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7 Fazit: Ressourcen erkennen, nutzen und pflegen in:

Thomas Hanstein

Selbstmanagement - mit Coachingtools, page 225 - 232

Ressourcen erkennen, nutzen und pflegen

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4196-3, ISBN online: 978-3-8288-7116-8, https://doi.org/10.5771/9783828871168-225

Series: Tectum - Ratgeber

Tectum, Baden-Baden
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225 7 Fazit – Ressourcen erkennen, nutzen und pflegen Alle vorgestellten und an Beispielen erläuterten Tools setzen ganzheitlich an. Sie wollen ermöglichen helfen, dass Sie sich als Klient mit Ihren Gefühlen und inneren Bildern (wieder) deutlicher selbst spüren kann. Indem sie intervenieren oder auch irritieren, stören sie – auf eine gute und konstruktive Weise – eingefahrene Denk- und Verhaltensmuster. Damit setzen diese Tools eine vertiefte Intra-Kommunikation durch achtsame-asketische, wertschätzende und empathische Inter-Kommunikation mit dem Coach Ihrer Wahl in Gang. Ihre Verwendung setzt an menschlichen Grundprinzipien an: der Aktualisierungstendenz, dem Bedürfnis nach Beachtung – also auch Selbst-Beachtung –, und einer organischen Bewertungstendenz des Menschen. So können diese Interventionsmethoden Ihr Selbstkonzept darin unterstützen, sich wieder erfahrungsoffen(er) zu erleben.290 Grundlage dazu ist das (Wieder-)Erleben von Kongruenz, von einer inneren Stimmigkeit des Erlebens mit den äußeren Erfahrungen und inneren Bildern, damit vom Echt-Sein-Dürfen. Ihr Körper und Ihre Psyche/Seele, Ihr Denken und Fühlen, korrelieren erst dann (wieder) stimmig durch Symbolisierung miteinander, wenn Ihr aktuelles inneres Thema buchstäblich getroffen ist. Der Verlust dieses Kongruenzgefühls kann viele Ursachen haben. Wenn z. B. ein vom jeweiligen System – repräsentiert durch seine Verantwortlichen – wahrgenommenes Problem mit einer Person dieser gegenüber nicht – oder sehr spät – transparent gemacht wird, erfährt dieser Mensch eine Unstimmigkeit des eigenen 290 Vgl. hier und im Folgenden die theoretischen Hintergründe im ersten Teil. 226 Thomas hansTein: selbsTmanagemenT – miT CoaChingTools Erlebens mit seiner gefühlten „organischen Bewertungstendenz“ (Rogers). Sein Selbstkonzept wird womöglich in Frage gestellt und der Körper spürt – neben seinen entsprechenden geistigen Reaktionen – dieses Ungleichgewicht, und drückt es in seiner Sprache aus. Ebenso ist dieses eigene Inkongruenzempfinden und -erleben durch die Rezeptoren des limbischen Systems und die Spiegelneuronen von anderen wahrnehmbar, wenn auch nicht adäquat in Worte zu bringen. Sie spüren – wie der Betroffene selbst – nur, dass „da was nicht stimmt“. Von daher ist die Rückkehr zum vormaligen Zustand der Kongruenz – bzw. die Unterstützung des Klienten auf diesem Weg – ein entscheidendes anthropologisches Ziel – weit vor der Möglichkeit der Formulierung von Zielen – im Coaching. Dieser Prozess kann je nach Wahrnehmungspräferenz291 des Klienten verschieden sein. Egal, ob im angeleiteten oder im Selbstcoaching, können Visualisierungen diesen Prozess und Sie – auf dem Weg zu mehr Selbstwirksamkeit – gut unterstützen. Denn, wie am Beispiel des „Labilen Dreiecks“ veranschaulicht, werden mit der – wörtlich (lat.) – „Sichtbarmachung“ Zusammenhänge ins Bild und/oder eine Struktur gebracht. Dies kann zwei- (z. B. auf einem Bogen Papier, am Board oder am Flip Chart) oder dreidimensional (gegenständlich, z. B. mit Figuren) geschehen. Nach Möglichkeit sollte auch hier wieder Ihr Wahrnehmungstyp als Klient berücksichtigt werden – wofür es in der Regel schnelle Anzeichen gibt. Hier können Sie ganz und gar der Erfahrung Ihres Coachs vertrauen. Anders