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2. Der Mund in:

Stephanie Bähring

Die religionswissenschaftliche Bedeutung von Mund und Kuss in den abrahamitischen Religionen und in der Antike, page 5 - 12

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4198-7, ISBN online: 978-3-8288-7108-3, https://doi.org/10.5771/9783828871083-5

Series: Religionen aktuell, vol. 24

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Der Mund Der Mund – ein physiologischer Exkurs unter Einbezug von Zähnen und Lippen Der Mund ist ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Körpers, da er der Nahrungsaufnahme, der Atmung und der Kommunikation dient, die essentiell für das Überleben des Menschen sind. Der Mund besteht aus den Lippen und der Mundhöhle, in welcher sich Zähne, Zunge und Gaumen befinden. Die Zunge ist dabei ein für den Sprechakt unverzichtbares Organ.8 Durch ihre Bewegung werden bestimmte Laute erzeugt, durch die sich der Mensch verbal verständlich machen kann. Neben ihrer Aufgabe Kommunikation physiologisch gelingen zu lassen, spielt sie auch eine wesentliche Rolle beim Essen. So hilft sie beim Kauen und Schlucken und lässt den Menschen durch ihre Geschmacksknospen an der Zungenspitze, an den Seiten und am Zungenende zwischen süß, salzig, sauer und bitter unterscheiden. Die Zunge ist ein sehr empfindlicher Muskel, der auf Kälte, Hitze und auf die Beschaffenheit der Speisen, bzw. der in den Mund eingeführten Objekte sensibel reagiert. Zudem fungiert sie als „Zahnstocher“, indem sie nach dem Essen in die Zahnzwischenräume fährt, um dort etwaige Essensreste zu entfernen.9 Da das Schmecken neben den anderen menschlichen Sinnen, wie Sehen, Hören und Fühlen eine wichtige Rolle in der Wahrnehmung der Umwelt spielt, lässt sich bei Kleinkindern eine erhöhte orale Aktivität feststellen, um die Welt zu erkunden, indem sie sich neben dem Anfassen von Gegenständen, diese auch gerne in den Mund stecken.10 Die Zähne sind das Mahlwerkzeug, um die Nahrung, welche zuvor mit den Händen zubereitet und portioniert wurde, zu einem gut ver- 2. 2.1 8 Vgl. Morris, Die nackte Eva, S. 102. 9 Vgl. ebd., S. 103. 10 Vgl. ebd., S. 104. 5 daulichen Brei zu zerkleinern. Ein Erwachsener besitzt inklusive der etwas später nachwachsenden Weisheitszähne 32 Zähne. Zudem zählt der Mensch vier obere und untere Schneidezähne, sowie zwei Eckzähne, welche für das Abbeißen bzw. Abreißen von größeren Nahrungsstücken konzipiert sind.11 Damit die verschiedenen Vorgänge in Mund und Rachen reibungslos ablaufen können, müssen die Schleimhäute zum einen feucht gehalten und zum anderen die Nahrung gleitfähig zum Schlucken gemacht werden. Für die Feuchtigkeit im Mund ist der Speichel zuständig. Die tägliche Speichelproduktion eines Menschen liegt bei 1 bis 1,5 Litern pro Tag.12 Der Speichel tritt dabei aus den Speicheldrüsen aus, wobei er keimfrei ist. Sobald er aber im Mund ein paar Mal hin und her gewälzt wurde, hat er Millionen Bakterien aufgenommen, die wiederum dafür verantwortlich sind, dass Speichel auch Krankheiten von Mensch zu Mensch übertragen kann.13 Zudem beginnt die Verdauung nicht erst im Magen. Der Speichel enthält viele Enzyme, die beispielsweise Kohlenhydratketten aufspalten können und so