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Julia Wetzel

Bewertungskriterien für Social Enterprises, page I - X

Entscheidungsgrundlage für Investoren - Voraussetzungen für die nachhaltige Gestaltung einer sozial innovativen Wirtschaft

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4179-6, ISBN online: 978-3-8288-7091-8, https://doi.org/10.5771/9783828870918-I

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Wirtschaftswissenschaften, vol. 87

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
WISSENSCHAFTLICHE BEITRÄGE AUS DEM TECTUM VERLAG Reihe Wirtschaftswissenschaften WISSENSCHAFTLICHE BEITRÄGE AUS DEM TECTUM VERLAG Reihe Wirtschaftswissenschaften Band 87 Julia Wetzel Bewertungskriterien von Social Enterprises als Entscheidungsgrundlage für Investoren Voraussetzungen für die nachhaltige Gestaltung einer sozial innovativen Wirtschaft Tectum Verlag Julia Wetzel Bewertungskriterien von Social Enterprises als Entscheidungsgrundlage für Investoren. Voraussetzungen für die nachhaltige Gestaltung einer sozial innovativen Wirtschaft Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Reihe: Wirtschaftswissenschaften; Bd. 87 © Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2018 E-Book: 978-3-8288-7091-8 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Werk unter der ISBN 978-3-8288-4179-6 im Tectum Verlag erschienen.) ISSN: 1861-8073 Alle Rechte vorbehalten Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. Vorwort „Bei dem Versuch, die Ökonomie neu zu denken, geht es nicht darum, die richtige Ökonomie zu finden (denn die gibt es nicht), es geht vielmehr darum, jene Form zu wählen oder zu erschaffen, die am besten unseren Zwecken nützt – die den Zusammenhang widerspiegelt, in dem wir uns befinden, die Werte, die wir vertreten, und die Ziele, die wir verfolgen. Da sich die Zusammenhänge, die Werte und die Ziele der Menschheit kontinuierlich ändern, sollte dies auch für unsere Sicht der Ökonomie gelten.“ (Kate Raworth, Die Donut-Ökonomie ) Seit geraumer Zeit hat sich ein neues Konzept etabliert, das sich unter dem Begriff „Social Entrepreneurship“ zusammenfassen lässt. Zunächst eher kritisch als eine weitere kurzfristige Modeerscheinung hinterfragt, ist dieses Feld mittlerweile Gegenstand ernsthafter wirtschaftsund sozialpolitischer Diskussionen sowie wissenschaftlicher Fundierung geworden. Anhänger der Idee verweisen darauf, dass jeder Euro, der in Projekte von Social Enterprises investiert wird, einen vielfachen Nutzen generiert. Gelegentlich wird der Zweck dieser Form von Unternehmertum kurz und bündig mit der Aufforderung umschrieben: Tue Gutes und erziele eine Rendite. Doch was ist mit diesen Allgemeinplätzen in Bezug auf Social Entrepreneurship konkret gemeint? Kritiker betonen zu Recht, dass sich in Wissenschaft und Politik bisher keine einheitliche und widerspruchsfreie Definition des Begriffs durchgesetzt hat. Es gilt, eine gute Idee nicht sozialträumerisch zu entwerten. Denn Bestand hat nur, was mindestens kostendeckend arbeitet. Zudem erwarten mögliche Investoren eventuell auch eine Rendite. Es gilt daher für die Betriebswissenschaft, Bewertungskriterien zu entwickeln, die es staatlichen und privaten Investoren ermöglicht, Prognoseentscheidungen und Bilanzbewertungen vorzunehmen. Es muss eine effiziente Wirkungsmessung zur Verfügung stehen. Wenn zu viele „nicht ökonomische“ Akzente die inhaltliche Ausgestaltung und Zielsetzung von Social Entrepreneurship prägen, wird dieser Ansatz sein Potenzial nicht entfalten können. V Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Social Enterprises sollte und kann dazu beitragen, begriffliche Konkretisierungen vorzunehmen und Rahmenbedingungen zur Überwindung des traditionell angenommenen Zielkonfliktes zwischen Social und Financial Impact zu formulieren. Es gilt dabei zu analysieren, ob und inwieweit die dem traditionellen Unternehmertum zugrundeliegenden Methoden auf Social Enterprises übertragen werden können oder angepasst werden müssen. Die vorliegende Bachelorarbeit widmet sich diesen wesentlichen Fragestellungen und leistet mit den hergeleiteten Antworten für alle an dem Thema Social Entrepreneurship Interessierten in Wissenschaft, Politik und Praxis einen wichtigen Beitrag. Prof. Dr. Christoph Zacharias Hochschule Bonn-Rhein-Sieg Institut für Soziale Innovationen Frühjahr Vorwort VI Inhaltsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . IX Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1 1 Gegenstand der Arbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1.1 1 Ziel der Arbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1.2 4 Vorgehensweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1.3 4 Theoretische Grundlagen von Social Entrepreneurship . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2. 7 Historische Vorläufer und moderne Ausprägung des Begriffs „Social Entrepreneurship“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2.1 7 Begriffsbestimmungen: Social Entrepreneur – Social Entrepreneurship . . . . . . . .2.2 10 Bestimmung der Begriffe anhand der Wortbestandteile . . . . . . . . . . . . . . . .2.2.1 10 Die wesentlichen Social-Entrepreneur-Definitionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.2.2 17 Definitionen staatlicher Institutionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.2.3 24 Zwischenfazit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.3 26 Soziale, kulturelle, rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Social Entrepreneurship in Deutschland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2.4 28 Die soziale Marktwirtschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.4.1 28 Fehlende Kultur des Scheiterns, der Anerkennung, des Gründens . . . . . .2.4.2 29 Rechtliche Rahmenbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.4.3 30 Grundlagen der Finanzierungsmöglichkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.4.4 31 Grundzüge betriebswirtschaftlicher Zielsysteme und ihre Anwendbarkeit auf Social Entrepreneurs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3. 33 Ziele und Zielsysteme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.1 33 VII Konkretisierung der Zieldimensionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.2 34 Zielinhalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.2.1 34 Zielausmaß . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.2.2 36 Zeitlicher Bezugsrahmen von Zielen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.2.3 36 Zielsysteme von Social Entrepreneurs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.3 36 Das Social Impact-Ziel des Social Entrepreneurs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.3.1 38 Das finanzwirtschaftliche Ziel des Social Entrepreneurs . . . . . . . . . . . . . . . . .3.3.2 42 Zielbeziehungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.4 46 Social Entrepreneurs zwischen Konflikt und Komplementarität . . . . . . . . . . . . . . . . .3.5 47 Wirkungsmessung von Social Entrepreneurship/Entrepreneurs . . . . . . . . . . . . .4. 53 Einordnung der Wirkungsmessung in den Kontext von Social Entrepreneurship und Social Impact . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4.1 53 Notwendigkeit einer Wirkungsmessung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.2 54 Social Return on Investment (SROI) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.3 58 iooi-Methode der Bertelsmann-Stiftung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.4 59 Europäische Kommission (GECES) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.5 61 Kritische Reflexion und Praxistauglichkeit einer monetären Bewertung von Social Impact . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4.6 63 Praxisbeispiel apeiros . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5. 67 Darstellung des Social Enterprise apeiros . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.1 68 Apeiros im Lichte des Wirkungskreislaufes (SRI) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.2 68 Apeiros als Beispiel für die generellen Implikationen auf Investoren . . . . . . . . . . . .5.3 73 Bedeutung der immateriellen Ressourcen von Stefan Schwall . . . . . . . . . .5.3.1 73 Zielgruppenfokussierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.3.2 75 Überwindung des vermeintlichen Zielkonfliktes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.3.3 77 Zusammenfassung und Fazit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6. 79 Literaturverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83 Inhaltsverzeichnis VIII Abkürzungsverzeichnis a.a.O. am angegebenen Ort Abs. Absatz AG Aktiengesellschaft AO Abgabenordnung Art. Artikel betr. betreffend BGB Bürgerliches Gesetzbuch BMAS Bundesministerium für Arbeit und Soziales BMWi Bundesministerium für Wirtschaft und Energie CSR Corporate Social Responsibility et al. et alia (und andere) e. V. eingetragener Verein FAQ Frequently Asked Questions gAG gemeinnützige Aktiengesellschaft GECES European Commission Expert Group on Social Entrepreneurship GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung Hrsg. Herausgeber Inc. Incorported iooi input-output-outcome-impact MBV Market-Based-View no. number npoR Zeitschrift für das Recht der Non Profit Organisationen NPO Non Profit Organisation NRW Nordrhein-Westfalen OECD Organization for Economic Co-operation and Development RBV Resource-Based-View REDF Robert Enterprise Development Fund ROI Return on Investment s. siehe SGB Sozialgesetzbuch SROI Social Return on Investment SRS Social Reporting Standard u. und IX Vgl. Vergleiche vol. volume WeQ We-Quality (Wir-Qualitäten) z. B. zum Beispiel Abkürzungsverzeichnis X

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Zusammenfassung

Der globalisierte Kapitalismus, Umweltkatastrophen, Überbevölkerung sowie zunehmende politisch und religiös motivierte Konflikte fordern ein Umdenken ökonomischer Konzepte. Allein mit den herkömmlichen Sozial- und Wirtschaftssystemen lassen sich existenzbedrohende Probleme wie Armut, Hunger, Krankheit, mangelnde Bildung und Betreuung nicht lösen. Es gilt dringend, neue, zukunftsweisende unternehmerische Konzepte zu entwickeln und zu fördern. Seit geraumer Zeit hat sich unter dem Begriff „Social Entrepreneurship“ eine Bewegung etabliert, die versucht, unter Beachtung klassischer Ökonomiegrundsätze gesellschaftliche Herausforderungen nachhaltig zu lösen.

Nun gilt es, die mit dem Begriff „Social Entrepreneurship“ verbundene Interdependenz sozialer und unternehmerischer Zielsetzung zu konkretisieren. Private und öffentliche Investoren benötigen eine effiziente Wirkungsmessung für die unternehmensbezogene Risikoeinschätzung und den Social Return on Invest. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Social Entrepreneurship kann zur Überwindung des traditionell angenommenen Zielkonfliktes zwischen Social und Financial Impact essentiell beitragen. Das Mut machende Fazit: Social Entrepreneurship kann als Alternative zu reinem Gewinnstreben und karitativem Unternehmensengagement ein erstrebenswertes Wachstumspotential entfalten, wenn evaluierbare rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für potenzielle Investoren verlässlich zur Verfügung stehen.