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Bashar Shammout

Digitale Erhaltung des auditiven und visuellen Kulturerbes Palästinas, page 1 - 8

Grundlagen und Perspektiven

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4217-5, ISBN online: 978-3-8288-7138-0, https://doi.org/10.5771/9783828871380-1

Series: KONTEXT Kunst - Vermittlung - Kulturelle Bildung, vol. 18

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
KONTEXT Kunst Vermittlung Kulturelle Bildung KONTEXT Kunst – Vermittlung – Kulturelle Bildung Band 18 Digitale Erhaltung des auditiven und visuellen Kulturerbes Palästinas Grundlagen und Perspektiven von Bashar Shammout Tectum Verlag Bashar Shammout Digitale Erhaltung des auditiven und visuellen Kulturerbes Palästinas Grundlagen und Perspektiven KONTEXT Kunst – Vermittlung – Kulturelle Bildung. Band 18 ePDF: 978-3-8288-7138-0 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Werk unter der ISBN 978-3-8288-4217-5 im Tectum Verlag ersschienen.) ISSN: 1868-6060 Zugl. Dissertation an der Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Paderborn, 2018 Umschlaggestaltung: Tectum Verlag, unter Verwendung von vier Abbildungen: Historisches Familien-Portrait aus der Sammlung des „Family Album Project“ des Palestinian Museum | Ibrahim Hassan Sirhan, erster Palästinensischer Filmemacher | Screenshoot aus dem Film „Glow of Memories“ der Kunst- und Kultur-Sektion der PLO | Baidaphon- Platte (B084582/B084583) des Sängers Rajab Effendi el-Akhal el-Yafawy © Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2018 Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. 5 Inhaltsverzeichnis Seite Vorwort der Herausgeberin Vorwort des Autors Einleitung 9 11 13 1. Die Problemstellung des fragmentierten auditiven und visuellen Erbes Palästinas und die Vision vom grenzüberschreitenden audiovisuellen Netzwerk 21 1.1. Bemühungen zur koordinierten Zusammenarbeit für die Erhaltung des Kulturgutes 21 1.2. Ansätze zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturerbes in Palästina und der Region des arabischen Vorderen Orients 24 2. Das Palestinian Museum und seine Rolle zur digitalen Erhaltung des palästinensischen audiovisuellen Kulturerbes 29 2.1. Entstehungsgeschichte des Museums 30 2.2. Umsetzungsplan des audiovisuellen Archiv-Projekts 32 3. Die Anfänge der einheimischen auditiven und visuellen Aufzeichnung in Palästina bis 1948 35 3.1. Die Bedeutung der frühen Fotografie 35 3.2. Die ersten Fotografen Palästinas 36 3.3. Die ersten bewegten Bildaufnahmen 38 3.4. Die ersten palästinensischen Musikaufnahmen des Labels „Baidaphon“ 43 3.5. Die ersten musikethnologischen Tonaufnahmen Palästinas – die Robert-Lachmmann-Kollektion 55 3.6. Das musikalische Erbe des bürgerlichen Lebens Palästinas vor 1948 57 3.7. Der Einfluss der europäischen Kirchenmusik auf das Musikleben der christlichen Palästinenser 60 3.8. Palestine Broadcasting Service (PBS) – der erste palästinensische Rundfunk und seine Bedeutung für die Verbreitung und Wahrung des musikalischen und sprachlichen Erbes 65 3.9. The Near East Arab Broadcasting Station – der zweite arabischsprachige britische Radio-Sender in Palästina 73 6 4. 1948, die Nakba und die Gefährdung des kollektiven Gedächtnisses 74 4.1. Politische und historische Gegebenheiten der Nach-Nakba-Phase 74 4.2. Manipulation des kollektiven Gedächtnisses – andere Sichtweisen oder beabsichtigte Auslöschung des Gedächtnisses des anderen? 75 4.3. Die erste Künstlergeneration nach der Nakba 79 4.4. Der Beginn des audiovisuellen Kulturschaffens im Schatten des politischen Freiheitkampfes 80 4.4.1. Das Entstehen des politischen PLO-Films 82 4.4.2. Die Politisierung des palästinensischen Liedes außerhalb der besetzten Gebiete 87 4.4.3. Das palästinensische politische Lied unter Besatzung 90 4.4.4. Beitrag anderer arabischer, nicht-palästinensischer Musiker zum musikalischen Erbe Palästinas 91 4.5. Die Auswirkungen des Osloer Friedensabkommens auf das kulturelle Schaffen 92 5. Geraubte auditive und visuelle Inhalte in israelischen Archiven 97 5.1. Hintergrund 97 5.2. Rechtslage aus der israelischen Perspektive für den Umgang mit den in Besitz genommenen Inhalten 99 5.3. Auflistung der wichtigen geraubten Kultursammlungen der Palästinenser in israelischen Archiven 103 5.3.1. Büchersammlungen und Bibliotheken aus Privathäusern in Jerusalem 1948 103 5.3.2. Archiv des Palestinian Broadcasting Service (PBS) 1948 105 5.3.3. Mehrere audiovisuelle Archive der PLO-Institutionen aus Beirut 1982 106 5.3.3.1. Die Palestinian Cinema Institution (PCI) 109 5.3.3.2. Audiovisuelle Sammlung der Kunst- und Kultur-Sektion der PLO 110 5.3.3.3. Sammlung der Volkskunstausstellung der PLO aus Beirut 1982 113 5.3.3.4. Foto- und Filmsammlung der UNRWA 113 5.3.3.5. Filmmaterial des stūdiū aṣṣaḫra (Rock Studio) 115 5.3.3.6. Archiv des Palestinian Research Center der PLO aus Beirut 1982 115 5.3.3.7. Weitere verschwundene Sammlungen aus Beirut 116 5.3.3.8. Archive des Orient House aus Jerusalem 2001 117 7 6. Listen der auffindbaren auditiven und visuellen Sammlungen und Archive 121 6.1. Katalogisierte Sammlungen in amtlichen oder akademischen Archiven 124 6.1.1. Fotosammlung der Palestine Exploration Fund 124 6.1.2. Sammlungen zur Landeskunde Palästinas des Gustaf-Dalman-Instituts 126 6.1.3. Palästina-Sammlung der Library Of Congress 128 6.1.4. Sammlung der historischen Palästinabilder der Theologischen Fakultät an der Humboldt Universität zu Berlin 130 6.1.5. Sammlung der École biblique et archéologique française de Jérusalem 132 6.1.6. Berliner Phonogramm-Archiv 134 6.1.7. Middle East Centre Archive, St Antony’s College, Oxford 136 6.1.8. Sammlung der Arab Image Foundation 138 6.1.9. UNRWA Foto- und Film-Archiv für palästinensische Flüchtlinge 140 6.1.10. Family Album des Palestinian Museum 142 6.1.11. Volksmusiksammlung des Popular Art Centre 144 6.1.12. Archiv des Palestine Studies 147 6.1.13. Historische Tondokumente des Palestine Broadcasting Service beim Sound Archive der British Library 149 6.1.14. Historische Filmdokumente des British Film Institute 151 6.1.15. Audiovisuelles Archiv der Arbeiter- und Demokratiebewegung Italiens (AAMOD) 152 6.1.16. Audio- und Video-Archiv des palästinensischen staatlichen Radios (Voice of Palestine) und des palästinensischen staatlichen Fernsehens (Palestine TV) 154 6.2. Sammlungen, die als Einzelprojekte auf Basis privater oder kleinerer Initiativen entstanden sind und meistens von wenigen engagierten Personen betrieben und finanziert werden 156 6.2.1. AMAR Foundation For Arab Music And Research 156 6.2.2. Musiksammlung der Palestinian Association for Cultural Development NAWA – Ramallah 158 6.2.3. Tonarchiv der Irab Association – Beirut 160 6.2.4. Palestinian Oral History Archive 162 6.2.5. The Palestine Poster Project Archive 164 8 6.3. Kleinere, nichtkatalogisierte aber bedeutende Sammlungen bei kleineren Institutionen, Initiativen oder in Privatbesitz aber bedeutende Sammlungen 167 6.3.1. Die ersten bewegten Bilder in den Beständen der Lobster Films – Paris 167 6.3.2. Ezzedine Kalak historische Postkartensammlung 168 6.3.3. Film-Sammlung von Monica Maurer 169 6.3.4. Foto-Sammlung von Elia Kahvedjian 170 6.3.5. Foto-Sammlung des Fotografen Mahmoud Dabdoub 171 6.3.6. Foto-Sammlung des Fotografen Osama Silwadi 172 6.4. Nutzbarkeit von Internet Open Source-Quellen für das Kulturerbe 173 7. Ansätze zur digitalen Umwandlung und Speicherung auditiver und visueller Inhalte 177 7.1. Die Herausforderungen und Grenzen der derzeitigen technischen Möglichkeiten in Bezug auf auditiven und visuellen Datenbanken 177 7.2. Aktuelle Ton- und Bild-Formate der digitalen Umwandlung 179 7.2.1. Digitale Umwandlungstechniken für Bilder 180 7.2.2. Digitalisierung von Tonaufnahmen 182 7.2.3. Digitalisierung von Film und Video 182 7.3. Metadaten-Strukturen zur digitalen Archivierung auditiver und visueller Inhalte 183 Schlusswort Literatur- und Quellenverzeichnis Abbildungsverzeichnis 188 191 198