als bei der verbalen Schilderung ist die visualisierte Szene greif- und damit ganzheitlich erfahrbar. Sie können eine Visualisierung betrachten, in sie eingreifen, sie als Anker nutzen, und in alledem erleben Sie die Wirksamkeit Ihrer eigenen Assoziationen, Gefühle und Gedanken. Die Dauer der Auseinandersetzung werden Sie als Klient bestimmen, denn Sie können das buchstäblich Dargestellte verändern und die Wirkung der modifizierten Abbildung für die Suche nach Ihren Lösungen und die Formulierung Ihrer Ziele berücksichtigen. Visualisierungen bieten sich v. a. an, wenn Zusammenhänge und/oder Strukturen sehr komplex sind – wobei die Herausforderung der Reduktion auf das Wesentliche oft bereits den weiteren Weg bahnt. Sie funktionieren, weil – neben den für Analyse und Verarbeitung von Sprache zuständigen Bereichen – zusätz- 291 Vgl. dazu zu Beginn des praktischen Teils Kap. „Vom Ziel zur Umsetzung“. 227 fazIt – ressourCen erkennen, nutzen und Pflegen liche Hirnareale angesprochen werden. Insofern handelt es sich bei der Visualisierung nicht um ein Hilfsmittel, um das Besprochene buchstäblich festzuhalten, sondern sie kann aufgrund dieser Funktion und Wirkung durchaus als Interventionsmethode verstanden werden.292 Ebenso war dieser Effekt am Beispiel der „Inneren Teamaufstellung“ zu sehen. Visualisierungen eignen sich besonders dann, wenn komplexe oder auch verdeckte, im Laufe des Gespräches erst erkennbare, Zusammenhänge einer strukturellen Vereinfachung bedürfen. Für manche Menschen – je nach Typ und den bisherigen Erfahrungen – kann dieses Verfahren gewöhnungsbedürftig sein. Allerdings haben sich alle Menschen in ihren ersten Lebensjahren durch Zeichnungen ausgedrückt. Diese Fähigkeit liegt daher in jedem, und dieser Erfahrungsschatz kann wieder geborgen und nutzbar gemacht werden. Von daher ist es wichtig, dass Sie als Klient – sobald es möglich ist – selbst den Stift in die Hand nehmen und versuchen, sich und das Erkannte und Gefühlte „ins Bild zu setzen“. Auch für die Nachbereitung eines Coachinggespräches und -prozesses haben Visualisierungen einen hohen Wert. Alles, was im Coaching auf irgendeine Weise visualisiert wurde, ist Teil des Klienten – und gehört selbstredend ihm. Allein dies hat erfahrungsgemäß eine große Bedeutung: Wenn eine Person, die ohne eine Idee, wie es weitergehen kann, also buchstäblich mit leeren Händen ins Coaching kommt, mit einer Rolle von Papieren ins Auto steigt – und diesen Schatz zu Hause wieder betrachtet, das Ankern wiederholt, sich die Ressourcen am Lieblingsplatz anbringt oder vieles andere mehr. Diese buchstäbliche Bereicherung auch auf dieser Ebene zu spüren, stärkt. Aufgrund der beschriebenen neurologischen Fundierung und ganzheitlichen Wirkung dieser Tools führen Sie die vorgestellten und beschriebenen Interventionsmethoden an Ihre inneren – wie äußeren – Ressourcen heran. Wie u. a. am Beispiel des „Ressourcenrades“ zu sehen, entspricht es dem Wesen des Problemzustandes, dass Menschen in den „Tunnel- 292 Anm.: Da die Visualisierung immer zusammen mit anderen Tools zur Anwendung kommt, wurde sie bei der Vorstellung der Interventionsmethoden in diesem Ratgeber nicht explizit aufgeführt. Die abgedruckten Darstellungen verdeutlichen jedoch ihre Bedeutung: Wie das eine oder andere Beispiel oder Vorgehen für den Leser durch die beiliegende Visualisierung deutlicher wurde, so verhält es sich auch im (angeleiteten und Selbst-)Coaching. 