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6. Kritik und abschließendes Fazit in:

Alexander Philipp Hutzel

Homo Festivus, page 89 - 90

Das Summer Breeze Open Air und seine Besucher

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4232-8, ISBN online: 978-3-8288-7148-9, https://doi.org/10.5771/9783828871489-89

Series: Tectum - Masterarbeiten

Tectum, Baden-Baden
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Kritik und abschließendes Fazit Die Anschlussfähigkeit dieser Arbeit wird durch die Vielfalt der zu beobachtenden Phänomene des Festivals geleistet. Interessant wäre eine andere thematische Fokussierung, bei welcher das Augenmerk auf die favorisierten Metalrichtungen der Besucher gerichtet würde. Außerdem wäre ein Vergleich mit anderen (Metal)Festivals durchaus vorstellbar. Sind das HipHop-Open oder Chiemsee-Summer genauso friedlich wie das Summer Breeze? Es gibt viele Möglichkeiten, mit den gewonnen Daten weiter zu arbeiten. Es wurde der theoretische Hintergrund beschrieben sowie anschließend der methodische Weg dargestellt, um im empirischen Teil den Phänomenen des Festivals näher zu kommen. Dabei konnten Einblicke in eine Kultur, in eine Szene gewährt werden, welcher Millionen von Menschen sich zugehörig fühlen. Die Forschungsfrage ‚Welche Phänomene machen das SB zu einem Szenevent‘ war für die Bearbeitung ein hilfreicher Ansatz. Jedoch kann diese Frage nicht vollkommen beantwortet werden, denn dazu ist die soziale Wirklichkeit des Festivals zu komplex. Das Ergebnis muss also als Versuch gesehen werden, sich dieser Wirklichkeit auf eine bestimmte Weise zu nähern und zu beschreiben. In dieser Arbeit fehlen beispielsweise Themen wie Müll, Sanitäter, Securities und sonstige Angestellte / Freiwillige, Organisationsabläufe, Kooperationen, finanzielle Aspekte etc. Da diese nicht handhabbare Beschreibung schon während der Planung dieser Arbeit feststand, wurde der Blick bewusst auf die Besucher des Festivals gelegt. Im Zuge dessen muss erwähnt werden, dass die Forschungsfrage in diesem Sinne zu unspezifisch war. Jedoch sind die erarbeiteten Hypothesen, Antworten und Interpretationen soweit von Nutzen, als dass gesagt werden kann, die Festivalbesucher sind in ihrer Gesamtheit dennoch differenziert beschrieben. Welche Phänomene sind es also, die dieses Festival zu einem Event der Metalszene machen? 6. 89 Es sind die Besucher und deren Verhaltensweisen, welche durch ihre Anwesenheit verschiedene Phänomene generieren. Viele davon wurden beobachtet, untersucht, beschrieben und analysiert. Wir haben es auf dem SB mit einer heterogenen, gut gebildeten, und friedliche Zusammenkunft von Menschen zu tun, die ihrer Begeisterung für eine Musikrichtung nachgeht. Eine Eventgemeinschaft, die viel Bier trinkt und einen gewissen Wert auf Hygiene legt. Ein Event von und für Szenemitglieder, deren wichtigste Faktoren ihre Freunde und ‚ihre‘ Musik darstellen. Metalheads aus aller Welt, die den Großteil ihres Geldes für Essen und Trinken ausgeben. Menschen, die durch rituelle Verhaltensweisen eine Abgrenzung erzeugen, die zur Bildung und Bestätigung der eigenen Identität dient. Musikenthusiasten, die sich der Metalszene größtenteils zugehörig fühlen, dies durch das Erleben eines ‚Wir‘-Gefühls bestätigen und so gemeinsam Urlaub vom Leben nehmen. 6. Kritik und abschließendes Fazit 90

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Zusammenfassung

Festival ist, wenn die eigene Verwahrlosung als Erholung empfunden wird.

Das Summer Breeze Festival findet seit über 20 Jahren im fränkischen Dinkelsbühl statt und zieht mittlerweile zehntausende Metalfans aus aller Welt an. Alexander Hutzel beschäftigt sich mit diesen Fans und eröffnet einen, im wahrsten Sinne, feucht-fröhlichen Einblick in eine außeralltägliche Realität. Dazu wurden qualitative sowie quantitative Forschungsmethoden vor einem fundierten sozialtheoretischen Hintergrund umgesetzt.

Die Arbeit beschäftigt sich unter anderem mit den Verhaltensweisen, den Symbolen und den Ritualen der Festivalbesucher. Es werden Gruppenzugehörigkeit, Hygieneverhalten, Alkoholkonsum und Running Gags analysiert, sodass ein empirisch begründetes Bild eines Megaevents der Metalszene entsteht.