reliance Chinese construction company. The Sir Seretse International airport is still incomplete,the Francistown stadium also incomplete. These were supposed to have been complete before the last World cup in South Africa. The new power station is full of design flaws and is being redesigned, A complete new double secondary school in the north was built without brick force. I can go on and on. Just because they built the TAZARA does not mean they are experts in all areas. Don’t say you were not warned! (Dokument 119: 245–252, Blogeintrag). Der Beitrag skizziert düstere Zukunftsvisionen. Die Vorstellung, die sambischen Kinder, die noch unter der Sklavenherrschaft der Chinesen leiden würden und die konkreten Beispiele von unfertigen Bauwerken schlechter Qualität, die Chinesen errichtet hätten, zeugt von einer bedrückenden Stimmungslage. Am Ende steht der Hinweis, dass die Sambier gewarnt worden seien. Durch den Vorwurf der „Sklavenhalterschaft“ der Chinesen wird der typische Kolonialismusvorwurf, der an sich schon eine rassistische Zuschreibung ist, noch übertroffen. Whatever you say bwana Mumba in your fervent support of the chinks won’t wash with the people on the ground in Zambia. The chinks have treated Zambians sharbly. The coal mines in Southern province, their tuntemba companies on the copperbelt… the list is endless. Don’t pretend you don’t know these things. Our experience with them has been negative. And so you can only **** the gullible. Putting up a spirited defence of these people doesn’t go down well, just want wash with the majority of Zambians, bwana. You are waisting your time totting up your statistics (Dokument 46: 226– 229, Blogeintrag). Es werden Beispiele angeführt, mit denen eine Ausbeutung und Misshandlung Sambias durch die Chinesen belegt werden soll. So geht es um die Kohlenminen in den südlichen Provinzen. Dort kam es im Jahr 2005 zu einem Unfall, 166 dem ausschließlich sambische Arbeiter zum Opfer fielen. Die Ursache für den Unfall waren vermutlich Sicherheitsmängel. 6.1.1.4 Das Unglück in der Collum Mine Immer wieder kommt es zu Unglücksfällen und Ausschreitungen, die sich im Zusammenhang mit chinesischen Unternehmen ereignen. Die Opfer sind überwiegend sambische Arbeiter. Die Unfallursache liegt nach Wahrnehmung der sambischen Öffentlichkeit häufig in vermeintlich fehlenden Sicherheitsbestimmungen in den chinesischen Unternehmen. Manchmal wird den chinesischen Vorgesetzten sogar ein absichtliches Handeln unterstellt. Einer der gravierendsten Vorfälle ist das Unglück in der chinesischen Collum Mine. Die Ereignisse haben sich wie folgt zugetragen. Im Oktober 2010 protestierten hunderte sambische Arbeiter gegen die geringen Löhne. Zwei chinesische Manager schossen mit Gewehren auf die Protestierenden und verwundeten bei dieser Aktion 12 Sambier. Die Schützen wurden zunächst verhaftet, die Anklage jedoch kurz darauf fallengelassen und die Chinesen aus der Haft entlassen.384 Die Schließung der Collum Mine 2013 wurde vom sambischen Regierungsvertreter Kennedy Sakeni damit begründet, dass die Minenbetreiber gegen sambische Sicherheitsbestimungen verstoßen hätten. Eine erneute Verstaatlichung der Mine würde es aber nicht geben.385 Der sambische Arbeitsminister Austin Liato führte aus, dass ein staatliches Komitee die Arbeitsbedingungen in der Mine überprüfen würde. Der Direktor der Mine, Xu Jian Ling, stellte klar, dass alle Opfer gemäß den sambischen Gesetzen entschädigt würden.386 Der damalige sambische Staatspräsident Rupiah Banda warnte indessen die sambische Bevölkerung davor, Ressentiments gegen Ausländer, speziell gegen Chinesen, zu entwickeln. Es würde sich um ein Arbeitsproblem handeln. Er hätte den chinesischen Botschafter darauf hingewiesen, dass Chinesen die sambischen Gesetze beachten müssten.387 Aus der Aussage von Ling lässt sich schlussfolgern, dass sich das chinesische Unternehmen über die Risiken dieser Geschäftsbeziehungen in Sambia bewusst war, wenn solche Vorfälle wie die in der Collum Mine nicht aufgeklärt und die Opfer und deren Angehörige keine Entschädigung erhalten würden. Die Aussage des Arbeitsministers ist dahingehend zu verstehen, dass die sambische Regierung um die Brisanz solcher Vorfälle wusste und darum öffentlich mahnte, um den Anschein zu erwecken, 384 Magistad 2011. 385 o.V. 2013 b. 386 Nklomaba 2010. 387 o.V. 2010. 167 dass sie der Verantwortung der eigenen Bevölkerung gegenüber nachkommt. Sowohl der chinesischen als auch der sambischen Regierung geht es um Schadensbegrenzung, um die weitere sambisch-chinesische Zusammenarbeit durch eskalierende Proteste nicht zu gefährden. Die folgenden Beiträge haben weitere Unglücksfälle und Ausschreitungen zum Thema. It was shocking to hear that they were no protests from any NGOs, locals in the area and even from the miners at the Collum mine when these managers pulled a disappearing act. I would urge our people to be more patriotic and give credence particularly where our fellow citizens are endangered or least being mistreated. The fact that Zambians were shot at, for a pay dispute, should entail that maximum justice for our people so that it serves as a lesson to all future offenders particularly the (so called) investors (Dokument 3: 168, Blogeintrag). Die Schießerei an der Collum Mine wird von Unverständnis über die fehlenden Proteste in der Bevölkerung und von NGOs begleitet. Die patriotische Gesinnung der Sambier wird angesprochen, der Vorwurf von Misshandlungen und rechtlicher Bevorzugung der Chinesen dominiert die öffentliche Meinung. Der Gegensatz zwischen Sambiern und Chinesen wird deutlich gemacht. Please Honourable Kambwili help these people in this mine, they have been working in a bad and cruel environment with these fake Chinese investors. I am always hate each time i hear about Collum Coal mine. Does it mean the government of Zambia thru the Labour Minister does have any power to close this mine? or comand the owners to change the working culture? PLease you pipo help these poor miners before they all (Dokument 24: 80–83, Blogeintrag). Es ist eine unumwundene Bitte eines besorgten Sambiers an die Politik, den sambischen Arbeitern in den chinesischen Bergwerken zu helfen. Die chinesischen Investoren werden als „Schwindler“ bezeichnet und es wird gefordert, die Collum Coal Mine zu schließen. Die Sambier sehen es als selbstverständlich an, dass der zuständige Minister eingreifen sollte: Er soll die sambischen Arbeitnehmer in der chinesischen Mine davor schützen, ausgebeutet und misshandelt zu werden. Die zweifelnde Frage, ob die sambische Regierung überhaupt über die Macht verfügt, die chinesische Mine zu schließen, zeigt, dass in der sambischen Bevölkerung das Gefühl dominiert, die Regierung würde keinesfalls gegen die chinesischen Unternehmer vorgehen können. Es ist die Sorge um das Versagen des Rechtstaats, das sich am Beispiel der Collum Mine zeigt. Die Bezeichnung der chinesischen Bergwerksbetreiber als „Schwindler“ ist eine Beleidigung. 168 Kambwili please deal with these no for good infesters before they kill more people.We need sanity in the labour ministry, deal with people who are issuing work permits to these misfits. How can a supervisor allow people to go and work in an area were blasting has just taken place. Are they not sacrificing our people for their rituals? Visit that mine and get first hand information, investigate and reprimand them vehemently (Dokument 24: 86–88, Blogeintrag). Die sambische Politik wird wegen der ungerechten Behandlung von sambischen Bergarbeitern durch die chinesischen Vorgesetzten um Hilfe gebeten. Ausgehend von den Unglücksfällen in den Minen wird der Vorwurf erhoben, die Chinesen würden Sambier bewusst töten. Es wird nach einer konsequenten politischen Kontrolle gerufen und ein Besuch der Unglücksstelle gefordert, damit sich Politiker selbst ein Bild von den Bedingungen machen könnten. File: Coal Mine workers picking coal without protective clothes at Shaft One at the chinese collum mine One miner has died in an underground accident at the Chinese owned Collum Coal Mine while two others are battling for their lives at Maamba Hospital in Sinazongwe district. Sinazongwe District Administrative Officer Sokoluku Daka, Sinazongwe Member of Parliament Richwell Siamunene and Nkanddabwe Ward Councilor Partson Mangunje confirmed the accident that happened on Tuesday 17th January at 13:30 hours. An eye witness, Geshom Muchindu, a miner who was underground at the time of the accident disclosed that the accident occurred after blasting underground. Mr. Muchindu alleged that before dust settled the Chinese supervisor ordered them to go and work in the tunnel where blasting had just been done. He said there was a rock fall on three of the miners and killed one on the spot while the others were severely injured. And one of the injured, Dought Mudenda also said the Chinese Supervisor only named as Ruin forced them to enter the tunnel where blasting was done and allegedly threatened them that he would deduct their working hours if they refused (Dokument 24: 2–11, Artikel). Der Unfall in einem chinesischen Kohlebergwerk mit sambischen Arbeitern, die infolge des Unglücks starben, wird in sehr sachlicher Weise beschrieben und mit Einzelbeispielen belegt. Es wird detailliert geschildert, wie die sambischen Arbeiter von ihren chinesischen Vorgesetzten gezwungen würden, ohne ausreichende Sicherheitsmaßnahmen zu arbeiten. Hier wird indirekt eine Verbindung zwischen den Todesfällen und dem Verhalten der chinesischen Vorgesetzten hergestellt. In dem Artikel werden sambische Augenzeugen zitiert, die beobachteten, dass die chinesischen Aufseher die sambischen Arbei- 169 ter in den Tunnel geschickt hätten, obwohl die Sprengarbeiten gerade begonnen hätten. Eine mögliche Weigerung der sambischen Arbeiter wurde mit Drohungen beantwortet. Sollten diese Vorwürfe zutreffen, träfe die chinesischen Aufseher eine Mitschuld an dem Unglück. Der Vorwurf ist schwerwiegend. The Chinese Embassy should not refute these findings, who doesn’t know that zambian workers were shot at by chinese employers and what about the BEGRIM disaster where hundreds of our country men were exploded into oblivion??? This report is just stating the obvious and refuting it is calling us imbeciles. One suggestion, Kaluku lukuku is pair up with Mushota, they would make a contravesial couple!!! (Dokument 16: 195–198, Blogeintrag). Zwei Einzelfälle werden in Verbindung miteinander gesetzt: Die Erschießung von sambischen Arbeitern durch chinesische Arbeitgeber und die Explosion in der Begrim Mine mit hunderten von sambischen Todesopfern. Diese beiden Ereignisse werden in Form einer rhetorischen Frage mit der Aufforderung an die chinesische Botschaft verbunden, die vermutete Absicht der Chinesen bei den Todesfällen nicht abzustreiten. Der Autor unterstellt der chinesischen Botschaft indirekt, absichtlich die Aufklärung der sambischen Todesfälle in der Mine zu behindern oder jedenfalls nicht zu unterstützen. Dieser Vorwurf beruht allerdings auf Spekulationen. Two hours on the job, the wanker is bending already to kiss ass!! Lets talk about the Bilgrim explosion tat Chambeshi, No Chinese died but they were supervisors and foremen in the plant, how come? they knew that the plant was about to blow and left the Zambian workers to perish without even warning them. The Chinese have no safety regulations, the government has to monitor them closely and make them apply the standard mining regulations which are standardised not the Chinese ones (Dokument 15: 160–164, Blogeintrag). Von einem konkreten Einzelbeispiel ausgehend wird eine verschwörungstheoretisch inspirierte rhetorische Frage gestellt: Warum nur Sambier, aber keine Chinesen unter den Opfern seien. Die Unterstellung, es sei Absicht der chinesischen Verantwortlichen gewesen, wird verbunden mit einer politischen Forderung nach Schutz. Bei der in chinesischer Eigentümerschaft stehenden BEGRIM-Fabrik kam es 2005 zu einer Explosion, durch die rund 50 sambische Arbeiter ihr Leben verloren. Hier gibt der Autor einer Verschwörung Raum durch die Tatsache, dass kein Chinese unter den Opfern war. Diese Vermutung könnte bedeuten, dass die Chinesen die Explosion absichtlich oder höchst fahrlässig herbeigeführt hätten, als sich nur Sambier in den gefährdeten Bereichen befanden. Auch diese Behauptung erweist sich als reine Spekulation ohne jegliche Belege. 170 you are very right No. 4. Instead of just making noise in the Media, go and push for policies to curb this vice. This is not news; everybody knows that chinese campanies in Zambia are exploiting Zambians and bring in unqualified chinese in the name of expatriates. Now that you have found out this ( Which I believe you already knew before you visited Chambishi), next time lets hear you bringing it up in parliament or policymaking fora in the labour ministry. you are a policymaker for crying out loud. do your job (Dokument 25: 102–103, Blogeintrag). Es wird vorausgesetzt, dass jeder in Sambia von der Ausbeutung der Sambier durch die Chinesen wüsste. Aus dieser gewagten Annahme folgt eine konkrete Aufforderung an die Politik, diesen Zustand zu ändern. Die Forderung nach politischer Intervention wird auch für die Chambishi Mine erhoben. In der sich in chinesischer Hand befindlichen Chambishi Mine ereignete sich 2012 ein Unglück: Bei Ausschreitungen protestierender sambischer Arbeiter starb ein chinesischer Aufseher, zwei weitere wurden verletzt.388 Damit ist die Chambishi Mine für den Autor ein Symbol, welches hohe Gewaltpotenzial die chinesisch-sambischen Spannungen beinhalten. WHY THE CHINESE DID NOT CRY FOR SAFTY WHEN THEIR CHINAMAN SHOT 11 ZAMBIAN MINERS LAST YEAR. THE CHI- NESE EMBESSY PEOPLE ARE USELESS BECAUSE THEY DID NOT CONDEMN THEIR CHINESE NATIONAL WHEN HE HAD FIRED SHOTS AND INSTEAD GOT R.B TO QUASH THE CASE DIPO- MATICALY.THAT WOULD BE MURDER WAS NEVER JAILED AND WE ALL KNOW THAT. I DONT HOLD HATRED BECAUSE ANY DEATH IS PAINFULL. I CALL A SPADE SPADE (Dokument 50: 196– 199, Blogeintrag). Ausgehend von den Todesschüssen auf elf sambische Arbeiter wird eine wütende Anklage gegen China an sich, die chinesische Botschaft und die angebliche Befreiung der Chinesen vom gültigen sambischen Recht aufgebaut. Diese polemische und verallgemeinerte Form von Protest ist von Hass gekennzeichnet. Die chinesische Botschaft würde sich aus dem chinesisch-sambischen Konflikt heraushalten und den Chinesen möglicherweise sogar Unterstützung gewähren. Die sambische Justiz würde nicht ausreichend ermitteln und die Chinesen nicht wegen Mordes anklagen. Hier liegt eine erbitterte Anklage gegen das sambische System vor, gegen einen Schulterschluss aus offiziellen sambischen Vertretern aus Politik und Justiz und den Vertretern der chinesischen Regierung in Sambia, der chinesischen Botschaft. 388 Okeowo 2013. 171 6.1.1.5 Der Human-Rights-Watch-Report von 2011 Internationales Aufsehen erregte im November 2011 der Report der Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ über die Zustände in chinesischen Bergbauunternehmen im sambischen Copperbelt. Als Ergebnis des Reports wurden anhaltende Arbeitsrechtsverstöße und Misshandlungen sambischer Arbeiter durch chinesische Vorgesetzte festgestellt. Der folgende Artikel benennt die Reaktionen auf den Report. Fine words coming from a member of a Nation that does not recognise the Human rights of its own people, let alone the rights of Zambians, you only have to look on Human Rights Watch at the abuse meted out to Zambians from their chinese employers (Dokument 28: 204–205, Blogeintrag). Es wird die allgemeine Behauptung aufgestellt, dass die Chinesen die Menschenrechte missachten würden. Anschließend wird daraus die Konsequenz abgeleitet, dass anhand des „Human Rights Watch Reports“ die Misshandlung der sambischen Angestellten durch ihre chinesischen Vorgesetzten belegt wird. 2011 wurde der 122-seitige Report der NGO vorgestellt. Mit dem Titel „You’ll Be Fired if You Refuse“ wird anhand von 170 Interviews aufgezeigt, dass chinesische Unternehmen im sambischen Copperbelt systematisch sambische Arbeitsschutzgesetze missachteten. Sambische Arbeiter wurden mit unzureichendem Sicherheitsequipment ausgestattet, sodass es gehäuft zu Unfällen kam. Sie wurden gezwungen, anstrengende Mehrarbeit zu leisten. Proteste und gewerkschaftliches Engagement werden jedoch mit Sanktionen belegt.389 Der „Human-Rights-Watch-Report“ ist nach Recherchen eine der wenigen zuverlässigen Quellen, die die Vorwürfe gegen die chinesischen Arbeitgeber belegen. Der Vorwurf der Missachtung von Menschenrechten ist häufig in der Politik zu hören, oft mit rassistischen Untertönen, die im vorliegenden Fall aber nicht vorhanden sind. 6.1.2 Historischer Protest Die folgenden Artikel stellen Verbindungen her zwischen der wirtschaftlichen Macht Chinas und einer vermeintlichen sambischen Neukolonisierung durch China. Dabei werden auch Vergleiche mit der Sklaverei früherer Jahrhunderte gezogen. Durch die regelmäßige Berufung auf die geschichtlichen Erfahrungen mit dem Kolonialismus werden die Artikel der Kategorie historischer Protest zugeordnet, einige weisen aber auch rassistische Elemente auf. 389 Tharoor 2011. 