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VII Personen in:

Jürgen Handke

Humanoide Roboter, page 203 - 206

Showcase, Partner und Werkzeug

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8288-4250-2, ISBN online: 978-3-8288-7135-9, https://doi.org/10.5771/9783828871359-203

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
203 VII Personen Die folgende Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie stellt Persönlichkeiten vor, die im Zusammenhang mit der Robotik und insbesondere mit den Projekten H.E.A.R.T. und Robo- PraX eine zentrale Rolle spielen. Isaac Asimov war ein russisch-amerikanischer Bio-Chemiker und berühmter Science-Fiction-Autor, der besonders durch seine Werke über die Robotik Bekanntheit erlangte. Gemeinsam mit John W. Campbell jr. formulierte er die sogenannten „Roboter-Regeln“: 1. Ein Roboter darf einem menschlichen Wesen keinen Schaden zufügen oder durch Untätigkeit zulassen, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird. 2. Ein Roboter muss den Befehlen gehorchen, die ihm von Menschen erteilt werden, es sei denn, dies würde gegen das erste Gebot verstoßen. 3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange solch ein Schutz nicht gegen das erste oder zweite Gebot verstößt. Asimov beschränkte sich jedoch nicht nur auf das Gebiet der Robotik in seinen Werken, sondern verfasste unter anderem auch weitere wissenschaftliche Werke über die Bio-Chemie, in der er 1948 seinen Doktortitel erlangte. Cynthia Breazeal ist Dozentin der Medienkunst und Wissenschaft am Medieninstitut des Massachusetts Institute for Technologies (MIT) und hat dort ebenso die Personal Robots Group gegründet, mit deren Hilfe sie Themen der Sozialen Robotik und deren Einfluss auf das menschliche Leben erforscht. Außerdem hat sie die Firma Jibo, Inc. gegründet, die den ersten Familienroboter entwickelt hat. Sie ist Pionierin der Sozialen Robotik und der Mensch- Roboter-Interaktion und beschäftigt sich besonders mit Themen rund um Autonome Robotik, Künstliche Intelligenz, Mensch- Roboter-Interaktion und Robot Learning. Breazeal hat ihren Bachelor of Science in Elektro- und Computer-Ingenieurswissenschaften 1989 an der University of California erlangt und anschließend ihren Master und Doctor of Science am MIT in Elektroingenieurswissenschaften und Informatik abgeschlossen. David Hanson ist der Gründer von Hanson Robotics, einer Firma, die sich besonders auf das ästhetische Erscheinungsbild von Robotern und Androiden spezialisiert. Hanson weist ein breites Spektrum von Fähigkeiten und Tätigkeiten auf. Von Designtätigkeiten für Disney bis hin zu dem Besitz einer eigenen Robotik Firma: Han- 204 Personen son ist dafür bekannt, die menschlichsten Androiden herzustellen. Hierbei beschäftigt er sich besonders mit ästhetischen Aspekten des Roboterdesigns, aber auch mit der Mensch-Roboter-Interaktion und Machine Learning, sodass der Android nicht nur lebensecht aussieht, sondern sich auch so verhält. Hiroshi Ishiguro ist ein japanischer Robotiker, der sich auf den Bau und die Erforschung von Androiden, besonders Geminoiden, spezialisiert hat. Seine Motivation ist es, durch den Bau von menschen- ähnlichen Robotern den Menschen selbst besser zu verstehen. Außerdem untersucht er die Mensch-Roboter-Interaktion und sein Ziel ist es, die Roboter so gut wie möglich einem Menschen nachempfunden zu bauen, sodass man idealerweise den Menschen kaum noch vom Roboter unterscheiden kann. Sein Forschungsinstitut Intelligent Robotics Laboratory ist an der Universität Osaka in Japan angesiedelt und einige seiner Androiden können bereits in Museen bewundert werden. Raymond Kurzweil ist ein US-amerikanischer Schriftsteller und Erfinder, Leiter der technischen Entwicklung bei Google und Pionier in der Spracherkennung und Sprachverarbeitung. Angefangen mit seiner Firma Kurzweil Music Systems, die er 1983 gründete, begann er, neuartige und hochwertige Synthesizer herzustellen. Außerdem entwickelte er die sogenannte „Reading Machine“, die ein Novum der Sprachausgabe und Textverarbeitung darstellte und erhebliche Fortschritte in Sprachsystemen für Menschen mit Sehbehinderung hervor- 205 Personen brachte. Kurzweil ist außerdem bekannter Pionier des Transhumanismus; er glaubt, dass die Menschheit in den nächsten 30 Jahren eine erhebliche Zunahme der informationstechnologischen Entwicklung erfahren und somit eine Singularität erlangen wird, die eine künstliche Intelligenz und somit eventuelle Unsterblichkeit hervorbringt. Kurzweil wurde bereits von mehreren Präsidenten geehrt und hat mehr als 20 Ehrendoktortitel verliehen bekommen. Masayoshi Son gründete 1981 das Unternehmen SOFTBANK Corp. (jetzt SoftBank Group Corp.) und wurde so der reichste Mann Japans. Innerhalb kürzester Zeit baute er sich ein globales Internetimperium auf, das diverse Mobilfunknetze in den USA und Japan beherrscht. Erst kürzlich erfüllte Son sich dann seinen Kindheitstraum: er möchte seine Firma zu einem führenden Anbieter von intelligenten Systemen und Maschinen machen. Mit dem Kauf des französischen Roboterherstellers Aldebaran im Jahr 2012 begann so die Herstellung von humanoiden Robotern und der Roboter Pepper wurde 2015 erstmals vorgestellt. Mit dem kürzlichen Kauf der Firma Boston Dynamics von Google möchte Son die Robotik noch weiter ausbauen und plant, innerhalb der nächsten 30 Jahre die Robotik als Kerngeschäft der Soft- Bank Group Corp. anzusiedeln. 206 Personen

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Abstract

Humanoid robots are spreading into more and more areas of daily life. But what tasks do they perform and how can they provide us with useful support, especially in educational contexts?

In his introductory book, the German digital pioneer, Prof. Dr. Jürgen Handke, manager of the two well-known robot projects H.E.A.R.T. and RoboPraX, shows how humanoid robots can be used in an increasingly digital world: as simple showcases, as partners in various areas of life, especially in education, or as tools for acquiring and consolidating digital skills. Beyond these applications, the book provides an overview of humanoid robots and a discussion of the challenges of using them in the context of everyday life.

Zusammenfassung

Humanoide Roboter verbreiten sich in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Doch welche Funktionen übernehmen sie dabei im Einzelnen? Was können sie für uns leisten und wie können sie speziell das Lehren und Lernen in einer digitalen Welt sinnvoll unterstützen?

Der deutsche Digital-Pionier Prof. Dr. Jürgen Handke, Leiter der Projekte H.E.A.R.T. und RoboPraX, zeigt in seinem einführenden Buch, wie humanoide Roboter gewinnbringend eingesetzt werden können, und diskutiert die verschiedenen Möglichkeiten der Nutzung durch uns Menschen: von einfachen Showcase-Anwendungen über den Einsatz als Partner in verschiedenen Lebensbereichen, speziell in der Bildung, bis hin zur Nutzung als Werkzeug zur Erlangung und Festigung digitaler Kompetenzen.