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Stephanie Bähring

Die religionswissenschaftliche Bedeutung von Mund und Kuss in den abrahamitischen Religionen und in der Antike, page I - XIV

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4198-7, ISBN online: 978-3-8288-7108-3, https://doi.org/10.5771/9783828871083-I

Series: Religionen aktuell, vol. 24

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Religionen aktuell Religionen aktuell Herausgegeben von Bertram Schmitz Band 24 Die religionswissenschaftliche Bedeutung von Mund und Kuss in den abrahamitischen Religionen und in der Antike von Stephanie Bähring Tectum Verlag Stephanie Bähring Die religionswissenschaftliche Bedeutung von Mund und Kuss in den abrahamitischen Religionen und in der Antike Religionen aktuell; Band 24 © Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2018 E-Book: 978-3-8288-6729-1 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Werk unter der ISBN 978-3-8288-4198-7 im Tectum Verlag erschienen.) ISSN: 1867-7487 Umschlagabbildung: © Andrea Izzotti Alle Rechte vorbehalten Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. Vorwort Die Lektüre dieses Buches über den Kuss ist ein Genuss. Es ist anregend und führt ebenso unterhaltsam wie wissenschaftlich fundiert in die Tiefen eines selten beleuchteten Themas. Es ist eine spezifisch menschliche Befähigung, überhaupt küssen zu können – und dieses Privileg des Kusses findet in Religionen verschiedenste Ausdrucksformen, Gestaltungen und Bedeutungen. Stephanie Bähring nimmt die Vielfalt religiöser Küsse für die Sphäre der westlichen Religionen in den Blick. Um sich in diesem anregenden Thema nicht zu verlieren, – „Denn Küssen ist schön“ – wie es zum Abschluss dieser Arbeit heißt, strukturiert sie ihr Werk fast schon akkurat: Die einzelnen Kapitel beziehen sich auf Rom und Griechenland, Judentum, Christentum und schließlich Islam. Dabei werden zunächst spezifische Begrifflichkeiten behandelt. So geht es zunächst darum, wie in jeweiligen Quellensprachen der Kuss benannt wird, welche Etymologie dieses Wort oder diese Wörter haben, etwa auch ob Kuss mit dem Wort für Mund oder Gesicht, oder gar mit Verehren und Beten in Verbindung steht, wie dies z. B. im Lateinischen der Fall ist. Es folgen Ausführungen zu formellen Küssen im politischen und religiösen Bereich, privaten bei Familie und Freundschaft, - aber auch spezifischen Küssen, die im Christentum relevant sind wie das Bild vom Kuss des Verrats, oder auch der Kuss von Leben und Tod, wie mitunter im Judentum, oder gar in der Medizin. Auf diese Weise legt Bähring erstmalig eine Betrachtung des Kusses in den Religionskulturen und ihrer Geschichte vor. Einige Momente sind in dieser Darstellung besonders bemerkenswert. So klammert die griechisch-römische Religionswelt grundsätzlich das sexuelle und erotische Element weit weniger aus der Sphäre des Religiösen aus, als etwa die abrahamitischen Religionen. Dementsprechend darf der Kuss in der Antike durchaus eine erotische Nuance enthalten, auch wenn er in religiösen Sphären gebraucht wird. Das Christentum hingegen musste den Kuss erst, wie in der Arbeit pointiert formuliert wird, „deerotisieren“, bevor er als Friedenskuss gebraucht werden konnte. V Dies betrifft anfangs noch das beidgeschlechtliche, später dann nur gleichgeschlechtliche Ritual, am besten mit geschlossenen Augen und Lippen vollzogen. Bemerkenswert ist auch der – wahrscheinliche – Übergang vom Kuss der als belebt gedachten Erde, dem Erdkuss, zum Fußkuss. Ebenso wird der Übergang vom untertänigen Kuss der religiösen hin zur weltlichen Autorität beschrieben. Weiterhin zeigt Bähring den Weg der Übernahme des Küssens religiöser Gegenstände aus der Welt der Antike auf, hin zum Christentum und erst daraufhin auch zum Judentum – und schließlich sehr zurückhaltend zum Islam, bei dem nur die Kaaba, am besten der schwarze Stein in ihr, und der Koran geküsst werden sollten. Diese Art des Küssens geschieht offensichtlich weniger aus Verehrung, wie sich vermuten ließe, sondern um über den Mund der jeweiligen Heiligkeit teilhaftig zu werden. So gibt es ebenfalls den Unterschied vom Kuss bei Verstorbenen, der eine Ehre darstellt und dem religiös bedeutsameren Element, dem Hauch, den austretenden letzten Atem des Verstorbenen aufzunehmen und zu bewahren. Damit zeigt sich, dass die Assoziation des leidenschaftlichen Kusses unter frisch Verliebten oder Paaren, die sich auch nach Jahren noch so fühlen, in diesen Religionskulturen nicht die einzig praktizierte Form des Kusses ist. Er kann durchaus formalisiert sein oder gar Hierarchien zum Ausdruck bringen. Dies geschieht etwa gegenüber dem Göttlichen, wenn dieses Erhabene sich in einem Buch, einem Bild, einem Stein oder einem anderen Gegenstand verkörpert hat. Allerdings kann sich nach alter Vorstellung das Göttliche auch in einem weltlichen Bereich befinden, etwa wenn aus diesem Grund der Dienstherr, der Patron, geküsst wird. Damit bekommt auch die Ausführung des Kusses naheliegender Weise eine unterwürfige Form. Oder aber es handelt sich um einen egalitären Kuss, etwa dem christlichen Kuss des Friedens oder, nicht religiös, etwa um den Kuss zwischen Verwandten – wobei es zumeist die Hüter dieser Religionen als ihre Aufgabe ansahen zu regeln, wer wen küssen dürfe (dies gilt selbst für das alte Rom) oder müsse, damit ein vorgegebener Rahmen erfüllt und keine Grenze überschritten wird. Leidenschaft wird dann nur sehr bedingt bei diesen Küssen zu assoziieren sein. In seiner ausgeführten Form ist der Kuss mal hierarchisch, mal egalitär, emphatisch oder reglementiert, auf jeden Fall aber intim ver- Vorwort VI bindend und mitunter erhaben. Der Kuss ist ebenso als intensiver Ausdruck persönlicher Beziehung geeignet wie als Zeugnis religiöser Tiefe. Ich wünsche den Lesenden dieses Buchs weitere tiefe Einblicke in dieses selten diskutierte, aber doch sehr anrührende Thema. Professor Dr. Dr. Bertram Schmitz Hannover / Jena 2018 Vorwort VII Inhaltsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . XIII Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1. 