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Zusammenfassung

Palästina gehörte schon immer zu den Regionen, die im Zentrum des weltlichen Geschehens standen. Es gehört somit schon seit den ersten Tagen der Fotografie zu den visuell am meisten dokumentierten Gebieten weltweit. Auch kulturell und musikalisch war Palästina schon immer ein Knotenpunkt, an dem sich europäische wie orientalische Musikkulturen kreuzten. Doch die gravierenden politischen Veränderungen des Jahres 1948 brachten das rege kulturelle Leben völlig aus dem Gleichgewicht.

Im Schatten des politischen Widerstandes der Palästinenser*innen nach 1948 und mit der rasanten Verbreitung der audiovisuellen Medien in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielten diese Veränderungen eine Schlüsselrolle. Es entstand in den 1960er- und 70er-Jahren eine Menge an audiovisuellem Material, das größtenteils in Beirut produziert und gelagert wurde. Nach dem Einmarsch der israelischen Armee im Jahr 1982 in den Libanon verschwand dieses riesige Erbe fast gänzlich – bis heute!

Was ist also mit den vielen Fotografien, Musikaufnahmen und Filmrollen passiert? Wo sind diese heute zu finden, und sind sie überhaupt zugänglich?

Erstaunlicherweise haben sich Europa und besonders Deutschland während dieser Studie als eine wahre Fundgrube für das palästinensische audiovisuelle Erbe erwiesen. Dank ausgereiftem Archivierungsfachwissen und der Wertschätzung vieler europäischer Institutionen konnte ein Großteil des palästinensischen Kulturerbes wiedergefunden werden. Doch die Suche muss weitergehen.

Bashar Shammouts Buch zählt zu den ersten wissenschaftlichen Studien, die sich mit dem Entstehen, dem Verbleib und der digitalen Erhaltung dieser Inhalte auseinandersetzen.