172 Africa is being slowly recolonised this time by the east .This new master is not doing it by the gun but thru the double fisted grip of economics & immigration much like their Mexican counterparts in the U.S.A. (Dokument 81: 52–54, Blogeintrag). Der Autor stellt folgende Behauptung auf: Früher wurde Afrika von europäischen Mächten mit Waffen kolonisiert, heute vollzieht sich die Kolonisierung durch die chinesische Wirtschaftsmacht und Einwanderung. Zudem stellt der Autor einen ethnischen Vergleich an: Auch Mexikaner würden durch den zahlenmäßigen Anstieg der Einwanderer die USA langfristig kolonisieren. Solche Vergleiche sind unangemessen und sachlich nicht richtig. Tatsächlich gibt es eine große Zahl illegal in die USA einwandernder Mexikaner und daraus resultierend umfassende Grenzkontrollen auf amerikanischer Seite. Doch es gibt keine kolonialen Pläne von mexikanischer Seite. Die chinesische Einwanderung nach Afrika folgt bisher gesetzlichen Regelungen, die eine illegale Einwanderung kaum zulassen. Dies ändert aber nichts an der rassistischen Intension des Verfassers, der vor einer Bevölkerungsverdrängung und dem rassistischen Vorwurf der Neokolonisierung warnt. There are very little human rights in China. Why would they have any considerations of workers in their new colony of Zambia. Get real! Chinese money is buying everything and anything across the globe. People need to start saying what are we getting out of this? There are still laws in Zambia. Make your new colonial master adhere to them. In China they still have child slave labour (Dokument 63: 84–87, Blogeintrag). Der Autor verknüpft die in China fehlenden Menschenrechte mit der heutigen angeblichen Kolonisierung Sambias durch China. Die Chinesen würden im eigenen Land keine Menschenrechte einhalten. Entsprechend seien die Chinesen in Sambia auch nicht bereit, den sambischen Einwohnern die Menschenrechte zuzugestehen, die in China selbst fehlten. Chinesische Vertreter in Sambia würden sich in der Tradition alter Kolonialmächte verhalten, die ebenfalls keine Menschenrechte in ihren Kolonien einhielten. China hätte Kindersklavenarbeit, zudem würden die chinesischen Finanzmittel alles und jeden in der Welt kaufen. Angst spricht aus diesen Sätzen, Angst vor zunehmender Machtlosigkeit Sambias und Machtzunahme Chinas, Angst vor der Zurückdrängung von Menschenrechten durch Chinesen. Der Vorwurf des Kolonialismus ist ein Bestandteil der rassistischen Theorien. Ukwa has a point! The Chinese are our new colonial super power… Taking ownership of our natural resources and exporting the profits back to China… They are too clever! (Dokument 94: 604–607, Blogeintrag). Die Chinesen werden als neue koloniale Supermacht bezeichnet. China würde sich die natürlichen Ressourcen aneignen und die Profite zurück nach China 173 exportieren. Es ist ein Ausdruck von Misstrauen, zumal die Chinesen als „clever“ bezeichnet werden. Die Bewunderung für die chinesische Politik ist in dieser Aussage offensichtlich, denn der Autor betreibt keine rassistische Hetze und stellt auch keine unangemessenen Forderungen. Diese Einschätzung ändert aber nichts an der kritischen Grundaussage seines Beitrags. Der Vorwurf des chinesischen Kolonialismus ist rassistisch. The country does not need this type of developement; it was called slavery in the past. Why are you allowing another country to take advantage of your people. China has no civil rights at home, no safety in there own mines why would they practice them here in their new colony? (Dokument 50: 152– 155, Blogeintrag). In dieser wütenden Anklage an China wird ein direkter Bezug von den heutigen chinesischen Investitionen in Afrika zu der früheren Sklaverei durch europäische Nationen hergestellt. Die unzureichenden Menschenrechte in China sind für den Autor ein Beleg, dass China sich in Sambia nicht an Menschenrechte halten könne. Da auch der Begriff „neue Kolonie“ fällt und damit die Chinesen als Kolonialherren bezeichnet werden, liegt Rassismus der Dominierten nach Leiprecht vor. 6.1.3 Sozioökonomischer Protest 6.1.3.1 Uneingelöste Versprechen der sambischen Regierung Der sozioökonomische Protest thematisiert in erster Linie Ängste und Aufbegehren gegen chinesische Investitionen, die soziale und wirtschaftliche Missstände bewirken könnten. Die Kritik richtet sich gegen den 2011 gewählten Präsident Sata, dessen Wähler sich überwiegend eine Beseitigung der unzureichenden Arbeitsbedingungen in chinesischen Unternehmen erhofften. Eine Abhilfe blieb nach Meinung vieler Sambier aus. Somit geht die Kritik an Sata einher mit der Kritik an der früheren Regierung, weil sich offenbar wenig geändert hat. Whatever the president wanted to say, this is not the way. Embarrassing government officials, ministers, MPs, by shouting at them publicly and telling them that they are less intelligent than others, I can not defend that. China is a country full of illiterate peasants. The development that China has recorded is based on a few elite treating everyone else as slaves. China is a slave labour country. I am beginning to think that maybe my president is the one who is not very intelligent, or at least not civilised or well groomed/cultured (Dokument 94: 748–751, Blogeintrag). Das chinesische Wirtschaftswunder wird mit einer „Sklavenhaltermentalität“ der chinesischen Führung gegenüber dem eigenen Volk begründet. Diese Einstellung wäre auch gegenüber Sambia sichtbar und entsprechend sei die 174 politische Führung Sambias entweder ungebildet oder nicht intelligent, weil sie nichts gegen die chinesischen Machenschaften unternehmen würde. Diese sachlich vorgetragene Behauptung wird mit einer dezidierten Kritik an der sambischen Führung verbunden. Weder Angst noch Hetze sind aus dem Beitrag zu entnehmen. Trotzdem bewegt sich der Vorwurf der „Sklavenhaltermentalität“ der Chinesen auf einer rassistischen Ebene. Es werden zwei Ethnien in einer Über- und Unterordnung geschildert. Die andere Ethnie, im vorliegenden Fall die sambische, werde durch die chinesische Ethnie versklavt und dadurch als minderwertiger angesehen. Some one really needs to get down to the bottom of these strikes at Chinese mines. The MMD government set a bad precedent and if the Chinese can not stop their culture of abuse, someone should be brave enough to tell them to leave the country. The duty of government if first and foremost to its citizens, not foreigners (Dokument 13: 32–34, Blogeintrag). Es wird ein Vorwurf gegen die MMD-Regierung erhoben, nichts gegen die Ausbeutung der Sambier in den chinesischen Minen zu unternehmen. Die Aussage besteht in der konkreten politischen Forderung, die Chinesen des Landes zu verweisen. It’s a pity you support MMD. I read most of you comments. I agree with you on this one. There are lot of cases that have not been reported in these Chinese Mines because workers are afraid to loose their jobs. One person was kicked in copperbelt but kept quiet. He ended up taken to the hospital after a week by his wife because she saw him complain and he was finding it hard to sleep during the nighttime. When ZCCM was run by Zambians, we did not have such kind of cases. MMD knows this very well but it’s a political point to keep people employed at the cost of human abuse (Dokument 10: 372– 374, Blogeintrag). Es werden Einzelfälle von Misshandlungen an sambischen Arbeitern in den chinesischen Minen geschildert. Angenommen wird eine Verbindung zur sambischen Regierung, die als zu chinafreundlich gesehen wird. Der Protest gegen die Chinesen wird konkret mit Kritik an der regierenden Partei verbunden und eine politische Alternative eindeutig benannt. 6.1.3.2 Konkurrenzängste und ausbeuterische Arbeitsbedingungen Im Mittelpunkt der sambischen Kritik an China steht die Nichteinhaltung von sambischen Arbeitsschutzgesetzen durch chinesische Unternehmen. Auch die als unfair empfundenen Zugänge chinesischer Einzelhändler zu offenbar kostengünstigen Produktionskapazitäten in China führen zu Unmut, weil die chinesischen Händler ihre sambischen Konkurrenten mit Dumpingpreisen erheblich unterbieten. 175 On Thursday a report by Human Rights Watch (HRW) said Chinese mining companies in Zambia, were routinely flouting laws designed to protect workers’ safety and the right to organise. The New York-based body urged President Michael Sata to follow through on campaign promises to stamp out abuse of workers in the sector (Dokument 15: 14, Artikel). Eine wissenschaftliche Studie wird als Beleg für chinesische Verletzungen der Arbeitnehmer in sambischen Bergwerken herangezogen. Mit diesem Hinweis wird die Forderung an Präsident Sata verknüpft, seine als Oppositionsführer abgegebenen Wahlversprechen einzulösen und sich der Probleme anzunehmen. Zambia has mined copper for ages. That foolish excuse of saying chinese are employed for speciallised jobs which zambians cant do is a BIG lie. May be you mean as a result of improved technology but even that is not an excuse becauise Zambians are trainable. You can send your Zambian workers to go and acquire that skill. Chinese are good for nothing it is very unfortunate that they have the money so we are dancing to their tune. they fail to pay workers good salaries, They fail to observe saftey rule,They fail to train the Zambia workers. They are just after our wealthy.Very foolish investors (Dokument 25: 62–65, Blogeintrag). Eine Reihe von Vorwürfen richtet sich an die Adresse der Chinesen im Land. Zum einen würden Chinesen für gute „Jobs“ eingesetzt, für die eigentlich auch Sambier geeignet wären. Außerdem wird kritisiert, dass Chinesen mit den getätigten Investitionen Macht ausüben könnten. Zum Schluss werden den chinesischen Arbeitgebern die geringen Gehälter für Sambier angelastet. Die Kritik bleibt relativ sachlich. Are we still getting Chinese to run shops under the PF? These people are scam of the earth. Can we not get better infestors other than those selling chicken, runing shops, digging drainages because we have plenty Zambians already doing this. We need Car assembly, Manufacturing, Mining, commercial farmers for investers and not these chinese we are seeing around We also need investers to come with their own money and build own infrastructure and not come to queue with us at Barklays and increase rentals by occupying already existing buildings. Who gives foreigners permits in this country? (Dokument 45: 57–60, Blogeintrag). Eine unfaire Konkurrenz der Chinesen in den Einzelhandelsgeschäften wird beklagt. Sambier könnten einfache Arbeiten genauso verrichten. Es wird ebenfalls gefordert, dass China nur große Summen in die Infrastruktur des Landes investieren sollte, weil diese finanziellen Mittel am ehesten der Bevölkerung zugutekämen. Die Angst vor der eingewanderten Konkurrenz bei kleinen Händlern und Arbeitern ist ein häufiges Motiv für die Entstehung von Ressentiments. Rassismus liegt zwar noch nicht vor, könnte sich aber relativ 176 schnell aus der Kritik des Autors an dem chinesischen Konkurrenzverhalten im Einzelhandel entwickeln. File: Coal Mine workers picking coal without protective clothes at Shaft One at the chinese collum mine Chinese miners at the embattled Collum Coal Mine in Sinazongwe district in Southern province have petitioned government to provide maximum protection to them during riots. The Chinese nationals, who mobbed Labour and Social Security Minister Fackson Shamenda yesterday, complained that there was no protection given to them whenever there was a riot at the mine (Dokument 50: 4–6, Blogeintrag). Ein konkreter Fall für die unzureichende Ausstattung sambischer Kohlenminenarbeiter mit Schutzkleidung wird als eine Ursache der Streiks aufgeführt. Hinter dieser Form des Protests steht nicht die Absicht, Ängste zu schüren, sondern nur Verantwortlichkeiten festzulegen. It’s a shame to allow China or other people to construct simple things like wheel-burrow, drainage, township roads, schools, clinics etc when we have universities geniuses in Zambia. Education must be aligned to socialeconomic development of our communities. Eg, All final year students should finish a project in communities as part of their thesis. This policy should be implemented in all sectors of the higher education courses. To achieve this, All govt needs is policy-to bridge universities with companies….Accept MUTUAL INVESTMENT, Limit begging from Chinese plz. we can do better, vision 2030 and beyond (Dokument 52: 48–50, Blogeintrag). Es wird kritisiert, dass chinesische Ingenieure Schulen und Straßen entwerfen würden. Die Projekte könnten auch von sambischen Ingenieuren im Sinne der sambischen Entwicklung umgesetzt werden. Anschließend wird das sambische Ausbildungssystem einer kritischen Beurteilung unterzogen und mit der Forderung nach besserer Schulung sambischer Studierender verbunden. Insgesamt bleibt der Autor sachlich. Workers employed by China-Jiangxi to construct the new provincial government office block in Chinsali district of Muchinga Province today protested at the permanent secretary’s office over alleged poor working conditions and inhuman treatment by the Chinese contractor. The Irate workers have complained that since their engagement three months ago, they have not signed any formal contract that stipulate their work conditions saying transport to ferry them to the project site, about eight (8Kilometres) away has been withdrawn; a situation they have described as pathetic. Among other problems highlighted include, non-payment of tools allowances despite them doing the work with their own handy equipment saying what 177 has incensed them more is the withdrawal of transport to ferry them to the construction site without paying them any allowance. The group leaders who sought anonymity told ZANIS that the use of abusive language and beating of workers is slowly creeping in the work environment citing a recent incident in which a named 28 year old casual worker was hit with a shot button on his back but the matter was not reported to police as it was sorted out amicably (Dokument 63: 8–11, Artikel). Es handelt sich um die Beschreibung eines Streiks sambischer Arbeiter gegen chinesische Arbeitgeber. Die Argumente für den Streik werden systematisch dargestellt. Bemerkenswert ist, dass es keine formalen Verträge für die Arbeiter gibt. Auslagen für zu nutzende Werkzeuge werden nicht erstattet. Transportmittel für die Arbeiter zum Arbeitsplatz stellen die chinesischen Arbeitgeber nicht zur Verfügung. Zudem berichtet der Autor von verbalen und körperlichen Misshandlungen durch die Chinesen. Besonders brisant erscheint die Tatsache, dass die sambischen Arbeiter für das chinesische Bauunternehmen ein sambisches Regierungsgebäude errichten sollen. Diese Auftragsvergabe erscheint als ein Indiz für die enge Verbundenheit der chinesischen und der sambischen Regierung, denn tatsächlich hätte auch ein sambisches Unternehmen das Regierungsgebäude bauen können. Natamoyo said he received a report around 15:00 hrs on Sunday from the workers that the Chinese employers would leave the following day without paying the workers their wages. Because of this information, the Zambian workers decided to demand for their wages. However, the Chinese contractors decided not to give in to the workers’ demands but opted to physically deal with the workers. Mr. Natamoyo said when he tried to intervene in the matter he learnt that the Chinese had locked up one Zambian worker in the toilet whom they had brutally assaulted (Dokument 65: 9-11, Artikel). Der Beitrag entwirft ein kritisches Bild über einen Fall, zu dem ein Sambier von seinen negativen Erfahrungen mit chinesischen Arbeitgebern berichtet. Zum einen wird die Nichtzahlung von Gehältern beklagt und anschließend ein Misshandlungsfall öffentlich gemacht: Ein sambischer Arbeiter wird von seinem chinesischen Vorgesetzten in eine Toilette gesperrt. Dieser Vorfall ist möglicherweise ein Indiz dafür, dass die Chinesen mit Gewalt gegen Arbeiter vorgehen, wenn es zu Konflikten kommt. Zudem steht die Behauptung im Raum, dass die chinesischen Arbeitgeber auf die Forderungen nach regelmäßigen Gehaltszahlungen nicht eingehen und stattdessen mit physischer Gewalt drohen. Auf diese Weise bewirken die Chinesen nur noch mehr Protest, der sich in Gegengewalt entladen könnte. So drastisch die Schilderungen auch sind, es ist ein radikaler Protest, der aber in Rassismus münden könnte. 