228 Thomas hansTein: selbsTmanagemenT – miT CoaChingTools blick“ verfallen und die noch so ausgeprägtesten Ressourcen nicht mehr sehen noch wahrnehmen können. Hier reagiert jeder Mensch aufgrund seiner Persönlichkeit, Prägung und Sozialisation anders. Wichtig ist in jedem Fall jedoch, in einem ersten Schritt Wege zu suchen, um aus der Problemtrance heraus zu finden. Ihr Coach wird dies – im systemischlösungsorientierten Coaching – mit Hilfe der oben dargelegten Musterzustandsänderung initiieren. Hierzu kann er verschiedene Wege gehen; er wird versuchen, die für Sie stimmige Art und Weise zu finden. Ohne, dass Sie weiter darüber nachdenken, wird Ihr Körper in dem Moment Signale setzen, die die Bereitschaft, sich in ein anderes – freies, helles, beschwingtes, dynamisches, kreatives … – Muster zu begeben, deutlich anzeigen. Ihr Coach wird Ihnen diese somatischen Marker spiegeln. Dem humanistischen Menschenbild folgend, besitzt jeder Mensch Ressourcen, auch wenn er im Moment selbst nicht daran glauben mag – oder kann. Diese Kräfte wieder zu erkennen und für Ihren Weg zur Lösung zu nutzen, ist Ziel ressourcenorientierten Coachings. Wie oben dargelegt, gilt dabei als „Ressource alles, was wohladaptive neuronale Netze aktiviert und entsprechende Ziele fördert“ (Storch). Ihre ganz besonderen, subjektiven Fähigkeiten, Ihre Begabungen und Talente können Ressourcen sein. Ebenso kann sich das soziale Netzwerk oder die Wiederbelebung eines „alten“ Kontaktes als Ressource erweisen. Erfahrungsgemäß – und aufgrund der oben erläuterten neuronalen Zusammenhänge – wird Ihnen dabei das reine „Hirnen“ die für Ihre aktuelle Herausforderung passende Ressource nicht zeigen können. Sich auf die ganzheitliche Arbeit in einem „Coaching mit Hand, Herz, Geist und Seele“ einzulassen, ist daher eine wesentliche Grundlage. Im Gegenzug steht das Chairman-Prinzip: Es besagt, dass Sie als Klient über den Einsatz der Methoden und die Dauer bestimmen – nicht Ihr Coach. Er kann und er wird Ihnen „nur“ Angebote unterbreiten. Beherzigen Sie bitte, dass Sie rein gar nichts für ihn tun, sondern alles für sich – und daher auch zu einhundert Prozent von sich aus gehen dürfen. Hierzu möchte ich Sie mit einem persönlichen Beispiel motivieren: Ich war selbst zu einem Coaching bei einem Coach, der fachlich hervorragend war, mit dem ich auch schnell „auf einer Wellenlänge“ war, von dem ich mich gut verstanden fühlte … – aber: Die Einrichtung und die Atmosphäre waren mir sehr unangenehm. Fühlen Sie sich auch bei solchen Wahrnehmungen so frei, Ihre Empfindungen zu äußern. Ein professioneller Coach 229 fazIt – ressourCen erkennen, nutzen und Pflegen wird damit kein Problem haben. Ich selbst weiche dann auf andere Orte aus, habe die Möglichkeit, Räumlichkeiten anzumieten oder in besonderen Situationen und bei Bedarf auch in-house zu coachen. Denn um sich voll und ganz einlassen zu können, müssen Sie sich im Coaching auch räumlich und atmosphärisch voll und ganz wohlfühlen. Wie die vorgestellten Interventionsmethoden verschieden auf Sie wirken werden und für Sie dienlich sein werden, so verhält es sich auch mit Ihren eigenen Glaubenssätzen, dem Handling Ihres individuellen inneren Teams oder mit den inneren Bildern, die Sie ansprechen – und, im besten Fall, antreiben. Diese Attraktoren und Motivatoren herauszufinden, könnte eine erste wichtige Aufgabe im Einzelcoaching sein. Sobald Sie diese Faktoren kennen und z. B. wissen, welches Motto Sie wann und wie genutzt motivieren kann, sind Sie in der Lage, im eigenen Selbstcoaching weitere Schritte zu gehen. Menschen sind jedoch „Gewohnheitstiere“. Ich habe schon mehrfach erlebt, dass ein Klient mit gesteigerter Klarheit, voller Elan und gut formuliertem und auch vorbereitetem Maßnahmenplan aus dem Coaching gegangen ist, und sich wenige Tage später wieder gemeldet hat, weil er in die „alten Gleise“ zurückgerutscht war. Selbst solche Erfahrungen verweisen auf Ressourcen: Zum einen, den Umstand zu erkennen wie