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Siegfried Guido Dahl

Der hoeere Ruf und Der feinere Pfif, page I - X

Kommentierte Synopse der Schriften des August Siegfried von Goue und  des Ferdinand Opiz

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4236-6, ISBN online: 978-3-8288-7146-5, https://doi.org/10.5771/9783828871465-I

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Philosophie, vol. 31

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
WISSENSCHAFTLICHE BEITRÄGE AUS DEM TECTUM VERLAG Reihe Philosophie WISSENSCHAFTLICHE BEITRÄGE AUS DEM TECTUM VERLAG Reihe Philosophie Band 31 Siegfried Guido Dahl Der hoeere Ruf und Der feinere Pfif Kommentierte Synopse der Schriften des August Siegfried von Goue und des Ferdinand Opiz Tectum Verlag Siegfried Guido Dahl Der hoeere Ruf und Der feinere Pfif Kommentierte Synopse der Schriften des August Siegfried von Goue und des Ferdinand Opiz Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag; Reihe: Philosophie; Bd. 31 © Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2018 ePDF: 978-3-8288-7146-5 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Werk unter der ISBN 978-3-8288-4236-6 im Tectum Verlag erschienen.) ISSN: 1861-6844 Umschlaggestaltung: Tectum Verlag, unter Verwendung des Bildes #1034365027 von Dean Drobot www.shutterstock.com Alle Rechte vorbehalten Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen National¬bibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. Joachim Froegel Freund, Kumpane, Kämpe Vorwort Der unbefangene Leser stutzt beim Versuch einer ersten Lektüre der vorliegenden Schrift „Der hoeere Ruf“ des August Siegfried von Goue. Ähnliches wird ihm auch bei dem ihr gegenübergestellten Werk „Der feinere Pfif“ von Johann Ferdinand Opi(t)z widerfahren. Allerdings kann er sich vorher im 13. Buch von Goethes „Dichtung und Wahrheit“ informieren, dass es sich bei ersterer um die Schrift eines seltsamen Ordens handelt, „welcher philosophisch und mystisch sein sollte und keinen eigentlichen Namen hatte.“ Nicht von ungefähr bedient sich der Dichterfürst des Konjunktivs, denn er fährt wenig später fort, dass „nicht nur eine Spur von Zweck hinter diesen Hüllen zu finden war.“ So mag sich der Leser den Kopf zerbrechen über einen höchst unverständlichen und ebenso unerklärlichen Text von 1768 und seiner erneuten Auflage von 1769. In der Summe bilden beide Schriften gemeinsam jenes Rätselbuch aus der Zeit der Aufklärung, das dieser neuerlichen Darstellung zugrunde liegt. Will er sich dennoch nicht zum Narren machen, muss ihm bei seinen Verstehens- und Deutungsbemühungen zunächst ein Ahnen beflügeln, welches hinter beiden Schriften einen realen Sinn vermutet, ein vorerst noch dunkles Geheimnis, das es mit großer Geduld und Phantasie, der „Fähigkeit zu freispielendem Verbinden von Vorstellungsinhalten“ zu enträtseln gilt. Dabei entnimmt sie „ihren Stoff den Gedächtnisspuren, kombiniert ihn aber frei zu neuen Formen“ (Walter Brugger, Philosophisches Wörterbuch). Keineswegs geht es dabei einzig um ein „Sichbewegen im Raum der Wortsprache“ (Herbert Schnädelbach), sondern auch um das Sichbewegen in einem Symbolsystem, das in praktischer Hinsicht den Menschen auch als potentiellen wie aktuellen Freimaurer zu charakterisieren vermag. Goethes Urteil über die Schrift übernimmt auch H. Gloel, der im „Feineren Pfif“ eine Parodie des „Hoeeren Rufs“ vermeint und ihm jede Ernsthaftigkeit abspricht: „Es ist ganz zwecklos, überhaupt einen Sinn in diesem Schriftchen zu suchen, da keiner darin sein soll. Es ist das Werk eines Spaßvogels, der sich über den höheren Ruf lustig machen will, indem er das Abenteuerliche des Ordensbuches noch übertreibt. Dahin gehören Aussprüche wie ‚der Seer ist blind, der Blinde sit‘ und Ausdrücke wie ‚Welokungslibarkeitssame‘, ‚Hinquatschung‘‚ Widerhallstimmlosigkeitsstand‘ ‚truigpippingebaerend‘.“ Neben der Einführung Gloels von 1917 verzeichnete die Buchöffentlichkeit 80 Jahre später eine erneute Textlegung mit Illustrationen von Silke Voigt aus der Edition Peperkorn von 1997, die auf der Grundlage der Arbeit von H. Gloel entstand. Ähnlich wie dieser zuvor bei der Beurteilung des „Feineren Pfif“ kommt Günter Peperkorn dort in seinem Nachwort zu dem Schluss, dass es der Mystizismus des Höheren Rufs „so weit getrieben [habe], daß zahlreiche Begriffe und Wendungen sowohl für den damaligen wie heutigen Leser unerklärlich bleiben müssen.“ Auch führt die Wissensbank des Goethezeitportals in der Abteilung „Künstler und Denkerenzyklopädie“ einiges Interessantes über August Siegfried von Goue auf. Im Jahr 2015 ist die Untersuchung „Freimaurerei in der frühen Aufklärungszeit – Bildungstheoretische Ansätze und Kontroversen“ im Tectum Verlag, Marburg, erschienen. In ihr hat der Unterzeichner erstmals eine gängige Übertragung beider Texte in ver- VII stehbares Deutsch sowie eine Interpretation ihres philosophischen Gehalts geleistet. Dieser bezieht sich zum einen auf das System des kontinentalen Rationalismus, zum anderen auf das des Empirismus, vornehmlich auf den englischen Inseln zu Hause. Die Ergebnisse der genannten Untersuchung liegen der hier vorgestellten Interpretation beider Schriften zugrunde. Sie sind erneut durchdacht, ausformuliert und um ein Erhebliches übersichtlicher gestaltet worden. Manches ist dabei lediglich übernommen, manches bezieht sich zuweilen expressis verbis auf vorgenannte Untersuchung. Beide Schriften bilden weiterhin die Textgrundlage dafür, den Erkenntniszugewinn des Menschen in der Aufklärungszeit als Ariadnefaden sukzessive nachzuzeichnen. In einem ersten Teil werden beide Texte in ihrer wortgetreuen Fassung sowie in deren „Übersetzung“ einander gegenübergestellt und in notwendigen Anmerkungen erläutert. Die Synopse folgt einer Systematik von links bzw. rechts außen nach innen, sodass die Textübertragung der jeweiligen Abschnitte die Mitte bildet; ganz außen, rechts wie links, sind die Anmerkungen gestellt. Notwendige Worttrennungen in beiden Schrifttexten sind ihrer systematischen Gegenüberstellung geschuldet. Ein zweiter Teil versteht sich dann als ein etwas breiter angelegter Kommentar zum Text. Vorwort VIII Inhaltsverzeichnis Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . XI Zeit und Umstände zur Entstehung des „Hoeeren Rufs“ in seinem Wetzlarer Umfeld; seine Konzeption und Mitverfasser . . . . . . . . . . . . . . . 