178 Minister of Labour and Social Security Fackson Shamenda has urged the Chinese construction companies to treat workers in a more “humane” way to avoid industrial unrests. Mr Shamenda was speaking in Itezhi tezhi today when he visited Sino Hydro group of companies which has been contracted by Itezhi Tezhi Power Corporation (ITPC) to construct the US$230 million hydroelectric power station in Itezhi tezhi. Mr Shamenda said that all Chinese firms should treat workers fairly and respect their religious beliefs by enabling them to attend church services on Sunday or Saturdays. “Both local Zambian workers and Chinese workers in Zambia should not work like slaves” he said (Dokument 85: 3–9, Artikel). Der sambische Arbeitsminister wird zitiert, der sich zu den Arbeitsbedingungen in chinesischen Bauunternehmen äußert. Der Minister fordert die Chinesen auf, die Sambier nicht wie „Sklaven“ zu behandeln. Dieser Appell ist als ein symbolisches Zeichen mit dem Ziel zu verstehen, die sambischen Proteste nicht eskalieren zu lassen. Die Aussage belegt, dass der Arbeitsminister Kenntnisse von den Protesten hat und entsprechend handeln müsste, es aber scheinbar bei dieser Aussage belässt. Die Einordnung in eine „Herr-Sklave- Beziehung“ ist ein rassistisches Ressentiment. Der Autor verzichtet aber darauf, eine solche Behauptung aufzustellen. Stattdessen ist er nur darauf aus, die chinesischen Unternehmen zu einer Verhaltensänderung zu bewegen. “We need to harmonise the working culture of the Chinese and blend it with the culture of the Zambians to ensure industrial harmony” Mr Shamenda said. He said that as a result of different working cultures between the Chinese and Zambians, the country has witnessed industrial conflicts such as the one at the coal mine which led to deaths of some workers. Mr Shamenda advised the Chinese company not to use their workers as slaves but give them enough time to engage in social activities (Dokument 85: 15–17, Artikel). Der sambische Arbeitsminister wird erneut zitiert. Er sucht nach einem Kompromiss, um die verschiedenen Arbeitskulturen von Chinesen und Sambiern zusammenzuführen. Dies ist eine „niederschwellige“ Form, um den Konflikt zu klären. Die politische Äußerung an sich ist sachlich und berechtigt. Borrowing money has 2 systems in play, industrialized system and consumer system.so America‘s debt is different from Zambia ‘s debt, how? American govt wants to sell military weapons to Cambodia,it will borrow money from China,then pays USA companies manufacturing military equipment,their by boosting the companies ‘s productivity and those firms will employ more workers who will be taxed by the state and federal gov’t -boost the USA economy.the other one ,of which Zambia is active is where our govt borrows from china and the Chinese govt attaches conditions by using Chinese firms to supply or manufacture the products,creating employment for the citizens,so Zambia is just a customer for china,no tax,no jobs created but over- 179 burdened by the loans on our back.China boost its economy (Dokument 101: 262–266, Blogeintrag). Zwei Großmächte und ihr Umgang mit unterlegenen Staaten werden verglichen: Die USA würde Kambodscha mit gewährten Anleihen zu Waffenkäufen verpflichten; China würde Anleihen gewähren, um Sambia zu einem Kunden zu machen. Chinesen zahlten keine Steuern und schafften keine sambischen Arbeitsplätze. Es ist eine sachlich vorgetragene Feststellung, die Kritik an den Wirtschaftsbeziehungen äußert und auf eine Besorgnis hindeutet. Der Autor sieht einen Zusammenhang zwischen den US-amerikanischen Käufen von Militärausrüstung und der Art, wie die Chinesen Sambia finanzieren. Die USA leihe sich von China Geld, das in Rüstungsprojekte investiert würde, durch die die amerikanische Wirtschaft „boome“ und zu höheren Steuereinnahmen für die USA führe. Die sambische Regierung dagegen leihe sich Geld von China und räume im Gegenzug der chinesischen Regierung weitreichende Rechte ein, um in Sambia chinesische Produkte zu verkaufen und Arbeitsplätze für Chinesen zu schaffen. So sei Sambia lediglich ein Kunde für China, es gebe keine Steuereinnahmen und es entständen keine zusätzlichen sambischen Arbeitsplätze. Aus diesem Grund würde die sambische Bevölkerung nicht von den chinesischen Anleihen profitieren. SHANDONG Dejian, a Chinese firm engaged by Maamba Collieries limited to install electrical pylons from Munzuma Zesco substation in Choma to the mine in Sinazonzwe District, has procured protective clothing units for its workers. The company has also increased the workers salaries to K900 per month from about K700. The workers, last week protested over lack of protective clothing and poor conditions of service prompting Choma District Commissioner Bernadette Hamweemba to summon company director William Teng (Dokument 104: 4–6, Artikel). Der Artikel beschreibt einen Einzelfall, als infolge eines sambischen Streiks ein chinesisches Elektronikunternehmen die sambischen Gehälter erhöhte und Schutzkleidung für die Arbeiter produzierte. Der Beitrag zeigt an einem konstruktiven Beispiel, wie es zu verbesserten Arbeitsbedingungen durch Streiks kommen könnte. Der Protest impliziert, dass Proteste gegen die chinesischen Arbeitgeber im Land tatsächlich helfen könnten. The profits being salted away by MCC is unprecedented. They keep two sets of accounting figures. One for GRZ showing a loss, and the other reflecting the financial health of the company which is privy only to Chinese. Miners in Luanshya should emulate their brothers in Chambishi. In 20 years time, exminers will be destitute with the salaries they are currently commanding. It is time they benefit from the toil and sweat they are putting in. Not to mention, it is their god given resources that is being exploited…..WAKE UP GUYS!!! (Dokument 105: 36–38, Blogeintrag). 180 Der sozioökonomische Protest zeigt hypothetisch, wie die Löhne der sambischen Arbeiter langfristig immer mehr sinken würden. Die Sambier sollen sich am Ertrag ihrer Ressourcen beteiligen, darum steht am Ende ein Aufruf an alle Sambier, „aufzuwachen“ und die Situation zu verändern. when where you last in Zambia for you to call Zambians Lazy. Have you carefully analyzed this clip. Zambians are saying they are working hard to grow chickens which are fit for human consumption while the Chinese are producing cheap health Hazard chickens resulting in Zambians loosing business.Zambia do not have a shortage in chicken supply. we are always producing enough to feed ourselves and export to Congo. The farm being shown here is nothing compared to the farm I saw in Chongwe which owned by a Zambian, but he complained bitterly on the unfair competition he was facing from the Chinese who were growing health Hazard chickens. Join me to send messages to our friends back in Zambia not to buy these chickens…just write..DO NOT BUY CHINESE CHICKENS…send to 5 people (Dokument 7: 81–85, Blogeintrag). Der Beitrag wird ausgehend von einem Einzelbeispiel verallgemeinert. Zwei Geflügelhändler werden gegenübergestellt: Der sambische Händler, der seine gebratenen Hühnchen anbietet, und der chinesische Konkurrent, der dem Kunden ein billigeres Hühnchen verkauft. Der einheimische Verkäufer kann nicht mithalten und leidet nun unter Existenzängsten. Dadurch werden Ablehnung und Wut auf die chinesischen Einwanderer geschürt und gipfeln in dem Aufruf, chinesische Geflügelhändler zu boykottieren. Zweifelsohne handelt es sich hier um Rassismus. The point to consider is not allowing the chinese to completely take away the market from Zambians. How are Zambians going to feed their children if the chinese can be retailing, let them whosele their chiken to the marketeers. Such considerations sould be put in place if our poor marketeers were to be protected from unfare competition. Cheap loans should also be given to Zambians chicken farmes as the chinese are using cheap money from China (Dokument 7: 91, Blogeintrag). Der Artikel prangert an, dass die Chinesen den Markt der Sambier komplett dominieren und damit die Zukunft der sambischen Kinder bedrohen würden. Das Beispiel bezieht sich auch auf die preiswert angebotenen chinesischen Hühnchen und verallgemeinert diesen Zustand. So wird ein Muster in den wirtschaftlichen Aktivitäten der Chinesen sichtbar: Die Chinesen würden frei verfügbares Kapital aus China einsetzen, um die sambischen Geflügelzüchter unterbieten zu können. It’s about time we started addressing these issues about child molestation and defilement. If these cases are not taken to court or people give a blind eye to the situation then it will only get worse and we will be sending the wrong 181 message. These Chinese people are nothing but trouble to Zambia and doing injustices to Zambian people. They need to start respecting the Zambian laws, and the Zambian people. Look at what they are doing to the wildlife. They are the ones killing off Rhinos and other endangered species. They sell a Rhino horn for $65,000 in China or abroad. They are taking away from the Zambian economy and the tourism business. Get rid of all of them and send them back packing to their Chinese villages. They are nothing but peasants there so who do they think they are? (Dokument 32: 503–506, Blogeintrag). Von einem konkreten Einzelbeispiel ausgehend, dem Handel mit Nashörnern, wird eine bedrückende Gesamtsituation für das ganze Land konstruiert. Die Chinesen werden in jedem Fall als „schädlich“ für Sambia bezeichnet, sie würden nur „Ärger machen“, die Wirtschaft „ausbeuten“ und die Sambier „nicht respektieren“. Interessanterweise werden die Chinesen in Sambia als „Bauern“ bezeichnet, die sich für etwas Besseres halten würden. Diese Zuschreibung drückt eine persönliche Missachtung der Chinesen durch den Autor aus, mit dem Begriff „peasants“ meint er, dass Chinesen ungebildet, aber arrogant seien. Hinsichtlich des Nashornhandels verweist der Autor auf die Gewinne von 65.000 $, die für ein Horn in China zu erwarten seien. Die Vorwürfe einer Ausbeutung der sambischen Wirtschaft und des Tourismusgeschäfts durch die Chinesen bleiben jedoch unpräzise, weil der Autor keine weiteren Beispiele nennt. Es stellt sich die Frage, welche Chinesen der Autor gemeint hat. Aus dem Text ergibt sich, dass der Autor von „diesen Chinesen“ spricht. Da er aber keine konkrete Eingrenzung macht, welche Chinesen gemeint sind, und allgemein von dem schädlichen Einfluss der Chinesen auf den gesamten sambischen Staat spricht, ist davon auszugehen, dass er die Chinesen als Ethnie meint. Die Aussage ist rassistisch, weil behauptet wird, dass die Anwesenheit der Chinesen ungünstige Auswirkungen auf die sambische Gesellschaft habe. It’s about time we started addressing these issues about child molestation and defilement. If these cases are not taken to court or people give a blind eye to the situation then it will only get worse and we will be sending the wrong message. These Chinese people are nothing but trouble to Zambia and doing injustices to Zambian people. They need to start respecting the Zambian laws, and the Zambian people. Look at what they are doing to the wildlife. They are the ones killing off Rhinos and other endangered species. They sell a Rhino horn for $65,000 in China or abroad. They are taking away from the Zambian economy and the tourism business. Get rid of all of them and send them back packing to their Chinese villages. They are nothing but peasants there so who. “This Chinese man is killing our businesses because all our customers are now buying from him since he opened his shop last Friday,” said Peter Soko. The traders, who wanted to break windows of the shop, said 182 it was unfair that such investors are competing with the local traders because they remain at an advantage as they quickly sell their products. Business, however, returned to normal by 10:00 hours and police were seen guarding the area thereafter (Dokument 41: 8–9, Artikel). Hier geht es um chinesische Händler, die den sambischen Einzelhandelsgeschäften die Kunden abziehen und damit die wirtschaftliche Existenzgrundlage der einheimischen Betreiber zerstören würden. Eine berechtigte Sorge kann zu einem Problem für sambische Händler werden und zu Protest auffordern, weil sie sich in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht fühlen. Wenn die chinesische Konkurrenz die sambischen Händler schrittweise aus dem Geschäft drängen würde, könnten die unterlegenen sambischen Händler ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten. Sie und ihre Familien würden der Armut anheimfallen. The idea of finding an investor for Mulungushi Textile is a good one ONLY if by all means possible our govt can’t manage 2 run it alone due 2 finance.however,in as much as i wud want the Mulungushi Textile 2 b invested on,i strong think we shud giv 2 a dfrent investor apart from chinese.yes its true that the proposed investors are Chinese 2getha with Tanzanian.when observd carefully,i can clearly see that its stil Chinese investor coz they are the majority shareholders who hav jst partnered with Tanzanians.PF please wake up; CHINESE ARE TAKING OVER ZAMBIA SLOWLY!! (Dokument 47: 76–78, Blogeintrag). Beschrieben wird die Suche nach Investoren für die Mulungushi-Textilfabrik. Der Vorwurf steht im Raum, dass die chinesischen Investoren Sambia langsam übernehmen und bei Ausschreibungen bevorzugt würden. Die Idee einer Landnahme durch die Chinesen ist verknüpft mit dem Bedrohungsszenario, die einheimische Bevölkerung würde verdrängt. Rassistische Merkmale sind offensichtlich, auch wenn der Autor seinen Vorwurf nicht weiter ausführt. What has the Zambian miners working at this mine without protective clothing got to do with the former govt, the problem is current so there has to be a solution for the now,lets not blame the M.M.D what are we doing as PF to sort out the problem????These pipo need a voice to speak for them,the chinease have tortured them enough en i guess thay are only reacting now!!!i trust something can be done to serve the situation en pips’s lives! (Dokument 50: 105–108, Blogeintrag). Die fehlende Schutzkleidung steht in einem allgemeinen Kontext. Der Protest wird aggressiv ausgedrückt: „We doing as PF to sort out the problem“. Die Chinesen würden die Sambier foltern, eine entschlossene sambische Reaktion wäre dringend notwendig. Es ist ein politischer Aufruf, der Versuch, Hass zu schüren. Tatsächlich ist der Autor von der Sata-Regierung genauso enttäuscht wie von der ehemaligen MMD-Regierung. Er kann nicht glauben, dass die 183 sambische Regierung nichts tut, um sambische Bergarbeiter mit angemessener Schutzkleidung auszustatten. Er fordert eine politische Stimme für die Arbeiter. Are the injured and families of the deceased properly compensated? Such inadequate and scant attention to