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7. Reflexion des Projektes in:

René Frank

Mehrstimmiges Singen, page 67 - 68

Wege zur Einführung der Mehrstimmigkeit in Kinder- und Jugendchören

2. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4223-6, ISBN online: 978-3-8288-7154-0, https://doi.org/10.5771/9783828871540-67

Tectum, Baden-Baden
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67 7. Reflexion des Projektes Als Ergebnis des Projektes sollte nach acht Einheiten Folgendes erreicht sein: 1. Die Sänger können mindestens vier Lieder (z. B. „Wheel of Time“, „Nothing at all“, „Ein Traum wird wahr“ und „Pompeii“) zweistimmig und zwei weitere Lieder (z. B. „Happy Ending“ und „Let the sunshine in“) dreistimmig singen. Darüber hinaus bereitet ihnen das Singen von Kanons und Quodlibets keine großen Schwierigkeiten mehr. 2. Der Klang des Chores hat sich maßgeblich verbessert, auch dadurch, dass die Schüler durch mehrstimmiges Singen gelernt haben, genauer aufeinander zu hören, sich selbst beim Singen „zurückzunehmen“, sich dem Gesamtklang unterzuordnen und damit ein Gefühl von „Gemeinschaft“ entwickelten. 3. Der Umgang mit der eigenen Stimme ist vertrauter geworden: Die Sänger können ihre Stimme sicherer – und damit lauter – einsetzen, einen Ton stabil halten, Intervalle rein singen und der Stimmsitz hat sich verbessert. Ein weiterer Punkt ist die Liedauswahl. Sie wurde im Fragebogen (vgl. Kapitel 6) von einigen Kindern und Jugendlichen bis einschließlich Einheit 6 kritisiert, aber im Ablauf und Ergebnis des Projektes sollte sichtbar geworden sein, dass a) die Lieder zur Umsetzung der einzelnen Lernschritte gut geeignet waren, b) sie, wenngleich nicht alle sog. „Top-20-Songs“ waren, den Hörpräferenzen der Kinder und Jugendlichen zumindest teilweise entgegen kamen, c) die Notwendigkeit, ständig nach geeigneten neuen Stücken Ausschau zu halten, für den Chorleiter eines Jugend- oder auch Erwachsenenchores selbstverständlich sein sollte. Nicht jedes Lied eignet sich für das Erlernen von bestimmten Fähigkeiten auf dem Weg zum mehrstimmigen Singen Ich habe deshalb lange überlegt, welches Lied sich für welche Übung am besten eignet. Abschießend lässt sich sagen, dass mir die Arbeit mit dem Chor ebenso viel Spaß gemacht hat wie den Sängern und ich mit dem Ergebnis des durchgeführten Projektes sehr zufrieden war. Aufgrund des positiven Ergebnisses dieser Projekteinheit kann diese sicherlich auch in anderen Chören mit Erfolg Anwendung finden. Die Schüler meines Chores erkannten selbst, dass die Projekteinheit zur Entwicklung der persönlichen Stimme beigetragen und das Ansehen des Chores innerhalb Stadt und Schule aufgewertet hat. Durch die Erweiterung des Projektes zum dreistimmigen Gesang erreichte der Chor ein Niveau, mit dem es sich fortan sehr gut arbeiten lässt. Die Sänger haben soviel Selbstvertrauen in sich und ihre Stimme gewonnen, dass sie sogar bereit waren, bei Musicalproduktionen solistisch auf der Bühne zu stehen und auch mehrstimmig – im Duett oder Terzett – Lieder zu präsentieren. Wenn Sänger Spaß an ihrer Tätigkeit haben, wäre es schade, wenn sie nicht ausreichend gefordert und gefördert würden und nur in der Einstimmigkeit verortet blieben. Denn wie sagte einmal der französische Maler Paul Gauguin: „Leben heißt singen und lieben“. 68 Reflexion des Projektes

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Zusammenfassung

René Frank richtet sich mit seinem Buch an alle Chorleiter und Musiklehrer, die ihren Chor in die Mehrstimmigkeit führen möchten.

Anhand einer achtteiligen praxiserprobten Projekteinheit beschreibt der Autor den Weg von der Einstimmigkeit über die Zweistimmigkeit zur Dreistimmigkeit und veranschaulicht ihn mithilfe vieler Übungen und über 20 Liedbeispielen aus der neueren Popularmusik. Das Buch enthält zudem Stimmübungen und praxisorientiertes Arbeitsmaterial, mit dem die Sängerinnen und Sänger bereits nach acht Chorproben dreistimmig singen können.

Die Zielgruppen der Projekteinheit sind aufgrund des an der Popmusik orientierten Notenmaterials nicht nur Kinder- und Jugendchöre, sondern auch Gospel- und Popchöre mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen.