Content

Alexander Philipp Hutzel

Homo Festivus

Das Summer Breeze Open Air und seine Besucher

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4232-8, ISBN online: 978-3-8288-7148-9, https://doi.org/10.5771/9783828871489

Series: Tectum - Masterarbeiten

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Alexander Philipp Hutzel Homo Festivus Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Richard Utz Alexander Philipp Hutzel Homo Festivus Das Summer Breeze Open Air und seine Besucher Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Richard Utz Tectum Verlag Alexander Philipp Hutzel Homo Festivus. Das Summer Breeze Open Air und seine Besucher © Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2018 E-PDF: 978-3-8288-7148-9 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Werk unter der ISBN 978-3-8288-4232-8 im Tectum Verlag erschienen.) Umschlagabbildung: © Julian Müller Alle Rechte vorbehalten Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. Zusammenfassung Das Summer Breeze-Festival findet seit mehr als 20 Jahren im August statt und zieht mittlerweile zehntausende Metalfans aus aller Welt an. Diese Arbeit beschäftigt sich primär mit diesen Fans, wirft aber auch einen Blick auf das Festival an sich und dessen Strukturen. In verschiedenen methodischen Schritten soll ein Annährungsversuch an die Realität des Festivals geleistet werden. Dazu wurden qualitative und quantitative Forschungsmethoden umgesetzt. Dabei wird während der Darstellung wiederkehrend auf die Grenzen und methodischen Verbesserungsmöglichkeiten hingewiesen werden. Der theoretische Hintergrund beinhaltet beispielsweise Ausführungen zu den Themen ‚Fest‘ oder ‚Szene‘. Es wird der durchschnittliche Festivalbesucher1 beschrieben werden, sowie seine Prioritäten während des Festivals. Der Alkoholkonsum wird ausführlich analysiert und verschiedene Dynamiken dieses Szeneevents betrachtet. Weitere Punkte sind zum Beispiel Gruppenzugehörigkeit, Hygieneverhalten oder Running-Gags. Diese Arbeit soll Einblicke in eine Welt (oder Szene) gewähren, welche sich durch ganz spezifische Verhaltensweisen, Symbole und Rituale auszeichnet. Die Welt des Metal ist sehr vielfältig und dennoch gibt es einige Grundpfeiler der Szene, welche in dieser Arbeit vorgestellt werden. Demensprechend gibt es eine große Vielfalt an Menschen, die sich verschiedenen Stilrichtungen des Metal zugeneigt fühlen. Diese Menschen und ihr jährlich stattfindendes Beisammensein, sollen auf den folgenden Seiten beschrieben werden. 1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für beiderlei Geschlecht. V Inhaltsverzeichnis Abbildungsverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . XI Tabellenverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . XIII Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . XV Geleitwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . XVII Einleitung: Intention und Überblick. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1 1 Theorie: Vom Fest zum Event . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2 3 Das Fest: philosophische und soziologische Betrachtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.1 4 Posttraditionale Vergemeinschaftung: Kollektive Einsamkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.2 7 Das Event: Knotenpunkte der Identität. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.3 9 Die Szene: Thematisch fokussierte Netzwerke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.4 11 Verlaufsbeschreibung des Forschungsprozesses . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3 15 Summer Breeze 2011: Beginn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.1 15 Summer Breeze 2012: Erweiterung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.2 16 Summer Breeze 2013: Online . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.3 16 Methodik: Forschungsdesign und Grounded Theory . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4 19 Im „Feld“: „positivistische“ Soziologie und die 10 Gebote der Feldforschung . . .4.1 21 (nicht)teilnehmende (un)strukturierte Beobachtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.1.1 25 VII Das ‚narrative‘ Interview, ‚ero-epische‘ Gespräch und Feldtagebuch. . . .4.1.2 27 Fragebögen im Feld. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.1.3 30 Online . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.2 31 Fragebogen mit Q-SET und Facebook. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.2.1 33 Experteninterview via Email . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.2.2 34 Ergebnisse, Analysen, Interpretation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5 37 Hypothesen und deren Entstehung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.1 38 Grundgesamtheit sowie räumliche, zeitliche und sachliche Abgrenzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5.1.1 42 Die Besucherstruktur des Festivals ist heterogen. Metal als ‚Lebensstil‘ ist ein Phänomen, welches unabhängig von Bildung, Ausbildung, Geschlecht, Alter und Religion in der (deutschen) Gesellschaft vorzufinden ist. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5.1.2 43 Die Besucher geben den Großteil ihres Geldes für Essen und Trinken aus.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5.1.3 53 Mit Fortschreiten des Festivals sinkt der Alkoholkonsum der Besucher.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5.1.4 58 Die Festivalbesucher trinken mehr Bier als andere alkoholische Getränke.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5.1.5 60 Die Besucher trinken mehr auf dem Campinggelände als auf dem Festivalgelände. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5.1.6 63 Viel hilft viel: Schätzungen über den gesamten Alkoholkonsum. . . . . . . .5.1.7 64 Hygiene spielt im Festivalalltag bei den Besuchern kaum eine Rolle. . . .5.1.8 65 Die wichtigsten Faktoren für die Besucher sind: Freunde + Musik. . . . . .5.1.9 70 Running-Gags kultivieren ein Gruppengefühl auf verschiedenen Ebenen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5.1.10 73 Der Festivalbesuch erzeugt ein, auf das Festival begrenztes, ‚Wir‘- Gefühl. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5.1.11 81 Die Besucher kommen auf das Festival, um eine Auszeit vom Alltag zu nehmen (und ihn gegen einen neuen Alltag zu ersetzen). . . . . . . . . . . . . . . 5.1.12 83 Das Festival bestärkt die Besucher in dem Gefühl, der Metalszene zugehörig zu sein. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5.1.13 87 Inhaltsverzeichnis VIII Kritik und abschließendes Fazit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6. 89 Literaturverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91 Anhang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95 Inhaltsverzeichnis IX Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Szenedarstellung angelehnt an Hitzler 13 Abbildung 2: Auswertung aus Fragebögen 'Am Wichtigsten' 2012 39 Abbildung 3: Kategorisierung Antworten aus Fragebögen 'Am Wichtigsten' 2012 40 Abbildung 4: Kategorien zu Fragebogen 'Tagesablauf ' 2012 40 Abbildung 5: Kategorisierung Antworten aus Fragebögen 'Tagesablauf ' 2012 41 Abbildung 6: Geschlecht der Besucher 45 Abbildung 7: Religiöse Orientierung der Besucher 47 Abbildung 8: Schulabschlüsse der Besucher 49 Abbildung 9: Ausbildungsabschlüsse der Besucher 50 Abbildung 10: Familienstand der Besucher 51 Abbildung 11: gesamte Geldaufwendung der Besucher 54 Abbildung 12: Geldverwendung der Besucher 56 Abbildung 13: Einschätzung gesamter Alkoholkonsum 64 Abbildung 14: Häufigkeit Toilettengang 69 Abbildung 15: Zustimmung 'Urlaub' 84 Abbildung 16: Zugehörigkeit Metalszene 87 XI Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Summer Breeze Besuche 43 Tabelle 3: Verlauf des Alkoholkonsums der Besucher 59 Tabelle 4: konsumierte Alkoholsorten 61 Tabelle 5: Häufigkeit Duschen 65 Tabelle 6: Häufigkeit Zähne putzen 66 Tabelle 7: Häufigkeit 'Katzenwäsche' 66 Tabelle 8: Häufigkeit Rasieren 67 Tabelle 9: Häufigkeit Gesichtspflege 67 Tabelle 10: Häufigkeit Hände waschen 68 Tabelle 11: Prioritäten der Besucher 71 Tabelle 12: Zustimmung 'Wir'-Gefühl 82 XIII Vorwort Es bedarf zuerst eines gesunden Maßes an Verwunderung. Verwunderung darüber, was Menschen tun. Diesem Impuls schließen sich meistens viele Fragen an und genau deswegen lesen Sie nun diese Zeilen. Weil ich mich gewundert und Interesse daran entwickelt hatte, herauszufinden, was dieser Homo sapiens sapiens denn überhaupt macht. Was macht er? Er feiert. Gerne viele und gerne regelmäßig. Er hat viele Gründe zu feiern und heutzutage ein großes Spektrum an Möglichkeiten zu feiern. Er feiert seine Freunde und seine Artgenossen, seine Fußballer, sein Land, seine Erfolge, seine Geburt, die Geburt von anderen Leuten, die Geburt von irgendwelchen Göttern. Aber sehr oft feiert er einfach sich selbst und seine Musik. So auch auf dem Summer Breeze-Festival, einem Metalfestival in Bayern (oder Franken, je nachdem, wen man frägt). Die deutsche Festivallandschaft ist immens vielfältig und bedient jedweden (musikalischen) Geschmack. Gerade Fans härterer Gitarrenmusik kommen in Deutschland auf ihre Kosten und somit leistet dieses Buch nicht nur wichtige Erkenntnisse über dieses eine Festival, sondern gibt, natürlich unter qualitativ und quantitativ anderen Voraussetzungen, auch Aufschluss darüber, was (Metal)Festivals im Allgemeinen ausmachen. Denn die Kernaussagen dieses Buches sind elementar für jedwedes Musikfestival, egal welcher Musikrichtung. Der Kern des Festivals, nämlich die Besucher, ändern sich und ihre Ansprüche und Gründe, ein Festival zu besuchen, nur geringfügig. Der Rahmen ändert sich dagegen jährlich. Es gibt, auch auf dem Summer Breeze, immer wieder Neuerungen wie die Gestaltung des Festivalgeländes, des Rahmenprogramms, der Bühnen oder der Wegführung. Das Festival durchläuft auch aufgrund der erfolgreichen letzten Jahre eine Kommerzialisierung, die sich beispielsweise durch goldene Trinkhörner, einem Rock ’n‘ Roll Wrestling Bash und so weiter zeigt. Vieles ändert sich auch im Umfeld des Festivals, wenn sich beispiels- XV weise die Stadt Dinkelsbühl mittlerweile auf den Ansturm der Metalfans freut und sich darauf einrichtet – es gibt hier unter anderem viel zu verdienen. Diese Arbeit entstand als Bachelorarbeit während meines Studiums der Sozialen Arbeit an der Hochschule Mannheim. Die Idee dafür entstand während eines Seminars zu Einführung in die Soziologie. Ich bedanke mich herzlich bei Prof. Dr. Richard Utz für den Impuls, die Betreuung sowie das Geleitwort. Ich danke meinen Freunden für die Unterstützung auf und nach dem Festival. Ich danke allen, welche an meinen (Online)Umfragen teilgenommen haben und damit die Basis für diese Arbeit gewährleistet haben. Ich danke Dr. Martin Reichinger vom Nomos Verlag für die Idee zur Realisierung dieses Buches. Ich danke Vivienne Jahnke für das angenehme Lektorat und Eva Lang für die Herstellung. Viel Spaß beim Lesen! Vorwort XVI Geleitwort Am Beginn dieser im Sommersemester 2014 als Bachelor-Arbeit bei der Fakultät Sozialwesen der Hochschule Mannheim eingereichten Studie stand ein Masterplan: Gleich im ersten Semester seines Studiums kam Herr Hutzel nach einer Vorlesung zur Klassik der empirischen Sozialforschung auf mich zu und trug mir seine Gedanken über ein Forschungsprojekt vor, das er über das Musik-Festival „Summer Breeze“ im Bayerischen Dinkelsbühl durchzuführen gedachte. Herr Hutzel hatte das Festival bereits mehrere Male als Fan besucht und wollte es in den kommenden drei Jahren mit den Methoden der empirischen Sozialforschung als teilnehmender Beobachter untersuchen, das jeweils im August stattfindet und im Sommer 2013 ca. 37.000 Besucher zählte. Das war eine starke Ansage, der eine starke Einhaltung der Ansage folgte, wie die sich anschließende Feldforschung zeigte und das nun als Buch vorliegende Ergebnis beweist, das unter dem Titel: „Homo Festivus: Das Summer Breeze Open Air und seine Besucher“ erscheint. Ein solches Projekt verdient die Aufmerksamkeit eines breiteren Publikums, das nicht allein an methodologischer Begründung und methodischer Durchführung interessiert ist, sondern an der sozialen Wirklichkeit einer musikalischen Lebenswelt, ihren Relevanzen und Praktiken, ihrer Symbolik und den dichten Beschreibungen ihres Verständnisses davon, worin die Essenz eines „Metal-Fans“ besteht. Ein gutes Stück Sozialforschung also, die ethnografische ebenso wie quantitative Methoden anwendet, die Menschen vor Ort in der Situation des Festes aufsucht, mit ihnen spricht und sich ihre Welt erklären lässt, und eine Online-Umfrage startet und auswertet, um durch Quantifizierung zu objektiven Daten zu kommen, die das Wie-Viel und Wie- Oft alltäglicher Praktiken erhebt. Worum geht es also in dieser Feldforschung? Die Studie führt in die eigenartige und einzigartige Welt einer musikalischen Szene ein, die sich zeitlich befristet und räumlich lokalisiert zur festivalistischen XVII Subkultur steigert. Es handelt sich um die Welt des Metal, die anhand eines ihrer zentralen Events, dem –Dinkelsbühler „Summer Breeze“ beforscht wird. Dabei typologisiert der Autor das Festival als eine Art sozialen Hybrid aus Fest und Feier, die in der Fachliteratur auch als „posttraditionale Gemeinschaft“ oder schlicht als „Szene-Event“ bezeichnet wird. Mit Hilfe zahlreicher standardisierter Beobachtungsbögen, mehrerer Feldtagebücher und vielstündiger „ero-epischer Interviews“ (Roland Girtler) sammelte der Autor einen umfangreichen Datenkorpus, den er für die Konstruktion eines Fragebogens nutzte, um 2013 eine Online-Befragung durchzuführen. Für die Interpretation seiner Daten verwendete Herr Hutzel anspruchsvolle Theorie, die ebenso sorgfältig wie kreativ, ebenso sinngetreu wie kritisch für die Beantwortung seiner Frage nach den typischen Festival-Besuchern, ihrer Motivationen und ihres Verhaltens mit Bezug zur festivalistischen Subkultur genutzt wird. Die Arbeit bietet zahlreiche wertvolle und aufschlussreiche Informationen, die nicht nur für verschiedenste Felder der Sozialwissenschaften relevant sind, die sich mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen befassen, sondern auch für das öffentliche Verständnis einer Subkultur, der wegen ihrer Erscheinungsformen zumeist ablehnende Voreingenommenheiten vorschnell alle möglichen Negativurteile aufprägen. So korrigiert diese Feldforschung etwa das Vorurteil über die Festival-Besucher im Allgemeinen, die sich angeblich immer ins Koma saufen oder ausschweifende Sex-Orgien feiern oder Gewaltexzesse ver- üben. Denn das alles ist so auf dem Summer Breeze nicht der Fall! Der Alkoholkonsumm nimmt mit Dauer des Festivals ab, kollektiver Sex spielt keine Rolle und gewalttätige Ausschreitungen kommen nicht vor. Die Musik ist kein Mittel zum Exzess, sondern ein Medium von eigenem Wert, in dem sich ein musikalisiertes Gruppenleben entfaltet und in dem sich der Metal Fan alias Homo Festivus eine durch Ritualisierungen konturierte, außeralltägliche Identität schafft, durchaus humorvoll und spielerisch, provokativ und selbstironisch. Herr Hutzel hat mit seiner Studie Neuland erschlossen und einen ebenso wichtigen wie gut lesbaren Text geschrieben, der das Wissen über das musikalische Erleben von mehr als einer Generation musikbegeisterter Menschen erweitert und zwar genau dort, wo diese Gene- Geleitwort XVIII rationen eine Wirklichkeit nach eigenen Maßstäben sozial gestaltet, in symbolische Formen kleidet und im festivalistischen Kontext lebt. Mannheim, September 2018 Prof. Dr. Richard Utz Geleitwort XIX Einleitung: Intention und Überblick „Seinem inneren Wesen nach ist der Mensch ein Geschöpf, das nicht nur arbeitet und denkt, sondern das auch singt, tanzt, betet, Geschichten erzählt und feiert. Der Mensch ist homo festivus.“ -Harvey Cox: Das Fest der Narren, S. 19 Mit der simplen Frage: ‚Was passiert hier auf dem Festival eigentlich? ‘ kann der Impuls zu dieser Arbeit beschrieben werden. Dieser Frage – wenn auch differenzierter formuliert – soll nachgegangen werden. Diese Arbeit soll Einblicke in eine Kultur bieten, die von Millionen Menschen weltweit gelebt wird. Der Großteil, der in späteren Teilen der Arbeit beschriebenen Phänomene, ist in gleicher Weise auf anderen Festivals, Events oder Festen zu beobachten. Es sollen die Besucher des Festivals mit ihren Routinen und Ritualen, ihrem (Konsum-)Verhalten, ihrem Stil und ihrem Gefühlsleben beschrieben werden. Zudem wird das Festival mit seinen Strukturen analysiert, um einen breitgefächerten Eindruck sowie eine bestmögliche Beschreibung vermitteln zu können. Zu Beginn wird die grundlegende Theorie der Thematik bearbeitet. Der Theorieteil umschreibt das ‚Fest‘ an sich aus verschiedenen Perspektiven, das ‚Event‘, die ‚posttraditionale Vergemeinschaftung‘ und schlussendlich die ‚Szene‘. Anschließend wird in einer Verlaufsbeschreibung dargestellt, wie die Entwicklung des Forschungsprozesses vonstattenging, welche Erweiterungen vorgenommen und wie schlussendlich eine Forschungsfrage erarbeitet wurde. Im darauffolgenden Teil wird die Methodik erläutert, mit welcher sich zunächst der Forschungsfrage genähert wurde. Dabei wird der Weg beschrieben über die Arbeit ‚im Feld‘ Summer Breeze mit Fragebögen, Interviews und Beobachtungbögen, bis hin zu einer Online-Befragung der Besucher nach dem Festival im Jahre 2013. Im Analyseteil werden die Antworten der Teilnehmer der Online- Befragung betrachtet und interpretiert. Zudem wird durchgehend Kri- 1 1 tik an der Fragestellung und der Vorgehensweise geübt. In diesem Teil der Arbeit werden beispielsweise die Stammdaten der Besucher, ihr Alkoholkonsum und Hygieneverhalten, ihr Zugehörigkeitsgefühl sowie ihre Running-Gags auf dem Festival analysiert. Schließlich wird die Anschlussfähigkeit der Arbeit geprüft und ein Fazit gezogen, in wie weit die Forschungsfrage beantwortet wurde. 1 Einleitung: Intention und Überblick 2 Theorie: Vom Fest zum Event Im nun folgenden Abschnitt wird ein Weg durch die Theorie dargestellt: Vom Fest und der Feier, über die posttradtionale Vergemeinschaftung, dem Event, der Szene bis hin zum abschließenden Fazit. Zu Beginn soll ein Lied angeführt werden, dessen Text das Geschehen auf dem Summer Breeze-Festival eindrücklich schildert. Die Fun-Metal- Band J.B.O. aus Erlangen ist seit Jahren Stammgast auf dem SB (Summer Breeze) sowie auf anderen Metalfestivals und genießt Kultstatus in der Metalszene. Ihr Lied ‚Ein Fest‘ (mit der Melodie zu ‚Go West‘ der Village People) soll hier auszugsweise als Einstieg in den Theorieteil dienen: „Gemeinsam – fangen wir jetzt an, Gemeinsam – und machen uns daran Gemeinsam – wir laden alle ein, Beinander – wollen wir gern sein. […] Ein Fest – das ist nie verkehrt, Ein Fest – wo man Krüge leert, Ein Fest – und ich weiß ganz genau, Heut’ ist – nicht nur der Himmel blau. […] Wenn euch der Anspruch fehlt, weil in diesem Lied nur das Feiern zählt, Dann müßt ihr ehrlich sein: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein! (JBO, 2014)“ Die ersten beiden Abschnitte zeigen deutlich zwei Kernpunkte, wie auch empirisch in dieser Arbeit nachgewiesen werden wird, worum es bei einem Fest aus Sicht der Feiernden geht: Gemeinsames Trinken von Alkohol. Im Kern trifft das wohl zumindest für die meisten Rockund Metalfestivals der westlichen Breitengrade zu, doch sind Feste in ihrem Wesen differenzierter zu betrachten. 2 3 Das Fest: philosophische und soziologische Betrachtungen Dem Philosophen Odo Marquard nach ist das Fest ein ‚Anthropinon‘, also etwas ausschließlich Menschliches. Er begründet dies mit den Worten Helmut Plessners, der dem Menschen eine ‚exzentrische Positionalität‘ zuspricht, was bedeutet, dass der Mensch der Exzentriker unter den Lebewesen ist, da er in der Lage ist – im Gegensatz zu nichtmenschlichen Tieren - auf Distanz zu seinem eigenen Leben zu gehen (vgl. Marquard, 1988, S. 414). Marquard spricht vom Fest als ein ‚Moratorium des Alltags‘, da dieses im Kontrast zum Alltag des Menschen steht. Diese ‚Außeralltäglichkeit‘ begründet er unter anderem mit einem bedenklichen Gedankengang, welche an die Worte Manès Sperbers anschließen. Darin wird zunächst die Frage aufgeworfen, wieso viele Menschen im vergangenen Jahrhundert psychisch überhaupt zu zwei Weltkriegen bereit waren. Beantwortet wird dies mit der Feststellung, der Mensch brauche das große Abenteuer, das große Moratorium, den großen Ausstieg aus dem Alltag, den Ausnahmezustand oder kurz gesagt, das ‚alternative Leben‘ wie es Marquard bezeichnet. Feste sind demnach die Remedien zum Alltag und müssen gefeiert werden, da sonst, ein wahrlich extremer Gedanke, eine Ersatzform gesucht und gefunden wird – im schlimmsten Fall bis hin zum Krieg (vgl. ebd. S. 415 ff). Feste haben demnach eine Art Katalysatorenfunktion für den menschlichen Geist. Auch der Philosoph Isensee sieht ein zentrales Merkmal des Festes im Kontrast zum Alltag und schreibt frei nach Goethes Schatzgräber: „Tages Arbeit! Abends Gäste! / Saure Wochen! Frohe Feste!“ (Isensee, 2012, S. 57). Ihm zufolge benötigt man die Feste, um den Alltag auszuhalten, doch sei ein nie enden wollendes Fest geradezu ein Alptraum und daher ist ein sehr wichtiger Bestandteil des Festes an sich, das rechtzeitige Beenden eben jenes. Auch Marquard sieht darin eine Gefahr der Banalisierung und formuliert es wie folgt: „Das Fest neben dem Alltag: das ist gut. Das Fest statt des Alltags: das ist problematisch und muss bös enden“ (Marquard, 1988, S. 415). Wie die bereits genannte Band JBO sieht auch der Philosoph Isensee das Fest als Akt der Gemeinschaft, in welcher sich die Menschen als geistige Entität erleben können (ebd., S. 58). Die Freiheit des Feierns besteht ihm zu Folge darin, sich von ‚innovatorischer Anstrengung‘ zu entlasten und Traditio- 2.1 2 Theorie: Vom Fest zum Event 4 nen zu leben oder zu erhalten, soweit diese als sinnvoll erachtet werden. Dazu gehört auch die Verschwendung und ein Hauch von Wahnsinn, welcher sich in der Freude manifestiert, die aber nicht organisieren lässt, wie er im Anschluss an Nietzsche zu berichten weiß: „Nicht das ist das Kunststück ein Fest zu veranstalten, sondern solche zu finden, welche sich an ihm freuen“ (ebd., S. 60ff). Homann stellt fest, dass offenbar jeder Versuch, Fest und Feier zu definieren, scheitern muss. Er sieht bei anderen Denkern verschiedenste Ansätze für die Begründung von Festen und benennt diese wie folgt: Eskapismus und Flucht aus der Wirklichkeit (S. Freud und E. Durkheim), kollektive Regeneration sowie Ruhe und Kontemplation (z.B. J. Piper), die bereits erwähnte Aufhebung der Alltagswelt (z.B. E. Bloch) sowie das Fest als Herrschaftsinstrument durch Triebumlenkung und Ruhigstellung im modernen Kapitalismus (T. Adorno und M. Horkheimer) (vgl. Homann, 2004, S. 96). Fest und Feier wären seiner Meinung nach nicht adäquat verstanden, würden sie als Luxus und Überfluss gesehen werden, welche weder ökonomisch, politisch noch ideologisch für die Existenz der Gesellschaft notwendig sind. Daher vermutet er eine spezifische Funktion von Fest und Feier (vgl. ebd., S. 100 ff). Die gesellschaftliche Leistung besteht seiner Meinung nach darin, Normalität zu produzieren und durch Routinisieren, Erziehung, Recht oder Werte einzuüben. Recht, Sitte, Moral, Religion oder Ideen dienen der Immunisierung vor Dauerveränderungen und stellen Normalität als Selbstverständlichkeit dar, was Homann im Sinne Max Webers sozial konstruierte Normalität nennt, kurz: Alltag. Dieser ist monoton und geregelt, besitzt daher für das Individuum meist Lastcharakter. Deswegen kann und muss der Mensch sich selbst transzendieren, sich, wie zuvor auf andere Art erwähnt, außerhalb seiner selbst versetzen und in Gruppen, Klassen, Gesellschaften oder Gemeinschaften aufgehen (vgl. ebd., S. 103ff). Im Sinne Max Webers wird diese Kraft von Homann als ‚Charisma‘ bezeichnet und tritt als Gegenkraft zum Alltag auf. Die Qualität dieses Charismas ist eine attribuierte, wird daher beispielsweise einer Idee, Dingen, Personen oder Weltbildern zugesprochen. Hier wird auch die soziale Funktion klar, denn dieses Charisma stabilisiert das soziale Handeln und im Lichte dessen wird der Alltag als sinnvoll interpretiert. Es entsteht eine Spannung zwischen Alltag und Außeralltäglichem, ein dialektischer Prozess, wel- 2.1 Das Fest: philosophische und soziologische Betrachtungen 5 cher auch als Kraft zur sozialen Entwicklung interpretiert werden kann (vgl. ebd., S. 107f). Das Fest greift an dieser bestimmten Stelle an: Der sinnhaft unterausgestatte Alltag wird durch den Exzess, die Efferveszenz, dem Orgiastischen aufgehoben, bestätigt oder erhöht. Dabei muss unterschieden werden zwischen dem Fest, welches eher als Aufhebung des Alltags gedeutet wird, und der Feier, welche solchen reflektiert, wobei beide in diesem Fall rein idealtypisch gemeint und in der Realität nur als Mischformen auffindbar sind (vgl. ebd., S. 108f). Diese kategoriale Differenzierung zwischen Feier und Fest ist vor allem Bollnow geschuldet, der in seiner ‚Neuen Geborgenheit‘ das Verhältnis einer Klärung unterzieht. Beide Worte sind untrennbar miteinander verbunden, da sie dem lateinischen Wort ‚feriae‘ entspringen, was „ […] die Tage bedeutet, an denen keine Geschäfte betrieben werden“ (Bollnow, 1972, S. 223). Die Feier ist eine engere Veranstaltung, welche in verschiedene Akte gegliedert ist und den Zweck hat, etwas Bestimmtes (man feiert meist etwas Bestimmtes) aus dem täglichen Fluss der Ereignisse hervorzuheben. Zudem muss eine Feier nicht zwingend zu einem freudigen Anlass vollzogen werden, beispielhaft kann hier auch die Gedächtnisfeier oder die Totenfeier genannt werden. Bollnow geht ebenso auf die Gestimmtheit während einer Feier ein, welche sich durch Ernst auszeichnet und kein Lachen duldet. Hierfür können Krönungen, Hochzeiten oder Beerdigungen als Beispiele genannt werden. Schon allein sprachlich unterscheidet sich die Feier vom Fest, wenn ‚Ross‘ statt ‚Pferd‘ oder ‚Haupt‘ statt ‚Kopf ‘ gesagt wird (vgl. ebd., S. 223ff). Diesem Prunkvollem steht die Gelöstheit des Festes gegenüber, dem ‚freien Schweben‘ wie es Bollnow bezeichnet (vgl. ebd., S. 231). So sind die grundlegenden Bestandteile in folgender Reihenfolge zu nennen: das Mahl, das Gelage, die Musik und schlussendlich der Tanz. Der Tanz stellt in seiner Ergebnislosigkeit, Wiederholung und Grenzenlosigkeit ein als zeitlos wahrgenommener Teil des Festes dar. Tenbruck sieht in der Musik das Vermögen, Befindlichkeiten zu ‚stimmen‘. Sie ist demnach sehr gut geeignet, um körperliche Tätigkeiten zu mobilisieren und zu regulieren (z.B. Tanz, Arbeit, Marsch), stellt aber auch das spezifische Medium ekstatischer Lebensauffassung dar (vgl. Tenbruck, 1996, S. 255). Musik kann Trancezustände, Bewegungs- 2 Theorie: Vom Fest zum Event 6 zwänge und Stimmungslagen auslösen und ist in fast allen Lebensbereichen zu finden (vgl. ebd., S. 256). Alkohol wird ebenso eine große Rolle zugedacht, da er das dionysische (also das rauschhafte) Element eines jeden Festes darstellt. Zum Fest gehört auch das Gespräch, welches von locker aufgeschlossen, zweckfrei und spielend bis hin zu tiefsinnig und philosophisch reichen kann (vgl. ebd., S. 235). Kurzum: Der Idealtypus von Fest und Feier stellt jeweils eine Unterbrechung des Alltags dar. Dabei wird die Feier als eine zyklische Wiederholung, eine Zeremonie oder ein Ritual zur Bestätigung der Ordnung gesehen, eine Kontemplation des Pathos, der Würde und des Ernstes (vgl. Stender, 2013, S. 15). Im Gegensatz dazu ist das Fest gekennzeichnet durch den Bruch alltäglicher Grenzen, durch Spontanität und der Umkehr von Ordnung (z.B. Narrenfeste im Mittelalter) sowie einer gewissen Spontanität und Einmaligkeit. Statt Zeremonie gibt es Musik, Tanz, Spiel, Essen, Trinken und als letztes Merkmal die Verwischung der sozialen Grenzen (vgl. ebd., S. 15). Hitzler et al. benennen mehrere Punkte als Merkmale von Gemeinschaften jedweder Art. Zunächst ist das die Abgrenzung gegenüber einem definitionsfreien ‚Nicht-Wir‘, wodurch ein Zusammengehörigkeitsgefühl entsteht. Des Weiteren teilen die Mitglieder ein gemeinsames Interesse oder Anliegen, teilen die gleichen Werte und Interaktions(zeit)räume, die jedem zugänglich sind (vgl. Hitzler, Honer, & Pfadenhauer, 2008, S. 10). Diese ‚klassischen‘ Merkmale müssen an dieser Stelle genannt werden, um sie im folgenden Abschnitt mit jenen der posttraditionalen Vergemeinschaftung zu vergleichen. Posttraditionale Vergemeinschaftung: Kollektive Einsamkeit Posttraditionale Gemeinschaften (PG) können frei gewählt und frei beendet werden. Es herrscht also, im Vergleich zu traditionalen Gemeinschaften, ein geringer Verbindlichkeitsgrad. Die Charakteristika einer solchen Form der Vergemeinschaftung, benennen Hitzler und Pfadenhauer zunächst mit der Teilnahme und dem Glauben an eben diese Gemeinschaft. Die Mitgliedschaft wird durch die Attraktivität hergestellt, nicht durch Zwang oder ‚Schicksal‘, was also eine bewusste Entscheidung beinhaltet. Sie beruht auf dem Willen der Mitglieder, ist 2.2 2.2 Posttraditionale Vergemeinschaftung: Kollektive Einsamkeit 7 jederzeit kündbar und manifestiert sich beispielsweise durch korrektes Verhalten, Zeichen, Zeremonien oder Kompetenzen (vgl. Hitzler & Pfadenhauer, 2010, S. 375ff). PG sind demnach entsprechend labil, da sie, laut Kirchner, nur eine situative Imagination darstellen. Weitere Faktoren sind die hohe Emotionalität oder Intensivierung, mit welcher die temporäre Begrenztheit kompensiert werden soll. Die von Kirchner dargestellten Aspekte der Besucher des Fusion Festivals (Fusionisten) - hierbei handelt es sich um ein Event der Technoszene - lassen sich eins zu eins auf das SB übertragen: Freiwillige Mitgliedschaft, geringe Verbindlichkeit, hohe Emotionalität, stillschweigende Kontrakte zur Regelung sowie egoistische Ziele wie z.B. Spaß haben (vgl. Kirchner, 2011, S. 136). Prisching sieht die PG als Ausdruck des Lebensgefühls des 21. Jahrhunderts, in welchem Individualität den Kern bildet. Daher seien PG nur zweitklassige Substitute, in welchen der einsame Mensch die einsame Masse sucht, so dass er nicht mehr einsam sei (vgl. Prisching, 2008, S. 37f). Doch bleibt man trotz aller Verbundenheit getrennt. Dennoch, so benennt Pirsching das Heavy-Metal-Konzert als Beispiel, sind temporäre Vergemeinschaftungen von einer tiefen, meist inhaltlichen, Gemeinschaftlichkeit gekennzeichnet, also eine Ansammlung von Gleichgesinnten. Die Zugehörigkeit zu einer solchen Community oder Szene, ist keine Oberflächlichkeit: „Zum Heavy-Metal-Konzert geht man nicht, weil man gerade nichts Besseres zu tun hat; sondern weil das Bekenntnis zu dieser Musik untrennbares Merkmal der eigenen Identität ist; die „Schlagerparade“ ist keine Alternative. Mit der Identität kennen Spaßgesellschaften keinen Spaß.“ (ebd., S. 47). Zwei Steigerungsmechanismen müssen in den temporären Vergemeinschaftungen umgesetzt werden: Intensitäts- und Häufigkeitssteigerung. Mit Steigerung der Intensität ist das Einfangen der ‚lustvollen Devianz‘ gemeint, da nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für die Gesellschaft irgendwann ein Ende des Ausnahmezustandes erreicht werden muss. Die Häufigkeitssteigerung zeigt erneut das Dilemma der dauerhaften Außeralltäglichkeit, welche zu einem Spiel der Maximierung führt, das nicht gewonnen werden kann. „Eine tägliche Sensation ist keine Sensation“ (ebd., S. 49). Nach Knoblauch bestehen die PG „[…] im Wesentlichen aus den situativen Ereignissen des Zusammenkommens, also aus Events, Veran- 2 Theorie: Vom Fest zum Event 8 staltungen und Treffen“ (Knoblauch, 2000, S. 46). Die SB Mitglieder bilden also eine PG und machen damit ein solches Event überhaupt erst möglich. Events sind demnach nicht die Manifestation der PG, sondern bilden vielmehr den situativen Rahmen dieser (vgl. Hitzler, 2011, S. 14). Events, als Unterform des Festes, wie es bereites beschrieben wurde, müssen daher einer theoretischen Betrachtung unterzogen werden. Das Event: Knotenpunkte der Identität Um einen ersten Eindruck auf die Bedeutung des Begriffs ‚Event‘ zu erhalten, führt Knoblauch das Oxford Paperback Dictionary an. Darin wird unter einem Event ‘something that happens, especially something important’ und ‘the fact of a thing happening’ verstanden. Dabei ist vor allem ein Fakt klar: Egal welcher Definitionsversuch unternommen wird, bei einem Event handelt es sich immer um eine soziale Situation, die eine körperliche Kopräsenz voraussetzt (vgl. Knoblauch, 2000, S. 33ff). Gebhardt typisiert ein Event als spezifische Form des Festes, welches als einzigartiges Erlebnis oder Ereignis geplant ist. Bestandteile sind ebenso die Vermischung kultureller Traditionsbereiche und ästhetischer Ausdrucksmittel. Events finden im Schnittbereich verschiedener Existenzbereiche statt, also zwischen Alltag und Außeralltäglichkeit. Events vermitteln immer ein exklusives Gemeinschafts- und Zugehörigkeitsgefühl (vgl. Gebhardt, 2000, S. 17ff). Hitzler beschreibt Events aus kulturtechnischer Sicht als „[…] aus dem Alltag herausgehobene, raum-zeitlich verdichtete, performativ-interaktive Ereignisse mit hoher Anziehungskraft für relativ viele Menschen.“ (Hitzler, 2011, S. 13). Wesentliche Kennzeichen sind die Ausrichtung von Events auf unterhaltende Erlebnisversprechen wie Spaß und Rausch im Kollektiv. Psychologisch gesehen geht es nach Hitzler um den Wunsch nach dem ‚Eu-Stress‘, nach Ekstase, Gemütlichkeit, Entspannung und sich auszuagieren (vgl. ebd., S. 14). Mit dem Begriff der Eventisierung konnotiert Hitzler zwei Bedeutungen. Zum einen werden seiner Meinung nach immer mehr Bereiche des gesellschaftlichen Miteinanders ‚verspaßt‘, sind also mit verschiedenen kulturellen Erlebnisangeboten durchzogen. Zum anderen 2.3 2.3 Das Event: Knotenpunkte der Identität 9 beinhaltet dieser Begriff die Herstellung und Bereitstellung von Erlebniswelten, welche „[…] für jede und jeden jederzeit, allerorten und mehr oder weniger unter allen Umständen“ (ebd., S. 20) zugänglich sind. Events nehmen in ihrer Zahl, ihrer Bedeutung und Größe ständig zu und sind nicht mehr aus unserer Gegenwartsgesellschaft wegzudenken. Jedermann wird in Aussicht gestellt, an etwas teilhaben zu können, was Aufmerksamkeit erregt und wenn schon nicht als Individuum, dann wenigstens als Kollektiv (vgl. ebd., S. 94f). Events können nach Lipp zur Ware werden, also zu Gütern, welcher der Mensch bedarf, nach denen er strebt und die ihm bedeutsam sind. Aus Sicht der Produzenten steht demnach die Generierung und Abschöpfung eines Mehrwerts im Fokus, das heißt die Umprägung der Qualität zur Quantität in Form von Geldwerten. Aus Konsumentensicht, was demnach die Besucher des SB sind, haben diese Güter einen sinnstiftenden, identifikativen und legitimativen Wert. Diese Güter gehen über die Funktion naturale Bedürfnisse zu befriedigen hinaus und stellen damit ‚höhere‘ Güter dar. Der Konsument erwirbt daher soziokulturellen Status, Anerkennung, Selbstachtung sowie Selbstbestätigung mit (vgl. Lipp, 2000, S. 416f). Lipp spricht von Events als Spezialartikel, durch die der Mensch Identität auf vermeintlich direkte Weise erhält. Er differenziert den Warenbegriff, indem er Events zunächst in ihrer ursprünglichen Form benennt, also beispielsweise Naturkatastrophen oder Sonnenfinsternisse. Die zentrale These dabei lautet, dass Identität – wie dargestellt als Ware in Form von Events – in der Warenwelt der Postmoderne eine starke Nachfrage erfährt. Dabei können Events die Charakteristika von Waren aufweisen und umgekehrt, bestimmte Waren einen Eventcharakter beinhalten (vgl. ebd., S. 425ff). Wir haben also im Event auratisierende Züge, die Feilbietung von Identität. Im anthropologischen Sinn sind Events kommunikative Veranstaltungen, bei denen eine größere Zahl Handelnder in einer mehr oder weniger vorgeschrieben, auch auf rituellen Weise, miteinander kommuniziert. Als wichtiges Kommunikationsmerkmal muss dabei die Partizipation des Publikums gesehen werden. Ähnlich wie bei Fußballspielen, kann ein Festival nicht ohne die ‚mitsingenden, tanzenden Massen‘ zu einem Event werden (vgl. Knoblauch, 2000, S. 38f). Diese wechselseitige Kommunikation, welche nicht sprachlich erfolgen muss, 2 Theorie: Vom Fest zum Event 10 sondern sich vielmehr visuell durch Bewegung, Körperausdruck oder Kleidung vollzieht, macht ein Event erst zu einem Gemeinschaftserlebnis, bei dem das Subjekt mit seiner Klassen- und Schichtzugehörigkeit überschritten wird (vgl. ebd., S. 43f). Da gerade spätmoderne Events, wie ein Musikfestival, eine situative Zugehörigkeit erzeugen, erfordern sie von den Teilnehmern entsprechende Zugehörigkeitsbezeugungen wie Embleme, Symbole2 und andere Zeichen. Beispielhaft dafür sind Devotionalien, Uniformelemente bei Sportfans oder entsprechende Kleidungsstile in verschiedenen Musikszenen (vgl. ebd., S. 47). Mit eben einer solchen Musikszene beschäftigt sich diese Arbeit, weswegen nun im Folgenden die Szene im Allgemeinen betrachtet werden soll. Die Szene: Thematisch fokussierte Netzwerke Szenen stellen nach Gebhardt Netzwerke von Publika dar, die aus verschiedenen Arten von Ähnlichkeit entstehen: partielle Identität von Orten, Personen und Inhalten. Es herrscht eine unverbindliche Zugehörigkeit, eine grundsätzliche Offenheit und es bestehen keine formalen oder rechtlich fixierten Kriterien. Ein Mensch wird in den meisten Fällen nicht in eine Szene hineingeboren, sondern findet sie auf Grund persönlicher Interessen. Daher ist es jederzeit möglich, aus einer Szene auszutreten. Als Grundvoraussetzungen sind der Wille zur Zugehörigkeit, sowie die Anpassung an die Ästhetik der Gemeinschaft zu nennen. Im Sinne Maffesolis bringt Gebhardt den Begriff des Neotribalismus, da sich Mitglieder der Szene am gemeinsamen Outfit und den identischen, szenetypischen Symbolen erkennen (vgl. Gebhardt, 2002, S. 294f). Eine Szene kennt keine lokale Begrenzung, sondern kann, auch mithilfe des Internets, eine globale Mikrokultur bilden (vgl. Hitzler, Bucher, & Niederbacher, 2005, S. 15f). Damit haben Szenen einige 2.4 2 Audrucksformen und Devotionalien der Metalszene beschreibt Ferchhoff wie folgt: „[…] martialische Embleme und Insignien, schwarze (Leder)Kleidung mit Aufdrucken esoterischer und satanischer Symbole, Eisenringe und –ketten, Patronengurte, Nietebänder, Beile, Kettensägen, Schwerter; Bilder von Schlangen- und Totenköpfen, Hundegebisse etc.; Metaphoriken des Destruktiven und Andeutungen von Opferszenen, die insbesondere auch Kultbands verwenden. Tätowierungen von Pentagrammen und Thorshämmern, aber auch Dämonen, Teufel, Hexen, Wikinger, Phantasiefiguren, Götter aus der nordischen Mythologie etc.[…]“ (Ferchhoff, 2007, S. 199). 2.4 Die Szene: Thematisch fokussierte Netzwerke 11 Ähnlichkeiten mit den bereits beschriebenen PG. In der Metalszene ist das am Meisten zu beobachtende Symbol ein Handzeichen: die Corna3. Sinn hinter dieser Geste ist die kollektive (Selbst-)Stilisierung, welche die Gemeinsamkeiten der Mitglieder kommunikativ stabilisieren soll. Gebhardt et al. sprechen Szenen einen spezifischen ‚issue‘ zu, d.h. eine thematische Fokussierung wie zum Beispiel ein bestimmter Musikstil, eine Sportart oder eine Weltanschauung. Volle Teilhabe an der Szene lässt sich nur durch entsprechendes ‚Know-how‘ und entsprechend szenekonsensuelle Verhaltensmuster erreichen (vgl. ebd., S. 15ff). Im primären Sinne ist die Zugehörigkeit eine unbeständige und kurzlebige, doch in Momenten der Verdichtung erreicht sie eine immense Intensität. Gerade weil Szenen nur als Ideen und Vorstellungen zu bewerten sind, müssen sich die Mitglieder hin und wieder ihrer kollektiven Existenz versichern – beispielsweise in möglichst einprägsamen Events (vgl. Gebhardt, 2002, S. 295). Events und Szenen sind zwingend miteinander verknüpft, da das ‚Wir‘-Bewusstsein einer Szene nur durch die sequentielle Aktualisierung aufrechterhalten werden kann. Dazu sind Events nötig, welche dieser Bewusstseinslabilität entgegenwirken. Diese Treffpunkte dienen der Manifestation sowie Reproduktion der spezifischen Szenekultur und sind den Mitgliedern bis zu einem gewissen Grad bekannt (von lokal und überregional, bis national und international) (vgl. Hitzler, Bucher, & Niederbacher, 2005, S. 19f). Für eine Szene wichtig sind sogenannte Organisationseliten, welche sich mit der Strukturierung von Szenetreffpunkten sowie der Veranstaltungsproduktion befassen. Mitglieder dieses Elitenetzwerks sind gegenüber den „normalen“ Szenemitgliedern privilegierter und haben beispielsweise VIP-Zugangsberechtigungen auf Konzerten oder Festivals. Am Beispiel des SB lässt sich das folgendermaßen darstellen. Das folgende Schaubild ist an die Szenedarstellung von Hitzler angelehnt (vgl. ebd., S. 23). 3 Auch ‚Pommesgabel‘, ‚Devil horns‘, ‚Metal Fork‘ oder ‚Teufelsgruß‘ genannt. Dabei sind der kleine Finger sowie der Zeigefinger ausgestreckt, während Daumen, Ringund Mittelfinger, bei meist ausgestrecktem Arm, angezogen werden. Die Entstehung und Bedeutungen dieser Geste sollen hier nicht erläutert werden (siehe Cover). 2 Theorie: Vom Fest zum Event 12 Szenedarstellung angelehnt an Hitzler Diese reduzierte und zentralistische Darstellung stellt natürlich nur ein Netzwerk unter vielen dar. Mitglieder und Freunde des einen Netzwerks sind meist auch in anderen Netzwerken vertreten, haben darin möglicherweise eine andere Rolle inne und korrespondieren über das zweite Netzwerk wieder mit einem dritten usw. Grundsätzlich gilt, was Hitzler ebenfalls benennt, dass scharfe Gruppen- und Szenegrenzen nicht existieren, da in den meisten ‘großen‘ Szenen eine gewisse Offenheit und Durchlässigkeit herrscht (vgl. ebd., S. 24). Wie bereits dargestellt, dienen Events der Szene als eine Art intensiviertes Ereignis, welches nach Hitzler et al. eine starke Bindung des potentiellen Nutzerkreises hervorruft. Hier werden zwei Dimensionen der Erlebnisgesellschaft deutlich: Je stärker die Bindung der Nutzer an ein Angebot, desto höher ist die quantitative Einschränkung und ebenso umgekehrt (vgl. ebd., S. 25). Die Autoren nehmen in ihrem Buch Abbildung 1: 2.4 Die Szene: Thematisch fokussierte Netzwerke 13 Kartografien verschiedener Szenen vor, wovon eine die Black Metal Szene ist. Zur systematischen Darstellung dieser Szene unterscheiden Hitzler et al. mehrere Kategorien. Diese Kategorien sind History, Facts und Trends, Fokus, Einstellungen, Lifestsyle, Symbole, Rituale, Events, Treffpunkte, Medien, Strukturen und Relations (vgl. ebd., S. 40ff). Diese vorliegende Forschungsarbeit beschäftigt sich nun vorrangig mit der Frage, welche Phänomene zu beobachten sind, die ein Festival wie das Summer Breeze zu einem Event der Metalszene machen. Kirchner erklärt den Begriff Festival als ein Festspiel, als eine gro- ße, mehrtägige festliche Veranstaltung. Übernommen wurde dieser Begriff vom englischen ‚festival‘, was ‚Musikfest‘ bedeutet und in der heutigen Zeit als eine periodisch wiederkehrende festliche Veranstaltung bezeichnet wird. Kirchner unternimmt dabei noch die Unterscheidung zum Begriff der Party, da diese im Gegegnsatz zum Festival meist nur eine Nacht andauert (vgl. Kirchner, 2011, S. 17f). Das Summer Breeze ist ein Musikfestival, welches jährlich Mitte August in Dinkelsbühl (Bayern) stattfindet. Die knapp 100 Bands spielen auf verschiedenen Bühnen über einen Zeitraum von vier Tagen. Die Besucherzahl wird auf circa 37.0004 im Jahr 2013 geschätzt. Es handelt sich bei diesem Festival zum größten Teil um ein Szenetreffen, welches sich durch eine Vielzahl von Phänomenen auszeichnet. Diese Arbeit soll eine Annäherung an diese Festivalrealität darstellen. 4 Vgl. 5.1.11. 2 Theorie: Vom Fest zum Event 14 Verlaufsbeschreibung des Forschungsprozesses Im folgenden Abschnitt wird dargestellt, wie die Forschungen vorbereitet, was in den einzelnen Besuchsjahren an Untersuchungen durchgeführt wurde und wie sich der Forschungsprozess entwickelt hat. In den darauffolgenden Teilen dieser Arbeit wird auf die Methodik im Einzelnen und auf die Ergebnisse eingegangen. Summer Breeze 2011: Beginn Erste Grundlage dieser Arbeit bildeten die Studien und Arbeiten von Rolang Girtler, einem österreichischem Soziologieprofessor und Feldforscher. Mithilfe dieser Literatur wurde 2011 die erste Feldforschung durchgeführt. Als ‚niederschwelligen Einstieg‘ hat Girtler zehn Gebote der Feldforschung entwickelt, an welchen sich bei dieser Arbeit orientiert wurde. Ausführungen zu seinen zehn Geboten der Feldforschung sowie dem Ero-epischen Gespräch werden im Abschnitt der Methodenbeschreibung zu finden sein. Es wurden ein Fragebogen, Beobachtungsbögen und ein offener Interviewleitfaden entworfen. In den vier Tagen gelang es einige interessante Gespräche zu führen. Alle Fragebögen waren innerhalb weniger Stunden ausgefüllt und mehrere ‚klassische‘ Festivalsituationen konnten mithilfe der Beobachtungsbögen dokumentiert werden. Die Besucher zeigten mit großer Mehrheit hohes Interesse an der Idee dieser Arbeit, was sich mitunter dadurch beobachten ließ, dass während meinen Gesprächen immer mehr Leute hinzukamen, mitredeten und die Fragebögen ausfüllten. Die Stimmung war durchweg locker, was nicht zuletzt auch auf den gemeinsamen Bierkonsum zurückzuführen ist (wie später erläutert wird, war das durchaus im Sinne des Feldforschers Roland Girtler). So konnten im Jahr 2011 auf dem Summer Breeze-Festival 14 ausgefüllte Fragebögen, knapp vier Stunden Gesprächsmaterial sowie mehrere ausgefüllte Beobachtungsbögen erarbeitet werden. 3 3.1 15 Summer Breeze 2012: Erweiterung Da die ersten Ergebnisse aus dem Vorjahr durchweg aufschlussreich waren und die Zeit bis zur eigentlichen Auswertung noch ein Jahr in der Zukunft lag, gab es im Jahr 2012 keinen Anlass, an der Vorgehensweise etwas zu verändern. Nur am Fragebogen wurden, durch das Einfügen von Feldern für die Stammdaten der Befragten sowie die Möglichkeit, den eigenen Tagesablauf zu beschreiben, Veränderungen vorgenommen. Zudem wurde die Anzahl der Fragebögen auf 60 erhöht, von denen 51 innerhalb weniger Stunden brauchbar ausgefüllt wurden. Die geführten Gespräche waren wie das Jahr davor aufschlussreich, unterhaltsam und werden in der späteren Analyse teilweise zum Tragen kommen. Es konnten zudem mehrere Beobachtungsbögen ausgefüllt werden. Zudem wurde der Versuch unternommen, ein Gespräch mit Vertretern der Polizei zu führen. Diese verwies an die behördliche Pressestelle, welche mir eine kurze Pressemitteilung5 zum Festival zugänglich machte. Trotzdem konnten genügend Beobachtungen und Erfahrungen gemacht werden, um einen Abschnitt dieser Arbeit dem Thema zu widmen. Insgesamt war auch dieses Festivaljahr voller interessanter Aspekte, welche die Motivation zur Weiterführung der Arbeit aufrechthielten. Summer Breeze 2013: Online Das Summer Breeze-Festival findet immer Mitte August eines Jahres statt. Nach Beendigung des sechsten Semesters im Bachelor bedeutete dies, dass mehrere Wochen zur Verfügung standen, um das letzte Festival während der Studienzeit für abschließende Forschungsarbeiten zu nutzen. Nach Analyse der bereits gesammelten Informationen aus den Vorjahren und der intensiven Auseinandersetzung mit entsprechender Fachliteratur, konnte vor Beginn des Festivals ein Online-Fragebogen entworfen werden. Auf Grund des Fragebogens wurde im Jahr 2013 auf Gespräche mit den Besuchern zum Großteil verzichtet und die bereits vorhandenen Kategorien der ausgefüllten Fragebögen in die On- 3.2 3.3 5 Vgl. 5.1.11. 3 Verlaufsbeschreibung des Forschungsprozesses 16 lineumfrage mit eingearbeitet, so dass dahingehend ebenfalls kein Bedarf nach weiteren Fragebögen bestand. Beobachtungen wurden dennoch betrieben, so dass weitere Bögen ausgefüllt und Informationen gesammelt werden konnten. Dieses Jahr zeichnete sich vor allem durch die intensive Literaturrecherche, Erarbeitung einer Forschungsfrage sowie Erstellung eines Online-Fragebogens aus. Dazu folgen nun Erläuterungen. 3.3 Summer Breeze 2013: Online 17 Methodik: Forschungsdesign und Grounded Theory Zunächst muss vorangenommen werden, dass zu Beginn des Forschungsprozesses im ersten Semester des Studiums der Sozialen Arbeit weder das Fachwissen noch das methodische Know-how vorhanden war, um von wirklich professioneller Feldarbeit sprechen zu können. Dennoch waren die gewonnenen Daten von Nutzen und der Anfang war gemacht. Der Verlauf der Forschungsarbeit wurde bereits beschrieben, daher wird im Folgenden auf das Forschungsdesign sowie die einzelnen Methoden eingegangen. Wie der Arbeitstitel bereits suggeriert und im Forschungsverlauf dargestellt ist, wurden bei der Informationserhebung quantitative und qualitative Elemente kombiniert. Bortz-Döring sprechen daher im Sinne von Tashakkori & Teddlie von einem Mixed-Model-Design (vgl. Bortz & Döring, 2006, S. 279). Entsprechend ist dieser zu differenzieren vom Begriff des Multimethod-Designs, da sich bei dieser Arbeit nicht qualitative beziehungsweise quantitative Elemente auf einzelne Forschungsphasen beschränkt haben, sondern jede Phase Elemente beider Ansätze enthielt. Als Phase sind die jeweiligen Besuchsjahre auf dem Festival zu sehen. Im Falle eines Multimethod-Designs hätten die Forschungsphasen zwar ebenfalls eine Kombination aus qualitativen und quantitativen Elementen beinhaltet, jedoch vergleichsweise eigenständige Studien repräsentiert (vgl. ebd., S. 280). Daher sind die beiden Begriffe zu unterscheiden. Eine von Anfang an wichtige Grundlage zur Theoriebildung dieser Forschungsarbeit war die Grounded Theory (GT) von Strauss & Glaser. Strübing übersetzt den Begriff der GT mit „in empirischen Daten gegründete Theorie“ oder auch „gegenstandsbezogene Theorie“ (Strübing, 2008, S. 13). Die GT diente hinsichtlich dieser Arbeit der Auswertung qualitativer Daten, wie beispielsweise die Beobachtungsprotokolle oder der aufgezeichneten Ero-epischen Gespräche, welche mit Summer 4 19 Breeze-Besuchern geführt wurden. Dabei ist es wichtig zu betonen, dass im Arbeitsprozess keine festen Endpunkte gekannt werden und die Arbeitsschritte, welche Strübing in Datenerhebung, Datenanalyse und Theoriebildung einteilt, eine zeitliche Parallelität aufweisen (vgl. ebd., S. 15). Im Falle dieser Arbeit lässt sich diese Parallelität folgendermaßen beschreiben: 2011 stand im Zeichen von Theoriebildung und Datenerhebung, 2012 wurden Daten ‚grob‘ analysiert sowie weitere erhoben. 2013 wurde Theoriebildung betrieben und weitere Daten erhoben. Diese werden in einem späteren Kapitel dieser Arbeit einer Analyse unterzogen. Das sogenannte ‚Kodieren‘, wie es Strübing im Sinne von Strauss & Glaser nennt, bezeichnet die Leitidee des „[…] ständigen Vergleichens (‚constant comparative method‘) […]“ der Daten miteinander (ebd., S. 18). Dieses Kodieren wird unterteilt in offenes, axiales und selektives Kodieren. Mit offen ist laut Strübing das ‚Aufbrechen‘ der Daten zu verstehen durch das Herausnehmen von einzelnen Phänomen. Dies ist im bereits beschriebenen Forschungsprozess die Datenanalyse und steht am Anfang der Bearbeitung des gesammelten Datenmaterials. Nach Strauss & Corbin wird diese Phase wie folgt beschrieben: „Offenes Kodieren ist der Analyseteil, der sich besonders auf das Benennen und Kategorisieren der Phänomene mittels einer eingehenden Untersuchung der Daten bezieht.“ (Strauss & Corbin, 1996, S. 44). Ziegler fasst diese Arbeit zusammen, indem er erläutert, sobald die Phänomene gefunden wurden, gruppiert der Forscher seine Konzepte um eben diese, was sich Kategorisierung nennt (vgl. Ziegler, 2003, S. 8). Diese Kategorisierung geschah im Falle der Untersuchungen zum Summer Breeze-Festival im Jahre 2013. Das axiale Kodieren zur Hypothesengenerierung fand ebenfalls im selben Jahr statt. Dabei wurden Subkategorien gebildet, um die Hauptkategorie zu präzisieren. Beispielsweise wurde die Kategorie ‚Alkoholkonsum auf dem Festival‘ spezifiziert, indem Subkategorien wie ‚Orte des Alkoholkonsums auf dem Festival‘ oder ‚Kosten des Alkoholkonsums während des Festivals‘ gebildet wurden. Das von Ziegler beschriebene Pragmatische Modell fand in diesem Kontext nur bedingt Anwendung: Ursächliche Bedingungen führen zu Phänomenen, welche in einem Kontext stehen, der intervenierende Bedingungen hervorruft, die anschließend zu Handlungs- und Interaktionalen Strategi- 4 Methodik: Forschungsdesign und Grounded Theory 20 en führen und Konsequenzen nach sich ziehen (vgl. ebd., S. 11). Diese teilweise komplexen Zusammenhänge wären bei der Fülle an Daten, die erfasst wurden, nicht in einer Arbeit wie dieser zu handhaben, daher finden dieses Modell in einer simplifizierten Art und Weise Anwendung. Die Strategien, die spezifischen dimensionalen Ausprägungen, die Konsequenzen sowie die intervenierenden Bedingungen, fallen hier weg. Die fünf Schritte des selektiven Kodierens beschreibt Ziegler mit dem direkten Ziel der Theorieentwicklung, dem Erschaffen eines „ […] roten Fadens“ (ebd., S. 12f). Dabei wird ein zentrales Phänomen definiert, was in dieser Arbeit nicht der Fall ist, da sich die Untersuchungen einem breiten Spektrum an Phänomenen nähern sollen. Der zentrale Aspekt dieser Arbeit sind verschiedene Phänomene des Summer Breeze-Festivals. Wie bei Ziegler beschrieben, ist die GT eine Methode, um eine Theorie zu einem bestimmten Bereich der Wirklichkeit aufzustellen. Dabei wird genau dieses Ziel zum Kritikpunkt, da die GT der Exploration neuer Wissenschaftsgebiete besser dient, quasi im Vorfeld zu quantitativen Untersuchungen zur Entdeckung von Hypothesen (vgl. ebd., S. 20). So war es für die Forschungsarbeit notwendig, das ‚Feld‘ Summer Breeze mit neuen Augen zu betreten, die Distanz zu den bestehenden Vorerfahrungen der bisherigen Festivalbesuche zu gewinnen und einen neugierigen, interessierten und offenen Blick für die Geschehnisse während der Tage auf dem Festival zu entwickeln. Im Folgenden werden die angewandten Methoden beschrieben, mit welchen in den Jahren 2011 und 2012 Daten auf dem Festival gesammelt wurden. Im „Feld“: „positivistische“ Soziologie und die 10 Gebote der Feldforschung Der Mensch ist kein bloß reagierendes „Etwas“, kein „Depp“ (Girtler, 2001, S. 46), der nur nach den Erwartungen von Soziologen oder Psychologen handelt. Er ist auch kein Gegenstand der Naturwissenschaften, welcher sich nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten verhält (vgl. ebd., S. 46). Girtler nennt vier Gründe, welche gegen eine solche ‚posi- 4.1 4.1 Im „Feld“: „positivistische“ Soziologie und die 10 Gebote der Feldforschung 21 tivistische‘ Soziologie sprechen, die im Handeln des Menschen Gesetzmäßigkeiten sehen will: „1. Soziale Phänomene (‚Tatsachen‘) existieren nicht außerhalb der Individuen (…), sondern beruhen auf den Vorstellungen beziehungsweise Interpretationen der betreffenden Menschen. 2. Soziale Phänomene sind nicht als ‚objektiv‘ zu identifizieren, vielmehr ist der Bedeutungsgehalt je nach Situation zu identifizieren. 3. Qualitative Messungen führen nach Girtler häufiger dazu, dem Handelnden bestimmte Bedeutungen seines Handelns unterzuschieben. 4. Es ist problematisch, Hypothesen vor der Untersuchung zu generieren, da diese dem Handelnden etwas aufzwingen, was vielleicht gar nicht ihrem Handeln zu Grunde liegt.“ (ebd., S. 46f). Gerade aus dem zuletzt genannten Punkt war das Vorgehen im ‚Feld‘ Summer Breeze in den Jahren 2011 und 2012 wichtig. Girtler stellt zu Beginn jeder Feldforschung die Frage nach dem Zugang in die den Forscher interessierende Gruppe. Im Falle dieser Forschungsarbeit stellte dies keinerlei Problem dar. Im Prinzip benötigt man nur ein schwarzes (Band)T-Shirt, um als Mitglied der Metallergemeinschaft wahrgenommen zu werden, da dies ein Ausweis für die Zugehörigkeit gilt, ohne ein profundes Wissen aufweisen zu müssen. „[…] Wer mit einem Metalshirt auf eine Metalveranstaltung kommt, gehört erst einmal dazu und wenn er sich nicht als Vollidiot bemerkbar macht, dem Mutti das Shirt bei H&M gekauft hat, dann wird man auch erst mal akzeptiert […]“ (Transkription Nr. 3, Zeile 177-179). Natürlich sind Festivalbändchen, eine Kutte mit Bandpatches6 oder lange Haare ebenso dienlich, um den Zugang zu den Menschen auf dem Festival zu finden. Bringt man noch ausreichend Fachwissen über Metal und Erfahrung vorheriger Festivals mit, ist die Legitimation umgehend geschehen. ‚Going native‘ meint die Tatsache, „[…] dass der teilnehmende Beobachter die Maßstäbe und Verhaltensmuster der Akteure im Feld übernimmt und sich mit ihnen identifiziert“ (Girtler, 1984, S. 63). Dabei werden nach Gitler auch Gefahren gesehen, wie beispielsweise eine ‚over-identification‘ oder ein ‚over-rapport‘. 6 Bandpatches sind aufnähbare Logos verschiedener Musikgruppen, sehr beliebt auf Jeans- oder Lederkutten. 4 Methodik: Forschungsdesign und Grounded Theory 22 Diese Ansicht wird vom Autor nicht geteilt, denn laut Girtler hat nur ein Forscher, welcher als ‚Mitglied‘ der Gruppe gesehen wird, die Chance, zu echten Ergebnissen zu kommen. Nur auf einem solchen Weg könne es gelingen, die Wirklichkeiten des (Festival)Alltags der betroffenen Menschen zu erfassen (vgl. ebd., S. 63f). Die Beziehung zu einer Kontaktperson innerhalb des interessierenden Feldes war auf Grund der eigenen ‚Gatekeeper‘-Funktion im Zuge dieser Arbeit nicht nötig. Insgesamt sieht Girtler zu Recht einige Probleme beim Zugang in die zu erforschende Lebenswelt, welche sich aber im Falle dieser Arbeit nicht bewahrheiteten und dadurch konstatiert werden kann, dass der Zugang zum Feld ‚Summer Breeze‘ entspannt verlief. Girtler formuliert 10 Gebote für die Feldforschung, welche hier kurz erläutert und mit der Thematik SB verglichen werden sollen. 1: Du sollst einigermaßen nach jenen Sitten und Regeln leben, die für die Menschen, bei denen du forschst, wichtig sind. Da der Autor dieser Arbeit selbst einer dieser Menschen ist, war das kein Problem. 2. Du sollst zur Großzügigkeit und Unvoreingenommenheit fähig sein, um Werte zu erkennen und nach Grundsätzen zu urteilen, die nicht die eigenen sind (…). Auch hier bestand kein Problem, da die Stimmung auf dem Festival im Allgemeinen sehr offen ist und dies zudem Werte eines angehenden Sozialarbeiters sein sollten. 3. Du sollst niemals abfällig über deine Gastgeber und jene Leute reden und berichten, mit denen du Bier, Wein, Tee oder sonst etwas getrunken hast.7 Hierzu bestand während der gesamten Forschungszeit kein Anlass, da – wie bereits erwähnt – das Vorhaben dieser Arbeit sehr gut rezipiert wurde. 4. Du sollst dir ein solides Wissen über die Geschichte und die sozialen Verhältnisse der dich interessierenden Kultur aneignen. Hier lässt sich formulieren, dass die jahrzehntelange ‚Mitgliedschaft‘ in der Metalszene es kaum zulässt, kein Wissen über jene zu generieren. 5. Du sollst dir ein Bild von der Geographie der Plätze und Häuser machen, auf und in denen sich das Leben abspielt, das du erfor- 7 Vgl. 2.1. 4.1 Im „Feld“: „positivistische“ Soziologie und die 10 Gebote der Feldforschung 23 schen willst. Das einzig interessante Gelände in diesem Falle war das Festivalgelände beziehungsweise Campinggelände, wo es mit gutem Schritt möglich ist, jeden Punkt in ca. 15 Minuten zu erreichen (vgl. Girtler, 2009, S. 3). 6. Du sollst, um dich von den üblichen Reisenden zu unterscheiden, das Erlebte mit dir forttragen und darüber möglichst ohne Vorurteileberichten. Dabei ist es wichtig, ein Forschungstagebuch zu führen (…). In Punkt 3.1.4 wird auf das Feldtagebuch als Methode eingegangen und die Aufzeichnungen fließen in die Ergebnisse und Analyse ein. 7. Du musst die Muße zum ‚ero-epischen‘ (freien) Gespräch aufbringen. Das heißt, die Menschen dürfen nicht als bloße Datenlieferanten gesehen werden. Hier wird ein extrem wichtiger Punkt klar, da es auffallend einfach war, in den ‚Datensammel‘-modus zu schalten und genau diesen Fehler zu begehen. Um dem entgegen zu wirken, wurden ganz bewusst die oben genannten ‚ero-epischen‘ Gespräche geführt. Dazu mehr bei Punkt 3.1.3.. 8. Du sollst dich bemühen, deine Gesprächspartner einigermaßen einzuschätzen, um nicht angelogen oder hintergangen zu werden. Bei den geführten Gesprächen stellte sich meist umgehend eine sehr vertrauensvolle Atmosphäre ein, in welcher sich die Gesprächspartner mit offener Art und Weise begegneten. 9. Du sollst dich nicht zum Missionar oder Sozialarbeiter aufspielen. Du bist kein Richter, sondern lediglich Zeuge! Auch als angehender Sozialarbeiter stellte dieses Gebot kein Problem dar, da Girtler die Rolle des Forschers mit dem neunten Gebot wunderbar auf den Punkt bringt. 10. Du musst eine gute Konstitution haben, um (…) dich wohl zu fühlen. Dazu gehört die Fähigkeit, jederzeit zu essen, zu trinken und zu schlafen. Dazu lässt sich sagen: Solch ein Festivalbesuch ist vor allem ungesund. Die meisten Besucher ernähren sich zum Großteil von Fertiggerichten und Fast-Food, führen sich Nervengifte in 4 Methodik: Forschungsdesign und Grounded Theory 24 rauen Mengen zu und schlafen meist nur so lange, bis der Zeltnachbar entscheidet, es sei Zeit für Slayer8 oder David Hasselhoff9. Der nächste Abschnitt beschreibt die erste Methode, mit welcher in den Jahren 2011 und 2012 Daten auf dem Festival erhoben wurden: die teilnehmende Beobachtung. (nicht)teilnehmende (un)strukturierte Beobachtung Nach Girtler ist die Methode der sozialwissenschaftliche Beobachtung ein Verfahren, mit dessen Hilfe der Beobachter sinnlich wahrnehmbares Handeln festhalten kann (vgl. Girtler, 1984, S. 44). Es kann laut Girtler zwischen verschiedenen Begriffspaaren im Bereich der Beobachtung unterschieden werden: ‚indirekt‘ und ‚direkt‘, ‚teilnehmend‘ und ‚nicht teilnehmend‘, ‚strukturiert‘ und ‚nicht strukturiert‘ sowie ‚verdeckt‘ und ‚offen‘ (ebd., S. 45). Beobachtung beschreiben Bortz und Döring mit den Worten Graumanns damit, wenn „[…] die Wahrnehmung von einer planvollen, selektiven Suchhaltung bestimmt und von vornherein auf die Möglichkeit der Auswertung des Beobachteten im Sinne einer übergreifenden Absicht gerichtet ist.“ (vgl. Bortz & Döring, 2006, S. 263). Im Falle dieser Arbeit wurden zwei Formen der Beobachtung durchgeführt. Zunächst die nichtteilnehmende strukturierte Beobachtung, bei welcher der Beobachter außerhalb des Handlungsablaufs bleibt und das ihm ersichtliche Geschehen und Handeln auf eine bestimmte Art und Weise dokumentiert. So geschehen in Form von Beobachtungsbögen10. Unabhängig von den bereits genannten 10 Gebo- 4.1.1 8 Die Band Slayer hat noch nie auf dem Summer Breeze-Festival gespielt, doch eignet sich der Bandname hervorragend zum langgezogenen Brüllen (‚SLLLLLLLLLLAYYYYERRRRR‘). Dieses Verhalten dient als rudimentärer Ausdruck von Gemeinsamkeit unter den Besuchern und stellt ein Teil der Legitimation als Mitglied der Gemeinschaft ‚Summer Breeze‘ bzw. ‚Metal‘ dar. Vgl. 4.1.9. 9 David Hasselhoff steht für eine der humoristischen Seiten der Festivalbesucher, weil seine Musik, sowie z.B. Eurodance (‚Technomusik‘ aus den 90ern) oder Schlager oft auf sehr ironische Art und Weise abgefeiert werden. Oder überspitzt formuliert: Jeder kennt diese Musik, keiner nimmt sie ernst und jeder feiert gerne dazu (hier wieder: kleinster gemeinsamer Nenner zwischen den Besuchern). 10 Vgl. Anhang 25-27. 4.1 Im „Feld“: „positivistische“ Soziologie und die 10 Gebote der Feldforschung 25 ten der Feldforschung, sollen hier ergänzend einige Aspekte der Forschungsethik aufgezeigt werden. Dabei können die Prinzipien der Psychologie als empirische Wissenschaft angeführt werden. Hussy et al. nennen hierbei die psychische und physische Unversehrtheit und Integrität der Teilnehmer. Dies ist bei einem Experiment unter vorgegebenen Bedingungen realisierbarer, als beispielswiese bei Trinkspielen auf einem Festival – diese haben in wenigsten Fällen Unversehrtheit von Körper und Geist zur Folge. Was hingegen immer gewährleistet werden kann, ist die Transparenz gegenüber der Personengruppe, welche man plant zu beobachten. Während des Festivals geschah das immer durch eine kleine Ansage (z.B. ‚Ich schreibe meine Bachelorarbeit über das Summer Breeze und würde hier gerne eine kleine Beobachtung durchführen, okay?‘), was von allen Beobachteten akzeptiert wurde. Dritter Punkt der Autoren ist die Täuschung der Beobachteten, welche es unbedingt zu vermeiden gilt. Hinsichtlich der durchgeführten Forschungen gab es keinerlei Anlass, die Festivalbesucher zu täuschen. Korrelierend mit dem bereits angeführten Punkt der Transparenz, gilt die Freiwilligkeit als vierte Richtlinie (vgl. Hussy, Schreier, & Echterhoff, 2010, S. 43f). Da aber alle Daten anonym erhoben und keine Fotos ohne Einverständnis geschossen wurden, hatte niemand einen Anlass, der Teilnahme nicht zuzustimmen. Die zweite Form war die teilnehmende unstrukturierte Beobachtung, welche von Girtler als Methode geachtet wird, die es ermöglicht, „[…] komplexe Situationen und Handlungsprozesse beinahe unbeschränkt zu erfassen […]“ (ebd., S. 46). Diese Art der Beobachtung, die auch unbewusst abläuft und durch Reflektion ins Bewusstsein gerufen werden muss, war beispielsweise bei der Erfassung von Schlüsselsituationen (z.B. Konzert, Verkaufsstände, Einlass) auf dem Festival hilfreich. Doch selbst eine solch freie Form der Beobachtung unterliegt laut Meixner den „[…] selektiven Wahrnehmungen und Interpretationen auf Seiten des Forschers […]“ (Meixner, 2009, S. 11). Dahingehend unterstützend bestätigt Girtler diese Aussage, indem er die Sorgfalt des Forschers hervorhebt, um Verzerrungen zu vermeiden (vgl. Girtler, 1984, S. 46). Diese Art der Beobachtung verhalf dem Forschungsprozess durch immer neue Anregungen ein immens weites Spektrum an Phänomenen zu kreieren, welche so in einer einzigen Arbeit nicht zu erfassen sind. Auch Bortz und Döring schreiben dieser Methode mehr 4 Methodik: Forschungsdesign und Grounded Theory 26 einen Erkundungscharakter zu, da hier ein Widerspruch zwischen dem gleichzeitigen Beobachten sowie Protokollieren und der teilnehmenden Beobachtung besteht. Zudem weisen die Autoren mit Recht auf die Tatsache hin, dass durch Gedächtnislücken und subjektiver Fehlinterpretation die angefertigten Protokolle in Frage gestellt werden können (vgl. Bortz & Döring, 2006, S. 267). Um Informationen und Daten aus ‚erster Hand‘ zu erhalten, war es von Anfang an unablässig, in das Gespräch mit den Besuchern zu gehen. Einige der geführten Gespräche und Diskussionen werden in transkribierter Form ein Teil dieser Arbeit werden. Doch zunächst müssen die angewandten Methoden beschrieben werden. Das ‚narrative‘ Interview, ‚ero-epische‘ Gespräch und Feldtagebuch Für Girtler ist das narrative Interview, also das offene und unstrukturierte Interview, ein wichtiges Mittel der Informationsgewinnung, da es die menschliche Fähigkeit des Erzählens berücksichtigt. Ihm zu Folge stellt es daher eine wichtige Ergänzung zu der teilnehmenden, nicht standardisierten Beobachtung dar. Es ist wichtig, trotzdem einen Interviewleitfaden zu besitzen, an dem man sich orientiert (vgl. Girtler, 1984, S. 154f). Zum Einstieg ist es das primäre Ziel, eine angenehme Gesprächsatmosphäre in gegenseitiger Akzeptanz zu schaffen, in der sich beide Parteien wohl fühlen. Um dies zu erreichen, beziehungsweise die Entwicklung in eine solche Richtung anzustoßen, ist es unabdingbar für den Forscher, sich selbst mit in das Gespräch einzubringen (vgl. ebd., S. 157f). Früher oder später muss man dem Forschungsgespräch Anstöße geben und eben diese Impulse können unter anderem durch persönliche Meinungsäußerung erreicht werden. Der zweite Weg Impulse zu setzen ist der bereits erwähnte Leitfaden, welcher im Falle dieser Arbeit mit einigen Begriffen aus der Festival- und Metalszene angefertigt wurde, zu welchen sich im Normalfall jeder Festivalbesucher hätte äußern können (z.B. Festivalbändchen, Nahrungsaufnahme, Tagesablauf etc.). Zum Thema Suggestivfragen äußert sich Girtler dahingehend, dass er diese als legitimes Mittel der Gesprächsanregung ansieht, 4.1.2 4.1 Im „Feld“: „positivistische“ Soziologie und die 10 Gebote der Feldforschung 27 da durch die Äußerung von Erwartungen und Unterstellungen zusätzliche Informationen zu erhalten sind (vgl. ebd., S. 161). Girtler negiert den Begriff des narrativen Interviews in einer späteren Auflage seines Buches ‚Methoden der qualitativen Feldforschung‘ und spricht in ‚Methoden der Feldforschung‘ vom sogenannten ‚ero-epischen‘ Gespräch, statt der genannten Interviewform, welche er nun ablehnt und anmerkt, diesen Begriff in ‚unüberlegter Weise benutzt‘ zu haben (vgl. Girtler, 2001, S. 148). Wie er zu dem neuen Begriff kommt und welcher Gedanke dahinter steckt, erläutert Girtler folgenderma- ßen: Homers Odysseus inspirierte ihn zu dieser Begriffsbildung, da er beeindruckt war, wie die Geschichte vor allem durch geschicktes Fragen weitergetragen wird. Das Eigenschaftswort ‚ero-episch‘ beinhaltet die griechischen Wörter ‚Erotema‘ und ‚Epos‘ – übersetzt also: ‚Frage‘ und ‚Erzählung‘. Diese Bezeichnung der Gesprächsführung soll auf die kunstvolle Verwobenheit von Fragen und Erzählen verweisen, was, nach Girtler, ein gutes Forschungsgespräch ausmacht (vgl. ebd., S. 150f). Diese Gesprächsform ist eine sehr eingehende Art und Weise, sich den Phänomenen einer (Rand)kultur zu nähern. Dies kann aber nur gelingen, wenn sich der Forscher und der Gesprächspartner sicher fühlen und öffnen11. Das bedeutet für den Forscher, dass er eine Balance zwischen der Leitung, Anregung und Lenkung des Interviews, sowie dem einfachen Zuhören, Wiedergeben und Kommentieren einer Aussage finden muss. Hier kann man eine partielle Abgrenzung zur Interviewdefinition nach Hussy, Schreier & Echterhoff erkennen: „Das Interview ist ein Gespräch, in dem die Rollen per Konvention meist asymmetrisch verteilt sind, wobei die Forschenden Fragen stellen und die die an der Untersuchung Teilnehmenden antworten. Das Interview dient der Informationsermittlung“ (Hussy, Schreier, & Echterhoff, 2010, S. 215). Zusätzlich können die Autoren mit einer Definition für Leitfadeninterviews dienen, welche in der folgenden Form ohne Beanstandung als zutreffend für die auf dem Festival geführten Gespräche gekennzeichnet werden kann: „Das Leitfadeninterview ist ein halbstandardisiertes Interview. Das bedeutet, dass die Reihenfolge der Fragen dem Gesprächsverlauf angepasst wird und die Fragen in Anlehnung an die Begrifflichkeit der Teilnehmenden formuliert werden. Der Leitfaden 11 Vgl. Anhang 2 und 3: Besucherinterviews. 4 Methodik: Forschungsdesign und Grounded Theory 28 dient bei der Gesprächsführung also lediglich als Anhaltspunkt“ (ebd., S. 216). Nimmt man den psychologischen Sprachgebrauch, so ist das bereits erörterte narrative Interview, sowie das ‚ero-epische‘ Gespräch, unter den nonstandardisierten Interviewformen einzuordnen (vgl. ebd., S. 218). Girtler beschäftigt sich weiterführend mit dem Problem der Suggestivfragen. Nach Meinung einiger Autoren sei demnach diese Art von Frage im Forschungsprozess unzulässig, da Fragen niemals so formuliert werden sollten, als das sie einen Hinweis auf eine bestimmte Antwort enthalten. Doch Girtler nennt einige Beispiele, wie er durch Suggestivfragen ausführlichere oder überhaupt informative Antworten erhalten hat (vgl. ebd., S. 159f). Im Feld fanden auch diese Art Fragen Anwendung, da der Leitfaden mit den vorher erarbeiteten Themen zum Tragen kam und daher einige Fragen an die Besucher nur suggestiv gestellt werden konnten. Die geführten Gespräche wurden mithilfe eines digitalen Diktiergeräts festgehalten und sind für diese Arbeit – auszugsweise – transkribiert worden, da knapp acht Stunden Material gesammelt wurde. Neben den Gesprächen und den quantitativ erhobenen Daten, kam eine dritte Methode der Informationserhebung zum Tragen, nämlich das Feldtagebuch. Dieses Tagebuch soll den Fortgang der Forschungsarbeit dokumentieren, in dem stichwortartige Bemerkungen über den Tag hinweg gemacht werden. Gedanken zur Vorgehensweise, Hinweise auf mögliche Zwischenergebnisse oder auch emotionale Situationen können hier festgehalten werden (vgl. Girtler, 1984, S. 131). Zudem sollte der Tagesablauf im ‚Feld‘ dargestellt werden, um etwaige Muster im Alltag feststellen zu können und diese zu interpretieren. Diese Art der Dokumentation des Festivalalltags gelang aus meist flüssigen Gründen nur rudimentär und wird bei der Interpretation der Daten nur eine kleine Rolle spielen12. Neben den bisher beschriebenen qualitativen Methoden der Datenerhebung, sollten zusätzlich quantitative Daten für weitere Denkanstöße sorgen. Daher wurden Fragebögen an verschiedene Besucher des Summer Breeze verteilt. 12 Vgl. Anhang 5 und 13: Feldtagebuch. 4.1 Im „Feld“: „positivistische“ Soziologie und die 10 Gebote der Feldforschung 29 Fragebögen im Feld „Beim quantitativen Ansatz kommen objektiv messende (standardisierte) Verfahren […] zum Einsatz.“ (Hussy, Schreier, & Echterhoff, 2010, S. 9). Entgegen dieser Definition, kann bei den verwendeten Fragebögen im Feld nicht von einer quantitativen Datenerhebung gesprochen werden. Wie im Anhang zu sehen ist, sollten die Besucher im Jahre 2011 ihren Tagesablauf auf dem Festival beschreiben, sowie die Faktoren nennen, welche ihnen für ein gelungenes Summer Breeze am Wichtigsten sind. Dies waren die zentralen Fragen, mit welchen der Forschungsprozess beginnen sollte. Diese Fragen waren die erste Faszination, die zum eigentlichen Interesse an dieser Arbeit führte. Bei diesen Fragebögen wurden keine messbaren Zahlen angegeben, sondern lediglich Tendenzen. Daher handelt es sich bei den gewonnenen Daten um die Grundlage der späteren Online-Befragung. Aus beschreiben wird messen, aus verstehen wird erklären und aus explorativ wird explanativ. Bortz & Döring formulieren die Kritik am quantitativen Ansatz ähnlich der Kritik Girtlers an der positivistischen Soziologie. Ihnen zu Folge liege dem quantitativen Ansatz ein ‚mechanisches Menschenbild‘ zu Grunde, der Mensch sei nur eine von äußeren Ursachen gesteuerte ‚Marionette‘ (vgl. Bortz & Döring, 2006, S. 301). Die Dichotomie ‚erklären-verstehen‘ eignet sich nach Bortz & Döring nur bedingt, da weder in der quantitativen noch in der qualitativen Sozialforschung auf Erklärungen verzichtet wird. Die subjektive Weltsicht und inneren Gründe der Akteure innerhalb einer Forschungsumgebung zu verstehen13, sei nur durch kommunikatives Nachvollziehen möglich (ebd., S. 301). Die in den Jahren 2011 und 2012 verwendeten Fragebögen unterscheiden sich im Aufbau nur durch die Ergänzung der Stammdaten (Geschlecht, Beruf, Alter etc.) im Jahre 2012. Die ersten Fragebögen gingen natürlich an all die Menschen, welche die Peergroup des Autors 4.1.3 13 Der lange vorherrschende Methodenstreit zwischen qualitativer und quantitativer Sozialforschung wurde von Wilson ‚relativiert‘. Ihm zu Folge ergänzen sich beide Perspektiven, also zum einen hypothesengenerierend und Hypothesen testend. Auf Grund des reflexiven Gegenstandbereichs sind diese methodologischen Positionen nicht zu halten, da immer individuell und dem Gegenstand angemessen die Methodik gewählt werden muss (vgl. Wilson, 1982, S. 469ff). 4 Methodik: Forschungsdesign und Grounded Theory 30 bildeten. Über die Anzahl und Akzeptanz der Fragebögen wurde bereits berichtet. Es lässt sich sagen, dass nur eine geringe Anzahl der Bögen unbrauchbar sind, die meisten wurden mit Bedacht bearbeitet14. Im Jahr 2013 entstand ein Online-Fragebogen, mit dessen Hilfe quantitative Daten erhoben wurden. Im Folgenden soll die Ordnungsleistung dargestellt werden, welche den Fragebogen ermöglicht hat. Des Weiteren wird über das Email-Interview mit Michael Edele reflektiert und erläutert, welche Rolle Facebook bei dem ganzen Vorhaben spielte. Online Bevor der Online-Fragebogen entstehen konnte, mussten zunächst entsprechende Fragen generiert werden. Diese Fragen konnten nur entstehen, wenn sie der Verifizierung oder Falsifizierung von Hypothesen dienen würden. Merkmale einer wissenschaftlichen Hypothese sind die präzise und widerspruchsfreie Formulierung, die prinzipielle Widerlegbarkeit, Operationalisierbarkeit und Begründbarkeit (vgl. Hussy, Schreier, & Echterhoff, 2010, S. 30). Daher mussten erst Hypothesen erarbeitet werden, welche es zu überprüfen galt. Um diesen Prozess anzustoßen, wurden alle Fragebögen ausgewertet, die bisher von den Besuchern im Feld SB ausgefüllt wurden. Die Antworten auf ‚Was ist mir am Wichtigsten? ‘ und die Beschreibung des typischen Tagesablaufs wurden also kategorisiert, was als klassische Ordnungsleistung bezeichnet werden kann. Damit wurde, nach Hussy et.al, die sogenannte Begründbarkeit der Hypothesen gewährleistet. Gemeint ist den Autoren zu Folge die theoretische und empirische Fundierung einer Hypothese, die deren Aufstellung nachvollziehbar macht (vgl. ebd., S. 31). Wie also wurde diese Fundierung geliefert? Ein Beispiel: Auf die Frage nach den wichtigsten Faktoren für einen gelungenen Festivalbesuch, wurde im Jahre 2012 von 51 ausgefüllten Fragebögen 48 Mal die Musik in Form von beispielsweise ‚Konzerte‘, ‚Bands‘, ‚Musik hören‘ genannt.15 Weitere Antworten, die auffällig häufig genannt 4.2 14 Siehe Anhang 1 und 2, sowie 7-12. 15 Vgl. Anhang 21-24 Excel Tabellen. 4.2 Online 31 wurden, waren zum Beispiel ‚Freunde‘, ‚Trinken‘ oder auch ‚Kommunikation‘. Daraus konnte die Hypothese ‚Musik, Alkohol und Freunde sind die Hauptfaktoren für ein gelingendes Festival‘ entstehen. Mithilfe dieser Hypothese wurden verschiedene Fragen für die Bearbeitung eben jener erstellt, wie beispielsweise die Frage Nr. 11 des Onlinefragebogens: ‚Was ist dir auf dem SUMMERBREEZE-Festival am Wichtigsten? Klar ist, dass einige der vorgegebenen Antworten eng mit anderen zusammenhängen. Klar ist auch, dass einige Antworten fehlen. Versuche trotzdem eine Rangfolge herzustellen.‘ Per Drag & Drop sollten die Besucher folgende Faktoren in eine Reihenfolge bringen: Musik, Essen, Freunde, Merchandise (T-Shirts, Hoodies16, etc.), Kommunikation, Schlafen, Hygiene, Sex, Trinken, Tattoos, Piercings, Accessoires. Die Ergebnisse werden im fünften Abschnitt dieser Arbeit präsentiert und analysiert. Der hier beschriebene Weg verläuft innerhalb der deduktiven (also vom Generellen zum Spezifischen) Hypothesengenerierung, was bedeutet, dass alle aufgestellten Hypothesen zu einer auf Literaturbasis erdachten Forschungsfrage passen müssen. Im Falle dieser Arbeit war das die Frage nach den Phänomenen, welche ein solches Metalfestival zu einem Szeneevent machen. An dieser Stelle ist es wichtig, auf die Operationalisierbarkeit einer Hypothese einzugehen. Hussy et.al nennen als Merkmal Operationalisierbarkeit den Verzicht auf ‚schwammige Begriffe‘, was genau bedeutet, dass abstrakte und komplexe Begriffe genau definiert sein müssen, so dass man sie messen kann (vgl. ebd., S. 30). Als Beispiel kann hier Frage Nummer 14 des Online-Fragebogens angeführt werden: ‚Wie sehr fühlst du dich der Metalszene zugehörig? Metal ist natürlich ein sehr weiter Begriff und jede Richtung hat oft ihre eigene Szene. Ob Black-Metal, Gothic, Metalcore etc, ich fasse hier der Einfachheit wegen alle Richtungen als METAL zusammen! ‘ Hier wurde der weite Begriff des ‚Metal‘17 so definiert, dass die Besucher verstehen was gemeint ist und das Ant- 16 Kapuzenpullover. 17 Elflein zählt folgende Stilbegriffe unter dem Überbegriff ‚Heavy‘ Metal auf: Alternative Metal, Avantgarde Metal, Black Metal, Classic Metal, Crossover, Dark Metal, Death Core, Death Grind, Death Metal, Death `n` Roll, Doom Metal, Elektro Metal, Epic Black Metal, Epic Metal, Folk Metal, Funeral Doom, Funk Metal, Glam Metal, Gothic Metal, Grunge, Hair Metal, Hard Rock, Industrial Metal, Math Metal, Melodic Death Metal, Melodic Metal/AOR, Melodic Speed Metal, Metal, Metal Core, Modern Metal, Neo-Thrash, Nu-Metal, Pagan Metal, Prog Metal, Rotzrock, 4 Methodik: Forschungsdesign und Grounded Theory 32 worten kein Problem darstellt. Mithilfe dieser Frage wurde die Hypothese ‚Das Festival bestärkt die Besucher in dem Gefühl, der Metalszene zugehörig zu sein‘ bearbeitet. Da die Umfrage direkt nach dem Festival online ging, waren die Eindrücke der Besucher noch frisch und sie konnten schnell für sich entscheiden, in wie weit ihre Zugehörigkeit zur Szene durch den Besuch des SB beeinflusst wurde. Hussy et.al stellen die Rolle der Hypothese im Forschungsprozess anschaulich dar: Sie ist die Verbindung zwischen Theorie und Empirie. Entweder wird die im Hintergrund stehende Theorie einer Hypothese wird durch die Konfrontation mit empirischen Erkenntnissen bestätigt, oder muss andernfalls neu modifiziert werden (vgl. ebd., S. 35). Es ist zudem wichtig zu erwähnen, dass die erarbeiteten Hypothesen nicht universell sind, sondern quasi-universell. Das heißt, es werden Einschränkungen auf die Wahrscheinlichkeit des Zutreffens der Hypothese, also Ausnahmen, in Kauf genommen (vgl. ebd., S. 32). Fragebogen mit Q-SET und Facebook Die Onlineumfrage wurde mithilfe von www.q-set.de erstellt. Die Seite war in der Handhabung unproblematisch und der Fragebogen konnte zügig erstellt werden. Praktischerweise ist es möglich, den Fragebogen durch Testläufe zu erproben, was einige Fehler in den Fragen sowie im 4.2.1 Sleaze, Speed Metal, Thrash Metal, True Metal, Viking Metal. (vgl. Elflein, 2010, S. 45) Es sei erwähnt, dass es noch viel mehr Stilrichtungen im Metalbereich gibt. Wie ersichtlicht ist, macht ein Sammelbegriff bei dieser Fragestellung durchaus Sinn. Ebner leitet die historische Entwicklung des Heavy Metal mit der fundamentalen Bedeutung des afro- amerikanischen Blues für die gesamte Rockkultur ein. Daraus entwickelte sich in den 40er Jahren der Rhythm and Blues, welcher später durch Vertreter wie Elvis Presley, mit harten und schnellen Rythmen in den 60er Jahren sich zu Rock `n`Roll entwickelte und weite Verbreitung fand. Die Nachfolge trat der Beat an, dessen wichtigste Vertreter die Beatles waren. Jimi Hendrix erlangte durch sein verzerrtes und durch Rückkopplung geprägtes Gitarrenspiel zentrale Bedeutung für Heavy Metal. Dieser entstand aus dem sogenannten Heavy Rock oder Hard Rock. Led Zeppelin in den USA und Black Sabbath in Großbritannien gelten als erste Heavy Metal Bands. In den 80er Jahren kam eine neue Periode auf, welche als ‚New Wave of British Heavy Metal‘ bekannt wurde. Ebenso erwähnt werden müssen Melodic Metal, Thrash und Death Metal, welche diese Phase der Aufspaltung mitprägten bis in die heutige Zeit, in welcher immer noch neue Subgenres entstehen (vgl. Kilthau & Ebner, 1995, S. 2ff). 4.2 Online 33 Handling zu Tage brachte und somit die gesamte Befragung verbesserte. Problematisch war das Ausfüllen des Bogens via Smartphone18 wie durch die Kommentare auf Facebook ersichtlich wurde. Dies wurde an Q-SET rückgemeldet, trug aber einen Teil dazu bei, dass 2.786 Fragebögen nur teilweise beantwortet wurden. Insgesamt wurden 4.584 Fragebögen vollständig beantwortet und 1.777-mal wurde der Fragebogen ohne jegliche Beantwortung geöffnet. Das System von Q- SET sieht das Kaufen von Antwortkontingent vor, was bedeutet, dass beispielsweise für 1.000 weitere Antworten 10 € bezahlt werden muss. Die ersten 4.000 Antworten sind umsonst. Der Fragebogen enthält 22 Felder, was bedeutet, dass 181 Fragebögen ohne eine Zuzahlung ausgefüllt werden konnten. Es wurde schnell ersichtlich, das Kontingent hinzugekauft werden musste, da sich die Umfrage schnell auf Facebook19 verbreitete. Des Weiteren sollte die Umfrage werbefrei sein, was ebenso Geld kostete. Also wurden mit insgesamt 120 € weitere 14.000 Antworten gekauft und für 9,90 € die Werbung entfernt. Die Möglichkeit, einen Studententarif zu buchen, wurde leider übersehen. Insgesamt wurden mithilfe der Onlineumfrage 641 Datensätze generiert, deren Inhalt im folgenden Ergebnisteil dargestellt wird. Zusammen mit den 14 Fragebögen aus dem Jahre 2011 und den 53 verwertbaren Bögen aus dem Jahre 2012 ergab das eine Gesamtanzahl von 708 Fragebögen, mit welchen gearbeitet werden konnte. Experteninterview via Email Die Überlegung hinter diesem Interview war, dass als zusätzliche Quelle zur Interpretation der Ergebnisse, ein ‚Metalexperte‘ befragt werden sollte. Was macht den Experten in diesem Sinne, also als Quelle, zu einem Experten? Aus Perspektive eines Feldforschers ist jemand dann eine außergewöhnliche Quelle, wenn er über ein fundiertes 4.2.2 18 Vgl. Anhang 16: Facebook Screenshot. 19 An dieser Stelle soll den SB-Veranstaltern und Michael Edele (der Experte in Sachen ‚Metal‘) ein ausdrückliches Dankeschön für das Teilen der Umfrage zukommen. Ohne diese Unterstützung wäre niemals diese Zahl an Datensätzen zustande gekommen. 4 Methodik: Forschungsdesign und Grounded Theory 34 Fachwissen zum untersuchten Thema besitzt, auf jahrelange Erfahrung im selbigen Bereich zurückgreifen kann und sich selbst als einer der Protagonisten der Szene sieht. Der befragte Experte schreibt seit Jahren Reviews über, in den allermeisten Fällen, Metalalben für www.laut.de. Zudem verfasst er monatlich einen ‚Metalsplitter‘ auf selbiger Musikseite, in welchem er über die neusten Ereignisse in der Metalszene berichtet und innerhalb dessen sogar einen hochinteressanten Lehrauftrag erfüllt. Was ihn jedoch speziell für ein Interview zum Thema SB auszeichnet, ist die Tatsache, dass er dieses Festival bereits mehrere Male besucht und in Reviews zusammengefasst hat. Daher werden manche Aussagen von ihm bei der Interpretation der Antworten aus dem Online-Fragebogen helfen. Diese Ergebnisse sollen im nun folgenden Abschnitt dargestellt und analysiert werden. 4.2 Online 35 Ergebnisse, Analysen, Interpretation Zunächst gilt es zu klären, was unter einem ‚Phänomen‘ verstanden wird. Den generellen Sinn der Phänomenologie beschreiben Bort & Döring im Sinne Edmund Husserls mit dem Erfassen des Wesens einer Sache. Dies muss durch objektive Erkenntnis erfolgen, so dass die Phänomene beschrieben werden können, wie sie wirklich sind und nicht, wie sie durch eventuelle Vorkenntnis, Theorien oder Vorurteilen erscheinen mögen (Bortz & Döring, 2006, S. 304). Der Duden hat online zwei relevante Bedeutungen für den Begriff des Phänomens: ‚Das Erscheinende, etwas, was sich beobachten und wahrnehmen lässt‘ (vgl. Duden, 2014). Es ist offenkundig, dass es keine reinen Beobachtungen gibt, welche das ‚Wesen‘ der Dinge erfassen, ohne sich auf Theorien zu berufen. Balog erwähnt dazu die Alltagstheorien, welche zu allen möglichen Sachverhalten gebildet werden und in der Routine des Alltags in ihrem Sosein hingenommen werden. Daher bildet das Alltagswissen keine gesicherte Grundlage, um soziale Phänomene zu erklären (vgl. Balog, 2006, S. 166f). Jede Beobachtung ist durchsetzt mit Theorien, weswegen auch bei der vorliegenden Arbeit nur bedingt von einer phänomenologischen Methodik gesprochen werden kann. Die Lebenswelt der Protagonisten steht im Mittelpunkt und soll möglichst unverzerrt dargestellt werden. Dabei eigene Vorurteile zurückzustellen ist bei der Arbeit hilfreich, doch das direkte ‚Wesen‘ einer Sache zu erkennen und darzustellen, scheint übertrieben und beinhaltet immer die Interpretationen des Forschers, weswegen eben diese als Teil der Analyse gelten müssen (vgl. ebd., S. 304). Nach Geertz bildet die Kultur den Rahmen, in welchem Handlungen, also auch Phänomene, ‚beschreibbar‘ werden. Der Mensch bewegt und konstruiert permanent ein Netz an Bedeutungszuschreibungen, welches Kultur genannt wird. Drei Prinzipien sind dabei grundlegend. Kultur wird durch soziale Interaktion durchgehend produziert und überformt, besitzt aber keine deterministische Macht oder erkennbare Referenzgröße. Kultur bestimmt den Wert, den Menschen verschiedenen Dingen oder Handlungen beimessen 5 37 (vgl. Geertz, 1987, S. 9ff). Den Kulturbegriff definiert Geertz folgendermaßen: „[…] er bezeichnet ein historisch überliefertes System von Bedeutungen, die in symbolischer20 Gestalt auftreten, ein System überkommender Vorstellung, die sich in symbolischen Formen ausdrücken, ein System, mit dessen Hilfe die Menschen ihr Wissen vom Leben und ihre Einstellungen zum Leben mitteilen, erhalten und weiterentwickelt.“ (Geertz, 1987, S. 46). Die Analyse der Ergebnisse wird wie folgt aufgebaut sein: 1. Hypothesen und deren Begründung (jeweils als eigener Unterpunkt) . 2. Fragen aus dem Online-Fragebogen zur Bearbeitung der Hypothese (kursiv). 3. Ergebnisse und Antworten mit entsprechender grafischer Darstellung. 4. Interpretation der Ergebnisse und Antworten mit zusätzlichen Informationen aus den transkribierten Gesprächen auf dem Festival, sowie dem Experteninterview. 5. Methodologische Kritik und Fazit. Hypothesen und deren Entstehung Um nachvollziehen zu können, wie die Hypothesen entstanden sind, muss zunächst die Vorarbeit betrachtet werden. Diese bestand darin, die im ‚Feld‘ gesammelten Daten aus den Jahren 2011 und 2012 zu erfassen, zu kategorisieren und zu ordnen. Daher macht es Sinn, einen kurzen Eindruck zu vermitteln, wie diese Ordnungsleistung stattgefunden hat. Hier, als erstes Beispiel, ein Auszug der Auswertung nach der Frage, was den Besuchern (2012) am Wichtigsten auf dem Festival war. Die hier dargestellten Begriffe sind grobe Überkategorien, mit denen sich ein sehr großer Anteil der Antworten kategorisieren ließ. 5.1 20 Symbole sind Gegenstände, Handlungen, Ereignisse oder Eigenschaften welche einer Vorstellung Ausdruck verleihen bzw ihr Bedeutung zuschreiben sollen (vgl. Geertz, 1987, S. 49). 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 38 27 Auszug der Auswertung nach der Frage, was den Besuchern (2012) am Wichtigsten auf dem Festival war. Die hier dargestellten Begriffe sind grobe Überkategorien, mit denen sich ein sehr großer Anteil der Antworten kategorisieren ließ. Abbildung 2: Auswertung aus Fragebögen 'Am Wichtigsten' 2012 Klar muss dabei sein, dass beispielsweise eine Kategorie wie ‚Kommunikation‘ eng mit ‚Freunden‘, ‚Trinken‘ oder ‚Feiern‘ zusammenhängt. Folgender Ausschnitt zeigt die einzelnen Bögen voneinander getrennt. Die Antworten wurden entsprechende der oben genannten Kategorien farblich markiert. Abbildung 3: Kategorisierung Antworten aus Fragebögen 'Am Wichtigsten' 2012 Hier wird deutlich, warum die oben erstellten Kategorien praktikabel sind: Sie decken beinahe jede gegebene Antwort ab. Die selbige Vorgehensweise wurde bei der Bearbeitung der Antworten zum Tagesablauf der Festivalbesucher vorgenommen. Hier die Kategorien: Abbildung 4: Kategorien zu Fragebogen 'Tagesablauf' 2012 Diese Kategorien unterscheiden sich nur minimal von den bereits genannten. Beispielsweise passt die Kategorie ‚Freunde‘ nicht in den Tagesablauf, obwohl diese natürlich ein fester Bestandteil der meisten Festivalbesucher sind. ‚Umgebung‘ wurde eingefügt, da manche Antworten nicht besser zugeordnet werden konnten. Hier hätte die Kategorie „Sonstiges“ vermutlich mehr Sinn gemacht, doch die Häufigkeit der Antworten in dieser Kategorie sind zu vernachlässigen. Musik Kommunikation Freunde Trinken Essen Hygiene (Dixis, Waschen usw..) Schlafen Feiern Sonstiges Q Bands Musik Essen Trinken Schlafen Kommunikation Entspannung Hygiene Umgebung Auswertu s Fragebögen 'Am Wichtigsten' 2012 Klar muss dabe sein, dass beispielsweise ein ategorie wie ‚Kommunikation‘ eng mit ‚Freunden‘, ‚Trinken‘ oder ‚Feiern‘ zusammenhängt. Folgender Ausschnitt zeigt die einzelnen Bögen voneinander getrennt. Die Antworten wurden entsprechende der oben genannten Kategorien farblich markiert. Abbildung 2: 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 39 27 Auszug der Auswertung nach der Frage, was den Besuchern (2012) am Wichtigsten auf dem Festival war. Die hier dargestellten Begriffe sind grobe Überkategorien, mit denen sich ein sehr großer Anteil der Antworten kategorisieren ließ. ../Bilder/02.pdf Abbildung 2: Auswertung aus Fragebögen 'Am Wichtigsten' 2012 Klar muss dabei sein, dass beispielsweise eine Kategorie wie ‚Kommunikation‘ eng mit ‚Freunden‘, ‚Trinken‘ oder ‚Feiern‘ zusammenhängt. Folgender Ausschnitt zeigt die einzelnen Bögen voneinander getrennt. Die Antworten wurden entsprechende der oben genannten Kategorien farblich markiert. Abbildung 3: Kategorisierung Antworten aus Fragebögen 'Am Wichtigsten' 2012 Hier wird deutlich, warum die oben erstellten Kategorien praktikabel sind: Sie decken beinahe jede gegebene Antwort ab. Die selbige Vorgehensweise wurde bei der Bearbeitung der Antworten zum Tagesablauf der Festivalbesucher vorgenommen. Hier die Kategorien: Sauberkeit 9 Bands Campingplatz Freunde 10 Bands Stimmung Klo 11 Merch Bier Leute kennenlernen Bands Freunde (lachen, Party) Musik 12 Merch Bier Feeling Leute, Freunde Freunde die dabei sind 13 Koi Stress Gutes Wetter Mäßig bis viel Alkohol Quasiurlaub mit Freunden Bands Kategorisierung Antworten aus Fragebögen 'Am Wichtigsten' 2012 Hier wird deutl ch, warum die oben erst llten Kategorien praktikabel sind: Sie decken beinahe jede geg ben Antwort ab. Die selbige Vorgehensweise wurde bei der Bearbeitung der Antworten zum Tagesablauf der Festivalbesucher vorgenommen. Hier die Kategorien: 27 Auszug der Auswertung nach der Frage, was den Besuchern (2012) am Wichtigsten auf dem Festival war. Die hier dar estellten Begriffe sind grobe Überkategorien, mit denen sich ein sehr großer Anteil der Antworten kategorisieren ließ. ../Bilder/02.pdf Abbildung 2: Auswertung aus Fragebögen 'Am Wichtigsten' 2012 Klar muss dabei sein, dass beispielsweise eine Kategorie wie ‚Kommunikation‘ eng mit ‚Freunden‘, ‚Trinken‘ oder ‚Feiern‘ zusammenhängt. Folgender Ausschnitt z ig die einzelnen Bögen voneinander getrennt. Die Antworten wurden entsprechende der oben genannten Kategorien farblich markiert. ../Bilder/03.pdf Abbildung 3: Kategorisierung Antworten aus Frage ögen 'Am Wichtigsten' 2012 Hier wird deutlich, warum die oben erstellten Kategorien praktikabel sind: Sie decken beinahe jede gegebene Antwort ab. Die selbige Vorgehensweise wurde bei d r Bearbeitung der Antworten zum Tagesablauf der Festivalbesucher vorgenommen. Hier die Kategorien: Abbildung 4: Kategorien zu Fragebogen 'Tagesablauf' 2012 Diese Kategorien unterscheiden sich nur minimal von den bereits genannten. Beispielsweise passt die Kategorie ‚Freunde‘ nicht in den Tagesablauf, obwohl diese natürlich ein fester Bestandteil der meisten Festivalbesucher sind. ‚Umgebung‘ wurde eingefügt, da manche Antworten nicht besser zugeordnet werden konnten. Hier hätte die Kategorie „Sonstiges“ vermutlich mehr Sinn gemacht, doch die Häufigkeit der Antworten in dieser Kategorie sind zu vernachlässigen. Im Folgenden nun entsprechend ein Auszug aus den gegebenen Antworten. Mit der ersten Spalte wurden die Antworten nach ihrer Wichtigkeit in % geordnet, was auch die Aufgabe der Besucher war. Nicht alle konnten dieser Aufgabe nachkommen, wie hier zu sehen ist: Musik Essen Trinken Schlafen Kommunikation Entspannung Hygiene Umgebung Kategorien zu Fragebogen 'Ta esablauf ' 2012 Diese Kategori unterscheiden sich ur minimal von de bereits genannten. Beispielsweise passt die Kategorie ‚Freunde‘ nicht in den Ta- Abbildung 3: Abbildung 4: 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 40 gesablauf, obwohl diese natürlich ein fester Bestandteil der meisten Festivalbesucher sind. ‚Umgebung‘ wurde eingefügt, da manche Antworten nicht besser zugeordnet werden konnten. Hier hätte die Kategorie „Sonstiges“ vermutlich mehr Sinn gemacht, doch die Häufigkeit der Antworten in dieser Kategorie sind zu vernachlässigen. Im Folgenden nun entsprechend ein Auszug aus den gegebenen Antworten. Mit der ersten Spalte wurden die Antworten nach ihrer Wichtigkeit in % geordnet, was auch die Aufgabe der Besucher war. Nicht alle konnten dieser Aufgabe nachkommen, wie hier zu sehen ist: 28 Abbildung 5: Kategorisierung Antworten aus Fragebögen 'Tagesablauf' 2012 Wie auch im oberen Ausschnitt21 wird angedeutet, worauf es den Besuchern des Festivals vorrangig ankommt und womit sie ihre Zeit verbringen. Mit diesen Ergebnissen, sowie den selbst vorgenommenen Beobachtungen und Überlegungen, konnten insgesamt 16 Hypothesen erarbeitet werden, welche vor dem theoretischen Hintergrund der Szene-, Fest-, und Eventforschung stehen. 5.1.1 Grundgesamtheit sowie räumliche, zeitliche und sachliche Abgrenzung Mit dem Buchstaben N wird in der folgenden Analyse die Grundgesamtheit bezeichnet werden. Nach Duller werden die in der Grundgesamtheit zusammengefassten Elemente Merkmalsträger oder Erhebungseinheiten genannt. (vgl. Duller, 2013, S. 6). Zu dieser Grundgesamtheit gehören alle Teilnehmer der Online-Befragung mit Q-SET.de, deren Antworten freigeschaltet wurden. Bei der räumlichen Abgrenzung wird ein spezifisches Gebiet definiert, in welchem sich die Merkmalsträger befinden. In diesem Falle jene Besucher des SB-Festivals, die bei der Online- Befragung teilgenommen haben. Dabei lässt sich kritisch anmerken, dass die Umfrage öffentlich (eben auf Facebook) geteilt wurde, und somit potentiell jeder Nutzer, der diese Umfrage gesehen hat, daran teilnehmen konnte. 21 Vgl. Anhang 21-24: Excel-Tabellen % 20 Quatschen 20 Schlafen 15 Essen 1 10 Saufen 15 Musik 50 Schlafen 20 Musik kucken 10 Essen 2 15 Haushalt (spühlen) 10 Anfahrt 5 Klo 45 Schlafen 10 Essen 10 Klo 3 25 Bands 20 Rumlaufen und Rumhängen Aufstehen Zahnreinigung Bier 4 Frühstück Am Zelt rumhängen Bands wahrnehmen Geschlechtsverkehr Schlafen 20 Bands 50 Pegelsaufen 15 Schlafen 5 15 Pegel auffrischen Kategorisierung Antworten aus Fragebögen 'Tagesablauf ' 2012 Wie auch im oberen Ausschnitt21 wird angedeutet, worauf es den Besuchern des Festivals vorrangig ankommt und womit sie ihre Zeit ver- Abbildung 5: 21 Vgl. Anhang 21-24: Excel-Tabellen. 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 41 bringen. Mit diesen Ergebnissen, sowie den selbst vorgenommenen Beobachtungen und Überlegungen, konnten insgesamt 16 Hypothesen erarbeitet werden, welche vor dem theoretischen Hintergrund der Szene-, Fest-, und Eventforschung stehen. Grundgesamtheit sowie räumliche, zeitliche und sachliche Abgrenzung Mit dem Buchstaben N wird in der folgenden Analyse die Grundgesamtheit bezeichnet werden. Nach Duller werden die in der Grundgesamtheit zusammengefassten Elemente Merkmalsträger oder Erhebungseinheiten genannt. (vgl. Duller, 2013, S. 6). Zu dieser Grundgesamtheit gehören alle Teilnehmer der Online-Befragung mit Q-SET.de, deren Antworten freigeschaltet wurden. Bei der räumlichen Abgrenzung wird ein spezifisches Gebiet definiert, in welchem sich die Merkmalsträger befinden. In diesem Falle jene Besucher des SB-Festivals, die bei der Online-Befragung teilgenommen haben. Dabei lässt sich kritisch anmerken, dass die Umfrage öffentlich (eben auf Facebook) geteilt wurde, und somit potentiell jeder Nutzer, der diese Umfrage gesehen hat, daran teilnehmen konnte. Die sachliche Abgrenzung legt fest, wer als Merkmalsträger verstanden wird. In diesem Falle sind es die Besucher des Summer Breeze- Festivals aus den Jahren 2011, 2012 und 2013. Für die zeitliche Abgrenzung ist nach Löffler & Heiss ein Zeitpunkt oder ein Zeitraum festzulegen (vgl. Löffler & Heiss, 2010, S. 32). Im Rahmen dieser Arbeit handelt es sich um einen Zeitraum, da die Online-Umfrage vom 18.08.2013 bis zum 02.09.2013 ausgefüllt werden konnte. Als erstes sollen nun die Stammdaten der Besucher analysiert werden, also Alter, Geschlecht, Familienstand, Ausbildung, Schulabschluss, Religiöse Orientierung und Anzahl der SB-Besuche. Dabei wurde folgende Hypothese zur Grundlage der Bearbeitung gewählt: 5.1.1 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 42 Die Besucherstruktur des Festivals ist heterogen. Metal als ‚Lebensstil‘ ist ein Phänomen, welches unabhängig von Bildung, Ausbildung, Geschlecht, Alter und Religion in der (deutschen) Gesellschaft vorzufinden ist. Als Einstieg in den Onlinefragebogen wurden die Besucher gebeten, die Anzahl ihrer Besuche des Festivals zu nennen. Diese einfache Frage war als Eisbrecher gedacht, da ein niederschwelliger Anfang die Hemmungen zur Teilnahme reduziert. Stöber teilt die Eisbrecherfragen den Funktionsfragen zu, welche im Normalfall nicht ausgewertet werden, sondern lediglich einem ‚lockeren‘ Einstieg in ein Gespräch ermöglichen sollen (vgl. Stöber, 2008, S. 194). Im Falle dieser Arbeit ist die Eisbrecherfrage trotzdem auszuwerten, da die Anzahl der Festivalfrequentierung ein erstes Licht auf die Summer Breeze Besucher wirft. Die folgenden Tabellen und Grafiken wurden mit Q-SET.de, Microsoft Excel und SPSS von IBM erstellt. Summer Breeze Besuche N = 641 Wie oft hast du das SUMMERBREEZE-Festival, mit 2013, bisher besucht? Anzahl Besuche Häufigkeit Prozent 1 199 31,0 2 128 20,0 3 96 15,0 4 80 12,5 5+ 138 21,5 Gesamt 641 100,0 Wie in der Tabelle zu erkennen ist, hat das SB einen großen Anteil an Stammpublikum, also Besuchern, welche das Festival bereits mehrere Male besucht haben. Zusammengerechnet haben 69 % (442 Personen) der Besucher im Jahre 2013 das Festival bereits mindestens einmal besucht. Dass immerhin 31 % (199 Personen) das SB im Jahre 2013 zum ersten Mal besucht haben, ist mit unter der sukzessiven Erweiterung, sowie der Gesamtqualität des Festivals geschuldet. Im geführten Ex- 5.1.2 Tabelle 1: 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 43 perteninterview werden verschiedene Vorzüge des Festivals aufgegliedert. Die Auswahl der Bands ist breit gefächert, die beiden Hauptbühnen sind direkt nebeneinander, auf Kritik und Verbesserungsvorschläge wird seitens der Organisatoren eingegangen und auf Aktionen wie Wikingerdörfern, Oilwrestling oder Bullenreiten wird verzichtet. Und es ist nicht Wacken (vgl. Transkription Nr. 3, Zeile 27-35). Tabelle 2: Alter der Besucher Dein Alter: N=641 Häufigkeit Prozent G ül tig unter 18 33 5,1 18 - 25 358 55,9 25 - 35 205 32,0 35 - 45 35 5,5 45+ 10 1,6 Gesamt 641 100,0 Als Zwischenfazit kann also gesagt werden, dass die meisten Besucher das Festival bereits kennen. Dies spricht durchaus für die Veranstalter, da offensichtlich das Meiste richtig gemacht wird. Nun soll das Alter der Besucher analysiert, sowie das Durchschnittsalter berechnet werden. Es sind eindeutige Häufungen bei den Altersgruppen von 18 bis 25 und 25 bis 35 zu erkennen. Nimmt man den Mittelwert einer jeweiligen Altersgruppe (z.B. 18+25 / 2 = 215), multipliziert diese mit der Häufigkeit (215*358= 7.697), addiert die jeweiligen Ergebnisse der einzelnen Altersgruppen miteinander (561+7.697+6.150+1.400+525 = 16.333) und dividiert diese durch 641, so erhält man das Durchschnittsalter der Besucher von gerundet 25,5 Jahren. Im Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung nach Erikson, befinden sich also der Großteil der Besucher in Phase 6: dem frühen Erwachsenenalter. Erikson konstatiert in dieser Phase die Ausbildung einer starken Identität, um ‚intime‘ Beziehungen aufbauen zu können. Je sicherer die eigene Identität22 ist, desto verstärkter wird Intimität in Form von bei- 22 Vgl. 2.2; 2.3; 5.1.8. 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 44 spielsweise Freundschaft, Liebe oder Wettstreit gesucht (vgl. Erikson, 1966, S. 115). An dieser Stelle muss kritisch angemerkt werden, dass im Rahmen der Onlineumfrage das Alter als Direkteingabe zur Errechnung des Durchschnittsalters der Besucher hilfreicher gewesen wäre. Dagegen war die Frage nach dem Merkmal „Geschlecht“ einfacher zu lösen, welche folgend als Kreisdiagramm dargestellt wird. N = 641 31 Abbildung 6: Geschlecht der Besucher In reellen Zahlen sind von 641 Besuchern 432 männlich und 209 weiblich. Es lässt sich also eine klare Dominanz männlicher Besucher feststellen, was nicht weiter verwunderlich ist, denn Metal als Musik und als Szene, ist in jeder Hinsicht dominiert von Männern. Elflein bestätigt in seinen Analysen eine männliche Dominanz auf Heavy Metal-Konzerten und Festivals, welche durch teilnehmende Beobachtung fundiert wurde. Dennoch wachse die Zahl der weiblichen Minderheit, jedoch ohne verlässliche empirische Daten nennen zu können (vgl. Elflein, 2010, S. 40). Das ist also hiermit geschehen. An dieser Stelle erscheint es passend, auf den beobachtbaren Sexismus23 dieses Festival aber auch anderer Festivals hinzuweisen. Als Beispiel für sexistische Äußerungen können oft wahrnehmbare ‚Titten raus‘ oder ‚Ausziehen‘-Rufe gewertet werden, mit welchen sich die meisten Frontfrauen verschiedener Metalbands (z.B. Lacuna Coil, Arch Enemy) konfrontiert sehen. Das ist kein explizites Phänomen des SB-Festivals, sondern ist allgemein auf Rock/Metal Konzerten und Festivals zu beobachten. Ein weiteres Beispiel ist das Bewerten vorbeigehender Frauen (teilweise auch Männer) nach ihrem Äußeren. Dabei sitzen Gruppen von, in den meisten 23 Dies soll hier nur angeschnitten und durch eine Definition aus dem Lexikon zur Soziologie unterfüttert werden. Demnach ist Sexismus: „ein […] Begriff zur Bezeichnung von Vorurteilen und Diskriminierungen aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit. Wegen der in den meisten Gesellschaften vorherrschenden patriarchalischen Strukturen wird Sexismus fast ausschließlich zur Kennzeichnung von diskriminierenden Einstellungen und Handlungen gegenüber Frauen verwendet bzw. zur Kennzeichnung von Bevorzugung und Verherrlichung des männlichen Geschlechts.“ (Fuchs-Heinritz, Lautmann, Rammstedt, & Wienold, 1994, S. 599). Geschlecht der Besucher In reellen Zahlen sind von 641 Besuchern 432 männlich und 209 weiblich. Es lässt sich also eine klare Dominanz männlicher Besucher feststellen, was nicht weiter verwunderlich ist, denn Metal als Musik und als Szene, ist in jeder Hinsicht dominiert von Männern. Elflein bestätigt in sei en Analysen eine männliche Domi anz auf Hea y Metal- Konzerten und Festivals, welche durch teilnehmende Beobachtung fundiert wurde. Dennoch wachse die Zahl der weiblichen Minderheit, Abbildung 6: 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 45 jedoch ohne verlässliche empirische Daten nennen zu können (vgl. Elflein, 2010, S. 40). Das ist also hiermit geschehen. An dieser Stelle erscheint es passend, auf den beobachtbaren Sexismus23 dieses Festival aber auch anderer Festivals hinzuweisen. Als Beispiel für sexistische Äußerungen können oft wahrnehmbare ‚Titten raus‘ oder ‚Ausziehen‘- Rufe gewertet werden, mit welchen sich die meisten Frontfrauen verschiedener Metalbands (z.B. Lacuna Coil, Arch Enemy) konfrontiert sehen. Das ist kein explizites Phänomen des SB-Festivals, sondern ist allgemein auf Rock/Metal Konzerten und Festivals zu beobachten. Ein weiteres Beispiel ist das Bewerten vorbeigehender Frauen (teilweise auch Männer) nach ihrem Äußeren. Dabei sitzen Gruppen von, in den meisten Fällen Männern in ihren Campingstühlen am Wegrand, konsumieren Alkohol und bewerten eben vorbeigehende Frauen, mit Schildern auf welchen sich Zahlen befinden, nach ihrem Aussehen. „[…]I: Bekommt man hier als Frau eine andere Aufmerksamkeit? B1: Ja vorhin hat uns einer angequatscht, ob wir ficken wollen. Weils ja so geil ist. Hat er uns beiden gesagt. […]“ (Transkription Nr. 2, Zeile 36-38). Um ein differenziertes Bild der Besucher zeichnen zu können, wurde bei der Onlinebefragung die religiöse Orientierung mit aufgenommen. Das Ergebnis sollte für Mitglieder der Szene eher weniger überraschend sein, da Religion, gerade die christliche Religion, auf vielen Metalalben, gelinde gesagt, kritisch betrachtet wird. Als Wegbereiter des Heavy Metal, diente Black Sabbath als Integrator von okkulten Themen, wobei das letzte Kapitel der Bibel, die Offenbarung, ein große Inspirationsquelle darstellte (vgl. Kilthau & Ebner, 1995, S. 11). 23 Dies soll hier nur angeschnitten und durch eine Definition aus dem Lexikon zur Soziologie unterfüttert werden. Demnach ist Sexismus: „ein […] Begriff zur Bezeichnung von Vorurteilen und Diskriminierungen aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit. Wegen der in den meisten Gesellschaften vorherrschenden patriarchalischen Strukturen wird Sexismus fast ausschließlich zur Kennzeichnung von diskriminierenden Einstellungen und Handlungen gegenüber Frauen verwendet bzw. zur Kennzeichnung von Bevorzugung und Verherrlichung des männlichen Geschlechts.“ (Fuchs- Heinritz, Lautmann, Rammstedt, & Wienold, 1994, S. 599). . 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 46 N = 641 32 Abbildung 7: Religiöse Orientierung der Besucher Eindeutig in der Mehrheit sind atheistisch orientierte Menschen mit einem Anteil von 34 % (218 Personen). Ähnlich denkende Menschen sind die Agnostiker, welche mit 13,9 % (89 Personen) die Existenz oder Nichtexistenz eines Gottes oder einer übergeordneten Entität als unerheblich für ihr Leben bewerten. Insgesamt 28,9 % (109 katholische und 76 evangelische Personen) sind christlich orientiert. Das ist nicht weiter verwunderlich, da das Festival 1. in Deutschland und 2. in Bayern stattfindet. Als Kritik muss hier angebracht werden, dass aus diesen Zahlen nicht hervorgeht, ob die entsprechende Religion auch praktiziert wird. Aus den Antworten unter dem Bereich ‚Sonstiges‘ ist eben dieser Punkt zu entnehmen: „Christlich-Katholisch, aber nur weil ich zu faul bin um zum Standesamt zu gehen, um aus der Scheisse auszutreten“ „Evangelisch getauft aber mir is [!] das ganze Religionszeug egal“ Religiöse Orientierung der Besucher Eindeutig in der Mehrheit sind atheistisch orientierte Menschen mit einem Anteil von 34 % (218 Personen). Ähnlich denkende Menschen sind die Agnostiker, welche mit 13,9 % (89 Personen) die Existenz oder Nichtexistenz eines Gottes oder einer übergeordneten Entität als unerheblich für ihr Leben bewerten. Insgesamt 28,9 % (109 katholische und 76 evangelische P rsonen) sind chri tlich orientiert. Das is nicht weiter verwunderlich, da das Festival 1. i Deutschland und 2. in Bayern stattfindet. Als Kritik muss hier angebracht werden, dass aus diesen Zahlen nicht hervorgeht, ob die entsprechende Religion auch praktiziert wird. Aus den Antworten unter dem Bereich ‚Sonstiges‘ ist eben dieser Punkt zu entnehmen: „Christlich-Katholisch, aber nur weil ich zu faul bin um zum Standesamt zu gehen, um aus der Scheisse auszutreten“ „Evangelisch getauft aber mir is [!] das ganze Religionszeug egal“ Abbildung 7: 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 47 Als weitere interessante Antworten sind beispielsweise auch ‚Heide‘, ‚Ignostizismus‘, ‚Pastafari‘24 oder „Pirat“ aus den Antworten zu nennen. Satanismus, dass soll an dieser Stelle ausdrücklich genannt werden, wurde nur zweimal genannt. Von den glücklicherweise wenig wirklich fehlgeleiteten Anhängern des Heavy Metal, die sich um Beispiel mit NSBM (Nacional Socialistic Black Metal) identifizieren, sind kaum Vertreter auf dem SB zu finden. Die Funktion der Themen Satanismus / Okkultismus im Heavy Metal können mit den Worten von Kilthau & Ebner auf den Punkt gebracht werden: „Provokation und Kommerz scheinen schließlich die Hauptgründe für das Kokettieren vieler Heavy Metal-Bands mit einem okkulten Image zu sein. […] es gehöre zur Marketingstrategie der Musikindustrie, okkulte Symbolik zur Verkaufsförderung einzusetzen.“ (Kilthau & Ebner, 1995, S. 22). Die meisten Angaben unter ‚Sonstiges‘ sind ebenfalls als anti- oder nichtreligiös zu werten. Zusammen mit dem Anteil an Atheisten und Agnostikern lässt sich also sagen, dass 55,7 % (357 Personen) tendenziell oder aus Überzeugung keine Religion praktizieren. 14, 8 % (95 Personen) machten bei dieser Frage keine Angaben. Isensee meint in seiner philosophischen Betrachtungsweise des Festes: „Im Fest ist einbegriffen: Stolz, Übermut, Ausgelassenheit, der Hohn über alle Art Ernst und Biedermännerei; ein göttliches Jasagen zu sich selbst aus animaler Fülle und Vollkommenheit – lauter Zustände, zu denen der Christ nicht ehrlich ja sagen darf.“ (Isensee, 2012, S. 62). Um das Bild der SB-Besucher weiter zu vervollständigen, ist im Folgenden die Schul- und Ausbildung das Thema. Hierzu gibt es beispielsweise in den Schwermetallanalysen Eindrücke, mit welchen die folgenden Ergebnisse verglichen werden. 24 Ein Pastafari ist Anhänger des fliegenden Spaghettimonsters (FSM), einer Religionsparodie auf den auf pseudowissenschaftlichen Erkenntnissen beruhenden Kreationismus, auch Intelligent Design genannt. 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 48 N = 641 33 Um das Bild der SB-Besucher weiter zu vervollständigen, ist im Folgenden die Schul- und Ausbildung das Thema. Hierzu gibt es beispielsweise in den Schwermetallanalysen Eindrücke, mit welchen die folgenden Ergebnisse verglichen werden. N = 641 Abbildung 8: Schulabschlüsse der Besucher Insgesamt 325 Personen haben das Abitur, was 50,7 % der Festivalbesucher ausmacht. Verglichen mit den Feststellungen aus den Schwermetallanalysen von Elflein lassen sich zwei Fakten herausarbeiten: Erstens beziehen sich die Schwermetallanalysen ausschließlich auf die Kategorie des ‚Heavy Metal‘ und dem entsprechenden Publikum, was in Bezug auf die Analysen von Weinstein wie folgt beschrieben wird: „Der typische Heavy Metal-Hörer und -Musiker wird als weiß, männlich, mit eher geringen Bildungsgrad und Arbeiterklassen Hintergrund beschrieben.“ (Elflein, 2010, S. 40). Zweitens haben die Festivalbesucher im Durchschnitt (hier: 325 mit Abitur addiert mit 129 mit FH- Reife = 454 von 641) einen hohen Bildungsgrad. Elflein konstatiert ebenfalls eine Zunahme von Fans mit höherem Bildungsgrad in neuerer Zeit (vgl. ebd., S. 40). Jedoch bleibt hier unklar, ob sich diese Aussagen auf die Superkategorie ‚Metal‘ oder auf das Subgenre ‚Heavy Metal‘ bezieht. Als Schulabschlüsse der Besucher Insgesamt 325 Personen haben das Abitur, was 50,7 % der Festivalbesucher ausmacht. Verglichen mit den Feststellungen aus den Schwermetallanalysen von Elflein lassen sich zwei Fakten herausarbeiten: Erstens bezi hen sich die Schwermet llanalysen ausschließlich auf die Kategorie des ‚Heavy Metal‘ und dem entsprechenden Publikum, was in Bezug auf die Analysen von Weinstein wie folgt beschrieben wird: „Der typische Heavy Metal-Hörer und -Musiker wird als weiß, männlich, mit eh r geringen Bi dung grad und Arbeiterklassen Hintergrund beschrieben.“ (Elflein, 2010, S. 40). Zweitens haben die Festivalbesucher im Durchschnitt (hier: 325 mit Abitur addiert mit 129 mit FH-Reife = 454 von 641) einen hohen Bildungsgrad. Elflein konstatiert ebenfalls eine Zunahme von Fans mit höherem Bildungsgrad in neuerer Zeit (vgl. ebd., S. 40). Jedoch bleibt hier unklar, ob sich diese Aussagen auf die Superkategorie ‚Metal‘ oder Abbildung 8: 5.1 Hypoth sen und deren Entstehung 49 auf das Subgenre ‚Heavy Metal‘ bezieht. Als Methodenkritik muss an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass keine nicht-deutschen Abschlüsse zur Auswahl standen, weswegen diese Nennungen unter der Kategorie ‚Sonstiges‘ zu finden sind. Beispiele hierfür sind ‚Matura‘ aus Österreich oder ‚Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis‘ aus der Schweiz. Mit diesem Ergebnis korreliert der nächste Ergebnisteil, in welchem nach dem Ausbildungsstand der Besucher gefragt wurde. Bei dieser Frage wird mit Blick auf das Diagramm schnell deutlich, dass man das Ergebnis in drei Teile einteilen kann. N = 641 34 Abbildung 9: Ausbildungsabschlüsse der Besucher Die 222 Personen mit einer Berufsausbildung sind, so die Vermutung, die Besucher mit einem Haupt- oder Realschulabschluss, da diese Bildungswege meist in einem Ausbildungsverhältnis übergehen. Jene 195 Personen mit einem abgeschlossenen Studium müssen logischerweise eine Hochschulzugangsberechtigung besitzen. Die restlichen 222 Festivalgänger befinden sich noch in der Ausbildung, der größte Teil wohl in einem Studium, da von den 425 Personen mit Abitur und FH-Reife, abzüglich der 195 mit beendetem Studium, noch 230 Personen übrig bleiben. Um hier detaillierte Informationen erhalten zu können, wäre eine Kategorie ‚Im Studium‘ sinnvoll gewesen. Im letzten Teil der Stammdatenerfassung wurden die Besucher nach ihrem Familienstand gefragt. Wie das folgende Schaubild zeigt, kann von einer 50-50 Aufteilung gesprochen werden. N = 641 Ausbildungsa schlüsse der Besucher Die 222 Personen mit einer Berufsausbildung sind, so die Verm tung, die Besucher mit einem Haupt- oder Realschulabschluss, da diese Bildungswege meist in einem Ausbildungsverhältnis übergehen. Jene 195 Personen mit einem abgeschlossenen Studium müssen logischerweise eine Hochschulzugangsberechtigung besitzen. Die restlichen 222 Festi- Abbildung 9: 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 50 valgänger befinden sich noch in der Ausbildung, der größte Teil wohl in einem Studium, da von den 425 Personen mit Abitur und FH-Reife, abzüglich der 195 mit beendetem Studium, noch 230 Personen übrig bleiben. Um hier detaillierte Informationen erhalten zu können, wäre eine Kategorie ‚Im Studium‘ sinnvoll gewesen. Im letzten Teil der Stammdatenerfassung wurden die Besucher nach ihrem Familienstand gefragt. Wie das folgende Schaubild zeigt, kann von einer 50-50 Aufteilung gesprochen werden. N = 641 34 übergehen. Jene 195 Personen mit einem abgeschlossenen Studium müssen logischerweise eine Hochschulzugangsberechtigung besitzen. Die restlichen 222 Festivalgänger befinden sich noch in der Ausbildung, der größte Teil wohl in einem Studium, da von den 425 Personen mit Abitur und FH-Reife, abzüglich der 195 mit beendetem Studium, noch 230 Personen übrig bleiben. Um hier detaillierte Informationen erhalten zu können, wäre eine Kategorie ‚Im Studium‘ sinnvoll gewesen. Im letzten Teil der Stammdatenerfassung wurden die Besucher nach ihrem Familienstand gefragt. Wie das folgende Schaubild zeigt, kann von einer 50-50 Aufteilung gesprochen werden. N = 641 Abbildung 10: Familienstand der Besucher Knapp über die Hälfte der Besucher ist Single oder ledig, die andere Hälfte in einer Beziehung, einer Ehe oder auf dem Weg dorthin. Im Gegensatz zu den anderen Ergebnissen über die Stammdaten der Besucher, lässt sich hier keine klare Mehrheit erkennen. Ein Versuch, den Durchschnittsbesucher des SB anhand der jeweiligen Maximalwerte der Spannweite einer Kategorie zu beschreiben, sieht wie folgt aus: Männlich, hat das Festival bereits mindestens einmal besucht, 25 Jahre alt, atheistisch, hat einen höheren Bildungsabschluss, studiert und ist Single. Familie stand der Besucher Knapp über die Hälfte der Besucher ist Single oder ledig, die andere Hälfte in einer Beziehung, einer Ehe oder auf dem Weg dorthin. Im Gegensatz zu den anderen Ergebnissen über die Stammdaten der Besucher, lässt sich hier keine klare Mehrheit erkennen. Abbildung 10: 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 51 Ein Versuch, den Durchschnittsbesucher des SB anhand der jeweiligen Maximalwerte der Spannweite einer Kategorie zu beschreiben, sieht wie folgt aus: Männlich, hat das Festival bereits mindestens einmal besucht, 25 Jahre alt, atheistisch, hat einen höheren Bildungsabschluss, studiert und ist Single. Kilthau & Ebner erarbeiteten ähnliche Ergebnisse, in welchen die Fan-Gruppen bis 22 Jahren prozentual stark mit Metalfans besetzt sind. Die Verteilung der Geschlechter ist ebenfalls vergleichbar mit dem hier erarbeiteten Zahlen und liegt bei 65,4 % innerhalb der Fan- Gruppe. Dem sozioökonomischen Status zufolge, sehen Kilthau & Ebner bei den Heavy-Metal Fans eine Zugehörigkeit zu tendenziell niedrigeren Schichten, relativieren diese Aussage aber umgehend (vgl. Kilthau & Ebner, 1995). Nimmt man eine Korrelation zwischen erreichten Schulabschlüssen und sozioökonomischem Status an, kann gesagt werden, Metalfans gehören tendenziell nicht zur bildungsfernen Schicht. Die Hypothese, dass die Mitglieder der Metalszene in vielen Bereichen der Gesellschaft zu finden sind, ist durch die Erhebung dieser Daten verifiziert. Ebenfalls interessant wären noch Daten zu politischer und sexueller Orientierung, Herkunft, Einkommen, sozioökonomischem Status oder favorisierte Musikrichtung (entsprechend auch innerhalb des Metal) gewesen. Die Anschlussfähigkeit an diese Arbeit wird zum Ende hin thematisiert. Nun, da ein Eindruck zu den Festivalbesuchern geschaffen wurde, gilt es den Blick auf die eigentlichen Phänomene des Festivals zu richten. Es besteht keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, da die Vielfalt der Eindrücke kaum in einer solchen Arbeit in ihrer Gänze erfasst, analysiert und interpretiert werden können. Ein wichtiger Punkt ist das Geld, denn diese Art der Vergemeinschaftung, dieses Event, muss natürlich auch durch die Besucher finanziert werden. Bevor die folgende Hypothese analysiert wird, muss zunächst die Begründung dieser thematisiert werden. Es ist für jeden Festivalbesucher offensichtlich, dass all die Merchandise,- Essens,- Trink,- und sonstigen Stände zum Ziel haben, Geld an den Besuchern zu verdienen, in dem sie diese vom Notwendigsten bis hin zu Luxus- 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 52 gütern versorgen. Geht man nach der Bedürfnispyramide25 nach Maslow, sind diese Stände auch notwendig. Es werden die rudimentärsten Bedürfnisse, sowie das höchste Bedürfnis der Selbstverwirklichung (z.B. durch das liebste Bandshirt zum Auftritt eben jener Band tragen) befriedigt. Daher ist es notwendig, den Blick auf den Umgang der Besucher mit ihrem Geld zu richten, was folgende Hypothese mit den entsprechenden Fragen entstehen ließ. Die Besucher geben den Großteil ihres Geldes für Essen und Trinken aus. Zur Bearbeitung dieser Hypothese wurden zwei Fragen erstellt, die wie folgt lauten: ‚Wie viel Geld hast du während des Festivals (Ohne Ticket!) ausgegeben? (Pflichtfrage) und Für was gibst du dein Geld während des Festivals aus? ‘ Zum einen ist es interessant zu erfahren, wie viel die Besucher durchschnittlich auf dem Festival an Geld ausgeben, zum anderen natürlich für was. Auf Grund der Homogenität der verschiedenen Stände auf dem Camping- und vor allem Festivalgelände, sind die Möglichkeiten beschränkt. Auf dem Campinggelände finden sich verschiedene Stände mit den festivaltypischen, da sehr einfach in Massen herzustellenden Nahrungsmitteln wie Pizza und Nudeln verschiedenster Art. Zudem gibt es Grillstände und einen kleinen Supermarkt, in welchem beispielsweise Hygieneartikel, Campingutensilien oder eben Getränke angeboten 5.1.3 25 Die, mittlerweile etwas überholte, Bedürfnispyramide nach Adam Maslow kann auf den Festivalalltag angewandt werden. Zunächst müssen die physiologischen Bedürfnisse gestillt werden (Nahrung, Trinken, Hygiene, Ausscheidung). Das Sicherheitsbedürfnis wird durch die allgemein friedliche Stimmung, die Polizei und die Security in den meisten Fällen gewährleistet. Soziale Bedürfnisse werden durch die peer-group oder spätestens durch die Masse an Menschen befriedigt. Individualbedürfnisse und Selbstverwirklichung bringen viele Besucher dazu, sich zu verkleiden o.ä. Gerade das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung äußert sich durch das Erscheinungsbild und bestimmte (vielleicht passender: exzentrische) Verhaltensweisen. Auf dem Festival kann ‚sich ausgelebt‘ werden. „Auf dem Metalfest lief einiges schief und ich hör nur wie eine vom […] Personal vor Ort sagt: "Ein Glück ist das n Metalfestival. Die sind alle so gutmütig, dass das denen egal ist. Auf ner Rave- Party oder ähnlichem hätten die uns schon die Bude auseinander genommen." (Transkription Nr. 3, Zeile 148-151.) 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 53 werden. Auf dem Festivalgelände an sich befinden sich, wie bereits erwähnt, vorrangig Essens- und Trinkstände, sowie Merchandise-, Körperkult-, und Musikstände. Wichtig hierbei ist es zu erwähnen, dass sich die meisten Besucher schon vor dem Festival mit Getränken, Essen, Spielzeug, Hygieneartikel etc. eindecken. Eine Frage zu den prä- Festival Besorgungen wäre durchaus interessant gewesen. Nun also zur Frage nach den Geldbeträgen, welche von den Besuchern während des Festivals ausgegeben werden. N = 641 36 Zur Bearbeitung dieser Hypothese wurden zwei Fragen erstellt, die wie folgt lauten: ‚Wie viel Geld hast du während des Festivals (Ohne Ticket!) ausgegeben? (Pflichtfrage) und Für was gibst du dein Geld während des Festivals aus? ‘ Zum einen ist es interessant zu erfahren, wie viel die Besucher durchschnittlich auf dem Festival an Geld ausgeben, zum anderen natürlich für was. Auf Grund der Homogenität der verschiedenen Stände auf dem Camping- und vor allem Festivalgelände, sind die Möglichkeiten beschränkt. Auf dem Campinggelände finden sich verschiedene Stände mit den festivaltypischen, da sehr einfach in Massen herzustellenden Nahrungsmitteln wie Pizza und Nudeln verschiedenster Art. Zudem gibt es Grillstände und einen kleinen Supermarkt, in welchem beispielsweise Hygieneartikel, Campingutensilien oder eben Getränke angeboten werden. Auf dem Festivalgelände an sich befinden sich, wie bereits erwähnt, vorrangig Essens- und Trinkstände, sowie Merchandise-, Körperkult-, und Musikstände. Wichtig hierbei ist es zu erwähnen, dass sich die meisten Besucher schon vor dem Festival mit Getränken, Essen, Spielzeug, Hygieneartikel etc. eindecken. Eine Frage zu den prä-Festival Besorgungen wäre durchaus i teressant gewesen. Nun also zur Frage nach den Geldbeträgen, welche von den Besuchern während des Festivals ausgegeben werden. N = 641 Abbildung 11: gesamte Geldaufwendung der Besucher Die x-Achse stellt die Beträge in € dar und wie zu sehen ist, geben die meisten Besucher, insgesamt 572 Personen (89,3 %) nicht über 200 € auf dem Festival an sich aus. Eine Annahme dazu ist, wie an vorheriger Stelle kurz erwähnt, die ausreichende Eindeckung der Festivalbesucher gesamte Geldaufwendung der Besucher Die x-Achse stellt die Beträge in € dar und wie zu sehen ist, geben die meisten Besucher, insgesamt 572 Personen (89,3 %) nicht über 200 € auf dem Festival an si h aus. Eine Ann hme dazu ist, wie an vorheriger Stelle kurz erwähnt, die ausreichende Eindeckung der Festivalbesucher mit Lebensmitteln etc. vor Beginn des SB. Um einen Durchschnittsbetrag zu errechnen, wird die selbige Vorgehensweise wie bei der Errech- Abbildung 11: 5 Ergebnisse, A alysen, Interpretation 54 nung des Durchschnittsalters zum Tragen kommen. Also ‚unter 100‘ wird mit 80 € bewertet, da dies ein Betrag darstellt, der sich mit Erfahrungswerten des Verfassers vereinbaren lässt. Die Kategorie ‚400+‘ wird mit 450 € bewertet, da diese Häufigkeit beim Endergebnis nur eine marginale Rolle spielt. Rechnet man also die Zwischenergebnisse je Kategorie zusammen und teilt diese durch N, so erhält man gerundet 131 € als Endergebnis. Auch an dieser Stelle ist die Kritik an der Methodik, dass ein schlichtes Eingabefeld für den jeweiligen Studienteilnehmer ein genaueres Ergebnis über den verwendeten Geldbetrag ergeben hätte. Als nächstes wird die Frage bearbeitet, für was im Speziellen die Besucher ihr Geld auf dem Festival ausgeben. Das Schaubild wurde mit Q-SET.de erstellt und im Nachhinein bearbeitet, so dass die reellen Zahlen deutlich werden. Die Teilnehmer der Befragung hatten bei diesem Item die Möglichkeit, mehrere Punkte zu wählen, um darzustellen, für was sie Geld auf dem Festival ausgeben. 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 55 N = 641 37 Als nächstes wird die Frage bearbeitet, für was im Speziellen die Besucher ihr Geld auf dem Festival ausgeben. Das Schaubild wurde mit Q-SET.de erstellt und im Nachhinein bearbeitet, so dass die reellen Zahlen deutlich werden. Die Teilnehmer der Befragung hatten bei diesem Item die Möglichkeit, mehrere Punkte zu wählen, um darzustellen, für was sie Geld auf dem Festival ausgeben. N = 641 Für was gibst du dein Geld während des Festivals aus? (Ich meine nicht, was ihr euch VOR dem Festival gekauft habt.) Abbildung 12: Geldverwendung der Besucher Wie zu sehen ist, haben über 90 % der Besucher Geld für Essen ausgegeben. 86,6 % der Menschen auf dem Festival investieren Geld in Trinken, wobei an dieser Stelle nicht klar ist, ob es sich dabei um alkoholische oder alkoholfreie Getränke handelt. An dritter Stelle liegt mit 72,7 % das Merchandise (T-Shirts, Hoodies, Poster, Flaggen, Schweißbänder, CDs etc.). 26,8 % der Befragten gaben an, Geld für Zigaretten auszugeben. Dieses Ergebnis steht unter anderem in einem klaren Zusammenhang mit der Struktur des Festivals. Ein wichtiger Faktor, welcher vor allem den Kauf von Getränken auf dem Festivalgelände gewährleistet, ist das partielle Verbot von selbst mitgebrachten Getränken. In den drei Forschungsjahren dieser Arbeit waren mitgebrachte Getränke von 0,5 Litern auf dem Festivalgelände erlaubt. Über einen Zeitraum von mehreren Geldverwendung der Besucher Wie zu sehen ist, haben über 90 % der Besucher Geld für Essen ausgegeben. 86,6 % der Menschen auf dem Festival investieren Geld in Trinken, wobei an dieser Stelle nicht klar ist, ob es sich dabei um alkoholische oder alkoholfreie Getränke handelt. An dritter Stelle liegt mit 72,7 % das Merchandise (T-Shirts, Hoodies, Poster, Flaggen, Schweißbänder, CDs etc.). 26,8 % der Befragten gaben an, Geld für Zigaretten auszugeben. Dieses Ergebnis steht unter anderem in einem klaren Zusammenhang mit d r Struktur des Festivals. Ein wichtiger Faktor, welcher vor allem den Kauf von Getränken auf dem Festi algelände gewährleistet, ist das partielle Verbot von selbst mitgebrachten Getränken. In den drei Forschungsjahren dieser Arbeit waren mitge- Abbildung 12: 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 56 brachte Getränke von 0,5 Litern auf dem Festivalgelände erlaubt. Über einen Zeitraum von mehreren Stunden genügt diese Menge, an manchen Tagen hat es über 30° Celsius, natürlich nicht. Hier sei auf eine Debatte hingewiesen, welche die Wasserpreise innerhalb der Community verursacht haben, da mitunter 3,30 € für einen Becher mit Wasser verlangt wurden. Auf diese Kritik wurde reagiert und zwei Stände mit Wasserpreisen von 1,50 € auf dem Festivalgelände eingerichtet. Es sei darauf hingewiesen, dass jeder Zugang zu Wasser auf dem Festivalgelände an den Toiletten hat. Zigaretten werden an entsprechenden Ständen verschiedener Marken angeboten, der Großteil jedoch wird, so die Interpretation der Zahlen auf Grund getätigter Beobachtungen, durch die umherlaufenden ‚Kippenmädels‘ (es sind auch Männer unter Ihnen) verkauft. In der Kategorie „Sonstiges“ werden hauptsächlich die gespülten Toiletten auf dem Festivalgelände als Investitionsgrund genannt. Dixiklos sind immer umsonst, aber für viele Besucher lohnt es sich anscheinend, gerade bei größeren Vorhaben, für einen gewissen Hygienestandard Geld zu bezahlen. Das Interesse an Körperkunst scheint den Zahlen nach zwar vorhanden, nimmt jedoch eine untergeordnete Rolle bei den Interessen der Besucher ein, wie zu einem späteren Zeitpunkt nochmal verdeutlicht werden wird26. Campingartikel sind ausschließlich in den ‚Supermärkten‘27 zu erhalten, doch da sich der Großteil der Besucher entsprechend vor dem Festival mit den Gebrauchsgegenständen des Festivalalltags eindeckt, besteht im Optimalfall kaum oder kein Bedarf an weiteren Beschaffungen. Die Hypothese, die Besucher geben den Großteil ihres Geldes für Essen und Trinken aus, kann auf Grund dieser Zahlen verifiziert werden. Es wurde dargestellt, für welche Zwecke die Besucher Geld auf dem Festival einsetzen. Unter der Kategorie ‚Trinken‘ sind auch alkoholische Getränke mit eingeschlossen, weswegen im folgenden Teil dieser Arbeit der Alkoholkonsum der Besucher analysiert werden 26 Vgl. Tabelle 11: Prioritäten der Besucher. 27 Vgl. Anhang 1: Geländeplan. Anmerkung: Der Geländeplan wird dynamisch gehalten, was zum einen mit den stetig wachsenden Besucherzahlen des SB zu tun hat, andererseits auch auf Kritik reagiert wird. Ein Beispiel dafür ist die seit wenigen Jahren ausgewiesene „Green Camping“ Zone, in welcher es nicht zu den üblichen massiven Müllanhäufungen kommt oder kommen soll. 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 57 wird. Aus den Fragebögen, welche im ‚Feld‘ ausgefüllt wurden, ist die Wichtigkeit von Alkoholkonsum eindeutig wahrzunehmen28. Dies gilt natürlich nicht für alle Besucher, was vermehrt in den kritischen Betrachtungen der folgenden Fragen erwähnt werden wird. Daher ist es unerlässlich, sich mit dem Phänomen des Alkoholkonsums auf dem SB zu beschäftigen. Es wurden vier Hypothesen zu diesem Thema aufgestellt, wovon die erste wie folgt lautet: Mit Fortschreiten des Festivals sinkt der Alkoholkonsum der Besucher. Um diese Hypothese zu bearbeiten, wurde mithilfe der Onlineumfrage folgende Frage an die Besucher gestellt: „Für den einen sind zum Beispiel 5 Liter Wein viel, für den anderen nicht. Daher kommt es bei dieser Frage auf deine persönliche Einschätzung an. Wie viel Alkohol hast du an den verschiedenen Tagen getrunken?“ Um die Kritik vorweg zu nehmen, muss gesagt werden, dass es sich um Schätzwerte und daher keine quantitativen Daten im streng wissenschaftlichen Sinne handelt. Nichtsdestotrotz lassen sich aus den erhobenen Daten klare Aussagen bezüglich der zu bearbeiteten Hypothese treffen. Die Selbsteinschätzung der Besucher über den gesamten Festivalzeitraum, lässt sich wie folgt darstellen. Die Grundgesamtheit N variiert an den verschiedenen Tagen und wird daher in einer Tabelle dargestellt. Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag N Gültig 573 614 623 624 542 Fehlend 68 27 18 17 99 Bei diesem Item konnten die Besucher zwischen ihren Alkoholkonsum bewerten, in dem sie von 1 bis 5, wobei 1 für ‚nichts‘, 2 für ‚wenig‘, 3 für ‚mittelmäßig‘, 4 für ‚viel‘ und 5 für ‚sehr viel‘ getrunkenen Alkohol steht, angeben. Wenn ein Teilnehmer an diesem Tag nicht anwesend war, so konnte er diese Frage übergehen, was die fehlenden Zahlen an 5.1.4 28 Vgl. Anhang 3: Fragebogen Nr. 2: ‚Tagesablauf ‘ 2011 . 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 58 den verschiedenen Tagen erklärt. Die nächste Tabelle zeigt in klaren Zahlen, wie die Besucher ihr Trinkverhalten über den Zeitraum eingeschätzt haben. Verlauf des Alkoholkonsums der Besucher Tag 1 2 3 4 5 Durchschnitt Mittwoch 74 136 154 131 78 3,01 (1722 / 573 Antworten) Donnerstag 52 110 213 181 58 3,14 (1925 / 614 Antworten) Freitag 44 93 186 215 85 3,33 (2073 / 623Antworten) Samstag 115 176 176 108 49 2,68 (1672 / 624Antworten) Sonntag 436 60 26 12 8 1,33 (722 / 542Antworten) Beschriebe man einen idealtypischen Festivalablauf, so wären die ersten Besucher bereits Dienstagabend anwesend, um möglichst nah am Festivalgelände campen zu können. Der Großteil der Besucher trifft im Laufe des Mittwochs ein, baut nach der Einweisung der Autos durch die Ordner umgehend sein Lager29 auf, beginnt dann mit dem Trinken und Grillen und hat abends die Möglichkeit, die ersten Bands auf der Zeltbühne zu erleben. Ausschlaggebend für die Verifizierung der Hypothese sind die tabellarisch dargestellten Durchschnittswerte der jeweiligen Tage. Es ist klar zu erkennen, dass der Alkoholkonsum von Mittwoch bis Freitag ansteigt, Samstag und Sonntag dann eindeutig nachlässt. Mit 436 Nennungen am Sonntag wird deutlich, dass die Tabelle 3: 29 Der Begriff ‚Lager‘ trifft den ‚Standardaufbau‘ auf dem Zeltplatz recht gut. Zwischen den Autoreihen bilden Pavillons oder auch aufgespannte Planen den Schutz vor Sonne und Regen. Es gibt zudem meist eine ‚Feuerstelle‘ (Grill) und ein oder mehrere Tische, um gemeinsam zu speisen. Undenkbar ist ein Festival ohne Campingstuhl, in welchem viele Zeit während des Festivals verbracht wird. Die Anordnung der Stühle ist aus gruppendynamischen Gründen meist kreisförmig. Eine Flagge oder Maskottchen repräsentiert die Gruppe nach außen hin. Insgesamt wird der Eindruck einer urzeitlichen Stammesgesellschaft erweckt, nur viel betrunkener und mit lauter Musik. 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 59 meisten Besucher nicht mehr trinken, da dies im Normalfall der Abreisetag darstellt. Es ist zwar möglich auch montags noch zu fahren, doch wird diese Option nur von einer Festival-Elite genutzt. Es wird also ersichtlich, dass direkt nach der Ankunft ein gewisser Alkoholpegel bei den meisten Besuchern vorhanden ist. Als kritischer Einwurf muss folgendes angemerkt werden: Es ist einleuchtend, dass der Alkoholkonsum zum Ende hin absinkt, da nun einmal das Festival endet. Dieser triviale Fakt muss dennoch nicht das Ergebnis schmälern, aus welchem klar hervorgeht, dass ein Großteil der Besucher durchgehend Alkohol trinkt. Zieht man beispielsweise die 74 Personen, welche am Montag nach eigenen Angaben keinen Alkohol getrunken haben, von den insgesamt 573 Nennungen hab, so hat die deutliche Mehrheit von 499 Personen Alkohol verschiedenster Art zu sich genommen. Um welche Alkoholarten es sich dabei handelt, wird mit der nächsten Hypothese bearbeitet. Die Festivalbesucher trinken mehr Bier als andere alkoholische Getränke. Die Begründung dieser Hypothese lässt sich an verschiedenen Zahlen festmachen, doch soll hier, auch auf Grund der positiven Resonanz durch die Besucher, Zahlen eines karitativen Projekts herangezogen werden. Die Rede ist von Govinda e.V., die seit mehreren Jahren mit den SB-Veranstaltern zusammenarbeiten und Hilfsprojekte in Nepal unterstützen. Die Helfer der Organisation sammeln seit 2011 Dosen und Pfandbecher auf dem Festival ein, was in Zahlen für das Festival im Jahre 2013 folgendes bedeutet: „Unglaubliche 120.000 Dosen wurden gesammelt, sortiert und verpackt. […] So kommen wir nun durch Euch und der VIP-Spende der Organisatoren auf insgesamt und sehr wahrscheinlich 33.000 Euro […]“ (Govinda, 2014). Daher lässt sich diese Hypothese mit folgender Frage gut bearbeiten: 5.1.5 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 60 konsumierte Alkoholsorten N = 604 Viele Besucher trinken während des Festivals Alkohol. Was hast du getrunken? Wein 136 Harten Alkohol (z.B. Whiskey, Vodka, Bacardi, etc.) 354 Bier (egal welche Art) 572 Alkopops 52 Cocktails 132 Sonstiges (Prosecco, Erdbeerlimes, Bailys) 94 Zunächst muss angenommen werden, dass die Grundgesamtheit N, auf Grund der Möglichkeit diese Frage im Falle mangelnder Relevanz zu übergehen, bei 604 statt 641 liegt. Doch wird schon auf den ersten Blick deutlich, dass Bier jedweder Sorte das favorisierte Getränk der Festivalbesucher ist. Dies hängt mit mehreren Faktoren zusammen. Zum einen, als einfachste Erklärung dieses Phänomens, sind Glasflaschen auf dem Festival verboten. Daher wird der Grundstock an Alkohol mit Dosenbier gewährleistet, welches palettenweise mitgebracht werden kann. Des Weiteren kann Dosenbier (sei es Export, Weizen oder Pils) für oftmals nur 0,45 € pro Dose (inkl. Pfand) gekauft werden, was nicht zu unterbieten ist. Auf Deutschland als Land mit vielen Biersorten und entsprechender Bierkultur soll an dieser Stelle aus Platzgründen nicht eingegangen werden. Auch die Interviews im Feld bringen kein anderes Ergebnis zu Tage und können zu diesem Thema wie folgt auf den Punkt gebracht werden: „[…] I: Was ist euer Hauptessen? B1: Steak, Dosenwurst, Bier (lacht) I: Hauptgetränk Bier? B1: Ja definitiv. […]“ (Transkription Nr. 1, Zeile 8-11). Im Experteninterview wird Bier ebenfalls thematisiert und die Beziehung zur Musikrichtung Metal beschrieben. Jede Musikrichtung hat demnach eine favorisierte Droge und Bier ist legal und omnipräsent. Metal ist dem Experten nach, eine Musik aus dem ‚Arbeitermilieu‘, al- Tabelle 4: 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 61 so aus den unteren Schichten, und dazu passend ist Bier das ‚Arbeitergetränk‘ (vgl. Transkription Nr. 3, Zeile 209-211). Der Zusammenhang zwischen Bier und der Frage, warum es gerade bei Männer so beliebt ist, wird von Heinrich Mann wie folgt beantwortet: „Das Bier! Der Alkohol! Da saß man und konnte immer mehr davon haben, das Bier war nicht wie kokette Weiber, sondern treu und gemütlich. Beim Bier brauchte man nicht zu handeln, nicht zu wollen und zu erreichen wie bei den Weibern. Alles kam von selbst. Man schluckte: und da hatte man es schon zu etwas gebracht, fühlte sich auf die Höhen des Lebens befördert und war ein freier Mann, innerlich frei.“ (Mann, 2013, S. 35). An zweiter Stelle befinden sich die hochprozentigeren Getränke, welche in Plastikflaschen abgefüllt mit auf das Festival gebracht werden können. Bier stellt für viele Besucher eine Art Grundstock dar, welches im Prinzip immer getrunken wird, wohingegen Whiskey und ähnliches dazu dient, einen soliden Rauschzustand zu erreichen. Dass Wein an dritter Stelle steht, liegt wahrscheinlich an den älteren Semestern innerhalb der Besucher, was an dieser Stelle aber nicht belegt werden kann. Cocktails sind, wenn sie nicht am Zeltplatz selbst gemischt werden, nur auf dem Festivalgelände erhältlich, daher wohl der vierte Platz. Alkopops und sonstige Getränke sind quantitativ eher irrelevant für die Festivalbesucher. Gerade als Vorbereitung auf den Gang zu den Konzerten sind die harten Alkoholarten sehr effektiv, so dass auf dem Festivalgelände an sich nur noch der Pegel gehalten werden muss. Dies zeigt auch das Ergebnis der nächsten Hypothese. Doch zunächst lässt sich sagen, dass Bier das Hauptgetränk auf dem Festival darstellt und die damit verbundene Hypothese als verifiziert gilt. Dass eine ‚Kultur des Bieres‘ in der Metalszene herrscht, lässt sich auf amüsante Weise mit einer Antwort eines Facebook-Users darstellen. Nachdem die Onlineumfrage von den SB-Veranstaltern geteilt wurde, lautete der Top-Comment darunter, also jener mit den meisten Likes, wie folgt: „Kann ich nicht alles mit Bier beantworten?“30. Die nächste Hypothese zu diesem Thema beschäftigt sich mit den Orten, an denen getrunken wurde. 30 Vgl. Anhang 16: Screenshot Facebook Nr. 2. 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 62 Die Besucher trinken mehr auf dem Campinggelände als auf dem Festivalgelände. Wie aus den ausgefüllten Bögen aus den Jahren 2011 und 2012 zu entnehmen ist, ist es für den Großteil der Besucher von höchster Wichtigkeit, zusammen mit Freunden zu trinken und zu feiern. Zudem halten sich die Besucher zum Großteil am Campingplatz (z.B. zum Essen, Schlafen, Vorglühen, Ausnüchtern) auf, weswegen die Hypothese eine gewisse Trivialität in sich birgt. Daher wurde folgende Frage zur Bearbeitung gewählt: „Wo hast du die meiste Zeit getrunken?“ (Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du auch mehrere Antworten auswählen.). Bei N = 630 gaben 586 Festivalbesucher an, auf dem Campingplatz getrunken zu haben. 222 Personen wählten das Festivalgelände als den Ort, an welchem sie ihrer Einschätzung nach am meisten Zeit mit trinken verbracht haben. Da diese beiden Zahlen addiert mehr als N ergeben, kann davon ausgegangen werden, dass hier das bereits genannte ‚Pegel auffrischen‘ eine Rolle spielt. 10 Personen waren anscheinend sehr angetan vom nahegelegenen Dinkelsbühl und verbrachten ihre Zeit mit trinken dort. Eine deutlich erkennbare Mehrheit der Besucher verbringt aber seine Zeit zum Trinken auf dem Campingplatz, was die aufgestellte Hypothese verifiziert. Kritisch muss die Fragestellung gesehen werden, da die Teilnehmer der Online-Befragung nur aus dem Kontext schließen konnten, ob mit trinken auch genau Alkohol trinken gemeint sei. Zudem war die Möglichkeit, mehrere Auswahlen zu treffen, vollkommen unnötig, da das Ergebnis so verzerrt wurde. Die letzte Hypothese zum Thema Alkohol beschäftigt sich ebenfalls mit einer Selbsteinschätzung der Besucher und ist im wissenschaftlichen Sinne keine wirkliche Hypothese, da keine verifizierbare Annahme aufgestellt wird. 5.1.6 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 63 Viel hilft viel: Schätzungen über den gesamten Alkoholkonsum. N = 641 44 Abbildung 13: Einschätzung gesamter Alkoholkonsum Bei dieser Frage war es unerheblich, welche Art von Alkohol getrunken wurde. Offensichtlich kann das Ergebnis nur auf eine Weise aussagekräftig sein, da fünf Liter Bier im Normalfall eine andere Wirkung haben als fünf Liter Whiskey. Daher müssen die Zahlen so gesehen werden, als dass sie schlicht angeben, wie die Besucher ihr Trinkvolumen einschätzen. Aber diese Einschätzung ist durchaus interessant, wenn man bedenkt, dass das Trinkvolumen, wie gezeigt wurde, in den ersten drei Festivaltagen zunimmt. Bei diesem Item wären, wie bei vorherigen Fragen ebenso, klare metrische Angaben hilfreich gewesen, um beispielsweise den Durchschnitt zu berechnen. Dieser liegt bei gerundeten 12,8 Litern und wurde auf dieselbe Weise errechnet, wie bei den Fragen nach dem Durchschnittsalter und dem ausgegebenen Geld31. Die nun folgende Hypothese beschäftigt sich mit dem Hygieneverhalten der Besucher des Festivals. Wie zuvor, liegt hier die Begründung dieser Hypothese in der Analyse der ‚Feld‘- Fragebögen32. Es entstand bei der ersten Analyse der Eindruck, dass Hygiene im Allgemeinen nicht zu den wichtigsten Faktoren eines gelingenden Festivals gehört. 31 Vgl. 5.1.2 32 Vgl. Anhang 7-12 Einschätzung gesamter Alkoholkonsum Bei dieser Frage war es unerheblich, welche Art von Alkohol getrunken wurde. Offensichtlich kann das Ergebnis nur auf eine Weise aussagekräftig sein, da fünf Liter Bier im Normalfall eine andere Wirkung haben als fünf Liter Whiskey. Daher müssen die Zahlen so gesehen werden, als dass sie schlicht angeben, wie die Besucher ihr Trinkvolumen einschätzen. Aber diese Einschätzung ist durchaus interessant, wenn man bedenkt, dass das Trinkvolumen, wie gezeigt wurde, in den ersten drei Festivaltagen zunimmt. Bei diesem It m wären, wie bei vorherigen Frage ebenso, klare metrische Angaben hilfreich gewesen, um beispielsweise den Durchschnitt zu berechnen. Dieser liegt bei gerundeten 12,8 Litern und wurde auf dieselbe Weise errechnet, wie bei den Fragen nach d m Durchschni tsalter und d m ausg geb nen Geld31. 5.1.7 Abbildung 13: 31 Vgl. 5.1.2. 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 64 Die nun folgende Hypothese beschäftigt sich mit dem Hygieneverhalten der Besucher des Festivals. Wie zuvor, liegt hier die Begründung dieser Hypothese in der Analyse der ‚Feld‘-Fragebögen32. Es entstand bei der ersten Analyse der Eindruck, dass Hygiene im Allgemeinen nicht zu den wichtigsten Faktoren eines gelingenden Festivals gehört. Hygiene spielt im Festivalalltag bei den Besuchern kaum eine Rolle. Folgende Tabellen zeigen die Antworten auf die Frage „Hygiene hast du wie folgt betrieben…“. Die Grundgesamtheit N betrug bei allen Antworten 641. Häufigkeit Duschen Duschen Häufigkeit Prozent Kumulierte Prozente einmal während des Festivals 233 36,3 36,3 einmal pro Tag 131 20,4 56,8 mehrmals pro Tag 2 0,3 57,1 nie 275 42,9 100,0 Gesamt 641 100,0 Geduscht haben dieser Tabelle nach 364 Besucher mindestens einmal im Laufe des Festivals (56,8 %). Nicht geduscht hingegen haben 275 Personen oder 42,9 % der Besucher. Eine absolute Mehrheit duscht also auf dem Festival, was gegen die aufgestellte Hypothese spricht. Doch sollen zuerst alle Antwortbereiche analysiert werden, bevor eine finale Antwort auf die Hypothese gegeben wird. Im nächsten Punkt wird das Putzen der Zähne quantifiziert dargestellt. 5.1.8 Tabelle 5: 32 Vgl. Anhang 7-12. 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 65 Häufigkeit Zähne putzen Zähne putzen Häufigkeit Prozent Kumulierte Prozente einmal während des Festivals 39 6,1 6,1 einmal pro Tag 389 60,7 66,8 mehrmals pro Tag 175 27,3 94,1 nie 38 5,9 100,0 Gesamt 641 100,0 Es wird aus der Tabelle klar ersichtlich, dass sich eine absolute Mehrheit von 60,7 % der Besucher (389 Personen) einmal pro Tag die Zähne putzt. Addiert mit den 27,3 % der Besucher, die sich mehrmals pro Tag die Zähne putzen, putzen sich 88 % der Besucher regelmäßig die Zähne. 12 % der Besucher bestätigen dagegen die Hypothese und legen wenig Wert auf frisch geputzte Zähne. Im nächsten Punkt wurde grundlegende Gesichts- und Körperpflege als Katzenwäsche bezeichnet. Häufigkeit 'Katzenwäsche' Katzenwäsche (z.B. Am Morgen kurz Wasser ins Gesicht) Häufigkeit Prozent Kumulierte Prozente einmal während des Festivals 58 9,0 9,0 einmal pro Tag 332 51,8 60,8 mehrmals pro Tag 127 19,8 80,7 nie 124 19,3 100,0 Gesamt 641 100,0 80,7 % gingen dieser Tätigkeit mindestens einmal während des Festivals nach, wonach hingegen ein knappes Fünftel der Besucher auf diese Art von Hygiene verzichtete. Möglicherweise sind darunter viele Personen, die einfach Duschen gegangen sind. Für eine direkte Korrelation liegen keine Daten vor. Auch an dieser Stelle wird deutlich, dass die Hypothese so vermutlich nicht korrekt ist. Beim nun folgenden Punkt kommen wir zur Rasur, wobei nicht explizit erwähnt wurde, um Tabelle 6: Tabelle 7: 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 66 welche Rasur es sich dabei handelt noch von welchem Geschlecht sie betrieben wurde. Häufigkeit Rasieren Rasieren Häufigkeit Prozent Kumulierte Prozente einmal während des Festivals 81 12,6 12,6 einmal pro Tag 33 5,1 17,8 nie 527 82,2 100,0 Gesamt 641 100,0 Deutliche 82,2 % der Besucher, also 527 Personen, haben sich auf dem SB 2013 nicht rasiert. Im Vergleich zu den bisher genannten Hygienetätigkeiten, ist dies aber nicht als gravierend zu bewerten. Ebenso verhält es sich mit dem Thema Gesichtspflege, welches in folgender Tabelle dargestellt wird. Häufigkeit Gesichtspflege Gesichtspflege Häufigkeit Prozent Kumulierte Prozente einmal während des Festivals 46 7,2 7,2 einmal pro Tag 201 31,4 38,5 mehrmals pro Tag 60 9,4 47,9 nie 334 52,1 100,0 Gesamt 641 100,0 Gesichtspflege scheint bei der knappen Hälfte aller Besucher (47,9 %) von Bedeutung zu sein. Da, wie bereits gezeigt, ein Drittel der Besucher weiblich ist, müssen auch Männer Gesichtspflege auf welche Art auch immer betrieben haben. Demnach ist diese Art von Hygiene für beide Geschlechter in einem gewissen Maße relevant, doch die Mehrheit (52,1 %) der Festivalbesucher betreibt sie nicht. Eine immens Tabelle 8: Tabelle 9: 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 67 wichtige Rolle hingegen spielt im Normalfall das Waschen der Hände. In folgender Übersicht werden die Antworten dazu dargestellt. Häufigkeit Hände waschen Hände waschen Häufigkeit Prozent Kumulierte Prozente einmal während des Festivals 17 2,7 2,7 einmal pro Tag 85 13,3 15,9 mehrmals pro Tag 511 79,7 95,6 nie 28 4,4 100,0 Gesamt 641 100,0 Nach dem Essen, nach dem Toilettengang, nach Trinkspielen, nach dem Putzen oder nach dem Zähneputzen: Hände waschen gehört zum Festivalbesuch dazu. Daher ist die Zahl von 79,7 % auch durchaus realistisch. 4,4 % der Besucher gehen dieser Körperhygiene nicht nach. Als Idee wäre an dieser Stelle interessant gewesen, ob diese 28 Personen auch zu denjenigen gehören, die nicht duschen und sich die Zähne nicht putzen. Um die Antwort zu vervollständigen, wurde mit einer zweiten Frage ein Blick auf das Thema Toilettengang geworfen. Tabelle 10: 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 68 N = 641 49 Abbildung 14: Häufigkeit Toilettengang Hier wird schnell deutlich, dass die Mehrheit der Besucher, nämlich 586 von 641 Personen, mindestens einmal pro Tag ein Dixi oder ein gespültes Klo aufsuchen. Toilettenbesuche einmal während des Festivals halte ich für möglich, da die primäre Tätigkeit in diesem Bereich das Urinieren ist. Hier wäre eine Korrelation mit dem zu sich genommenen Alkohol interessant gewesen, um mit der Erkenntnis zu schließen: Wer Alkohol trinkt, muss auf die Toilette. Die erstellte Hypothese gilt den gezeigten Ergebnissen nach als falsifiziert. Hygiene spielt bei den allermeisten Besuchern jeden Tag eine Rolle, gehört aber nicht zu den wichtigsten Faktoren, wie mit den nächsten Hypothesen gezeigt werden wird. In den Jahren 2011 und 2012 wurden die Besucher gefragt, was ihnen am Wichtigsten ist auf dem Festival. Daraus entstand mitunter folgende Hypothese. 5.1.9 Die wichtigsten Faktoren für die Besucher sind: Freunde + Musik. Die Thematik Alkohol wurde bereits beschrieben und es wurde gezeigt, dass dieser für den Großteil der Besucher zu einem Festival dazu gehört. Doch was ist den Besuchern ebenfalls wichtig? Beim folgenden Item sollten die Teilnehmer der Online-Befragung verschiedene Faktoren des Festivals der Wichtigkeit für sich selbst in eine Rangfolge bringen. ‚Nun eine schwierige Frage: Was ist dir auf dem SUMMERBREEZE-Festival am Wichtigsten? Klar ist, dass einige der vorgegebenen Antworten eng mit anderen zusammenhängen. Klar ist auch, dass einige Antworten fehlen. Versuche trotzdem eine Rangfolge herzustellen. ‘ Häufigkeit Toilettengang Hier wird schnell deutlich, dass die Mehrheit der Besucher, nämlich 586 von 641 Personen, mi destens einmal pro Tag ein Dixi oder ein gespültes Klo aufsuchen. Toilettenbesuche einmal während des Festivals halte ich für möglich, da die primäre Tätigkeit in diesem Bereich das Urin eren ist. Hier wäre eine Korrelation mit de zu sich genommenen Alkohol interessant gewesen, um mit der Erkenntnis zu schlie- ßen: Wer Alkohol trinkt, muss auf die Toilette. Die erstellte Hypothese gilt den gezeigten Ergebnissen nach als falsifiziert. Hygiene spielt bei den allermeisten Besuchern jeden Tag eine Rolle, gehört aber nicht zu de wichtigsten Faktoren, wie mit den nächsten Hypothesen gezeigt werden wird. In den Jahren 2011 und 2012 wurden die Besucher gefragt, was ihnen am Wichtigsten ist auf dem F stival. Daraus entstand mitu ter folgend Hypothese. Abbildung 14: 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 69 Die wichtigsten Faktoren für die Besucher sind: Freunde + Musik. Die Thematik Alkohol wurde bereits beschrieben und es wurde gezeigt, dass dieser für den Großteil der Besucher zu einem Festival dazu gehört. Doch was ist den Besuchern ebenfalls wichtig? Beim folgenden Item sollten die Teilnehmer der Online-Befragung verschiedene Faktoren des Festivals der Wichtigkeit für sich selbst in eine Rangfolge bringen. ‚Nun eine schwierige Frage: Was ist dir auf dem SUMMERBREEZE-Festival am Wichtigsten? Klar ist, dass einige der vorgegebenen Antworten eng mit anderen zusammenhängen. Klar ist auch, dass einige Antworten fehlen. Versuche trotzdem eine Rangfolge herzustellen. ‘ Die folgende Tabelle zeigt die Antworten der Besucher auf diese Frage. Die oberste Zeile stellt die Reihenfolge mit 1 für sehr wichtig und 8, 9 und 10 für nicht wichtig dar. Auf Grund der vielen Antwortmöglichkeiten werden nur diese beiden Extreme eindeutig bezeichnet. Das Bild der Prioritäten der Besucher wird durch die Durchschnittswerte in der letzten Spalte deutlich. Die Grundgesamtheit N liegt auch hier bei 641. Der kleinste Durchschnittswert zeigt die größte Wichtigkeit an, im Falle der Besucher des SB belegt die Musik den ersten Platz mit einem Wert von 1,69 (601 Nennungen in den ersten 3 Spalten). Danach folgen die Freunde, die bei einem Durchschnittswert von 1,98, auf den ersten drei Plätzen mit insgesamt 589 Nennungen, zu den wichtigen Faktoren der Festivalbesucher zählen. Auf dem dritten Platz, mit 290 Nennungen und einem Durchschnittswert von 4,28 liegt die Kommunikation. Darauf folgen Trinken und Essen mit 4,34 und 5,03 im Durchschnittswert. Merchandise, Schlafen und Hygiene belegen die nächsten Plätze. 5.1.9 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 70 Prioritäten der Besucher 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Durch-schnitt Musik 368 179 54 24 8 3 3 1 0 1 1,69 (1081 / 641 Antworten) Essen 4 30 60 128 197 121 64 24 11 2 5,03 (3226 / 641 Antworten) Freunde 242 283 64 26 9 6 4 6 1 0 1,98 (1270 / 641 Antworten) Merchandise (T-Shits, Hoodies, etc.) 1 10 34 71 87 109 100 99 97 33 6,54 (4191 / 641 Antworten) Kommunikation 6 71 213 118 85 54 40 32 18 4 4,28 (2746 / 641 Antworten) Schlafen 1 5 6 29 55 131 157 155 75 27 7,00 (4490 / 641 Antworten) Hygiene 0 2 12 35 75 106 145 133 77 56 7,06 (4523 / 641 Antworten) Sex 4 2 10 29 33 50 64 100 182 167 8,07 (5175 / 641 Antworten) Trinken 11 59 185 176 80 38 26 27 24 15 4,34 (2780 / 641 Antworten) Tattoos, Piercings, Accessoires 4 0 3 5 12 23 38 64 156 336 9,01 (5773 / 641 Antworten) Entgegen des Klischees und der Berichterstattung einer überregionalen Boulevardzeitschrift33, hat Sex, zumindest für die Besucher dieses Tabelle 11: 33 ‚Die nackten Zahlen‘: • 25 Prozent der Befragten hatten Sex mit Fremden • 21 Prozent haben Drogen genommen • 13 Prozent gerieten in eine Schlägerei – einige geben sogar zu, schon mal ein Zelt in Brand gesteckt zu haben‘ (vgl. bild.de, 2014) Auf Grund der bereits in dieser Arbeit genannten Zahlen, sind die Angaben dieses Artikels für die Besucher des SB nicht zutreffend. 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 71 Festivals, eine sehr geringe Bedeutung. Dies heißt natürlich nicht, dass niemand Sex auf dem Festival hat. Doch mit einem Durchschnittswert von 8,07 liegt Sex auf dem vorletzten Platz, gefolgt von Körperkult wie Tattoos und Piercings. Eine mögliche Erklärung für das – verglichen mit den restlichen Faktoren - geringe Interesse an Schmuck etc., könnten die Festivalbändchen sein. Es lässt sich beobachten, dass ein Großteil der Besucher Festivalbändchen an den Gelenken trägt. Diese Beobachtungen wurden in den Besucherinterviews besprochen. „[…] Meint ihr, das ist so ein bisschen Statussymbol? So auf die Art: schau her, wie viel Erfahrung ich hab und wie viele Festivals ich besucht habe. B1: Ja ist halt cool, man erkennt gleich, wer die gleiche Mukke hört. […]“ (Transkription Nr. 1, Zeile 32-35). Zu den Bändchen lässt sich ergänzend bemerken, dass sie vor allem beim Sport stören und durch Schweißbänder überdeckt werden müssen. Außerdem können sich Bändchen über die Jahre ansammeln und dienen vorrangig dem Zweck der Sozialakquise und der Selbstrepräsentation, ähnlich wie mit Bandshirts (vgl. Transkription Nr. 2, Zeile 39-56). Den Besuchern sind gemeinsames Feiern, Trinken und Reden aber wichtiger. „[…] Man feiert zusammen, friert zusammen, brät zusammen in der Sonne, alles nur, um die Lieblingsbands zu sehen, Bier zu trinken und mit Gleichgesinnten abzuhängen. Wenn man da nicht zumindest n bisschen verrückt ist, ist man da falsch.“ (Transkription Nr. 3, Zeile 77-79). Diesen Zahlen zu folge, gilt die aufgestellte Hypothese als verifiziert. Das Wichtigste für die Besucher des Summer Breeze-Festivals sind Musik und Freunde. Dieses Ergebnis deckt sich, abgesehen von der Musik, mit dem der Shell-Studie zur Werteorientierung Jugendlicher von 12 bis 25. Darin nennen 97 % der Befragten ‚Gute Freunde haben‘ als wichtigsten Punkt in ihrem Leben (Albert, Hurrelmann, & Quenzel, 2014). Der anschließende Teil dieser Arbeit beschäftigt sich im weitesten Sinne mit Distinktion. Distinktion, also Abgrenzung, ist wichtig für 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 72 die Identitätsbildung eines Menschen. Kühne spricht in Anlehnung an Bourdieu vom sozialen Kapital, welches sich durch die Bildung sozialer Netzwerke bezieht und sich in sozialer Anerkennung transformieren soll (vgl. Kühne, 2008, S. 71). Es wird angenommen, dass die meisten Besucher, wie im vorherigen Abschnitt anhand der Wichtigkeit gezeigt wurde, nicht alleine auf das Festival gehen, was aber in einer diversen Gesellschaft natürlich durchaus vorkommen kann. So ist also das erste soziale Netzwerk die peer-group, welche sich auf dem Festival beispielsweise durch Fahnen, selbstgebauten Holzklos oder bestimmten Spielen von anderen Gruppen abgrenzt. Gerade die Fahnen sind dabei hervorzuheben, da sie beispielsweise die Flagge von einem Land, Bundesland, einer regional bekannten Biersorte oder einer bestimmten Band sein können. Es handelt sich hier also um die erste Distinktion auf der Meso-Ebene. Eine Meso-Ebene ordnet das ‚Verhalten‘ einer Gruppe, beispielsweise Unternehmen oder Behörden zwischen der Mikro- sowie Makro-Ebene ein. Im Falle dieser Arbeit beschreibt diese Ebene die peer-group, in welcher sich der einzelne Akteur (steht auf der Mikro-Ebene) bewegt und handelt. Die Makro- Ebene stellt demnach das Summer Breeze Festival an sich dar (vgl. Esser, 1999, S. 112ff). Unterstützt wird diese Distinktion auf der Meso- Ebene durch Rituale, die sich unter anderem in verschiedenen Running-Gags34 manifestieren. Die folgende Hypothese begründet sich durch Beobachtungen und Erfahrungen mit derlei Verhaltensweisen von den jeweiligen besuchten Festivals der vergangenen Jahre. Running-Gags kultivieren ein Gruppengefühl auf verschiedenen Ebenen. Zunächst muss geklärt werden, was unter ‚Sozialem Handeln‘ verstanden wird. Korte zitiert mit Max Weber zunächst die Aufgabe der So- 5.1.10 34 Running-Gags sind immer wiederkehrende (rituelle) Verhaltensweisen oder Aussagen innerhalb einer Gruppe, so dass meistens nur die Gruppenmitglieder diese verstehen können. Gags in dem Sinne, als dass die getätigten Aussagen oder Handlungen in fast allen Fällen als humoristisch zu bewerten sind. Bei beinahe jeder Gruppe, mit welcher der Autor das SB selbst besucht wurde, war es wichtig einen Running-Gag, am besten am ersten Tag, zu etablieren. 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 73 ziologie als: „[…] eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will. ‚Handeln‘ soll dabei menschliches Verhalten heißen“ (Korte, 2011, S. 109). Als soziales Handeln ist jenes menschliche Verhalten zu deuten, welches auf das Verhalten anderer Personen sinnhaft bezogen wird. Handeln wird bei der Klassifikation Webers in irrationales und rationales Handeln eingeteilt. Irrationales Handeln wiederum wird unterteilt in traditionales und affektuelles Handeln. Rationales Handeln wird weiter unterschieden in zweckrationales und wertrationales Handeln (vgl. Behnke, Bräuniger, & Shikano, 2010, S. 55). Um diese gedachten oder empirisch nachweisbaren Sinnzusammenhänge vergleichen zu können, bildet Weber den sogenannten ‚Idealtypus‘. Dieser Idealtypus hat dabei mehrere Aufgaben. Zum einen sollen die Ursachen herausgearbeitet werden, welche zu Unterschieden zwischen ideal gedachten Situationen und realen sozialen Handlungen entstehen. Zum anderen kann durch den Idealtypus Ordnung und Orientierung geschaffen werden, da die soziale Wirklichkeit unendlich komplex und mannigfaltig, gar chaotisch erscheint (vgl. Korte, 2011, S. 110). Dennoch gilt auch für Idealtypen, dass sie eben keine Realtypen sind sondern zur Abgrenzung von real und ideal dienen. Weber arbeitet vier Orientierungen des Handelnden heraus, die als idealtypisch angesehen werden, in der Realität aber meist nur als Mischformen zu finden sind. Für die Anwendung der Idealtypen werden in dieser Arbeit nur die entsprechenden Formen erläutert werden. Bayer und Mordt zitieren Weber dazu folgendermaßen: „Solche Begriffe sind Gebilde, in welchen wir Zusammenhänge unter Verwendung der Kategorie der objektiven Möglichkeit konstruieren, die unsere, an der Wirklichkeit orientierte und geschulte Phantasie als adäquat beurteilt (Bayer & Mordt, 2008, S. 41). Die Autoren fassen vier Aspekte des Idealtyus zusammen. Idealtypen sind demnach Gedankengebilde, die einen Wirklichkeitszugang bieten und zur Hypothesengenerierung dienen können. Für die Konstruktion eines Idealtypus werden Bestandteile der Wirklichkeit ausgewählt, welche für das Verständnis eines Phänomens relevant sind und dem Erkenntnisinteresse des Forschers dienen. Als Ergebnis ist meist ein neuer Idealtypus entstanden, welcher die Wirklichkeit schärfer darzustellen vermag. Auf Grund der Fülle an wiederkehrenden Hand- 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 74 lungen, also Running-Gags, auf dem SB, darf angenommen werden, dass dieses Verhalten eine arationale Handlung darstellt, weiter eine traditionale Handlung. Die Entstehung eines Running-Gags hingegen geschieht zumeist als affektuelle Handlung, stellt demnach eine irrationale Handlung dar, da keine planende Überlegung zu erkennen ist. Das bedeutet, dass der Sinn des Handelns im Handeln als solches liegt und der jenseits des Handelns liegende ‚Erfolg‘ zunächst nicht absehbar ist (vgl. Behnke, Bräuniger, & Shikano, 2010, S. 55). Sind sich die Besucher um die Wirkung eines gemeinsamen Rituals (hier dann: Running-Gags) bewusst und gehen der Erschaffung eines solchen gezielt nach, was in den Fällen einer Handlung (im Sinne von Herstellen, Spielen, etc..) möglich ist, so kann ein prorationales Handeln mit überindividueller Ausrichtung erkannt werden (vgl. ebd., S. 65). Als Beispiel für prorationales Handeln muss ein Kuscheltier erst gekauft werden, um es anschließend vier Tage lang zu malträtieren, wobei der Kauf wiederrum aus einem Affekt geschehen kann. Um die genannte Hypothese zu bearbeiten, wurde eine ebenso effektive wie simple Frage für den Online-Fragebogen gewählt. Die Teilnehmer hatten ein Eingabefeld, in welches sie etwaige Running-Gags eintragen sollten. ‚Hatten du und deine Freunde/Bekannten/Kollegen ein bestimmtes Ritual oder einen Running-Gag auf dem Summer Breeze? ‘ Insgesamt 301 Teilnehmer beteiligten sich an dieser Frage, wovon 50 Teilnehmer ‚Nein‘ (also: Wir hatten keinen Running-Gag) angaben oder Aussagen tätigten, die nicht verstanden wurden und daher nicht kategorisiert werden konnten. N=251 Um die Angaben übersichtlich darzustellen, wurden diese in zwei Kategorien gegliedert. 1. Verbal kommunikative Handlungen (z.B. Sprüche, Lieder singen, schreien, Beleidigungen…) 2. ‚Aktive‘ (im Sinne von ‚etwas tun‘) Handlungen (z.B. Lieder hören, Spiele spielen, Etwas herstellen…) Für jede dieser Kategorien werden entsprechende Beispiele herangezogen, manche anschließend analysiert und interpretiert. Beginnend mit der verbalen Kommunikation, muss an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass bei allen Running-Gags Kommunikation auf irgend- 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 75 eine Weise stattfindet, also auch bei jenen, welche als ‚aktive Handlungen‘ deklariert wurden. Seit Paul Watzlawicks Axiomen zur Kommunikation ist bekannt, dass der Mensch nicht nicht kommunizieren kann. Beispiele für Sprüche und sonstige Aussagen auf dem Summer Breeze- Festival sind folgende: (Alle Antworten wurden unverändert aus dem Online-Fragebogen35 übernommen.) 1. Spartiaten, was ist euer Handwerk? - AUU!, AUU! AUU! 2. "Host du a schau moi an Flieger gsegn?" mit möglichst dämlicher Stimme 3. Stay heavy! 4. "Felix, warum steht der Pavillon noch nicht?!" 5. Auf youtube gab es ein Interview mit einem Breeze-Metaller und als er gefragt wurde ob er noch was anderes als "Marduk" hören will meinte er: "Nein, nur Marduk verdammte Scheiße" das war dieses Jahr (2013) unser Running Gag mal schauen was nächstes Jahr kommt :D 6. "Emoriden!" brüllen, da wir keine Freunde von Emos36 sind. 7. Unter uns Freunden "WER BISCH DUUU?!" 8. Analfist! 9. "HÜHNCHEN IST NICHT VEGAN???" 10. "also ich hab Bier gehört" 11 .„Ob du behindert bist hab ich dich gefragt „ Rest: „Ob du behindert bist hat er/sie gefragt“ Alle: „Du Wixxer“ 12. Die Ankunft einer Wespe wird mit einem lautstarken "HU- UUUUREEEE" angekündigt 13. "... meiiiiiiiiiine Fröijnde..." 35 Vgl. Anhang 28. 36 ‚Emos‘ sind Besucher, die ihrem Äußeren nach schnell als solche zu erkennen sind, da der (Dress)Code dieser Musikrichtung mit wenig Hintergrundwissen zugeordnet werden kann. Dieser soll an dieser Stelle aber nicht weiter dargestellt werden. Wichtig zu wissen ist hierbei, dass ‚Emos‘ in der vermeintlich ‚toughen‘ Metalwelt, durch die gefühlsbetonte Lyrik des sogenannten Emocore und ihrem oftmals schmächtigen Äußeren als feminin gelten und entsprechende Schmähungen über sich ergehen lassen müssen. So gesehen, ist das Stehen zur eigenen Identität, egal wie vielen Beleidigungen man ausgesetzt ist, paradoxerweise als ‚tough‘ oder stark anzusehen. 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 76 14. "Total Eskalation!" "Dein Stammbaum ist ein Kreis!" 15. Ja, wir Mädels haben gerne und oft das schöne Lied "Kraul mir meine Wampe, nimm ihn in den Mund du Schlampe!" gegrölt. 16. Keine Hose kein Problem! 17. "Kreuzigungsgruppe!" 18. "Und jetzt?" "PARTY HARD!" 19. Wieviel Uhr ist es eigentlich? "ääähm lass mich mal kurz nachschauen.... BIEEEERZEIT" 20. HEEEEEEEEEEL- GAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA 21. Helga!? 22. "Helga!" 23. helgaaaaaaa 24. heeeeeeeeeeeelga Wie an den Beispielen 4, 6, 11, 12, 14 und 15 wird auf dem Festival oft jemand oder etwas beleidigt. In den allermeisten Fällen, wie auch ersichtlich wird, sind diese Beleidigungen nicht ernst gemeint und dienen als gemeinsame Kommunikationsbasis, sind demnach als rationale Verhaltensweisen einzuordnen. Dies ist auch notwendig, da sich die peer-group jedes Jahr verändert. Mal entscheiden sich Stammbesucher gegen das SB, manchmal kommen neue Personen hinzu37. Aus den Beispielen 2, 7, 8, 9, 17 ist zu entnehmen, dass manche Sprüche keinen Inhalt besitzen, was gerade in Zuständen hilfreich ist, in welchen Inhalte jeglicher Art eine eher untergeordnete Rolle spielen. Sprüche wie 1, 10, 14, 18 und 19 dienen als Initiationsritus, da anzunehmen ist, dass anschließend getrunken wird. Die Beispiele 20 bis 24 stellen ein Phänomen der Meso- und Makroebene dar, denn ‚Helga‘ hat es bereits auf mehrere Festivals in Deutschland geschafft. Entsprechendes Distiktionsverhalten ist das laute Ausrufen oder Herbeirufen von ‚Helga‘. Inhaltlich Sinn ergibt auch diese Aussage nicht, doch hält sich ‚Helga‘ und auch schon genannte ‚Slayer‘ seit Jahren als Running-Gag auf diesen, wie auch auf anderen Festivals wie Rock am Ring oder dem Southside. Damit wird eine gemeinsame Basis für alle Festivalbesucher hergestellt. Kurz: Jeder der ‚Helga‘ brüllt, hat die Möglichkeit, als Szenemitglied akzeptiert zu werden, wenn das Äußere entsprechend gege- 37 Vgl. S. 23 SB Besuche Tabelle. 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 77 ben ist. Wird dies erkannt und umgesetzt, kann hier von zweckrationalem idealtypischem Verhalten gesprochen werden. Als zweite Kategorie wurden ‚Handlungen‘ gewählt. Darunter fällt beispielsweise das teilweise exzessive Hören von bestimmten Liedern, das Bauen von Maskottchen oder ähnlichem, humoristische Gewalt, verschiedenste Trinkspiele und Alkoholkonsum. Im Folgenden sehen wir nun wieder unverändert übernommene Beispiele aus dem Online- Fragebogen38. 1. vor jeder band wurde ein bier geext und neun langsam getrunken 2. Schlauch bei jeder gelegenheit 3. Wir sind so true, dass wir Bier brunzen. 4. Bier wurde nur getrichtert 5. Wir zählen durch: 1 1 1 1 1 1 6. Wir haben den Cantina Song (Star Wars) in der Famaly Guy version ziemlich oft gehört :D 7. Wir haben täglich mindestens 2 Stunden lang am Stück "Gay Bar" von Electric Six gehört. 8. Slowmotion Zone! Mit Klebeband einen kleinen Bereich auf dem Weg markieren und Slomotion Zone reinschreiben. Wenn mann dann da durch läuft sollte es möglichst nach slowmotion aussehen. 9. "Purzelbaum für Satan" + Pentagrammfeld auf dem Boden zur Ausführung und Animierung von vorbeigehenden Besuchern 10 .Die Rangel-Zone auf dem Weg vor unserem Platz wird ab diesem Breeze bestimmt ein Ritual werden. Ansonsten: Mit Panzertape lässt sich alles reparieren und herstellen. (Beispiel: Rangelpokal, kaputte Pavillons, Schuhe...) 11. Das "Strich-Spiel". --> resultiert aus der Tatsache, dass meine Freunde und ich auf dem Festival nur wenig bis gar nicht bekleidet sind. Jedesmal wenn jemand deinen Schwan* sieht bekommst du einen Strich. Der mit den meisten Strichen lässt das Jahr darauf eine Palette Bier springen. 12. Hochwort: Wer sich gehoben artikuliert muss trinken, dabei wird bei einem unklaren Fall eines "Hochwortes" demokratisch abgestimmt 38 Vgl. Anhang 28. 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 78 13. Wir bauen aus Tradition jedes Jahr aus den leeren Dosen Rüstungen, Langschwerter usw. und halten dann epische Schlachten ab. 14. Wir haben immer aus einem Einkaufswagen einen Rennwagen gebastelt! 15. Aus leeren Bierdosen und Panzertape werden Figuren gebaut. Bspw. eine Katze namens Olaf (lebte auf der Motorhaube des Peugeot 206 eines Freundes) und ein Männchen namens Pedro, dem unsere nachbarn Toastbrot spendeten und immer "HEIL PEDRO!" riefen. 16. Wir bauen jedes Jahr am letzten Tag aus unserem Müll einen Bierkönig der dann meistens eine andere Gruppe von Leuten mitnimmt und anbetet bzw. er macht seine Runde auf dem Gelände. 17. Wir haben einen Eimer dabei in dem in der Mitte ein Dildo mit Saugnapf klebt, aus dem wir mit kurzen Strohhalmen eine Korn- Fruchtsaft-Mischung mit Dosenfrüchten trinken - COCKtail halt. Wir bieten das gerne Zaungästen an, die Reaktionen sind gemischt. 18. Leute beim Pinkeln schubsen 19. Bei Kennzeichen mit 666 gibts eine drauf 20. Bis auf dieses Jahr wurde immer das Ortsschild mitgenommen. 21. Flunkiball 22. Flunky Ball 23. Flunkiball! 24. Flunky Ball, Circle of Death 25. Flunky Ball, Bier Boule 26. Flunkyball 27. ja, ein selbst kreiirtes manowar trinkspiel 28. Es gibt unsern Müllberg Hugo der sich über das gesamte Festival aufbaut und dann aber auch wieder komplett verschwindet. Ihm zu ehren verkleide wir uns und gehen auch gern mal müll sammeln. 29. Am Ende des Festivals werden alle Stühle mit dem Spiel "Stuhl" zerstört. Dabei schmeißt man einen Stuhl auf den Boden und schreit vorher "STUHL". Dies wiederholt man so oft bis der Stuhl kaputt ist. Zu den Punkten 1 bis 4 gibt es folgendes zu sagen: Schlauch bei jeder Gelegenheit meint das Stürzen von Bier durch einen Schlauch, was den 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 79 zu erwartenden Rausch auf ein Level hebt. ‚True sein‘39 ist für die meisten Metaller nur ein Spaßbegriff, was der zweite Satzteil mit „Bier brunzen“ hervorhebt. Wie an anderer Stelle40 sind es oft die einfachen und vermeintlich ‚schlechten‘ Lieder, welche in Dauerschleife gehört werden – so auch bei Punkt 6 und 7. Die Punkte 8 bis 9 stellen ein Phänomen dar, dass die Besucher, welche nahe an den Hauptwegen campen, sich somit ihre Unterhaltung gewährleisten, sei es durch (friedliches) anpöbeln, zuprosten oder zujubeln der vorbeigehenden Massen. All diese Verhaltensweisen dienen dem Zweck der Spaßgenerierung, sind also zunächst egoistische Ziele. Da aber viele das gemeinsame Ziel ‚Spaß haben‘ haben, wird bewusst darauf hingearbeitet. Es kann hier also von zweckrationalem Handeln gesprochen werden. Die Tatsache, dass einige Besucher geschickte Konstrukteure sind, lässt sich aus den Punkten 14 bis 18 ableiten, da offensichtlich verschiedenste Dinge hergestellt werden. Meist geschieht dies vor dem selbigen Hintergrund wie das Aufhängen von Flaggen: Sie dienen der Stärkung des Gruppengefühls. In den letzten Jahren hat sich das Spiel ‚Flunkyball‘41, auch bekannt unter ‚Beering‘ als Festivaltrinkspiel etabliert. All diese Aktivitäten sind soziales Handeln auf verschiedenen 39 Der Begriff ‚True‘-Metal wird und wurde vorrangig durch die Band Manowar geprägt. Das in Punkt 6 erwähnte Manowar Trinkspiel besteht, so ist die Vermutung, aus dem Hören von Manowarlieder. Bei bestimmten Begriffen, die in ihren Texten inflationär oft auftreten, wie z.B. ‚Steel‘, ‚Sword‘, ‚Might‘, ‚Kingdom‘, ‚Honour‘, ‚Blood‘, ‚Horse‘, ‚Fight‘, wird getrunken. Ein Rausch ist dadurch die sichere Konsequenz und durch die Anspruchslosigkeit für jedermann umsetzbar. Dieses, wie auch immer geartete, „trueness“-Denken findet sich im Übrigen auch in anderen Sparten der Metalszene, beispielsweise beim Black Metal. 40 Vgl. 4.1 Fußnoten. 41 Beim Flunkyball (wie zu sehen ist, gibt es keine einheitliche Schreibweise) stehen sich zwei Teams mit gleicher Spieleranzahl gegenüber. Die Anzahl kann variieren. In der Mitte zwischen den Mannschaften, jeweils 3-4 Meter von den Teams entfernt, steht eine Flasche oder ein anderes Ziel, dass es abzuwerfen gilt. Dazu dient in den meisten Fällen eine Flasche oder ein Ball. Hat die eine Gruppe das Ziel umgeworfen oder getroffen, so darf dieses aus dem, jeweils vor den Spielern stehenden, solange Bier trinken, bis die andere Gruppe das Ziel wieder hergestellt hat. Wird das Ziel nicht getroffen, ist das andere Team mit werfen an der Reihe. Wird beim Werfen ein Bier des gegnerischen Teams getroffen, so muss das getroffene Bier vom entsprechenden Spieler ‚auf Ex‘ getrunken werden. Das Spiel vollzieht sich so lange, bis ein Team die Getränke leer hat oder keiner mehr das Ziel trifft. Vgl. Anhang 26: Beobachtungsprotokoll Nr. 2. 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 80 Ebenen und kultivieren ein entsprechendes Gruppenzugehörigkeitsgefühl in den Mitgliedern. Dennoch ist es kein ‚Wir‘ gegen ‚Die‘, sondern die meisten Gruppen sind offen gegenüber neuen Leuten. So wird mit den Nachbarn getrunken und geredet, mit den ‚Kaffeejungs‘42, welche den Morgen vieler Menschen auf dem Festival verbessern, oder einfach mit zufällig vorbeilaufenden Besuchern. Die Hypothese, dass Running-Gags jeglicher Art das Gruppengefühl der Mitglieder stärken, kann nicht beantwortet werden. Es fehlt eine klare Korrelation zwischen den Aktivitäten und der Zugehörigkeitswahrnehmung der Mitglieder. Dies muss als Kritik an der Methodik genannt werden. Tendenziell ist diese Hypothese dennoch als verifiziert zu betrachten, da die gruppendynamischen Wirkungen einer gemeinsamen Kommunikationsbasis unausweichlich zu einem ‚Wir‘- Gefühl führen. Mit einer Art dieses ‚Wir‘-Gefühls beschäftigt sich auch die nächste Hypothese. Kirchner meint in Bezug auf das Wave-Gothic- Treffen oder der Loveparade, welche ebenso wie das SB Szeneevents darstellen, dass eben dort das ‚Wir‘-Gefühl aktualisiert wird (vgl. Kirchner, 2011, S. 135). Dabei stellt sich wieder die Frage, wie man einem solchem Gefühl auf die Spur kommt, wie man es messbar macht. Die Hypothese lautet: Der Festivalbesuch erzeugt ein, auf das Festival begrenztes, ‚Wir‘-Gefühl. Wie bereits angemerkt, lässt sich ein solches ‚Wir‘-Gefühl auf der Mesoebene (das Festival) nicht quantifizieren, weswegen die Hypothese mit einer Frage bearbeitet wurde, welche die Thematik um eine Ecke herum versucht zu beantworten. Statt nach dem Gefühl an sich zu fragen, wurden die Besucher gebeten, ihre Einschätzung zu weiter unten folgender Behauptung abzugeben. Das ‚Wir‘-Gefühl oder das Phänomen des Zusammenhalts von Gruppen, wird in der Psychologie als Kohäsion bezeichnet. Fröhlich zählt folgende Kohäsionsfaktoren zu den wichtigsten: „Attraktivität der Gruppe, Belohnung auf kooperativer Basis, […], Interaktionshäufigkeiten, gegenseitige Vorlieben zwischen 5.1.11 42 Vgl. Anhang 25: Beobachtungsprotokoll Nr. 1. 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 81 einzelnen Gruppenmitgliedern, positive Einstellungen zu den Gruppenaktivitäten – und zielen sowie Statusverbesserung und Prestigemerkmale.“ (vgl. Fröhlich, 2010, S. 282). All diese Faktoren lassen sich auf die Situation Summer Breeze übertragen. ‚Menschen leben seit jeher in Gruppen. Ein ‚Wir‘-Gefühl kann selbst bei 40.000 Besuchern entstehen. Wie würdest du dieser Behauptung zustimmen? ‘ Die Besucheranzahl ist hier kein offizieller Begriff, sondern eine Vermutung. Folgende Tabelle zeigt die Antworten der Besucher zu dieser Frage. Zustimmung 'Wir'-Gefühl N= 641 Häufigkeit Prozent Kumulierte Prozente gar keine Zustimmung 16 2,5 2,5 teilweise Zustimmung 140 21,8 24,3 weiß nicht 25 3,9 28,2 Zustimmung 290 45,2 73,5 volle Zustimmung 170 26,5 100,0 Gesamt 641 100,0 2,5 % (16 Personen) der Besucher stimmen dieser Behauptung nicht zu, 3,9 % äußerten sich neutral. 600 Personen oder 93,5 % der Festivalbesucher stimmen der Behauptung teilweise bis voll zu. Als Rückschluss aus diesem Ergebnis kann also gesagt werden, dass ein, wenn auch nicht ‚greifbares‘ Gefühl der Zusammengehörigkeit auf dem Festival vorherrscht. Es darf angenommen werden, dass bereits analysierte Faktoren wie Alkoholkonsum (Bier), Prioritäten (Freunde und Musik) oder Hygieneverhalten zu diesem Gefühl führen können. Die Besucher erkennen ihr eigenes Verhalten und Denken täglich um ein Vielfaches auf dem Festival wieder, was dazu führt, dass eben dieses Verhalten als legitim angesehen wird und des Weiteren eine gemeinsame Identität stiftet. Tabelle 12: 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 82 Insgesamt handelt es sich bei diesem Festival um ein Event der Metalszene, zu welchem die entsprechende Theorie dargestellt wurde. Ein solches Festival ist immer auch ein Erlebnis, weswegen sich ein zweiter Blick auf diesen Begriff lohnt. Erlebnisse „[…] sind gesteigertes Erleben“, sind „selbstwertsteigernd“ aber „noch keine Erfahrungen. Erfahrungen gewinnt nur, wer Erlebnisse verarbeitet: wiederholt Erlebnisse hat, sie kommunikativ reflektiert und dadurch psychosozial integriert.“ (Hartmann & Haubl, 1998, S. 12). Das geschieht schon während des Festivals, wenn die Erlebnisse des Vortages in der Gruppe besprochen werden. Ebenso gibt es die Möglichkeit der Reflektion im Internet, zum Beispiel im Forum auf der SB Homepage oder auf Facebook. Hartmann & Haubl sprechen von einem gesteigerten Erlebnishunger, welcher einen zentralen Bezugspunkt in der Lebensführung darstellt und dadurch die gesellschaftliche Individualisierung vorantreibt. Diese Beschleunigung oder „Erlebnisjagd“ (ebd., S. 13) führt dazu, dass einzelne Erlebnisse nicht mehr psychosozial integriert werden können. „Erlebnisreichtum geht in Erfahrungsarmut über.“ (ebd.). Im Laufe des Festivals stellt sich eine gewisse Routine ein, ein eigener Alltag entsteht. Dieser Alltag gestaltet sich im Normalfall entspannt, also gemütliches Aufstehen, Hygiene und Nahrungsaufnahme43. Die ersten Bands spielen nach Mittag, weswegen die Besucher im Idealfall den gesamten Vormittag mit dem Nötigsten zubringen können. Die Tatsache, dass meist unbekanntere Bands den Beginn machen, bringt zusätzliche Stunden ein. Dieser Rhythmus wird als entspannend wahrgenommen, wie das Ergebnis der nächsten Hypothese zeigen wird. Die Besucher kommen auf das Festival, um eine Auszeit vom Alltag zu nehmen (und ihn gegen einen neuen Alltag zu ersetzen). Bei dieser Hypothese wurde eine Frage gewählt, in welcher die Besucher einer Behauptung ihre Zustimmung erteilen oder verweigern mussten. 5.1.12 43 Vgl. Anhang 26: Beobachtungsprotokoll Nr. 1. 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 83 N= 641 61 Nahrungsaufnahme43. Die ersten Bands spielen nach Mittag, weswegen die Besucher im Idealfall den gesamten Vormittag mit dem Nötigsten zubringen können. Die Tatsache, dass meist unbekanntere Bands den Beginn machen, bringt zusätzliche Stunden ein. Dieser Rhythmus wird als entspannend wahrgenommen, wie das Ergebnis der nächsten Hypothese zeigen wird. 5.1.12 Die Besucher kommen auf das Festival, um eine Auszeit vom Alltag zu nehmen (und ihn gegen einen neuen Alltag zu ersetzen). Bei dieser Hypothese wurde eine Frage gewählt, in welcher die Besucher einer Behauptung ihre Zustimmung erteilen oder verweigern mussten. 641 Abbildung 15: Zustimmung 'Urlaub' Wie zu sehen ist, stimmen die meisten Besucher der Behauptung zu. Insgesamt 97,19 % oder 623 Personen nehmen das Festival, mit unterschiedlich starker Ausprägung, wie eine Art Urlaub war. Für wen ein solches Festival keine Erholung bedeutet, lässt sich aus Besuchersicht nicht eindeutig formulieren, weswegen hier auf eine Interpretation verzichtet wird. Wie bereits gezeigt wurde, ist ein solches Festival für die meisten Besucher keine körperliche Erholung, sondern eine Herausforderung oder zumindest eine Anstrengung. Dauerhafte Intoxikation, wenig und ungesunden Schlaf, Konzertbesuche und rudimentäre Nahrung sind dabei nochmals zu nennen. Die Entspannung eines Urlaubs muss also im Kopf stattfinden. Dazu im Experteninterview: „[…] Außerdem nehmen viele Urlaub, um das komplette Festival zu erleben und danach erst mal wieder in die 'Normalität' zurück zu finden.“ (Transkription Nr,.3, Zeile 74-75). 43 Vgl. Anhang 26: Beobachtungsprotokoll Nr.1 Zustimmung 'Urlaub' Wie zu sehen ist, stimmen die meisten Besucher der Behauptung zu. Insgesamt 97,19 % oder 623 Personen nehmen das Festival, mit unterschiedlich starker Ausprägung, wie eine Art Urlaub war. Für wen ein solches Festival keine Erholung bedeutet, lässt sich aus Besuchersicht nicht eindeutig formulieren, weswegen hier auf eine Interpretation verzichtet wird. Wi bereits g zeigt wurd , ist ein solches Festival für die meisten Besucher keine körperliche Erholung, sondern eine Herausforderung oder zumindest eine Anstrengung. Dauerhafte Intoxikation, wenig und ungesunden Schlaf, Konzertbesuche und rudimentäre Nahrung sind dabei nochmals zu nennen. Die Entspannung eines Urlaubs muss also im Kopf stattfinden. Dazu im Experteninterview: „[…] Außerdem nehmen viele Urlaub, um das komplette Festival zu erleben und danach rst mal wieder in die 'Normalität' zurück zu finden.“ (Transkription Nr,.3, Zeile 74-75). Dies geschieht vorrangig, wir erinnern uns an die Running-Gags, durch gemeinsame simplifizierte Kommunikation. Es gibt auf einem solchen Festival, soweit auch die Erfahrungswerte des Autors, wenig Momente, in denen wirklich tiefgehende Gespräche geführt werden, Abbildung 15: 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 84 was eine entspannende Wirkung hat. Die Besucher können den Kopf abschalten, was bekanntlich die Chancen erhöht, Spaß zu haben. Ein weiterer Faktor, welcher für den „urlaubhaften“ Zustand spricht, welcher auf dem Festival vorherrscht, ist die Maskierung oder Verkleidung mancher Besucher. Dazu wurde eine Frage formuliert: Hast du dich auf dem SUMMERBREEZE-Festival verkleidet, geschminkt (z.B. Corpsepaint) oder maskiert? Wenn nichts zutrifft, einfach auslassen. Bei N= 641 haben sich kumulierte 13,7 % der Besucher entweder geschminkt, verkleidet oder maskiert. Im Bereich des Schminkens ist die Gesichtsbemalung ‚Corpsepaint‘44 vermehrt zu beobachten. Um Beispiele für verkleidete Besucher zu liefern, wurden im Jahr 2011 entsprechende Beobachtungen gemacht und dokumentiert. Ein Besucher aus der Nachbarschaft war die meiste Zeit seines Tages damit beschäftigt, Klopapier als Sicherheitsgurte an die Besucher mit der Ansage: ‚Wer Vollgas gibt, muss sich anschnallen‘ zu verteilen. Weitere Beobachtungen waren stark adipöse Männer in sogenannten Mankinis (oder Monokinis)45, ein komplett mit Alufolie eingewickelter Mann, mehrere Besucher in sogenannten ‚Morphsuits‘46, welche mit Fahrrädern und Zigarren im Mund über das Campinggelände fuhren oder ein weiterer Nachbar, welcher stark alkoholisiert über mehrere Tage einen demolierten Campingstuhl auf dem Rücken trug und der festen Überzeugung war, ein Transformer zu sein47. Kirchner erkennt in der Maskierung eine Möglichkeit der Menschen, sich mit einer anderen Rolle zu identifizieren, was die Lösung vom Alltag erleichtern kann (vgl. Kirchner, 2011, S. 20). Wie gezeigt wurde, gehen viele Besucher einer geistigen Tätigkeit nach und nehmen das Festival als Auszeit für den Kopf. Ein weiterer Faktor für die entspannende Wirkung des Festivals ist das ‚Untergehen 44 Dabei wird das Gesicht weiß grundiert, Mund und Augen mit schwarzer Farbe nachgezeichnet, so dass ein möglichst finsterer Grundeindruck entsteht. Corpsepaint ist vor allem im Bereich des Black-Metal zu finden, hat aber beispielsweise durch Alice Cooper oder Kiss in massentauglicherer Form im Mainstream Einzug gehalten. 45 Bikinis für Männer, welche durch den Film ‚Borat‘ an Aufmerksamkeit gewonnen hatten. 46 Morphsuits sind Ganzkörperanzüge, die verschiedene Farben oder Themen haben können. 47 Vgl. Anhang 5: Merkwürdige Personen. 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 85 in der Masse‘. Das Individuum kann sein, wie es ist und wird im Normalfall dafür nicht verurteilt. Es kann in der Masse aufgehen, sich durch Verneinung der Normen dem sozialen Druck entziehen (vgl. ebd., S. 19f). Diese Akzeptanz ist sehr wichtig für jeden einzelnen Besucher und ein hervorzuhebendes Wesensmerkmal dieses und vielen anderen Festivals. Auf den eingangs erwähnten Polizeibericht soll an dieser Stelle eingegangen werden, da durch diesen weiter verdeutlich wird, welche Stimmung auf dem Festival insgesamt herrscht. Schätzungen der bayrischen Polizei zu Folge, waren im Jahr 2013 knapp 37.000 Besucher auf dem SB. Die Mitarbeiter der Feuerwehr, des Rettungsdienstes, der Stadt Dinkelsbühl und andere hielten eine tägliche Lagebesprechung ab. Ein Eindruck nach: „[…] kam es wie in den Vorjahren zu keinen gravierenden Sicherheitsstörungen. Aggressionen unter den Festivalbesuchern sind fast gänzlich ausgebliebenen.“ (Staatsministerium des Inneren, 2014). In Zahlen bedeutete das SB 3.001 Einsätze für die Polizei, wobei es sich beim Großteil und kleinere Einsätze handelte. Zu den ‚größeren‘ Verbrechen gehört seit einigen Jahren das Aufschlitzen der Zelte und anschließendes Entwenden von Wertsachen. Auch das BRK, zuständig für die medizinische Versorgung, zieht ein positives Gesamtfazit: „Aus medizinischer Sicht war es eher eine ruhige Veranstaltung. […] 166 Personen mussten in die umliegenden Krankenhäuser eingeliefert werden.“ (ebd., 2014). Es lässt sich also sagen, dass das Summer Breeze-Festival eine weitestgehend friedliche48 Veranstaltung ist, was sich mit dem Ergebnis der Hypothesenanalyse deckt. Im Experteninterview wird die Polizeipräsenz positiv gesehen: „[…] I: Wie stehst du zur Polizeipräsenz auf Festivals allgemein und wie hast du es bisher auf dem SB erlebt? B1: Polizeipräsenz ist absolut wünschenswert, meiner Meinung nach. Vor allem auf Festivals, auf denen die Security nicht durch Namen oder Nummern gekennzeichnet ist. Wenn DIE nämlich mal über die Stränge schlägt, an wen kann man sich sonst wenden? […] Da das SB wohl in bayerische Hoheitsgebiete fällt, sind Kontrollen an den Straßen zum Gelände hin etwas häufiger als bei anderen Festivals, aber auch dabei geht's eigentlich immer nett und freundlich zu […]“ (Transkription Nr. 3, Zeile 229-241). 48 Vgl. Anhang 27: Beobachtungsprotokoll Nr. 4. 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 86 Die letzte Hypothese beschäftigt sich mit einem Zugehörigkeitsgefühl der Besucher. Zunächst ist es wichtig zu erwähnen, dass auch mit folgender Hypothese ein Gefühl beschrieben werden soll. Ein Gefühl ist eine individuelle Regung des Innenlebens eines Menschen, weswegen auch die im Folgenden dargestellte Abstufung nur vage einen Eindruck vermitteln kann, was es bedeutet, sich einer bestimmten Szene zugehörig zu fühlen. Das Festival bestärkt die Besucher in dem Gefühl, der Metalszene zugehörig zu sein. N = 641 64 Abbildung 16: Zugehörigkeit Metalszene Wir sehen, dass kumulierte 92,2 % (591 Personen) der Besucher sich der Metalszene mindestens ein wenig bis hin zu sehr zugehörig fühlen. 7,8 % der Besucher fühlen sich der Szene nicht zugehörig oder trafen darüber keine Aussage. Sinnvoll, auch in Hinsicht der Hypothesenformulierung (‚bestärkt‘ als Wertung), wäre bei dieser Fragestellung eine Vorher- Nachher-Untersuchung gewesen, um eine klare Korrelation zwischen dem Festival und seiner Auswirkung auf das Zugehörigkeitsgefühl der Besucher festzustellen. Daher kann die Hypothese, in welcher davon gesprochen wird, das Festival bestärke die Besucher in diesem Gefühl der Zugehörigkeit, nicht verifiziert werden. Was aber durch dieses Ergebnis deutlich wird, ist, dass sich eine absolute Mehrheit der Szene auf unterschiedliche Art und Weise zugehörig fühlt. Dieses Gefühl entsteht, so die Interpretation des Ergebnisses, durch die Bestätigung seiner selbst durch die anderen Mitglieder der Szene. Ein Mitglied der Szene findet tausendfache Bestätigung seines Wesens innerhalb der Festivalzeit, was im Alltag nicht in dieser extremen Form möglich ist. Nimmt man das ‚klassische‘ Äußere eines Metalheads, so hat dieser lange Haare, trägt vorwiegend schwarze (Leder)Kleidung, ein Bandshirt oder die Kutte mit Rückenaufnähern sowie abgenutztes Schuhwerk (vgl. Ferchhoff, 2007, S. 201). Damit ist er im Alltag in den Fußgängerzonen dieser Welt die Minderheit, nicht so aber auf dem Summer Breeze-Festival. Denn dort „[…] sieht man jedenfalls vorherrschend schwarz, Band-Shirts und Jeans oder Leder. Wenn es zu warm ist, dann eben irgendwelche Shorts ... und Männertitten.“ (Transkription Nr.3, Zeile 120-121). Eine Faszination der Metalkultur ist globale Präsenz. Das Zeitalter der Globalisierung macht es möglich, dass an jedem Ort sich Musiker aller Kulturen präsentieren können. Was der einzelne Mensch mit einem Musikstück, einer Musikart oder einem Musikstil assoziiert, ist immer durch die durch unsere Kultur vertrauten Bedeutungen gefärbt (vgl. Tenbruck, 292). Heißt also im Zugehörigkeit Metalszene Wir sehen, dass kumulierte 92,2 % (591 Personen) der Besucher sich der Metalszene mindestens ein wenig bis hin zu sehr zugehörig fühlen. 7,8 % der Besucher fühlen sich der Szene nicht zugehörig oder trafen 5.1.13 Abbildung 16: 5.1 Hypothesen und deren Entstehung 87 darüber keine Aussage. Sinnvoll, auch in Hinsicht der Hypothesenformulierung (‚bestärkt‘ als Wertung), wäre bei dieser Fragestellung eine Vorher-Nachher-Untersuchung gewesen, um eine klare Korrelation zwischen dem Festival und seiner Auswirkung auf das Zugehörigkeitsgefühl der Besucher festzustellen. Daher kann die Hypothese, in welcher davon gesprochen wird, das Festival bestärke die Besucher in diesem Gefühl der Zugehörigkeit, nicht verifiziert werden. Was aber durch dieses Ergebnis deutlich wird, ist, dass sich eine absolute Mehrheit der Szene auf unterschiedliche Art und Weise zugehörig fühlt. Dieses Gefühl entsteht, so die Interpretation des Ergebnisses, durch die Bestätigung seiner selbst durch die anderen Mitglieder der Szene. Ein Mitglied der Szene findet tausendfache Bestätigung seines Wesens innerhalb der Festivalzeit, was im Alltag nicht in dieser extremen Form möglich ist. Nimmt man das ‚klassische‘ Äußere eines Metalheads, so hat dieser lange Haare, trägt vorwiegend schwarze (Leder)Kleidung, ein Bandshirt oder die Kutte mit Rückenaufnähern sowie abgenutztes Schuhwerk (vgl. Ferchhoff, 2007, S. 201). Damit ist er im Alltag in den Fußgängerzonen dieser Welt die Minderheit, nicht so aber auf dem Summer Breeze-Festival. Denn dort „[…] sieht man jedenfalls vorherrschend schwarz, Band-Shirts und Jeans oder Leder. Wenn es zu warm ist, dann eben irgendwelche Shorts ... und Männertitten.“ (Transkription Nr. 3, Zeile 120-121). Eine Faszination der Metalkultur ist globale Präsenz. Das Zeitalter der Globalisierung macht es möglich, dass an jedem Ort sich Musiker aller Kulturen präsentieren können. Was der einzelne Mensch mit einem Musikstück, einer Musikart oder einem Musikstil assoziiert, ist immer durch die durch unsere Kultur vertrauten Bedeutungen gefärbt (vgl. Tenbruck, 292). Heißt also im globalisierten Zeitalter: Als musikalisch offener Metalfan können Einblicke in viele Kulturen dieser Welt gesammelt werden. Vom melancholischen Epic-Metal der Finnen Wintersun, über den dauerbetrunkenen Pirate-Metal der schottischen Band Alestorm, bis hin zum politisch motivierten Thrash-Metal der Brasilianer Sepultura, um nur ein paar Beispiele zu nennen. „[…] der musikalische Pluralismus ist global.“ (vgl. ebd., S. 259). Metal ist eine absolute Weltmusik der Gegenwart. 5 Ergebnisse, Analysen, Interpretation 88 Kritik und abschließendes Fazit Die Anschlussfähigkeit dieser Arbeit wird durch die Vielfalt der zu beobachtenden Phänomene des Festivals geleistet. Interessant wäre eine andere thematische Fokussierung, bei welcher das Augenmerk auf die favorisierten Metalrichtungen der Besucher gerichtet würde. Außerdem wäre ein Vergleich mit anderen (Metal)Festivals durchaus vorstellbar. Sind das HipHop-Open oder Chiemsee-Summer genauso friedlich wie das Summer Breeze? Es gibt viele Möglichkeiten, mit den gewonnen Daten weiter zu arbeiten. Es wurde der theoretische Hintergrund beschrieben sowie anschließend der methodische Weg dargestellt, um im empirischen Teil den Phänomenen des Festivals näher zu kommen. Dabei konnten Einblicke in eine Kultur, in eine Szene gewährt werden, welcher Millionen von Menschen sich zugehörig fühlen. Die Forschungsfrage ‚Welche Phänomene machen das SB zu einem Szenevent‘ war für die Bearbeitung ein hilfreicher Ansatz. Jedoch kann diese Frage nicht vollkommen beantwortet werden, denn dazu ist die soziale Wirklichkeit des Festivals zu komplex. Das Ergebnis muss also als Versuch gesehen werden, sich dieser Wirklichkeit auf eine bestimmte Weise zu nähern und zu beschreiben. In dieser Arbeit fehlen beispielsweise Themen wie Müll, Sanitäter, Securities und sonstige Angestellte / Freiwillige, Organisationsabläufe, Kooperationen, finanzielle Aspekte etc. Da diese nicht handhabbare Beschreibung schon während der Planung dieser Arbeit feststand, wurde der Blick bewusst auf die Besucher des Festivals gelegt. Im Zuge dessen muss erwähnt werden, dass die Forschungsfrage in diesem Sinne zu unspezifisch war. Jedoch sind die erarbeiteten Hypothesen, Antworten und Interpretationen soweit von Nutzen, als dass gesagt werden kann, die Festivalbesucher sind in ihrer Gesamtheit dennoch differenziert beschrieben. Welche Phänomene sind es also, die dieses Festival zu einem Event der Metalszene machen? 6. 89 Es sind die Besucher und deren Verhaltensweisen, welche durch ihre Anwesenheit verschiedene Phänomene generieren. Viele davon wurden beobachtet, untersucht, beschrieben und analysiert. Wir haben es auf dem SB mit einer heterogenen, gut gebildeten, und friedliche Zusammenkunft von Menschen zu tun, die ihrer Begeisterung für eine Musikrichtung nachgeht. Eine Eventgemeinschaft, die viel Bier trinkt und einen gewissen Wert auf Hygiene legt. Ein Event von und für Szenemitglieder, deren wichtigste Faktoren ihre Freunde und ‚ihre‘ Musik darstellen. Metalheads aus aller Welt, die den Großteil ihres Geldes für Essen und Trinken ausgeben. Menschen, die durch rituelle Verhaltensweisen eine Abgrenzung erzeugen, die zur Bildung und Bestätigung der eigenen Identität dient. Musikenthusiasten, die sich der Metalszene größtenteils zugehörig fühlen, dies durch das Erleben eines ‚Wir‘-Gefühls bestätigen und so gemeinsam Urlaub vom Leben nehmen. 6. Kritik und abschließendes Fazit 90 Literaturverzeichnis Printmedien Bayer, M., & Mordt, G. (2008). Einführung in das Werk Max Webers. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Behnke, J., Bräuniger, T., & Shikano, S. (2010). Jahrbuch für Handlungs- und Entscheidungstheorie. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Bohnsack, R., & Nohl, A.-M. (2000). Events, Efferveszenz und Adoleszent: "battle" - "fight" - "party". In W. Gebhardt, R. Hitzler, & M. Pfadenhauer, Events - Soziologie des Außergewöhnlichen (S. 77-83). Opladen: Leske und Budrich. Bollnow, O. F. (1972). Neue Geborgenheit: das Problem einer Überwindung des Existentialismus. Stuttgart: Kohlhammer. Bortz, J., & Döring, N. (2006). Forschungsmethoden und Evaluation: Für Humand- und Sozialwissenschaftler. Berlin Heidelberg: Springer Verlag GmbH. Cox, H. (1970). Das Fest der Narren. Stuttgart, Berlin: Kreuz-Verlag. Duller, C. (2013). Einführung in die Statistik mit EXCEL und SPSS. Berlin Heidelberg: Springer Gabler. Elflein, D. (2010). Schwermetallanalysen - Die musikalische Sprache des Heavy Metal. Bielefeld: transcript. Erikson, E. H. (1966). Identität und Lebenszyklus. Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch Verlag. Esser, H. (1999). Soziologie: allgemeine Grundlagen. Frankfurt/Main; New York: Campus Verlag. Ferchhoff, W. (2007). Jugend und Jugendkulturen im 21. Jahrhundert: Lebensformen und Lebensstile. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Fröhlich, W. D. (2010). Wörterbuch Psychologie. München: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG. Fuchs-Heinritz, W., Lautmann, R., Rammstedt, O., & Wienold, H. (1994). Lexikon zur Soziologie. Opladen: Westdeutscher Verlag. Gebhardt, W. (2000). Feste, Feiern und Events. Zur Soziologie des Außergewöhnlichen. In W. Gebhardt, R. Hitzler, & M. Pfadenhauer, Feste, Feiern und Events. Zur Soziologie des Außergewöhnlichen (S. 17-31). Opladen: Leske und Budrich. Gebhardt, W. (2002). Die Verszenung der Gesellschaft und die Eventisierung der Kultur. In U. Göttlich, Populäre Kultur als repräsentative Kultur: die herausforderung der Cultural Studies (S. 287-305). Köln: Halem. 91 Geertz, C. (1987). Dichte Beschreibung - Beiträge zum Verstehen kultureller Systeme. Frankfurt am Main: suhrkamp taschenbuch wissenschaft. Girtler, R. (1984). Methoden der qualitativen Sozialforschung - Anleitung zur Feldarbeit. Wien: Hermann Böhlaus Nachf. GmbH. Girtler, R. (2001). Methoden der Feldforschung. Köln: Böhlau Verlag GmbH & Co. KG. Girtler, R. (2009). 10 Gebote der Feldforschung. Münster: LIT Verlag. Guth, K. (1985). Alltag und Fest. In i. A. Volkskunde, Schweizerisches Archiv für Volkskunde: Halbjahresschriften (S. 59-78). Basel: Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde. Hartmann, H. A., & Haubl, R. (1998). Freizeit in der Erlebnisgesellschaft. Opladen/Wiesbaden: Westdeutscher Verlag GmbH. Hitzler, R. (2008). Brutstätten posttraditionaler Vergemeinschaftung. In R. Hitzler, A. Honer, & M. Pfadenhauer, Posttraditionale Gemeinschaften (S. 55-72). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Hitzler, R. (2011). Eventisierung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Hitzler, R., & Pfadenhauer, M. (2010). Posttraditionale Vergemeinschaftung. Eine ‚Antwort‘ auf die allgemeine Verunsicherung. In H.-G. Soeffner, Unsicherere Zeiten. Herausforderungen gesellschaftlicher Transformationen (S. 371-382). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Hitzler, R., Bucher, T., & Niederbacher, A. (2005). Leben in Szenen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Hitzler, R., Honer, A., & Pfadenhauer, M. (2008). Postraditionale Gemeinschaften. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Homann, H. (2004). Zur Soziologie von Fest und Feier. In M. Maurer, Das Fest. Beiträge zu seiner Theorie und Systematik (S. 95-113). Köln, Weimar, Wien: Böhlau Verlag. Hussy, W., Schreier, M., & Echterhoff, G. (2010). Forschungsmethoden in Psychologie und Sozialwissenschaften. Berlin Heidelberg: Springer-Verlag GmbH. Isensee, J. (2012). Die Philosophie des Festes. In H. Schäfer, Aus der Geschichte für die Zukunft : 50 Jahre Rotary-Club Bonn Süd - Bad Godesberg 1961/62 - 2012 ; Festschrift aus Anlass der Wiederkehr der Charterfeier vom 3. November 1962 (S. 55-62). Bonn: Bouvier. Kilthau, O., & Ebner, H. (1995). Die gesellschaftlichen, politischen und sozialen Wertvorstellungen und Verhaltensnormen der Heavy Metal-Fans: eine empirische Studie. Mannheim: Universität. Kirchner, B. (2011). Eventgemeinschaften Das Fusion Festival und seine Besucher. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Knoblauch, H. (2000). Das strategische Ritual der kollektiven Einsamkeit. Zur Begrifflichkeit und Theorie des Events. In W. Gebhardt, R. Hitzler, & M. Pfadenhauer, Events - Soziologie des Außergewöhnlichen (S. 33-45). Opladen: Leske und Budrich. Literaturverzeichnis 92 Korte, H. (2011). Einführung in die Geschichte der Soziologie. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Kühne, O. (2008). Distinktion - Macht - Landschaft. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Lipp, W. (2000). Event Ware. In W. Gebhardt, R. Hitzler, & M. Pfadenhauer, Events - Soziologie des Außergewöhnlichen (S. 413-438). Opladen: Leske und Budrich. Löffler, T., & Heiss, M. (2010). Besucherstrukturanalyse des Musik-Festivals Grafenegg und qualitative Untersuchung der wirtschaftlichen Auswirkungen von Kulturveranstaltungen am Beispiel des Kulturstandortes Grafenegg. Univ.-Prof. Mag. Dr. Peter Tschmuck. Mann, H. (2013). Der Untertan. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag Marquard, O. (1988). Kleine Philosophie des Festes. In U. Schultz, Das Fest (S. 413-420). München: C.H.Beck verlag. Meixner, T. (2009). Die freie, teilnehmende Beobachtung als Methode der qualitativen Sozialforschung. München: GRIN-Verlag. Prisching, M. (2008). Das Paradoxon von Individualität und Gemeinschaftlichkeit. In R. Hitzler, A. Honer, & M. Pfadenhauer, Posttraditionale Gemeinschaften (S. 37-54). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Rosenthal, G. (2011). Interpretative Sozialforschung - Eine Einführung (3. Ausg.). Weinheim und München: Juventa. Stender, B. (2013). Fest und Alltag im literarischen Text Theodor Fontanes und Eduard von Keyserlings. Hamburg: Universität Hamburg. Stöber, R. (2008). Kommunikations- und Medienwissenschaften - Eine Einführung. München: C.H. Beck. Strauss, A., & Corbin, J. (1996). Die Grounded Theory: Grundlagen Qualitativer Sozialforschung. Weinheim: Beltz, Psychologie Verlags Union. Strübing, J. (2008). Grounded Theory: zur sozialtheoretischen und epistemologischen Fundierung des Verfahrens der empirisch begründeten Theroriebildung (2 Ausg.). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Tenbruck, F. H. (1996). Die Musik zwischen europäischer Kultur und globaler Zivilisation. In F. H. Tenbruck, Perspektiven der Kultursoziologie: Gesammelte Aufsätze (S. 251-262). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Willems, H. (2000). Events: Kultur - Identität - marketing. In W. Gebhardt, R. Hitzler, & M. Pfadenhauer, Events - Soziologie des Außergewöhnlichen (S. 51-73). Opladen: Leske und Budrich. Wilson, T. P. (1982). Qualitative "oder" Quantitative Methoden in der Sozialforschung. Köln: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Ziegler, S. (2003). Gegenstandsbezogene Theoriebildung - Der Ansatz der Grounded Theory. GRIN-Verlag. Literaturverzeichnis 93 Internet Albert, P. D., Hurrelmann, P. D., & Quenzel, D. G. (16. Februar 2014). Von www.shell.de: http://s08.static-shell.com/content/dam/shell-new/local/country/ deu/downloads/pdf/youth-study-2010values.pdf abgerufen bild.de. (10. Februar 2014). Von bild.de: http://www.bild.de/lifestyle/2013/party/se x-drogen-musik-festivals-umfrage-30811712.bild.html abgerufen Duden. (7. Februar 2014). Von www.duden.de: http://www.duden.de/rechtschreib ung/Phaenomen abgerufen Franke, H. (30. Januar 2014). http://www.oethak.uni-erfurt.de/. Von Universität Erfurt: Ökumenisch - theologischer Arbeitskreis: http://www.oethak.uni-erfurt. de/1_2.pdf abgerufen GmbH, S. (5. März 2014). Von www.summer-breeze.de: http://www.summer-bree ze.de/de/dateien/specials/wallpapers/2013-drohne/wallpaper_drohne_1280x80 0.jpg abgerufen [Titelbild] Govinda. (10. Januar 2014). waisenkind.de. Von http://waisenkind.de/archiv/Merc i_Govinda%202012.pdf abgerufen JBO. (30. Januar 2014). www.jbo.de. Von JBO: http://www.jbo.de/lyrics/ein-fest/ abgerufen Staatsministerium des Inneren, B. (7. Februar 2014). Von Polizei Bayern: http://w ww.polizei.bayern.de/mittelfranken/news/presse/aktuell/index.html/184276 abgerufen Literaturverzeichnis 94 Anhang Anhang 1: Geländeplan Summer Breeze 2013 I Anhang Anhang 1: Geländeplan Summer Breeze 2013 95 Kopiert aus: http://www.summer-breeze.de/de/dateien/specials/downloads/gelaen deplan/sb-2013_gelaende_d.pdf Anhang 2: Fragebogen Nr. 1: ‚Tagesablauf‘ 2011 I Anhang Anhang 1: Geländeplan Summer Breeze 2013 ../Bilder/A1.pdf Kopiert aus: http://www.summer-bre z . e/de/dateien/specials/downloads/gelaendeplan/sb- 2013_gelaende_d.pdf Anhang 2: Fragebogen Nr.1: ‚Tagesablauf‘ 2011 Anhang 96 Anhang 3: Fragebogen Nr. 2: ‚Tagesablauf‘ 2011 II Anhang 97 Anhang 4: Fragebogen Nr. 1: ‚Am Wichtigsten‘ 2011 II Anhang 5: Fragebogen Nr.2: ‚Am Wichtigsten‘ 2011 Anhang 98 Anhang 5: Fragebogen Nr. 2: ‚Am Wichtigsten‘ 2011 II Anhang 99 Anhang 5: Versuch eines Feldtagebuchs 2011 II Anhang 6: ‚Merkwürdige Personen‘ 2011 Anhang 100 Anhang 6: ‚Merkwürdige Personen‘ 2011 II Anhang 7: Fragebogen Nr.1 2012 Anhang 101 Anhang 7: Fragebogen Nr. 1 2012 II Anhang 102 Anhang 8: Fragebogen Nr. 2 2012 II Anhang 8: Fragebogen Nr.2 2012 Anhang 103 Anhang 9: Fragebogen Nr. 3 2012 II Anhang 104 Anhang 10: Fragebogen Nr. 4 2012 II Anhang 10: Fragebogen Nr.4 2012 Anhang 105 Anhang 11: Fragebogen Nr. 5 2012 II Anhang 11: Fragebogen Nr.5 2012 Anhang 106 Anhang 12: Fragebogen Nr. 6 2012 II Anhang 11: Fragebogen Nr.5 2012 ../Bilder/A11.pdf Anhang 12: Fragebogen Nr.6 2012 Anhang 107 Anhang 13: Weiterer Versuch eines Feldtagebuchs III Anhang 13: Weiterer Versuch eines Feldtagebuchs Anhang 108 Anhang 14: Interviewleitfaden III Anhang 109 Anhang 15: Facebook Screenshot Nr. 1 II Anhang 11: Fragebogen Nr.5 2012 ../Bilder/A11.pdf Anhang 12: Fragebogen Nr.6 2012 ../Bilder/A12.pdf Anhang 13: Weiterer Versuch eines Feldtagebuchs ../Bilder/A13.pdf Anhang 14: Interviewleitfaden ../Bilder/A14.pdf Anhang 15: Facebook Screenshot Nr. 1 Anhang 110 Anhang 16: Facebook Screenshot Nr. 2 III Anhang 111 Anhang 17: Screenshot Q-Set mit Anzahl Teilnehmer III Anhang 112 Transkriptionsregeln Es existiert eine Vielfalt an Transkriptionsregeln. Je nach Untersuchungsinteresse werden entsprechende Regeln herangezogen. Wie bereits erwähnt, ist für die Auswertung der vorliegenden Untersuchung der Inhalt der Interviews von Bedeutung, aus diesem Grund erfolgte die Transkription nach folgenden Regeln: • Namen von Personen (auch Ortsnamen) werden angegeben. Dies ist durch das Einverständnis der Personen, welches jeweils auf den Transkriptionen vermerkt wurde möglich. • Die befragten Personen sind im Text durch ein „B1“, „B2“ etc. gekennzeichnet und die Wortwiedergabe wurde kursiv gestaltet. Den Interviewer zeichnet ein „I“ aus. • Die Interviews werden wörtlich transkribiert, Versprecher oder Lautäußerungen werden nur aufgenommen, wenn sie dem Gesprochenen eine Bedeutung beimessen. • Der Text wird nach Standartorthographie verschriftet und es wird keine literarische Umschrift verwendet (z.B. „hast du“ statt „haste“). • Der Sprachstil wird lediglich oberflächlich verbessert, da die Informationen auch ohne grundlegende Veränderung deutlich werden. • Zwischenfragen werden mit in den Text aufgenommen, um den Interviewverlauf deutlich zu machen. • Unterbrechungen werden, wenn nötig, in Klammern erwähnt. Anhang 113 Anhang 18: Transkription Nr. 1: Besucherinterview 1 Namen: David (B1) und Manuel (B2) Datum: 18.08.2011, 9:51 Uhr Dauer: 15:19 I: Wie lang ist eure Fahrt ihr zum Breeze? 1 B1: Drei Stunden plus Stau. 2 I: Dieses Jahr besser als letztes Jahr, oder? 3 B1: Ja bei uns auch. 4 I: Seit wann seid ihr da? 5 B1: Gestern. 6 B2: Ich bin heute gekommen. 7 I: Was ist euer Hauptessen? 8 B1: Steak, Dosenwurst, Bier (lacht) 9 I: Hauptgetränk Bier ? 10 B1: Ja definitiv. 11 I: Wart ihr schon auf den Pissoirs? 12 B1: Nöö mehr Zaun. 13 I: Aber Toiletten für 1 € ist echt gut finde ich. Hygiene, wie sieht das bei euch aus? 14 B1: Hab meine Zahnbürste vergessen, ansonsten nicht viel. 15 I: Zum wievielten Mal seid ihr aufm Breeze? 16 B2: Letztes Jahr schon. 17 B1: Vor 2 Jahren auch. 18 I: Welche Bands schaut ihr euch an? 19 B1: ‚In Extremo‘ heut Abend… 20 Anhang 114 2 I: Bei dir ? 21 B2: Ist nicht so meine Musik, bin mehr wegen dem Zelten hier. 22 I: Wie ist dein Eindruck bisher? 23 B2: Ja ist interessant. 24 I: Was genau ? 25 B2: Das Saufgelage, Leute die rumrennen und Interviews führen (lacht). 26 I: Bändchen…ich habe 3. Letztes Jahr die Hand verstaucht und musste alle wegschneiden. Das 27 war richtig Scheisse für mich. Wäre das bei dir auch so? 28 B1: Ja musste ich auch wegen der Ausbildung. Drehmaschinen und so. Zopf mit den langen 29 Haaren. Aber naja, muss halt sein. 30 I: Kennt ihr den Festivalinder? Ich hab den schon bei Rock am Ring Southside und hier gesehen. 31 Der hat beide Arme voll mit Bändchen, so wie Wolle Petry. Meint ihr, das ist so ein bisschen 32 Statussymbol? So auf die Art: schau her, wie viel Erfahrung ich hab und wie viele Festivals ich 33 besucht habe. 34 B1: Ja ist halt cool, man erkennt gleich, wer die gleiche Mukke hört. 35 I: Habt ihr Mädels dabei? 36 B1: Ne, einer ist mit der Freundin da, die campt aber wo anders. 37 I: Meine Kumpels und ich haben uns gestern überlegt, dass circa sechs Typen auf zwei Frauen 38 kommen. Würdet ihr dem zustimmen? 39 B1: Joa, würde ich schon sagen. Hoher Männeranteil. 40 I: Du bist ja deinem Äußeren nach kein richtiger ‚Metaler‘. Kann man das so stehen lassen? Was 41 hörst du sonst so? 42 B2: Dance. Also mehr so die Elektro Richtung. 43 I: Dir sieht man es schon eher an. Lange Haare, Bandshirt, ¾ Hose, Boots. So rennen die meisten 44 Leute hier rum. Bist du schon mal Vorurteilen begegnet? Z.B ihr Metaler seid doch alle besoffene 45 Satanisten. 46 B1: Ja … ‚Zeckenzüchter‘, wegen den langen Haaren. Und dass ich mal zum Frisör gehen soll. 47 I: Sind lange Haare wichtig? 48 Anhang 115 3 B1: Ne, eigentlich nicht, aber ich hab sie mal wachsen lassen. Früher hatte ich keine langen Haare. 49 I: Ahja, wie alt seid ihr beiden eigentlich? 50 B1: 20 51 B2: 21 52 I: Okay ich bin 25. Und wie lange hörst du schon Metal? 53 B1: Hmmm Rammstein war mein erstes Album, ‚Mutter‘ war mein erstes Album. Früher eher so 54 was Punkiges. Sonst eher Hardcore wie Hatebreed, SOIA, Madball. 55 I: Hatebreed spielen doch nach Sodom oder? 56 B1: Ja man, ‚AUSGEBOMBT‘!! 57 I: Hahaha ja man! Waren die Bands wichtiger als die Gaudi aufm Zeltplatz für die Entscheidung? 58 B1: Naja ich hab halt gesehen dass sechs Bands kommen die mich interessieren, von daher war 59 das schon okay. Ich bin aber zu faul die ganze Zeit von hier zum Festivalgelände und wieder zurück 60 zu laufen. 61 I: OK merk dir das mal, ich hab da später noch zwei Zettel die ihr Ausfüllen könnt. Bei dir ist es ja 62 relativ klar, du bist eher hier wegen der Fete aufm Zeltplatz, oder? 63 B2: Ja schon 64 I: Trägst du viel schwarz? 65 B1: Geht eigentlich, aber die meisten Shirts sind schon schwarz. 66 I: Hast du dir vor dem Festival überlegt, was du dir anziehst? 67 B1: Ja ne, hab einfach die obersten genommen und gut wars. 68 I: Okay, ich hab mir da schon Gedanken gemacht. Gerade dieses Shirt liebe ich weil aufm rücken 69 steht ‚hell yeah, you fucking suck‘. Haha aber schwarz hat keine spezielle Bedeutung für dich? 70 B1: Nicht wirklich. 71 B2: Also ganze ehrlich ich hab zuhause auch schwarze Shirts, die hab ich eingepackt, damit 72 B1: Ja so Punker wurden letztes Jahr mit blöden Kommentaren angemacht. 73 4 I: Alles klar, ihr seid übrigens die Ersten, mit denen ich rede. Hab mir gedacht, ich gehe einfach 74 mal zu der Baden Flagge, dann treff‘ ich auf Leute aus der Heimat. Da drüben sind ja noch 75 Württemberger und Bayernflaggen. 76 B1: Ja da vorne sind auch noch ein paar Baden Flaggen. 77 (Gespräch wird unterbrochen von betrunkenen Frauen, welche einen Hammer suchen) 78 Anhang 116 Anhang Nr. 19: Transkription Nr. 2: Besucherinterview IV Name: Julia (B1) und Linda (B2) Datum: 18.08.2011, 10:50 Uhr Dauer: 29:47 I: Ok ok ok wie lang seid ihr schon da? 1 B1: Seit gestern 2 I: Wie lange gefahren? 3 B1: 7 ½ Stunden 4 I: Aus? 5 B1: Wolfsburg da in der Nähe.. irgendwo in der Walachei 6 I: Respekt. Standet ihr lange im Stau? 7 B1: Naja da mussten von der Autobahn natürlich alle runter. Deswegen sind wir 3 Stunden länger 8 gefahren als geplant. 9 I: Okay, welche Bands schaut ihr euch heute an? 10 B1: Kverlertak! 11 I: Ja die schau ich mir auch an, Death ‚n‘ roll und so… wenn ihr einen Tipp wollt, schaut euch heut 12 Abend Decapitated an…technischer Death Metal! Sehr geil 13 B1: Wääähhh ne lass mal. 14 I: Was so eine Band wie Kverlertak entscheidend für euern besuch hier? 15 B1: Hmm ne wir hatten eigentlich ein anderes Festival im Auge, das näher bei uns liegt. Aber da 16 hatte sie (zeigt auf Linda) Ferien und dann haben wir gedacht, gehen wir hier her. 17 I: Also eher ein logistisches ding und weniger die Bands? 18 B1: Ja klar aber natürlich auch die Bands. Ich fahre ja nicht 500 km und sehe mir dann keine Bands 19 an. Also In Extremo, JBO, Hammerfall, Sonic Syndicate zum Beispiel 20 B2: Turisas, As I lay dying, Hatebreed 21 I: Seid ihr nur zu zweit? 22 B1: Jupp 23 B2: Ja 24 I: Habt ihr schon Leute kennengelernt? 25 B1: Ja so nen Typen von da drüben, der war aber ziemlich betrunken. 26 Anhang 117 V B2: Ja Alkohol der große Connecter… 27 I: Das bringt mich zu meiner nächsten Frage: die Meisten hier sind erstmal Männer, von den 28 wenigen der Frauen sind wiederum 90 % vergeben. 29 B1: Ja 30 B2: Ja glaube ich auch 31 I: Was wir, also ich und meine Kumpels, uns auch noch überlegt haben: auf 6 Männer kommen 32 circa 2 Frauen 33 B1: Ja und wenn die hier sind, dann auch mit ihrem Partner 34 I: Könnte der Partner der Grund sein, hier her zu kommen? 35 B1: Ja, denke ich auch. 36 I: Bekommt man hier als Frau eine andere Aufmerksamkeit? 37 B1: Ja vorhin hat uns einer angequatscht ob wir ficken wollen. Weils ja so geil ist. Hat er uns beiden 38 gesagt. 39 I: Das ist schon krass. Man erlebt hier sehr interessante Sachen. Kommen wir mal zu den 40 Bändchen. 41 B1: Ja die muss ich beim Sport abmachen. Oder eben Schweißband drüber 42 B2: Ja ich spiel Volleyball, da mach ich auch immer ein Schweißband drüber. 43 I: Ich musste wegen einer Sportverletzung mal die Bändchen wegmachen, das war richtig scheiße. 44 Es gehört halt doch irgendwie zu dir… 45 B1: Jaa mein ältestes Bändchen ist 6 Jahre alt… 46 I: Hat schon was von Status? 47 B1: Ja die Leute quatschen einen ja auch an. Okay: du warst aufm Highfield. ‘ Oh du warst da ja 48 auch‘ 49 I: Also sind schon sinnvoll die Dinger oder? 50 B1: Vor allem um Leute kennenzulernen. So ‚hey, fahrt ihr nächstes Jahr auch wieder nach 51 Wacken? ‘ 52 I: Es zeigt nach außen hin, was das für ein Typ Mensch ist. So wie ein Band Shirt eigentlich. Man 53 repräsentiert seinen Musik Geschmack und damit sich selbst nach außen hin. Dir scheint es also 54 schon wichtig zu sein, dass die Bändchen dran sind. 55 B1: Ja ich häng da dran. Sind auch kleine Festivals dran. Bei uns in der Nähe gibt es ein kleines 56 Festival, das organisiert ein Kumpel und wir gehen da alle schon aus Solidarität hin. 57 I: Das wurde mir vorhin auch schon gesagt. Metaller sind eigentlich ziemlich sozial unterwegs, 58 oder? 59 B2: Ja bis auf diese violent dancer spasten… 60 Anhang 118 VI I: Was ? 61 B1: Violent dancer im Moshpit, die um sich schlagen beim Moshen. 62 B2: Mir hat mal jemand mit voller Absicht auf nem Konzert eine reingehauen. Der hat Anlauf 63 genommen und mir in den Rücken geschlagen…sowas geht nicht, das kann natürlich im moshpit 64 immer mal passieren, dass man einen Arm abbekommt oder so. Aber wenn da einer gezielt 65 zuschlägt, dann ist das ein Angriff. Und denk dir mal, dass ist son zwei Meter Schrank. Was da 66 passieren kann. Ich mein, was soll das? Aber mittlerweile gehe ich nicht mehr so vorne rein. Von 67 hinten das Konzert genießen ist auch super. 68 I: Zieht ihr viele schwarze Sachen an? 69 B1: Mal mehr Mal weniger, je nachdem, wie ich Lust dazu habe. 70 B2: Ich hatte schon mal eine heftige Metalphase, wo ich nur schwarz getragen habe, 71 Springerstiefel und verschiedene Accessoires, lederarmschienen. Mittlerweile hab ich so eine 72 Mädchen Phase, ich Tage auch mal orange (lacht) 73 B1: Ich trage mehr ein rockiges Outfit. Man fällt damit schon auf, aber Hauptsache ist, ich fühle 74 mich damit wohl. Manchmal will ich, dass die Leute sehen, was ich für Musik höre. Aber manchmal 75 ziehe ich auch Minirock oder so an… 76 B2: Ich ziehe eigentlich auch meistens das an, worauf ich Lust habe. Auch mal nieten Gürtel oder 77 so. Mir geht’s weniger darum, dass mich die Leute ankucken, sondern ich will mich selbst 78 repräsentieren, das ist das wichtigste. 79 I: Seid ihr da schien Vorurteilen begegnet? 80 B1: Haha ja ich hab so eine Lederjacke und ein bekannter vor mir so: ja. Du stehst ja schon ziemlich 81 auf SM oder? 82 I: Hahaha 83 B1: Das ist eine stinknormale Lederjacke mit Nieten drauf…warte, ich kann sie dir kurz zeigen. 84 I: Okay und das ist bei dir ‚hängen geblieben‘? 85 B1: Ja und ich war die Erste damals in der 8ten Klasse die angefangen hat Metall zu hören. Damals 86 hatte ich ein Marilyn Manson Shirt an und alle haben sichs Maul zerrissen. Wie kannst du sowas 87 tragen etc. 88 B1: Zwei Jahre später wurde es populär und plötzlich haben es alle gehört. 89 I: Es ging also weniger um die Musik sondern um die Kleidung. 90 B1: Ja unsere Eltern haben die Musik ja auch gehört, also wir sind beide mit der Musik groß 91 geworden. Rammstein und so… 92 B2: Ja bei mir war das eher erst Tokio Hotel, dann Sunrise Avenue und dann kam Nirvana. Die 93 Sänger sahen so gut aus … kam auch bei Viva, und vor allem „Engel“ von Rammstein fand ich so 94 geil als Kind. 95 I: Bei mir war die erste Metalband Metallica. Alle, Ohne Ende. Ähm noch eine Frage zum Thema 96 Hygiene. Wie läuft das für euch ab? 97 Anhang 119 VII B1: Also die ersten Festivals war ich noch duschen. Rockhard und Wacken. Dann hab ich mir 98 gedacht: ‚Och leck mich am Arsch‘ Dann wurde es einfacher, grob mit Tüchern und so. Merkt doch 99 sowieso keiner. Wenn der Freund mit dabei ist, dann willst du den irgendwann nicht mehr anfassen, 100 das ist dann ein bisschen eklig. 101 B2: Ich kann das noch nicht beurteilen, das ist mein erstes Summer Breeze, wo ich allein bin. 102 I: Hat also nicht den höchsten Stellenwert? 103 B1: Nee, es gibt ja Duschen, also wenn’s ganz schlimm wird…. Duschen 2,50. Ist okay. 104 I: Okay danke. Mir ist da noch ein Gedanke wichtig: Das Untergehen in der Masse ist schon wichtig, 105 oder? Es ist egal, wer du bist. 106 B2: Also wenn du es drauf anlegst, kannst du durchaus auffallen. Vor zwei Jahren auf Wacken hab 107 ich mir so Feen Flügel angezogen und hatte nen Zauberstab dabei. Da wirst du schon 108 angequatscht. Mehr als wenn du nur stinknormal durch die Gegend rennst. Man geht schon in der 109 Masse unter, aber als Frau hast du, ich sag mal, noch einen anderen „Stellenwert“. 110 I: Ja klar, gibt ja nicht so viele hier. 111 B1: Ich glaube auch, dass ‚Metalfrauen‘ mehr zu Eifersucht neigen. ‚Ähh die sieht viel besser aus 112 als ich, die ist doch kacke‘. 113 B2: da rennen auch Frauen in Korsagen rum, auffällig geschminkt und so…bei manchen denke 114 ich: wenn ich so eine Plauze hätte, würde ich mich nicht in so ein Ding quetschen. Angenommen 115 du willst jemanden abschleppen und dann kommt da eine in Korsage, Hotpants, Strapse, perfekt 116 geschminkt und schwitzt kein Meter dann denkst du ‚alles klar, wenn wir nebeneinanderstehen, 117 wirst sicher du angesprochen‘ 118 B1: Für ein Konzert die teuersten Klamotten anziehen, das passt doch einfach nicht 119 B2: Es ist schon erstaunlich dass es manche Frauen schaffen, bei so nem Wetter, gefühlten 100°, 120 auszusehen wie aus dem Ei gepellt. Die schwitzen nicht und sehen einfach nur geil aus. 121 Beeindruckend. 122 I: Wenn ihr sagt, so sollte man nicht rumrennen als frau, dann habt ihr ein Idealbild im Kopf, wie 123 „Frau“ hier rumrennen sollte...? 124 B1: Ok Jeans und Band Shirt halt, etwas das sich eben der Situation anpasst. Ich finde, das passt 125 einfach nicht richtig. Das können die tun wenn sie denken wie es passt…aber hier rennen die 126 meisten eher leger rum. 127 B2: Bikini ist z.B. okay denk ich mir, aber im BH würde ich nie rumlaufen. Ist zwar quasi das gleiche, 128 aber das ist Unterwäsche. Ich hab halt kein bock von irgendeinem Kerl dumm angemacht zu 129 werden, nur weil ich im BH rumlaufe 130 I: Habt ihr schon ‚Helga‘ rumgeschrien? 131 B1: Nein wir rufen ‚Halt stopp‘. Kennst du das? 132 I: Nein. 133 B1: Von Frauentausch…das ist so ein Typ, der voll austickt. 134 Anhang 120 VIII B2: Helga ist kaputtgerufen 135 I: Genauso wie ‚Slayer‘. Das ist auch irgendwie durch…früher konnte man das brüllen und alle sind 136 ausgetickt. 137 B1: Vor 2 Jahren war es auch „Spider Schwein“. 138 I: Ja genau. Wir schreien momentan „Neonguy“ weil ein Kumpel das programmiert hat. Es hat aber 139 schon was mit Zusammengehörigkeit zu tun. Running Gags braucht man. Im Prinzip ist es sinnlos 140 vom Inhalt her, aber es ist einfach und jeder kann’s schreien. 141 B1: Ja eben wir sind auch echt lange rumgelaufen und haben das geschrien, bis wir welche 142 gefunden hatten, die das kannten. Die Szene ist einfach so krass. Der Typ erzählt dann noch total 143 eklig wie und wo er mit seiner frau Sex hat und sie ist einfach nur dick und schmeißt sich in 144 Reizwäsche. 145 I: Ja okay frage ich mal abschließend: habt ihr Sex auf dem Festival? 146 B1: Wenn ich mit meinem Freund fahre, dann ja. Und wenn nicht, dann normalerweise nicht. Haha 147 B2: Ja Samstagabend und du hast da einen der sieht schon geil aus, aber dann riechst du einmal 148 dran… und dann überlegst du dir das auch zweimal. 149 I: Okay, so kann man das denke ich stehen lassen. Ich danke erstmal für das Gespräch und würde 150 euch bitten, hier noch meine Bögen auszufüllen.151 Anhang 121 Anhang 20: Transkription Nr. 3 – Experteninterview V Michael Edele erklärte am 28.05.2012 sein Einverständnis zur Veröffentlichung seines Namens. Name: Michael Edele, freier Musikredakteur bei www.laut.de Datum: Geführt vom 28.05.2012 bis zum 30.08.2012 I: Zu Beginn: Würdest du dich kurz vorstellen, erläutern was du arbeitest und warum man dich gut 1 zum Thema Summerbreeze (SB) befragen kann. 2 B1: Mein Name ist Michael Edele, ich arbeite seit 1999 beim Online-Magazin laut.de als freier 3 Redakteur und habe das Summer Breeze (bereits zu Zeiten, als es noch in Abtsgmünd stattfand) 4 schon als Zuschauer, diverse Male als Redakteur und Fotograf und auch als Musiker besucht. 5 Dabei habe ich mich vor allem als Redakteur oft mit den Veranstaltern über Mängel und Missstände 6 auseinander gesetzt, beobachtet, wie viele behoben und auch eigenständige Verbesserungen 7 eingeführt worden, mich letztendlich aber vor zwei Jahren dazu entschieden, das Summer Breeze 8 mit laut.de nicht mehr zu präsentieren, da die Forderungen seitens des Veranstalters den 9 möglichen Rahmen deutlich sprengten. 10 Dennoch plane ich - bis auf dieses Jahr - auch weiterhin als Redakteur/Musiker auf das Summer 11 Breeze zu gehen. 12 I: Wann warst du zum ersten Mal auf dem SB und was hat dich damals dazu bewogen hin zu 13 gehen? Wenn du dass nicht mehr weißt, versuche am besten kurz die Vorzüge des SB aus deiner 14 Sicht zu erläutern. 15 B1: Ich war zum ersten Mal 2005 auf dem SB, als es zum letzten Mal in Abtsgmünd stattfand. Für 16 mich als gebürtigen Süddeutschen war es schon allein von daher interessant, dass es eben ein 17 reines Meltafestvial war, welches tatsächlich auch im Süden Deutschlands stattgefunden hat und 18 von der Größe her noch überschaubar war. Die großen, bekannten anderen Metal Festivals wie 19 Wacken oder With Full Force waren alle weit im Norden und das Bang Your Head, welches zwar 20 auch in Balingen, also Süddeutschland stattfindet, war zu der Zeit noch sehr auf traditionelle Heavy 21 Rock Bands aus den 70ern/80ern ausgerichtet. Da war das SB schon immer deutlich härter und 22 vor allem genretechnisch variabler. 23 I: Ja, die Gründe sind für mich definitiv nachvollziehbar. Ich selbst würde meine Gründe ähnlich 24 formulieren. Könntest du versuchen, eine Top 5 der Vorzüge des SB zu erstellen? Am besten so, 25 als wölltest du jemanden von dem Festival überzeugen. 26 B1: 1. Die Auswahl an Bands ist so breit gefächert, wie kaum auf einem anderen Festival 2. Bis 27 vor ein paar Jahre waren es nur zwei Bühnen, die direkt neben einander liegen (keine weiten 28 Anhang 122 VI Laufwege). Dass jetzt noch die Zeltbühne dabei ist nervt mich persönlich, die meisten dürften das 29 aber begrüßen. 3. Kritik und Verbesserungsvorschläge werden schnell und fast immer umgesetzt. 30 4. Es ist im Süden von Deutschland! 5. Es gibt nicht 1.000 sinnlose Aktionen wie Oilwrestling von 31 alten, hässlichen Hühnern, Wikingerdörfer, Bullenreiten oder was weiß ich für einen Scheiß, der 32 das Wacken Open Air immer mehr zum Ausflugsziel von typischen Mallorca-Touristen oder 33 Abteilungsleitern macht, die mal ein Wochenende lang "richtig cool" sein wollen. 6. Es ist schlicht 34 und ergreifen NICHT WACKEN!!!! 35 I: Die offenkundigen Aversionen gegen das Wacken-Festival finde ich interessant. Mich 36 interessieren ja größtenteils die Menschen, welche das SB besuchen. Vergleiche doch bitte das 37 Publikum von Wacken mit den SB-Besuchern etwas genauer. 38 B1: Hahaha, das kann ich natürlich nur einseitig beurteilen, da ich noch nie in Wacken war und 39 dort auch nur dann mal auftauchen werde, wenn ich mit einer Band auf der Bühne stehen soll. 40 Ich kann vom SB aus eigener Erfahrung sagen, dass dort sehr unterschiedliche Menschen vor Ort 41 sind, jedoch eigentlich ALLES Musikverrückte, die wegen den Bands und/oder der Atmosphäre vor 42 Ort sind. Das SB ist - vereinfacht gesagt - ein Metalfestival unter vielen. 43 Wacken ist mittlerweile eher sowas wie ein Ereignis/Event. Mein Eindruck ist oftmals, dass viele 44 auf Wacken fahren, einfach nur um zu sagen: "Ey ich war auf Wacken, höhöhö." Für viele, auch 45 die Musikfans, wird das ganze Drumherrum langsam wichtiger, als die Bands an sich. Wacken ist 46 fast schon so etwas wie ein Statussymbol, wo man sich eben auch als Vorstandsfuzzi mal als 47 harter Kerl fühlen kann, weil man ein Wochenende mit den ganzen Langhaarigen verbracht und 48 ne Bierdose geschossen hat ohne gleich kotzen zu müssen. (Hab sowas aus dem eigenen 49 Bekanntenkreis schon mitbekommen). Wacken ist für die Mainstream-Medien immer genauso ein 50 Thema, wie das WGT (Wave-Gothik-Treffen, Anm.d.Verf.) und zieht entsprechende Gaffer und 51 Schön-Wetter-Touristen an, wobei es auf Wacken eben hauptsächlich die Titten von dicken 52 Männern zu sehen gibt und auf dem WGT immer mal wieder die Titten von ein paar hübschen 53 Gotenuhus. 54 I: Was denkst du, sind die Hauptmotivationen der Festivalbesucher auf das SB zu kommen? 55 Versuch bitte, es in Prozent anzugeben. also z.B. 40 % wegen der Musik und 20 % wegen den 56 Männertitten usw.. 57 B1: Ich vermute mal, dass etwa 70% der Besucher wegen der Bands und der Musik hingehen. 58 Etwa 20%, weil es mehr oder weniger schon Tradition ist. Schon auch wegen der Musik. Wobei 59 das Line-Up eher ne zweite Rolle spielt. 60 Anhang 123 VII 5% weil sie mal sehen wollen, was das für ein Haufen Verrückter ist und die restlichen 5% saufen 61 das WE auf dem Zeltplatz und sehen nicht eine einzige Band. Dafür jede Menge Männertitten . 62 63 I: Egal, ob ich nerve: Was lässt dich vermuten, dass der Großteil wegen der Musik hin geht? Was 64 bedeutet "Verrückter" im Zusammenhang mit dem SB [Ich stimme dir voll zu, nur brauche ich eine 65 differenzierte Antwort :)] 66 67 B1: Allein die Tatsache, dass kein großes Rahmenprogramm notwendig ist, die ganzen Fans zu 68 motivieren, spricht schon allein dafür, dass der Großteil wegen der Musik hingeht. Mit allem drum 69 und dran muss man ja zwischen 200-300 Euro für das WE (Kurzform für Wochenende, 70 Anm.d.Verf.) minimum rechnen und das ist auch Geld, was man erst mal haben muss. Außerdem 71 nehmen viele Urlaub, um das komplette Festival zu erleben und danach erst mal wieder in die 72 'Normalität' zurück zu finden 73 Man lebt im Zelt, egal ob es draußen 30 Grad hat und die Sonne scheint, oder ob es 10 Grad hat 74 und in Strömen regnet. Man feiert zusammen, friert zusammen, brät zusammen in der Sonne, alles 75 nur, um die Lieblingsbands zu sehen, Bier zu trinken und mit Gleichgesinnten abzuhängen. Wenn 76 man da nicht zumindest n bisschen verrückt ist, ist man da falsch. 77 I: Zu deinen bisherigen Aussagen passt das Wort Kommerzialisierung wohl ganz gut. In wie weit 78 befürchtest du, dass auch das SB in einigen Jahren solche Aktionen bringen könnte? Und wenn 79 ja, warum ? Will das Publikum solche Aktionen, dann müsste der Veranstalter ja liefern. 80 B1: Ich denke die Frage ist in dem Fall immer, wie sehr ist der Veranstalter selber noch Fan, bzw. 81 wie sehr schielt er auf den finanziellen Aspekt seiner Veranstaltung. Ich würde Achim und Ralf 82 (Achim Ostertag und Ralf Nüsser - Vorstand des SB, Anm.d.Verf.) vom SB noch selber als Fans 83 bezeichnen, die vor allem den musikalischen Aspekt im Auge behalten und ich könnte mich nicht 84 daran erinnern, dass irgendjemand mal erwähnt hätte, dass Kram wie Bullriding, Oilwrestling oder 85 was auch immer auf dem SB fehlt. Selbst so einen Kram wie die Jägermeisterbude, die mit einem 86 Kran über das Festival gezogen wurde gab es genau einmal, weil die Nachfrage nicht da war. 87 Um solcherlei 'Späße' mit zu tragen, müsste das Festival nochmal vergrößert werden. Ich selbst 88 finde, dass das SB eine kritische Masse schon überschritten hat. Sollte es weiter wachsen, werden 89 auch weitere Massenunterhaltungen ihren Einzug finden und sich das Ganze immer mehr in 90 Richtung Wacken entwickeln. 91 I: Okay du machst auf jeden Fall deutlich, was du von anderweitigem Rahmenprogramm hältst :). 92 Was sind die wichtigsten Dinge, die vom Veranstalter aus kommen "müssen" (dazu zähle ich auch 93 Anhang 124 VIII Bands usw.)? In wie weit kann man als Veranstalter die Besucher mitentscheiden lassen und wo 94 ist dabei die Grenze? 95 B1: Die Rahmenbedingungen müssen einfach stimmen. Auf dem Gelände sollte alles relativ leicht 96 und schnell zu erreichen sein, die Preise dürfen nicht zu hoch sein, Sanitäre Anlagen müssen in 97 ausreichender Menge gewähreistet sein und man sollte das Gefühl haben, dass Reklamationen 98 ernst genommen werden. Wenn bestimmte Bands von Seiten des Publikums immer wieder 99 angefragt werden, lässt sich darauf ja in aller Regel reagieren. Bei kleineren Bands aus Europa ist 100 das normalerweise kein Problem. Bei Headlinern und Bands aus USA muss man hin und wieder 101 das Rechnen anfangen. Ich brauch aber weder Metallica noch Maiden auf dem SB, die Unmengen 102 an Kohle verlangen, die dann bei anderen Bands vielleicht gespart werden muss. Dann lieber ein 103 ausgewogenes Programm und ein paar Bands als Headliner, die diese Chance (in dieser 104 Größenordnung) bis dato vielleicht noch nicht hatten. 105 I: Hier die nächste: Wie reagiert dein Umfeld auf dich? Bist du ein offensichtlicher Metaller oder 106 denkt man das von dir gar nicht? Was sind klassische Indizien für einen Metalhead (im Alltag)? 107 B1: Mit meinen langen Haaren denke ich schon, dass man mir in mir den Metalhead recht schnell 108 erkennt. Wie reagiert mein Umfeld ... ich bin groß, hab lange Haare, nen Bart und trag meist 109 dunklere Kleidung. Die Mädels haben erst mal Angst vor mir und die Jungs finden mich entweder 110 cool oder halten mich für n Arschloch Ich renn nicht ständig in Band-Shirts rum, hab davon aber 111 doch ne ganze Menge. 112 Ich denke Band-Shirts, Jeans und Turnschuhe sind immer noch das, was einem Metalfan 113 ausmacht. Lange Haare in den meisten Fällen auch, aber seit den ganzen 114 Metalcore/Deathcore/Wasweißichcore-Sachen ist das auch ein bisschen anders. Aber auch vorher 115 gab's schon Banker die Metal gehört haben und keine langen Haare tragen konnten. Auf Festivals 116 sieht man jedenfalls vorherrschend schwarz, Band-Shirts und Jeans oder Leder. Wenn es zu warm 117 ist, dann eben irgendwelche Shorts ... und Männertitten. 118 I: Wie erlebst du die meisten Metaller? Erstmal unabhängig von der Art Metal, welche diejenigen 119 bevorzugen. Ganz allgemein einfach. 120 B1: Für mich ist die Art der Befragung absolut in Ordnung. 121 Meiner Meinung nach sind die meisten Metaller lockere und freundliche Menschen. Wenn man ein 122 Metalshirt trägt und einem einer mit nem anderen Metalshirt entgegen kommt, weiß man einfach 123 direkt, man hat es mit einem Gleichgesinnten zu tun. Auf Festivals sind die Leute zum Musikhören 124 und Feiern und wollen da einfach ihren Spaß haben (was wohl auf ALLE Festivals, egal welcher 125 Musik zutrifft). 126 Anhang 125 IX Man muss Metaller aber auch fast schon eine gewisse Spießigkeit unterstellen, denn wenn einer 127 ein Shirt von einer Poserbands oder was auch immer trägt, rümpft man da schon gern mal die 128 Nase Im Grunde genommen würde ich aber von freundlichen, friedlichen Menschen sprechen, die 129 ihre Aggressionen durch die Musik kanalisieren. Wenn einer im Moshpit auf die Schnauze fällt, 130 helfen ihm da in der Regel sofort wieder zwei auf die Beine. 131 I: Gerade in den Anfangsjahren des Metal war die Meinung über die Leute und deren Musik weniger 132 positiv. Hat sich die "Stimmung" in den letzten Jahren auf irgendeine Art und Weise gewandelt Was 133 denkst du, woran lag oder liegt es, dass Metaller gerade medial oft als "böse" dargestellt werden? 134 B1: Also ich denke schon, dass sich die Meinung geändert hat, gerade dank Wacken und auch 135 anderer, größerer Festivals wie dem SB. Die Boulevard-Presse gefällt sich ja die letzten paar Jahre 136 in der Rolle, Metaller als niedliche, kleine possierliche Tierchen darzustellen, die zwar böse 137 aussehen, schwarz tragen und seltsame Shirts anhaben, aber eigentlich alle ganz liebe sind und 138 nur spielen wollen. 139 Womit sie irgendwo ja auch recht haben, denn Metalfans sehen sich ja nicht in der Tradition von 140 Motorrad Clubs wie den Hells Angels oder ähnlichen, die sich außerhalb von Recht und Ordnung 141 sehen, sondern sie hören eben ihre Musik, wollen feiern, mit Gleichgesinnten abhängen und gut 142 is. 143 Auf dem Metalfest auf der Loreley lief einiges schief und ich hör nur wie eine vom Loreley-Personal 144 vor Ort sagt: "Ein Glück ist das n Metalfestival. Die sind alle so gutmütig, dass das denen egal ist. 145 Auf ner Rave-Party oder ähnlichem hätten die uns schon die Bude auseinander genommen." 146 Lange Haare, veranzte Jeans, Bandshirts, schwarze Lederjacke und Jeanskutte, das hat früher 147 schon ausgereicht, um böse und gemein auszusehen. Darauf kam es den wenigsten Metalfans je 148 wirklich an. Man fühlt sich halt wohl, so wie man rumläuft. Ob das jetzt anderen (egal ob die mit 149 der Szene zu tun haben) gefällt oder nicht, ist doch scheißegal. Da ist halt auch viel von dem Punk-150 Spirit noch drin. 151 Die paar Black Metaller, die mal Kirchen angezündet haben und mit Onkel Satan ganz dicke waren, 152 hat doch eh so gut wie niemand (auch nicht in der Szene) ernst genommen. 153 Und wie böse können Motörhead, AC/DC und sowas denn sein, wenn die Shirts bei H&M verkauft 154 werden???? 155 I: Gerade dein Zitat mit den friedlichen Metallern interessiert mich sehr, da ich das Breeze seit 156 Jahren als sehr friedvolles Festival erlebe. Wie sind deine Erfahrungen in diesem Bereich bisher? 157 Was denkst du, könnte der grundlegende Wesensunterschied (zu anderen 158 Musikkonsumentengruppen) der Metaller sein, dass ein Metalfestival so friedlich ist? 159 Anhang 126 X B1: So klischeehaft das auch immer klingen mag, wenn Manowar oder Arch Enemy von "unity" 160 und Kram singen, aber bis auf wenige Ausnahmen haben sie nun mal recht. Klar, es sind nicht 161 alle Fans von bestimmten Genres allen anderen Genres gegenüber tolerant, Thrasher konnten 162 noch nie was mit Glamrockern anfangen, Metalcore ist eh für alle die Pest, die eben nicht drauf 163 stehen, aber Tatsache ist, dass auf einem Festival wie dem SB eben der Großteil der Leute 164 wegen der Musik da ist und das haben sie mit den anderen gemeinsam. Und es ist eben 165 METAL in all seinen Arten und da weiß man, man ist unter Gleichgesinnten und mal ehrlich: 166 klar sind Overkill, Exodus, füll irgendeinen Namen ein, die beste Band der Welt, aber hat man 167 sich deswegen auf die Scnauze, nur weil dein Gegenüber das vielleicht nicht so sieht? 168 Jedenfalls kennt er die Band vermutlich und lässt sich nach fünf Bier und dem Live-Erlebnis 169 auf der Bühne vom Gegenteil überzeugen. 170 171 Wer mit einem Metalshirt auf eine Metalveranstaltung kommt, gehört erst einmal dazu und 172 wenn er sich nicht als Vollidiot bemerkbar macht, dem Mutti das Shirt bei H&M gekauft hat, 173 dann wird man auch erst mal akzeptiert. Läuft man ohne so ein Shirt als Außenstehender in 174 so ne Veranstaltung rein, dann wird man von den Metallern eben auch erst mal skeptisch 175 beäugt und vielleicht machen die auch Witze über einen. Aber als Metalfan ist man sich 176 durchaus bewusst, dass man Teil der Gesellschaft ist, aber sich eben einen eigene Nische 177 gesucht und gefunden hat. Wir werden der Gesellschaft nicht gefährlich und sie uns schon gar 178 nicht. Also warum sollte irgendjemand mit Gewalt reagieren? 