einen Teil der Verdauung schon vorbereiten. Das Essen würde ohne Speichel nur halb so gut schmecken, da er das Essen so auflöst, dass es auch die Geschmacksknospen erreichen kann.14 Der Mund ist sozusagen das funktionale Zentrum des menschlichen Gesichts. Mit ihm essen, beißen, lecken, saugen, schmecken, kauen, schlucken, husten, gähnen, knurren, brüllen, grunzen, sprechen, lächeln, lachen, küssen, pfeifen und rauchen die Menschen.15 Die Lippen sind zwei Wülste, die Oberlippe und die Unterlippe, die aus Muskulatur und Drüsen bestehen. Aufgrund ihrer Anatomie sind sie sehr dehnbar und können aktiv oder passiv sein. Die Lippen grenzen sich vom Rest des Gesichts durch ihre intensive rote Farbe ab.16 Durch beide Lippen verläuft jeweils eine Schlagader, die auch bei sexueller Erregung die intensivere Rotfärbung der Lippenpartie bewirkt.17 Die Muskulatur der Lippen hält mit Hilfe der Wangen die 11 Vgl. Morris, Die nackte Eva, S. 104. 12 Vgl. Lehmann, Zahnärztliche Propädeutik, S. 54. 13 Vgl. Morris, Die nackte Eva, S. 109. 14 Vgl. Klinke, Physiologie, S. 429. 15 Vgl. ebd., S. 102. 16 Vgl. Wetzel, Anatomie, S. 178. 17 Vgl. ebd., S. 179. 2. Der Mund 6 Zähne in ihrer „normalen Stellung“.18 Der Verhaltensforscher Desmond Morris erwähnt gleich zu Anfang seiner Beschreibung der Lippen, dass die des Menschen dahingehend einmalig sind, weil sie von „innen nach außen gestülpt“ sind.19 Dabei sind oftmals die Lippen der Frau etwas auffälliger nach außen gestülpt, als die des Mannes, da sich die Frau, nach Morris‘ evolutionstheoretischen Erkenntnissen, im Gegensatz zum Mann mehr Jugendlichkeit im Äußeren bewahrt hat, um Schutzbedürftigkeit zu signalisieren.20 Dessen Lippen spielen bei der Partnerwahl zwar auch eine Rolle, fallen aber nicht so ins Gewicht. Vielmehr liegt die kindliche Natur beim Mann in seinem jungenhaften Verhalten im fortgeschrittenen Alter.21 Den Lippen kommen verschiedene Aufgabenbereiche zu. So sind sie bei Nahrungsaufnahme dafür zuständig, das Essen in den Mund zu befördern und beim Kauen denselben immer wieder zu schließen, so dass das Essen nicht wieder herausfällt. Vor allem bei Kleinkindern haben die Lippen die wichtige Aufgabe, die mütterliche Brustwarze luftdicht zu umschließen und die Muttermilch herauszusaugen. Indem es die Brustwarze an seinen Gaumen drückt, presst es zugleich die Milch aus dem Milchkanal.22 Der kleinkindliche Saugreflex führt schließlich dazu, dass bei der Erkundung der Welt Kleinkinder Objekte an den Mund führen, da die Lippen auch ein Tastorgan sind. Neben der Funktion der Nahrungsaufnahme sind die Lippen neben der Zunge für die Lautbildung unverzichtbar, da manche Laute, wie die Doppellabiallaute, zwischen beiden Lippen oder, wenn es labiodentale Laute sind, zwischen Unterlippe und den oberen Schneidezähnen gebildet werden.23 Des Weiteren sind die Lippen ein entscheidender Faktor der nonverbalen Kommunikation. Sie sind die Signalquelle für eine Kommunikation auf der Metaebene. Es werden vier Lippenstellungen, nämlich offen, geschlossen, vorstehend oder eingezogen unterschieden. Diese können nach oben oder nach unten gezogen, angespannt oder locker 18 Vgl. Wetzel, Anatomie, S. 178. 19 Vgl. Morris, Die nackte Eva, S. 88. 