SHE issues is a criminal offence and China Henan should have been additionally blacklisted for breach of contract conditions. How much and who did the contractor pay to get out of this hole? Only in Zambia?? (Dokument 114: 51–54, Blogeintrag). Die konkreten Fragen implizieren Vorwürfe gegen ein chinesisches Unternehmen aufgrund von angeblich vermeidbaren Arbeitsunfällen. Im Raum steht die Frage nach Entschädigungen und Verantwortung. Die Gleichheit vor dem Gesetz sollte sowohl für Sambier als auch für Chinesen gelten. Doch Sambier kritisieren die vermeintliche Vorzugsbehandlung der Chinesen durch die sambische Politik und die Gerichte, insbesondere zu Fragen der Arbeitsschutzgesetze. Die beiden folgenden Artikel behandeln dieses brisante Thema. Der Vorwurf der „Ungleichbehandlung vor dem Gesetz“ rechtfertigt eine Einordnung als Rassismus. I thought the case was over because these guys compensated the victims. The mistake the victims made was to accept the money from these Chinese *****. To tell you the truth, these chaps will never be arrested, Zambian laws only applies to the poor. If you have money you walk away free (Dokument 3: 91–92, Blogeintrag). Es handelt sich um einen Blogeintrag, der sich nicht unbedingt auf Tatsachen stützt. Der Blogeintrag wirft den Opfern des Unfalls vor, Geld als Entschädigung angenommen zu haben. Dieses Geld wird als Freifahrtschein der Chinesen gesehen, mit dem sich die Beschuldigten von Haftstrafen freikaufen könnten. Der Protest zeigt zwar die Empörung über die soziale Ungleichheit, aber keine Angst oder Konkurrenzgefühle, sondern eher Sozialneid und Enttäuschung über die wirtschaftliche Macht der Chinesen. Fraglich ist, welche Chinesen konkret gemeint sind. Aus dem Zusammenhang ergibt sich, dass Geld durch eine möglicherweise höhere Ebene an die Sambier geflossen ist, vielleicht von hochrangigen Industrievertretern oder Vertretern der chinesischen Politik. Die Chinesen würden durch ihre Geldzahlung verhindern, dass es zu stärkeren Protesten oder juristischen Untersuchungen käme. Weder die Chinesen noch die mit China verbündeten sambischen Regierungspolitiker forderten jedoch juristische Konsequenzen. This is irresponsible and lack of ethics or respect for the environment or people…the court should have fined these Chinese cowboys K1million… this is no different to cattle rustling. These cowboys have priced the works of that project based on material they will be purchasing…now they are getting ma- 184 terial for free, get a Quantity Surveyor or Construction PM to price the material they have stolen from Mr Banda add damages and distress caused plus court charges and pay the landowner(s) (Dokument 125: 49–53, Blogeintrag). Der Bericht über einen Unfall mit sambischen Opfern in einem chinesischen Unternehmen wird zu einer Anklage gegen den fehlenden Respekt der Chinesen vor Sambia. Zudem wird dem sambischen Gericht vorgeworfen, dass es zu milde geurteilt habe. Es ist eine Form von Protest, die sich noch nicht radikalisiert hat. 6.1.3.3 Konkrete Unglücksfälle Immer wieder wird auf Unglücksfälle in chinesischen Unternehmen mit sambischen Opfern hingewiesen. Dabei geht es in der sambischen Kritik häufig um die Nichtbeachtung von Sicherheitsbestimmungen durch chinesische Vorgesetzte, die für die Unglücke verantwortlich gemacht werden. Der Schwerpunkt der folgenden Artikel liegt nicht auf den politischen Konsequenzen, sondern auf den sozialen Folgen der Unglücksfälle. GOVERNMENT has suspended China Henan International Corporation from carrying out civil works for Southern Water and Sewerage Company (SWASCO) in Livingstone following the recent accident in the tourist capital in which two of its workers died while one survived. The accident happened on May 14, 2014 when the soil buried them as they were digging trenches in readiness for the laying of new water pipes for SWASCO (Dokument 112: 7–8, Artikel). Hier wird die Reaktion der Regierung nach einem vermeidbaren Unfall in einem chinesischen Unternehmen mit sambischen Todesopfern aufgezeigt. Das Unternehmen wurde von den Aufträgen suspendiert. Dieses Beispiel ist ein Hinweis, dass die sambische Regierung durchaus in der Lage ist, gegen chinesische Aktivitäten vorzugehen. “I wish to announce that China Henan International Corporation will resume its operations with immediate effect from today (Thursday) because the company has met most of the required conditions stipulated in the Factories Acts,” he said. Mr Munsanje assured residents that the company had put measures in place to avoid the recurrence of similar accidents. The accident happened on May 14, 2014 when the soil buried them as they were digging trenches in readiness for the laying of new water pipes for SWASCO. Prior to the accident, two workers were digging a trench at a depth of four meters while another was working at the two metres level but within the 185 same trench, the walls of the trench collapsed caving in the loose soil around the trench and burying the three workers alive. The workers on site attempted to rescue their colleagues and only managed to dig out one worker after 15 minutes who was rushed to the Livingstone General hospital, while the bodies of the other two workers were taken out 1 hour 30 minutes later. This part of the trench had earlier collapsed several times the previous day, and workers reported the matter to their supervisors, but no action was taken by the supervisors. The findings from this investigation reveal that the soil at the site was too sandy to hold the walls of a four meter trench. There was need to support the trench walls with timbering and shutter structures and prevent the caving in (Dokument 114: 12–19, Artikel). Dieser ausführliche Beitrag untersucht den Unfall in dem chinesischen Unternehmen, durch den zwei sambische Arbeiter ihr Leben verloren. Der Unfall ereignete sich beim Ausheben zweier Gräben durch sambische Arbeiter. Während der Untersuchungen des Unfalls stellte sich heraus, dass die Beschaffenheit des Geländes für die Größe der Gräben zu sandig war. Den chinesischen Vorgesetzten wird aufgrund unzureichender Sicherheitsvorkehrungen die Schuld für diesen Unfall zugewiesen. Der Bericht bleibt auch in seiner Schuldzuweisung sachlich. 6.1.3.4 Allgemeine Arbeitskämpfe und Missstände Streiks, Unruhen und Demonstrationen gegen chinesische Arbeitgeber wechseln sich ab mit den öffentlichen Anklagen gegen eine chinesische Entwicklungspolitik, die nach Meinung vieler Sambier der sambischen Wirtschaft schaden würde. Die Milliarden, die die chinesische Regierung in die sambische Infrastruktur investiert hatte, konnten die Armut der sambischen Bevölkerung nicht signifikant verringern. Infrastrukturinvestitionen dienen nicht der Armutsbekämpfung. Es stellt sich die Frage, in welche Bereiche und Projekte die Gelder geflossen sind. Typisch sind Investitionen in den Straßenund Schienenbau, um die Distribution der Rohstoffe zu sichern. Is that what we call development ? Why should we get old locomotive engines which have been phsed out by the Chinese ? Why cant china extend to Zambia it’s modern Railway technology systems other than turning our country into a dumping site for their outdated engines all in the name of loans? Ma rubbish bati iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii (Dokument 4: 60–62, Blogeintrag). In diesem Beitrag wird der Vorwurf erhoben, die Chinesen würden mit der Lieferung altersschwacher Eisenbahnsysteme die sambische Wirtschaft auf der technologischen Ebene absichtlich schwächen. Der Protest ist sowohl hart in der Sache als auch in der Wortwahl. 186 yeah, how do u expect the foreigner to have ur interests at heart? these chinese are here for one reason, just like the whites were….exploit and go,,,,, a win-win situation is only possible with unselfish leaders,which is very unlikely in this country,we will die poor and our children will be poor (Dokument 6: 202–205, Blogeintrag). Die Chinesen werden auf eine Stufe mit den „Weißen“ gestellt, die Sambia ebenfalls nur ausbeuten und das Land anschließend wieder verlassen würden. Die offiziell immer wieder verwendete Beschwörung von „Win-Win- Verhältnissen“ sei nur bei selbstlosen Führern möglich und daher reine Propaganda. Damit werden Chinesen und Weiße als die anderen gesehen, die gegen Sambia agitieren würden. Die Gegenüberstellung von „wir“ und „die anderen“ verstärken die rassistischen Argumente. Ein Kernelement aller Rassismustheorien ist die künstlich erzeugte, wertende Unterscheidung zwischen zwei verschiedenen Gruppen. Weil allgemein von „uns“ und „denen“ gesprochen wird, kann davon ausgegangen werden, dass die jeweilige Ethnie gemeint ist und damit eindeutig rassistische Vorurteile vorliegen. Am tod china is now # 2 to USA in this o that but what does china do to alleviate problems in world. China’s aim is; symphoning raw materials cheaply from corrupt dictatorships in africa and exporting cheap quality goods back to africa. World conflicts are dealt wit by western powers coz china is stingy. Hu njintao donated $150pin wen he visited zambia an amnt les than wat a footballer in europe earns pe week (Dokument 10: 333, Blogeintrag). Zwei vermeintliche Hauptziele Chinas werden aufgezeigt. Einerseits beabsichtige China Rohstoffe von korrupten Diktaturen in Afrika zu erhalten, andererseits sei es Chinas Absicht, Güter von minderer Qualität nach Afrika zu exportieren und dort abzusetzen. Sambia wird als Spielball für die wirtschaftlichen Interessen Chinas gesehen. NO PROBLEM WITH CHINESE INVESTORS BUT WE HAVE SERI- OUS ISSUES WITH CHINESE INFESTORS…..WE NEED TO WORK TOGETHER BUT OUR PEOPLE SHOULD BE RESPECTED (Dokument 12: 142–144, Blogeintrag). Durch ein Portmanteauwort werden aus geduldeten Investoren „Infestors“, die nicht in Sambia aktiv sein sollten. Dahinter steht der allgemeine Vorwurf, dass chinesische Arbeiter in Sambia akzeptiert würden, die Chinesen aber die Sambier nicht genügend respektierten. Die Diffamierung als „Infestors” ist eine abwertende Zuschreibung einer Gruppe. Da das Wortspiel „Infestors“ von „Investors“ stammt und der Begriff „Investoren“ im Text genannt ist, ist davon auszugehen, dass nur die chinesischen Investoren gemeint sind. Diese Formulierung kann als Rassismus eingeordnet werden. 187 what a way of life. government must not slumber over matters safety and health at work, they rob the nation of human resources and family bread winners. this should not be tolerated. there is need to start prosecuting these chinese ****** (Dokument 24: 161–163, Blogeintrag). Hassgefühle sprechen aus diesem Beitrag. Die Regierung wird dringend aufgefordert, „aufzuwachen“ und dem Diebstahl der natürlichen Ressourcen Sambias und der Misshandlung sambischer Arbeiter ein Ende zu bereiten. Es wird gefordert, die Chinesen zur Verantwortung zu ziehen. Man of lies at work. In day like chinese are exploiters and gonga suppliers. At night, they are good friends who deliver brief cases of fake Dollars (Dokument 33: 75–77, Blogeintrag). Chinesen werden als „Ausbeuter“ und „Geldfälscher“ bezeichnet. Es fehlen jedoch konkrete Beispiele. Da der Begriff „Ausbeuter“ allgemein den Chinesen zugewiesen wird, ohne sich auf eine bestimmte Gruppe innerhalb der Chinesen in Sambia wie beispielsweise die chinesischen Arbeitgeber zu beziehen, ist eine wertende Unterscheidung zwischen Chinesen und Sambiern getroffen worden. Hier zeigt sich ein Hauptmerkmal für rassistische Ressentiments. China not a partner but a plunderer inriching itself on Africa’s nature resources which are in source in china. Take all mines under chinese to be controlled by gvt, Zambia will see no begging hand in few years to come (Dokument 73: 487–490, Blogeintrag). China wird nicht als Partner, sondern als „Plünderer“ der natürlichen Ressourcen Afrikas bezeichnet. Eine Handlungsaufforderung zielt auf eine Verstaatlichung der sambischen Minen, um den fortgesetzten Diebstahl der Ressourcen zu verhindern. Der Vorwurf ist sachlich begründet, wenn auch nicht unbedingt wahrheitsgemäß. Es werden explizit die sambischen Bergwerke als Beute der Plünderer genannt. Die Beschuldigungen gehen jedoch noch weiter, indem der Verdacht geäußert wird, die chinesischen Unternehmen würden die sambische Regierung kontrollieren. Cheap money! Wen chinese companies pay slave wages n poor conditions of work (Dokument 73: 292–295, Blogeintrag). Diese Aussage hält den chinesischen Unternehmen vor, Sklavenlöhne zu zahlen. Es gibt keine konkreten Einzelbeispiele, sodass es bei einer pauschalen Verurteilung der Chinesen bleibt. Mit „Sklavenlöhnen“ ist die Höhe der ausgezahlten Löhne gemeint. Der implizite Vorwurf des „Sklavenhalters“ weckt Assoziationen zur Kolonialzeit und steht für einen Rassismus der Dominierten. Debt = the new slavery willingly signed on by the zambian slave himself (Dokument 102: 197–200, Blogeintrag). 188 Es gibt zwar kein Einzelbeispiel, aber eine konkrete These wird aufgestellt: Die Auslandsschulden des sambischen Staates gegenüber China würden in eine freiwillig erkaufte neue Sklaverei führen. Diese ansonsten nicht belegte Behauptung zielt auf das Schüren von Ängsten. Hier werden die Chinesen nicht ausdrücklich als „Sklavenhalter“ der Sambier bezeichnet. Die Versklavung folgt aus der Verschuldung des sambischen Staates. Da China der Hauptgläubiger der sambischen Regierung im Ausland ist, ergibt sich aus dem Zusammenhang, dass nur die chinesische Regierung gemeint sein kann. Diese Einsicht ändert aber nichts an der Etablierung einer „Herr-Sklave-Beziehung“, die auf rassistische Vorurteile verweist. I spoke to one chinese friend of mine and he said that China is using Zambia. This is a one way relationship against a toothless country that is being exploited and will most probably even give up their freedom for expendable goods. Shame (Dokument 118: 74–79, Blogeintrag). Ein Chinese berichtet aus erster Hand, dass China Sambia ausnutze, ausbeute und die sambische Freiheit stehle. Diese pauschale Behauptung könnte von einem Whistleblower stammen, der über Insiderwissen verfügt. Der vermeintliche Insider vermutet eine Verschwörung und wird als „Freund“ des Autors aufgeführt. Es wird nicht deutlich, inwieweit diese Person tatsächlich Einblick in die chinesischen Aktivitäten hat oder selbst betroffen ist. Es ist aber unzulässig, einen Freund zu zitieren und dadurch belegen zu wollen, dass China den sambischen Staat nur ausnutzen würde. Es bedarf konkreter Informationen, um diese sehr gewagte Behauptung zu belegen. Die Behauptung an sich entspricht einem rassistischen Stereotyp, weil die Ethnie „Chinesen“ als „Ausbeuter“ und „Entzieher der sambischen Freiheit“ diffamiert wird. Ambassador Mutesa i thought your brain ticks Zambia is sovereign country we can`t allow Chinese to do what they want in name of world economy giants, we need protection from govt we can`t allow Chinese shoot our innoncent defenceless chaps claiming decent salary and working condition, When yu hear such talk coming from politician then yu know he is oiled, Zed full of jockers hahaaa (Dokument 8: 35–39, Blogeintrag). In dieser von Hass erfüllten Anklage wird die sambische Regierung aufgefordert, Sambia vor dem übermächtigen China zu schützen. Die Chinesen könnten machen, was sie wollten. Als ökonomischer Gigant könne China den Sambiern ausbeuterische Arbeits- und Sicherheitsbedingungen aufzwingen. In dem Protest zeigt sich die Wut. Der Autor reagiert mit Sarkasmus auf die sambische Politik der Untätigkeit und macht sich lustig. Der Protest soll zwar keine Angst schüren, aber Frust und Enttäuschung treten deutlich hervor. 