zum anderen, Muster als Stabilisatoren zu erleben. Und wenn der tiefe Wunsch – bzw. die erkannte Notwendigkeit – vorhanden ist, diese Denk- und Verhaltensmuster zu ändern, gibt es mit Unterstützung der Coachingtools auch Mittel und Wege dazu. Je mehr Sie sich dabei in Ihren Zielen, Lösungen und Maßnahmen von innen heraus leiten lassen, je kompetenter sind Sie hinsichtlich Ihres Selbstmanagements. Tiefgreifende, v. a. emotional besetzte Erfahrungen und Erlebnisse können das Selbstmanagement von Klienten geschwächt haben. Im Coaching – nach systemisch-lösungsorientiertem Ansatz – ist jedoch nicht entscheidend, wann, wie und wie intensiv diese Situationen gewirkt haben. Der Wille zur Veränderung – der sich darin zeigt, einen Coach aufzusuchen – wird als wesentlicher angesehen. An diesem setzt das Coaching an. Die Steigerung Ihrer Selbstmanagementkompetenz wird für Sie – im begleiteten wie im Selbstcoaching – darin deutlich und ganzheitlich spürbar, dass Sie sich (wieder) als motivierter erleben, fähig(er) werden, sich realistische Ziele zu setzen, die Umsetzung dieser zu planen und bei der Planung den Zeit- und Systemfaktor zu berücksichtigen. Zudem vermögen Sie es (wieder), die Erreichung Ihrer Lösungen 230 Thomas hansTein: selbsTmanagemenT – miT CoaChingTools und die Umsetzung Ihrer Maßnahmen konstruktiv-selbstkritisch zu reflektieren. Bei aufkommenden Störfaktoren können Sie sich – z. B. mit Hilfe erarbeiteter „Wenn-Dann-Pläne“ oder gar „Motto-Ziele“ – adäquat selbst regulieren, ohne sich (ausschließlich) dem Instrument der Selbstkontrolle zu bedienen. Um schließlich Ihre (wieder) entdeckten Ressourcen nachhaltig zu pflegen, wird – wie beim Sport oder Musizieren – ein hinreichendes „Einschleifen“ der neuen Muster angeraten. Hierzu kann anfangs – oder immer dann, wenn Sie „Fehlhaltungen“ oder „Misstöne“ selbst bemerken – ein Coach freier Wahl ein angemessener Begleiter sein. Zum einen haben Sie die Möglichkeit, Ihre Wahrnehmungen einer ausgebildeten Person mitzuteilen – oder visualisiert auszudrücken. Zum anderen kann Ihnen ein Coach Ihre verbale und nonverbale Kommunikation fachlich spiegeln und Ihnen mit der gespiegelten Wahrnehmung einen Mehrwert an Selbsterkenntnis mitgeben, über den Sie frei verfügen können. So ist es auch möglich, einen Coach für einzelne Sitzungen zu buchen und daran anschließend wieder ins Selbstcoaching zu wechseln. Je kompetenter Sie in Ihrem Selbstmanagement bereits sind, umso erfolgreicher wird eine solche Mischform sein. Für Sie als Coach-Kollege können die vorgestellten Tools und Fallbeispiele ggf. Motivation sein, Coachingsitzungen und -prozesse „maßgeschneidert“ (Berninger-Schäfer) zu „stricken“ und Tools anlassbezogen und dem jeweiligen Klienten gerecht zu kombinieren. Zwei Beispiele könnten hier die Darstellungen in den Kapiteln „Ressourcenrad“ und „Innere Teamaufstellung“ sein. Je mehr dabei vom Klienten bestimmt werden darf, umso ressourcenorientierter und letztlich auch erfolgreicher wird ein Coaching sein. Zwei Aspekte sind es einzig, die bei Ihnen bleiben sollten und die zugegebenermaßen auch ein wenig Übung voraussetzen: Die Prozess- und Zeitstruktur „im Auge“ zu behalten, und die oben beschriebenen Grundhaltungen auch zutiefst verinnerlicht zu haben. Dann sind auch Sie in der Rolle des Coachs in Ihrer Selbstmanagement-Kompetenz bestens ausgestattet – und jeder Coachingprozess kann glücken. Erfahrungsgemäß sind es oft ähnliche Rückmeldungen, die Coaching aus den Augen der Klienten erfolgreich machen: seine Ziele formulieren und umsetzen zu können, dabei Fragen ernst zu nehmen und Anliegen zu berücksichtigen, ein gutes Vertrauensverhältnis aufbauen zu können, Klarheit zu gewinnen in der aktuellen