20 Vgl. ebd. 21 Vgl. ebd., S. 11f. 22 Vgl. ebd., S. 89. 23 Vgl. Kürschner, Grammatisches Kompendium, S. 47. 2.1 Der Mund – ein physiologischer Exkurs unter Einbezug von Zähnen und Lippen 7 sein. Eine Kombination dieser verschiedenen Lippenstellungen ergibt einen reichen Fundus an möglichen Ausdrucksformen. Bei der Formung der Lippenstellungen sind sechs verschiedene Muskelstränge bzw. -typen beteiligt, die den Mund in die gewünschte Form bringen. Je nach Aktivierung der einzelnen Muskeln können sich im Gesicht des Menschen ein Kuss, Lachen, Kummer, Verachtung, Trauer, Ekel, Ironie, Schmerz, Schrecken, Wut etc. spiegeln. Die einzelnen Falten, die dabei um die Mund-, Wangen- und Augenpartien entstehen, vervollständigen neben der Lippenstellung den Gesichtsausdruck.24 Durch bestimmte Laute, die, der jeweiligen Situation und Gemütsregung angepasst, ausgestoßen werden, können nochmals feinere Abstufungen im Befinden des jeweiligen Gegenübers gemacht werden.25 Da sich diese Arbeit überwiegend mit dem Kuss beschäftigt, muss schließlich noch die Lippenfunktion in Bezug auf den Kuss untersucht werden. Da der Kuss ein Phänomen ist, dessen Ursprung nicht ganz genau geklärt ist, weil sich sein Stammbaum aufgrund verschiedener beeinflussender Faktoren nicht linear darstellen lässt, ist es nötig ein wenig auszuholen, um die verschiedenen Theorien des Küssens, angefangen bei den Säugetieren, in das Konzept des menschlichen Kusses plausibel einzufügen. Das Phänomen des Küssens Der Kuss ist zunächst eine Interaktion zwischen zwei Menschen. Nicht immer berühren sich die Beteiligten dabei, wie beispielweise beim Luft- oder Handkuss. Der Kuss ist ein Zeichen, welcher immer eine gewisse Botschaft an das Gegenüber vermittelt. Die Wissenschaft über das Küssen, die Philematologie, kann im Tierreich fünf verschiedene oskulatorische Situationen feststellen: die Begrüßung, Körperpflege, Paarung, Mund-zu-Mund Fütterung der Jungen und den Kampf. Bei Säugetieren entwickelten sich nämlich aus der Mund-zu-Mund Fütterung weitere Formen der „Schnauzenzärtlichkeit“.26 Besonders das Be- 2.2 24 Vgl. Morris, Die nackte Eva, S. 99f. 25 Vgl. ebd. 26 Vgl. Best, Der Kuss, S. 11. 2. Der Mund 8 schnuppern erinnert stark an den Riechkuss bzw. Nasenkuss bei den Inuit oder in asiatischen Kulturen. Schon Darwin stellte fest, dass der Kuss mit dem Mund oder auf denselbigen als Zeichen der Zuneigung kein angeborenes menschliches Phänomen ist, da er in manchen Kulturen fehlt.27 Stattdessen lässt sich zunächst verallgemeinernd sagen, dass Berührung ein menschliches Grundbedürfnis gegenüber geliebten Personen ist, sei es, dass dies mit den Lippen oder Händen geschieht. Eibl-Eibesfeldt sieht dagegen den Kuss als „menschliches Universale“ und erklärt sich Kulturen, in denen nicht geküsst wird dadurch, dass in diesen der Kuss nur mit Sexualität verbunden und folglich negativ konnotiert ist oder der Kuss auch im sexuellen Bereich ein Tabu darstellt und stattdessen durch gegenseitiges Beriechen ersetzt wird.28 Ganz geklärt ist das „wie“ und „warum“ der Herkunft des Kusses in der Wissenschaft aufgrund verschiedener Einflüsse augenscheinlich noch nicht. Dennoch gibt es zwei plausible Theorien zu dessen Entstehung im Allgemeinen. Zum einen könnte der Kuss aus dem Biss entstanden sein, der einen Funktionswechsel vom Kampfverhalten zur Paarung durchlaufen hat, zum anderen aus dem Kussfüttern von Säuglingen. Der Nackenbiss zählt bei vielen Tierarten als Teil des Paarungsrituals. Dieser ermöglicht seitens des männlichen Tieres das Festhalten des Weibchens. Darüber hinaus bietet ein Biss in den Nacken eine Orientierungshilfe, um die Kopulation physisch gelingen zu lassen.29 Auch bei Menschen bietet, aus mechanischer Sicht, somit ein Kuss „face à face“ die Möglichkeit die Vorderseiten aneinander zu pressen, um sich in der Missionarsstellung zu paaren. Ist die sexuelle Erregung sehr groß, so kann es auch zum gegenseitigen Biss zwischen zwei Liebenden kommen. Das Sprichwort „Jemanden zum Fressen gern haben“ drückt indes auch das ungestüme, unkontrollierte Verlangen aus, eine andere Person in Besitz nehmen zu wollen. Mit dem Beißen ist oftmals das Lecken und Saugen verbunden, die, nach Otto Best, wichtige Zwischenstufen für das Entstehen des Kusses bildeten.30 27 Vgl. Best, Der Kuss, S. 21. 28 Vgl. ebd., S. 29. 29 Vgl. ebd., S. 26. 30 Vgl. ebd., S. 26f. 2.2 Das Phänomen des Küssens 9 Das Saugen als „differenziertes Brutpflegeverhalten“ ist namensgebend für die Säugetiere.31 Nach einiger Zeit des Stillens entwickelt sich bei Säuglingen das sogenannte Lecksaugen an der mütterlichen Brust, das konstitutiv für die spätere Aufnahme fester Nahrung ist. Denn beim Kussfüttern kaut die Mutter dem Kind die Nahrung vor und schiebt diese aus ihrem Mund in den des Säuglings, während dieser die Nahrung durch Leck- und Saugbewegungen aufnimmt. Wenn sich die Mutter auch nur mit ihrem Mund nähert, „so stülpt er schon bei Annäherung seine Lippen vor.“32 Hinsichtlich der Pflege der Kinder ist das mütterliche Bedürfnis zu küssen dem Verhalten der Menschen inhärent. Zudem ist die Oralität der Kleinkinder ein Drang, ihre Umwelt mit Mund und Händen erforschen zu wollen, der sich auch im Erwachsenenalter nicht verliert, wenngleich er sich anders ausdrückt. Indem sich Beriechen, Betasten und Belecken zudem als Verhalten zur Überprüfung von Verträglichkeit und Sympathie bei den menschlichen Vorfahren durchgesetzt hat, wird auch dieses heutzutage im Rahmen eines Handschlags und Begrüßungsküsschens durchgeführt. Im sexuellen Bereich hat sich das Beißen zum zärtlichen Liebeskuss entwickelt, wobei das Küssen als Ausdruck von Zuneigung auch eine Übertragung mütterlicher Gestik auf den allgemein sexuellen Bereich darstellt.33 Denn letztendlich ist das Lecksaugen eines Säuglings einem Zungenkuss zwischen Liebenden doch sehr ähnlich. Wissenschaftlich erwiesen ist nämlich, dass beim Küssen das Hormon Oxytocin ausgeschüttet wird, welches wiederum die Glückshormone Dopamin und Serotonin freisetzt. Die Ausschüttung von Oxytocin bewirkt eine verstärkte und verbesserte soziale Interaktion, zudem wirkt es auch als Katalysator zur Bindungsbereitschaft. Sobald Oxytocin ausgeschüttet wird, fühlen wir uns mit unserem Gegenüber verbunden.34 An einem Kuss sind dabei 160 verschiedene Muskeln beteiligt und pro Minute werden durchschnittlich sieben Kalorien verbraucht.35 Insgesamt lassen sich bei den Menschen vier verschiedene Formen des Küssens unterscheiden: „das im Rahmen des mütterlichen Brut- 31 Vgl. Best, Der Kuss, S. 27. 