1. XIII „Der feinere Pfiff“, „Das parallele Kryptogramma“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2. XV Titelblatt des „Hoeeren Rufs“ und des „Feineren Pfifs“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3. 1 Teil I . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 Synopse beider Schriften einschließlich der Ergänzungsabschnitte und ihr Transfer in eine verstehbare Sprache nebst notwendiger Anmerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4. 3 Titel des „Hoeeren Rufs“ und des „Feineren Pfifs“ in synoptischer Übersicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5. 5 Kommentar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Teil II 53 Grußwort der 2. Ausgabe von 1769: „Zueignung an di Erhabne Mitglider unsrer Geselschaft“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.1 53 Vorrede zum „Feineren Pfif“ (der 2. Ausgabe des „Hoeeren Rufs“ beigefügt) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.2 53 Verflechtung von Naturwissenschaft und Philosophie im System des René Descartes (1596–1650) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.3 55 Die Auflösung der „metaphysischen Physik“ des René Descartes; das Konzept empiristischer Naturwissenschaft des Isaac 6.4 55 Newton (1642–1727) und die empiristische Erkenntnistheorie des John Locke (1632– 1704) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Übergänge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.5 58 Lichtfäden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.6 58 Die Übergangsstadien auf dem Weg zur Vernunfterkenntnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.7 60 Die Lichtfadenstrecke von der „tabula rasa“ bzw. vom „white paper“ zum Wahrheitsurteil . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.8 60 Kapitelüberschriften in beiden Schriften und ihre methodische Bedeutung für das Gesamtwerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6.9 61 Der Übergang von der traditionellaristotelischen Scholastik zur „ersten Philosophie“ des René Descartes . . . . . . . . . . . . . . . . 7.1 63 Die Lichtfadenstrecke von der sinnlichen Wahrnehmung bis zum Erkenntnisurteil . . . . . 7.2 63 Triade 1, Kap. 4–6 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7.3 67 Triade 1, Kap. 4–6 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7.4 67 Triade 2, Kap. 7–9 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7.5 68 Triade 2, Kap. 7–9 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7.6 68 Triade 3, Kap. 10–12 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7.7 70 Triade 3, Kap. 10–12 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7.8 70 Auf dem Weg der „königlichen Kunst“: Vom Suchenden zum Neophyten, Kap. 1– 12 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7.9 72 Ergänzungsabschnitt 2, Kap. 12 a der 2. Auflage des „Hoeeren Rufs“:Das Amt eines Tilgmans . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8. 75 Kap. 13–16: Von der Weisheit Buch, dem Messer, der Höhle und der Binde des Weisen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9.1 76 IX Kap. 13–16: Von der Harmonie Leerton, dem Pfeifchen, der Wohnung und dem Stab des Harmonischen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9.2 76 Ergänzungsabschnitte 3–5, Kap. 16 a, 16b, 16 c der 2. Auflage des „Hoeeren Rufs“:Der Mantel, das Holz und der Stab des Weisen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10. 78 Kap. 17: Das Spil des Weisen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .11.1 79 Kap. 17: Die Jagd des Harmonischen . . . . . . . . .11.2 79 Kap. 18: Speise des Weisen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .12.1 80 Kap. 18: Schlaf des Harmonischen . . . . . . . . . . . . .12.2 80 Ergänzungsabschnitte 6–7, Kap. 18 a und 18b der 2. Auflage des „Hoeeren Rufs“: Der Umgang mit Tiren / Das Nachtlager des Weisen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13. 81 Kap. 19: Ruistung zur Betrachtung . . . . . . . . . . . . .14.1 82 Kap. 19: Erhebung zum Gesange . . . . . . . . . . . . . . . .14.2 82 Kap. 20: Tagesseufzer des Weisen . . . . . . . . . . . . . . .15.1 84 Kap. 20: Gebaet des Harmonischen . . . . . . . . . . . .15.2 84 Ergänzungsabschnitte, Kap. 20 a bis 20 g der 2. Auflage des „Hoeeren Rufs“ . . . . . . . . . . . . 16. 86 Ergänzungsabschnitte 20 a, 20b, 20 c und 20d: Vom Stultorum plena sunt omnia; Von der Wurmlichkeit des Leibes; Von der Beposaunung; Die zweite Posaune . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16.1 87 Ergänzungsabschnitte 20 e, 20 f und 20 g: Von der Entwurmigung; Von unbeleibten Wesen; Di Anklamrung an der Ewigkeit Saeule . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16.2 89 Schlussbetrachtung: Auf welche Weise zur wahren und richtigen Erkenntnis gelangen? . . . . . . . . 91 Literaturverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93 Inhaltsverzeichnis X

