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Glossar in:

Bernard Bernarding

Und Anna seufzte zum Himmel empor, page 235 - 238

Warum der liebe Gott manchmal böse und die Bibel schier unglaublich ist

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4235-9, ISBN online: 978-3-8288-7133-5, https://doi.org/10.5771/9783828871335-235

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Glossar Agnostiker: jemand, der nicht an Gott glaubt, die Möglichkeit einer göttlichen Existenz aber auch nicht bestreitet Allegorie: bildliche Darstellung eines (abstrakten) Sachverhalts Anthropogenese: stammesgeschichtliche Entwicklung des Menschen Anthropologie: Wissen(schaft) vom/über den Menschen apodiktisch: unwiderlegbar, felsenfest Apokryphen: antike Schriften/Evangelien, die nicht in den Kanon der Kirche/n aufgenommen wurden Apologeten: Verteidiger der (christlichen) Lehre Apotheose: Verherrlichung, Vergöttlichung (eines Menschen) Arianismus: Streit in der Frühkirche, ob Jesus göttlich oder nur gott- ähnlich ist Axiom: Grundsatz, der als wahr gilt und nicht begründet werden muss Biogenese: Das Entstehen von Leben aus einem existierenden Organismus Blasphemie: Gotteslästerung Christologie: Lehre über die Bedeutung und die Person Jesu von Nazareth Deismus: der Glaube an Gott als Schöpfer der Welt, der aber nicht in das Geschehen eingreift. Deisten sind kritische Gläubige, die nicht an Wunder glauben und die „Offenbarung“ ablehnen Deuteronomium: „zweites Gesetz“ = das fünfte Buch Moses Deuteropaulinen: Die nicht echten Paulus-Briefe, z.B. an die Kolosser Distinktion: Abgrenzung (von einer sozialen Schicht) Elohist: Autor(en) des Alten Testaments, der den Namen Elohim für Gott gebrauchte Entität: philosophischer Sammelbegriff für Ding, Substanz, etwas Seiendes Enzyklika: belehrendes, ermahnendes, erklärendes Schreiben des Papstes an die Gläubigen 235 Eschatologie: Lehre von den letzten Dingen, Vollendung der Schöpfung Etymologie: Herkunft, Geschichte (und Bedeutung) eines Wortes Evolution: Die allmähliche, natürliche Entwicklung einer Population Gnosis: (=Erkenntnis). Religiöse Lehre verschiedener Strömungen in der Antike, die den Gnostikern („Erkennenden“) vorbehalten war Häresie: Abweichung vom Glauben heuristisch: analytisches Verfahren, mit begrenzten Mitteln zu einem guten Ergebnis zu kommen Hominiden: Menschenaffen homo sapiens: der aufrecht gehende, „weise“ (denkende) Mensch Ikone: Kult- oder Heiligenbild, Typus einer Figur Jahwist: Autor(en) des Alten Testaments, der den Namen Jawhe für Gott benutzte Kanon: Maßstab, Richtschnur. Bezeichnet in der Religionswissenschaft eine festgelegte Zusammenstellung bestimmter Schriften Klerus: Gesamtheit der Angehörigen eines geistlichen Standes konstantinische Wende: Prozess ab dem Jahr 313, ausgelöst durch Kaiser Konstantin, der das Christentum legitimierte konstitutiv: elementar, wesentlich Konvertieren: Umkehren, einer anderen Religion beitreten Kreationist: Jemand, der buchstäblich glaubt, was in der Bibel steht Literalsinn: Der wörtliche Sinn eines Textes Logos: (breitgefächerte Bedeutung) Wort, Sinn, Lehre, Rede, Vernunft Manichäismus: Offenbarungsreligion der Spätantike mit gnostischen Einflüssen Metaphysik: griech. jenseits der Natur. Philosophische Lehre, die sich mit dem Nicht-Erfahrbaren, Nicht-Erkennbaren befasst und nach den letzten Dingen fragt Mutation: (spontane) Veränderung (des Erbguts) Neuplatonismus: wichtig(st)e philosophische Lehre der Antike, wonach „das Eine“ (z.B. Gott) das oberste Prinzip ist, aus dem sich alles ableitet Oxymoron: Widerspruch in sich Glossar 236 Pantheismus: Lehre, wonach Gott alles ist – also die gesamte Natur Paradigma: Muster, Beispiel, grundsätzliche Denkweise Parameter: Kenngröße, Regelsystem, Eigenschaft Patristik: Wissenschaft (und Zeit) der Kirchenväter Pelagianismus: Lehre (nach dem irischen Mönch Pelagius), wonach der Mensch nicht mit der Erbsünde belastet ist Pentateuch: „fünf Schriftrollen“, die fünf Bücher Moses = Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri, Deuteronomium Placebo: Arznei, die keine Wirkmittel enthält, Scheineffekt polymorph: vielgestaltig Prädestination: Vorherbestimmung des Menschen (von Anfang an) Präexistenz: Lehre, wonach Jesus „schon immer“ existiert habe Prüderie: Empfindliche (und rückständige) Einstellung gegenüber Sitte/Moral Ptolemäisches Weltbild: antike Auffassung, wonach die Erde der Mittelpunkt des Universums ist Redundanz: Überfluss, (unnötige) Wiederholung Rezeption: die (geistige) Aufnahme und Verarbeitung von etwas sakrosankt: unantastbar, hochheilig Säkularisation: Verweltlichung Scholastik: Strömung im Mittelalter, schwierige (religiöse) Fragen durch eine bestimmte Beweisführung – z.B. These, Antithese, Synthese – und Diskussion zu lösen Soteriologie: Lehre von der Erlösung des Menschen Talmud: jüdische Gesetzessammlung plus Kommentierung Tanach: die fünf Bücher Moses und weitere jüdische Schriften Theismus: Lehre, wonach ein (transzendenter) Gott existiert und lenkend in die Geschicke der Welt eingreift Theodizee: (die Frage/das Problem der) Gerechtigkeit Gottes Thora: Anweisung, Vorschrift = die fünf Bücher Moses = 1. Teil des Tanach = Pentateuch Transsubstantiationslehre: (umstrittene) Lehre, wonach Brot und Wein in der Hl. Messe real zu Leib und Blut Christi umgewandelt werden Transzendenz: Übernatürlichkeit, jenseits der menschlichen Sinneswahrnehmung Trinität: Dreifaltigkeit Gottes – Vater, Sohn und Hl. Geist Glossar 237

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Zusammenfassung

Fromme Christen und Theologen müssen tapfer sein, wenn sie dieses Buch lesen. Der Autor analysiert und kommentiert die Bibel mit einem neuen Ansatz und kommt dabei zu verblüffenden Erkenntnissen. Er porträtiert die wichtigsten Figuren des Alten und Neuen Testaments, beschreibt die zum Teil grotesken Widersprüche der „Heiligen Schrift“ und führt gleich mehrere Gründe an, warum Jesus mit großer Wahrscheinlichkeit verheiratet war. Seine Bewertung der Offenbarung und der Theodizee (Gerechtigkeit Gottes) ist ebenso spannend wie die unglaubliche Geschichte von der Lustfeindlichkeit des Christentums. Am Schluss des Buches legt der Autor dar, warum „Gott“ aber trotz aller Ungereimtheiten sowie der weiter zunehmenden Säkularisierung der Gesellschaft 4.0 nicht „sterben“ kann.