32 Ebd., S. 28. 33 Vgl. Best, Der Kuss, S. 33. 34 Vgl. Uvnäs Moberg, Oxytocin, S. 127ff. 35 Vgl. Spitzer, Flirten, S. 124f. 2. Der Mund 10 pflegeverhaltens zu beobachtende Küssen des Säuglings, das damit aufs engste verwandte auftretende Kußfüttern, die verschiedenen Spielarten des Küssens im Paarungsvorspiele und die zahlreichen Formen des Grußküssens sowie deren Verbindungen mit anderen Bewegungsweisen, von der Kußhand bis zum Fußkuß.“36 Der Kuss zwischen Liebenden mag zwar aus dem Beißen und dem Kussfüttern abzuleiten sein, dennoch erklärt dies noch nicht vollständig die Anziehungskraft, die die Lippen des Partners auf den oder die Geliebte/n ausüben. In diesem Zusammenhang zieht Morris einen Vergleich zwischen den Lippen und den Schamlippen der Frau, die auf den Mann eine besondere Attraktivität ausüben. Stets wurden in verschiedenen Kulturen die Lippen auf unterschiedliche Art und Weise betont und hervorgehoben. Besonders in westlichen Kulturen ist der Vergleich zwischen den Lippen und den weiblichen Geschlechtsorganen einleuchtend, da Frauen ihre Lippen meist rot schminken und auch gerne unbewusst befeuchten, wodurch die Lippen erregten Schamlippen noch ähnlicher werden.37 Das Zusammenspiel von biologischen und kulturanthropologischen Faktoren hat das Küssen in den jeweiligen Gesellschaften beeinflusst und geprägt und kann nicht nur auf einen einzelnen Ursprung zurückgeführt werden. Der Kontext des Küssens hat sich aber erweitert, indem der Kuss als Ausdruck des Bedürfnisses nach Berührung und Kontakt nicht nur in den intimen Bereich menschlicher Verhaltensweisen verortet werden kann, sondern er bildet auch in sublimierter Form bestimmte kultische Gewohnheiten ab, dadurch dass er Kontakt mit lebendigen oder dinglichen „Medien der Macht“ zeigt.38 36 Best, Der Kuss, S. 33. 37 Vgl. Morris, Die nackte Eva, S. 89f. 38 Vgl. Onasch, Lexikon, S. 239. 2.2 Das Phänomen des Küssens 11

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References

Zusammenfassung

Religiosität und Intimität verbinden sich im Kuss. Ein Kuss ist mehr als der in der heutigen Vorstellungswelt allgemein angenommene erotische Kuss zwischen zwei Mündern. Er ist Ausdruck von Persönlichkeit, Stellvertreter für Sprache und Identitätsmerkmal. Der Kuss ist eine „Beziehungstat“ und kann sowohl im Profanen als auch im Religiösen beziehungsstiftend wirken. Durch seine verschiedenen Erscheinungsformen und Durchführungsmodalitäten hat er sowohl in der Antike bei den alten Römern und Griechen, als auch in den abrahamitischen Religionen bei Juden, Christen und Muslimen stets zu Kontroversen über seine moralische Integrität angeregt. Der Kuss hat demzufolge eine Geschichte wechselseitiger Transformation zwischen dem biologischen, sozial-gesellschaftlichen und religiösen Bereich hinter sich. Er ist ein bedeutsames und facettenreiches Zeichen in jedweder Hinsicht; eine Geste, die auch heute noch zwischen den Menschen und in der Gott-Mensch-Beziehung gleichermaßen ihren festen Platz hat. Der Lesende reist bei der Lektüre dieses Buches in die Vergangenheit und lernt verschiedene Kussformen, deren Entstehung, Entwicklung und Anwendungsbereiche in der jeweiligen Religionskultur kennen.