2. „Der feinere Pfiff“, „Das parallele Kryptogramma“ in:

Siegfried Guido Dahl

Der hoeere Ruf und Der feinere Pfif, page XV - XVI

Kommentierte Synopse der Schriften des August Siegfried von Goue und  des Ferdinand Opiz

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4236-6, ISBN online: 978-3-8288-7146-5, https://doi.org/10.5771/9783828871465-XV

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Philosophie, vol. 31

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
„Der feinere Pfiff“, „Das parallele Kryptogramma“2. Johann Ferdinand Opi(t)z ist der Autor des „Feineren Pfifs“. Zum ersten Mal 1768 im Winkler-Verlag erschienen, ist seine Schrift der 2. Auflage des „Hoeeren Rufs“ beigefügt worden. Ebenfalls wie von Goue weilte Opi(t)z beim Reichskammergericht in Wetzlar und war dort erster kaiserlicher Visitationskommissar und Kanzellist des Fürsten Karl Egon zu Fürstenberg. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird er deshalb von Goue gekannt haben, wenn auch, so bleibt anzunehmen, nur aus der Ferne. Auf jeden Fall ist seine Mitgliedschaft in der Ritterrunde bzw. dem in ihr verschlungenen Orden des Übergangs nicht belegt, legt man die Untersuchung über die Zusammensetzung der Ritterrunde von Heinrich Gloel in „Goethe und seine Rittertafel in Wetzlar“, Goethe-Jahrbuch 32, zugrunde. J. F. Opi(t)z gab von1768 bis 1769 in Wetzlar die Zeitschrift „Der Philosoph ohne Zwang an den Liebhaber der Wahrheit“ unter dem Motto „Ma passion m’a fait la loi“ heraus. Eine Biographie des Fürsten Karl Egon zu Fürstenberg (1788) und eine literarische Chronik von Böhmen (1801) des „Polyhistors“ sollen nicht unerwähnt bleiben. Er verstarb im Jahr 1812. Beiden Schriften ist der Gebrauch des Komparativs – „der hoeere“ bzw. „der feinere“ – in der Titelangabe gemeinsam, ebenfalls die Bezeichnung eines akustischen Signals, dort „Ruf“, hier „Pfif“. Sie markieren den Zeitpunkt einer persönlichen Entwicklung des Menschen, von dem an er die letzte Stufe des „Uibergangs“ ersteigt bzw. die letzte Strecke des „Lichtfadens“ erreicht. „Der hoeere Ruf“ wie auch „Der feinere Pfif“ weisen eine gemeinsame Struktur auf. Sie verstehen die drei Übergangs- bzw. Lichtfadenkapitel als Oberkapitel für jeweils drei ihnen nachgeordnete Abschnitte. XV

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Zusammenfassung

„Oedipus“ ein. Der Protagonist stoischer Lebensführung stellt darin fest, dass ein großer Teil der Wahrheit dem verborgen bleibt, der nicht über einen [inneren] Sehsinn, dies ist seine Vernunft, verfügt. Allein durch sie gelangt der Mensch zu einer wahren Erkenntnis.

Zusätzlich beschreibt von Goue im Fortgang der Vernunft systematisch einen Weg; den Weg eines Suchenden bis hin zu dessen Initiierung in den Bund der Freimaurer. Es ist die geistige Arbeit am Symbol, die ihn zu einer wahrhaft freimaurerischen Haltung und ebenso zu freimaurerischen Tugenden zu führen vermag.

Handelt der „hoeere Ruf“ noch von einer ungeteilten theoretischen und zugleich praktischen Vernunft, die zur Wahrheitserkenntnis führen kann, so bleibt sie in der Parallelschrift des „­feineren Pfifs“ von Ferdinand Opi(t)z auf das sinnlich Erfahrbare verwiesen. Dem Rationalismus von Goues ­descartscher Prägung steht ein in sich geschlossenes System des angelsächsischen Empirismus gegenüber.

Beide Schriften werden in der vorliegenden Untersuchung vom Autor aus ihrer kryptischen Verschlüsselung herausgeführt, in eine jedermann verständ­liche Sprache transferiert und synoptisch kommentiert.