1 Der Mund . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2. 5 Der Mund – ein physiologischer Exkurs unter Einbezug von Zähnen und Lippen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2.1 5 Das Phänomen des Küssens . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.2 8 Mund und Kuss in der Antike: Rom und Griechenland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3. 13 Begrifflichkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.1 13 Lateinische Begriffsbestimmung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.1.1 13 Griechische Begriffsbestimmung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.1.2 15 Formelle Küsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.2 16 Küsse im religiösen Bereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.2.1 16 Der Erdkuss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.2.1.1 16 Die Kusshand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.2.1.2 17 Der Lippenkuss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.2.1.3 20 Der Sachkuss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.2.1.4 23 Küsse im politischen Rahmen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.2.2 24 Kusshand und Fußkuss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.2.2.1 24 Der Handkuss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.2.2.2 25 Der Lippenkuss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.2.2.3 26 Küsse in Klientelverhältnissen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.2.3 29 IX Private Küsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.3 30 Küsse in Familie und Freundschaft. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.3.1 30 Der Kuss in erotischen und sexuellen Beziehungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.3.2 32 Weitere Küsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.4 34 Der Kuss des Verrats. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.4.1 34 Der Hauchkuss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.4.2 35 Exkurs: Die Ursprünge des Hauchkusses in Ägypten . . . . . . . . . . . .3.4.2.1 35 Der Kuss Sterbender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.4.2.2 37 Mund und Kuss im Judentum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4. 39 Der Mund und seine Sprechwerkzeuge im Judentum. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.1 39 Der Mund . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.1.1 39 Lippen und Zunge. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.1.2 40 Begrifflichkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.2 42 Formelle Küsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.3 44 Küsse im religiösen Bereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.3.1 44 Küsse im politischen Rahmen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.3.2 49 Private Küsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.4 52 Küsse in Familie und Freundschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.4.1 52 Küsse zwischen sich Fernstehenden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.4.2 54 Der Kuss in erotischen und sexuellen Beziehungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.4.3 56 Weitere Küsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.5 60 Mund und Kuss im Christentum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5. 63 Begrifflichkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.1 63 Formelle Küsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.2 64 Küsse im religiösen Bereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.2.1 64 Kusshand und Fußkuss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.2.1.1 64 Der Sachkuss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.2.1.2 65 Küsse im politischen Rahmen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.2.2 67 Inhaltsverzeichnis X Private Küsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.3 69 Der Liebeskuss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.3.1 69 Küsse in der Familie und zwischen sich (im Geiste) Nahestehenden . . . .5.3.2 71 Der Begrüßungs- und Abschiedskuss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.3.2.1 71 Der Heilige Kuss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.3.2.2 72 Der Judaskuss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.3.2.3 82 Der Kuss im Islam . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6. 85 Begrifflichkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.1 85 Die Bedeutung von Mund und Lippen im Islam . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.2 86 Formelle Küsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.3 88 Küsse im religiösen Bereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.3.1 88 Küsse zwischen sich Fernstehenden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.3.2 90 Private Küsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.4 92 Der Liebeskuss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.4.1 92 Küsse in der Familie und in Freundschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.4.2 97 Der Hauchkuss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.4.3 98 Schlussbetrachtungen unter Einbezug religionspsychologischer Aspekte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7. 101 Schlusswort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8. 109 Literaturverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111 Primärliteratur. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111 Sekundärliteratur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112 Inhaltsverzeichnis XI Abkürzungsverzeichnis AJS Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel bBB Babylonischer Talmud, Bava Batra BerR Bereshit (Genesis) Rabba bMQ Babylonischer Talmud, Moʽed Qatan bSan Babylonischer Talmud, Sanhedrin bYev Babylonischer Talmus, Yevamot DevR Devarim (Deuteronomium) Rabba ShirR Shir ha-Shirim Rabba (Hohelied Rabba) yPea Palästinensicher Talmud, Peʾa XIII