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

„Oedipus“ ein. Der Protagonist stoischer Lebensführung stellt darin fest, dass ein großer Teil der Wahrheit dem verborgen bleibt, der nicht über einen [inneren] Sehsinn, dies ist seine Vernunft, verfügt. Allein durch sie gelangt der Mensch zu einer wahren Erkenntnis.

Zusätzlich beschreibt von Goue im Fortgang der Vernunft systematisch einen Weg; den Weg eines Suchenden bis hin zu dessen Initiierung in den Bund der Freimaurer. Es ist die geistige Arbeit am Symbol, die ihn zu einer wahrhaft freimaurerischen Haltung und ebenso zu freimaurerischen Tugenden zu führen vermag.

Handelt der „hoeere Ruf“ noch von einer ungeteilten theoretischen und zugleich praktischen Vernunft, die zur Wahrheitserkenntnis führen kann, so bleibt sie in der Parallelschrift des „­feineren Pfifs“ von Ferdinand Opi(t)z auf das sinnlich Erfahrbare verwiesen. Dem Rationalismus von Goues ­descartscher Prägung steht ein in sich geschlossenes System des angelsächsischen Empirismus gegenüber.

Beide Schriften werden in der vorliegenden Untersuchung vom Autor aus ihrer kryptischen Verschlüsselung herausgeführt, in eine jedermann verständ­liche Sprache transferiert und synoptisch kommentiert.