Situation, die Prozess- Struktur auf den Klienten/das Team anzupassen, Dinge neu erkannt und 231 fazIt – ressourCen erkennen, nutzen und Pflegen angestoßen zu haben, praktische Methoden zur Weiterarbeit mitzunehmen und sich seiner Ressourcen deutlicher bewusst geworden zu sein. Diese Erwartungen setzen, neben einer hinreichenden fachlichen Fundierung und ein paar Jahren Übung, eine große – innere und äußere – Kreativität bei Ihnen als Coach voraus. Mir hat in den ersten Jahren der Vergleich mit unseren Kindern geholfen: Kinder kommen naturgemäß und zeigen ihren Eltern, was sie brauchen oder wollen – oft auch ohne Worte. Aufmerksame Eltern nehmen dies schon wahr, wenn ein Kind – eben mit einer ganz bestimmten Körperhaltung und in einem eigenen Gang – „um die Ecke“ kommt. Ohne also Ihrem Klienten das „Erwachsenen-Ich“ abzusprechen oder das face-to-face-Prinzip zu unterlaufen, kann dieses Bild vielleicht eine Unterstützung sein: Die Worte und Gesten sowie v. a. die somatischen Marker Ihres Klienten zeigen Ihnen ebenso – wie in diesem Vergleich mit der Sprache des Kindes –, was er braucht und will. Es kann sein, dass Ihr Klient zuerst weiß, was er nicht will. Erachten Sie dies bereits als großen Schritt. Zu wissen, was er alles nicht will, bahnt ihm – mit Ihrer Unterstützung – nach und nach den Weg zu dem, was er will – und auch zu dem, was er gerade ganz besonders braucht. Das Ziel Ihrer Begleitung ist daher im Grunde ein positiv verändertes Empfinden von Stimmigkeit – im O-Ton eines Klienten: „raus aus der Angepasstheit zu kommen und sich wieder selbst zu spüren“. Menschen dorthin und in der Optimierung ihrer Selbstorganisation zu begleiten und den „Stein ins Rollen zu bringen“, wo Dinge, Zustände, Kommunikation und Konstellationen gerade „stocken“, „hängen“ oder „haken“, kann dann für beide Seiten äußerst bereichernd sein. Und – zuletzt – für die Kollegen, die in dieser Motivation und Anleitung zum Selbstcoaching die Gefahr sehen könnten, dass wir uns als Coaches unsere Klienten selbst nehmen, möge die Erfahrung gelten, dass sich „niemand am eigenen Schopf aus dem Sumpf zieht“. In der Mitte daher, zwischen dem oben angeführten Leitsatz, dass „Beziehung allein nicht heilt“ (Roth) und der immer wieder neu spürbaren „Kraft aus dem Selbst“ (Kuhl/Storch), mögen sich all unsere Coachingversuche bewegen; wissend, dass auch immer wieder das Gegenüber gesucht und – sei es „nur“ zur Spiegelung des ans Licht Gebrachten – benötigt wird.

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Zusammenfassung

Der Coachinghype hält an. Während in der professionellen Coachingszene mittlerweile viel Wert auf Qualitätssicherung gelegt wird, wird Coaching parallel für nahezu alles angeboten. Das Buch soll zum einen zur Schärfung professioneller Formate beitragen. Es verschafft einen kurzen Überblick über Herkunft, Ausbreitung und neurowissenschaftliche Fundierung und bringt dem Leser die Grundlagen systemisch-lösungsorientierten Coachings näher. Im Praxisteil werden bewährte und innovative Tools an eigenen Beispielsitzungen aus dem Business wie dem Personal Coaching vorgestellt und für das Selbstcoaching anschaulich erläutert. Die verbindende Klammer aller Einheiten liegt auf dem Ressourcenansatz. Der Ratgeber wendet sich an Coachs und Klienten gleichermaßen: mit Tools aus der eigenen Coachingpraxis des Autors, Tipps zum weitergehenden Selbstcoaching oder auch zur Nachbereitung eines Coachingprozesses. Praktische Beispiele und anschauliche Visualisierungen empfohlener und weiterentwickelter Tools unterstützen methodisch und zielgerichtet das eigene Selbstmanagement. Somit hält dieses Handbuch für alle Coachinginteressierten wertvolle Informationen bereit.