Content

1. Zwischen Mädchenzeichnung und jugendkulturellem Ausdruck in:

Eva Miriam Capell

Zur Globalisierung der Mädchenzeichnung - die Kreativserie Topmodel, page 9 - 14

Eine aktuelle Untersuchung in deutschen und französischen Fanforen

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4215-1, ISBN online: 978-3-8288-7120-5, https://doi.org/10.5771/9783828871205-9

Series: KONTEXT Kunst - Vermittlung - Kulturelle Bildung, vol. 17

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
9 1. Zwischen Mädchenzeichnung und jugendkulturellem Ausdruck […] Mit dem steten Wandel unserer Gesellschaft verändert sich […] die heutige Kindheit und Jugend – das heißt, es verändern sich auch die kindlichen und jugendkulturellen Ausdrucksformen. Nicht nur die Medien prägen Lebensgewohnheiten, auch verschiedene gesellschaftliche Bedingungen führen zu neuen Lebensentwürfen und veränderten Kindheitserfahrungen. Versteht man die Kinder- wie auch die Jugendzeichnung als Aneignung, Verarbeitung und Darstellung von Lebensgeschehen sowie als Ausdruck interner Lebensentwürfe, wird deutlich, dass auch die Zeichnung von Kindern und Jugendlichen einem kulturellen Wandel unterliegt und immer weiterer Untersuchung bedarf.1 Insbesondere in den letzten dreißig Jahren hat die Kinder- und Jugendzeichnung enorme Veränderungen in Bezug auf die ästhetische Qualität, aber auch in Hinblick auf die Verlagerung von Methoden und Techniken erfahren. Dass die Gründe für diese Veränderungen vielfältig sind und sich aus einem komplexen Gefüge unterschiedlichster Faktoren zusammensetzen, stellt Wiegelmann-Bals in einer Studie zum historischen Vergleich von Kinderzeichnungen heraus. Ihr Forschungsvorhaben umfasste den Vergleich von Kinderzeichnungen 10- bis 13-jähriger Mädchen und Jungen aus den 60er und 70er Jahren sowie Zeichnungen aus den Jahren 1999–2002.2 Grundlegende Veränderungen der Zeichnungen ließen sich mit Blick auf Bildkomposition, Raumorganisation und Farbkonzepte beobachten. Neben komplexeren und differenzierteren Bildkompositionen und einer ausgeprägteren Flächentiefe ließ sich in den bildnerischen Kompositionen älteren Datums ein stärkerer Ausdruckswert durch Farbgebungen und Farbkombinationen beobachten. Generell kann in Bezug auf die prozessuale Zeichentätigkeit der Kinder die Vermutung formuliert werden, dass diese vor etwa 35 Jahren beim Anfertigen der hier vorliegenden Arbeiten konzentrierter und ausdauernder bildnerisch gearbeitet haben. Die dadurch intensivere inhaltliche und formal zeichnerische Auseinandersetzung manifestiert sich in komplexeren und differenzierteren Bildkompositionen.3 Wie bereits erwähnt, stellt neben den soziokulturellen Einflüssen im Allgemeinen die zunehmende Etablierung der Medien im Alltag der Kinder und Jugendlichen einen wesentlichen Faktor für die Veränderung von Kindheit und damit auch für die Veränderung von Kinder- und Jugendzeichnungen dar.4 Wiegelmann-Bals macht für die Veränderung der Kinderzeichnung 1 Kirchner, Constanze; Kirschenmann, Johannes; Miller, Monika: Forschungsstand und Forschungsperspektiven zur Kinder- und Jugendzeichnung. In: Kirchner, Constanze (Hrsg.) (u. a.): Kinderzeichnung und jugendkultureller Ausdruck. Forschungsstand – Forschungsperspektiven. München: Kopaed, 2010. S. 9. 2 Vgl. Wiegelmann-Bals, Annette: Die Kinderzeichnung im Kontext der Neuen Medien. Eine qualitativempirische Studie von zeichnerischen Arbeiten zu Computerspielen. Oberhausen: Athena 2009. 3 Ebd., S. 35. 4 Vgl. Ströter-Bender, Jutta: Danke für Age of Empires. Bild-Eindrücke in der ästhetischen Sozialisation durch Computerspiele. In: Mattenklott, Gundula; Rora, Constanze (Hrsg.): Ästhetische Sozialisation. Weinheim: Juventa 2004. 10 das Zusammenwirken folgender Faktoren verantwortlich: einen veränderten Modus der Kulturaneignung, geringe zeitliche Ressourcen für das Ausbilden zeichnerischer Fähigkeiten und Fertigkeiten, einen Mangel an realen Erfahrungen und eine Standardisierung von stereotypen Zeichenschemata und Zeichenstrategien.5 Was diese Einflüsse im Einzelnen bedeuten, soll an dieser Stelle kurz erläutert werden. Aufgrund des medialen Zeitalters weisen die Bilder, die Kinder und Jugendliche umgeben, einen zunehmend dynamischen Charakter auf, was unter anderem zu einem veränderten Modus der Kulturaneignung führen kann. Das Leben stellt sich oft nicht mehr in statischen Einzelbildern, sondern prozessual dar. Die kognitiven, insbesondere die rezeptiven Fähigkeiten der Kinder haben sich dieser qualitativ modifizierten Wahrnehmung angepasst. Die hohe Wechselfrequenz verdrängt das kontemplative Rezipieren grafischer Zeichensysteme. Realitäts- und Wahrnehmungskonzepte adaptieren zunehmend den Charakter fluktuierender medialer Bildwirklichkeiten.6 Die Veränderung ästhetischen Erlebens verlangt eine Umstrukturierung innerer Vorstellungen und Bilder. Das Repertoire an klassischen, stark vernetzten Motiven verringert sich zugunsten neuer, sich beständig wandelnder Bilder. Dieses Phänomen zeigt sich vor allem in Jungenzeichnungen, die die Bildfläche zunehmend als Handlungsspielraum begreifen.7 Einen weiteren möglichen Grund für die Veränderungen von Kinder- und Jugendzeichnungen stellen die geringen zeitlichen Ressourcen für das Ausbilden zeichnerischer Fähigkeiten und Fertigkeiten dar, die eng an die historischen Veränderungen des Kunstunterrichts geknüpft sind. Lehrpläne schreiben vielfältigere und komplexere Zielsetzungen fest, die Unterrichtsstunden im Fach Kunst sind hingegen in den letzten Jahren reduziert worden. Hinzu kommt, dass Kinder und Jugendliche ihre Freizeit verstärkt mit den Angeboten der neuen Informationstechnologien gestalten und sich währenddessen nicht ästhetisch-produktiven Aktivitäten widmen. „Stattdessen tritt ein medial geprägter Modus der Aneignung der materiellen und kulturellen Welt in den Vordergrund, der sich in der Ausbildung anderer Fähigkeiten und Fertigkeiten manifestiert“.8 Damit eng verknüpft ist die Vermutung, dass sich der Mangel an realen Erfahrungen auf die Qualität der bildnerischen Produktionen Heranwachsender auswirkt. Die räumliche Verinselung von Kindheit, die zunehmende Distanz zu Erlebnisräumen außerhalb des eigenen Zimmers führt unter anderem dazu, dass Kinder und Jugendliche immer mehr Informationen ‚aus zweiter Hand‘ erhalten. „Es stellt sich die Frage, ob dieses Defizit beim Begreifen im Zusammenhang steht mit dem zeichnerischen Gestalten der Formen“.9 Da Wirklichkeitskriterien eng mit Relevanzkriterien verbunden sind, liegt die Vermutung nahe, dass sich die bildnerischen Produktionen Heranwachsender auch deswegen verändert haben, weil diese Kriterien aufgrund medialer Einflüsse neu definiert werden (müssen).10 5 Vgl. Wiegelmann-Bals 2009. 6 Ebd., S. 36. 7 Vgl. ebd. 8 Ebd., S. 37. 9 Ebd., S. 37. 10 Vgl. ebd. 11 Ebenso wesentlich für die Veränderung von Kinder- und Jugendzeichnungen erscheint die zunehmende Standardisierung von stereotypen Zeichenschemata und Zeichenstrategien. „Aus der Flut medial-inszenierter Bildwelten resultiert nicht nur eine mögliche Kolonialisierung der Fantasie, sondern auch eine Popularität und Dominanz diverser medialer Figuren“.11 Bei Heranwachsenden entsteht dabei häufig der Anspruch, diese Figuren möglichst perfekt wiederzugeben. Daraus resultiert eine Reproduktion bestimmter Motive, die dem freien Zeichnen und dem offenen Ausdruck widerspricht.12 Beispielhaft für dieses Phänomen sind Mangas, die mittlerweile vor allem in Form bildnerischer Produktionen in Fanart-Foren des Web 2.0 Verbreitung finden. Doch sie stellen längst nicht mehr ein einzelnes Phänomen dar. Das Forschungsvorhaben dieser Arbeit widmet sich deshalb einer hochaktuellen Schnittstelle zwischen Kinderzeichnung und jugendkulturellem Ausdruck in einem digitalen Fanart-Forum, das fast ausschließlich von Mädchen genutzt wird. Die Verlagerung der ästhetisch-produktiven Tätigkeiten von Heranwachsenden in virtuelle Räume im Web 2.0 verdeutlicht, dass sich seit einigen Jahren ästhetische Sozialisations- und Kommunikationsprozesse zunehmend der Aufmerksamkeit und der Kontrolle von Eltern und Erziehenden entziehen. „Im Vergleich zu den unidirektionalen Massenmedien eröffnen die digitalen Medien ihren Nutzern erweiterte Partizipationsmöglichkeiten – im Social Web des Internets gekennzeichnet durch die technischen Möglichkeiten der partizipativen Interaktion, Annotation, Zitation, Kollaboration und Kommentierung […].“13 Diese und ähnliche Phänomene verlangen geradezu nach der Etablierung einer Archiv-Institution, die sich exemplarisch wie wissenschaftlich der Dokumentation der leicht verschwindenden Welt der digitalen Zeichnungen annimmt. Nichts ist so kurzlebig, so undurchsichtig wie der Kosmos Internet. Es ist das größte Archiv der Welt, es sammelt, speichert und bewahrt – und zerstört doch ebenso schnell. Was gestern noch war, ist morgen schon nicht mehr. Eine Zeichnung, die gestern noch als besonders gelungen galt, gelobt und besonders großzügig bewertet wurde, wird gelöscht, ist verloren in den Tiefen des Internets, nicht mehr greifbar. An ihre Stelle tritt eine neue. Und so setzt es sich fort, immer wieder. Das Blatt Papier, auf der sie geboren wurde, ist längst nichts mehr wert, liegt herausgerissen und unbeachtet zwischen verstaubten Kladden. Dabei ist sie das wohl bedeutendste, nichtwissenschaftliche historische Zeugnis, das, wenn man es als solches wahr- und annimmt, unendliche Geschichten erzählt. In ihr ist zu „lesen“, was Kind-sein in einer bestimmten Zeit bedeutet, in welcher Art von Gesellschaft sich Heranwachsende bewegen und welche Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse sie dabei begleiten. Sie wird der nächsten, übernächsten und überübernächsten Generation Bericht erstatten, von Zeiten erzählen, die teilweise vergangen, teilweise geblieben sind, sie ist Zeugin einer ganz persönlichen Geschichte und gleichzeitig Spiegelbild einer ganzen Gesellschaft. 11 Ebd., S. 37. 12 Vgl. ebd. 13 Hugger, Kai-Uwe: Digitale Jugendkulturen: Eine Einleitung. In: Hugger, Kai-Uwe (Hrsg.): Digitale Jugendkulturen. Wiesbaden: VS Verlag, 2010. S. 10. 12 Im Vordergrund der Untersuchung stehen in den Foren vorgestellte ästhetisch-produktive Aktivitäten von Mädchen ab einem Alter von acht Jahren mit Werken zur kommerziell sehr erfolgreichen und europaweit verbreiteten Kreativserie Topmodel. Die im Jahr 2008 von der Depesche Vertrieb GmbH & Co. KG ins Leben gerufene Serie (‚Creative Studio by Depesche‘) bietet Mädchen neben Kosmetik-, Dekorations- und Modeartikeln Zeichenmaterial in Form von Malbüchern, Stiften und Schablonen. Die breite Produktpalette wirkt auf verschiedene öffentliche wie private Lebensbereiche der Mädchen ein und nimmt damit direkten Einfluss auf ihr alltägliches Leben. Die Produkte der Kreativserie erhalten dadurch eine Omnipräsenz, die nicht zuletzt auch die Diskussion über die „[…] Komplexität kindlicher Dingwelten zwischen Pädagogik und Kommerz, zwischen Realität und Magie, zwischen erwachsener Zweckbestimmung und einem Medium der kindlichen Selbst- und Weltreflexion“ fordert.14 Der inhaltliche Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit liegt auf der Einbettung bildnerischer Produktionen zur Kreativserie Topmodel in einen historischen Vergleich mit Mädchenzeichnungen aus den Jahren 1962 bis 1976 sowie 2002 und 2003. Dieser historische Überblick gewährt für das Forschungsvorhaben geradezu notwendige Einblicke in die unterschiedlichen Formen ästhetischer Sozialisation in den genannten Perioden, in ihre Einflussbereiche und -möglichkeiten auf Mädchen sowie in gesellschaftspolitische und (sozio-)kulturelle Systeme. An diesen historischen Vergleich von Mädchenzeichnungen schließt sich die Darstellung und Diskussion von Mädchenrollen im 21. Jahrhundert sowie die Beschreibung und Darstellung der Kreativserie Topmodel in Printmedium und Web 2.0, der Kommunikationsstrukturen im Topmodel-Forum und die Analyse ausgewählter Werke im Dialog zu den vorgegeben Produkten an. Der geschilderten Untersuchung liegt die Fragestellung zugrunde, wie diese Faktoren in die ästhetische Sozialisation von Mädchen hineinwirken, sodass mit dieser Arbeit auch ein Beitrag zu einem bisher kaum beachteten Bereich in der Genderforschung geleistet wird. Da es sich bei der Kreativserie um ein breites europäisches Phänomen handelt, bezieht sich der Forschungskontext in erster Linie auf das deutsche, teilweise auch auf das französische Fanart-Forum, wobei sich die Analyse ausgewählter Werke vor allem auf deutsche Zeichnerinnen konzentriert. Exemplarisch ergänzt wird die Diskussion über die ästhetisch-produktiven Aktivitäten der Mädchen im Forum um eine qualitative Empirie. Mithilfe von Interviews mit acht Probandinnen sowie ihrer bildnerischen Produktionen zur Kreativserie Topmodel wird das Forschungsvorhaben um neue Perspektiven, Fragestellungen und Ergebnisse – vor allem vor dem Hintergrund privater und öffentlicher Inszenierungen – erweitert. Da der Begriff der Kindheit im Zuge dieser Überlegungen mehrfach aufgegriffen wird, soll an dieser Stelle der Versuch einer Definition unternommen werden. 14 Fuhs, Burkhard: Der Zauber der Dinge in der Kindheit. Materielle Kinderkultur im Kontext von Sach- und Erinnerungsforschung. In: Schachtner, Christina: Kinder und Dinge. Dingwelten zwischen Kinderzimmer und Farb- Labs. Bielefeld: Transcript, 2014. S. 69. 13 Zunächst sei darauf hingewiesen, dass, obschon in dieser Arbeit von ‚der Kindheit‘ die Rede ist, stets die Tatsache in den Blick genommen wird, dass der Begriff streng genommen nicht im Singular existiert. Korrekterweise müsste es Kindheiten heißen15 Eine Professoren-Tochter hat eine andere als ein Klempner, die Kindheit eines türkischen Immigranten unterscheidet sich von der eines Kleinstadt-Arztsohnes, die eines Einzelkindes von der eines mittleren von drei Geschwistern, Jungen haben eine andere als Mädchen, und die paar Unterschiede sind noch gar nichts im postmodern-multikulturell-mobilen Pluralismus. […] Vor allem ist die Kindheit als Freiraum und Schonfrist keineswegs ein Naturgesetz, sondern eine gesellschaftlich geprägte Idealvorstellung; man muss nur in die Vergangenheit schauen oder in andere Länder, wo Kinder bei härtester Arbeit nach wie vor ausgebeutet werden, die Verantwortung für Haus und Geschwister tragen, sogar in Kriegen kämpfen müssen. Und selbst hierzulande war das Bild vom ‚unbeschwerten’ Kind, das die Erwachsenen entwarfen, vom ‚Kindsein’ weit entfernt; und wenn es sie gab, dann meist als bürgerliches Privileg.16 Wenn in dieser Arbeit folglich von Kindheit die Rede ist, meint dies in erster Linie einen zu schützenden Raum, den es allen Nostalgie-Vorwürfen zum Trotz zu verteidigen gilt.17 Postman bezeichnet den sozialen Idealismus, der sich hinter dieser Vorstellung von Kindheit verbirgt, als eine gewisse ‚Scheinheiligkeit‘18 und fügt gleichzeitig hinzu: „Kindheit, wie wir sie uns als Ideal vorstellen, kann es ohne ein gewisses Maß an ‚Scheinheiligkeit‘ nicht geben.“19 Die Überlegungen zum Begriff Kindheit spiegeln die Schwierigkeit wider, ihm eine allgemeingültige Definition zugrunde zu legen. Das Bild von Kindheit, das den vorangegangen Überlegungen zugrunde liegt, erscheint vor dem Hintergrund dieses Forschungsvorhabens umso bedeutsamer. 15 Vgl. Grefe, Christiane: Ende der Spielzeit – Wie wir unsere Kinder verplanen. Berlin: Rowohlt, 1995. 16 Ebd., S. 14 f. 17 Vgl. ebd. 18 Vgl. Postman, Neil: Das Verschwinden der Kindheit. Frankfurt a. M.: Fischer, 1987. 19 Ebd., S. 109.

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Die Verlagerung ästhetisch-produktiver Tätigkeiten von Heranwachsenden in virtuelle Räume im Web 2.0 verdeutlicht, dass sich seit einigen Jahren ästhetische Sozialisations- und Kommunikationsprozesse zunehmend der Aufmerksamkeit und der Kontrolle von Eltern und Erziehenden entziehen. Es handelt sich bei diesen Foren direkt um Parallelwelten.

Im Vordergrund der Untersuchung stehen die in den Foren vorgestellten ästhetisch-produktiven Aktivitäten von Mädchen ab einem Alter von acht Jahren mit Werken zu der kommerziell sehr erfolgreichen und weit verbreiteten Kreativserie „Topmodel“, die im Jahr 2008 von der Depesche Vertrieb GmbH & Co. KG ins Leben gerufen wurde.

Die Zeichnungen der Mädchen folgen durch konkrete Malvorlagen ein und demselben Schema und sind trotz individueller Einflüsse durch die Zeichnerinnen immer als „Topmodel“-Zeichnungen erkennbar. Die breite Produktpalette der Serie wirkt in verschiedene öffentliche wie private Lebensbereiche der Mädchen ein und nimmt damit direkten Einfluss auf ihr alltägliches Leben.

Eva Capell widmet sich in ihrer Arbeit schwerpunktmäßig der Beschreibung und Darstellung des Fanart-Forums, der Analyse ausgewählter Werke im Dialog zu den vorgegebenen Produkten, den Kommunikationsstrukturen im „Topmodel“-Forum sowie einer empirischen Untersuchung zur Fragestellung, wie diese Faktoren in die ästhetische Sozialisation hineinwirken, sodass mit dieser Forschung auch ein Beitrag zu einem bisher kaum beachteten Bereich in der Genderforschung geleistet wird.