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Zusammenfassung

Religiosität und Intimität verbinden sich im Kuss. Ein Kuss ist mehr als der in der heutigen Vorstellungswelt allgemein angenommene erotische Kuss zwischen zwei Mündern. Er ist Ausdruck von Persönlichkeit, Stellvertreter für Sprache und Identitätsmerkmal. Der Kuss ist eine „Beziehungstat“ und kann sowohl im Profanen als auch im Religiösen beziehungsstiftend wirken. Durch seine verschiedenen Erscheinungsformen und Durchführungsmodalitäten hat er sowohl in der Antike bei den alten Römern und Griechen, als auch in den abrahamitischen Religionen bei Juden, Christen und Muslimen stets zu Kontroversen über seine moralische Integrität angeregt. Der Kuss hat demzufolge eine Geschichte wechselseitiger Transformation zwischen dem biologischen, sozial-gesellschaftlichen und religiösen Bereich hinter sich. Er ist ein bedeutsames und facettenreiches Zeichen in jedweder Hinsicht; eine Geste, die auch heute noch zwischen den Menschen und in der Gott-Mensch-Beziehung gleichermaßen ihren festen Platz hat. Der Lesende reist bei der Lektüre dieses Buches in die Vergangenheit und lernt verschiedene Kussformen, deren Entstehung, Entwicklung und Anwendungsbereiche in der jeweiligen Religionskultur kennen.