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Vorwort des Autors in:

Bashar Shammout

Digitale Erhaltung des auditiven und visuellen Kulturerbes Palästinas, page 11 - 12

Grundlagen und Perspektiven

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4217-5, ISBN online: 978-3-8288-7138-0, https://doi.org/10.5771/9783828871380-11

Series: KONTEXT Kunst - Vermittlung - Kulturelle Bildung, vol. 18

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
11 Vorwort des Autors Die vorliegende Arbeit entstand aus persönlichem Interesse und dem Bedürfnis, einen wissenschaftlich gestützten Beitrag zur Erhaltung des palästinensischen audiovisuellen Kulturerbes zu leisten. Sie basiert oft auf Erkenntnissen und Hinweisen, die aus vielen direkten Gesprächen, Diskussionen und Informationen aus erster Hand gewonnen wurden, kombiniert mit meinen Fachkenntnissen aus einer langjährigen Tätigkeit im Bereich der digitalen audiovisuellen Archivierung. Mit dieser Studie erhoffe ich mir, eine ausreichende Grundlagenforschung betrieben zu haben, die für weitergehende wissenschaftliche Studien und Forschungen von gutem Nutzen sein kann. An dieser Stelle möchte ich mich bei Frau Prof. Dr. Jutta Ströter-Bender von ganzem Herzen bedanken, die mir den Weg ebnete, dieses Thema mit ihrem Rat und ihrer akademischen Unterstützung an der Seite zu erforschen und zur erfolgreichen Promotion zu bringen. Ich möchte mich auch bei Herrn Prof. Dr. Wolfgang Bender bedanken, mit dem mich nicht nur das gemeinsame Interesse zum Erkunden alter Musikschätze verbindet, sondern auch für seine wichtigen und sachlichen Ratschläge für die Erstellung meiner Dissertation. Bedanken möchte ich mich auch bei meinem lieben Freund Herrn Stephan Wilms, der mir mit seiner hochgeschätzten Rechtschreibkorrektur und sprachlichen Ausdrucksweise bei der Erstellung dieser Arbeit stets zur Seite stand. Meinen lieben Eltern, der Künstlerin Tamam el Akhal und dem 2006 verstorbenen Künstler Ismail Shammout, möchte ich diese Arbeit widmen. Als Jugendliche haben beide viel gelitten und wurden 1948 aus ihren Heimatorten Jaffa und Lydda zwangsvertrieben. In den Jahrzehnten danach in der Diaspora widmeten sie ihr ganzes künstlerisches Schaffen der palästinensischen Würde und der Sehnsucht nach Rückkehr und prägten damit die moderne palästinensische Kunst- und Kulturszene maßgeblich. Ohne die vielen Erinnerungen und Geschichten, die sie mir in den vielen Jahren seit meiner Kindheit mitgegeben haben, würde ein wichtiger Teil in dieser Studie fehlen. Bashar Shammout Januar 2018

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Zusammenfassung

Palästina gehörte schon immer zu den Regionen, die im Zentrum des weltlichen Geschehens standen. Es gehört somit schon seit den ersten Tagen der Fotografie zu den visuell am meisten dokumentierten Gebieten weltweit. Auch kulturell und musikalisch war Palästina schon immer ein Knotenpunkt, an dem sich europäische wie orientalische Musikkulturen kreuzten. Doch die gravierenden politischen Veränderungen des Jahres 1948 brachten das rege kulturelle Leben völlig aus dem Gleichgewicht.

Im Schatten des politischen Widerstandes der Palästinenser*innen nach 1948 und mit der rasanten Verbreitung der audiovisuellen Medien in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielten diese Veränderungen eine Schlüsselrolle. Es entstand in den 1960er- und 70er-Jahren eine Menge an audiovisuellem Material, das größtenteils in Beirut produziert und gelagert wurde. Nach dem Einmarsch der israelischen Armee im Jahr 1982 in den Libanon verschwand dieses riesige Erbe fast gänzlich – bis heute!

Was ist also mit den vielen Fotografien, Musikaufnahmen und Filmrollen passiert? Wo sind diese heute zu finden, und sind sie überhaupt zugänglich?

Erstaunlicherweise haben sich Europa und besonders Deutschland während dieser Studie als eine wahre Fundgrube für das palästinensische audiovisuelle Erbe erwiesen. Dank ausgereiftem Archivierungsfachwissen und der Wertschätzung vieler europäischer Institutionen konnte ein Großteil des palästinensischen Kulturerbes wiedergefunden werden. Doch die Suche muss weitergehen.

Bashar Shammouts Buch zählt zu den ersten wissenschaftlichen Studien, die sich mit dem Entstehen, dem Verbleib und der digitalen Erhaltung dieser Inhalte auseinandersetzen.