179 180 I: James Hetfield (Sänger der Band Metallica, Anm.d.Verf.) spricht auf Konzerten von der 181 "Metallica-Family". Da steckt aber weniger dahinter als bei dem, was du hier meinst. Tja, die 182 Gewalt ist für mich ein interessantes Thema - da eben nicht wirklich vorhanden. Warst du auf 183 Raver, Raeggae oder HipHop Festivals? Wenn ja, wie war dein Eindruck und hast du 184 Meldungen zum Thema Gewalt mitbekommen? 185 186 B1: Hm, also in dem Bereich kann ich nur als Security auf Veranstaltungen im Rave/House-Bereich 187 sprechen und da kommt es eigentlich regelmäßig zu Auseinandersetzungen, weil dort chemische 188 Substanzen auf übergroße Egos oder unkontrollierte Komplexe treffen. Inwiefern das musikalische 189 Geschehen darauf Einfluss hat, kann ich kaum beurteilen. 190 Anhang 127 XI I: Ein elementarer Bestandteil des Breeze, wie auch auf eigentlich jedem anderem Rock/Metal -191 Fest, ist Bier. Wieso? 192 B1: Hast du schon mal eine Party ohne Bier gefeiert? Wohl kaum. Hast du schon mal einen 193 Grillabend nur mit Fanta verbracht? Wohl auch nicht, wenn man älter als 12 ist. Wer geht schon 194 abends weg, ohne da in der Regel nicht mindestens ein Bier zu trinken, wenn man mit Freunden 195 ne gute Zeit erlebt? Was anderes ist ein Festival doch nicht, als diese drei Dinge zusammen. Nur, 196 dass es sich eben über ein paar Tage hinzieht, in denen man eine gute Zeit verbringt, die Musik 197 genießt, welche man liebt und mit einer ganzen Horde Menschen zusammen ist, die das ebenso 198 sieht. 199 I: Natürlich ist Bier ein fester Bestandteil eigentlich der meisten Festivals. Hängt es allein von der 200 dort gespielten Musik ab, welche Droge vermehrt konsumiert wird? Warum sind auf dem SB nicht 201 alle auf Pillen? Liest sich doof und plakativ, doch bringt mir hier eine klare Antwort einen 202 entscheidenden Eindruck. 203 B1: Ich denke schon, dass jede Musikrichtung ihre 'favorite drug' besitzt und da ist Bier nun mal 204 überall und legal erhältlich. Im Metal ging es nie darum hip zu sein oder was in der Art und Bier ist 205 halt n 'Arbeitergetränk', genau wie Metal ne 'Arbeitermucke' ist. Metal kommt von unten, von denen 206 die mit ihrem Leben nicht zufrieden sind, die gegen etwas rebellieren, nicht von irgendwelchen 207 gelangweilten Typen, die am Rechner hängen und Sounds konstruieren. Was nicht heißen soll, 208 dass man vor allem als Musiker mit steigendem Erfolg nicht auch mit anderen Drogen in Kontakt 209 kommt. Aber Bier ist billig, überall greifbar und selbst wenn man die Buddel nur rumgehen lässt, 210 holt man sich vielleicht mal n Herpes, aber in der Regel nix Schlimmeres. 211 I: Was hältst du von der Aussage, Metal zu hören und Metal zu machen, habe eine kathartische 212 Wirkung? 213 B1: Kann ich voll und ganz unterschreiben. Zumindest für mich persönlich und ich bin mir 214 sicher, dass es vielen meiner Bekannten genauso geht. Wenn ich von einem Konzert oder 215 auch nur von einer guten Probe komme, fühle ich mich meistens absolut relaxt und 216 ausgeglichen. Wenn ich anders herum nicht gut drauf, oder sogar in gewisser Weise aggressiv 217 bin, dann hilft mir die Musik diese Emotionen eigentlich immer zu kanalisieren. Dann wird eben 218 mal lauter aufgedreht, die Cannibal Corpse anstatt der Volbeat CD eingelegt und wenn man 219 dann aus vollem Halse mitgesungen/gegröhlt hat, geht es einem in der Regel gleich mal 220 deutlich besser. Was ist denn an der Urschrei-Therapie großartig anders? Da gibt's vielleicht 221 kein Bier ... aber sonst? 222 223 Anhang 128 XII I: Wie stehst du zur Polizeipräsenz auf Festivals allgemein und wie hast du es bisher auf dem 224 SB erlebt? 225 226 B1: Polizeipräsenz ist absolut wünschenswert, meiner Meinung nach. Vor allem auf Festivals, 227 auf denen die Security nicht durch Namen oder Nummern gekennzeichnet ist. Wenn DIE 228 nämlich mal über die Stränge schlägt, an wen kann man sich sonst wenden? Auf dem Festival-229 Gelände selbst wären mit Polizisten nie aufgefallen, könnt mich zumindest nicht daran 230 erinnern, dass da jemals die Polizei bei irgendetwas hätte eingreifen müssen. Man sieht zwar 231 immer mal wieder ein, zwei Duos durch die Gegend laufen, aber die wissen eigentlich, dass 232 sie sich in einer entspannten Atmosphäre bewegen und dass sie "Gefahr" laufen, auch mal 233 von einem Langhaarigen im Monokini umarmt zu werden Da das SB wohl in bayerische 234 Hoheitsgebiete fällt, sind Kontrollen an den Straßen zum Gelände hin etwas häufiger als bei 235 anderen Festivals, aber auch dabei geht's eigentlich immer nett und freundlich zu. 236 237 I: Sodele, zurück vom Breeze, war mal wieder der Hammer (IMMORTAL! und Ghost Brigade). 238 Organisatorisch haben sich die Zufahrtswege geändert wodurch man teilweise 6 Stunden im 239 Stau stand. 240 241 Weiterer großer Kritikpunkt war für mich das Wasser, welches 4,30 € mit Pfand kostet! Zum 242 Glück gab es zwei Appolinaris-Stände mit stillem Wasser für 1,50 €. Das brachte mich zu der 243 Frage: Ist es nicht unverantwortlich bei 35° den Menschen das Wasser so teuer zu verkaufen? 244 Das wird alles von der Coca-Cola Company geliefert (soweit erkennbar), die wollen natürlich 245 nur Geld verdienen. Was meinst du? 246 247 B1: Das ist auf jeden Fall ne riesen Frechheit und mit keinem Argument zu rechtfertigen!!! Das 248 sollte man Achim und/oder Ralf vom Summer Breeze auch mal entsprechend vorhalten. Von 249 was reden wir hier? Halber Liter? Ganzer Liter? Egal, sowas geht eigentlich nicht. Ich weiß 250 von Veranstaltungen wie dem Rock Hard oder dem Metalfest auf der Loreley, dass die 251 Getränkestände da nicht im Einflussbereich der Veranstalter lagen, aber das Argument zieht 252 beim Summer Breeze wohl kaum, da denen der Grund und Boden mittlerweile ja auch gehört, 253 soweit ich das weiß. 254 Anhang 129 XIII 255 I: Ja, interessante Thematik. Ich finde, du hast mir mittlerweile echt viele gute Antworten 256 gegeben und ich werde davon sicher was für meine Arbeit verwenden. Dafür danke ich dir 257 erstmal herzlichst :) Momentan fallen mir keine weiteren Fragen ein und ich hab auch keine 258 geistige Kapazität mehr, um momentan etwas Intelligentes zu fragen. Daher würde ich sagen, 259 verbleiben wir vorerst so und wenn mir was einfällt, schreibe ich dir einfach, ok? 260 261 B1: Freut mich, wenn ich helfen konnte. Falls noch was anliegt, einfach melden und danke für 262 die Bandtipps, waren mir beide noch nicht bekannt 263 Anhang 130 Anhang 21: Tabelle Auswertung Tagesablauf 2011, 14 Bögen Tagesablauf 2011 Musik Essen Trinken Schlafen Kommunikation Entspannung Hygiene Umgebung % 50,00 Bands/Konzerte 25,00 Freunde 5,00 Essen 7,50 Mit Leuten quatschen 7,50 Trinken 5,00 Gutes Wetter genießen 40,00 Reden 10,00 Leute kennenlernen 20,00 Waschen 20,00 Chillen 5,00 Essen 5,00 Trinken 2,00 Waschen 8,00 Bands anschauen 30,00 Essen 60,00 Party, Bier, Frauen 40,00 Bands Anhang 131 17,00 Essen, Schlafen, Trinken 30,00 Faulenzen, Entspannen 13,00 Gelände ankucken 20,00 Kommunikation 20,00 Schlafen 20,00 Essen 40,00 Musik hören 25,00 Schlafen,Essen,Trinken 5,00 Ausnüchtern 45,00 Konzerte 25,00 mehr Konzerte 30,00 Schlafen 30,00 Musik 15,00 Unterwegs sein 25,00 Campen,Essen, Reden,Trinken 15,00 Schlafen 10,00 Metalmarkt 50,00 Bands, Konzerte 25,00 Chillen, Freunde treffen, Party 15,00 Schlafen 20,00 Essen 40,00 Bands ankucken 25,00 Am Zeltplatz mit Freunden rumhängen 50,00 Mit Freunden rumsitzen und trinken Anhang 132 12,50 Schlafen 12,50 Bands 10,00 Essen, Grillen 15,00 Rumlaufen und Rumschauen 20,00 Musik 20,00 Trinken 5,00 Zelt suchen 45,00 Schlafen 5,00 Essen 5,00 Warten 25,00 Schlafen 35,00 Geselliges Zusammensitzen: Essen, Trinken 40,00 Bands, Festivalgelände 17,00 Essen, Trinken 8,00 Schlafen 37,50 Bands ankucken und feiern 32,50 Campinplatz: Feiern, Trinken, Lachen, Reden 12,50 Frauen winken 12,50 Bands 75,00 5,0 trinken Anhang 133 Anhang 22: Tabelle ‚Am Wichtigsten‘ 2011, 14 Bögen Nr. Am Wichtigsten 2011 Musik Kommunikation Freunde Trinken Essen Hygiene (Dixis, Waschen usw..) Schlafen Umgebung Sonstiges Musik 1 Freunde Reden Musik Freunde 2 neue Leute saubere Dixis gute Stimmung Musik 3 Freunde und Bekannte Spaß Zeit mit meiner Cousine Gemeinschaft 4 Festival und drumherum Trinken Bands / Musik Anhang 134 Musik Freunde 5 Camping, Laune, Stimmung Essen Bier und Alk Bier Fleisch 6 Kein Stress / Entspannen Zelten Dicke Möpse Bands Freunde Hygiene 7 Schlafen Bands / Musik Alkohol (Bier) Bands 8 Betrunken sein Freunde Alkohol 9 Gute Musik Nette Leute Geile Mucke mit den Jungs Mit den Jungs abhängen 10 Saufen mit den Jungs Titten auschecken mit den Jungs Anhang 135 Saubere Dixis 11 Freunde Bands / Billing Zusammensitzen, Unfug reden, trinken 12 Bands sehen Ausschlafen Spaß Freunde 13 Musik Bier Geile Leute 14 Musik Party Kein Alltag Merch Anhang 136 Anhang 23: Tabelle Tagesablauf 2012, 53 Bögen Tagesablauf 2012 Musik Essen Trinken Schlafen Kommunikation Entspannung Hygiene Umgebung % 20 Quatschen 20 Schlafen 15 Essen 10 Saufen 15 Musik 50 Schlafen 20 Musik kucken 10 Essen 15 Haushalt (spühlen) 10 Anfahrt 5 Klo 45 Schlafen 10 Essen 10 Klo 25 Bands 20 Rumlaufen und Rumhängen Aufstehen Zahnreinigung Anhang 137 Bier Frühstück Am Zelt rumhängen Bands wahrnehmen Geschlechtsverkehr Schlafen 20 Bands 50 Pegelsaufen 15 Schlafen 15 Pegel auffrischen Einen stehen haben Bier trinken Rumhängen Ficken Bier Einen stehen haben 25 Schlafen 40 Musik 10 Einkaufen 25 Essen und am Zeltplatz mit Kumpels reden 50 Chillen: Trinken, Reden, Shitting 50 Konzerte 30 Musik 53 Chillen 17 Frühstück und Bier 50 Chillen, unterhalten Anhang 138 50 Konzerte 50 Unter Pavillon sitzen 50 Bands ansehen 50 Bands 20 Campingplatz 15 Trinken, Rauchen 5 Klo 10 Schlafen 10 Schlafen 10 Klarkommen 20 Essen 15 Unterhalten und so 45 Bands, Musik, Feiern 5 Versuchen Bubu zu machen 10 Aufstehen, anziehen, Katzenwäsche 15 Campingstuhl besetzen SO wenig wie möglich bewegen: 30 Essen, Trinken, Rauchen 40 Festivalgelände, Bands, Trinken, Entspannen 25 Konzert und Trinken 11,5 Frühstück 12,5 Trinken und Chillen 25 Scheisse labern 25 Planen und scheisse labern 10 Kopfweh 5 Aufwachen Anhang 139 40 Essen, Trinken 10 Warten 35 Bands anschauen 20 Schlafen, Zelt 30 Camp rumhängen 25 Konzerte, Gelände 2 Körperpflege 13 Von a nach b laufen 20 Essen 30 Schlafen 50 Trinken 15 Rumlaufen 3 Urinieren 7 Anstehen 25 Schwachsinn tun und erleben 25 Bier 25 Musik 40 Konzerte 30 Campen und Bier 30 Leute kennenlernen, rumlaufen, Bekannte treffen 40 Musik 40 Feiern 20 Chillen 25 Schlafen 50 Bands 25 Camping, Essen , Trinken, Reden Anhang 140 25 Konzert 25 Schlafen 50 Essen,Trinken,Scheissen,Pissen, Campen 25 Weg zum Konzert 25 Konzert 50 Schlafen, Essen, mich nicht mehr kennen 25 Konzerte 10 Schlafen 25 Freunde treffen 5 duschen 10 Blöd rumrennen 10 Auf leute warten 15 Alkohol, Essen 20 Schlafen 40 Rumflacken 40 Essen und Trinken 15 Essen 35 Schlafen 35 gemütliches Beisammensein 15 Konzerte 50 Saufen und Fressen 50 Abhängen 35 Konzerte 15 Schlafen 50 Grillen und Trinken Anhang 141 30 Schlafen 10 Konzerte 60 Essen, Trinken, Feiern 30 Konzerte 35 Saufen 25 Nichts tun 50 Bier trinken und Bands kucken 50 Aufstehen und Bier trinken 15 Bands 70 Saufen 15 Abkacken 25 Festivalgelände 15 Nachbarn besuchen 10 Essen machen 50 Sitzen und Saufen 35 Schlaf 55 Alkohol 10 Bands 25 Saufen 25 Camp / Party 25 Bands 15 Essen 10 Schlafen 35 Schlafen 30 Rumhängen 35 Bands Anhang 142 50 Trinken / Rumsitzen 20 Schlafen 30 Bands 40 Alkohol 40 Bands 20 Schlaf 50 Trinken 50 Bands 40 Alkohol konsumieren 40 Bands 20 Mit Freunden abhängen 45 Saufen 45 Kiffen 5 Bands 5 Essen 44 Trinken 44 Band 12 Schlaf 75 Trinken…Bands 25 Schlaf 10 Pennen 60 Saufen 5 Essen 15 Chillen 10 Konzerte abchecken Anhang 143 35 Musik 15 Schlafen 50 Rumsitzen 45 Bands 45 Trinken 10 Schlafen 50 Party am Zelt 12,5 Schlafen 37,5 Bands 20 Bands 15 Schlafen 65 Trinkkonsum und reden und lachen 60 Trinken 25 Schlafen 15 Bands 30 Bands 70 Am Campingplatz hocken 80 Saufen 5 Bands 15 Schlafen Anhang 144 Anhang 24: Tabelle ‚Am Wichtigsten‘ 2012, 53 Bögen Am Wichtigsten 2012 Musik Kommunikation Freunde Trinken Essen Hygiene (Dixis, Waschen usw..) Schlafen Feiern Sonstiges Musik Party Konzerte Musik Urlaub Freunde Musik Freunde Alkohol Lärm bands Sex Bands Saufen Stimmung Anhang 145 Drachenshop Musik Alkohol Leute treffen Bands Wetter Hygiene, Dixis Gute Stimmung / Leute Musik Menschen, Freunde, Socialising Sauberkeit Bands Campingplatz Freunde Bands Stimmung Klo Merch Bier Leute kennenlernen Bands Freunde (lachen, Party) Musik Merch Bier Feeling Anhang 146 Leute, Freunde Freunde die dabei sind Koi Stress Gutes Wetter Mäßig bis viel Alkohol Quasiurlaub mit Freunden Bands Camping mit Freunden Anti-Alltag Freakshow Musik Freunde Feiern Konzerte Bekannte treffen / Leute kennenlernen Musik Freunde Spaß und Unterhaltung Die dicke Schwester Bands die ich sehen muss rothaarige Schwabendänen belästigen Bier immer und überall Grenzdebiles Existenzabfeiern mit Leuten Schlechte Witze Leute mit denen man da ist Campen Anhang 147 Musik Bekannte, Freunde treffen Bier Musik Feiern Socialising Freunde Bands Wetter Anreise Betrunkenheit (eigene / andere) Scheissen Konzert Pissen Auf und Abbauen Essen und Trinken Kommunikation Scheissen anders als daheim Alkoholkonsum Konzerte Alkohol / Essen Konzerte Freunde treffen saubere Toiletten Konzerte schnell in den Zeltplatz Anhang 148 gutes Wetter kaltes Bier Gesellschaft gutes Scheisshaus gepflegtes Scheisshaus kaltes Bier Konzerte Schlafen Essen, Trinken, Chillen Feiern Bands Alkohol Essen Bands Feiern Freunde Bier Campen Bands Titten Bands feiern feiern gute Atmosphäre (Leute und Nachbarn) saufen Anhang 149 Bands Bands feiern Titten Bands saufen camping Bands Party Abhängen mit Freunden Alkohol Bands Freunde Camping Musik Alkohol Alkohol nette Leute Bands Freunde Alkohol Bands Saufen Kiffen bands Anhang 150 Bands Alkohol Integration Freunde Alkohol Bands Titten Alkohol Kiffen Musik Leute Bier Alkohol Bands Freunde alte Freunde treffen assig aufführen Sonne gute Leute Alkoholexzesse Musik Bands Crew hart zechen Anhang 151 Bands Feiern Campingplatzbesäufnis Bands Anhang 152 Anhang 25: Beobachtungsprotokoll Nr. 1 38 Anhang 25: Beobachtungsprotokoll Nr.1 Anhang 153 Anhang 26: Beobachtungsprotokoll Nr. 2 38 Anhang 25: Beobachtungsprotokoll Nr.1 ../Bilder/A25.pdf Anhang 26: Beobachtungsprotokoll Nr. 2 Anhang 154 Anhang 27: Beobachtungsprotokoll Nr. 4 39 Anhang 155 Anhang 28: Running-Gags, entnommen aus der Online-Umfrage • Bier! (2 x) • Spartiaten, was ist euer Handwerk? - AUU!, AUU! AUU! • vor jeder band wurde ein bier geext und neun langsam getrunken • naja, mit Freundin da. Aufwachen, Kaffee, Grillen, Chillen, Sie nimmt die Hygiene ernster, irgendwann vor die Bühne, aber nur einmal ge‐ hen, nach der letzten Band, die wir sehen möchten, zurück, Gute- Nach-Bier und Gute Nacht... • Wir singen beim zum Gelände und zurück laufen "Der Weg zu zweit ist halb so weit" von Grauzone. • aber scheiß drauf, summerbreeze ist nur einmal im jahr • Wir zählen durch: 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 • Immer wenn die Frage aufkam wie viel man heute trinken wollte, dann kam von irgendeinem der Zwischenruf: Heid schnein ma uns richtig um ! • ja, ein selbst kreiirtes manowar trinkspiel • indianer horst • zim invader • Gibt pro Summerbreeze immer einen Running Gig manchmal auch mehrere die halten aber dann meist auch nur das eine Summer Breeze • Spitzname für eine Freundin "Der Anker" • und der Spruch "Host du a schau moi an Flieger gsegn?" mit mög‐ lichst dämlicher Stimme • Unser Kumpel Chris lehnt sich auf dem Campingstuhl an und die Lehne klappt weg- Immer und immer wieder. Irgendwann haben wir sogar ausdrücklich festgestellt, dass dies ein Running Gag ist. • Wir haben den Cantina Song (Star Wars) in der Famaly Guy version ziemlich oft gehört :D • Slowmotion Zone! Mit Klebeband einen kleinen Bereich auf dem Weg markieren und Slomotion Zone reinschreiben. Wenn mann dann da durch läuft sollte es möglichst nach slowmotion aussehen. • Stay heavy! • Weingetränke aus der Gießkanne • Zombietitelmelodie von Cranbarries die uns schon mehrere Jahre begleitet: Whats in your ass, in your ass- just a fist just a fist just a fist fist fist. Anhang 156 • und: Analfist whooo ho ho Analfist Wohoho • und: Schieb dir den Dildo in den Arsch • und: baus dir richtig ein • Der "Saufende Arsch" wir haben versucht Leute zu überreden, dass wir ihnen einen Trichter in den Arsch schieben dürfen, um Bier ein‐ zufüllen. • Jedes Jahr was Neues: Von der Bequemlichkeitsstange (Teleskop‐ stange um an gewünschte Dinge ranzukommen) bis zu Dosenreh. • Eine Sonnenblume (Fliegenklatsche) als Erkennungszeichen... • "Felix, warum steht der Pavillon noch nicht?!" • Leere Bierfässer am Pavillon aufhängen. Wer anstößt muss trinken. • Hochwort: Wer sich gehoben artikuliert muss trinken, dabei wird bei einem unklaren Fall eines "Hochwortes" demokratisch abgestimmt • Das reicht uns nicht! • Wenn die Sirene eines Polizeiautos oder eines Krankenwagens zu hören ist, kommt der Spruch: Hörst du, sie spielen unser Lied • seit diesem Jahr; "vielen Dankeschön" • Wort für sexy mädels war "Brotaufstrich" ;-) • Statt "Prost" wird "Schädel!!!" gerufen • Unser Running Gag waren unsere Nachbarn, die mit dem Wohnwa‐ gen dawaren. • Die hatten ein kleines Windrad vor dem Wohnwagen, was witzig ge‐ pfiffen hat. Das war das "Windrad from Hell" :) • Da fehlt noch was (billiger tetrapackwein wird in den getränkebe‐ cher geschüttet bis er überläuft) • Gönn dir • Bambi auf die Bühne. • Wir bauen aus Tradition jedes Jahr aus den leeren Dosen Rüstungen, Langschwerter usw. und halten dann epische Schlachten ab. • nichts. • wir haben ein skurilles Lied gehabe das wir jeden tag im camp ge‐ sungen haben • Bei Kennzeichen mit 666 gibts eine drauf • Wenn jemand Hallo sagt (nicht an uns gerichtet oder im Gespräch heraus) sagen wir darauf immer, "HALLO?! N' Hund im Büro?!" (ist von Stromberg) • Des hat no koim gschadet Anhang 157 • Ritale nicht, nur verschiedene kleine Running Gags • Moonspell • Bis auf dieses Jahr wurde immer das Ortsschild mitgenommen. • Bei der Heimfahrt wurde immer am Autohof angehalten um beim Burger King essen zu gehen, als gemeinsamer Abschied. • RICHI! I HA GSEIT DU SÖUSCH DI HÄBE! • Cantina Band und Biberleichenschänder (bestes Lied nebenbei) • Bierdusche • Die Ninjas sind an allem Schuld. • Auf youtube gab es ein Interview mit einem Breeze-Metaller und als er gefragt wurde ob er noch was anderes als "Marduk" hören will meinte er: "Nein, nur Marduk verdammte Scheiße" das war dieses Jahr (2013) unser Running Gag mal schauen was nächstes Jahr kommt :D • eine tanzzone einrichten • die cantina band hören • helga rufen • Den 5-Finger-Death-Punch, aufgrund der Kühlhandschuhe der Sani‐ täter. Wir haben uns mit den Handschuhen beworen und "5-Finger- Death-Punch" gerufen. • Und unsere Barbaren-Bar, mit Cocktails, Musik und Disco Beleuch‐ tung! • Was zum Teufel ist ein "Running Gag"? Eine rennde Ente(Gag, Gag...)? • Warum könnt ihr Deutschen nicht einfach DEUTSCH sprechen?! • Ich spreache ja auch nicht mit Deutschen russisch(außer betrun‐ ken)! Oder soll ich auch einfach mich unverständlich ausdrücken, du Deutsch-Ammi?! • Na gut: Пьяные утка бежит к России! Э я думаю твой брюк горит! • Nicht im meinen Vorgarten pissen • Wir hatten bis auf dieses Jahr immer eine selbstgekochte Zwiebel‐ suppe am vorletzten Tag • Jedes Jahr einen anderen Running Gag, da es jedes Jahr einen neu‐ en Spruch gibt, z.b. 2006: verschiedene eklige Zutaten in der Dose kochen = Mock • Helga!? • Wir haben ein Gruppenlied das uns immer begleitet (me so horny). Anhang 158 • Prinzessinen on tour (blackmetal group) einfach weil wirs können! • und mit krönchen und schärpe rumlaufen • Was? Trichter! • Der König agierte königlich! • 2012: Unsere Nachbarn weckten uns jden morgen mit einem lauten "UND IMMER WIEDER GEHT DIE SOOOOONNE AUF!" So nervig es war, bald war das unser Breeze-Motto. • 2013: Einer unserer Freunde heißt Willi. Daher wurde immer wieder der Spruch "WILLI BAM BAM - WILLI WILLI BAM BAM!" gegrölt. • Reise nach JerusaSLAM • Die Cantina-Band abspielen, immer • 2011 lag Kleingeld in einem Pinkelbecken neben der Pain Stage: "Ich geh' Mal zum Wunschbrunnen". • HEEEEEEEEEELGAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA • RICHTUNGSWECHSEL • " Och, trink ma noch nen Kleinen?! " :) und alles mögliche wurde fol‐ gendermaßen bewertet: z. B. " Auf einer Skala von 1 bis 10: 10 be‐ trunken... " :D • "Purzelbaum für Satan" + Pentagrammfeld auf dem Boden zur Aus‐ führung und Animierung von vorbeigehenden Besuchern • Der Sänger von "The Ocean" sagte einmal unscheinbar während des Soundchecks "Geschlechtsverkehr mit Bergziegen"...... • Ein Kinderpavillon als VIP-Lounge (: • Schlauch bei jeder gelegenheit • Trinkspruch: "Hopp Hopp, rin in Kopp!" • Totales Schlechtreden vom aktuellen Wetter - egal ob Sonne oder Regen. • Wir schreien immer "Marduk" • Cantina Band - muss ich das noch weiter erläutern? ^^ • Eine zweite (traurige) Tradition ist die, dass immer einer über das Festival mindestens eine nacht im Sannizelt übernachten muss... • Wir hatten ein Liedritual, bei dem jeder Reih um ein Lied singen musste. • Anus? ah oui l'anus • Wir hatten eine Uhr fuers Breeze gebaut: (Minutenzeiger) • bei 15: Hammerzeit • bei 30: Hoibee is! Anhang 159 • bei 45: DREIBIERTEL • bei 55: 5 vor 12e • bei 60: iS Laayeer • .. und was passiert bei diesen Uhrzeiten? --> mit Bier anstossen :) • Ein Kumpel: "Was macht ein Hippster wenn er sein Bein bricht? Dann hoppst er" • egal bei was, es kam ständig der spruch"HA GAAAAAY" • dann gab es regelmäßig das feuerwehr-bidubidu der minions bei uns :D • Dildo im Cocktaileimer • Wir rufen wenn unser Kumpel Lars dabei ist immer ANALFIST und verballhornen Songs zu analen Songs (What's in your aaaassss, in your aaassss, just a fist, just a fist, just a fist fist fist!) • " x Meter Uli-Linie" Ein Mitglied unserer Gruppe hat sich in der ers‐ ten Nacht verlaufen, weil er glaube eine Abkürzung zu nehmen, ist sogar unterm Zaun durch den Wald gelaufen. Von der Stage bis L waren es 2 Stunden, die er unterwegs war. Seitdem wird eine Stre‐ cke nicht mehr in Luft- sondern in Uli-Linie angegeben. • "mehr Hass" (musikalisch begleitet vom gleichnamigen Lied von Nocte Obducta) war das Motto des gesamten Festivals. Durch Zufall wieder getroffene Freunde und das Motto war in 5min bestimmt! • Flunkiball • Getränkebecher auf dem Kopf halten. Kommunikation herstellen. • Nä • meine Kumpels und ich haben seit Jahren den Spruch "Deine Grab‐ nebel-Spareribs sind fertig!!" • Flugkäse !!! Gleich ist Exodus ... Stunde !! Treffen am Fickenstand ! • Am Ende des Festivals werden alle Stühle mit dem Spiel "Stuhl" zer‐ stört. Dabei schmeißt man einen Stuhl auf den Boden und schreit vorher "STUHL". Dies wiederholt man so oft bis der Stuhl kaputt ist. • Wieviel Uhr ist es eigentlich? "ääähm lass mich mal kurz nachschau‐ en.... BIEEEERZEIT" • Bacon • Wir sind so true, dass wir Bier brunzen. • Wenn sich jemand super feige und langweilig aufgeführt hat, oder total schusselig war, bekam er den Satz:" Sei mal nicht so Rene!!!" zu hören Anhang 160 • "sexdictator lucifer" • "icku icku" --> schöne frau • "scheiß corler!" • Das "Strich-Spiel". -->resultiert aus der Tatsache, dass meine Freunde und ich auf dem Festival nur wenig bis gar nicht bekleidet sind. Je‐ desmal wenn jemand deinen Schwan* sieht bekommst du einen Strich. Der mit den meisten Strichen lässt das Jahr darauf eine Palet‐ te Bier springen. • Deine Eltern sind Räudige Geschwister und dein Stammbaum ist ein Kreis • "Santé" schreien mit den Franzosennachbarn. Käseverköstigung etc... • "hopp, nei in dein' bleeden kupf!" • "also bis morgen!" <- wenn viel Schnaps auf einmal konsumiert wur‐ de • "fufzehn fufzig"- weil ein spärliches frühstück vor 3 jahren mal soviel gekostet hat. neu dieses jahr-"trink auch mal was in deinem ver‐ schissenen leben" • "Schirm Schuh Ficken" (das kam durch einen Schirm, einen Schuh und ein Ficken Schild) • "Geh mer halt zu Slayer" • Wir haben jedes Jahr ein Maskottchen, das wir verschändeln - letz‐ tes Jahr wars ein Ikea Schaaf, welches shcon auf der Hinfahrt einen Maiskolben im... tralala stecken hatte. • Dieses Jahr hatten wir Lödlic (eine art Ikea Steckenpferd, nur eben als Widder), der mehr oder weniger als anti maskottchen mit ging. Sein wahlspruch war • "ALL HAIL TO THE GOAT!" und er hat das SB heil überstanden - ja, sich sogar mit einem anderen Halbgottmaskottchen (eienr Ananas mit Brille) vereint um das übel, welches sonst in 2 Tagen eingetreten wäre, abzuwehren. • Achso: Lödlic steht übrigens auf "Vodka und leichte Mädchen mit großen Katoschkas!" ;) • Auf unserem Campingplatz wird nur Trashmusik gespielt (Blümchen, Neude Deutsche Welle, Schnappi,...) Anhang 161 • "Ihr habt ja bestimmt gerne Sex.. Aber ich, ich hab so RRRRICHTIG gerne Sex" • "Mehr Hass!" - "Aaah" • Nachamen von Schweinelauten. • Der ausspruch "Scheiße, frische Scheiße!" • Leute anpöbeln, die unerlaubt auf unser privates Dixi-Klo wollten. • Garstige Hobbitse verstopfen den Eingang! (Security-Abtast-Schleu‐ se) • Flunky Ball • "Nein, nur Marduk, verdammte Scheiße"; ein von uns immer wieder wiederholter Spruch, den wir dank einem YouTube-Video kennen • Kauft Neon-Guy^^ • Spiel den selben Song nochmal. • Allen Leuten "GUTE LAUNE" zu rufen, SLAYER rufen • sich morgens anschauen und feststellen, dass man langsam zu alt für sowas wird^^ • Brüste anschauen • Brustabdrücke auf Autos machen • Haben das Lied "Aber scheiß drauf, Malle ist nur einmal im Jahr..." umgedichtet, damit es heißt "...Breeze ist nur einmal im Jahr..." • Außerdem werden von mir und ein paar Kumpels regelmäßig diver‐ se Klassiker von Helge Schneider zum Besten gegeben, dass hat in‐ zwischen auch Tradition. • Zusätzlich ist das Spielen des (Kinder-)Spiels Looping Louie Pflicht. • biergott bauen • Verschiedene Trinkspiele, Kotzen und offensive männliche Nacktheit waren und sind jedes Jahr ein Running-Gag • Handyladestation • Es gibt bei uns ein Rettichwettessen mit dem groessten Rettich der fuer Geld oder im Garten aufzutreiben ist. Es werden nur Punkte ge‐ zaehlt wenn man den Rettich mit dem kompletten Querschnitt in den Mund bekommt und es dann auch noch schafft abzubeissen. • Hey bro!! • Ich bin seit dem ersten Festival Mistress Lissy, und jedes Jahr kommt ein neuer Gag hinzu wie Prinzessin Bitsch oder Wombi Wombat • bei jedem Getränk oder Essen nach dem kosten immer "oar mmm‐ mmmhhhh" sagen, egal wie eklig es ist Anhang 162 • Jeden Morgen um 7 Uhr erstmal alle Freunde Mitcamper und Nach‐ barn mit dem Lied Skinboy von Red Warszawa geweckt. • Analfist! • Hosenverbot immer wenn das lied brenna duads guad läuft von Hu‐ bert von Goisern! • Grillkohle von real gekauft (brennt nicht gut) • Die real-Kohle blieb dann der Running-Gag. • Blauwalpimmel. • ein paar von uns brüllten immer wie blöde AAAAATHHHHH rum. Dies kommt vom Musikvideo Ass and titties von dj assault, der das s stark lispelt, also statt ass ath sagt. Irgendwann haben das alle wie blöd rumgeschrien. • Ich scheiß dir ins Horn! • Die Rangel-Zone auf dem Weg vor unserem Platz wird ab diesem Breeze bestimmt ein Ritual werden. • Ansonsten: Mit Panzertape lässt sich alles reparieren und herstellen. (Beispiel: Rangelpokal, kaputte Pavillons, Schuhe...) • "Die klaun unsere Jobs!" laut und oft hintereinander und immer un‐ verständlicher rufen, aus South Park • Huldigt Gaycalibur! • fucking awesome wurde ca 30000000 mal gesagt :P • Leuten im Bananenkostüm Kondome überziehen • unser Spruch: PENIS!!! • Schwarze Bruderschaft Metalfranken - "Hoi, Hoi, Hoi!!!" "FICKEN‐ STAND!!" • Jedesmal wenn wir zusammen zum Camp zurückgekommen sind, kam von einem von uns unweigerlich der Satz "Warum liegt hier ei‐ gentlich Stroh rum? • Seitdem uns unsere Campnachbarn auf unserem ersten Summer Breeze mit "Ferien in Algerien" in Dauerschleife beschallt haben, müssen wir dieses Lied auf jedem Festival mindestens einmal hören. Komplett. • Und natürlich: "Spielt den selben Song nochmal!" • Stausaufen • nichts • "Deine Grabnebel-Spareribs sind fertig!!" • Indianer Horst Anhang 163 • Sim Invader • Manowar-Trinkspiel • Flunkiball! • "Dekontaminierungsalarm, Dekontaminierungsalarm" • Axel, wie spät?? -Biertrinkzeit!!! • "HÜHNCHEN IST NICHT VEGAN???" • "Meduzin" anfertigen und dann konsumieren ;) • Einfach eine Flasche Vodka in einen 1kg-Gummibärcheneimer und nen guten Tag "ziehen" lassen - lecker! • mindestens eine Zone mit Klebeband abkleben und vorbeilaufende Leute zum Mitmachen animieren (dieses Jahr eine "Tanzzone" mit der Cantina-Band) • Bei den Nachbarn lief immer wieder der gleiche Song, den wir im‐ mer gesungen haben • KORN! • Wir schreien ohne erkenntlichen Grund "Ha.. GAY!!" • ja • Achtung wir geben Vollgas bitte alle anschnallen. • und dann mit Klopapier einen Sicherheitsgurt vortäuschen. • Der Running Gag "BANANAAAAAAAAAAAAA" aus "Ich einfach un‐ verbesserlich 2" fiel ziemlich oft :) • "Helga!" • "Halllllloo!" • "Emoriden!" brüllen, da wir keine Freunde von Emos sind. • Nach dem Festival zum Burgerking • Es gibt unsern Müllberg Hugo der sich über das gesamte Festival aufbaut und dann aber auch wieder komplett verschwindet. Ihm zu ehren verkleide wir uns und gehen auch gern mal müll sammeln. • Ey yo (Inhalt z.b. gib mir mal Bier) du Spast. • Und anstatt Caliban wird es (Calibän) ausgesprochen, dies will ich bis SB 2014 durchsetzten. ^^ • HALLO! • "thüringen asozial" rufen :D • Seit letztem Jahr gehen wir uns regelmässig "benetzen". Was soviel heisst wie sich an den Wasserstellen mit kaltem Wasser bespritzen/ erfrischen. Eine weiteres beliebtes Ritual ist das "harnen" :) Dies be‐ darf wohl keiner genaueren Erklärung :))) Anhang 164 • we want you for summerbreeze army • wortwitzbier, lord of the weed bingo, breakdownbier, ferien in alge‐ rien morgens hören, rohe maultaschen mit curryketschup • Unter uns Freunden "WER BISCH DUUU?!" • Ich halt das Bier fest!-> BIERFEST! • A muschi hat ka gsicht. • "ob du behindert bist hab ich gefragt" • "also ich hab Bier gehört" • Flunky Ball, Circle of Death • Komm doch mit auf den Underberg • "Wo du gerade stehst" ist ein Running Gag • Hart und ungeschützt • Sprüche: Ich bin eine Biene, Helga, schrilles schreien • Eine Art Domina-Peitschenknall Geräusch, wegen einigen fiesen Sprüchen einer Freundin in Militäruniform • Dicke Titten und Kartoffelsalat :D! • Dooomkopp, haben entschieden ne band mit diesem Name zu tra‐ gen • "biu biu Eistee-Alarm - Eistee mit Zitrone" Zitat aus Die etwas ande‐ ren Cops • So ziemlich jede ausgesprochene Feststellung wird mit einem lang‐ gezogenen, übertrieben hohen "Waaaas?" beantwortet. • Bspw.: "Verdammte Axt, mein Bier is schon wieder alle!" • "Waaaaaas?" • anstatt "zack zack" und "bitte" sagten wir immer "bäng-bäng" • Fremde Leute fragen, wo es denn zum Woodstock geht. • Trichtern und den Cantina Band Song • Viel. Zu viel, um es hier aufzuzählen. • RISIKO! Man ruft Risiko und wirft daraufhin seine leere! Bierdose hin‐ ter sich ohne zu schauen. • Jeden Abend das Titellied der Serie Gummibärenbande grölen • 1: Ob du behindert bist hab ich dich gefragt • Rest: Ob du behindert bist hat er/sie gefragt • Alle: Du Wixxer • Pido pido pido ( Ich - Einfach Unverbesserlich 2) • Bei dir stimmts doch dahoim it Anhang 165 • "Oh, die haben das selbe gespielt wie am Wacken" oder einem an‐ deren Konzert derselben Tour (ironie über die aussage eines Kolle‐ gen, dass er das nicht ok findet) • "Wer zuerst schüsselt, verliert!" • "Scheiß Metal, nächstes Jahr fahren wir in den Urlaub!" • wenn einer am Abend am Klo war, dann wieder zurück kam und das Zelt auf machte, schreiten die anderen: "Sind Sie ein Triebtäter??!?!?!!" • es reibt sich mit lotion ein • Der Sklave. • Socken am Camping-Platz vergraben • Böse Katze! Miau! :) • "Was nisch bezahlt? Hab Kassabohn einstecken! Mach ma dein Job richtig du Tölpel!" & "Kartoffelsalat auf dem WC" • Ja, wir Mädels haben gerne und oft das schöne Lied "Kraul mir mei‐ ne Wampe, nimm ihn in den Mund du Schlampe!" gegrölt. • HODOR • "Füße hoch, Fernsehen an, Arschlecken! • ich trinke jedes jahr in der nacht von dienstag auf mittwoch am Parkplatz eine flasche wodka waldmeister und am ende des headli‐ ners ess ich immer den gleichen burger auf dem konzertgelände • Mein Name ist Mai und Thai • Wir fahren jedes jahr mit einem alten VW T3 aufs summerbreeze und bekleben ihn jedes jahr mit dem summerbreeze-schriftzug und diversen sprüchen. dieses jahr stand drauf: es gibt nur ein gas... (wait for it)..VOLLGAS! • Sitzen am Wegesrand für Voyeurismus und Pöbelei • KRIEGSKANNE (Meist alkoholische Getränke aus einer Gießkanne "genießen"), sich über die ganzen Burzum und Thor Steinar Spastis aufregen und ins Freibad fahren. • Wir singen zu allem scheiß Lieder ("Ravioooli..."), meist mit bekann‐ ten Melodien (viele Musikstudenten ;) • Guck mal die Schafe! - Das sind keine Schafe, das sind Kühe! • Keine Hose kein Problem! • diverse Running Gags. • top, die fette grillt! • Flunky Ball, Bier Boule Anhang 166 • weißer Handabdruck im Gesicht und übers Gelände laufen und schreien: "SARUMAN!!!" • Purzelbaumschlagen und andere dazu animieren mitzumachen (auf dem Festivalgelände) • Gaycamp! • wenn jmd jemandem etwas reichen sollte, hat man diesen gegen‐ stand in die hand genommen, "warte" gesagt und nach 2-3sec pau‐ se dann "jetzt" gesagt und es demjenigen dann gegeben. das war immer sehr unterhaltsahm ;) • und als anlehnung an das lied "blut im auge" von equilibrium imer ständig "penis im auge und blut im stuhl" gesagt (keine ahnung wie man auf sowas kommt^^) • verschiendenste Elsterglanzsprüche rezitieren (aus Youtube, oder dem Film "Die Rouladenkönigin"), bzw. auch umwandeln in Zusam‐ menhang mit dem Festival. • Bsp. wenn man sich wieder trifft oder sucht: Huhu... Juri. oder wenn man keine lust hat aufzustehen: Frühstück fällt aus... bedankt euch bei Ronny. • Wir nennen einfach alle Steeve, der einfachheit halber. Seit jahren. • "Ist das eigentlich immernoch Marduk?" (AC/DC kam im Radio einer Fressbude) • Wir hatten unseren Festival-Plastikhai • Uns bei jeder Gelegenheit als 'Dumme Metaler' zu bezeichnen, weil die Security uns bei der Anreise so betitelte. • Traditionelle Trinksprüche: "Sugar in the morning", "skol" • "Kreuzigungsgruppe!" • "Eckaaaard, ich glaub die Russen sind da!" • Schläjaa! • Bizebs!!! • Wir sind das Camp Penis und unser Schlachtruf lautet "PENIS-MEINE GÜTE-IN DEN ARSCH-ABER HEFTIG!" passend dazu haben wir einen Penisflaschenöffner. • Wir haben unsere Campingstühle immer gegenseitig um geschmis‐ sen. • Flunkyball • Bowling am Campingplatz mit alten Ravioliodosen. Jeder der vorbei kam konnte mit machen. Wer abgeräumt hat bekam eine Dose Bier. Anhang 167 • Nein :) • heeeeeeeeeeeelga • ich war das erste mal auf dem Breeze, ich hab erste mal alles ken‐ nengelernt • Ja wir hatten einen, aber ist mir zu blöd den reinzuschreiben • öhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh ich bin der " namen einfügen " • Gekrächztes "Aaskereia" schreien • Sehr viele, unter anderem "Helga", "Haben wir noch Swaghetti Yolo‐ gnese?" und "Ha! Gaaay!" • Einweihung von neuen Kutten • Jedes Jahr etwas anderes. 2013 -> "Titten für Nepal" und der mehr‐ jährige Dauerbrenner "Melone für Melonen" (mit einer Kornmelone am Straßenrand) • Wir haben täglich mindestens 2 Stunden lang am Stück "Gay Bar" von Electric Six gehört. • g • Guten Morgen Schnäääpppes • HALT STOP!!! :D • Willkommen auf dem Friedensfestival ;) • Bier wurde nur getrichtert • Dunkelsbühl! - Gute Nacht! • BierSlayer • Timmmmmey • die "5-Sekunden Regel" wird auf 10 sekunden erhöht • DUSCHEN IST KRIEG!! • Die Ankuft einer Wespe wird mit einem lautstarken "HUUUUUREEEE" angekündigt • WAS IST EUER HANDWERK? - SCHÜTTEN, SCHÜTTEN, SCHÜTTEN! • df • Parkplatz-Party • Ein neues Lied/Breeze schreiben • Manfred Penisfisch > siehe FB-Seite • "Das ist SPA(R)TA" rufen, während man den mitgebrachten Spaten ins Gras sticht, wie es Leonidas in "300" mit seinem Schwert tut. • helgaaaaaaa • Wir haben regelmäßig FESTIVAAAAAAL gebrüllt Anhang 168 • Wir haben immer aus einem Einkaufswagen einen Rennwagen ge‐ bastelt! • zb. Bestimmte 10h Versionen von Liedern • Der Dreidel Dreidel Dreidel Song aus South Park wurde immer wie‐ der gesungen, vor allem in textlichen Abwandlungen die zur Situati‐ on passten (z.B. statt "Dreidel Dreidel Dreidel" wurde "Hunger Hun‐ ger Hunger" gesungen während der Grill lief ), ein zweiter Running Gag war ein sehr netter männlicher Campnachbar mit dem wir dann auch permanent zusammen waren und dem ständig irgendwelche neuen Frauennamen gegeben wurden. • Aus leeren Bierdosen und Panzertape werden Figuren gebaut. Bspw. eine Katze namens Olaf (lebte auf der Motorhaube des Peugeot 206 eines Freundes) und ein Männchen namens Pedro, dem unsere nachbarn Toastbrot spendeten und immer "HEIL PEDRO!" riefen. • Wolfgang pass auf! • in Anlehnung an das Youtube-video • "Der hier kann 30 Minuten", und seine Leistung beim Sex hat sich seit 2 Breezes jeweils um 5 Minuten verlängert! • Besucher auf unserem Campingplatz trinken einen Bierbong:) • Ein einzelner ruft "Alkoholiker!", die Gruppe antwortet laut "AHU!" • "... meiiiiiiiiiine Fröijnde..." • Wir haben einen Eimer dabei in dem in der Mitte ein Dildo mit Saug‐ napf klebt, aus dem wir mit kurzen Strohhalmen eine Korn-Frucht‐ saft-Mischung mit Dosenfrüchten trinken - COCKtail halt. Wir bieten das gerne Zaungästen an, die Reaktionen sind gemischt. • einer aus der Gruppe brüllt "ALKOHOLIKER!!!" • Rest antwortet "AHUUUU" • ebenfalls beliebt bei uns gleiches Prinzip nur ersetzt durch "Auf zum Atom!" • Antwort: "Auf zum Atem" • Aluman! Haben zwei Kollegen in Alufolie eingewickelt • "Total Eskalation!" "Dein Stammbaum ist ein Kreis!" • Wir hatten eine Melone mit und diese mit Rum und Korn befüllt. Je‐ der durfte mal trinken! Der Running Gag wurde dann, wenn jemand von unserer Truppe dazu kam "Melohn dich!" • Pavilion zerstören Anhang 169 • Schlacht mit Rüstung aus Bierdosen organisieren • An Männer werden Frauennamen verteilt. • Bei dem Wort Müll wird gejubelt. (früher gabs bei einem abgegebe‐ nen Müllsack immer ein Poster) • Schlechte Wortspiele • Neigelösse, Ich bin eine echte Lady, Was Sie Labern-hören sie bitte auf zu Labern, meinst wohl es get net?! s get aber. • Die ganze Zeit in Werner-Norddeutsch reden. Authenzität bestätigt durch häufiges "...und ihr kommt aus Schleswig-Holstein, oder?". • Wenn jemand einen schlechten Spruch/Witz bringt wird er mit einem: "Raus!" belohnt. • Das Raus bezieht sich das er "raus" aus dem pavillion soll. • Z.B. haben meine Kumpels und ich seit Jahren den Spruch "Kaviar für Alle!!" • Das hatte ich jetzt nich am Radar. (BWLer Humor..) • Wir nennen einen ehemaligen Nachbarn seit Jahren "Mama" und singen zusammen das Tequilalied • JA - Schlachtrufe schreien • Leute beim Pinkeln schubsen • Wir bauen jedes Jahr am letzten Tag aus unserem Müll einen Bierkö‐ nig der dann meistens eine andere Gruppe von Leuten mitnimmt und anbetet bzw. er macht seine Runde auf dem Gelände. • Slow-motion-Zone • Wir hatten ein Maskottchen: Ein Plüschesel namens Lölia. • Bumsmuckel, pornospiel • "Slayer Slayer Slayer" auf die Melodie von Cherie Lady von Modern Talking singen, uns selbst als "Analerotischer Fanclub" zu feiern. • "Da steckst ned drin" • "Und jetzt?" "PARTY HARD!" • Wir fahren zu fünft in einem schrottreifen Auto hin und sitzen ab Geländeeinfahrt alle bis auf den Fahrer auf Dach und Motorhaube. Wer zuerst runterfällt gibt die erste Runde aus. Anhang 170

