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10. Glossar in:

René Frank

Mehrstimmiges Singen, page 97 - 102

Wege zur Einführung der Mehrstimmigkeit in Kinder- und Jugendchören

2. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4223-6, ISBN online: 978-3-8288-7154-0, https://doi.org/10.5771/9783828871540-97

Tectum, Baden-Baden
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97 10. Glossar Akkord: Abgeleitet vom lateinischen Wort „accordare“ = „übereinstimmen“. Der Zusammenklang von mindestens drei Tönen verschiedener Tonhöhe. Ein Akkord mit drei Tönen wird deshalb auch als „Dreiklang“ bezeichnet. Artikulation: Bezeichnet die Bindung oder Trennung von Tönen. In der Gesangslehre auch für „deutliches Sprechen“ von Wörtern verwendet. Bordun: Der Zusammenklang von erstem (Grundton) und fünftem Ton (Quinte) einer Tonleiter als Begleit- oder Halteton. Die Töne klingen in gleichbleibender Tonhöhe ständig während eines Liedes mit (z. B. beim Dudelsack). Bridge: Ein Formbegriff im Liedablauf von Pop- und Rocksongs. Die Bridge („Brücke“) stellt einen kontrastierenden Liedteil dar, der meist nur einmal innerhalb des Songs erscheint und nach mehreren Wiederholungen von Strophen und Refrains etwas klanglich Neues bietet. (Kontrast: Dur/Moll; langsam/schnell; tief/hoch) Coda: Italienisch „Schwanz“. Eine Coda bezeichnet den Schlussteil einer Komposition bzw. eines Popsongs, wenn dieser als ein angehängtes oder ausklingendes Glied nach einem gewissen Abschluss des Liedes empfunden wird. Dissonanz: Abgeleitet vom lateinischen Wort „dissonare“ = „auseinanderklingen“. Ein Klang oder → Akkord der im Gegensatz zur → Konsonanz Spannungscharakter besitzt. Das Dissonanzempfinden hat sich in der Musikgeschichte mehrfach gewandelt. Für unsere heutigen Ohren klingen Dissonanzen „schräg“ oder „schief “. Dominante: Abgeleitet vom lateinischen Wort „dominans“ = „herrschend“. Einerseits die fünfte Stufe einer Tonleiter, andererseits der auf diesem fünften Ton aufgebaute Dreiklang (→ Akkord). In C-Dur wäre die 5. Stufe (also die Dominante) G-Dur. Dur-Dreiklang: Der auf dem Grundton einer Tonleiter (Tonart) stehende Dreiklang (→ Akkord) heißt Durdreiklang. Gekennzeichnet ist ein Durdreiklang durch den → Intervallaufbau „große → Terz“ und nachfolgend „kleine Terz“. Auf dem Ton „c“ besteht der Durdreiklang aus den Tönen „c, e und g“. Fuge: Abgeleitet vom lateinischen Wort „fuga“ = „Flucht“. Die Fuge ist ein Instrumentalstück mit mehreren Stimmen (mindestens zwei, normalerweise drei bis vier), die alle eine von z. B. der ersten Stimme vorgegebene Melodie nachahmen (imitieren). Jede Stimme ist eigenständig und gleichberechtigt innerhalb der Fuge und muss sich keiner führenden Stimme unterordnen. Die Fuge wird als die höchste Form der „Polyphonie“ (vgl. Kap. 2.5.2) betrachtet. Auch in der Vokalmusik kommen fugenähnliche Abschnitte vor, aber eine vollständige Fuge wird dort vergebens zu finden sein. Harmonie: Abgeleitet vom griechischen Wort „harmonia“ = „Führung, Ordnung“. Der Begriff Harmonie wird gleichbedeutend mit → Akkord verwendet, welcher den sinnvollen Zusammenklang von mehreren Tönen beschreibt. Intervall: Abgeleitet vom lateinischen Wort „intervallum“ = „Zwischenraum“. Der Begriff beschreibt den Abstand zweier Töne zueinander. Der Tonhöhenunterschied und das Verhältnis zwischen zwei gleichzeitig oder nacheinander erklingenden Tönen wird als Intervall bezeichnet. Jeweils unterschiedliche Intervalle haben unterschiedliche Namen. So gibt es die Intervalle „Sekunde, Terz, Quarte, Quinte, Sexte, Septime oder Oktave“. 