189 I wonder how I survived living with these ****** for 6 long years…I wish every Zambian had gone through that to understand what type of human being the Chinese are. A person who knows these people would think twice before letting them into the country (Dokument 13: 96–98, Blogeintrag). Diese generelle Abrechnung zeugt von tiefer Enttäuschung und Frustration über die Chinesen im Land. Es wird nicht näher auf Einzelfälle eingegangen, die zu einer solchen Einschätzung geführt haben könnten. Die pauschalen Aussagen heben hervor, dass die sambische Regierung die Chinesen gar nicht ins Land hätte lassen dürfen. In dem Protest drückt sich ein nicht näher beschriebenes unerwünschtes Erlebnis aus. Der Autor behauptet zwar zu wissen, welche Art Menschen die Chinesen seien, er spricht die vermutliche Diffamierung aber nicht aus. Bwana Shamenda, These Chinese investers in Zambia will never treat Zambian workers as human beings. The Chinese employers has always treated their employees like dogs for centuries. When they treat their own people like slaves in their own country ba Shamenda how can you expect these slave traders to treat our Zambian workers differently (Dokument 85: 72–75, Blogeintrag). Hier richtet sich ein sambischer Bürger an den Arbeitsminister. Er äußert seinen Hass über die Chinesen mit pauschalen Aussagen, indem er den Chinesen unterstellt, die sambischen Arbeitskräfte wie „Hunde“ behandelt zu haben. Er widerspricht der Möglichkeit, dass die Chinesen irgendwann die Sambier anders behandeln würden. Es werden ausdrücklich chinesische Investoren und chinesische Arbeitgeber genannt. Diese beiden Gruppen werden als „Sklavenhalter“ bezeichnet. Die Bezeichnung „Sklavenhalter“ ist eine kolonialistische und damit rassistische Zuschreibung. Chinesische Arbeitgeber würden ihre chinesischen Untergebenen seit Jahrhunderten wie Hunde und nicht wie Menschen behandeln. Dabei gibt es eine so intensive Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern erst seit Ende der Kolonialzeit. Es wird ein Gegensatz zwischen zwei Menschenklassen geschaffen: „Hunde“ auf der einen und „Sklavenbesitzer“ auf der anderen Seite. Hier zeigt sich eine ausgeprägte rassistische Einstellung. THESE CHINESE INVESTERS MUST NOT TREAT ZAMBIAN WORKERS ON ZAMBIAN SOIL,THEY CAN DO THAT IN CHINA NOT HERE OTHERWISE THEY RISK THEMSELVESN GETTING KILLED .TIT FOR TAT ZAMBIANS WILL REACT WHICH WILL BE VERY UNFORTUNATE.CHINESE SHOULD LEARN TO TREAT ZAMBIANS PROPERLY (Dokument 57: 37–39, Blogeintrag). Dieser Gewaltaufruf ist als eine Mahnung an die Chinesen zu verstehen, dass sie sambische Arbeiter anständig behandeln sollen. Im Zweifel würden sie den 190 eigenen gewaltsamen Tod riskieren. In der Drohung drückt sich ein sehr radikaler Protest aus, wobei Rassismus mit der Androhung von Gewalt einhergeht. The same chinese caused the riot, if they paid them the minimum wage, they wouldn’t have an riot (Dokument 49: 179–182, Blogeintrag). Ganz sachlich wird die Verantwortung der Chinesen für die sambischen Streiks herausgestellt. OVER 1,000 miners at China Non-Ferrous Corporation Africa (NFCA) Mining Plc in Chambishi and those from a contracted company JHCX Mining Construction Zambia Limited have been dismissed following the protests that have recently rocked the Chinese mining company (Dokument 13: 2–3, Artikel). Der Protest richtet sich gegen das Machtmittel der Chinesen, 1.000 streikende sambische Arbeiter einfach zu entlassen, wenn sie gegen ihre unzureichenden Arbeitsbedingungen protestieren. 6.1.3.5 Konkrete und produktive Ansätze zur Missstandsbehebung In den Artikeln und Blogbeiträgen aus den sambischen Zeitungen gibt es nicht nur Gegner der chinesischen Präsenz. Einige Sambier schlagen produktive und konstruktive Lösungen für die Missstände vor. Die Chinesen sind also nicht generell ein Feindbild. Es handelt sich in allen Fällen um sachliche Informationen. We all know that chines don’t treat Zambians well. Firing them is being irresponsible. Why can’t those mine employers meet the demands of those workers? Some useless Zambians maybe t pushing them (Chines) as a show to pf. Let’s see what pf does about this evil (Dokument 13: 76–78, Blogeintrag). Es wird vorausgesetzt, dass allgemein bekannt ist, dass Sambier von Chinesen misshandelt werden. Es steht die Frage im Raum, warum die chinesischen Bergbauunternehmen nicht die Forderungen der betroffenen sambischen Arbeiter berücksichtigen würden. Der Aufruf, dieses „Böse“ politisch zu lösen, ist sehr allgemein gehalten. So you pointing fingers are not Zambian. Pulease. Zambians work as hard as any other nation…by that I mean that each country has its fair share of hard workers and lazy ****…that is neither here nor there. What this article is pointing out a report that confirmed the poor conditions workers in Chinese firms in Zambia work in. Despite your 2+ back breaking Jobs you work in Europe America etc you are not forced to work in conditions of poor safety, below minimum wage etc…where is your compassion for your fellow Zambians. Living abroad makes some peoples Brains soft (Dokument 16: 113– 116, Blogeintrag). 191 Die unzureichenden Arbeitsbedingungen in den chinesischen Minen in Sambia werden kritisiert, indem sie mit den leichteren Arbeiten in Europa und Amerika verglichen werden. Dadurch werden die Chinesen als ausbeuterische Arbeitgeber dargestellt. Die USA und die europäischen Staaten gelten aufgrund der dort üblichen Arbeitsbedingungen als Vorbild für Sambia. Die chinesischen Arbeitgeber würden sich in europäischen Staaten ebenfalls an die dortigen Gesetze halten – gäbe es entsprechende Gesetze in Sambia, würden die von chinesischen Investoren hervorgerufenen Missstände durch die sambischen Gesetze beseitigt. Yesterday a Chinese miner, Wu Shengzai aged, 50, was killed while another is battling for his life after other miners, particularly Zambians, rioted to protest against delays by management to effect the newly revised minimum wage payment (Dokument 49: 15, Artikel). Der Autor berichtet über ein chinesisches Todesopfer. Er greift die Probleme in sachlicher Form auf. Es geht um einen Todesfall während eines Streiks sambischer Arbeiter, die sich gegen die geringen Löhne der chinesischen Arbeitgeber wehrten. Die Todesursache bleibt jedoch unklar, sodass der Beitrag einen Anlass für Spekulationen bietet. ZANIS’s Mike Munkombwe Reports that The miners rioted on Saturday to protest against delays by manage-ment to implement the newly revised minimum wage. Southern province deputy Police Commissioner Fred Mutondo has confirmed the killing of the Chinese national BUT could not give further details on the matte (Dokument 48: 7–8, Artikel). Es wird auf den Streik sambischer Bergarbeiter gegen die geringen chinesischen Löhne und auf den Tod eines Chinesen eingegangen. Die sambische Polizei hat den Tod des Chinesen bestätigt, es fehlen jedoch nähere Details. Fest steht nur, dass der Chinese während eines Streiks für bessere Löhne starb. Der Autor will sachlich darstellen und keineswegs Ängste schüren. Some chinese must go back. We can not allow a situation where someone can come all the way from China to sell salaula or rear chickens. Most labour laws are good but due to corruption any Chinese who wanted to come to Zambia and start a simple business were allowed in the country. That is wrong. We want real big money investors and I am sure there is a minimum amount of money a person or company should produce before given a business permit. Corruption in Z has been on the roof starting from airport, police officers, govt offices, FRA is worse especially in kalomo. Being an agriculturist I am praying that a turn around of policies will benefit the country because if there is a drought next season a lot of people will starve. We need long term plan and sustainable plan (Dokument 12: 531–534, Blogeintrag). 192 Hier wird sehr differenziert argumentiert und sinngemäß ein Einwanderungsgesetz vorgeschlagen. Chinesische Investitionen in Sambia sind erwünscht, wenn wirklich hohe Investitionen getätigt würden und ein Teil der finanziellen Mittel auch Sambia zugute käme. 6.1.4 Rassistischer Protest Eine eigene Kategorie bilden die vielen rassistischen Äußerungen. Chinesen werden aufgrund ihrer Ethnie angegriffen und pauschal beleidigt. Es wird mit Aufrufen zu Gewalt und Selbstjustiz gegen die angeblichen Verfehlungen von Chinesen in Sambia Stimmung gemacht. Es handelt sich durchgehend um Blogeinträge und nicht um Presseartikel. Der rassistische Protest hat seinen Ursprung in einer unzufriedenen Bevölkerung. Dieser Unterschied ist sehr wichtig. Die Frage ist jedoch, inwieweit der rassistische Protest von der Presse befördert wird und die Leser mit ihren Kommentaren noch einen „draufsetzen“. Es kommen insgesamt 22 rassistische Beiträge vor. Sad reading that a man got killed, but you reap what you sow..The same Chinese donkeys shot and killed Zambians at Collum mine last year and not a single one went to jail. They were sheltered at the Chinese Embassy until safe passage to China was arranged, the same Chinese have subjected Zambians to appalling work conditions, No safety gear, 10 hour work shifts etc etc.. Sad as it may be, they had it coming. Maybe now they will learn to respect Zambians (Dokument 48: 659–662, Blogeintrag). In Bezug auf die Schüsse bei der Collum Mine wird Präsident Sata angelastet, die Sambier nicht ausreichend vor den Übergriffen der Chinesen zu schützen. Sambier könnten von „chinesischen Affen“ (Chinese donkeys) erschossen werden. Die problematischen Arbeitsbedingungen werden ebenfalls angeführt. Außerdem wird kritisiert, dass die Chinesen strafrechtlich nicht verfolgt würden. Insgesamt werden die latente Angst und der überbordende Hass über die sambische Politik und das Verhalten der Chinesen deutlich. Die Herabsetzung der Chinesen als „Affen“ ist genuin rassistisch im biologischen Sinne nach Albert Memmi. Chinese so harsh? jail the bastard, make him pay for this stupid thing. Why should we keep allowing Chinese take lives of Zambians if Zambians can also do the job of supervising. I feel sorry for the man who has died. This asian stupid vegetable needs life imprisonment. Government should look into this, its getting out of hand (Dokument 24: 66–69, Blogeintrag). Ein von Chinesen erschossener Sambier dient als Anlass, in einer verachtenswerten Form Chinesen zu beleidigen, die lebenslänglich ins Gefängnis gesperrt werden sollten. Generell wird gegen Chinesen Stimmung gemacht, die angeb- 193 lich ungestraft Sambier töten dürften. Die Chinesen werden als „dummes Gemüse“ bezeichnet. It’s always been my view regarding the Chinese that one cannot trust them. Their goods, their products, their services, their racist conduct, always terrible (Dokument 106: 36–38, Blogeintrag). Eine Aufzählung von chinesischen Dienstleistungen in Sambia wird als „terrible“ bezeichnet. Die chinesische Einstellung wird als rassistisch angesehen und die chinesischen Güter ebenfalls ablehnend beurteilt. Hier kommt der Rassismus der Dominierten nach Leiprecht zum Ausdruck. Leiprecht stellt hierzu fest: So lässt sich auch zwischen Rassismen unterscheiden, die sich in einer Gesellschaft als Rassismus der Mehrheitsgesellschaft oder als Rassismen der Dominanz artikulieren und als vorherrschende Rassismen einer Gesellschaft bezeichnet werden können, und verschiedenen Rassismen der Dominierten, also Rassismen auf Seiten derjenigen, die zur Zielscheibe dieser vorherrschenden Rassismen in einer Gesellschaft werden, aber ihrerseits rassistischen Denk- und Handlungsmustern folgen.390 Die Sambier, die sich von der fremden Macht dominiert fühlen, beschreiben die Chinesen ihrerseits auf eine abwertende Weise als rassistische Menschen, denen niemand trauen könne. I have never been angered by anything more than the government’s failure to punish the Chinese that shot Zambian workers. They got away go Scott-free! Causing the death of Chinese national is not right either. However, if this man was Zambian, no one in the government would be worked up about it period! And why? Because he has white skin! This man may have died in the chaos of riots and therefore, there is probably no intent to kill. The Chinese who pointed their guns at Zambian workers and opened fire had every intent to kill. This behavior on the part of the Chinese, which includes the other mine incident where 50 Zambian workers died and not one Chinese national died, are a plain show of the chinese’s lack regard for lives of the Zambian workers and is likely to be met in kind (Dokument 49: 162–165, Blogeintrag). Die rechtliche Nichtverfolgung von Tötungsdelikten an streikenden sambischen Arbeitern wird als rassistische Handlung beurteilt. Im Mittelpunkt steht die Behauptung, es würden in Sambia „höherwertige“ und „minderwertige“ Menschen leben. Die höherwertigen Menschen sind die chinesischen Einwanderer, weil sie durch die sambischen Gesetze bevorzugt würden. Die einheimische Bevölkerung hingegen würde durch die eigene Regierung nicht ausrei- 390 Leiprecht 2005, S. 9. 194 chend vor den chinesischen Aktivitäten geschützt und dadurch herabgesetzt. Der rassistische Terminus der wertenden Unterscheidung zwischen Menschengruppen ist hier erfüllt. THE CHINESE ARE JUST REAPING WHAT THEY SORE LAST YEAR AT THE SAME MINE THEY SHOT AT OUR FELLOW DEFENCE- LESS ZAMBIANS ALTHOUG AM NOT SUPPORTING WHAT HAP- PENED ITS ACTUALLY NEVERS MUMBA AND THE MMD WHO LET THAT NONSENSE TO DEGENERATE INTO THAT LOSS OF LIFE (Dokument 48: 664–667, Blogeintrag). Der Fall eines gewaltsam zu Tode gekommenen Chinesen wird mit einem vorher begangenen Tötungsdelikt an einem Sambier durch einen Chinesen gerechtfertigt. Diese Vergleiche bilden den Ausgangspunkt für Rassismus. Der Aufruf, Menschen zu töten, um sich für deren gewalttätiges Verhalten zu rächen, entspricht dem umgedrehten Rassismus der Dominierten nach Leiprecht. Sad reading that a man got killed, but you reap what you sow..The same Chinese donkeys shot and killed Zambians at Collum mine last year and not a single one went to jail. They were sheltered at the Chinese Embassy until safe passage to China was arranged, the same Chinese have subjected Zambians to appalling work conditions, No safety gear, 10 hour work shifts etc etc.. Sad as it may be, they had it coming. Maybe now they will learn to respect Zambians (Dokument 48: 659–662, Blogeintrag). Die Chinesen würden versuchen, das Rechtssystem zu manipulieren, um für die Taten nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden. Die Aussagen zeugen von einem abgrundtiefen Hass, indem die Chinesen als „Esel“ bezeichnet werden, die den Tod verdient hätten. Der Autor schreibt sehr emotional und hofft, dass die Chinesen in Zukunft die Sambier mehr respektieren würden. In der abwertenden Formulierung „Chinese donkeys” zeigt sich, dass der Autor sich biologisch orientierter rassistischer Zuspitzungen bedient. FAKA MULILO WE DONT NEED THE CHINESE TRADING IN ZAMBIA ESPECIALLY IN RURAL AREAS. DURING THE 2ND RE- FORMS IN 1968 SUPER KEN BANNED ASIANS TRADING IN RU- RAL AREAS IF THEY WERE NOT ZAMBIANS BY BIRTH BUT THE MMD HAS BROUGHT THE CHINESE FILTH Y BUSINESS BACK. THE CHINESE SHOULD ONLY BE ALLOWED TO INVEST IN BIG INDUSTRIAL PROJECTS LIKE PRDUCING HEAVY INDUSTRIAL MACHINERIES AND NOT TO SELL CHICKENS, VEGETABLES AND SALAULAS.THE MMD HAD AGREED TO EXAMPT THE CHINESE BUSINESSMEN FROM PAYING DUTY FOR THEIR IM- PORTS INTO ZAMBIA TO PAY OFF CHINESE LOANS FOR THE ZAM TAN RAILWAYS SO HOW CAN THE LOCAL TRADERS COM- 195 PETE WITH THEM.. THE CHINESE NEEDS TO BE STOPPED IN TRADING FAST BEFORE ITS TOO LATE AS WE ALL KNOW CHI- NESE BREEDS FASTER THAN MOSQUITOS (Dokument 41: 103–105, Blogeintrag). Zunächst wird ein konkreter Fall aus der Vergangenheit geschildert, durch den eine Art Bann gegen chinesische Händler ausgesprochen wird. Dieses Vorgehen wird als Lösung für die heutige Zeit angesehen. Es wird die Forderung erhoben, den Chinesen zu untersagen, Einzelhandelsgeschäfte zu eröffnen, weil sie eine unfaire Konkurrenz zu den lokalen Händlern darstellten. Stattdessen sollten Chinesen nur in große Industrien investieren und mit diesen Mitteln die sambische Wirtschaft ankurbeln. Am Ende werden mit diesen eindeutigen politischen Forderungen weitere Ängste geschürt. Als besonders rassistisch im biologischen Sinne erweist sich die Aussage, dass Chinesen sich schneller als „Moskitos“ vermehrten. The Problem with Muzungu anikonde attitude…u become a slave..these tuma China monkeys are here for a gain and they will abuse these poor zambians to their best abilities….FIGHT BACK AND IF POssible, circumcize them (Dokument 65: 151–154, Blogeintrag). Es ist ein offener Aufruf zur Gewalt: Chinesen seien „Affen“, die Sambier versklaven und nur ausnutzen würden. An die Sambier richtet sich die Aufforderung, zurückzuschlagen und sich der Vereinnahmung durch die Chinesen zu widersetzen. Mit der Aufforderung „FIGHT BACK“ wird eine Stimmung forciert, die langfristig in Gewalt münden könnte. Die offensichtliche Angst rührt daher, dass den Chinesen unterstellt wird, sich nur zum eigenen Vorteil in Sambia zu engagieren und die „armen“ Sambier nach Kräften auszunutzen. Die Bezeichnung als „Affen“ ist ein biologisch geprägtes rassistisches Ressentiment, das deutlich die Verachtung der Sambier ausdrückt. Are you aware that the chinese so called investers move around with small pink bags in every government ministry that they hear has a tennder to offer? I agree with 19. Chinese are the most immoral race on earth, remember they are not religious. How does Zambia’s christian nation declaration mix with the chinese? The only common thing is corruption! True, China has developed at the expense of poor africans who have been sold off by their own selfish elected leaders such as… Africa should wake up to reality and set its own path. China will not develop Zambia for zambians. Its a falacy. The only zambians developing are the government officials and politicians! (Dokument 8: 161–164, Blogeintrag). Die Chinesen werden als „Rasse“ bezeichnet, die mit unerwünschten Eigenschaften ausgestattet sei. Die sambische Bevölkerung dürfe sich nicht mit der chinesischen Rasse vermischen. Dieser Perspektive stehe auch entgegen, dass 196 Sambia im Gegensatz zu China eine eine christliche Nation sei. Hier kommt der ursprüngliche, genuin biologische Rassismus nach Albert Memmi zum Ausdruck, mit dem nicht einmal versucht wird, die Bezeichnung von Menschengruppen als „Rassen“ zu verstecken. I AM PRETTY SURE WITH NO LAWS (OR STANDARDS) IN ZAM- BIA, MOST ZAMBIANS HAVE EATEN DOGS WITHOUT THEIR KNOWLEDGE. CHINESE DON’T RESPECT BLACK PEOPLE. SO, FEEDING YOU ON A DOG WOULDN’T BOTHER A CHINA MAN AT ALL. SO, IT’S HIGH TIME LAWS ARE ENACTED STATING THAT ANYONE FOUND SLAUGHTERING A DOG FOR DINNER IS LIABLE FOR PROSECUTION AND ONCE FOUND GUILTY WILL ATTRACT A LONG PRISON SENTENCE. OTHERWISE, ALL I CAN SAY TO ZAMBIANS IS ENJOY YOUR DOG MEAT DINNERS. ELO AMA ZAMBIANS FIPUBA. PANTU FYE UULEMWEBA WA NKANDA IYABUTA, ENA KULYA (Dokument 106: 191–194, Blogeintrag). Aus der unbewiesenen Unterstellung wird der Vorwurf abgeleitet, dass Sambier unwissentlich chinesisches Hundefleisch verzehren würden. In der Hass und Angst schürenden Aussage, Chinesen würden die „Schwarzen“ nicht respektieren, offenbart sich Rassismus: Die Chinesen sind die Fremden, die ihre Sitten, zum Beispiel ihre Essgewohnheiten, den Einheimischen aufzwingen würden. WHY ALLOW CHINESE EATING DOGS IN ZAMBIA IN THE FIRST PLACE. BWANA MINISTER, THAT IS ZAMBIA, THAT’S NOT CHI- NA. CHINESE ARE NOT SUPPOSED TO EAT DOGS IN ZAMBIA BUT IN CHINA AND WHEREVER THEY EAT DOGS- SAY NIGERIA. OTHERWISE IN BUTCHERIES DOG MEAT WILL BE MIXED WITH COW MEAT OR DOG MEAT FOR MINCED MEAT. ZAMBIANS AND ZAMBIAN AUTHORITIES REALLY DON’T STOP TO SUR- PRISE ME. HOW CAN YOU LET THE CHINESE TO COME AND SET RULES AND LAWS OF EATING DOG MEAT. ZAMBIANS, PLEASE, SET YOUR OWN STANDARDS (LAWS) AND LET COMERS FOLLOW THOSE STANDARDS (OR LAWS). EVEN HERE IN THE UK THE CHINESE DON’T EAT DOGS. ONCE FOUND THAT CHINA MAN WOULD BE JAILED (Dokument 106: 182–185, Blogeintrag). Anhand eines konkreten Beispiels, wiederum des Verzehrs von Hunden, wird eine rasssistische Stimmung erzeugt. Hundefleisch zu verzehren gehört in Sambia weder zur Esskultur noch ist es politisch erwünscht. Es müsse damit Schluss sein, dass Chinesen eigene Gesetze für den Hundeverzehr schafften. Der Rassismus offenbart mit diesen Behauptungen eine kulturelle Komponente. Die Angst vor fremder Kultur und vor dem Verlust der eigenen Identität 197 ist ein häufig zu erkennendes Muster. Zum kulturellen Rassismus äußert sich Balibar folgendermaßen: Die Art und Weise, wie die Kategorie der Immigration als Ersatz für den Begriff der Rasse und damit als Agens einer Zersetzung des »Klassenbewußtseins« funktioniert, liefert uns hierfür einen ersten Hinweis. Ganz offensichtlich haben wir es hier nicht einfach mit einer Tarnungsoperation zu tun, die aufgrund des mehr als schlechten Rufs des Ausdrucks »Rasse« und seiner Ableitungen nötig geworden wäre; und handelt sich auch nicht ausschließlich um eine Auswirkung der Strukturveränderungen, die sich innerhalb der französischen Gesellschaft vollzogen haben. Schon seit langem sind die kollektiven Zusammenhänge der Arbeitsimmigranten Diskriminierungen und fremdenfeindlichen Gewalttätigkeiten ausgesetzt, die ihrerseits von den Stereotypen des Rassismus durchdrungen sind.391 Balibar weist mit seinem Zitat darauf hin, dass „Migration“ als Zielobjekt der Rassisten den alten Begriff der „Rasse“ ersetzt hat. Strukturveränderungen in der Aufnahmegesellschaft und Wahrnehmung der Migranten als das „Andere, Fremde“ führen zu den gleichen rassistischen Vorurteilen, die auch den ursprünglichen biologischen Rassismus ausgezeichnet haben. SPOT ON MY BROTHER/SISTER. WHY SHOULD WE NOT BE PROTECTED IN OUR OWN LAND? WHEN WE GO TO THESE PEOPLES’ LANDS- THE FARE SKIN. WE ARE SERIOUSLY DIS- CRIMINATED. SO WHERE ARE WE GOING TO FEEL FREE IF EVEN NOT ON OUR OWN LAND. CULTURAL INDUCTION SHOULD BE ENFORCED TO NEW COMERS. BRITAIN DOES IT AND YOU PAY FOR THE TRAINING. THIS IS ESSENTIAL (AND I TOTALLY AGREE WITH THE BRITISH GOVERNMENT) FOR NEW COMERS TO HAVE ‘CULTURAL’, TRADITIONAL, AND LIFE- STYLE VALUES OF BRITAIN. FAILING THE TEST DISQUALIFIES ONE FROM ACQUIRING A BRITISH CITIZENSHIP OR INDEFI- NITE LEAVE TO STAY IN THE UK. WHY CAN’T ZAMBIA DO THE SAME/SIMILAR THING? (Dokument 106: 174–177, Blogeintrag). Es steht der Vorwurf im Raum, dass die Sambier allein aufgrund ihrer Hautfarbe von den Chinesen diskriminiert würden. Wie die Aufnahme von Einwanderern nach Großbritannien nach kulturellen Kriterien organisiert werde, sollte dieses System auch in Sambia eingeführt werden. Gemeinsame Werte müssten von einer Einwanderungsgruppe berücksichtigt werden. Diese politischen Forderungen befördern rassistische Tendenzen in der sambischen Bevölkerung. Der umgedrehte Rassismus der Dominierten von Leiprecht zeigt sich darin, dass den als dominant wahrgenommenen Chinesen ihrerseits Ras- 391 Balibar 2014a, S. 27–28. 198 sismus durch Trennung nach Hautfarben vorgeworfen wird. Die Forderung, aufgrund von kultureller Unvereinbarkeit die Chinesen auszuweisen oder nicht einwandern zu lassen, ist rassistisch motiviert. Hey, hey, hold on right there, despite our different backgrounds and nationalities, we share one skin colour. Right from the outset I unreservantly condemn the PF regime for making these racist Chinese and others, ill treat our fellow brothers and sisters in inhumane manners for a long time without taking these criminals to court. Who is running Zambia as of now? Who is collecting taxes from these greedy racist investors? Who is giving information about specific locations where to invest their money? Who is turning a blind eye when they commit these racist atrocities on our fellow Africans? Who is not convicting them when they defile minor females in Zambia? All the above questions have a common denominator and it is the PF regime.These people must be thoroughly investigated and charged (Dokument 56: 90–93, Blogeintrag). Diese direkte Aneinanderreihung offener Fragen ist rhetorisch zu verstehen. Der Protest ist ein Appell an ein gemeinsames Nationalgefühl. Die ethnische Gemeinschaft der Sambier solle sich den als rassistisch bezeichneten Chinesen entgegenstellen. Dabei ist zwar auch die Kritik an der eigenen Regierung zu hören, weil beispielsweise keine Steuern von den Chinesen eingefordert werden. Es wird ein Antagonismus „Wir“ gegen „die anderen“ konstruiert, der auf rassistischen Grundannahmen basiert: „Wir“ haben dieselbe Hautfarbe und „die anderen“ sind ohnehin Rassisten. Ein Kulturkampf wird mit diesem Protest beschworen. WHAT!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! The **** is damn stupid!I These Chinese have more respect for dogs than for black people and the **** is talking about forgiving him. It is for this reason that wwhite treat us as animals that have a very short memory of our sufferings (Dokument 59: 280–283, Blogeintrag). Der Protest schlägt sich in Theorien von Rassen aufgrund von Hautfarben nieder. Die Chinesen würden eher Hunde als „schwarze“ Menschen respektieren. Die „Weißen“ wiederum hätten die Sambier früher ebenfalls wie Tiere behandelt. Die Chinesen würden es heute auch tun. Indem den Chinesen und den Weißen ein rassistisches Handeln unterstellt wird, greift der Verfasser gleichfalls auf ein rassistisches Denken zurück. Der Rassismus der Dominierten nach Leiprecht tritt wiederum zum Vorschein. Die ursprünglichen Opfer von Rassismus, die Schwarzafrikaner, richten ihre abwertenden Einstellungen gegen die Chinesen. Die Chinesen werden hier mit den Weißen, die früher Sambia rassistisch unterdrückten, gleichgesetzt. Damit schließt sich der Kreis des umgedrehten Rassismus. Beim Rassismus handelt es sich also nicht nur um individuelle Vorurteile, sondern auch um die Legitimation von gesellschaftlichen Hierarchien, die auf der Diskriminierung der so konstruierten 199 Gruppen basieren. In diesem Sinn ist Rassismus immer ein gesellschaftliches Verhältnis.392 No one killed this man. He got run over by a trolley! It was a riot! You think if I wanted to kill you, I would put my car in neutral and push it and let of coast towards you?? However, the chinese that pointed guns at Zambians and opened fire had every intent to kill and the government let them go free just because they have white skin, period! (Dokument 49: 184–187, Blogeintrag). Ein Todesfall in einer Mine wird wiederholt zum Anlass genommen, die eigene Regierung hart zu kritisieren: Die Chinesen dürften Sambier ungestraft töten, weil Chinesen eine weiße Haut hätten. Es liegt eine Stereotypisierung mit einem biologischen Rassismus nach Memmi vor, die sich auf die Behauptung stützt, dass es eine Ungleichbehandlung aufgrund von Hautfarbe gäbe. Brother bwana Mukubwa, i have been made to understand that chinese come with women in botswana, and the end result has been that the chinese women have been aggressive grabbing bantu from the batswana women. chinese are just aggressive and upto get anything that is there to satisfy their lusts. we better start learning to protect what we treasure. please do not expect teh chinese to respect zambian laws when we have failed to follow them our leaders are thieves and commit crimes without shame or fear, and tehrefore do not expect a chinese to follow the laws. anyway, do you want them to use dogs??? (Dokument 19: 224–226, Blogeintrag). Den Chinesen wird vorgeworfen, aggressiv „ihre Lust“ zu befriedigen und die sambischen Gesetze nicht zu befolgen. Chinesische Frauen werden als besonders aufdringlich beschrieben. Als Anlass für diese Äußerung wird ein Vorfall in Botswana geschildert, weil Chinesen intime Beziehungen zu einheimischen Frauen eingegangen sind. Die chinesischen Frauen hätten auf diese Vorfälle sehr rabiat reagiert. Daraus schließt der Autor, dass die Chinesen grundsätzlich aggressiv seien und ihre Lust mit allen Mitteln rücksichtslos befriedigen würden. Er unterstellt chinesischen Frauen einen ausgeprägten Besitzanspruch gegenüber ihren Männern, denen er wiederum eine rücksichtslose Form sexueller Bedürfnisbefriedigung attestiert. Diese Aussagen lassen sich nicht bestätigen und verdeutlichen, dass mit allen erdenklichen Vorurteilen Ressentiments geschürt werden. Die rassistischen Ressentiments bewegen sich auf einer biologischen Ebene, weil den Chinesen ein angeblich besonders aggressives Sexualverhalten zugeschrieben wird. One of these days they will be race riots like in indonesia and malaysia. These Chinese will learn the hard way (Dokument 10: 327–328, Blogeintrag). 392 Rommelspacher 2009, S. 29. 200 Gewalttätige Ausschreitungen gegen Chinesen wie in Indonesien und Malaysia werden auch für Sambia prophezeit und indirekt gerechtfertigt. Es ist eine aufgebrachte, scheinbar zur Gewalt entschlossene oder jedenfalls Gewalt einkalkulierende Form des Protests. In Sambia kam es noch nicht zu gewalttätigen Unruhen mit chinesischen Opfern. In Malaysia und Indonesien ist es dagegen zu Zusammenrottungen eines chinesenfeindlichen Mobs gekommen, es gab einige Todesopfer infolge von Gewalttaten. Der Autor befürchtet eine Eskalation der Gewalt zwischen Chinesen und Sambiern. Die Rechtfertigung von Gewalt gegen eine bestimmte Ethnie ist Rassismus. now colonised by chinese what a people. black people who cant have pride of their own.sad (Dokument 71: 93–96, Blogeintrag). Es wird ein Gegensatz zwischen Einheimischen und Chinesen aufgebaut, die eine neue Kolonialherrschaft anstrebten. „Schwarze“ Menschen könnten unter diesen Bedingungen nicht stolz auf das eigene Land sein. Der Protest erzeugt Angst, die in Hass und Rassismus umschlägt, jedenfalls in einen rassischen Antagonismus mit der Formulierung „schwarze“ Menschen (black people), denen ja „weiße“ Menschen als amorphe Masse gegenüberstehen würden. Dies ist eine biologische rassistische Zuschreibung. uhmmmmmmmmmm………ati “the chinese are the reason Zambian goverment is dowing well”…………. *******!! A grade 5 in chibolya has more brains than you. For your own info the ‘chinks’ in china are slaughtering black africans like chickens ‘Quangdong’ and no one give a damn … africans are turning to violence because they are simply fade up with being taken for *****.. now go suck on that wrinkled white worm under the scottish skirt you call a penis (Dokument 48: 74–78, Blogeintrag). Der Autor hetzt in diesem Blogeintrag gegen Chinesen, die er „Chinks“ nennt. Die „Chinks“ dürften Sambier wie Hühner abschlachten, darum müssten die Sambier mit Gewalt reagieren. Die Behauptung, dass die Chinesen Sambier wie Tiere schlachten würden, ist nicht belegt. Dennoch kommt die radikale Meinung einer Aufforderung zur Gewalt gleich. Auch in dieser Aussage zeigt sich biologischer Rassismus. ITS TIME WE BEAT UP EVERY CHINAMAN THAT WE SEE IN ZAMBIA,THESE DOG EATERS WILL NEVER EVER LEARN ABOUT HUMAN RIGHTS AS IT DOES NOT EXIT IN CHINA.ENOUGH IS ENOUGH NOW LET US ROUND UP EVERY CHINAMAN IN ZAM- BIA AND BUNDLE THEM UP AND PUT THEM ON ETIOPEAN AIR AND FORCEFULLY SEND THEM BACK TO THEIR STINKING COUNTRY. IDIOTS (Dokument 65: 160–163, Blogeintrag). Der Beitrag ist ein rassistischer Gewaltaufruf gegen Chinesen. Jeder Chinese solle verprügelt werden, weil sie „Hundefresser“ seien. Das Heimatland würde 201 stinken und die Chinesen sollten gewaltsam ausgewiesen werden. Die rassistische Zuschreibung bedient sich biologischer Argumente. The point of departure is as usual, excellent piece of work done by those policemen/women for being true partriots and, secondly we also sincerely thank those members of the public for reporting such suspicious activities. This is clear message that Zambia will not fold its arms and sit idly for these dishonest blood thirst vapires to suck even the last drop of Zambian blood. Zambia will not give in to any pressure from any quarter, be it from an inconsiderate piece of dust or a billionnaire. Zambia is not mickey mouth and it is not piece of cake for dishonest investors or non paying tax individuals. Zambians remain undivided when it comes to the management of their natural resources. Any Zambian who works against National Interests should be treated as an enemy to the state. Viva HH, viv (Dokument 58: 154–158, Blogeintrag). In diesem Beitrag werden die Chinesen als „Vampire“ bezeichnet, die nach sambischem Blut verlangen würden. Sie werden auch als „Steuersünder“ hingestellt. Es ist ein kämpferischer Protest, der auch nationale Gemeinschaftsgefühle bedient: Jeder Sambier, der gegen die nationalen Interessen handelt, sollte als Staatsfeind angesehen werden. Die Diffamierung als „Vampire“ ist ein biologisch geprägter Rassismus. 6.2 Zambian Economist Insgesamt wurden 1661 Artikel im Untersuchungszeitraum veröffentlicht. Es gibt 22 Beiträge zum antichinesischen Protest auf der Plattform „Zambian Economist“. Der Zambian Economist ist ein Blog und kein reines Nachrichtenmedium. Die Plattform stützt sich auf die Meinungsäußerungen der Betreiber. Dabei entfallen auf den politischen Protest 3, auf den historischen Protest 9 und auf den sozioökonomischen Protest 10 Beiträge. 6.2.1 Politischer Protest Es kommt in Sambia verstärkt zu öffentlichen Unmutsäußerungen über die Chinesen im Land, die nicht immer einer einzelnen Kategorie oder einem Thema zuzuordnen sind. Häufig mischt sich der Hass über konkrete Ereignisse, durch die Chinesen in einem schlechten Licht erscheinen, mit allgemeinen Vorbehalten gegen die fernöstliche Konkurrenz. Thirdly, slowly but surely – Chinese are entrenching themselves. They already have a lot of economic muscle. This Sinazongwe case is now also making them neutralize our legal system. That is what allowing them to get away with it, means. Once they have ALL the important parts of administration in their pocket that is it. The trick is – through bribery or other control mechanisms, they want our government people to chicken out – anytime they make 202 a mistake. And as SOON AS they achieve dominance economically and legally, our freedoms will be gone. And always remember that – wherever Chinese have put an imprint, it becomes impossible to undo it. Who can police them with America getting so weak? (Dokument 1: 27). Der Autor entwirft ein Zukunftsszenario, in dem die Chinesen das rechtliche System Sambias aushebeln, die wichtigen Bereiche der Regierung unter ihre Kontrolle bringen und am Ende die sambische Freiheit beenden würden. Obwohl kein konkretes Beispiel genannt wird, ist die Angst vor der wirtschaftlichen Dominanz Chinas unübersehbar. Ein Stückweit spielen aber auch Verschwörungstheorien eine Rolle. Der Autor konstruiert die Vision einer chinesischen Kontrolle auf allen administrativen Ebenen Sambias. Außerdem würde China durch die Erlangung der wirtschaftlichen Kontrolle die Freiheit der Sambier beenden. Für diese Spekulation gibt es keinerlei Beweise. If this is indeed true, then the message being given is that a rich investor (or any other individual for that matter). can get away with murder. It also further ingrains the perception that Chinese investors are being treated with kid gloves and allowed to flout local laws and regulations whilst GRZ looks the other way. This is arrogance of the highest order (Dokument 1: 16–17). Der Beitrag stellt sich allgemein gegen die sambischen Gesetze, die angeblich die Chinesen begünstigten. Dabei basiert der Protest auf sozialpolitischen Argumenten: Die Menschen mit dem meisten Geld, in diesem Fall die Chinesen, könnten selbst bei einer begangenen Mordtat ungeschoren davonkommen, zudem wäre es ihnen möglich, über die lokalen Gesetze zu spotten. I am forever saddened by the lack of governance in both Zambia and Tanzania and the lack of control measure in illegal wildlife trade. The politicians are in it and they are to be held accountable for this barbaric act. China is seriously a devil and a snake in green grass. dont trust them as they have an agenda which will play on your ignorance and before you know it they have ripped your country's resources and depleted. When are we going to wake up? christ! it is sickening to hear how these politicians talk the talk but cant walk the walk (Dokument 15: 12–14). Der Protest richtet sich einerseits gegen die Chinesen im Land am Beispiel des illegalen Wildtierhandels, der als barbarisch dargestellt wird, und gegen den zu wenig unternommen würde. Andererseits wird auch gefragt, wie die sambische Regierung den Diebstahl der eigenen Ressourcen zulassen konnte. China wird als Teufel hingestellt. Der gesamte Beitrag zeugt von Angst, bietet aber keine konkreten Lösungsvorschläge an. Die Bezeichnung „Teufel“ für China ist eine Herabwürdigung einer Gruppe, nämlich der Gruppe der Chinesen, die sich am illegalen Wildtierhandel bereichern würden. Ob nun die Gruppe speziell 203 oder China als Adressat der Diffamierung gemeint ist, lässt gleichermaßen die Deutung Rassismus zu. 6.2.2 Historischer Protest Sambia wurde als ehemalige Kolonie recht spät von Großbritannien unabhängig und zeigt sich daher besonders empfindlich gegenüber kolonialistischen Bestrebungen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die ökonomische Übermacht Chinas häufig als neokoloniale Überwältigung wahrgenommen wird. Gerade die enge Freundschaft der sambischen mit der chinesischen Regierung wird als fehlende Gegenwehr und als Verlust der sambischen Souveränität wahrgenommen. Die folgenden Artikel behandeln die Angst der Sambier, ihre kurze Zeit der Unabhängigkeit durch die neue „Kolonialmacht China“ wieder zu verlieren. "Great Britain decolonized the African country of Zambia in the mid-20th century. China has recolonized it in the early 21st. The story is the same throughout the Third World from Sudan to Kazakhstan: China invests in a poor country in return for strategic benefits, usually an oilfield or a mine. Besides getting cash, local dictators get a weapons dealer and a protector at the United Nations..." Toronto Sun's Ezra Levant using Zambia as the poster child of new Chinese led colonialism. In a recent review of The Beijing Consensus, I note the complexities of assessing Beijing's thrust on our nation. On the one hand the Collum coal incident reinforced the vision of a nation helpless before Beijing, on the other hand we have not seen tangible evidence of a country being intentionally transformed in Beijing's image. The sort of "black and white" pronouncements by Mr Levant is one which needs to be rejected for more sober assessment. China is not intentionally setting out to colonise Zambia a sharp contrast to British foreign policy in the 19th century. As Halper rightly argues, Beijing's activities in Zambia are reactionary shaped by incentives at home, which gives our leaders sufficient potential to bargain, if they so wish. (Dokument 2: 1–4). Hier liegt eine Analyse der globalen Situation Chinas und Afrikas vor. Die These des „Beijing-Consensus“ wird angesprochen und ein historischer Vergleich mit der britischen Kolonialzeit gezogen. Dabei gelangt der Verfasser zu ausgewogenen Erkenntnissen. Einerseits beschreibt er umfassend die Theorie der Neukolonisierung Sambias, andererseits sieht er ausreichend Handlungsspielraum für die sambische Politik, sich der chinesischen Kontrolle zu widersetzen. So ausgewogen der Text auch ist, so sehr bedient er das in den Rassismustheorien immer wiederkehrende Element der Verortung von Rassismus, nämlich im Kolonialismus. Da den Chinesen unterstellt wird, koloniale Verhaltensweisen zu befolgen, sind rassistische Ressentiments offensichtlich. 204 It is through this prism that China’s current activities are rightly viewed as a potent emerging colonising power. It certainly did not deliberately set out to colonise Africa, rather its colonisation efforts are an outworking of its rulers struggle to maintain the current growth trajectory at all costs, in order to pacify the expectant masses. The Politiburo’s quest for domestic stability has produce in Africa a situation where it is now the pre-eminent colonial power of the 21st century (Dokument 33: 6). Der Autor unterstellt der chinesischen Regierung eine Strategie der Befriedung der Massen und der inneren Stabilität. Die Strategie lässt China heute als die größte Kolonialmacht des 21. Jahrhunderts erscheinen. Es ist eine gewagte These, die jedoch keinen Beleg für konkrete Einzelfälle liefert. Die Bezeichnung der Chinesen als „Kolonialmacht“ ist rassistisch. Hier liegt der umgedrehte Rassismus nach Leiprecht vor. Die ehemals kolonisierten Einwohner Sambias sehen in China eine neue Kolonialmacht. Der sambische Rassismus tritt damit an die Stelle des den Chinesen unterstellten kolonialen Rassismus. Dabei ist es offenkundig unerheblich, dass die tatsächliche rassistische Erfahrung der Sambier durch europäische Kolonialmächte wie Großbritannien gemacht wurde. In June 2011, Secretary of State Hillary Rodham Clinton gave a speech in Zambia warning of a “new colonialism” threatening the African continent. “We saw that during colonial times, it is easy to come in, take out natural resources, pay off leaders and leave,” she said, in a thinly veiled swipe at China (Dokument 32: 7). Der Autor geht auf die Rede der damaligen US-Außenministerin Hillary Clinton ein, die vor einem chinesischen Kolonialismus warnt und China als eine Bedrohung für Afrika sieht. Diese Aussage zeugt von westlichen Befürchtungen, infolge der chinesischen Präsenz in Afrika einen wirtschaftlichen und politischen Einfluss einzubüßen. Hillary Clinton dient quasi als „Kronzeugin“ und „seriöse Instanz“, sodass die Vorwürfe gegen chinesische Einwanderer als berechtigt erscheinen. Allerdings geht der Autor nicht darauf ein, aus welchen Gründen die damalige US-amerikanische Regierung gegen eine chinesische Präsenz in Afrika war. Der Vorwurf des chinesischen Kolonialismus ist ein typisches rassistisches Element. Hier zeigt sich aber eine Besonderheit: Der rassistische Vorwurf stammt nicht von den eigentlich betroffenen Sambiern, sondern von der US-amerikanischen Außenministerin. Bemerkenswert ist, dass die sambische Zeitung diese Vorwürfe ungeprüft veröffentlicht und dadurch die Stimmung gegen die Chinesen anheizt. To try and get this correct, that is why I keep on challenging the Zambian Youth that – the oddies when they were fighting for independence, they at least never allowed the colonizer to cheat them. Today the colonizers (in the name of investors) cheat us day and night. They are not even scared. And as I 205 warned before, once you allow them to sit on the resources, they will use anything including weapons to keep us off. The Sinazongwe incident, is a case in point. Who would dare chase Chinese away from the Zambian mines once they are entrenched? We are really not foresighted (Dokument 6: 36). Der Autor stellt folgende weitreichende These in den Raum: China würde Sambia kolonisieren und die heutige sambische Jugend würde die mühsam erkämpfte Unabhängigkeit aufgeben. Letztlich könnten die Chinesen eines Tages auch Waffen verwenden, um sich gegen die Sambier durchzusetzen. Der gesamte Text zeugt von einer unreflektierten Zukunftsangst. Colonialism is of course also intellectual. At the heart of the Chinese story in Africa is not only an escalation African subjudication but also the spread of ideas. One such idea is the perpetuation of a slavery ethos. Africa's current leadership continues to enslave their people, repeating the same mistakes of their pre-colonial forefathers. The buyers may have changed but the sellers remain the same – a small band of power hungry elites. The commodities were ivory but now its copper, manganese, diamonds, etc. One thing never changes – people are still being sold. Africans are not being physically shipped, but certainly many have all their dignity stripped through poverty and other abuses (Dokument 33: 16). Eine psychologisch dichte Form des Protests wird hier deutlich: Nahezu konstruktivistisch wird mit der Entwicklung einer kulturellen Idee argumentiert, der von China entwickelten Idee eines „Sklavenethos“. Das „Sklavenethos“ würde den Afrikanern von afrikanischen Regierungen und der chinesischen Regierung infiltriert, die Methoden der Versklavung seien nicht physische Gefangennahme, sondern Armut und Misshandlungen. Die Güter der Sklaverei seien nicht Elfenbein, sondern Diamanten und Kupfer. Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, dass die afrikanischen Regierungen mit den Chinesen eng zusammenarbeiten würden. Es entsteht ein Graben zwischen den afrikanischen Eliten und den chinesischen Unternehmen bzw. dem chinesischen Staat einerseits und der afrikanischen Bevölkerung andererseits. Die afrikanischen Regierungen würden die Versklavung der eigenen Bevölkerung durch China aktiv unterstützen und sich dadurch zu Verbündeten Chinas machen. Der Vorwurf der „Sklavenhalterschaft“ beschreibt die Behauptung einer rassistischen Über- und Unterordnung zweier Gruppen. Dadurch ist es zu einer Ethnisierung der einen Gruppe gekommen. Its not all about the extraction of raw minerals, according to Reuters part of the Chinese neo-colonisation is involves a significant cultural exchange. Not sure where this puts a recent claim I heard that China may also be exporting "prisoners" to Zambia (Dokument 21: 7). 206 Der Beitrag entwirft das Bild eines chinesischen Neokolonialismus, durch den ein kultureller Austausch stattfinden würde. Außerdem wird behauptet, es würden chinesische Sträflinge nach Sambia importiert. Insgesamt bleibt der Beitrag seltsam nebulös und enthält keine näheren Begründungen für die Annahme eines kulturellen Austauschs. Zudem wird auch die Über- und Unterordnung einer bestimmten Kultur gegenüber einer anderen rassistisch dargelegt. I feel China will simply use our internal problems (centralisation and corruption) to gain the advantages it needs, there will be no overt attempt to control Zambia, merely the flow of its resources. The main obstacle to our benefiting from our resources thus becomes our society, values and politics. The fact that China will be able to extract concessions from us will rankle like colonialism and will be a refinement of British forms. In the sense that internal developments will be subject to external control (Dokument 2: 111). Den Chinesen wird eine Strategie unterstellt, mit deren Hilfe sie die inneren Probleme Sambias nutzen, um Kontrolle über die sambischen Ressourcen und die sambische Gesellschaft zu erhalten. Vergleiche mit der britischen Kolonialzeit werden herangezogen. Dabei stützt sich der Autor auf Spekulationen. Die These, dass die Chinesen in der Tradition der ehemaligen britischen Kolonialmacht vorgehen, um Sambia politisch zu kontrollieren, entbehrt jeglicher Grundlage. Es ist zwar zutreffend, dass China die guten Beziehungen zur sambischen Regierung für den Import sambischer Ressourcen ausnutzt, aber es gibt keine Anzeichen für eine politische Kontrolle Chinas über Sambia nach kolonialem Vorbild. Die Behauptung einer neuen Kolonialherrschaft Chinas über Sambia erweist sich als Rassismus der Dominierten nach Leiprecht. Like colonial leaders of the past, the Chinese strategy for dominance has targeted its effort on a corrupt African leadership through dirty deals. Out of desperation and corruption, African leaders are selling their people into a new era of corruption and virtual colonialism as China seeks to buy up all the metals, minerals and oil she can lay her hands on: copper for electric and telephone cables, cobalt for mobile phones and jet engines - the basic raw materials of modern life. It is crude rapacity, but to Africans and many of their leaders it is better than the alternative, which is slow starvation (Dokument 33: 7). Der Autor sieht eine Verbindung zwischen dem chinesischen Export von Bodenschätzen aus Afrika und den China unterstützenden korrupten afrikanischen Regierungen. Dabei gehe China wie die ehemaligen kolonialen Herrscher vor. Er kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Die chinesischen Aktivitäten seien für Afrika besser als das langsame Verhungern. Diese pessimistische Sicht zeigt ein realitätsfremdes Bild von der Anwesenheit der Chine- 207 sen in Sambia. Der Vorwurf des Kolonialismus ist grundsätzlich rassistisch geprägt. Hier aber wird er in einem positiven Kontext verwendet. Its not all about the extraction of raw minerals, according to Reuters part of the Chinese neo-colonisation is involves a significant cultural exchange. Not sure where this puts a recent claim I heard that China may also be exporting "prisoners" to Zambia (Dokument 21: 7). Der Artikel geht nicht direkt auf Einzelfälle ein, stellt aber pauschal die These auf, dass die chinesische Neokolonisation Sambias einen erheblichen kulturellen Wandel bewirken würde. Zudem wird die Annahme des Imports von chinesischen Strafgefangenen nach Sambia wiederholt. Es gibt keine konkreten Belege für diese Ansichten. Der Vorwurf des chinesischen Neokolonialismus hat jedoch rassistische Untertöne. 6.2.3 Sozioökonomischer Protest 6.2.3.1 Verletzung von Menschenrechten Menschenrechte werden in der sambischen Kritik gegenüber China zwar universell verstanden, sie bilden aber auch die konkret von Chinesen verletzten Arbeitnehmerrechte ab. Wenn infolge von unzureichenden Schutzmaßnahmen immer mehr Sambier Opfer von vermeidbaren Arbeitsunfällen werden, ist es nicht verwunderlich, dass sich der Hass gegen die als verantwortlich angesehenen chinesischen Unternehmer richtet. It is indeed sad very sad that we are seeing ourselves sold by the regime of nowadays!Its not only in Zambia, its almost the whole of Africa that at the plight of the bogus investors, the Chinese people, we see our lady, our labour sold! How far is the going to be, WE are tired of being sold in this contemporary times. Does our govts need us to raise wt pangas that we are tired. NO. NO but time wil tell that we shall raise one say and the peace we have embraced for long wil be long gone. Worse stil, in Zambia, the bogus investors go to an extent of killing, shooting our miners. How far can this go, we are tired! Have our leaders been choked too much with the dust they are licking from the boots of the bogus investors? Have they put cotton wool in the ears that they cant listen to us? Indeed, what we are seing now it the Politics of the stomach, as long as I am fed, others do not care, but is the normal of One Zambia One Nation. (Dokument 5: 14–18). Der Autor entwirft eine weitreichende Verschwörungstheorie: Der gesamte afrikanische Kontinent würde von den Chinesen aufgekauft werden, die sogar ungestraft Sambier erschießen könnten. Die sambische Regierung würde „die Füße der chinesischen Investoren küssen“. Der Verfasser zeigt sich pessimistisch, es gibt keinen direkten Aufruf für ein Handeln der Afrikaner, auch keine Aufforderung an die sambische Politik, gegen die Chinesen vorzugehen. 208 "I asked, “What have I done wrong?” and [the supervisor] replied, “Don’t you know you’re not supposed to talk, you’re a slave.” [My boss] and his supervisor spoke in Chinese for several minutes, and then he said I was fired. After being fired, I went to the safety officer and took him to the workplace. Then I went to see the HR [human resources] officer, who confirmed that he had been to the site where the problem started. He was very defensive of the Chinese, he didn't even address the issue of working near the fire without fire safety equipment. HR told me to go home, that they would finish their investigations. I have taken the case to court..." From a new hard hitting report on the human rights abuse of Chinese companies in Zambia. Sadly, all of this is nothing new to many of our readers. Nevertheless it is useful to have a report that independently brings to these issues. The recommendations there are also useful, particularly the need to increase monetary fines and increase capacity at the Ministry of Mines in relation to safety. Email This (Dokument 25: 1–5). In einem sachlichen Stil wird ein Vorfall von Misshandlung sambischer Angestellter durch chinesische Unternehmen im „Human Rights Watch Report“ beschrieben. Der Autor stellt enttäuscht fest, dass sich nichts geändert habe. 6.2.3.2 Vorfall in der Collum Mine Die Ausschreitungen in der Collum Mine haben einen hohen Symbolcharakter für den Dissens in den sambisch-chinesischen Beziehungen. Entsprechend beschäftigen sich die folgenden Artikel mit den Vorfällen in der Mine. What a bizarre development: Management of Collum Coal Mine and all the 13 workers who were shot at have agreed that their supervisors should not be prosecuted. This comes after mine management agreed to compensate victims of the shooting between K20 and K45 million. There's something wrong in a country where the State allows witnesses to be bought off (that is what "compensation" is) before formal criminal charges are brought. The Collum incident was not a civil offence, it was an alleged "criminal" act. That is to say the alleged offence was committed both against the State and the individual. The alleged offence therefore is not a "private deal" between the victims and the alleged offender (Dokument 1: 3–5). Die Verantwortlichen für die Schussverletzungen von dreizehn sambischen Arbeitern werden nicht bestraft, stattdessen werden die Arbeiter finanziell entschädigt. Der Autor wirft der sambischen Regierung vor, einen offensichtlichen Kriminalfall zu ignorieren und ihn auf die Ebene eines privaten Schadensersatzes zu stellen. Das ist für ihn bizarr und unverständlich. Er vermutet, dass etwas grundsätzlich schief läuft in einem Staat, der derartige Vorfälle zulässt. 209 Die folgenden Artikel beziehen sich auf Beispiele von antichinesischen Ressentiments. Der Protest gegen die Chinesen in Sambia ist nicht immer eindeutig nach Ursache und Wirkung zu unterscheiden, sondern besteht häufig aus einer Gemengelage verschiedener Einflüsse. According to the Chinese embassy source, the shooting happened when mine workers protested against poor pay and working conditions. The Collum Mine promised to pay workers their wages on October 15 but failed to. Around 200 miners protested at the mine and the Chinese managers were not able to communicate with the workers due to their inadequate English (Dokument 40: 30). Diese Darstellung der Proteste an der Collum Mine zeigt, dass die chinesische Geschäftsleitung hinsichtlich der Forderungen der Streikenden letztlich eingelenkt hat. Zudem wird ein häufig übersehenes Grundproblem in der sambisch-chinesischen Kommunikation genannt: Die chinesischen Manager beherrschen die englische Sprache nur unvollkommen oder gar nicht. And workers at the mine complained of poor working conditions. During a heated meeting with officials from the Ministry of Mines, district council and the management, the workers complained of working long hours with little pay. They said they were not even given protective clothing. They accused management of threatening them with dismissals whenever they complained on wages. In an interview, an underground worker, Gashum Muchindu, said he earns K20,000 a day for loading a 75-tonne bucket with raw coal (Dokument 40: 67–71). Der Artikel beschreibt, wie die sambischen Arbeiter Vertretern des sambischen Bergbauministeriums von ihren problematischen Arbeitsbedingungen berichten. Es handelt sich um eine politische Verurteilung der Schüsse in der Collum Mine. Der Autor übt Kritik an der sambischen Regierung, die den Zwischenfall nicht als kriminelle Handlung, sondern als privaten Streit einstuft. Verallgemeinert wird auch, dass Untersuchungen feststellten, die Chinesen würden in Sambia Menschenrechte verletzen. Dies führt zu der Behauptung, Chinesen würden ihre systembedingte Missachtung der Menschenrechte durch ihr generelles Verhalten in Sambia importieren. Diese Art von Verallgemeinerungen zeigt, dass von Einzelfällen auf die allgemeine Situation abstrahiert wird. Der Vorwurf, China würde im eigenen Land Menschenrechte missachten, ist weit verbreitet und durch zahllose Beispiele belegt. Withheld wages and severely poor working conditions were a frequent source of conflict between workers and mine managers A shooting at a privately-owned Chinese mine in Zambia on October 15 which injured 11 local mine employees and one resident has put Chinese investment in the country between the crosshairs of a labor relations debate. 210 Sporadic strikes and conflicts between local workers and Chinese management had occurred since 2004 due to the disputes surrounding payment and other employment issues (Dokument 40: 27–28). Der Autor geht auf einen konkreten Einzelfall ein: Gemeint sind die Schüsse auf sambische Arbeiter mit 11 Verwundeten in einer chinesischen Mine. Er verweist auf eine Zunahme der spontanen Proteste und Konflikte zwischen Chinesen und Sambiern seit 2004. Die Aussagen beschreiben eine aktuelle Situation, ohne jedoch Lösungen anzubieten. China’s growing ties with corrupt governments inevitably undermines ordinary Africans striving to build a better Africa. Zambia has experienced firsthand the human right abuses and flouting of countless labour laws by Chinese companies which were recently documented in a hard hitting report by Human Rights Watch. Recourse to the legal process is fraught with difficulties as political actors intervene to maintain a parallel form of justice. When the employees at Collum Coal Mine were shot by their Chinese supervisors the Banda led government quickly stepped in to agree that they should not be prosecuted. A crime against the state had become a private deal among individuals (Dokument 33: 9). Hier werden zunehmende Probleme mit den Chinesen in Afrika aufgrund von Einzelfällen genannt, wie der Todesschüsse in der Collum Mine und die im Untersuchungsbericht von Human Rights Watch aufgezeigten Misshandlungen sambischer Angestellter durch chinesische Vorgesetzte. Der Artikel gelangt zu der Einschätzung, dass Chinas Beziehungen zu den afrikanischen Regierungen die Bemühungen von Afrikanern unterwandern, ein besseres Afrika entstehen zu lassen. Zudem wirft er der damaligen Banda-Regierung vor, die Schüsse an der Collum Mine nicht als Verbrechen gegen den sambischen Staat anzusehen. And workers at Collum Coal mine on Tuesday demanded that the government take over the running of the mine because the Chinese owners had failed to run it properly. During a tour of Collum Coal Mine on Tuesday, mines minister Wylbur Simuusa said he was not happy with the way the mine was being run by the Chinese. Simuusa said it was clear that the mine owners were totally disregarding safety standards, adding that the mine does not even have qualified personnel approved by the Ministry of Mines to run it (Dokument 40: 56–58). Der Beitrag benennt einen sambischen Politiker, der die Zustände in der Collum Mine in Augenschein nimmt und ganz eindeutig zugunsten der sambischen Arbeiter Stellung bezieht. Es handelt sich um einen sachlichen Protest, der auch die Verantwortung der sambischen Politik positiv darstellt. 211 What is happening at Collum Coal Mine is simply despicable. We are setting a precedent for other foreign corporations to do the same. And believe me others are watching. Quite obviously there is no one on the sceen who is a son or a daughter of miners from the colonial days. Did anybody parents or grandparents work for White Boers in 1950s? Conditions were so bad those days I cannot describe them. Over time we made tremendous improvements but now it seems were going backwards. Shame! (Dokument 1: 23–25). Der Autor warnt vor einem Tabubruch: Wenn Ereignisse wie die in der Collum Mine ungestraft stattfinden dürften, dann würden andere ausländische Unternehmen sich derselben Methoden bedienen. Zudem drohten Zustände in den Bergwerken wie während der Zeit der kolonialen Ausbeutung in den 1950er Jahren. Hier wird zwar ein Vergleich zum Kolonialismus gezogen, China wird aber nicht namentlich genannt. Dadurch lässt der Verfasser keine rassistischen Ressentiments aufkommen. Mr Muchima said the experts would write a report to government to ensure that an appropriate action was taken to address the situation at the Nkanddabwe collume mine. He said government supports Chinese investment in the country but would not accept a situation where Zambians will be working as slaves. “We would rather be poor than to subject our citizens to inhuman conditions, government will not tolerate such attitudes of enslaving our own people. I am disturbed with what I have seen,” Mr Muchima said (Dokument 23: 8–9). Hier liegt ein konkreter Bericht über Handlungen eines sambischen Politikers angesichts der Situation in der Collum Mine vor. Der Politiker versprach, gegen Misshandlungen von chinesischen Arbeitgebern vorzugehen. Seine Aussagen sind bedacht, sachlich und lösungsorientiert gewählt. 6.2.3.3 Allgemeiner Protest gegen die Chinesen im Land Es gibt eine Reihe von Artikeln, die eine allgemeine Sicht auf die chinesischen Arbeitsrechtsverletzungen werfen. Sie lassen sich nicht auf einen konkreten Vorfall wie die Schüsse in der Collum Mine zurückführen. But local opposition parties, labour unions and NGOs are at odds with the government initiatives and the Chinese. They have criticised Chinese mine owners for bad working conditions, low wages and substandard safety standards and practices. In Chambishi 46 Zambian workers died in 2005 in an accident at a Chinese explosives factory. They were buried beside the road to the mine gate. The incident was widely reported in the Zambian media at the time and it wasn’t the only one, said Chibamba Kanyama, a respected local business ana- 212 lyst. He said that "many of the hazards in mining have been associated with Chinese investors" (Dokument 12: 30–32). Der Autor beschreibt, wie die sambischen Gewerkschaften und die politische Opposition gegen die Chinesen vorgehen sollten und wie es zu Unglücksfällen in chinesischen Bergwerken mit sambischen Opfern kam. Recent evidence appear to show that as Chinese jails reach the full bream, thousands of Chinese convicts have allegedly been pressed into service on infrastructure projects undertaken by state-run Chinese companies in Asia and parts of Africa, reminiscent of exports of convicts to Australia at the height of British imperialism. Many have come across such Chinese convicts finishing their jail time as forced labourer on road projects in Africa. This export of unwanted peoples is not only blocking unskilled local labour to have job opportunities but it may lead to deep social problems in the future (Dokument 33: 12). Der Autor behauptet, Beweise zu haben, dass Tausende chinesischer Häftlinge nicht in anderen Ländern, sondern auch in Afrika zur Zwangsarbeit für chinesische Unternehmen eingesetzt werden. Diese Behauptung wirft ein Schlaglicht auf zukünftige soziale Probleme in Afrika, weil ungelernte lokale Arbeiter um ihre Existenz gebracht werden könnten. Ohne auf Einzelfälle weiter einzugehen oder Beweise zu liefern, entwirft der Autor ein Bild der Angst, das bei den sambischen Arbeitern, die die chinesische Konkurrenz fürchten, auf Zustimmung stoßen könnte. Die Interpretation des ersten Datenkorbs hat gezeigt, dass der antichinesische Protest vor allem über die Medien kommuniziert wird. Dabei liegen zum einen Zeitungsmeldungen vor, die über diverse Missstände in Namibia und Sambia berichten: Unglücksfälle, Arbeitskämpfe und schlechte Arbeitsbedingungen in den chinesischen Unternehmen. Zum anderen bilden die Kommentarfunktionen der Zeitungen eine Plattform für namibische und sambische Leser. In den Kommentaren zeigt sich der Hass über die Chinesen in den beiden Ländern. Dabei gehen die Äußerungen in eine Richtung, die von Unmutsbekundungen bis zu offenem rassistischem Hass gegen die chinesischen Einwanderer reichen.

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Die chinesische Präsenz in Afrika nimmt seit Jahren zu. Die afrikanischen Länder verzeichnen eine Zuwanderung von Chinesen im Zuge des mit den jeweiligen Regierungen vereinbarten Rohstoffabbaus und der Investition in Infrastrukturprojekte. Die Forschung zu diesem Phänomen ist auf die Frage nach Art und Motivation der chinesischen Regierung fokussiert. Dabei wird oft übersehen, dass sich in Afrika zunehmend Widerstand gegen die chinesischen Bestrebungen formiert.

Gunnar Henrich untersucht in seiner Dissertation mit einer Diskursanalyse zwei afrikanische Staaten im Süden Afrikas: Namibia und Sambia. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Frage, wie der antichinesische Protest zustande gekommen ist, welche Verläufe und Formen er angenommen hat und ob er gar als Rassismus auftritt. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass der Protest häufig rassistische Formen annimmt. Wenden die ehemaligen Opfer rassistischer Kolonialpolitik selbst zunehmend rassistische Argumentationsformen an? Gibt es gar einen „umgedrehten Rassismus“? Henrich schließt mit seiner Arbeit eine Forschungslücke und trägt so zum gegenwärtigen Diskurs bei.