Zusammenfassung

Festival ist, wenn die eigene Verwahrlosung als Erholung empfunden wird.

Das Summer Breeze Festival findet seit über 20 Jahren im fränkischen Dinkelsbühl statt und zieht mittlerweile zehntausende Metalfans aus aller Welt an. Alexander Hutzel beschäftigt sich mit diesen Fans und eröffnet einen, im wahrsten Sinne, feucht-fröhlichen Einblick in eine außeralltägliche Realität. Dazu wurden qualitative sowie quantitative Forschungsmethoden vor einem fundierten sozialtheoretischen Hintergrund umgesetzt.

Die Arbeit beschäftigt sich unter anderem mit den Verhaltensweisen, den Symbolen und den Ritualen der Festivalbesucher. Es werden Gruppenzugehörigkeit, Hygieneverhalten, Alkoholkonsum und Running Gags analysiert, sodass ein empirisch begründetes Bild eines Megaevents der Metalszene entsteht.

References
Literaturverzeichnis
Printmedien
Bayer, M., & Mordt, G. (2008). Einführung in das Werk Max Webers. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Behnke, J., Bräuniger, T., & Shikano, S. (2010). Jahrbuch für Handlungs- und Entscheidungstheorie. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Bohnsack, R., & Nohl, A.-M. (2000). Events, Efferveszenz und Adoleszent: "battle" - "fight" - "party". In W. Gebhardt, R. Hitzler, & M. Pfadenhauer, Events - Soziologie des Außergewöhnlichen (S. 77-83). Opladen: Leske und Budrich.
Bollnow, O. F. (1972). Neue Geborgenheit: das Problem einer Überwindung des Existentialismus. Stuttgart: Kohlhammer.
Bortz, J., & Döring, N. (2006). Forschungsmethoden und Evaluation: Für Humand- und Sozialwissenschaftler. Berlin Heidelberg: Springer Verlag GmbH.
Cox, H. (1970). Das Fest der Narren. Stuttgart, Berlin: Kreuz-Verlag.
Duller, C. (2013). Einführung in die Statistik mit EXCEL und SPSS. Berlin Heidelberg: Springer Gabler.
Elflein, D. (2010). Schwermetallanalysen - Die musikalische Sprache des Heavy Metal. Bielefeld: transcript.
Erikson, E. H. (1966). Identität und Lebenszyklus. Frankfurt am Main: Suhrkamp Taschenbuch Verlag.
Esser, H. (1999). Soziologie: allgemeine Grundlagen. Frankfurt/Main; New York: Campus Verlag.
Ferchhoff, W. (2007). Jugend und Jugendkulturen im 21. Jahrhundert: Lebensformen und Lebensstile. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Fröhlich, W. D. (2010). Wörterbuch Psychologie. München: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG.
Fuchs-Heinritz, W., Lautmann, R., Rammstedt, O., & Wienold, H. (1994). Lexikon zur Soziologie. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Gebhardt, W. (2000). Feste, Feiern und Events. Zur Soziologie des Außergewöhnlichen. In W. Gebhardt, R. Hitzler, & M. Pfadenhauer, Feste, Feiern und Events. Zur Soziologie des Außergewöhnlichen (S. 17-31). Opladen: Leske und Budrich.
Gebhardt, W. (2002). Die Verszenung der Gesellschaft und die Eventisierung der Kultur. In U. Göttlich, Populäre Kultur als repräsentative Kultur: die herausforderung der Cultural Studies (S. 287-305). Köln: Halem.
Geertz, C. (1987). Dichte Beschreibung - Beiträge zum Verstehen kultureller Systeme. Frankfurt am Main: suhrkamp taschenbuch wissenschaft.
Girtler, R. (1984). Methoden der qualitativen Sozialforschung - Anleitung zur Feldarbeit. Wien: Hermann Böhlaus Nachf. GmbH.
Girtler, R. (2001). Methoden der Feldforschung. Köln: Böhlau Verlag GmbH & Co. KG.
Girtler, R. (2009). 10 Gebote der Feldforschung. Münster: LIT Verlag.
Guth, K. (1985). Alltag und Fest. In i. A. Volkskunde, Schweizerisches Archiv für Volkskunde: Halbjahresschriften (S. 59-78). Basel: Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde.
Hartmann, H. A., & Haubl, R. (1998). Freizeit in der Erlebnisgesellschaft. Opladen/Wiesbaden: Westdeutscher Verlag GmbH.
Hitzler, R. (2008). Brutstätten posttraditionaler Vergemeinschaftung. In R. Hitzler, A. Honer, & M. Pfadenhauer, Posttraditionale Gemeinschaften (S. 55-72). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Hitzler, R. (2011). Eventisierung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Hitzler, R., & Pfadenhauer, M. (2010). Posttraditionale Vergemeinschaftung. Eine ‚Antwort‘ auf die allgemeine Verunsicherung. In H.-G. Soeffner, Unsicherere Zeiten. Herausforderungen gesellschaftlicher Transformationen (S. 371-382). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Hitzler, R., Bucher, T., & Niederbacher, A. (2005). Leben in Szenen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Hitzler, R., Honer, A., & Pfadenhauer, M. (2008). Postraditionale Gemeinschaften. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Homann, H. (2004). Zur Soziologie von Fest und Feier. In M. Maurer, Das Fest. Beiträge zu seiner Theorie und Systematik (S. 95-113). Köln, Weimar, Wien: Böhlau Verlag.
Hussy, W., Schreier, M., & Echterhoff, G. (2010). Forschungsmethoden in Psychologie und Sozialwissenschaften. Berlin Heidelberg: Springer-Verlag GmbH.
Isensee, J. (2012). Die Philosophie des Festes. In H. Schäfer, Aus der Geschichte für die Zukunft : 50 Jahre Rotary-Club Bonn Süd - Bad Godesberg 1961/62 - 2012 ; Festschrift aus Anlass der Wiederkehr der Charterfeier vom 3. November 1962 (S. 55-62). Bonn: Bouvier.
Kilthau, O., & Ebner, H. (1995). Die gesellschaftlichen, politischen und sozialen Wertvorstellungen und Verhaltensnormen der Heavy Metal-Fans: eine empirische Studie. Mannheim: Universität.
Kirchner, B. (2011). Eventgemeinschaften Das Fusion Festival und seine Besucher. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Knoblauch, H. (2000). Das strategische Ritual der kollektiven Einsamkeit. Zur Begrifflichkeit und Theorie des Events. In W. Gebhardt, R. Hitzler, & M. Pfadenhauer, Events - Soziologie des Außergewöhnlichen (S. 33-45). Opladen: Leske und Budrich.
Korte, H. (2011). Einführung in die Geschichte der Soziologie. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Kühne, O. (2008). Distinktion - Macht - Landschaft. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Lipp, W. (2000). Event Ware. In W. Gebhardt, R. Hitzler, & M. Pfadenhauer, Events - Soziologie des Außergewöhnlichen (S. 413-438). Opladen: Leske und Budrich.
Löffler, T., & Heiss, M. (2010). Besucherstrukturanalyse des Musik-Festivals Grafenegg und qualitative Untersuchung der wirtschaftlichen Auswirkungen von Kulturveranstaltungen am Beispiel des Kulturstandortes Grafenegg. Univ.-Prof. Mag. Dr. Peter Tschmuck.
Mann, H. (2013). Der Untertan. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag
Marquard, O. (1988). Kleine Philosophie des Festes. In U. Schultz, Das Fest (S. 413-420). München: C.H.Beck verlag.
Meixner, T. (2009). Die freie, teilnehmende Beobachtung als Methode der qualitativen Sozialforschung. München: GRIN-Verlag.
Prisching, M. (2008). Das Paradoxon von Individualität und Gemeinschaftlichkeit. In R. Hitzler, A. Honer, & M. Pfadenhauer, Posttraditionale Gemeinschaften (S. 37-54). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Rosenthal, G. (2011). Interpretative Sozialforschung - Eine Einführung (3. Ausg.). Weinheim und München: Juventa.
Stender, B. (2013). Fest und Alltag im literarischen Text Theodor Fontanes und Eduard von Keyserlings. Hamburg: Universität Hamburg.
Stöber, R. (2008). Kommunikations- und Medienwissenschaften - Eine Einführung. München: C.H. Beck.
Strauss, A., & Corbin, J. (1996). Die Grounded Theory: Grundlagen Qualitativer Sozialforschung. Weinheim: Beltz, Psychologie Verlags Union.
Strübing, J. (2008). Grounded Theory: zur sozialtheoretischen und epistemologischen Fundierung des Verfahrens der empirisch begründeten Theroriebildung (2 Ausg.). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Tenbruck, F. H. (1996). Die Musik zwischen europäischer Kultur und globaler Zivilisation. In F. H. Tenbruck, Perspektiven der Kultursoziologie: Gesammelte Aufsätze (S. 251-262). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Willems, H. (2000). Events: Kultur - Identität - marketing. In W. Gebhardt, R. Hitzler, & M. Pfadenhauer, Events - Soziologie des Außergewöhnlichen (S. 51-73). Opladen: Leske und Budrich.
Wilson, T. P. (1982). Qualitative "oder" Quantitative Methoden in der Sozialforschung. Köln: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie.
Ziegler, S. (2003). Gegenstandsbezogene Theoriebildung - Der Ansatz der Grounded Theory. GRIN-Verlag.
Internet
Albert, P. D., Hurrelmann, P. D., & Quenzel, D. G. (16. Februar 2014). Von www.shell.de: http://s08.static-shell.com/content/dam/shell-new/local/country/deu/downloads/pdf/youth-study-2010values.pdf abgerufen
bild.de. (10. Februar 2014). Von bild.de: http://www.bild.de/lifestyle/2013/party/sex-drogen-musik-festivals-umfrage-30811712.bild.html abgerufen
Duden. (7. Februar 2014). Von www.duden.de: http://www.duden.de/rechtschreibung/Phaenomen abgerufen
Franke, H. (30. Januar 2014). http://www.oethak.uni-erfurt.de/. Von Universität Erfurt: Ökumenisch - theologischer Arbeitskreis: http://www.oethak.uni-erfurt.de/1_2.pdf abgerufen
GmbH, S. (5. März 2014). Von www.summer-breeze.de: http://www.summer-breeze.de/de/dateien/specials/wallpapers/2013-drohne/wallpaper_drohne_1280x800.jpg abgerufen [Titelbild]
Govinda. (10. Januar 2014). waisenkind.de. Von http://waisenkind.de/archiv/Merci_Govinda%202012.pdf abgerufen
JBO. (30. Januar 2014). www.jbo.de. Von JBO: http://www.jbo.de/lyrics/ein-fest/ abgerufen
Staatsministerium des Inneren, B. (7. Februar 2014). Von Polizei Bayern: http://www.polizei.bayern.de/mittelfranken/news/presse/aktuell/index.html/184276 abgerufen

Zusammenfassung

Festival ist, wenn die eigene Verwahrlosung als Erholung empfunden wird.

Das Summer Breeze Festival findet seit über 20 Jahren im fränkischen Dinkelsbühl statt und zieht mittlerweile zehntausende Metalfans aus aller Welt an. Alexander Hutzel beschäftigt sich mit diesen Fans und eröffnet einen, im wahrsten Sinne, feucht-fröhlichen Einblick in eine außeralltägliche Realität. Dazu wurden qualitative sowie quantitative Forschungsmethoden vor einem fundierten sozialtheoretischen Hintergrund umgesetzt.

Die Arbeit beschäftigt sich unter anderem mit den Verhaltensweisen, den Symbolen und den Ritualen der Festivalbesucher. Es werden Gruppenzugehörigkeit, Hygieneverhalten, Alkoholkonsum und Running Gags analysiert, sodass ein empirisch begründetes Bild eines Megaevents der Metalszene entsteht.