98 Glossar Intro: Ein Formbegriff im Liedablauf von Pop- und Rocksongs. Das häufig instrumentale Intro leitet das Lied ein und zeigt dem Hörer Geschwindigkeit und Tonart an. Synonym für „Vorspiel“ oder „Einleitung“. Kanon: Abgeleitet vom griechischen Wort „kanon“ = „Maßstab, Regel“. Der Kanon ist ein mehrstimmiges (polyphones) Musikstück, bei dem die Stimmen in einem bestimmten Abstand nacheinander einsetzend die gleiche Melodie spielen oder singen. Die Anzahl der Stimmen bewegt sich zwischen zwei und sechs. Jede Stimme beginnt nach dem Schluss wieder von vorne (Kreis- oder Zirkelkanon; Rundgesang). Konsonanz: Abgeleitet vom lateinischen Wort „konsonare“ = „zusammenklingen“. In der Musik ein Klang (→ Intervall oder → Akkord) mit Entspannungscharakter, im Gegensatz zu der auflösungsbedürftigen → Dissonanz. Für unsere heutigen Ohren ist eine Konsonanz „wohlklingend“ bzw. „schön“. Zu den konsonanten → Intervallen zählen Terz, Quarte, Quinte, Sexte und Oktave. Metallophon: Abgeleitet vom lateinischen Wort „metallum“ = „Metall“ und dem griechischen „phone“ = „Klang“. Bezeichnet ein Musikinstrument, bestehend aus mehreren Metallstäben, die mit einem Hämmerchen bzw. Schlegel angeschlagen werden. Ähnlich dem → Xylophon und dem Glockenspiel. Metrum: Abgeleitet vom griechischen Wort „metron“ = „Maß“. Ein Metrum ist die Maßeinheit mehrerer, zu einer Einheit zusammengeschlossener Zählzeiten. Grundlage eines Metrums ist der Takt. Wird ein Metrum vom Chorleiter vorgegeben, zeigt er damit die Geschwindigkeit des Musikstücks an und „schlägt“ sozusagen den Takt. Oktave: Abgeleitet vom lateinischen Wort „octavus“ = „der Achte“. Die Oktave ist ein → Intervall dessen beide Töne acht Tonstufen voneinander entfernt liegen. In der C-Dur-Tonleiter z. B. wären dies z.B. die Töne „c“ und „c´“ – also das c mit dem nach dem Ton „h“ eine neue Tonleiter beginnt. 99 Glossar Organum: Abgeleitet vom griechischen Wort „organon“ = „Werkzeug“, Hilfsmittel“. Ein Komposition- und Gattungsbegriff. Er bezeichnet in der europäischen Musik die erste Phase der Mehrstimmigkeit. Ursprünglich eine Anweisung zur improvisierten Erfindung einer zweiten Stimme zu einer gegebenen Melodiestimme. Man unterscheidet das parallele Quintorganum, bei dem die hinzugefügte Stimme stets im gleichen Abstand verläuft und das Quartorganum, das aus dem Einklang bis zu den parallel verlaufenden → Quarten geführt wird. Orgelpunkt: Ein Orgelpunkt ist ein lang ausgehaltener oder ständig wiederholter Ton, meist in der tiefen Stimme (Bassstimme), über dem sich die übrigen Stimmen oder eine weitere Stimme harmonisch frei bewegt. Die Bezeichnung geht auf „organicus punctus“ im mittelalterlichen Organum (vgl. Kap. 2.5) zurück. Ostinato: Abgeleitet vom lateinischen Wort „obstinatus“ = „hartnäckig, beharrlich“. Eine kurze, ständig wiederholte Tonfolge oder rhythmische Figur bzw. Melodie, die einem Musikstück zugrunde liegt, während sich die übrigen Stimmen darüber frei bewegen. Das Musikstück muss demnach aus wenigen Harmonien (Akkorden) bestehen. Prechorus: Ein Formbegriff im Liedablauf von Pop- und Rocksongs. Der Prechorus steht – wie der Name schon sagt – vor dem Chorus, also dem → Refrain. Er ist nicht zwingend nötig, leitet aber in vielen Songs den Refrain ein. Quarte: Abgeleitet vom lateinischen Wort „quartus“ = „der Vierte“. Die Quarte ist ein → Intervall dessen beide Töne vier Tonstufen voneinander entfernt liegen. In der C-Dur-Tonleiter z.B. wären dies z. B. die Töne „c“ und „f “. Quinte: Abgeleitet vom lateinischen Wort „quintus“ = „der Fünfte“. Die Quinte ist ein → Intervall dessen beide Töne fünf Tonstufen voneinander entfernt liegen. In der C-Dur-Tonleiter z. B. wären dies z. B. die Töne „c“ und „g“. 100 Glossar Quodlibet: Lateinisch: „was beliebt“. Ein Quodlibet wird durch das Zusammenfügen von zwei oder mehreren textierten Liedmelodien gebildet deren Akkordfolge in allen Liedern gleich sein muss. Es werden also mehrere verschiedene Lieder „übereinander“ gesungen. Rap: Rhythmischer Sprechgesang zu einem Hintergrundrhythmus und einer einfachen, sich wiederholenden Akkordfolge, der Ende der siebziger Jahre populär wurde. Der Rap wurde von afroamerikanischen städtischen Jugendlichen entwickelt. Refrain: Ein Formbegriff im Liedablauf von Pop- und Rocksongs. Im Englischen als „Chorus“ und im Deutschen als „Kehrvers“ bezeichnet, ist der Refrain das Hauptelement eines jeden Liedes, denn er kommt i. d. R. am Häufigsten im Lied vor und prägt durch seine eingängige Melodie das Werk. Sein Text ist häufig Titel gebend für das gesamte Lied. Resonanz: Abgeleitet vom lateinischen Wort „resonantia“ = „Widerschall“. Wird ein schwingungsfähiges Gebilde, wie eine Saite, eine Membran oder eine Luftsäule angestoßen, so vollführt es Schwingungen. In einem Resonanzkörper – einem Hohlraum – werden diese Schwingungen des Tonerzeugers verstärkt. Terz: Abgeleitet vom lateinischen Wort „tertius“ = „der Dritte“. Die Terz ist ein → Intervall dessen beide Töne drei Tonstufen voneinander entfernt liegen. In der C-Dur-Tonleiter z. B. wären dies z. B. die Töne „c“ und „e“ (große Terz). Terzett: Eine Komposition für drei Singstimmen, bei der jede Stimme i. d. R. von einer einzigen Person und nicht einem Chor gesungen wird. Tonika: Die Tonika ist der Grundton (1. Stufe) einer Tonart die von ihm ihren Namen erhält (z. B. C-Dur). Der Tonika-Dreiklang (in C-Dur c-e-g) ist Ausgangs- und Bezugspunkt des harmonischen Geschehens. Normalerweise beginnt und endet jedes Musikstück in der Tonika. Wechselquinte: Der Wechsel zweier Töne zwischen Grundton und fünftem Ton einer Tonleiter (→ Quinte). Der Tonwechsel kann auch zwischen 101 Glossar Grundton und der sogenannten „Unterquinte“ stattfinden (z. B. zwischen c2 und g1). Xylophon: Abgeleitet von den griechischen Wörtern „xylon“ = „Holz“ und „phone“ = „Klang“.) ein Musikinstrument dessen rechteckige Holzstäbe verschiedener Länge in einer Reihe trapezförmig angeordnet sind. Sie werden mit zwei Schlägeln oder Hämmerchen angeschlagen. Ähnlich dem → Metallophon15. 15 Alle Angaben im Glossar beruhen auf Informationen des Dudens „Musik“, Mannheim 1989. 102 Glossar

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Zusammenfassung

René Frank richtet sich mit seinem Buch an alle Chorleiter und Musiklehrer, die ihren Chor in die Mehrstimmigkeit führen möchten.

Anhand einer achtteiligen praxiserprobten Projekteinheit beschreibt der Autor den Weg von der Einstimmigkeit über die Zweistimmigkeit zur Dreistimmigkeit und veranschaulicht ihn mithilfe vieler Übungen und über 20 Liedbeispielen aus der neueren Popularmusik. Das Buch enthält zudem Stimmübungen und praxisorientiertes Arbeitsmaterial, mit dem die Sängerinnen und Sänger bereits nach acht Chorproben dreistimmig singen können.

Die Zielgruppen der Projekteinheit sind aufgrund des an der Popmusik orientierten Notenmaterials nicht nur Kinder- und Jugendchöre, sondern auch Gospel- und Popchöre mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen.