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Anhang in:

Tobias Schuller

Bewältigung durch Flaschensammeln, page 215 - 383

Eine sozialarbeitswissenschaftliche Betrachtung

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4180-2, ISBN online: 978-3-8288-7075-8, https://doi.org/10.5771/9783828870758-215

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Sozialwissenschaften, vol. 88

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
215 Beobachtungsprotokoll 01.2015–06.2015 und 15.08.2015 Anhang Beobachtungsprotokoll 01.2015–06.2015 und 15.08.2015118 Vor meinem eigentlichen, aktiven Feldeinstieg, machte ich von Zeit zu Zeit kleinere Beobachtungen zum Thema Pfandsammmeln. Die meisten davon auf Zugreisen. Da ich mich noch in der Phase der theoretischen Vorarbeit befand, bin ich jedoch nicht vertiefend ins Feld eingestiegen. Diese Beobachtungen werden nachfolgend zusammenfassend protokolliert. Ohne Datum Ein Mann geschätzt, zwischen vierzig und fünfzig kommt häufig mit einem Zug am Emder Bahnhof an. Er hat meist einen Hund bei sich und guckt, nachdem er von den Bahngleisen in die Bahnhofshalle kommt, zunächst in den Abfallbehälter, der an den Stühlen gegenüber des Zeitschriftenkiosks steht. Anschließend geht er meistens in den Kiosk und kauft sich Zigaretten. Wenn sich Menschen in der Nähe des Behälters aufhalten, wartet er meist etwas und guckt, wenn die Menschen ihn nicht beachten, in den Behälter. 02.02.15 (Montag) Ein Mann, ca. vierzig Jahre alt, ging um 03:00 Uhr in der Nacht durch den Oldenburger Bahnhof. Es fuhren keine Züge mehr und außer uns und meiner Begleitung war nur noch ein weiterer Mann im Bahnhof, der im Sitzen auf einer Bank schlief. Er hat sein Fahrrad von Abfallbehälter zu Abfallbehälter geschoben und in jeden mit einer Taschenlampe hineingesehen. Wenn er eine Flasche gesehen hat, hat er in den Behälter gegriffen und die Flasche in seinen Fahrradkorb, gelegt, der an seinem Gepäckträger befestigt war. 19.03.15 (Donnerstag) Ich saß am frühen Nachmittag im Zug von Norddeich Mole nach Hannover (12:39 Uhr– 16:38 Uhr). In Bremen hat dieser Zug immer eine etwas längere Standzeit von ca. zehn Minuten. Als wir anhielten, kam eine Frau (ca. dreißigr) mit einer Mehrwegtragetasche, einem Rucksack und zwei Plastiktüten in den Zug. Sie ist durch alle Abteile gegangen und hat immer dort, wo kein Passagier saß, in die Abfallbehälter geguckt. Hat sie eine Flasche 118 Die Beobachtungsprotokolle wurden meist in der Nacht nach dem jeweiligen Forschungstag durch Zuhilfenahme der Feldnotizen verschriftlicht und dienten mir als Datenquelle und Arbeitsgrundlage. Die Realnamen der Befragten wurden für die Veröffentlichung geändert. Ein Protokollabschnitt wurde im Nachhinein gekürzt, da er zu intime und zudem nicht wesentliche Informationen über einen der Sammler beinhaltete. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 Anhang gefunden, hat sie diese in ihre Mehrwegtasche gelegt. Abfallbehälter bei besetzten Plätzen hat sie übersprungen. Anschließend ist sie aus dem letzten Waggon ausgestiegen Dieses Durchgehen der Abteile habe ich bei späteren Zugfahrten noch häufiger beobachten können, sobald ein Zug eine längere Standzeit hatte. Diese Art zu sammeln spielte sich jedes Mal wie oben beschrieben ab. Die Sammler waren jedes Mal in einem schnellen Gang unterwegs und ich konnte noch nie beobachten, dass ein Sammler in einen Behälter geguckt hätte, vor dem eine Person saß. 16.05.15 (Samstag) Ich saß im Zug von Norddeich Mole nach Hannover (10:39 Uhr–14:38 Uhr). Der Zug war mit Werder-Bremen-Fans gefüllt. Der Anpfiff des Spiels Werder Bremen gegen Borussia Mönchengladbach war um 15:35 Uhr geplant. Im Laufe der Fahrt betrat ein Mann (ca. Ende vierzig) das Abteil, in dem ich saß. Er hatte zwei Plastiktüten bei sich und war mit einem Pullover und einer Jogginghose bekleidet. Er stellte sich an einen Viererplatz, an dem zwei Männer (ca. Ende dreißig) mit einem Jungen (ca. zehn) saßen und Bier tranken. Alle drei waren in Jeans und Bremen-Trikots gekleidet. Er erzählte den Männern, dass er immer bei den „Werder-Spielen“ sammle und schon auf dem Weg nach Bremen die Abteile „durchspaziert“ hätte. Er habe schon einige volle Tüten, die er in einem anderen Abteil bei einer Gruppe Fans gelassen habe, die darauf aufpassten. Andere Sammler würden bei den Menschen, die trinken, stehen bleiben, damit sie deren Flaschen bekämen. Er findet es „schlimm“ wenn man „die Leute nicht in Ruhe austrinken lässt“. Anschließend erzählte er, dass „die Ausländer“ Schuld trügen an seiner Situation und er sammele, weil nicht für jeden Deutschen ein Arbeitsplatz frei sei. Nachdem die Männer ihr Bier ausgetrunken hatten, gaben sie dem Mann ihre Flaschen und er ging weiter. Während der Zugfahrt kam er noch zwei Mal durch das Abteil, ohne mit jemanden zu sprechen. Die Menschen gaben ihm ungefragt ihre Flaschen und Dosen und er steckte sie in seine Tüten. Als wir in Bremen angekommen waren, trug er acht volle Tüten mit Pfandbehältern aus dem Zug. Er musste dafür vier Mal ein- und aussteigen. 11.06.15 (Donnerstag) Ich beobachtete am Bremer Hauptbahnhof so gegen 15 Uhr aus dem Fenster meines Zuges heraus einen jungen Sammler (ca. zwanzig bis dreißig) der sich mit einem blauen Rucksack und zwei Plastiktüten den Müllbehältern näherte. Die Müllbehälter an den Gleisen des Bremer Bahnhofs sind in drei Teilstücke unterteilt: Restmüll, Verpackungen und Glas – welche sich in einer Reihe nebeneinander befinden.119 Einige der Behälter sind mit einem Metalldach ausgestattet, was bei erster Betrachtung den Anschein erweckt, dass das Hineingreifen erschwert wird. Beim Selbst- 119 Es handelt sich dabei um das Model „TEMPTATION Standbehälter FF3“ der Firma Auweko, welche die Bahn mit Abfallbehältern ausstattet. Für genaue Daten zu den Behältern siehe offizielles Datenblatt: Auweko (2015), http://www.auweko.de/produkte/temptation/trennbehaelter/datenblattff3.html [13.09.15] 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 216 217 Beobachtungsprotokoll 01.2015–06.2015 und 15.08.2015 versuch stellte sich heraus, dass man beim Greifen in die außenliegenden Öffnungen etwas behindert wird, Flaschen aus den mittleren Öffnungen der überdachten Behältern zu entnehmen, funktionierte problemlos. Auf der Internetseite des Herstellers wird das Dach als Regenschutz bezeichnet.120 Nachdem er – ohne vorher hineinzusehen – tief in alle drei Teilbehälter gegriffen hatte (bis zur Schulter), hat er eine der Tüten am Behälter abgestellt und ist mit seinem Rucksack und der zweiten Tüte schnell zum nächsten Behälter gelaufen. Dieser stand geschätzt zehn Meter weit entfernt. Dort hat er, wieder ohne vorher hineinzusehen, in alle drei Teilbehälter gegriffen. Dann ist meine Bahn losgefahren. 15.08.15 (Samstag) Zwei junge Pfandsammlerinnen (ca. Ende zwanzig / Anfang dreißig) warteten mit 2 Einkaufswagen an einem Gleis des Bremer Hauptbahnhofs auf die herauskommenden Menschen (Bremen-Schalke-Spiel). Sie haben viele Bierflaschen und blaue Müllsäcke in den Wagen gehabt. Eine der beiden hatte Handschuhe an. Zudem durchsuchten sie auch die Abfallbehälter. 120 Vgl. Auweko (2015), http://www.auweko.de/produkte/temptation/trennbehaelter/zubehoer.html [13.09.15] 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 Anhang Beobachtungsprotokoll 20.06.2015–21.06.2015 Das Wochenende vom 20.06. bis zum 21.06. verbrachte ich in Hamburg. Eigentlich war ich nicht zum Forschen in der Stadt, jedoch entschied ich mich, nachdem ich am Samstag unentwegt Pfandsammlern begegnete, am nächsten Tag probehalber einen ersten direkten Feldkontakt zu wagen. 20.06.2015 (Samstag) Ich ging mit einer Begleitung am späten Abend auf der Reeperbahn spazieren. Was mir sofort auffiel, war die Menge an Sammlern, die innerhalb der Menschenmenge Flaschen suchten und Abfallbehälter durchsuchten. Da ich nicht darauf aus war, Daten zu erheben und somit nicht vorbereitet war und meine Beobachtungen aus Höflichkeit gegenüber meiner Begleitung nur nebenbei machen konnte, sind die Daten vom 20.06 nur Auszüge des Erlebten. Es gab Sammler mit Tüten, mit Rucksäcken oder Mehrwegtragetaschen, einige sprachen die Menschen direkt auf ihre Flaschen an, andere durchsuchten die Abfallbehälter mit Taschenlampen, einige trugen Handschuhe, andere nicht. Ein Sammler zog einen Rollkoffer durch die Menschenmenge und guckte mit einer Taschenlampe in die Abfallbehälter. Wenn er eine Flasche gefunden hatte, legte er diese in seinen Koffer. Ein anderer Sammler hatte zwei Tüten dabei und stand in einer Seitenstraße vor einem Lokal bei zwei Männern, die an einem Stehtisch Bier aus Dosen tranken. Der Türsteher des Lokals nahm mit dem Sammler Blickkontakt auf und machte ein Handzeichen (Fingerzeig in Richtung Sammler und anschließend Winkbewegung in Richtung Straße). Der Sammler machte daraufhin ebenfalls ein Handzeichen (Fingerzeig auf die zwei Männer, anschließend führte er die rechte Hand zum Mund und legte den Kopf in den Nacken). Der Türsteher wiederholte die Handbewegung von zuvor in zackigeren und schnelleren Bewegungen. Anschließend ging der Pfandsammler ohne die Dosen weiter. 21.06.2015 (Sonntag) Ich versuchte zum ersten Mal, einen pfandflaschensammelnden Menschen anzusprechen, um etwas mehr über das Sammeln zu erfahren. Dazu ging ich abends gegen 19:30 Uhr die Gegend um den Hauptbahnhof ab. Der Feldzugang erwies sich aufgrund meiner Schüchternheit als schwierig. Zwischen 20:00 Uhr und 21:00 Uhr waren nur noch vereinzelt Menschen im Stadtzentrum. Als ich einen Sammler mit vollem Einkaufswagen sah, ging ich ihm ein paar Meter hinterher, dann klingelte mein Handy, ich ging ran und ließ den Sammler aus den Augen. Als ich dem Anrufer sagte, dass ich beschäftigt sei und zurückrufe, war der Sammler schon verschwunden. Nach einigem Suchen fand ich ihn wieder, allerdings stand er mit seinem Wagen in der Schlange der mobilen Suppenküche. Da der Andrang sehr groß war, wollte ich ihn nicht vor all den Menschen auf das Sammeln ansprechen. Eine Frau mit kurzen, grauen Haaren um die fünfzig, die am Bahnhof eine Plastikflasche aus einem Abfallbehälter zog und in ihre Stofftasche legte, traute ich mich auch nicht anzusprechen, da ich befürchtete ihr als Mann am Hauptbahnhof in der Dunkel- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 218 219 Beobachtungsprotokoll 20.06.2015–21.06.2015 heit Angst einzujagen. Als sie schließlich einen jungen Mann nach einer Zigarette fragte und die beiden zusammen rauchten, zog ich weiter. Ich bemerkte, dass zwei ältere Männer, die ich zuvor zusammen sammeln gesehen hatte, auf einer Bank saßen und Brot aßen. Die Bank führte einmal rund um einen dünnen Baum herum und so beschloss ich, mich mit dem Rücken zu den Männern zu setzen und zu hören, worüber sie redeten. Ich war mir nämlich nicht zu 100 % sicher, dass es sich bei den beiden um Sammler handelte und ich wollte sicher sein, bevor ich sie ansprach. Beide trugen Caps und hatten Rucksäcke und Tüten bei sich. Leider redeten die beiden Männer in einer Sprache, die wie Polnisch für mich klang und ich verstand nicht, was sie erzählten. Als sie aufstanden, beschloss ich, ihnen in einiger Entfernung ein Stück hinterherzugehen um zu sehen, ob sie tatsächlich sammelten. Einer der beiden stieg nach kurzer Zeit in einen Bus und der andere entfernte sich zu weit vom Zentrum, so dass ich zurückging, um mich nicht zu verlaufen. Ein anderer Sammler mittleren Alters, der mir entgegenkam, sprach laut mit sich selbst und gestikulierte mit seinen Händen; ich traute mich wieder nicht, ihn anzusprechen. Als die Sonne unterging, bauten die Obdachlosen Lager unter den Geschäftseingängen und legten sich teilweise schlafen. In der Stadt lief kaum mehr jemand herum und so beschloss ich, selbst die Abfallbehälter nach Flaschen zu durchsuchen, um zu sehen, wie ich mich dabei fühle. Ziemlich schnell merkte ich, dass es in der Hamburger Innenstadt kaum möglich ist, Pfandflaschen zu sammeln. Fast alle Abfallbehälter haben eine Schublade, die der der Kleiderspendencontainern gleicht. So ist es unmöglich, in sie hineinzugreifen.121 Einige haben jedoch Extrabehälter an der Seite, in die man Flaschen oder Dosen hineinlegen kann. Sie tragen die Beschriftung: „Hamburger Pfandregal. NUR [sic] für Pfandflaschen und -dosen“. Ich ging die Spitaler Straße entlang und dachte, nun Abfallbehälter gefunden zu haben, in die man hineingreifen kann. Es war mir etwas unangenehm, weil dort Menschen waren. Als ich schließlich trotzdem hineingriff, stellte ich fest, dass die Öffnung dieser Abfallbehälter bis tief in die Erde reichten, so dass der Inhalt unerreichbar war. Ich ging zurück zum Bahnhof und kaufte mir dort in einem Kiosk eine kleine Cola Flasche, die ich sofort austrank, um Pfand zu haben, damit mich eventuell ein Sammler ansprechen würde. Mit der leeren Flasche in der Hand ging ich durch den Bahnhof. Ein älterer Sammler am Bahnhof lehnte meine Flasche ab, da er der Meinung war, es gäbe auf diese Flasche keinen Pfand, aber ich wusste genau, dass es auf diese Art der Flaschen Pfand gibt und war sehr verwundert. Ca. 22 Uhr Ich habe mich mit drei Männern über das Flaschensammeln unterhalten. Nr. 1: 41 Jahre alt, schwarze Wintermütze, Stoppeln, schwarzes T-Shirt mit Wolfmotiv und dunkelblaue Jogginghose 121 Was diese Behälter für die Sammler bedeuten, ist in einem Zeitungsartikel der Zeit nachzulesen (vgl. Fries, M., 2014, http://www.zeit.de/hamburg/2014–05/hamburg-muelleimer-flaschenpfandhightech) 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 Anhang Nr. 2: Mitte vierzig, graue Haare, gestutzter Vollbart, Brille, blaue Jacke, Jeans. Hat eine Tüte mit Pfandflaschen dabei, kommt ursprünglich aus Hannover und hat in Hamburg eine 10 m2-Wohnung. Nr. 3: Mitte fünfzig, weiße Haare, langer Vollbart, Cap schräg nach hinten, Jeans, Pullover, Jacke. Schon immer in Hamburg und zurzeit wohnungslos. Ich stand ca. 15 Minuten in der Nähe der Männer am Bahnhofsrand und beobachtete Nr. 1, wie er mit einem Mann, der sagte, dass er Inder sei, einen Joint rauchte und sich mit ihm unterhielt. Als der Inder weggegangen ist, habe ich ein Gespräch mit Nr. 1 angefangen und ihm Wasser gegeben. Er nahm mich mit zu Nr. 2 und Nr. 3. Ich stand ca. zehn Minuten wortlos bei den drei Männern, während Nr. 1 mir etwas erzählte, das ich nicht so gut verstanden habe. Um das Eis zu brechen habe ich in die Runde gefragt, ob jemand ein Kaugummi möchte. Während Nr.1 ein Kaugummi nahm und mir etwas vom „Kiffen“ erzählte, sagte Nr. 3 mehrmals leise „Polizei“ zu Nr. 1 und nickte in meine Richtung. Ich habe daraufhin Nr. 2 – der meine Frage, ob er Pfand sammle, bejahte – meine Colaflasche gegeben und er legte sie in seine Tüte. Ich erzählte, dass ich Soziale Arbeit studiere und ich gerne eine Forschungsarbeit über das Pfandsammeln schreibe, weil mich das interessiere. Nr. 2 findet diese Idee „interessant“ und sagte, dass das Sammeln nicht einfach sei und es viel Konkurrenz gäbe. Er wollte mehr über mein Studium wissen und wir unterhielten uns über den Unterschied zwischen Sozialer Arbeit und Pädagogik. Wir wurden von Nr. 3 unterbrochen, der „EU“ sagte und mich fragte, ob ich denn wisse, was das heiße. Er erzählte, dass er für den Austritt aus der EU sei und die „Ausländer“ Schuld an der ganzen Armut haben. Wir verstrickten uns in eine Diskussion über Rassismus und Nr. 2 sagte zu Nr. 3 „Darum geht es doch jetzt gar nicht, er möchte etwas über das Pfandsammeln wissen.“ Als ihn Nr. 3 daraufhin ignorierte und weiter über die Ausländer diskutieren wollte, ging Nr. 2 weg. Kurze Zeit später sagte ich zu Nr. 3, dass ich eine Runde Pfandsammler suchen gehe, und ging in den Bahnhof hinein. Die ganze Zeit während ich mich bei der Gruppe aufhielt, wurde unsere Diskussion aus einiger Entfernung von der Bahnsicherheit beobachtet. Ca. 22:30 Uhr ging ich zurück zu dem Aufenthaltsort der Gruppe. Nr. 2 war wieder da und ich begann mit Nr. 2 und Nr. 3 ein Gespräch über das Pfandsammeln. Nr. 2 hatte aufgrund eines Unfalls noch bis vor kurzem für 15 Monate im Koma gelegen und es steht ihm deswegen noch Geld von der Krankenkasse zu. Das Problem bei der Sache ist, dass sich während des Komas sein Arbeitslosenstatus geändert hat und somit auch sein Konto. So wusste die Krankenkasse nicht, auf welches Konto sie das Geld überweisen sollte, und deswegen musste er seinen Unterhalt im letzten Monat fast ausschließlich durch das Pfandsammeln bestreiten. Er spricht Passanten nur sehr selten auf Flaschen an, er geht auch nicht betteln, höchstens mal „ne Kippe schnorren“ denn: „Ich kann das nicht, nee, Menschen ansprechen kann ich nicht.“ Er sucht jeden Tag ca. eine Stunde, dann hat er keine Lust mehr: „Denn eigentlich will ich das gar nicht.“ Er guckt „hier da mal beim Vorbeigehen“ in die Abfallbehälter, aber er geht diese nicht systematisch ab. Nr. 3 spricht nie Passanten an. Er kann nicht so gut gehen, darum sammelt er nicht oft. 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 220 221 Beobachtungsprotokoll 20.06.2015–21.06.2015 Es gibt viel Konkurrenz, vor allem Rumänen und Bulgaren (Nr. 3). Es gibt auch sehr viele Rentner; diese sammeln vor allem am ZOB (Nr. 2). Die Bahnmitarbeiter haben nichts gegen Flaschensammler (Nr. 2), nur direkt am Bahnsteig dürfe man nicht sammeln (Nr. 3). Dass jemand von der Bahn am Bahnsteig etwas gegen das Sammeln gesagt hätte, hat Nr. 2 jedoch nur einmal mitbekommen, dann seier einfach gegangen und es habe keine weiteren Probleme gegeben. Nr. 3 gab seine Bierflasche, nachdem er ausgetrunken hatte, Nr. 2, der diese in seine Tüte tat. Sonntags könne man das Sammeln „vergessen“, da sonntags nichts los sei (Nr. 3) und gleichzeitig sonntags viele sammeln (Nr. 2). Sonntags lohne es sich nur auf der Reeperbahn, weil da etwas los sei (Nr. 3). Außerdem seien dort ab 22 Uhr Flaschen verboten, dann gebe es dort nur noch Dosen und die seien „schön leicht“. Bei Regen geht Nr. 2 nicht sammeln, höchstens beim Mitternachtsbus, wenn alle mit den Flaschen aussteigen. 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 Anhang Beobachtungsprotokoll 26.08.2015–27.08.2015 Am 26.08.2015 habe ich meine Forschungstätigkeit in Braunschweig begonnen. In Beobachtungsprotokoll 3 werden die ersten Versuche des Feldzugangs dargestellt, bevor mir Sven begegnete. 26.08.2015 (Mittwoch) Ich sitze seit ca. 22 Uhr auf einer Bank in der Bahnhofshalle. Ich spreche gegen 22:30 Uhr eine ältere Dame an, von der ich denke, sie könnte eine Sammlerin sein. Wir stehen mitten in der Bahnhofshalle. Ältere Dame: Graue Kurzhaarfrisur, blaue Jeans, brauner Pullover, Taschenlampe, Stoffbeutel, Mehrwegtragetasche Sie sagt, dass es um diese Uhrzeit nicht viele Pfandflaschen am Bahnhof gebe, aber sie gehe immer so spät abends, da sonst zu viel „Konkurrenz“ da sei. Sie geht jeden Tag zum Bahnhof, manchmal sammelt sie aber auch in Parks. Außer ihr gibt es noch fünf, sechs weitere Sammler, die regelmäßig jeden Tag am Bahnhof sind und sammeln. Diese nennt sie „Profis“. Diese Sammler haben oft die Tüten voll, wenn sie den Bahnhof verlassen, sie weiß aber nicht, wie diese das „anstellen“. Viele sammeln auch direkt an den Bahnsteigen, sie aber nicht, Sie dreht jetzt noch eine „kleine Runde“ um den Bahnhof und geht dann nach Hause. Sie sammelt immer nur 5–8 Flaschen, weil sie aufgrund ihrer Krankheit nicht mehr tragen kann. Sie sei zwei Jahre vor der Rente so oft „unterm Messer“ gewesen, dass sie diese zwei Jahre nicht mehr arbeiten konnte und hat dann ein Jahr „Reha gemacht“ und ging dann in Rente. Sie bekommt Rente „unterm Satz“, will aber nichts vom Staat: „Und darum sammel ich.“ Sie wohnt in der Nähe des Bahnhofes, deswegen geht sie dort zum Sammeln hin. Die Bahnsicherheitsmitarbeiter erlauben das Flaschensammeln jedoch nicht: „Das ist verboten.“ Sie wurde auch schon einmal vom Sicherheitsdienst angesprochen. Wenn man von der Bahnsicherheit mehrere Verwarnungen erhält, muss man Strafe zahlen. Wie das die anderen Sammler machen, die teilweise schon mehrere Jahre als Sammler „arbeiten“ und keine Strafe kriegen, weiß sie auch nicht. „Das sind eben die Profis.“ Manchmal findet sie auch drei Tage nichts. Wenn die Mülltonnen nass sind, sieht sie schon, dass die „Konkurrenz“ da war und es keine Flaschen gibt. Diese haben ihre gefundenen Flaschen am Mülleimer ausgeleert, wodurch die Mülltonnen nass werden. 23:00 Uhr Ich habe keine weiteren Sammler gesehen und beschließe, mit meinem Rad in die Stadt zu fahren. In der Innenstadt finde ich auch keine Sammler und beginne, selbst Flaschen zu sammeln. Im Rotlichtviertel werde ich von einem Mann um die vierzig in gebrochenem Englisch angesprochen. Er bittet mich, ihm zu folgen. Wir gehen ca. 200 Meter von der Bank weg, auf der er saß, zu seinem Fahrrad, wo er eine grüne Bierdose gelagert hatte. Diese gab er mir in die Hand, stieg auf sein Fahrrad und fuhr weg. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 222 223 Beobachtungsprotokoll 26.08.2015–27.08.2015 23:45 Uhr Ich beschließe, noch einmal in den Bahnhof und den Prinzenpark zu fahren und dann nach Hause zu gehen. Im Bahnhof waren nur noch ein paar Menschen, die auf ihren Zug gewartet haben und der Park war zu dunkel, um etwas zu sehen. 27.08.2015 (Donnerstag) 17:00 Uhr Ich fahre zum Bahnhof und sehe nach ca. 15 Minuten einen jungen Mann (ca. Ende zwanzig, Anfang dreißig), der einen Rucksack bei sich trägt und Flaschen aus dem Müllbehälter entnimmt und einsteckt. Ich: „Entschuldigen Sie, sammeln Sie Flaschen?“ Er: „Warum?“ Ich: „Dürfte ich Sie vielleicht begleiten, mein Name ist Tobias Schuller, ich studiere Soziale Arb…“ Er: „NEEEE“ Ich: „Ok, dann wünsche ich Ihnen noch einen schönen Tag“ Die Polizei und die Bahnsicherheit befinden sich ständig in der Bahnhofshalle. Nach zwei Stunden Wartezeit (19:15 Uhr) beschließe ich, den Bahnhof zu verlassen und nachts im Disco- und Rotlichtviertel zu beobachten. 23:30 Uhr Fahre trotz strömenden Regens zu den Discos und Kneipen. Nirgends ist ein Mensch zu sehen, fahre schon um 00:20 Uhr zurück nach Hause. 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 Anhang Beobachtungsprotokoll 28.08.2015 (Freitag) Bierfest 18:45 Uhr Ich treffe sofort bei meiner Ankunft auf dem Bierfest einen älteren Herren (Otto), der Arbeitshandschuhe trägt. Er schiebt einen großen Einkaufswagen vor sich her, um den rundherum sehr viele Tragetaschen befestigt sind. Ich gehe ein paar Meter hinter ihm her, während er sich vom Bierfest wegbewegt. Er hält an jedem Abfallbehälter an, guckt hinein und wenn er Flaschen findet, legt er diese in seinen Wagen. Wir kommen an einer Gruppe junger Männer vorbei, die Bier trinken und vor sich auf dem Boden mehrere leere und volle Bierflaschen liegen haben; er spricht sie nicht an. Ein paar Meter weiter nimmt er eine Dose aus einem Abfallbehälter und versucht, diese durch Drücken auszubeulen. Als wir in eine menschenleere Straße einbiegen, leert er eine der gesammelten Flaschen – welche noch etwas Inhalt hatte und die er zuvor aufrecht in den Wagen gestellt hatte – aus und legt sie in den Wagen zurück. Ich nutze den Umstand, dass wir allein sind und spreche ihn an. Das Gespräch verlief in etwa so: Ich: „Hallo ich bin Tobi, ich studiere Soziale Arbeit und interessiere mich fürs Pfandsammeln.“ Er: (lacht und zeigt in Richtung Bierfest) „Dann musst du da hinten hingehen, da ist viel los, da kannst du sammeln!“ Ich: „Nein, ich wollte fragen, ob ich Sie begleiten dürfte, ich könnte Ihnen vielleicht helfen. Ich möchte etwas über das Sammeln lernen.“ Er: (zeigt in Richtung Bierfest) „Dann geh dahin und sammle, man lernt am besten, wenn man selber sammelt. Das muss man eigentlich nicht lernen, das kann doch jeder. Viel Spaß.“ Ich: „Danke, viel Glück weiterhin. Ach so, würden Sie mir eine bestimmte Strecke empfehlen?“ Er: „Ich geh immer kreuz und quer durch die Stadt, bis ich müde bin (lacht). Viel Spaß.“ Ich: „Danke.“ Ich gehe eine Runde über das Bierfest. Das Gelände besteht aus mehreren Bierzelten und Imbissständen, die auf dem Rathausplatz verteilt sind. Es ist sehr unübersichtlich. Auf die Biergläser gibt es zwei Euro Pfand, es werden aber auch Flaschen verkauft. Beim Übergang vom Theaterpark zum Schloss treffe ich wieder den älteren Herrn und spreche ihn an. „Man muss einfach von Mülleimer zu Mülleimer gehen. Ich mach das schon zehn Jahre.“ 21:22 Uhr Bin dem Mann diesmal im Rotlichtviertel begegnet: „Heute ist nichts los. Bierfest kannste vergessen.“ Wir gehen ein Stück zusammen und er lässt keine Mülltonne aus. An einem der Abfallbehälter kommt ein weiterer Sammler (Sven) hinzu, der Otto anspricht. Er fragt, wie es in der Bruchstraße „aussieht“. Otto antwortet: „Tote Hose“. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 224 225 Beobachtungsprotokoll 28.08.2015 (Freitag) Der andere Sammler macht eine Zigarettenpause auf einer Bank und unterhält sich mit einem Mann, der neben ihm sitzt. Otto geht weiter. Ich warte in einigem Abstand und beobachte den rauchenden Sammler. Sven Sven ist 51 Jahre alt und vietnamesischer Abstammung. Er ist bei Pflegeeltern aufgewachsen, die inzwischen beide verstorben sind. Er hat vier Halbgeschwister. Er hat zwischenzeitlich für kurze Zeit in München gelebt, lebt aber sonst schon immer in Braunschweig. Zurzeit wohnt er in einer Einzimmerwohnung mit seinem elf Jahre alten „Mitbewohner“ (Kater). Er sammelt seit sieben Jahren, jedoch meist nur am Wochenende. Er sammelt dann elf bis zwölf Stunden am Tag, bei großen Festen auch mal länger, dabei verdient er ca. zwanzig Euro. Er bezieht Arbeitslosengeld II. 22:30 Uhr Sven steht auf und geht weitersammeln, ich folge ihm, während ich mein Fahrrad schiebe und überlege, ihn anzusprechen. Nach etwa 300 Metern, die ich neben ihm hergehe, biege ich links ein. Er geht an der Kreuzung rechts. Ich entschließe mich, ihn anzusprechen und fahre ihm hinterher. Das Gespräch lief in etwa so ab: Ich: „Entschuldigen Sie, ich sehe, Sie sammeln Pfand. Darf ich Sie begleiten? Ich bin Student und mich interessiert das Pfandsammeln. Ich möchte darüber eine Forschungsarbeit für die Hochschule schreiben.“ Er: „Ach so, ich dachte, du bist auch ein Sammler, darum bin ich rechts eingebogen, weil ich dachte, du willst links sammeln.“ Ich: „Ich sammle auch ein bisschen, aber nur, um was zu lernen für die Forschungsarbeit. Aber ich würde Sie lieber begleiten. Ich könnte Ihnen helfen und Sie können auch die Flaschen haben, die ich bis jetzt gesammelt habe.“ Er: „Ja, gerne, komm mit. Was ist das für eine Arbeit? Wie viele Seiten musst du schreiben?“ Er fragt mich mehrere Einzelheiten zu meinem Studium und dem Forschungsbericht, während wir gehen. Wir gehen in die Innenstadt, während er die Abfallbehälter durchsucht. Mir fällt auf, dass er auch die Flaschen, in denen sich noch etwas Flüssigkeit befindet, in seinen Trolley legt. Ich frage, ob er die Flaschen nicht ausschüttet. Er sagt, normalerweise tue er das schon, aber man müsse die Flaschen dort entleeren, wo nicht so viele Menschen laufen, um niemanden die Füße nass zu machen. Ausrüstung Sven hat einen orangefarbenen Trolley und an dessen Griff hat er zwei Plastiktüten befestigt. Zudem trägt er einen großen schwarzen Rucksack, in den er leere Bierflaschen legt und in dem er weitere Plastiktüten transportiert. Er hat ein Paar Arbeitshandschuhe, die er jedoch nicht immer trägt, eine Gürteltasche mit drei Taschenlampen und Ersatzbatterien und einen Dreikantschlüssel, mit dem er 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 Anhang die Verriegelungen der städtischen Abfallbehälter aufschließen und diese kippen kann, um leichter hineinzugreifen. System In den Trolley kommen die Glasflaschen, in die erste Tüte kommen die Plastikflaschen, deren Wert 25 Cent beträgt, und in die Tüte, welche auf der erstgenannten Tüte liegt, kommen die Dosen, damit diese nicht knicken. Er macht ab und zu Stopps, um die kleineren Glasflaschen aus dem Trolley in den Rucksack zu legen, da diese nicht so viel Platz einnehmen und er den Rucksack „vernünftig“ füllen kann. Bei der Gelegenheit sortiert er auch „spezielle Flaschen“ aus, welche er versehentlich eingesteckt hat und die man nicht in jedem Getränkemarkt abgeben kann. Er macht eine erste „Schicht“, bis der Trolley und der Rucksack voll sind. Das Pfand bringt er anschließend direkt zum Getränkemarkt bei sich in Wohnungsnähe. Dann macht er die „Nachtschicht“, bis die Taschen voll sind. Je nachdem, wie erfolgreich er ist, dauert dies bis 00:00 Uhr oder auch mal 02:00 Uhr nachts. Die Flaschen lagert er über Nacht in der Wohnung, weil er keinen Keller hat. Diese Flaschen bringt er am nächsten Tag vor der ersten „Schicht“ zum Getränkemarkt. Er sammelt nur in der Innenstadt und geht dort verschiedene Plätze und Routen ab. Samstags geht er erst ab 17:30 Uhr los, weil er die Fußballspiele im Radio verfolgt und manchmal noch die Sportschau im Fernseher sieht. Beobachtungen Wir sind schon eine Weile unterwegs. Sven sagt, ich solle nach Flaschen auf dem Weg suchen, während er in die Abfallbehälter gucke, weil seine Augen nicht mehr so gut seien und er oft an Flaschen in dunklen Ecken vorbeigehe. Wir gehen in Richtung Bierfest. Ich schiebe mein Fahrrad und er zieht seinen Trolley. Wir gehen am eingezäunten Teil des Festgeländes vorbei und am Ende des Zauns geht Sven in die Menschenmenge. Ich gehe mit dem Fahrrad hinterher. Es ist sehr eng und viele Menschen fluchen oder beschimpfen uns, während wir uns durch die Menge drängeln. Sven zieht seinen Trolley kreuz und quer durch die Massen und fährt dabei verschiedenen Menschen über die Füße. Ich habe Probleme, mit dem Fahrrad hinterherzukommen, und entschuldige mich bei den Passanten für das Drängeln. Als ich aus der Menge herauskomme, wartet Sven auf mich. Ich frage mich, ob das seine normale Taktik ist, auf Festen zu sammeln: „Das war vielleicht keine so gute Idee von uns, mit dem Rad und dem Trolley reinzugehen.“ Er antwortet, dass er das nicht wollte: „ Ich wollte eigentlich um das Fest herum gehen und dann war ich plötzlich mitten drin.“ Wir gehen weiter in der Stadt umher, während er in die Abfallbehälter guckt und ich in die Ecken. Er holt sich Flaschen, die in der Nähe einer Frau stehen und fragt sie zuvor um Erlaubnis. „Man muss immer fragen, wenn Leute in der Nähe von Flaschen stehen.“ Ich frage, ob er auch manchmal bei Menschen, die trinken, warte bis diese fertig seien. Er sagt, er habe für so etwas keine Zeit. Einige stehen eine halbe Stunde vor den Menschen und warten und dann behalten diese die Flasche doch. 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 226 227 Beobachtungsprotokoll 28.08.2015 (Freitag) Ich frage ihn nach einer Weile, ob er ein Bier möchte, aber er antwortet, dass er keinen Alkohol trinke: „Ich trinke höchstens mal auf so einer Party wie dem Bierfest hier mal ein Bier. Aber du kannst mich gerne auf eine Cola einladen.“ Wir setzen uns vor einen türkischen Imbiss auf eine Bank und ich kaufe zwei Dosen Cola. Während sich Sven eine Zigarette dreht, erzählt er mir, dass er das Geld vom Pfandsammeln für Tabak und für das Essen für seinen „Mitbewohner“ verwendee. Wir reden über unsere Familien, das Studium, wo wir schon überall gewohnt haben und übers Pfandsammeln. Er hat früher bei Heimspielen am Stadion gesammelt, aber nun nicht mehr: „Dort sind bis zu vierzig Sammler, das lohnt sich nicht.“ Am Bahnhof sammelt er auch nicht mehr. Die Bahnangestellten verbieten das Sammeln, weil sie selber Pfand sammeln. Manchmal, wenn man in den Sonderzügen für die Fußballfans sammelt, warten die Mitarbeiter im Zug, bis man fertig ist und alle Flaschen zusammengetragen hat, dann muss man alles, was man gesammelt hat, in der Bahn lassen und die Bahnangestellten bringen das Pfand selber weg. Wenn man sich dagegen wehrt, rufen die Mitarbeiter die Bahnsicherheit und sagen, dass man Ärger macht. Vor den Diskos in der Stadt hat es sich früher mehr gelohnt zu sammeln als heute. Früher haben alle vor der Tür ihre eigenen Getränke ausgetrunken, bevor sie hineingegangen sind, dies hat jedoch in letzter Zeit nachgelassen. Sven vermutet, dass die Türsteher nicht mehr erlauben, eigene Getränke vor der Tür zu trinken. Sven sammelt in der Regel nur bei gutem Wetter und dann ca. zwölf Stunden in zwei Schichten, er kennt aber auch Sammler, die den ganzen Tag und auch bei Regen sammeln. Die meisten Sammler sind in der Innenstadt unterwegs. Nur wenn man ein Fahrrad hat, lohnt es sich auch außerhalb. Nach der Colapause zeigt mir Sven ein öffentliches Klo am Rathaus, das immer offen ist und nichts kostet. Während er auf die Toilette geht, passe ich auf seinen Trolley auf, anschließend passt er auf mein Rad auf, während ich auf die Toilette gehe. Als ich von der Toilette komme, fragt mich Sven, ob ich auch mal in den Abfallbehältern suchen möchte, und gibt mir eine seiner Taschenlampen. Ab diesem Zeitpunkt teilen wir uns, nach seinen Anweisungen, an den verschiedenen Plätzen auf und durchsuchen die Abfallbehälter, die auf dem Weg liegen. Anschließend kommen wir nach jedem Platz oder jedem Streckenabschnitt, den wir abgelaufen sind, zusammen und gucken, was der andere gesammelt hat und besprechen, wie es weitergeht. Einmal kommt uns aus der Richtung, in die wir gerade gehen wollten, eine Frau mit drei Tüten entgegen. Sven grüßt sie und schlägt mir einen Richtungswechsel vor, da die Frau auf der Strecke sicherlich schon alles eingesammelt habe. Mich interessiert, ob es unter den Sammlern Konkurrenz gibt und es manchmal zu Streit kommt. „Nicht wirklich“, viele kennen sich untereinander, obwohl täglich neue Sammler dazukommen. Darum hielt er auch mich zunächst für einen Sammler. Aber er hat bei „Aktenzeichen XY“ gesehen, dass zwei Sammler aus Rumänien oder Bulgarien einen deutschen Sammler „mit einer Flasche oder so“ totgeschlagen hätten. Die Frage, ob er nicht manchmal Angst habe, nachts alleine unterwegs zu sein, verneint er. Er hat jahrelang Kampfsport gemacht und bis jetzt kam es nur ein einziges Mal vor, dass ihn zwei Betrunkene nicht weitergehen gelassen haben, weil sie ihm nicht glaubten, dass er keine Zigaretten hat. Als sie ihn nach mehrmaligem Bitten nicht durchlie- 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 Anhang ßen, schlug er einem von beiden ins Gesicht. Da rannte der andere weg und der erste stand auf, entschuldigte sich und rannte auch weg. Auch vor der Polizei oder dem Ordnungsamt habe er keine Angst: „Wir tun ja nichts Verbotenes.“ Als wir eine Pause an einer großen Straßenbahnhaltestelle machen, sehen wir, wie ein Sammler die eine Seite der Haltestelle abläuft und in jeden Abfallbehälter guckt, während auf der gegenüberliegenden Seite ein anderer alle Behälter durchsucht (Pat und Patachon). Sven spricht den einen, der auf unserer Seite der Haltestelle sammelt, an: „Die vermissen dich schon bei der Mission. Die sagen, hier gibts Kaffee für zehn Cent und der kommt trotzdem nicht mehr (lacht).“ Sven stellt mich als seinen neuen Praktikanten vor. Sven erzählt mir anschließend, dass der Sammler, mit dem er geredet hat, und der von der anderen Seite zusammen sammeln und sich den Gewinn teilen. Sie schlafen sehr wenig und sammeln von 5 Uhr morgens bis in die Nacht hinein. Über den älteren Herrn, den ich an diesem Abend zuerst angesprochen habe, erzählt mir Sven, dass ihn alle Otto nennen, er aber nicht wisse, wie dieser wirklich heiße. Er sagt, dass er seinen Trolley von Otto geschenkt bekommen habe, der diesen wiederum beim Sammeln gefunden habe. Otto ist laut Sven 71 Jahre alt und bezieht drei Renten: „Die normale, die private und die Werksrente.“ Er hat ein Haus in Gifhorn, in dem er wochentags wohnt, und eine Mietwohnung in Braunschweig, die er am Wochenende zum Pfandsammeln bezieht. „Er kommt dann mit dem Auto her und sammelt fast 24 Stunden lang.“ Wegen der Geschichte mit dem gefundenen Trolley frage ich Sven, ob er auch manchmal Sachen finde, die er brauchen könne, oder vielleicht sogar Geld. Er habe bis jetzt noch nichts gefunden, aber er bekomme manchmal Geld von Fremden geschenkt. Meistens ein bis zwei Euro, manchmal auch fünf. Er habe aber auch schon zehn und zwanzig Euro geschenkt bekommen. Einmal, als er Pfand abgegeben habe, sei eine Frau auf ihn zugekommen und habe ihm fünfzig Euro geschenkt. Sie habe zu ihm gesagt: „Sie brauchen das dringender als ich.“ Die meisten Passanten ignorieren uns. Sven geht zu einer Gruppe von Menschen, neben der eine Flasche steht, und fragt in die Gruppe hinein, ob er die Flasche haben dürfe. Ein Mann um die vierzig dreht sich zu Sven um und sagt im lauten Tonfall: „Die schenke ich dir.“ Im Rotlichtviertel sprechen uns mehrmals Männer an und fragen, ob wir Koks oder Gras haben wollen. Wir ignorieren die Männer jedes Mal und durchsuchen weiter die Abfallbehälter. Als wir am Kohlmarkt sammeln, läuft eine junge Frau um die zwanzig Sven hinterher und sagt ihm, dass am Dom ganz viele Flaschen liegen. Wir gehen daraufhin direkt zum Domplatz, der sich einige Meter neben dem Bierfest befindet. Unterwegs lassen wir jedoch keinen Abfallbehälter unüberprüft. Am Dom trinken viele Menschen Bier. Ein junger Mann, der ca. zwanzig Meter von uns entfernt sitzt, steht auf und bringt Sven seine Flasche. Wir drehen eine Runde um den Domplatz und sammeln die leeren Flaschen ein, dann setzen wir uns auf eine der Domtreppen und warten, bis die Menschen wieder leere Flaschen zum Einsammeln „produzieren“. Nach ca. zwanzig Minuten gehen wir wieder eine Runde und setzen uns dann wieder auf die Treppe. 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 228 229 Beobachtungsprotokoll 28.08.2015 (Freitag) Abschied Es ist ca. 02:00 Uhr und der Trolley ist fast bis zum Rand gefüllt: „Da ist jetzt gerade noch so viel Platz, dass ich Flaschen, die ich auf dem Heimweg finde, hineintun kann.“ Er will einen Bogen um das Bierfest machen, falls da zu viele Flaschen für den Trolley sind und er welche liegen lassen müsste. Wir haben Telefonnummern getauscht und uns für den nächsten Tag um 17:30 Uhr verabredet. 217 218 219 220 221 222 Anhang Beobachtungsprotokoll 29.08.2015 (Samstag) Treffen mit Sven Wir treffen uns, wie zuvor noch einmal telefonisch bestätigt, um 17:30 Uhr vor dem Imbiss, bei dem wir gestern die Cola getrunken haben. Sven erzählt, dass wir gestern Flaschen im Wert von 21,50 Euro gesammelt haben. Er zählt immer alles in seiner Wohnung zusammen und schreibt sich die Beträge auf. Sven bespricht mit mir, wie wir heute vorgehen sollen: Heute will er mit mir eine „Schicht“ machen bis der Trolley voll ist, dann geht er nach Hause, leert alles in der Wohnung aus, sortiert die Flaschen und Dosen nach deren Wert, schreibt sich auf, wie viel er bekommen wird, und entscheidet dann, ob er noch einmal losgeht oder „zu erschöpft“ ist. Zunächst sollen wir uns wieder in den Passagen und den Straßenbahnhaltestellen aufteilen (einer am linken Rand der Wege, einer am rechten Rand) und die jeweiligen Abfallbehälter ablaufen. Wenn es dann dunkel wird, bekomme ich wieder eine Taschenlampe. Beobachtungen Nach ziemlich kurzer Sammelzeit bekommt Sven von einem Passanten an einem Imbiss einen Lahmacun geschenkt. Er bedankt sich, nimmt den Lahmacun mit und isst ihn wenig später, als wir die erste Pause an einer großen Straßenbahnhaltestelle machen. Er sagt, dass es öfter vorkomme, dass er Essen geschenkt bekomme, und er es gerne annehme. Manche Menschen geben ihm aber auch angefangene Lebensmittel, von denen sie schon abgebissen haben, das finde er nicht gut. Er nehme diese an, „um nicht unhöflich zu sein“, schmeiße sie dann aber weg. Dieses Verhalten konnte ich noch später am selben Abend beobachten, als ihm jemand einen angefangenen Fleischspieß schenkte. Pausen Die erste Pause machen wir nach ca. einer Stunde, um ca. 18:30. Die zweite ca. zehnminütige Raucherpause erfolgt um 19:12 Uhr. Gegen 20 Uhr machen wir eine lange Pause (ca. zwanzig Minuten), weil um diese Uhrzeit sehr viele Sammler anfangen und zu viel Konkurrenz auf einmal unterwegs ist. Ansonsten werden durchgehend (Raucher-)Pausen immer ungefähr im Stundentakt gemacht. Beobachtungen Wir gehen wiederholt bestimmte Streckenbereiche ab, die durch eine Ansammlung von Abfallbehältern gekennzeichnet sind. Diese Streckenabschnitte bestehen aus Einkaufspassagen, längeren Straßenbahnhaltestellen, Straßenabschnitten oder Plätzen. Ist eine Strecke abgelaufen, gibt es an deren Ende eine Auswahl von neuen Strecken, aus denen ausgewählt werden kann. Dabei gibt es nicht unendlich viele Strecken, es handelt sich eher um ein Netz, dessen Maschen man auf verschiedensten Wegen und in unterschiedlichen Kombinationen ablaufen kann, jedoch irgendwann wieder an denselben Stellen landet, an denen man bereits war. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 230 231 Beobachtungsprotokoll 29.08.2015 (Samstag) Das Ablaufen der Strecken erfolgt, indem wir uns aufteilen, z. B. geht in einer Fußgängerzone einer die Behälter auf der linken Seite ab, guckt in jeden Behälter hinein und nimmt gegebenenfalls Flaschen oder Dosen hinaus, der andere geht die Tonnen auf der rechten Seite ab und tut dasselbe. Ist man alleine unterwegs, geht man die Behälter im „Zickzackkurs“ ab oder man geht auf der einen Seite zum Ende der Strecke und auf der anderen wieder zurück, wodurch man wieder an seinem Startpunkt gelangt. Im zweiten Fall lohnt sich das nur, wenn man sich an einem zentralen Knotenpunkt befindet, von dem aus mehrere Strecken angesteuert werden können. Das Streckennetz ist jedoch nicht konstant, sondern befindet sich in einem Wandel, der von der Uhrzeit abhängig ist. Ab 20 Uhr werden die Streckenabschnitte, welche sich bei den Geschäften der Innenstadt befinden (Einkaufspassagen), nicht mehr so häufig angesteuert. Dafür werden ab 20 Uhr die Straßen im Imbiss-/Kneipen-/Rotlichtviertel vermehrt abgelaufen. Nach der großen Pause sammeln wir weiter. Nach ca. zwanzig Minuten (20:40 Uhr) sind wir am Bierfest und gehen eine Runde um das Festgelände, wo wir herumstehende Flaschen einsammeln. Anschließend beschließen wir, auf dem Domplatz zu bleiben, wo viele Menschen sitzen und Bier trinken. „Bohlweg oder in der Stadt, wo die Geschäfte sind, lohnt sich nicht mehr, da ist nichts mehr los.“ Wir setzen uns und Sven nutzt die Pause, um wieder die kleinen Bierflaschen vom Trolley in den Rucksack zu legen. Wir unterhalten uns über das Sammeln und seine Ausrüstung, danach waschen wir uns die Hände am Springbrunnen des Doms und gehen wieder los. Sven lässt mich einmal seinen fast vollen Trolley ziehen und ich komme kaum voran. Als ich zudem noch seinen Rucksack trage, muss ich nach zehn Minuten Pause machen. Scham Sven war das Sammeln am Anfang „peinlich“ aber „man gewöhnt sich an die Blicke“. Vor allem in der Anfangszeit, als das Flaschenpfand eingeführt wurde, war es „schlimm“, weil die Menschen nicht an den Anblick von Pfandsammlern gewohnt waren: „Die dachten, wir suchen was zu essen.“ Heute ist es für die Menschen ganz normal, dass es Sammler gibt. Sven fragt mich, ob meine Freundin weiß, was ich hier mache (sammeln) und wie sie das findet, denn meistens finden Frauen das „nicht so toll“, wenn Männer sammeln. Kisten und Pfandpreise Manchmal findet man auch ganze Kisten, dann muss man gut aufpassen, ob nicht noch jemand in der Nähe ist, dem die Kiste gehört und der sie vielleicht selber abgeben möchte. Sven kennt alle Pfandpreise für Kisten und Flaschen auswendig. Frühere Arbeit und Sammelstart Sven hat bei den Stadtwerken gearbeitet bis diese „Pleite“ gingen (2002). Danach hat er als Möbelpacker gearbeitet, was ihm jedoch zu schwer war, weswegen er sich einen Job als Aushilfe im Restaurant gesucht hat. Anschließend war er in einem 1-Euro-Laden tätig. Er sagt, er finde heutzutage keine Arbeit mehr, weil er nur noch ein Auge habe und dieses zusätzlich trüb sei. 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 Anhang Als er schließlich Arbeitslosengeld II bekam, hat er draußen in der Stadt andere Menschen sammeln gesehen und weil er sowieso die ganze Zeit draußen unterwegs war, hat er es auch einmal ausprobiert. Sammeln als Arbeit Sven ist ein „richtiger“ Sammler, denn er sammelt auch im Winter bei Minusgraden. „Das machen nicht alle.“ Es gibt dann zwar weniger Flaschen, aber auch weniger Konkurrenz, wodurch sich das Sammeln im Winter wieder lohne. Der „Opa“ (Otto) ist auch ein „Harter“ der im Winter sammeln geht. Es gibt nicht nur das Sammeln, um auf der Straße Geld zu verdienen. Er kennt auch Menschen, die ihr Geld mit Betteln erarbeiten. „Ist aber nicht so mein Ding.“ Die Frage, ob er es schon einmal probiert habe, verneint er. „Den ganzen Tag rumsitzen für zwei Euro“ will er nicht. Als ich sage: „Ich glaube, dass kann schon anstrengend sein, den ganzen Tag zu sitzen“, sagt Sven: „Nein, das ist wie ein Bürojob. Das ist auch nicht so anstrengend, wie auf dem Bau zu arbeiten.“ Die, die „Tag und Nachts“ sammeln, schlafen manchmal an den Haltestellen, obwohl sie eine Wohnung haben. Für diese Menschen ist das Sammeln laut Sven „keine Arbeit mehr sondern eine Sucht“. Freizeit In der Woche guckt Sven meist TV oder schließt Sportwetten ab. Er erstellt Statistiken von Fußballspielen und schreibt sich alle Ergebnisse auf. Auch sonntags sammelt Sven nicht, außer es ist ein Eintracht-Braunschweig-Spiel, Karneval oder ein anderes Großereignis. Ausstattung Sven hat immer Taschentücher in seiner Bauchtasche für dreckige Flaschen (z.B. durch Ketchup oder Tsatsiki). Auch hat er eine Müllzange an seinem Trolley befestigt, die er noch von seiner Arbeit aus dem 1-Euro-Shop hat. Diese benutzt er, wenn ein Abfallbehälter zu tief ist oder eine Flasche zu hoch liegt und er mit den bloßen Händen nicht heranreicht. Die Arbeitshandschuhe hat er sich besorgt, weil er sich schon einmal beim Sammeln an der Hand geschnitten hat. Andere Sammler Sven kennt Sammler in allen Altersklassen. Es sammeln Frauen und Männer, Letztere jedoch vermehrt. Die meisten Sammler sind laut Sven „Rentner und Hartz-IV-Empfänger“. Aber auch Menschen, die einer bezahlten Tätigkeit nachgehen, sammeln, z. B. die Mitarbeiter der Braunschweiger Verkehrsbetriebe. „Muss man sich mal reinziehen, die bekommen gut Geld da bei der Stadt. Die habens eigentlich gar nicht nötig.“ Am Stadion sammeln auch Kinder. Die Eltern parken ihre Autos beim Real in der Nähe des Stadions „und der Sohn sammelt mit einem Einkaufswagen und bringt danach das Pfand zum Auto.“ 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 232 233 Beobachtungsprotokoll 29.08.2015 (Samstag) Sven sagt mir, dass ich mich beeilen solle wenn ich eine Flasche sehe und noch weitere Sammler in der Nähe seien. Ich soll den anderen ruhig die Flasche „vor der Nase wegschnappen“, das ist laut Sven die gängige Praxis und führe auch nicht zu Streitigkeiten. Abschied Um ca. 22 Uhr machen wir die letzte große Pause am Domplatz. Sven sagt, er wolle bald nach Hause, um die Flaschen zu sortieren und zu lagern. Dann überlegt er sich, ob sich noch eine zweite „Schicht“ lohne. Er will mir in ca. einer Stunde eine SMS schicken, tut dies jedoch nicht. 131 132 133 134 135 136 137 138 139 Anhang Beobachtungsprotokoll 30.08.2015 (Sonntag, Eintracht-Braunschweig-Spiel), 01.09.2015 und 02.09.2015 Zwischen Stadt und Stadion Auf dem Weg zum Stadion begegnet mir Sven (ca. 11:30 Uhr) in der Stadt. Er sagt, wir haben gestern 25 Euro eingenommen. Er habe gestern kein Pfand weggebracht, weil noch genügend Tabak, Essen und Katzenfutter da gewesen sei. „Ich brauche kein Geld im Moment, war ja alles da. Dann bring ich nichts weg, sondern lass es in der Wohnung.“ Er hat mir gestern keine SMS mehr geschickt, weil sein Handy wieder abgestürzt ist. Heute sammelt er, weil wegen dem Spiel viele Fußballfans in der Stadt sind, die Bier trinken. Er hat vor zwanzig Minuten angefangen (abends erhalte ich eine SMS, dass er bis 13:00 Uhr gesammelt hat). Auf dem Weg zum Fußballspiel begegnen mir zwischen Stadion und Innenstadt immer wieder Sammler, die an den vielen Verkaufsständen auf der großen Straße in Richtung Stadion Flaschen sammeln. Viele Sammler haben Real-Einkaufswagen, manche auch zwei. Einige schließen ihre Einkaufswagen auch mit Fahrradschlössern an Zäunen und Laternen an. Laut Google Maps ist der Real 850 Meter vom Stadion entfernt. 12:00 Uhr Stadion Ich komme um ca. 12 Uhr am Stadion an (13:30 Uhr ist Anpfiff). Ich erkunde das Gelände und stelle fest, dass direkt vor dem Haupteingang am meisten Pfand zu finden ist. Auf dem Vorplatz des Stadions sind überall Einkaufswagen verschiedener Supermärkte verteilt. Die Menschen legen ihre leeren Flaschen, Dosen und auch die Trinkbecher, die vor dem Stadion verkauft werden und auf die es ein Pfand gibt, ohne Aufforderung in die Einkaufswagen. Die Einkaufswagen scheinen mir unbewacht, denn es ist nicht zu erkennen, wer zu welchem Wagen gehört. Einige Sammler und Sammlerinnen durchsuchen die Abfallbehälter vor dem Stadion oder sammeln Flaschen, die auf dem Boden liegen und benutzen dabei die unterschiedlichsten Tragetaschen und Rucksäcke. Keiner von ihnen rührt die Einkaufswagen an. Am Stadion sammeln fast so viele Frauen wie Männer. Ein Mann mit Eintracht-Braunschweig-Hosenträgern und eine Frau mit Tragetaschen unterhalten sich in meiner Nähe. Sie beschwert sich über einen jungen Sammler mit Mütze, der mindestens sieben Einkaufwagen vor das Stadion gestellt haben soll. Der Mann mit den Hosenträgern stimmt ihr zu und gibt ihr den Tipp, weiter entfernt vom Eingang zu sammeln. Als der Mann später alleine neben einer offenen Tüte mit zwei leeren Flaschen steht und raucht, spreche ich ihn aufs Pfandsammeln an. Er sagt mir, dass er nichts übers Pfandsammeln wisse und ich wen anderes fragen solle. Eine Frau spricht die Menschen persönlich auf ihre Flaschen an, möchte aber nicht mit mir reden. Eine junge Sammlerin ca. Ende zwanzig erkenne ich vom Sammeln beim Bierfest wieder, auch sie möchte nicht mit mir reden. 12:50 Uhr Die Menschen strömen ins Stadion. Ein Mann um die vierzig mit Fischerhut und Sonnenbrille schiebt einen den Einkaufswagen näher an die Warteschlange. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 234 235 Beobachtungsprotokoll 30.08, 01.09. und 02.09.2015 13:10 Uhr Die Schlange vor dem Stadion wird kürzer. Es wird ersichtlich, dass der Sammler, der nichts weiß, und der Einkaufswagenschieber zusammenarbeiten und gemeinsam auf die Wagen aufpassen. Der Einkaufswagenschieber gibt dem, der nichts weiß, anscheinend Anweisungen. Als er mit einigen Laschen im Arm zum Schieber kommt, weist dieser mit der Hand in Richtung eines fast leeren Wagens und der Nichtwissende legt die Flaschen hinein. Sie kommen immer wieder zusammen und unterhalten sich gestikulierend. 13:20 Uhr Der Vorplatz leert sich langsam. Die Sammler, die noch da sind, sammeln die restlichen Flaschen vom Boden. Eine Sammlerin beschimpft eine andere Sammlerin, weil sie eine Tüte braucht und die andere sagt, dass sie keine Tüte zum Verschenken habe. Die zwei Einkaufswagenmänner schieben die Wagen zusammen. Sie haben alle sechs Einkaufswagen direkt im Eingangsbereich und zwei in der Nähe des Vorplatzes. Alle anderen Sammler, die ich am Vorplatz beobachten konnte, haben also keinen Wagen vor dem Eingang platziert. Die Frau mit den vielen Taschen, die sich noch zuvor bei dem Nichtswisser über den Mann mit der Mütze beschwert hat, füllt sich mit den Plastikflaschen der beiden Männer an einem der Wagen in Vorplatznähe ihre Tragetaschen und fährt schnell mit dem Fahrrad weg. Die Männer haben beim Wagenzusammenschieben nichts davon bemerkt. Ich spreche zwei Ordner vom Stadion an. Sie erzählen mir, dass die zwei von mir beobachteten Männer immer acht oder neun Wagen ans Stadion stellen. Wer seine Wagen an welchen Ort stellt, ist den Ordnern egal. „Die machen das unter sich aus, keine Ahnung wie.“ Die Ordner greifen erst ein, wenn es unter Sammlern zu Handgreiflichkeiten kommt. Einer der beiden verhindert auch, dass Sammler von anderen Flaschen aus dem Einkaufswagen klauen, der andere tut dies nicht. Sie haben auch gemerkt, dass die Frau Flaschen von den Männern geklaut hat, aber hier waren sich beide einig, nicht einzugreifen. „Naja, die beiden haben hier acht, neun Wagen. Man muss auch etwas sozial sein.“ Der Vorplatz ist wenige Minuten nach dem Anpfiff komplett menschenleer. Die anderen Sammler, die mit Wagen sammeln, verteilen sich auf dem Weg zwischen Stadion und Innenstadt (ca. zwei Kilometer). Zwei Kioske, vor deren Türen für die Spiele Getränkestände zum Außenverkauf aufgestellt wurden, bilden Knotenpunkte, an denen viele Menschen und Sammler anzutreffen sind. Das Sammeln erstreckt sich über ein großes Gebiet rund um das Stadion. 01.09.2015 (Montag) und 02.09.2015 (Dienstag) Montag Ich bin von 11:00 Uhr bis 12:30 Uhr in der Innenstadt an beliebten Sammelorten unterwegs, sehe aber keinen einzigen Sammler. Auch bei der Skateanlage im Prinzenpark ist niemand zu sehen. Fahre gegen 14:00 Uhr nach Hause, weil es anfängt zu regnen. 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 Anhang Dienstag Bin von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr in der Innenstadt unterwegs. Ich sehe einen Sammler Mitte zwanzig, der einen Rucksack auf hat und eine Einkaufstüte bei sich trägt. Er fährt die Abfallbehälter in der Innenstadt mit dem Fahrrad ab, steigt an den Behältern jedoch nicht richtig ab, sondern stützt sich nur mit einem Fuß ab. Das Ganze dauert jeweils nur wenige Sekunden. Bevor ich ihn erreichen kann, ist er schon weggefahren. Ich sehe noch einen zweiten Sammler mit zwei Tüten und einer Müllzange, der zu Fuß unterwegs ist. Aufgrund der vielen Menschen spreche ich ihn jedoch nicht an. Von 17:20 Uhr bis 19 Uhr sitze ich in einem Stadtpark und warte, aber es ist kein Sammler zu sehen. 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 236 237 Beobachtungsprotokoll 04.09.2015 und 05.09.2015 (Magnifest) Beobachtungsprotokoll 04.09.2015 und 05.09.2015 (Magnifest) 04.09.2015 (Freitag) Sven und ich treffen uns, wie zuvor telefonisch vereinbart, um 15:00 Uhr in der Stadt. Sven sagt, er sei jetzt nur wegen mir so früh zum Sammeln gekommen, eigentlich sei es noch zu früh, weil noch die „Kippensammler“ unterwegs seien. Als ich nachfrage, was er meine, erklärt er mir, dass die „Kippensammler“ Ein-Euro-Jobber sind, die mit Zangen ausgerüstet in der Stadt die Zigarettenfilter vom Boden sammeln sollen, aber ihre Arbeitszeit auch nutzen, um Flaschen zu sammeln. „Die sammeln mehr Flaschenpfand als Kippen.“ Er ist seit 07:00 Uhr morgens unterwegs. Er hat Pfandflaschen abgegeben, anschlie- ßend Kaffee getrunken und sammelt nun seit 11:00 Uhr Flaschen. Wir fangen an einer Straßenbahnhaltestelle zu sammeln an. An dieser Haltestelle, an der wir häufig sammeln, ist beinah täglich eine Gruppe Männer, geschätzt zwischen zwanzig und fünfzig Jahren, die Bier trinkt und sich oft laut unterhält. Ich höre bis zur gegenüberliegenden Straßenseite, wie sie Sven Dinge zurufen, in der Art wie: „Verpiss dich Schlitzauge“ oder „Das sind deutsche Bierflaschen, sammel wo anders.“ Als wir wieder zusammenkommen, frage ich ihn, ob ihm so etwas öfter passiere. Er sagt, an dieser Haltestelle passiere dies fast jedes Mal, aber solange die „Nazis“ nicht handgreiflich werden, ignoriere er sie. Als wir wenig später an einem Straßenmusiker vorbeigehen, zeigt Sven mit dem Finger auf diesen und sagt: „Der verdient sein Geld auch draußen.“ Sven hat sich schon lange auf das Magnifest gefreut. Er sagt, das Magnifest sei für Flaschensammler eines der besten Feste, er wäre sogar bei Regen zum Sammeln gekommen. Wenn ich nachher auf dem Fest sei, solle ich aufpassen, weil es immer Sammler gebe, die anderen die Flaschen klauen, wenn man nicht aufpasse. Ich solle die Flaschen nicht unbewacht in meinem Fahrradkorb lassen. Um 15:50 Uhr lädt mich Sven zu einem Stück Pizza ein. Während wir vor der Pizzeria sitzen und essen, erzählt mir Sven, dass er bei der Pizzeria nebenan jedes Mal weggeschickt worden sei, sobald er aufgegessen hatte, und seitdem nicht mehr dort esse. Manche Pizzeriainhaber seien auch nicht gut auf Pfandflaschensammler zu sprechen, weil diese manchmal im Vorbeigehen die Colaflaschen von den leeren Tischen räumen, bevor das Personal dies tue. Sven findet das jedoch etwas kleinlich, da diese sowieso den Pfandwert beim Verkauf an den Kunden bereits in den Flaschenpreis mit einberechnen und so keine Verluste haben. Als wir einem Mitarbeiter der städtischen Abfallentsorgung begegnen, erzählt mir Sven, dass diese auch Flaschenpfand sammeln. Sven sagt, dass manche Flaschensammler nur sehr wenig sammeln, „dass es gerade so für Tabak reicht“. Manche sammeln auch am Anfang des Monats nicht, weil sie da noch genügend Geld haben. „Dann erst am fünften wieder, wenn sie pleite sind.“ An Weihnachten und Ostern zu sammeln, lohne sich nicht, da zu dieser Zeit in der Stadt zu wenig los sei. Sven erzählt, dass es beim Magnifest, auch Becher gebe, für die man einen Euro Pfand erhalte. Das Geld von den Bechern dürfe ich behalten, er sammle nämlich keine Becher. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 Anhang Als ich ihn frage, warum er keine Becher sammle, antwortet er, dass er lieber Flaschen sammle und das mit den Bechern die anderen „Experten“ machen sollen. Zu den Bechern fällt ihm zudem ein, dass man nach den Fußballspielen auch ins Stadion gehen darf, um dort die Becher für fünfzig Cent je Becher einzusammeln. Wichtig beim Bechersammeln ist, nicht zu viele auf einmal abzugeben, da die Mitarbeiter der Getränkestände sonst mit einem schimpfen oder sogar die Auszahlung verweigern. „Hier mal fünf, da mal fünf, sonst meckern die.“ Auch solle ich beim Fest in dunkle Ecken gucken. Ca. 17:00 Uhr „Es geht in ca. drei Stunden richtig los.“ Wir sammeln den ganzen Tag schon im langsamen Tempo, mit einer Pause ca. alle drei- ßig Minuten. „Lass uns lieber jetzt gemütlich machen, sonst sind wir nachher kaputt und können nicht mehr, wenns richtig losgeht.“ Wir geben zwischendurch unser Pfand in einem Supermarkt im Vergnügungsviertel ab. Ich warte vor der Kasse, während Sven den Pfandbon einlöst. Ich sehe, wie eine junge Frau mit vier Packungen Küchenrolle und einem 6er Träger Wasser Sven freundlich lächelnd vorlässt. Als wir aus dem Laden gehen, sehen wir die Frau wenig später mit der Küchenrolle und dem Wasser in die Bruchstraße einbiegen (abgesperrter Rotlichtbereich). Da erzählt mir Sven, dass die Prostituierten immer sehr nett zu ihm seien. Wenn er seinen Trolley durch die Bruchstraße ziehe klopften die Prostituierten, die Flaschen abzugeben haben, an ihre Scheiben, dann gehe er zu ihrem Fenster und sie geben ihm die Flaschen raus. Wir treffen einen Sammler um die vierzig, den Sven kennt (Master Blaster). Er hat zwei Tüten und eine Zange. Sie unterhalten sich über Otto und über das Magnifest. Master Blaster hat heute „kein Bock“ auf dem Fest zu sammeln, er will lieber nach Hause und dort in Ruhe ein Bier trinken. Ich frage Sven anschließend, ob es noch mehr Sammler mit Spitznahmen gebe. Er sagt, es gebe noch Pat und Patachon, Otto – von dem auch keiner wisse, wie er wirklich heiße und den sie Otto nennen, weil er einen komischen Gang habe wie Otto Waalkes – und dann gebe es noch einen Sammler der Mütze heiße. Mütze trage das ganze Jahr über und bei jeder Wetterlage eine Wintermütze, darüber eine Kapuze vom Pullover und über der Kapuze eine Cap. Auch trage er immer eine Sonnenbrille, weil er laut Sven vom Staat verfolgt würde. Viele Sammler sind laut Sven alkoholkrank, er und Otto seien aber Ausnahmen. Otto sei laut Sven aber abhängig vom Flaschensammeln. Während Sven jede Stunde eine Pause macht, sammelt Otto immer drei bis vier Stunden am Stück und schiebt seinen Wagen sogar übers Kopfsteinpflaster und durch Menschenmengen bei Festen. Um 17:50 Uhr treffen wir Otto. Er fängt gerade mit dem Sammeln an. In der Innenstadt treffen wir eine Frau mit süddeutschem Akzent, die Sven aus der Bahnhofsmission kennt. Sie hat graue Haare und wir unterhalten uns lange. Sie sammelt „nicht richtig“, was bedeutet, dass sie, wenn sie an einer herumstehenden Flasche vorbeikommt, diese einsteckt, aber sie würde nicht extra zu einer weit entfernten Flasche hingehen und auch nicht extra suchen. Sven geht auf die öffentliche Toilette zum Händewaschen, welche für Männer kostenlos ist, während die Toilette für Frauen fünfzig Cent kostet. Als er wiederkommt, unterhält er sich mit der Frau darüber, in wel- 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 238 239 Beobachtungsprotokoll 04.09.2015 und 05.09.2015 (Magnifest) chen Geschäften und Einrichtungen in der Stadt man kostenlos auf die Toilette gehen darf. Beide kennen sehr viele Orte. Anschließend erzählen wir über das Sammeln im Bahnhof. Die Frau erzählt mir, wie zuvor Sven, dass die Reinigungskräfte der Bahn auch sammeln und dass es für andere verboten sei. Die einzige Ausnahme bestehe darin, dass eine „kleine, verrückte Frau“, die auch regelmäßig in der Mission zu Besuch sei, ungestört sammeln dürfe. Diese bekomme sogar Tipps vom Bahnpersonal, die ihr sagen, wo sie Flaschen gesehen haben. Sven bemerkt dazu, dass diese Frau zum „Inventar“ der Bahn gehöre. Beide haben jedoch kein Problem damit, dass diese Frau bevorzugt behandelt wird. Gegen 19:00 Uhr sagt Sven, ich solle schon einmal eine Runde durch das Festgelände, welches mehrere Straßen umfasst, gehen, um mich später besser auszukennen. Er wartet an der nächstliegenden Straßenbahnhaltestelle, da er mich später nicht begleiten wird. Mit seinem Trolley kommt er nicht durch die Menschenmenge und auch das Kopfsteinpflaster hindert ihn beim Sammeln. Er will später vor den Schloss-Arkaden (großes Einkaufszentrum) sammeln. Ich fahre die noch ziemlich leeren Straßen des Magniviertels mit meinem Rad ab, finde jedoch keine Flasche. Es gibt mehrere Musikbühnen, verschiedene Verkaufsstände für Getränke, Essen und auch Kleidung. Alle Kneipen und Kioske haben Bänke vor die Geschäfte gestellt. Anschließend treffe ich mich wieder mit Sven und wir gehen noch etwas in die Stadt und geben noch einmal unsere Flaschen im Supermarkt ab, um Platz für das Fest zu haben. 20:30 Uhr Wie besprochen teilen Sven und ich uns auf. Ich gehe mit einer großen Mehrwegtragetasche und ein paar Plastiktüten zum Magnifest. Überall sind Menschen jeden Alters, die Bier trinken. Es stehen viele Flaschen herum, die ich einsammle, zudem spreche ich Menschen und Menschengruppen an, neben denen leere Flaschen stehen, ob ich ihre Flaschen haben darf. Vor allem junge Menschen in meinem Alter oder jünger reagieren sehr freundlich und geben teilweise ungefragt ihre Flaschen oder rufen mich zu sich. Einige wenige ältere Menschen um die vierzig gucken teilweise skeptisch oder unfreundlich, wenn sie merken, dass ich Flaschen sammle. Die meisten Menschen ignorieren mich jedoch, wenn sie nicht gerade direkt von mir angesprochen werden. In den ersten 15 Minuten habe ich bereits meine Tragetasche voll (ca. zwanzig Glasflaschen). Ich gehe wieder zurück zum Schloss und rufe Sven an. Wir treffen uns und ich gebe ihm meine Flaschen, anschließend gehe ich wieder auf das Fest. Dies wiederholen wir bis um ca. 22:00 Uhr sein Trolley, sein Rucksack und ein paar Tüten voll mit Flaschen und Dosen sind. Sven fährt mit der Straßenbahn nach Hause, um die Flaschen auszuräumen. Er sagt, er sei in ca. einer Stunde zurück und rufe mich dann an. Während Sven zu Hause ist, gehe ich über das Fest und sammle weiter. Ich sehe sehr viele Sammler. Einer hat sogar einen Handwagen, ähnlich dem, den die Mitarbeiter der Stadtreinigung benutzen, eine Zange und eine orangene Warnweste an. Erst als ich in seinen Wagen gucke, merke ich, dass dieser nur Flaschen einsammelt. Inzwischen (22:15 Uhr) brauche ich nur noch fünf Minuten, um alle meine Taschen zu füllen. Überall stehen leere Bierflaschen und manchmal auch Dosen, welche nur noch 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 Anhang eingesammelt werden müssen, und auch die Menschen bringen einem Flaschen, wenn sie sehen, dass man sammelt. Ich sitze um 22:30 Uhr vor dem Schloss herum und warte, dass Sven wiederkommt. Da kommt mir eine ältere Frau mit zwei Tüten entgegen, die ich schon einmal beim Sammeln gesehen habe. Als ich sie frage, wie es bei ihr laufe, erzählt sie mir im wütenden Ton, dass ihr irgendwer das ganze Pfand aus dem Versteck geklaut habe. Sie vermutet, dass es Otto gewesen sei. „Er ist verrückt, ein Besessener.“ Ein paar Männer sitzen auf einer der Treppen am Schloss und trinken Bier. Sie sprechen eine Sprache miteinander, die sich für mich nach Arabisch anhört. Einer von ihnen ruft mich auf Englisch zu sich und gibt mir aus einer Tüte, die bei ihnen liegt, vier Bierund eine Colaflasche. Als Sven kommt (23:00 Uhr), gebe ich ihm meine Flaschen, sein Trolley ist bereits fast voll. Auf dem Weg zum Fest frage ich ein junges Mädchen: „Entschuldigung, darf ich die Flasche haben?“ Sie guckt mich erstaunt an und sagt: „Die ist aber leer.“ Ich antworte: „Ja genau, darum möchte ich sie ja auch haben.“ Ihre Freundinnen fangen an zu lachen. Inzwischen muss ich das Gelände nicht einmal mehr betreten. Noch bevor ich richtig drin bin, habe ich bereits wieder alle Taschen gefüllt und gehe zurück. Sven fährt um 23:30 Uhr wieder zurück und sagt, er werde für heute Schluss machen. Auf dem Weg nach Hause merke ich, dass mir der Rücken und die Schultern schmerzen. 05.09.2015 (Samstag) Sven und ich treffen uns um 18:00 Uhr bei unserem Treffpunkt. Er sagt, wir hätten gestern Flaschen im Wert von 41 Euro gesammelt. Während wir uns unterhalten, kommt eine junge Frau (ca. zwanzig) auf uns zu und begrüßt uns per Handschlag, mir stellt sie sich vor, Sven und sie kennen sich bereits. Heute will sie auch auf dem Fest sammeln. Sie arbeitet fünf Stunden am Tag und sammelt dann manchmal nach der Arbeit noch Pfand. „Soll der Staat mehr geben, dann muss ich auch nicht sammeln.“ Sie geht ein Stück mit uns zur Toilette. Während Sven auf Toilette ist, erzählt sie mir, dass es noch mehr kostenlose Toiletten gebe und sie alle auswendig kenne. Wir gehen noch ein Stück mit ihr zusammen, dann fragt sie, ob wir kurz warten können, während sie sich im Kiosk ein Bier kaufe. Sven sagt, wir haben es eilig und dass wir uns vielleicht auf dem Fest wiedersehen. Er sagt mir, wir sollen schnell weitergehen, weil sie ihm zu viel rede. Außerdem glaube er, dass sie seine „Tricks“ zum Sammeln lernen will. „Die will nur mitgehen, um so viel zu lernen wie du. Du bist schon fast ein Profi, die wär froh, wenn die auch so viele Tricks kennen würde.“ Sven stellt mir die „Punks“ vor, die täglich unweit von den „Nazis“ (fünfzig Meter Luftlinie) mit ihren Hunden vor einer Deutschen-Bank-Filiale sitzen und Bier trinken. Bei ihnen sitzt ein junger Mann (Benjamin), der sich sehr für mein Forschungsprojekt interessiert. Er ist obdachlos und sammelt auch Flaschen. Er möchte keine Hilfe vom Staat und sammelt deswegen Flaschen für seinen Unterhalt. Er bietet mir an, mich auch einmal mitzunehmen. Er hat eine große schwarze Sporttasche für die Flaschen und sagt von sich selbst, dass er der schnellste Sammler in Braunschweig sei und ich wahrscheinlich nicht mit ihm mithalten könne. „Das ist ein anderes Sammeln als mit dem Klei- 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 240 241 Beobachtungsprotokoll 04.09.2015 und 05.09.2015 (Magnifest) nen (Sven).“ Er überholt Otto oft mit Absicht und „schnapp[t] ihm die Flaschen vor der Nase weg, damit er sich schön aufregt“. Bis 20:00 Uhr gehen wir unsere üblichen Strecken in der Innenstadt ab und unterhalten uns nebenbei. Sven erzählt, dass er früher bei den Stadtwerken als Gärtner gearbeitet habe. Über Benjamin erzählt mir Sven, dass dieser ca. zwanzig Euro am Tag sammle und den Pfand immer noch am selben Tag im „Schloss“ abgebe. 20:00 Uhr Sven und ich teilen uns wieder auf. Ich gehe auf das Magnifest, er sammelt am Schloss. Um 20:30 Uhr sind bereits alle meine Taschen voll. Ich habe 36 Glasflaschen und fünf Dosen. Die Menschen waren wieder zumeist freundlich und haben die Flaschen teilweise direkt zu mir gebracht. Ich rufe Sven an und er sagt, dass wir uns an der Haltestelle beim Fest treffen sollen. Ich gehe mit meinen Taschen hin und warte. Um 20:50 Uhr macht Otto bei mir Pause. Ich frage ihn, wie er es schaffte, mit dem Einkaufswagen durch die Menge zu kommen. „Man muss sich treiben lassen.“ Obwohl wir uns nicht oft gesprochen haben, weiß er, dass ich am nächsten Tag zurück nach Emden fahre. Gegen 21:00 Uhr kommt Sven zum Treffpunkt. Ich gebe ihm meine Flaschen und verabschiede mich, da ich am nächsten Tag einen frühen Zug nehmen muss. Wir verabreden uns für die nächste Woche. 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 Anhang Beobachtungsprotokoll 11.09.2015 (Freitag) 20:00 Uhr Ich treffe Sven am Welfenhof. Er ist seit 19:30 Uhr unterwegs und sammelt. Ich erzähle ihm, dass ich vorhabe, einen zweiten Sammler zu begleiten und frage ihn, ob er Ideen habe, wen ich fragen könne. Ich sage, dass ich an Otto und Benjamin gedacht habe, er glaubt jedoch, dass Otto zu selten Pausen mache und Benjamin zu schnell für mich sei. Er überlege sich wen und sage mir dann Bescheid. Ich erzähle Sven, dass im Rotlichtviertel ein Streetfood-Festival stattfinde. Er wusste nichts davon, aber sagt zustimmend „wir können es uns ja mal ansehen“, möchte aber nicht auf direktem Weg, sondern eine der üblichen Sammelstrecken dorthin gehen. 20:30 Uhr Wir gehen zur Straßenbahnhaltestelle der „Nazis“. Sven sagt, dass diese heute besonders betrunken seien und „Ärger machen“. Als wir ankommen, streiten sich zwei der Nazis lautstark. Ich lege Sven nahe, dass wir heute ausnahmsweise anstatt an der Haltestelle in der gegenüberliegenden, überdachten Fußgängerzone sammeln. Er stimmt mir zu. Anschließend gehen wir die gewohnte Strecke: Bohlweg – Straßenbahnhaltestelle – Friedrich-Wilhelm-Straße und die dortige Bushaltestelle. Hier unterhält sich Sven kurz mit einer anderen Sammlerin. Anstatt anschließend zum Kohlmarkt zu gehen wie sonst, gehen wir weiter zum Streetfood-Festival auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz. 21:00 Uhr Wir kommen am Fest an. Während Sven die Abfallbehälter der Straßenbahnhaltestelle am Fest absucht, sammle ich einen Haufen Bierflaschen (neun Stück) ein, welche um einen Abfallbehälter direkt am Festgelände hinter der Bühne stehen. Während ich die Flaschen einsammle, tippt mich eine Frau von hinten an, gibt mir eine Flasche, zeigt in die Richtung des Festgeländes und sagt, dass dort noch weitere Flaschen herumliegen. Ich gehe jedoch zunächst zur Straßenbahnhaltestelle am Gelände, um mich mit Sven zu treffen. Hinter der gläsernen Haltestellentrennwand steht eine ältere Frau mit fünf Tüten, die ich schon einmal in der Stadt gesehen habe. Ich gehe aufgrund der Tüten davon aus, dass sie eine Sammlerin ist, habe mich aber damals nicht getraut, sie anzusprechen. Ich merke, dass sie uns beobachtet. Wir kommen zeitgleich an. An der Haltestelle liegen vier Flaschen. Ich hebe zwei Flaschen auf und lege sie in meinen Fahrradkorb, Sven hebt die anderen beiden Flaschen auf und legt sie in seinen Trolley. Ich sehe zu der Frau hinüber. Sie lächelt mich an und winkt mich zu sich. Sie gibt mir zwei kleine Päckchen „Mini-Prinzenrollen“ und sagt: „Die eine ist für den anderen Sammler.“ Ich bedanke mich und gehe zurück zu Sven. Er fragt, was sie von mir wollte. Ich erzähle es ihm und gebe ihm ein Päckchen. Er steckt es ein. Er sagt, dass es sich bei der Frau auch um eine Sammlerin handle, die er zwar schon oft gesehen, mit der er aber noch nie geredet habe. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 242 243 Beobachtungsprotokoll 11.09.2015 (Freitag) Sven fragt mich, ob ich nicht einmal über die Bruchstraße gehen wolle. Da liegen meistens Flaschen herum und die Prostituierten geben einem auch meist Flaschen heraus. Otto gehe dort auch lang. Ich schlage vor, dass er die Bruchstraße entlang geht, während ich auf das Festgelände gehe, welches für seinen Trolley zu überfüllt ist. Nachdem wir aufgestanden sind und Sven in Richtung Bruchstraße davon zieht, beschließe ich, mich noch einmal bei der Frau zu bedanken, um so vielleicht mehr über sie herauszufinden. Sie erzählt mir, dass sie gesehen habe, wie ich Sven die zwei anderen Flaschen habe aufheben lassen, und dass sie das sehr nett fand. Daraufhin erzähle ich ihr, dass wir zusammen sammeln und ich eine Forschungsarbeit über Pfandsammler schreibe. Sie gibt mir ihre leere Colaflasche und ich frage sie, ob sie denn nicht selber sammle. Sie verneint und hält mir eine der Tüten hin. In ihr befindet sich ein Stofftuch. Irgendwann merke ich, dass Sven schon zurück ist und uns durch die Glasscheibe anguckt, während er sich eine Zigarette dreht. Ich sage der Frau, dass ich los muss, um Flaschen zu sammeln. Sie wünscht mir viel Glück. Das Festgelände ist voll mit Bierflaschen. Nach zehn Minuten habe ich eine Runde um das Gelände gedreht und eine Einkaufstüte voll, ohne in einen Mülleimer gucken zu müssen. 22:00 Uhr Ich gehe zu Sven und gebe ihm die Flaschen. Er fragt mich, was die Frau erzählt hätte und ich sage ihm, dass sie keine Sammlerin sei und sich in ihren Tüten keine Pfandflaschen befänden. Er ist sehr verwundert, weil er eigentlich dachte, dass er sofort sieht, ob jemand ein Sammler ist oder nicht. Er fragt sich, was die Frau den ganzen Tag in der Stadt mache, wenn sie mit ihren Tüten herumläuft. Ich gehe eine Flasche von der gegenüberliegenden Straßenseite sammeln, als ich wiederkomme, sitzt Benjamin neben Sven. Benjamin Benjamin ist 31 Jahre alt, obdachlos und schläft in einem Zelt in einem Park. Er hat einen Bruder und vier weitere Halbgeschwister. Er hat sieben Jahre in Spanien gelebt, jedoch fünf davon im Gefängnis wegen Wohnungseinbrüchen. Er spricht fließend Spanisch. In Deutschland war er 3,5 Jahre im Gefängnis. Er kommt ursprünglich aus Hamburg. Ich begrüße Benjamin per Handschlag und frage ihn, ob sein Angebot, dass ich ihn beim Sammeln begleiten kann, noch gilt. Er sagt, dass wir uns gerne morgen treffen können, aber Ort und Zeitpunkt des Treffens jetzt schon klären müssen, da er kein Handy besitze. Er habe ab 11:00 Uhr Zeit, vorher sei es sinnlos zu sammeln, da es sich noch nicht lohne. Wir verabreden uns um 13:00 Uhr an der Deutschen Bank, wo die Punks sitzen. Er sammelt meistens nur tagsüber, jeden Tag, bis er ca. zwanzig Euro zusammen hat. Das reicht für Zigarettentabak, etwas zu essen und etwas Gras. Er sammelt Pfand, weil er in den drei Monaten, die er in Braunschweig lebt, herausgefunden hat, dass sich hier dadurch am besten Geld verdienen lässt. In Berlin hat er sein Geld mit dem Verkauf 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 Anhang von gestohlenen Fahrrädern gemacht. In Braunschweig lohnt sich das nicht, hier stiehlt er Räder nur, um damit zu fahren. Ausrüstung Er benutzt zum Sammeln eine Sporttasche, in die eigentlich eine Taucherausrüstung gehört. Diese hat er aus einem Laden für Taucherbedarf entwendet. Er trägt all seine Alltagsgegenstände in ihr herum und schmeißt zudem Dosen, Glas- und Plastikflaschen zusammen hinein. Falls deswegen eine Dose zerbeult, macht er ein Loch in die Oberseite und beult sie mit einem Stock aus. Er benutzt zudem noch eine Taschenlampe. Beobachtungen Sven nennt Benjamin den schnellsten Menschen der Welt. Dieser lächelt daraufhin und sagt zu mir, er könne morgen „einen Gang runter schalten“. Otto kommt vorbei und begrüßt uns. Er setzt sich an die Haltestelle gegenüber um zu pausieren und Sven geht zu ihm zum Erzählen. Benjamin glaubt, dass Otto ihn nicht mag. Er macht sich einen Spaß daraus, immer kurz vor Otto bei den Flaschen zu sein, damit dieser anfängt zu fluchen. Er hat schon zweimal gesehen, wie Otto seine Flaschen in einen großen Transporter lädt. Welchen er jedes Mal wo anders in der Stadt parkt, damit keiner weiß, wo er steht. Benjamin hat auch schon Sammler gesehen, die nach dem Sammeln in ihrem Mercedes nach Hause gefahren sind. 23:00 Uhr Ich gehe noch einmal auf das Fest, um Svens Trolley vollzumachen, als ich wiederkomme, ist Benjamin weg. Sven sagt, er sei mir nachgegangen, habe aber Sven zuvor noch all seine Glasflaschen geschenkt und nur die Plastikflaschen und Dosen behalten. Kurz nach mir kommt Benjamin zurück. Er hat Becher vom Fest gesucht, weil es darauf einen Euro Pfand gibt, er hatte aber keinen Erfolg. Er sagt, er habe Sven die Glasflaschen geschenkt, weil er, bis er zu Hause sei, sowieso wieder genug Flaschen zusammenhabe. Sven hat so viele Flaschen, dass er mit der Straßenbahn nach Hause fährt. Benjamin und ich helfen ihm, den Trolley in die Bahn zu heben. Benjamin und ich trinken ein Bier. Er sagt, er sei mit seinem Arbeitslosengeld II immer irgendwie zurechtgekommen, kann aber trotzdem verstehen, wenn ein Empfänger von Arbeitslosengeld II sammelt. Auch bei Rentnern hat er Verständnis. Aber es gibt auch Menschen, die eigentlich genug verdienen und warum diese dann noch zusätzlich sammeln müssen, kann er nicht nachvollziehen. Diese Menschen können seiner Meinung nach einfach nicht mit Geld umgehen. Er würde jedenfalls nicht sammeln, wenn er Arbeit hätte. Er muss sich wahrscheinlich bald Arbeit suchen, denn er hat sich in eine Frau mit Kind verliebt und da muss er etwas bieten können. Das ist auch ein Grund, warum er im Moment etwas mehr sammelt als sonst. Er will sich etwas Geld ansparen, um der Frau ein Eis zu spendieren oder mit ihr etwas essen zu gehen. Er fragt mich (genau wie Sven), 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 244 245 Beobachtungsprotokoll 11.09.2015 (Freitag) wie das eigentlich meine Freundin findet, dass ich sammle, weil Frauen „das ja eigentlich nicht so gut finden“. 23:45 Uhr Wir gehen zum Bahnhof und sammeln unterwegs Flaschen. Er fragt mich, ob mir aufgefallen sei, dass er nicht in jeden Abfallbehälter gucke und auch Flaschen, die sichtbar seien, liegen lasse. Er begründet diesen Umstand damit, dass es eine Flasche für acht Cent nicht wert sei, sich die Mühe zu machen, dafür die Straße zu überqueren. Er ist auch sehr interessiert, ob Sven das genauso macht, da er ihn eher so einschätzt, dass dieser keinen Abfallbehälter auslässt. Ich frage ihn, ob er schon mal am Stadion war. Er sagt: „Das machen nur Anfänger und Idioten.“ Wenn ein Spiel sei, solle man zum Bahnhof oder in die Stadt gehen. Am Stadion sei viel zu viel Konkurrenz. Während die Sammler am Stadion sieben Euro machen, verdiene er in derselben Zeit in der Stadt 14 Euro. Das liege aber auch daran, dass er so schnell sei. Er bleibe am Tag nüchtern und habe schon mehrere Jobangebote in der Stadt bekommen, weil man ihn den ganzen Tag nüchtern in der Stadt sammeln sehe. 00:00 Uhr (Bahnhof) Ich frage ihn, ob er keine Angst vor dem Wachpersonal habe. Benjamin sagt, dass, wenn man aufpasst, gar nichts passieren könne, weil es am Bahnhof nur 2 Wachleute gebe, die richtig aufpassen, und weil um diese Uhrzeit sowieso kaum Züge fahren, gucke keiner nach. Wir gehen in die Bahnhofshalle und gucken in die Abfallbehälter, anschließend gehen wir zu den Gleisen 8 und 7. Ich frage ihn, ob ihm auch schon aufgefallen sei, dass die Gleise 5/6 und 7/8 länger sind, weil hier die Fernzüge fahren. Er sagt, dass er das auch wisse und deswegen an diesen Gleisen immer Flaschen zu finden seien. Aber die Gleise 1/2 und 3/4, auf denen die Kurzstreckenzüge fahren, seien gegen 15:00 Uhr voll mit Bierflaschen, weil da die Pendler alle von der Arbeit kommen und ihr Feierabendbier trinken. Wir durchsuchen jeden Abfallbehälter mit unseren Taschenlampen. Benjamin sagt, dass man manchmal ein bisschen wühlen müsse. Das machen die meisten Sammler nicht und so holt er, obwohl direkt vor ihm Sammler da waren, noch manchmal ein, zwei Dosen heraus. Besonders oft gibt es hier Red-Bull-Dosen wegen der Automaten. Wenn ich einen „Stern“ oder einen „Spiegel“ finde, soll ich ihn ihm geben, weil er diese gerne liest. Er findet einen Veranstaltungskalender der Stadt und steckt ihn ein. „Den neuen habe ich noch nicht, dann weiß man, wo es Flaschen gibt.“ Nachdem wir an einem Gleis alle Abfallbehälter durchgesehen haben und die Wechselgeldfächer der Automaten überprüft haben, gehen wir am Ende des Gleises durch den Tunnel mit der Aufschrift „Betreten verboten“ auf direktem Weg zum nächsten Bahnsteig, ohne noch einmal zurückzugehen und die Treppe in der Mitte des Bahnsteigs benutzen zu müssen. Dies wiederholen wir an allen Gleisen und verlassen anschlie- ßend den Bahnhof auf der Seite des Ostparkplatzes, weil auf dem Platz vor dem Haupteingang ein Wachmann steht 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 Anhang 00:30 Uhr Wir sitzen noch ein paar Minuten zusammen. Eigentlich ist für ihn ein normales Arbeitsleben unmöglich, weil er 90.000 Euro Schulden hat und eine Privatinsolvenz nicht möglich ist, da die meisten der Schulden mit Straftaten zusammenhängen. Nun wird alles, was er verdient oder besitzt, das den Wert von 1600 Euro übersteigt, sofort gepfändet. Allerdings hat er die Schulden einfrieren lassen. So werden keine Zinsen erhoben. Weil sich also eine richtige Arbeit sowieso nicht mehr lohnt, bleibt er erst mal beim Sammeln. Hinzu kommt, dass er das Sammeln als gute Ablenkung betrachtet, denn er nimmt wegen dem Sammeln keine harten Drogen mehr und trinkt kaum noch Alkohol. 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 246 247 Beobachtungsprotokoll 12.09.2015 (Samstag) Beobachtungsprotokoll 12.09.2015 (Samstag) 13:00 Uhr Wie verabredet bin ich um 13:00 Uhr am Treffpunkt bei den Punks. Benjamin ist nicht da, aber seine Tasche liegt an einem der Pfeiler, die das Vordach der Bank stützen. Ca. 13:10 Uhr kommt Benjamin lächelnd und winkend auf mich zu. Einer der Punks, der mit seinem Hund auf einer Decke sitzt, sagt lachend zu Benjamin: „Dein Praktikant wartet schon.“ Anschließend unterhalten sie sich darüber, dass ich eine „Straßenausbildung“ bekäme und wenn ich mit dem Pfandsammeln fertig sei, bei dem Punk das „Schnorren“ lerne. Der Punk sagt außerdem zu mir, ich solle auch mal über „unsere Art zu leben“ eine Arbeit schreiben, wenn ich Zeit habe. Benjamin fragt mich, wo wir langgehen sollen, ich antworte, dass ich es nicht wisse und er dies entscheiden solle. Er sagt, es lohne sich oft, am Schloss zu sammeln. Doch wir gehen trotzdem zunächst vom Schloss weg, den Bohlweg entlang an den Imbissgeschäften vorbei und suchen zunächst die Abfallbehälter der großen Haltestelle (Bohlweg) in die eine Richtung und danach in Richtung Schloss ab. Dabei teilen wir uns nicht auf, sondern gucken immer zeitgleich in die Behälter, von denen immer jeweils zwei direkt aneinander stehen. Wir gehen zum Schlossvorplatz und Benjamin sagt mir, wo sich die zum Teil schwer zu entdeckenden Abfallbehälter befinden. Nachdem wir den Schlossvorplatz abgesucht haben, gehen wir am Schloss vorbei in Richtung McFit. Benjamin dreht sich zu mir um und sagt: „Hier ist Sven bestimmt noch nie mit dir langgegangen, oder?“ Er erklärt mir, dass jeder Sammler seine eigenen Routen habe und er selbst verschiedene Routen benutze, welche er immer neu variiere, wie es ihm gerade passe. Ich frage ihn, ob er auch schon im Theaterpark gewesen sei. Er antwortet, dass er dort noch nicht gewesen sei, aber auch noch nicht so lange in der Stadt lebe und somit noch nicht jeden guten Sammelort kenne. Etwas später gehen wir auf die andere Seite des Schlosses. Benjamin will mir zeigen, wo die „Trinker“ herumsitzen, weil man dort immer ganz gut Pause „für‘n Schnack“ machen kann. In der Nähe des kleinen Schlossspielplatzes sitzt eine Gruppe von drei biertrinkenden Männern auf Felsen. Wir gehen zu ihnen und setzen uns dazu. Zwei der Männer kenne ich bereits (Pat und Patachon), der dritte ist kein Sammler. Wir unterhalten uns über das Sammeln und andere Dinge, während sich ein weiterer Mann zu uns stellt, den die Gruppe begrüßt. Die anderen erzählen mir, dass es auch Menschen gibt, die durch das Sammeln reich geworden seien. Pat sagt, dass so etwas für einen „normalen Sammler“ nicht möglich sei, da man für so was extra zu Festivals fahren müsste oder von Stadion zu Stadion und dafür bräuchte man ein Auto und andere Dinge, die zunächst viel Geld kosten.Sie erzählen auch, dass Sven beim Arbeitsamt, als ihm ein „Ein-Euro-Job“ angeboten wurde, gesagt haben soll, dass er beim Flaschensammeln in derselben Zeit viel mehr verdiene. Daraufhin habe ihm das Amt das Hartz IV gekürzt, weil es sich beim Flaschensammeln um eine zusätzliche Einnahmequelle handele, die er hätte angeben müssen (Bei einem späteren Telefonat bestätigte mir Sven diese Geschichte). 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 Anhang Nach ca. zwanzig Minuten gehen wir weiter in Richtung des Edekas in der Friedrich-Wilhelm-Straße, um unsere Flaschen abzugeben. Auf dem Weg dorthin durchsuchen wir jeden Abfallbehälter. Als wir am Edeka ankommen, gehen wir eine Runde um den Markt zum Hintereingang, weil Benjamin dort noch eine Zigarette rauchen möchte. Er fragt mich ob ich ihm zwanzig Cent leihe, damit er sich eine Zigarette besorgen könne. Er sagt, wenn er Menschen zwanzig Cent für eine Zigarette anbiete, geben ihm die meisten eine umsonst. Er spricht nach längerer Überlegung einen „Trinker“ an, den er schon öfter gesehen hat, aber nicht persönlich kennt. Er wollte ihn zunächst nicht fragen, weil die Gefahr besteht, dass dieser das Geld für die Zigarette annimmt. Der Trinker schenkt Benjamin eine Zigarette und wir setzen uns zu ihm und unterhalten uns. Während des Gesprächs kommt ein weiterer Mann dazu, den Benjamin und der Trinker beide kennen aber nicht mögen, weil er ein „Dummschwätzer“ ist, der anderen Menschen immer wieder Arbeit anbietet, die es letztendlich nicht gibt. Als er sich dazusetzen möchte, verbieten es ihm die beiden und es kommt zu einem Streit. Der Trinker droht dem Mann damit, ihn zu schlagen, wenn er nicht wegginge, dieser setzt sich daraufhin auf die Bank, die neben unserer steht, um auf einen Freund zu warten. Als der Freund dazukommt, schlichtet dieser den Streit, indem er sich über den „Angeber“ lustig macht und sagt, man soll nicht jedes Wort glauben, was er erzählt. Nachdem der Streit geschlichtet wurde, gehen wir in den Edeka, um unserer Pfand abzugeben. Benjamin begrüßt den Ladendetektiv und sagt danach zu mir, dass sie sich manchmal unterhalten, weil Benjamin oft hier sei. Der Pfandautomat im Edeka: Da in dem Automatenmodell in diesem Edeka die Glasflaschen in einen Behälter auf der rechten Automatenseite gelenkt werden und die Plastikflaschen sowie Dosen in einen Behälter auf der linken Seite, wechselt je nach Flaschenart eine Metalltrennwand im Automaten die Richtung. Um Zeit zu sparen, gibt Benjamin immer erst die Flaschen einer Sorte und anschließend die Flaschen der anderen Sorte ab. Nachdem wir das Pfandgut in den Automaten gesteckt haben, lösen wir den Pfandbon im Wert von 3,97 Euro ein und nehmen eine Dose Bier für Benjamin mit. Wir gehen in die Innenstadt. Jetzt, wo die Schulferien vorbei sind, lohnt sich das Sammeln in der Woche vor allem vor Schulbeginn und ab 11:00 Uhr, wenn die ersten Kinder wieder nach Hause gehen, weil diese ihre Flaschen meist nicht mitnehmen, sondern unterwegs wegwerfen. Benjamin sagt, dass er sich eigentlich nicht schäme, aber vor kleinen Kindern nicht so gerne sammle, weil er nicht möchte, dass diese sehen müssen, wie er in die Abfallbehälter greife. Wenn er mitbekommt, dass Kinder ihre Eltern fragen, was er am Abfallbehälter macht, spricht er sie an und sagt ihnen, dass sie „immer schön ihre Hausaufgaben machen [sollen], sonst enden sie auch mal so.“ Wir sammeln in der Stadt dieselben Routen und in derselben Arbeitsteilung wie ich es auch schon mit Sven gemacht habe, nur in einem schnelleren Tempo. Gegen 15:00 Uhr bringen wir das zweite Mal unser Pfandgut weg. Es sind wieder ca. vier Euro. Dieses Mal holen wir uns jeder eine Dose Bier und gehen anschließend zum Kohlmarkt. Da in der Innenstadt wenig los ist, beschließen wir, zum Streetfood-Festi- 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 248 249 Beobachtungsprotokoll 12.09.2015 (Samstag) val zu gehen. Auf dem Weg zum Festival begegnen uns Pat und Patachon. Wir unterhalten uns kurz darüber, wie das Sammeln bisher gelaufen ist und wo die jeweilige Sammlergruppe als nächstes hingehen möchte. Anschließend gehen wir zu viert ein Stück in dieselbe Richtung. In einer Fußgängerzone beginnen Pat und Benjamin ein Wettrennen zu den Abfallbehältern und schubsen dich dabei spielerisch von den Behältern weg. Einige Passanten drehen sich nach uns um und Patachon schüttelt lachend den Kopf. Am Festivalgelände trennen wir uns und Benjamin und ich durchsuchen die Abfallbehälter des Festes. Nach einiger Zeit überlegen wir uns, auf dem Streetfood-Festival etwas zu essen zu kaufen, doch die Preise sind uns beiden zu teuer. Beim Sammeln auf dem Festgelände treffe ich einen Schulfreund von mir, grüße ihn und sammle weiter. Benjamin fragt mich, warum ich meinen Bekannten nicht Bescheid gesagt habe, dass ich nur wegen einem Forschungsprojekt sammle. Ich antworte, dass es mich nicht interessiere, ob es sich herumspricht das ich sammle. Daraufhin fragt er, ob es meiner Freundin nicht peinlich sei, dass ich sammle, was ich verneine. Auf dem Fest finden wir einige Flaschen und einen Pfandbecher, den wir gleich an einem der Getränkestände abgeben (ein Euro). Wir sehen, dass es auch Limonadenflaschen gibt, für die man an den Ständen einen Euro bekommt. Benjamin ärgert sich eine ganze Weile darüber, dass er das erst jetzt erfährt, weil zwei dieser Flaschen den ganzen gestrigen Abend zwischen unseren Füßen herumlagen, doch weder Sven noch er diese sonderlich beachtet hatten, da es sich nicht um reguläre Pfandflaschen handelte. Da auf dem Streetfood-Festival nicht viel los ist, beschließen wir, zum Bahnhof zu gehen. Wir gehen zunächst zur großen Haltestelle am Bohlweg und dann durchs Magniviertel und durch den Löwenwall. Er erzählt mir unterwegs, mit Verweis auf den spielerischen Wettstreit mit Pat von vorhin, dass es „lustige“ Sammler gebe, die einfach nur sammeln um etwas Geld zu machen und das Ganze nicht so „verkniffen“ sehen, z.B. Pat und Patachon. Dann gibt es „extreme“ Sammler, die süchtig seien. Dazu zählt er Otto, aber auch zum Teil Sven. Dann gibt es noch Sammler die für ein bestimmtes „Ziel“ sammeln. Er zählt sich selbst eigentlich zu den erstgenannten Sammlern, allerdings ist er seit Neusten auch ein bisschen ein Sammler, der ein Ziel verfolgt, weil er ja genug zusammensammeln will, um mit der Frau, die er kennengelernt hat, etwas essen gehen zu können. Ansonsten sammelt er ja bloß für sein tägliches Essen und einen „Zehner“ Gras und das reicht ihm dann. Ich frage ihn, was denn einen professionellen Sammler ausmache. Er sagt, dass das Leute seien, die „regelmäßig“ rausgehen und dabei eine „Taktik“ haben, wie beispielsweise er, Sven oder Otto. Aber es muss keine bestimmte Taktik sein, denn es geht ja jeder anders vor. 17:00 Uhr Im Löwenwallpark treffen wir am Obelisken Bekannte von Benjamin. Wir setzen uns für ca. zwei Stunden zu ihnen und unterhalten uns. Dann fragt Benjamin, ob wir weiter wollen, und wir gehen Richtung Bahnhof. Im Park vorm Bahnhof (Viewegs Garten) erzählt mir Benjamin, wie er mal ein paar Stunden in diesem Park auf einer Bank geses- 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 Anhang sen und beobachtet habe, wie viele Sammler kommen, wie sie vorgehen und was sie einsammeln. Er hat gemerkt, dass es sich hier nicht lohnt, weil es zu viele Sammler und zu wenig Parkbesucher gibt. Auch Abfallbehälter in denen er öfters nichts findet, lässt er irgendwann aus. Am Bahnhof sammeln wir genauso wie gestern, mit dem Unterschied, dass wir ein Gleis auslassen, weil der Reinigungsdienst der Bahn die Abfallsäcke wechselt. Benjamin ärgert sich über einen Mitarbeiter des Reinigungspersonals, der ihm gesagt hab, dass die Reinigungskräfte auf das Pfandgeld angewiesen seien und die Sammler diesen „das Brot vom Teller“ nähmen. Am selben Tag, als der Mitarbeiter dies zu ihm gesagt hatte, hat er ihn in einem ganz neuen VW Polo gesehen und die anderen Mitarbeiter des Reinigungsdienstes haben Benjamin erzählt, dass die Reinigungskräfte von dem Pfandgeld feiern gehen oder ihren Urlaub finanzieren. Benjamin gibt zwar zu, das er wisse, dass er laut Hausordnung nicht in die Abfallbehälter der Bahn greifen dürfe, aber dass dies seiner Meinung nach keine Begründung dafür sei, dass die Bahnmitarbeiter den Sammlern die Flaschen wegnehmen. Er glaubt nicht, dass diese das dürfen, aber sie tun es trotzdem. Wir gehen zurück zum Streetfood-Festival, finden unterwegs jedoch keine Flaschen. Er erzählt mir unterwegs, dass er sich beim Sammeln „eigentlich nicht“ von Passanten beobachtet fühle bzw. dass es ihm egal sei, ob Passanten gucken, wenn er aber Marihuana konsumiert habe, fühle er sich, wenn hübsche, junge Frauen in der Nähe seien von diesen beobachtet. Während Benjamin sammelt, tanzt und singt er von Zeit zu Zeit oder macht Späße, wie dass er z. B. laut in die Abfallbehälter ruft „Oskar, wo bist du?“. Er sagt, dass alle denken, dass er immer gut gelaunt sei, er aber diese Späße nur macht, damit niemand merkt „was wirklich Sache ist“. Wir gehen über das Fest und finden ein paar Flaschen. Benjamin ärgert sich über eine Sammlerin mit einem sichtbar alten Puma-T-Shirt. Er sagt zu mir, dass sie nicht sammeln müsse, weil sie genug Geld habe für Markenkleidung. Als ich erwidere, dass wir nicht wissen woher sie ihr Shirt hat, antwortet Benjamin, dass er sie kennt und er habe selbst gesehen, wie sie ihre Markenkleidung im Schloss gekauft habe. Andere Sammler fahren Mercedes und er findet es nicht richtig, wenn solche Menschen sammeln. Wir gehen zum Edeka, um unser Pfand abzugeben. Auf dem Weg fährt ein Radfahrer beinahe Benjamin von hinten in den Rücken. Der Radfahrer weicht knapp vor ihm aus und ruft nach hinten, Benjamin solle die Augen aufmachen. Daraufhin schreit Benjamin den Radfahrer laut an, beschimpft ihn und fordert ihn zum Zweikampf auf. Dieser beschimpft ihn zurück, während er davonfährt. Wir bringen um ca. 20:00 Uhr unsere Flaschen in den Edeka und erhalten 6,74 Euro. Wir haben heute ca. 15 Euro gesammelt und wollen jetzt noch etwas essen gehen. Benjamin sagt, dass er so viel sonst in vier bis drei Stunden verdiene, aber wegen mir heute eher langsam gearbeitet habe, damit ich mit ihm mithalten und wir uns besser unterhalten können. Er geht auch im Schloss sammeln, da muss man aber auf die Security aufpassen, die einen sonst hinauswirft. Die sind jedoch ganz leicht an ihren Anzügen zu erkennen. Den Tipp mit den Anzügen hat er übrigens von einem Security-Mitarbeiter, der ihm 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 250 251 Beobachtungsprotokoll 12.09.2015 (Samstag) beim Sammeln erwischt hatte, aber auf dem Weg zum Feierabend keine extra Arbeit wollte. Wir treffen unterwegs Sven und unterhalten uns. Er ist seit einer halben Stunde unterwegs. Wenn Sven morgen richtig auf die Fußballspiele getippt hat, gewinnt er 300 Euro. Benjamin glaubt, Sven sammle nur Flaschen, weil er spielsüchtig sei und die Sucht so finanzieren könne, Sven sagt jedoch dass das „Quatsch“ sei. Benjamin und ich essen ein Stück Pizza und trinken noch ein Bier, dann gehen wir nach Hause. 176 177 178 179 180 181 182 Anhang Beobachtungsprotokoll 02.12.2015 (Mittwoch) 18:37 Uhr Sven ruft mich an, um zu fragen, wann ich genau während der Weihnachtszeit in Braunschweig bin. Er möchte gerne wissen, ob ich nicht Lust habe, an Silvester und Neujahr zu sammeln, „weil es da eigentlich immer viel zu holen gibt.“ Er sammelt an Silvester eigentlich nicht gerne, wegen der Feuerwerkskörper und dem Lärm, aber wenn ich ihn begleiten würde, würde er auch gehen. Nachdem ich ihm erzähle, dass ich über Silvester nicht in Braunschweig sei, fragt er, was ich am 24.12. mache und ob ich da abends sammeln möchte. Als ich auch das verneine, sagt er, dass das nicht so schlimm sei, denn er rufe eigentlich wegen etwas anderem an. Er möchte klären, was ich im nächsten Jahr während der Zeit mache, wenn in Braunschweig der Karnevalsumzug stattfindet. Er hat nämlich einen „Plan“ und möchte diesen gerne mit mir während der Weihnachtszeit genauer besprechen. „Ich versuche einen Einkaufswagen zu besorgen, wenn ich denn einen auftreiben kann.“ An Karneval kann man noch besser sammeln als beim Magnifest. Anfangen zu sammeln möchte er „so um die Mittagszeit oder früher Nachmittag 14:00 Uhr, das besprechen wir dann noch genauer.“ Er möchte, dass ich mit dem Einkaufswagen auf dem Karnevalsgelände sammle und er mit dem Trolley. Von Zeit zu Zeit nimmt er mir dann die Flaschen ab und bringt sie nach Hause, während ich weitersammle. Näheres besprechen wir bei unserem Treffen, welches wir noch vereinbaren müssen. Ich soll ihn einfach anrufen, wenn ich in Braunschweig bin. Er erzählt mir auch, dass er Benjamin seit drei Tagen nicht gesehen habe. Ich bemerke dazu, dass es jetzt wahrscheinlich langsam kälter werde in dem Zelt, da der Winter kommt. Ich frage, ob es denn keine Wohnungslosenunterkünfte in Braunschweig gebe. Sven antwortet, dass es zwar solche Unterkünfte gebe, aber Benjamin, soweit er weiß, noch kein Geld beim Amt beantragt hätte. Da er nur vom Pfandflaschensammeln lebt, kann er sich das nicht leisten. Diese Unterkünfte nehmen nur Menschen auf, die Geld vom „Amt“ bekommen, da diese teuer sind. „15 bis 17 Euro pro Tag, dazu noch dreißig Euro Strom und Wasser, da kommst du locker auf über 300 Euro und dann biste nicht mal allein im Zimmer, sondern mit fünf, sechs andern.“ Darum muss das Amt bezahlen, „weil sich das ja keiner leisten kann“. Als ich antworte, dass man sich für den Preis gleich eine Wohnung mieten kann, antwortet er, dass das nicht immer so einfach sei eine Wohnung zu bekommen, wenn man vom Amt lebt und nach „Schufa“ fragen die Vermieter ja auch noch. Dann bleibt einem manchmal gar nichts anderes übrig. Er selbst habe ja auch mal „dort“ gewohnt. Er erzählt mir auch, dass er „die alte Oma“ wieder gesehen habe, die uns Kekse geschenkt hatte. Er fragt: „Kannste dich erinnern?“ und erzählt mir detailgenau den Tagesablauf von dem Tag, an dem wir sie getroffen haben: „Das war bei dem neuen Fest, wo wir an der Haltestelle waren und sie geguckt hat, wo wir ein Bier getrunken haben und wir Otto und Benjamin getroffen haben und du abends mit Benjamin sammeln warst.“ 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 252 253 Beobachtungsprotokoll 02.12.2015 (Mittwoch) Die Frage, ob er sich mit ihr unterhalten habe, verneint er und begründet es damit, dass sie nicht so gut Deutsch verstehe. Als ich frage, warum er sie eigentlich damals für eine Sammlerin gehalten habe, sagt er: „Na wegen den Tüten, die die immer mitschleppt.“ 22.12.2015 (Dienstag) 18:30 Uhr Sven und ich treffen uns, wie zuvor telefonisch verabredet, an der Bushaltestelle, an der wir uns immer treffen. Wir setzen uns in den türkischen Imbiss in der Nähe und bestellen uns etwas zu essen. Er hat heute auf dem Weihnachtsmarkt gesammelt und war jetzt noch einkaufen für sich und seinen Kater. Sven will mir von seinem Plan, dass ich am 07.02.16 beim Karnevalsumzug mit ihm zusammen sammeln soll, erzählen. Er sagt, er wolle einen Einkaufwagen besorgen, bzw. dass an der Hauswand seines Wohnblocks mehrere Einkaufswagen ineinander geschoben stehen, in die man nur eine Münze oder einen Einkaufschip stecken müsse. Einen Einkaufswagen will er nur ungern direkt von einem Geschäft nehmen, weil er befürchtet, Ärger zu bekommen. Gleichzeitig hat er Angst, dass die Wagen bis zum Karneval weg sind. „Die stehen schon seit Jahren da rum, aber kann ja sein, dass die Hausverwalterin plötzlich findet, dass die stören.“ Er sagt mir, welche Straßen für den Umzug gesperrt sind, welche dieser Straßen bzw. Plätze wir auf und ab gehen werden (wir bleiben die ganze Zeit in Schlossnähe), um wieviel Uhr wir anfangen (10:00 Uhr, um 11:00 Uhr beginnt der Karneval) und wie wir vorgehen werden. Vorgehen: Er wird mit seinem Trolley auf dem Schloss Vorplatz sammeln, während ich mit dem Einkaufswagen in der Nähe die Umzugsstraße ablaufe. Zwischenzeitlich soll ich ihn aufsuchen und meine Flaschen in seinen Trolley laden. Ist der Trolley voll, geht Sven nach Hause, um ihn in der Wohnung auszuleeren. In der Zeit soll ich weiter sammeln, sodass wir, wenn er wiederkommt, seinen Trolley wieder füllen können. So wird die Arbeit geteilt: Ich sammle die Flaschen vor Ort und er transportiert sie weiter in die Wohnung. Abends oder nachts, je nachdem wann wir „Feierabend“ machen, bringen wir die letzte Füllung des Einkaufswagens gemeinsam zu seiner Wohnung und zählen und sortieren die Flaschen. Sven hat eine neue Taschenlampe, aber er wird noch zwei oder drei Taschenlampen bis zum Karneval kaufen, um sicher zu gehen, dass nichts schief geht. Sven erzählt mir, dass er sogar einmal mit einem „Kollegen“ nach Köln zum Karneval gefahren sei, um dort zu sammeln. Dort haben sie auch Einkaufswagen verwendet und diese ins Auto des Kollegen entleert. Während einer die Flaschen ins Auto gelegt habe, sei der andere schon wieder losgezogen, um neue Flaschen zu sammeln. „Das ist wie bei uns, das geht nämlich schneller, wenn man sich aufteilt.“ Sven erzählt mir, dass der Karneval in diesem Jahr aufgrund einer Terrorwarnung in Braunschweig ausgefallen sei. „Um halb 10 standen wir da schon alle und haben gewartet und dann hat die Polizei gesagt, dass wir alle gehen müssen.“ Als ich frage, wen er mit „wir“ meine, antwortet er: „Na, die Pfandsammler.“ 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 Anhang Dann zeigt er mit dem Finger auf die Bedienung und sagt: „Karneval ist ja immer am Sonntag, die haben eigentlich Sonntag geschlossen, aber die haben an Karneval trotzdem immer auf, da machen die ne Ausnahme. Und bei der Warnung konnten die ja auch nicht arbeiten, weil der Karneval ja ausgefallen ist.“ Er sagt, er sammle ja in der Woche eigentlich nicht, aber mache auch Ausnahmen, zum Beispiel jetzt beim Weihnachtsmarkt. Etwas später kommt einer der Mitarbeiter des Ladens zu uns, um sich mit Sven zu unterhalten und zu erfahren, wie es mit dem Flaschensammeln läuft. Da spricht ihn Sven auf die Terrorwarnung in diesem Jahr an und will wissen, was die mit dem ganzen Essen für den Tag gemacht haben. Der Mitarbeiter sagt, dass die Warnung sehr früh gekommen sei und die gerade erst wenige Minuten aufgemacht hatten. Sie haben den Laden einfach geschlossen und die Lebensmittel am nächsten Tag verkauft. Da dreht sich Sven zu mir und sagt: „Siehste, die konnten auch nicht arbeiten.“ Sven freut sich schon sehr auf den Karneval, weil man dort viel mehr sammeln kann, als bei jeder anderen Veranstaltung im Jahr. Sven erzählt mir, dass Benjamin auch in der Stadt sei und bei den Punks vor der Commerzbank sitze. Er sagt, dass Benjamin nicht mehr sammle und nur noch „schnorrt“. Wir verabschieden uns und ich gucke, ob Benjamin bei den Punks sitzt. Ich treffe Benjamin mit seiner Freundin. Er sagt, er sei auf dem Weg zur Toilette und ich solle mich schon mal zu den anderen bei der Commerzbank setzen und dass er gleich nachkomme. Ich geh zur Commerzbank, stelle mich den anderen als Benjamins Bekannter vor und sie sagen, ich solle mich zu ihnen setzen. Sie bieten mir etwas zu trinken an und wir unterhalten uns, bis Benjamin kommt. Als Benjamin zu uns tritt, setzt er sich mit auf die Decke und wir unterhalten uns. Irgendwann sagt er: „Ich brauch Kohle, ich muss gleich arbeiten.“ Ich frage Ihn ob er das Flaschensammeln meine und er antwortet: „Nee, ich schnorre jetzt wieder.“ Nach einer Weile verabschiede ich mich von ihnen und gehe nach Hause. 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 254 255 Beobachtungsprotokoll 22.01.2016 (Freitag) Beobachtungsprotokoll 22.01.2016 (Freitag) 18:00 Uhr Ich wurde von Benjamin zum Geburtstag eingeladen und besuche ihn an seinem Platz vor der Commerzbank. Benjamins teure Tasche, die er immer zum Sammeln genutzt hat und die er immer bei sich hatte, ist nicht mehr zu sehen. Wir sitzen zwanzig Minuten zusammen, gehen dann kurz in die Innenstadt, um etwas bei befreundeten Punks (Frau und Mann) zu besorgen und setzen uns zehn Minuten zu ihnen auf eine Decke vor einem Kaufhaus. Anschließend gehen wir zurück und setzen uns wieder auf die Decke vor der Bank. Gegen 19:30 Uhr wird es mir zum einen zu kalt auf der Decke und zum anderen lässt es sich mit Benjamin nicht mehr so gut unterhalten, da er zu benebelt ist. 25.01.2016 (Montag) 22:00 Uhr Sven hat noch einmal angerufen, um unser Vorgehen am Sonntag dem 07.02 durchzusprechen. Er hat mir noch einmal genau beschrieben, wie ich zu ihm komme. Wenn ich auf Toilette müsse, solle ich ihn vorher anrufen, damit wir uns treffen und er auf den Einkaufswagen aufpassen könne. Dasselbe tut er wegen seines Koffers. Abends, wenn wir fertig sind, lädt er mich auf ein Menü bei McDonalds oder Burger King ein, da wir am Tag nicht dazu kommen werden zu essen. Um 10:00 Uhr morgens fangen wir am, auch wenn der Umzug erst um 11:00 Uhr beginnt. Sonntagnacht um ca. 1 oder 2 Uhr wird Sven von einem Bekannten mit einem VW-Bus abgeholt und sie fahren gemeinsam nach Köln, um am Montag beim Kölner Karneval zu sammeln. Am Montagabend fahren sie dann wieder zurück nach Braunschweig. Dies haben sie auch schon im letzten Jahr gemacht. Sein Freund ist fest angestellt und sammelt nur bei Veranstaltungen Flaschen. Für das Sammeln beim Karneval hat er sich extra zwei Tage Urlaub genommen. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 Anhang Beobachtungsprotokoll 07.02.2016 (Sonntag, Karnevalsumzug in Braunschweig) 09:30 Uhr Sven und ich haben uns, wie zuvor telefonisch vereinbart, um 09:30 Uhr getroffen. Während ich mit dem Fahrrad auf dem Weg zu ihm war, hat er mich kurz angerufen, um sicherzustellen, dass ich seine Wohnung finde. Sven: „Dein Arbeitsmaterial hab ich auch schon.“ Als ich ankomme, steht er schon vor seiner Haustür und erwartet mich. Vor seiner Eingangstür steht ein mit einem Fahrradschloss an einem Gitter angeschlossener Einkaufswagen und ich frage, ob es sich dabei um den Wagen handle, den wir heute zum Sammeln benutzen. Sven verneint dies und erzählt mir, dass dieser Wagen einem seiner Nachbarn gehöre. Ich frage, ob dieser Nachbar auch Flaschen sammle. Sven sagt: „ Auf die Idee ist der gekommen, weil der mich gesehen hat, der macht mehr nach als alles andere.“ Wir gehen eine Treppe hinunter und gelangen zum Hof des Hauses. Dort befindet sich eine Art großer Käfig aus Metallgittern, den nur die Hausbewohner mit einem Schlüssel öffnen können. Sven hat seinen Einkaufswagen dort hineingestellt und zusätzlich an einer der Gitterwände mit einem Vorhängeschloss befestigt. Ausrüstung Sven hat wie immer seinen Trolley, eine Menge Plastiktüten und seinen großen Rucksack dabei. Für mich hat er den Einkaufswagen besorgt. Es handelt sich dabei um einen großen Einkaufswagen der Real-Handelskette, mit Unterbau für Getränkekisten. Er hat diesen wegen der Größe und des Unterbaus extra aus dem zwei Kilometer entfernten (Google Maps) Real besorgt. Zusätzlich hat er mir eine große, schwarze Lederreisetasche für Dosen und Plastikflaschen gegeben, die ich an einem Haken des Einkaufswagens befestige. Ca. 10:00 Uhr (Umzug beginnt um 13:00 Uhr) Wir sind in die Stadt gegangen und sitzen an einer Bushaltestelle. Sven raucht und ich sitze, mit dem Kopf auf dem Wagengriff ruhend, neben ihm und gucke zu, wie die Mitarbeiter der Stadt die Absperrungen für den Umzug aufbauen, während die Polizei die Straßen sperrt. Es ist nichts los. Sven: „Jetzt ist noch nichts los, aber nachher kannste gar nicht so schnell gucken, wie der Wagen voll wird.“ Er sagt weiter, dass wir, wenn wir Glück haben, eine Kiste geschenkt bekommen. Er kennt viele Sammler, die schon eine bekommen haben, und hofft, dass er diesmal auch eine bekommt, denn die Menschen haben ihm bisher nie eine Kiste gegeben. Mit seinem Kumpel, mit dem er heute Nacht nach Köln fährt, hat er letztes Jahr ca. 300 Euro gemacht. Sven gibt ihm ca. vierzig Euro Spritgeld und übernimmt die Hälfte der Parkgebühren und dann sammeln sie so lange, bis der VW-Bus (Sitze umgeklappt) mit Flaschen gefüllt ist. Am Dienstag bringen sie die Flaschen gemeinsam weg und teilen sich den Erlös. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 256 257 Beobachtungsprotokoll 07.02.2016 (Sonntag, Karnevalsumzug in Braunschweig) Sven hat gestern nicht gesammelt. Er sagt, dass sehr viele Sammler gestern Abend nicht gesammelt haben, um heute fit zu sein. Ca. 11:00 Uhr Wir gehen jetzt den Bohlweg rauf und runter und trennen uns auch gelegentlich. Nach und nach kommen verkleidete Menschen und ab und zu findet man eine Flasche oder bekommt eine von Passanten geschenkt. Die Dosen lege ich in die Reisetasche. Ich bleibe ab und zu bei den Punks, die auf einer Decke vor der Bank sitzen, stehen und unterhalte mich. Ca. 12:00 Uhr Es sind jetzt schon einige Menschen an den Absperrungen zur Parade. Sehr viele trinken Bier. Es wird auffällig mehr Dosenbier getrunken als z. B. beim Magnifest, wahrscheinlich weil mehrere Getränkestände am Festgelände Woltersdosen verkaufen. Viele Menschen sprechen mich auf meinen Einkaufswagen an und sind sehr neugierig. Fast alle reagieren positiv auf meine Sammeltätigkeit, einige ignorieren mich und eine Person scheint genervt, als ich sie nach der leeren Flasche neben ihren Beinen frage. Zwischendurch treffe ich immer wieder Sven und wir reden kurz. Auch andere Sammler, sowohl die, die ich schon kenne, als auch die fremden sind heute gut gelaunt und gesprächig. 12:30 Uhr Sven kommt auf mich zu und räumt einige Flaschen und Dosen aus meinem Wagen in seine Taschen und geht nach Hause, weil sein Trolley, sein Rucksack und vier Dosentüten voll sind. Ich sammle weiter. Viele Menschen legen ihre Flaschen unaufgefordert in meinen Wagen oder rufen mich zu sich, um mir Flaschen zu geben. Es gibt einzelne Gruppen, mit denen ich mich wiederholt unterhalte. Vier dieser Menschengruppen behalten die Flaschen so lange für sich, bis ich vorbeikomme, und geben sie keinem anderen Sammler. 13:00 Uhr der Umzug beginnt 13:30 Uhr Mein Wagen, meine Reisetasche und einige Plastiktüten sind voll. Ich suche einen Platz, wo weniger los ist. Unterwegs komme ich an den Punks und Benjamin vorbei, die mir noch einmal zusätzlich einen Haufen Flaschen in den vollen Wagen legen. Viele Menschen sprechen mich nun auf die Masse der Flaschen an oder stupsen ihren Nebenmann an und zeigen auf mich. Als ich einen Ort gefunden habe, an dem es einigermaßen ruhig ist, rufe ich Sven an. 14:00 Uhr Ich habe Sven erreicht. Er ist auf der anderen Seite des Umzugs und muss eine Lücke abwarten, um zu mir kommen zu können. 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 Anhang 14:15 Uhr Sven ist da, doch seine Taschen, der Rucksack und der Trolley sind wieder fast voll. Wir beschließen, dass unser ursprünglicher Plan, nämlich dass Sven seine Taschen immer wieder mit meinen Flaschen füllt, keinen Zweck hat. Bereits auf dem Weg zu mir füllen sich alle seine Taschen und er muss anschließend mehr oder weniger tatenlos bleiben. Wir gehen gemeinsam in die Richtung seiner Wohnung und halten am Hagenmarkt (ein kleiner Park bzw. Platz um einen großen Brunnen). Wir sammeln noch die Dosen und Flaschen am Hagenmarkt, so dass sie schon über den Wagenrand stehen. Zusätzlich werden uns von Jugendlichen zwei Bierkisten mit Leergut geschenkt. Auch ein anderer Sammler, der heute nur Dosen sammelt, hilft uns, Glasflaschen zu sammeln und überlässt uns diese. Da alle Flaschen und Dosen am Platz gesammelt sind und unsere Taschen sowie der Einkaufswagen voll sind, machen wir eine Pause. Wir kommen zu der Erkenntnis, dass es unmöglich ist, mit dem Einkaufswagen am Umzug vorbeizukommen. Wir sitzen auf einer Bank am Brunnen und überlegen, wie es weitergeht. Wir diskutieren, welcher Umweg, um den Umzug herum, am kürzesten ist. Jeder mögliche Weg zur Wohnung dauert mindestens eine Stunde und die Flaschen zu verstecken hält Sven für zu gefährlich. Vor uns sitzen ein paar Jugendliche, die einen Einkaufswagen bei sich haben, in dem die ihr Bier transportieren. Als sie alles ausgetrunken haben und aufbrechen wollen, frage ich sie, ob sie uns den nun leeren Wagen überlassen. Sie geben ihn uns. Der Einkaufswagen ist etwas kleiner als unserer und hat auch keinen Unterboden, aber nun können wir wenigstens sammeln. 15:00 Uhr Sven bleibt am Hagenmarkt und bewacht unserer Flaschen, während ich noch einmal eine Runde am Bohlweg drehe. Inzwischen ist das Gedränge ziemlich dicht, aber trotzdem reagieren die Menschen noch immer positiv auf mich und geben mir ihre Flaschen und Dosen. Ich finde eine Bierkiste mit leeren Flaschen, die ich in den Wagen stelle. Ich begegne Pat (von Pat und Patachon). Er sammelt heute nur Dosen. „Die kann man auch am Sonntag gut in der Tankstelle abgeben.“ Wir gehen ein Stück zusammen und er legt alle Glasflaschen, die er findet, in meinen Wagen. 15:45 Uhr Mein Wagen ist wieder voll. Ich gehe zu Sven, unterwegs sprechen mich erneut viele Menschen auf die Menge meiner Flaschen an. Sven und ich machen Fotos von unseren Wagen und Taschen und setzen uns auf eine Bank am Hagenmarkt. Wir warten, bis die Parade zu Ende ist. Gegen 16:00 Uhr fahren nur noch vereinzelt und in größeren Abständen Festwagen, so können wir zwischen zwei Festwagen über die Straße gehen. Unterwegs spricht mich ein fremder Sammler auf meinen Einkaufswagen an und erzählt mir, wo es die besten Einkaufswagen zum Sammeln gibt (Standort, Ladefläche, Rollen usw.). 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 258 259 Beobachtungsprotokoll 07.02.2016 (Sonntag, Karnevalsumzug in Braunschweig) Auf dem Weg zu Sven merke ich, wie es zunehmend schwerer wird, zwei Einkaufswagen gleichzeitig zu befördern. Ich schiebe den kleinen Wagen mit einem Arm vor mir her, während ich den großen Wagen mit dem anderen Arm hinter mir herziehe. Als wir bei Sven ankommen, bin ich komplett durchgeschwitzt. Ich bemerke jetzt, dass dort noch ein zweiter Einkaufswagen angeschlossen ist, der heute Morgen noch nicht da war. Sven sagt, dass dieser wieder einem anderen Nachbarn gehöre. 16:15 Uhr Um zu Svens Haustür zu kommen, müssen wir die zwei Einkaufwagen zehn Stufen hochtragen. Beim ersten Versuch misslingt dies, weil der große Wagen zu schwer ist und wir ihn kaum heben können. Bei diesem Versuch fällt uns auch eine Flasche aus dem Wagen und zerbricht. Wir leeren nun den Wagen zu einem großen Teil, um ihn die Treppe hochtragen zu können und legen die Flaschen anschließend einzeln wieder hinein. Dasselbe machen wir mit dem anderen Wagen. Sven wohnt im 5. Stockwerk. Sein Fahrstuhl ist sehr schmal und nicht besonders geräumig, daher fahren wir die zwei Einkaufswagen und den Trolley jeweils einzeln im Fahrstuhl hoch. Im Flur des 5. Stocks, kommt uns ein benachbarter Sammler entgegen, der uns zu unserer Ausbeute gratuliert. Er habe „nur“ zwei große Tüten voll gesammelt. Er hat heute nur Dosen gesammelt und ihm gehört keiner der Einkaufswagen am Haus. In Svens Wohnung sind überall Tüten, Säcke, Eimer und Waschwannen verteilt, in denen Dosen und Flaschen aufbewahrt werden. Wir füllen die Flaschen des kleinen Wagens in eine große Stofftasche und zwei große, blaue Müllsäcke und schieben den großen Wagen in seinen Wohnungsflur. Anschließend gehen wir zu McDonalds. 17:00 Uhr Auf dem Weg zu McDonalds erzählt mir Sven, dass Otto heute „durchmacht“. Otto und Pat seien „süchtig“ nach Flaschen und kennen keinen Feierabend. Während er mir das erzählt, sammelt er jede Dose und Flasche auf, die er unterwegs findet. Nachtrag Auf die Frage, wie viel Geld Sven über die Karnevalstage gemacht habe, schickte er mir eine Nachricht mit folgenden Angaben: Karneval Köln 700€ Karneval Düsseldorf 500€ Karneval BS 93€ 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 Anhang Ero-episches Gespräch mit Sven (07.02.2016, McDonalds)122 T.: hä wo isn mein Essen? #00:00:39–3# S.: hier #00:00:37–9# T.: ach da he #00:00:38–5# S.: ja #00:00:39–6# T.: Sven wil (.) willst du auch noch Pommes? #00:00:42–3# S.: (.) nä #00:00:43–7# T.: doch die könnwa uns doch teiln #00:00:45–8# #00:00:53–3# T.: hast schon aufgegessen? #00:00:54–8# S.: jau #00:00:54–9# T.: (.) wadde ma mach ma auf, nimm die eine Hälfte #00:00:57–9# S.: nää das passiert halt #00:00:59–5# #00:01:01–6# S.: ich pack dis, ich pack dis jetzt besser rein hier #00:01:03–2# T.: ok. #00:01:04–4# S.: weil. #00:01:05–6# (Sven und ich räumen die Verpackungen auf dem Tisch zusammen) #00:01:44–5# S.: da is (?) #00:01:46–4# T.: (räuspern) willst du auch Ketchup? #00:01:46–8# S.: nä (…) i nimm meistens ohne #00:01:50–3# T.: ok #00:01:51–6# #00:02:02–2# S.: weist du alses auch noch geregnet hat, waren auch noch viele Sammler unterwegs #00:02:03–9# T.: jetzt? #00:02:06–6# S.: mhn #00:02:07–0# T.: mhn (..) noch einige ja #00:02:09–8# #00:02:22–8# S.: aba ich bin kaputt heute, du nich? #00:02:26–1# T.: ich auch (.) mir tun die Füße weh #00:02:29–8# S.: (.) guck mal, was für Ausdauer Otto hat #00:02:33–8# T.: (..) ja, der hats (..) obwohl der schon so alt is (12 sek.) meinst du Otto isn Profisammler? #00:02:50–6# S.: (.) ja #00:02:51–5# T.: oda wirdste das überhaupt so nennen? #00:02:55–1# S.: (…) der i, der is ei (.) einer der Topverdiener #00:03:02–3# 122 Bei näherer Betrachtung der Transkription fällt auf, dass das Gespräch nicht besonders ero-episch verlaufen ist. Durch die veränderte Situation mit dem Aufnahmegerät habe ich mich dazu hinreißen lassen, eine Interviewsituation entstehen zu lassen, in der ich mein Gegenüber nachbohrend ausfrage und durch eigene Vorschläge teilweise erheblichen Einfluss auf das Gesagte nehme. Dennoch halte ich diese Datenquelle nicht für wertlos. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 260 261 Ero-episches Gespräch mit Sven (07.02.2016, McDonalds) T.: (..) kö (…) und wer ist da noch dabei, Sven? #00:03:06–6# S.: (.) noch ääh (.) der, den wir vorhin getroffen haben #00:03:13–4# T.: der Schwu #00:03:15–1# S.: der heute nur Dosen sammelt und Plastik #00:03:17–9# T.: hm (..) Pat #00:03:20–5# S.: (.) ja (5 sek.) öhm (..) ja ja andere auch noch, der äh, der Schwule #00:03:31–0# T.: mhm (4 sek.) du selber? #00:03:35–1# S.: (..) ja ich bin, mehr (.) in der unteren Region #00:03:40–4# T.: ok aba du bist doch auchn Fachmann oder nich? #00:03:43–6# S.: jaa (.) aber Topverdiener sind die andern, ich mach ja (????) (lauter Schrei im Hintergrund) #00:03:52–3# T.: hm (12 sek.) u und Benjamin? #00:04:04–4# S.: (4 sek.) der is (..) der is ja umgestiegen als Topverdiener im Betteln #00:04:14–1# T.: hm (.) aber würdest du den noch als Pfandsammler bezeichnen nee nä? oder doch? #00:04:18–9# S.: (4 sek.) Pfandsammler im Ruhestand ersma #00:04:21–1# T.: hm #00:04:21–8# #00:04:37–0# S.: oar ich bin schon satt #00:04:38–6# T.: (.) ja? #00:04:39–6# S.: (.) du nich? #00:04:40–4# T.: doch auch schon einlich (..) wir hatten ja nochn Brötchen zwischendurch #00:04:44–5# #00:04:53–3# S.: ja ich hätte fr (..) zu Hause auch nich so viel #00:04:58–8# T.: hm (8 sek.) was würdest du sag aba wo woran erkennst du ob einer also (..) wann ab wann ist man denn n richtiger Pfandsammler? #00:05:09–3# S.: (…) die, die jeden Tag rumlaufen #00:05:14–3# T.: (.) aba machst du ja auch nich jeden Tag #00:05:16–4# S.: nee (…) oder Ende des Monats wenns knapp bei der Knete is #00:05:23–6# T.: hm (.) aba regelmäßig oder #00:05:26–6# S.: (..) ja, wende tu, sobald duu, wennde erstmal (.) im Mülleimer guckst umm (..) Flasche rausnehmen nä #00:05:36–1# T.: hm #00:05:36–3# S.: denn (.) zählt man schon als Flaschensammler #00:05:40–1# T.: (..) ja aba bist du dann auch n also (..) biste dann auch n richtiger (.) also würdest du sagen dass ich n Flaschensammler bin #00:05:48–1# S.: (…) nöää erstmal (.) hilfst du ja sowieso ein mit ne? #00:05:54–5# T.: hm #00:05:55–1# S.: und äh (.) zweitens äh (..) wenn ich jetze Otto helfen würde und (..) er gibt mir vielleicht essen und trinken nur aus ja #00:06:04–4# T.: ja #00:06:05–0# S.: dann wär ich ja auch kein Flaschensammler #00:06:07–9# T.: ok #00:06:09–0# 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 Anhang S.: (…) oda die, oda es gibt auch Gelegenheitssammler, die wenne Flasche oder ne Dose liegt #00:06:19–7# T.: hm #00:06:20–3# S.: am Straßenrand, das sie eine nehmen ne (.) aba das sie nie innen Mülleimer gucken ne #00:06:24–6# T.: (.) ok #00:06:25–0# S.: nur die die hier (?) #00:06:27–1# T.: ja #00:06:26–6# S.: (.) das sind ja nur Gelegenheitssammler #00:06:28–3# T.:mkay #00:06:29–5# S.: (.) oda so (.) oda es gibt welche die (..) äh nur sammeln wenn se pleite sind ja #00:06:39–0# T.: hm (..) wie würdest du die bezeichnen? #00:06:42–7# S.: (.) öh, die würd ich auch als Gelegenheitssammler bezeichnen #00:06:47–2# #00:06:52–6# T.: aba, sind Gelegenheitssammler auch Profis (..) oder braucht man noch irgendwas? #00:07:00–7# S.: was? #00:07:01–7# T.: oder braucht man noch irgendwas? (..) sowie du hast, du hast Taschenlampen, Trolley und so weiter #00:07:08–1# S.: jaa ohne nicht, die mit Einkaufswagen eh (.) mit ääh Koffers rumlaufen #00:07:12–6# T.:mhm #00:07:13–6# S.: (..) und die die jede Pfandflasche auskenn (4 sek.) u und die wissen wie ma wo w wo man die Flaschen am ä ä ä abgiebt ne, weil jeder Automat (.) jeder nimmt halt nicht jeder Flasche auf #00:07:33–5# T.: mhm (4 sek.) w w was hast du gesagt, die kennen sich mit den Flaschen aus? #00:07:40–3# S.: (..) ja die genau (.) welche wo du abgeben musst (…) weil gibt manche Flaschen ne, die äh die nimmt nicht jeder Laden an (6 sek.) haste vorhin Otto auch gesehen, wo du den zweiten Einkaufswagen (..) gefahrn bist? #00:08:02–8# T.: nein (.) ich weiß nich wo der hin is (.) vielleicht war der irgendwie auf der andern Seite, der hats vielleicht rüber geschafft aber ich weiß nicht wie, wenn ers gemacht hat. war ja zu voll #00:08:10–9# S.: der rennt einfach rüber (.) ja ob nu ob die Leute da rumgehen #00:08:16–5# T.: (6sek.) hast du eigentlich (.) ähm (..) hast du eigentlich gleich äh, als du angefangen hast zu sammeln, hattest du da schon äh (.) so, ne Taschenlampe und sowas alles oder hat sich das langsam #00:08:35–1# S.: neee, langsam erst so wo ich a äh, wo ich arbeitslos war #00:08:40–4# T.: (.) aba ich mein ob sich das erst entwickelt hat das du dann so Tricks (..) Tricks rausgefunden hast #00:08:45–7# S.:(.)ja #00:08:47–0# T.: wie mit dem Schlüssel für die Mülltonnen oder den Taschenlampen #00:08:50–4# S.: joa das weiß ich wie, die hab ich mir ja auch irgendwann besorgt (8 sek.) fährste jetzt gleich z zu deine Schwester #00:09:01–3# 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 262 263 Ero-episches Gespräch mit Sven (07.02.2016, McDonalds) T.: mhm (4 sek.) ich ge #00:09:06–3# S.: die wartet schon auf dich #00:09:07–4# T.: hn? #00:09:08–1# S.: (.) die wartet schon auf dich #00:09:10–8# T.: nja die wartet, weiß ich nicht ob die auf mich wartet (.) aber ich geh vorher noch zu Benjamin und trink mit dem ein Bier #00:09:14–2# S.: ja? #00:09:15–4# T.: willste auch noch eins zum Feierabend oda #00:09:16–0# S.: nee ich wollte jetzt nur noch zur Bank, und mirn paar Euro abholen weil ich noch Tabak brauch ne #00:09:19–9# T.: ja (7 sek.) oh is schon alle #00:09:29–7# S.: ja (.) (??) ja? (..) watte #00:09:35–7# T.: (.) kannst meine haben ich bin voll (4 sek.) können auch Strohhalm wechseln wenn de willst #00:09:43–1# S.: ja weil weil (.) nee ich hab ja, ich hab jaa #00:09:46–1# (Lärm) #00:09:59–4# T.: die räum jetzt draußen auf hn? #00:10:01–4# S.: wat? #00:10:01–8# T.: die räumen jetzt draußen auf #00:10:04–1# S.:(..) joar das hamse, ja hamse hamse schon schon vorhin schon angefangen #00:10:09–0# T.: hm (8sek.) erkennst du ob einer Pfandsammler ist oder nich wenn du den so siehst #00:10:21–2# S.: jau (.) erst recht wenn ich sehe wenn die in Mülleimer gucken #00:10:25–3# T.: hm (.) weil von der Oma dachteste auch die wär Pfandsammler ne? #00:10:28–2# S.: ja #00:10:28–7# T.: und warum? #00:10:29–3# S.: (..) na weil (.) die Taschen ne, weil die immer geguckt hat #00:10:32–8# T.: hm #00:10:33–6# S.: (..) hast ja auch gedacht ne? #00:10:36–7# T.: Ich dachte das auch ja, weil die Taschen hatte #00:10:40–3# S.: ja #00:10:41–0# #00:10:56–3# T.: is das dieser, ist der Schwule ist das der Masterblaster? #00:10:59–2# S.: das ist der Masterblaster (.) dem sein Spitznahme #00:11:04–3# T.: (..) abba den einen von dem du erzählt hast, Mütze oder so Kapuze #00:11:11–0# S.: (..) Kapuzen äh Mann #00:11:15–0# T.: ja den hab ich noch nie gesehen glaub ich #00:11:18–0# S.: (.) ja der hat immer (?) an (.) äh ne (?) Mütze wie ich ne und darüber hat der seine Kapuze auf und ne Sonnenbrille hat der auf #00:11:27–3# #00:11:47–4# I.: n wann wann fahrt ihr heute nach Köln? #00:11:49–5# S.: (..) äh jetze (..) äh die äh (.) sag mal (…) paar Euro abholn (…) dann mir n Paket Tabak holn und dann nach Hause gehen (…) äh heut mach ich auch nicht viel mehr #00:12:08–3# 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 Anhang T.: hm (7 sek.) habt ihr das schon lange geplant hier mit der Kölnfahrt? #00:12:16–1# S.: joar an Anfang Jjanuar, nee (.) er fährt ja jedes Jahr einmal hin (…) er fährt ja jedes Jahr hin (.) aber ich (.) bin jetzt erst das zweite Mal mit ihm (18 sek.) wir können gleich los #00:12:48–4# T.: wolln wa los? #00:12:49–3# S.: ja 170 171 172 173 174 175 264 265 Interview IP 1/ Fall A (Männlich, 58 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) Interview IP 1/ Fall A (Männlich, 58 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) IP1: Äh einfach nochmal abstrakt (mhm) ich mach das jetzt nur so von Fall zu Fall (mhm), Situativ, man kann auch sagen vom situativen Ansatz und jeder, ich hab auch schon erlebt wenn mir jemand dann blöd kommt, es gibt ja Leute die die Nase rümpfen dann ne? (mhm) Dann hab ich auch schon mal gesagt: „Ja was wollen Sie eigentlich (3 Sek.) was wollen Sie eigentlich von mir, weil Sie jetzt hier so eine komische Geste machen“, also es war wirklich evident, das war jetzt nicht irgendwie meine Einbildung ne (mhm), dann habe ich gesagt: „Wenn Sie es genau wissen wollen ich mache zur Zeit ne soziolo, ne empirische soziologische Studie im Zusammenhang mit Flaschensammeln.“ Da hat er aber fast seinen Mund nicht mehr zu gekriegt (mhm) und im Übrigen gibts ja auch Leute die sich dann anderweitig darüber erregen in Anführungsstrichen oder aufregen und dann hab ich mal gesagt, da hab ich mal das Zitat gebracht von Kaiser Vespasian aus dem alten Rom: „Pecunia non olet, Geld stinkt nicht.“ Der hat das zwar in einem anderen Zusammenhang gesagt aber das kann man ja auf diese Situation übertragen ne? (mhm) Aber wie gesagt, ich mach das nur hin und wieder und was mir so vor die Flinte kommt aber jetzt nicht in dem Sinne zielgerichtet ne? (mhm) Mhm genau, das nur mal so, aber frag, frag ruhig weiter oder #00:01:07–2# Int.: Ok. (nach deinem Duktus) Vielleicht könntest du mir einleitend erst einmal etwas über dich erzählen? Was du machst? Wie es dich hierher verschlagen hat? #00:01:18–6# IP1: Ja kann ich sagen. So, ich habe Abitur und dann nach dem Abitur habe ich Zivildienst gemacht und dann danach ähm versucht ähm eine, ja ich sag es wirklich mal so ganz ehrlich weil es ist irgendwie, ich will einfach mal vorausschicken, weil meine ganze Vita, also zumindest was die berufliche Seite betrifft, ist nicht stringent und schon gar nicht linear verlaufen, sondern mit, wie so ne Konjunkturzyklus mit auf und ab und ähm wie gesagt, nachdem ich Zivildienst gemacht habe, habe ich versucht eine oder habe ich eine Beamtenlaufbahn eingeschlagen, das hat aber dann zu dem negativen Ergebnis geführt, dass ich die Prüfung seinerzeit, das ist aber schon sehr lange her, endgültig nicht bestanden habe und dadurch bin ich wieder aus diesem sogenannten Beamtenverhältnis auf Widerruf entlassen worden. Das ist gesetzmäßig, gesetzlich so vorgesehen. Dann hab ich aber, danach hab ich immer mal dieses und jenes gemacht auch im Werkschutz gearbeitet und dadurch dass ich gut Englisch kann auch, oder spreche und auch überhaupt verstehe und kommunizieren kann in Englisch, habe ich auch an verschiedenen Empfängen des Westdeutschen Rundfunks gesessen, da ist auch Englisch sehr hilfreich und ich wollte aber unbedingt einen Abschluss und dann habe ich Mitte der 1990er Jahre eine Prüfung gemacht zum Verwaltungsfachangestellten, also für alle Gebietskörperschaften des öffentlichen Dienstes, beispielsweise Bund also die Bundesebene, Länder, das Land NRW oder die anderen Bundesländer oder hat Städte und Gemeinden (mhm) und da habe ich, ja das war mir wichtig halt einen Abschluss zu haben, den hab ich halt, kann ich mir zwar primär im Moment auch nichts für kaufen aber ist immer gut, finde ich jedenfalls, etwas in der Tasche zu haben. Danach habe ich auch, meistens befristet, bei bestimmten Behörden hier in Köln gearbeitet. Das war 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 Anhang aber wirklich fast immer ex tunc von Anfang an befristet (mhm). Kleines Beispiel: immer wenn ne Wahl anstand, in den vergangenen Jahrzehnten kann ich jetzt schon sagen, habe ich in dem Zeitraum der unmittelbaren und mittel, also unmittelbaren und auch längerfristigen Vorbereitungen im sogenannten Wahlamt gearbeitet, das heißt die Wählerlisten auf den neusten Stand gebracht und die Benachrichtigungen rausgeschickt und so weiter, was halt klassische Aufgaben eines Wahlamtes sind. Haben wir ja erst kürzlich jetzt ne Landtagswahl gehabt insofern ist das ja auch, da hab ich zwar nicht gearbeitet aber ich weiß natürlich von den Abläufen und so weiter. Ja und dann habe ich im Jahre 2005 noch die Prüfung zur geprü, äh hab ich noch die Prüfung abgelegt vor der Industrie- und Handelskammer zur geprüften Sicherheitsfachkraft, gemäß Paragraph 34a Gewerbeordnung, das heißt, da kann, da kann ich dann, früher war das nämlich so, da konnte man auch im Sicherheitsbereich ohne Prüfung arbeiten und da haben sich ziemlich viele schwarze Schafe getummelt. Das ist teilweise heute in der Tat auch noch der Fall aber es ist schon ein bisschen besser geworden. Haste vielleicht auch mitbekommen, im Zuge der sogenannten Flüchtlingswelle da hats ja auch viele, einige, da hats ja auch teilweise starkes, ja schlechtes Benehmen oder ums mal etwas freundlich zu formulieren, ich sag nur mal Burbach (mhm), das ist ja auch überregional bekannt geworden, da haben sie doch den einen da in seinem eigenen Erbrochenen irgendwie reingedrückt und dann irgendwie auch daran gehindert aufzustehen und so weiter ne (mhm). Auf jeden Fall diese sogenannten privaten Sicherheitsfachkräfte haben sich da völlig daneben benommen, Teile davon natürlich immer nur, das ist ja immer pars pro toto und ähm, das war aber nicht der Grund warum man das Gesetz geändert hat, das Gesetz ist nämlich schon vor ungefähr zwölf Jahren oder vor circa 15 Jahren kann man sagen, das war noch zu der Zeit als Rexrodt von der FDP Bundeswirtschaftsminister war, also das war (2 Sek.) Quatsch ich muss mich korrigieren, nee jetzt wollen wir mal nichts Falsches sagen (2 Sek.) auf jeden Fall ist es schon länger her, dass dieser Paragraph in die Gewerbeordnung eingefügt worden ist und dass diese Prüfung zwingend vorgeschrieben ist (mhm) und das war der Grund warum ich im Jahre 2005, im Rahmen dieses sogenannten zweiten Standbeins, diese Prüfung auch noch abgelegt habe. Ja und seitdem habe ich aber mit diesem, in diesem Metier nicht wieder gearbeitet, ähm nur mal ganz sporadisch im Rahmen eines Praktikums, das war hier im hiesigen Rathaus aber das war auch nichts manifestes sondern das war einfach von Anfang an auch so vorgesehen einfach nur mal da reinzuschnuppern. Ja und jetzt um auf die aktuelle Situation zurückzukommen ich bin halt sogenannter Hartz 4, also ich mag diesen Begriff nicht weil der Hartz ja auch vorbestraft ist, weißt du vielleicht ne? (mmh wegen VW und) ja genau und auch Stichwort Betrug und irgendwas ist da, genau VW richtig. Weil der war ja vorher Arbeitsdirektor bei VW ne? (mhm) Peter Hartz. Naja also ums mal formalistisch auszudrücken, ich lebe halt von Arbeitslosengeld ll und (5 Sek., schnäuzt sich) ja aber ich hab in dem Sinne materiell jetzt keine Probleme und auch mit der Wohnung, da wohn ich seit zwanzig Jahren, also das heißt jetzt nicht dass ich, ich hab ja eben die ABM erwähnt, als ich die Wohnung seinerzeit bezogen habe, da war ich, musst übrigens sagen wenn es zu ausführlich wird ne? (nee erzähl so viel wie du kannst) ja genau, es war nämlich so, ich hab früher in einem anderen Stadtteil gewohnt und musste aus dem Appartement damals heraus wegen Eigenbedarf, das hat sich zwar später her- 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 266 267 Interview IP 1/ Fall A (Männlich, 58 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) ausgestellt als getürkt aber erst mal war ich weg. Und dann war ich natürlich umso froher dass ich damals, also ich hab als Single oder als Nichtverheirateter habe ich die höchste Dringlichkeitsstufe bekommen die man überhaupt bekommen kann, also von 18 Dringlichkeitsstufen wenn du dir eine Skala vorstellst von 1 bis 18, dann ist 1 das Beste was man bekommen kann also von der Dringlichkeit und ich hab 2 bekommen. Das ist das Höchste was man als Single bekommen konnte ne (mhm) und aus dem Grunde hab ich damals ne schöne, ist auch objektiv so, ich mein mittlerweile ist klar ist alles Alltag letztendlich, aber ich hab halt ne schöne Zweizimmer-Küche-Bad-Wohnung in Nippes, die war damals auch ne Neubauwohnung (mhm) die ist von 1995 und der Erstbezug war 96 und ich bin da einge-, 96 ist auch fertiggestellt worden, 95 haben die Bauarbeiten begonnen aber 96 bin ich da eingezogen, ergo wohn ich da jetzt etwas über zwanzig Jahre (mhm) mhm und wie gesagt materiell habe ich nichts auszustehen, äh das äh, ich bin, ich weiß ja nicht, ich kenne ja nicht so viele Leute, weil du kannst dir ja vorstellen, viele meiner Schulfreunde haben halt studiert und sind sehr gut, stehen sehr gut bis gut da. Ich hab zum Beispiel einen guten Schulfreund der ist Rechtsanwalt, Steuerberater oder auch ein weiterer der ist Archivar, ich wollte damit sagen, es gibt halt nur ganz wenige, zunächst aus meiner Kenntnis, die halt nicht, wo das halt so arbeitsmäßig nicht so reingeflupt hat alles ne (mhm). Aber wie gesagt, ich hab trotzdem keine, ich hab keine Probleme, da bin ich auch ein bisschen stolz drauf, weil es gibt ja auch dieses Vorurteil, was heißt stolz, ich sag mal ich, ich hab mein Leben natürlich auch so organisiert dass ich so schnell nicht aus der Bahn komme ne (mhm) und von daher (2 Sek.) und die Wohnung zahlt natürlich das Jobcenter das ist klar, anteilmäßig, weißt ja das das gequotet, in NRW ist das ja so, das zahlt teilweise das Jobcenter als Bundeseinrichtung und Teile davon zahlt halt die Stadt also die Kommune (mhm) ja genau. Und dann hab ich hat den Köln-Pass, wie du weißt, das ist so ein Sozialpass, das weißt du ja wahrscheinlich, da kann man natürlich auch zum Beispiel ich mein das, ich hab da im Moment den noch nicht so stark eingesetzt ich könnte damit auch günstiger in den Zoo rein, aber primär wenn ich ihn einsetze dann kaufe ich mir die Monatskarte der KVB und das ist schon ein starker Unterschied ob man da den regulären Preis bezahlt oder den, also die kosten im Moment etwas über 35 Euro nur mal damit du dir das mal vorstellen kannst, das ist ja vielleicht für dich auch mal ganz nützlich wenn du mal in die Situation kommen solltest, also das ist schon enorm. Du musst dir vorstellen, du kannst mit dem Köln-Pass einen Monat im kompletten KVB-Gebiet so viel hin und her, so viel fahren wie du willst. Ich bin zum Beispiel auch schon mal gelegentlich, ähm also solange ich nicht das Hoheitsgebiet von Köln verlasse (mhm), hört sich jetzt blöd an aber oder das kommunale Stadtge das Gebiet ne (mhm) ja, damit kann ich zum Beispiel auch zum Flughafen fahren. Ich bin damit jetzt auch schon mal, das eine oder andere Mal zum Flughafen gefahren und war dann auf der Aussichtsterrasse, das ist alles über diese Monatskarte abgedeckt. (mhm) mhm, nur mal so als Einschub ne mhm (2 Sek.) joar was noch? (3 Sek.) Ja und mit dem Flaschensammeln das ist, hatte ich ja eben schon gesagt, das ist so ein bis, das ist wirklich wenn, wenn ich das mal mache, dann mache ich das sporadisch (mhm) sind übrigens nicht nur Flaschen nota bene es sind natürlich auch Dosen (mhm) weil es wird ja landläufig darunter gefasst und ähm, vielleicht aus der unmittelbaren Erinnerung, das war auch der Grund warum ich dich 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 Anhang kürzlich spontan angerufen habe, ich hatte nämlich ein interessantes Erlebnis: Ich war Montag, nee Montag? Dienstag genau, war ich ganz spontan mal, weil so sehr schönes Wetter war, hab ich mir ein Bierchen gekauft und hab mich da auf die Promenade gesetzt am Rheinufer (mhm) und das war schon relativ weit fortgeschrittener Nachmittag und dann saßen da so ein paar, also weißt du ja da wo der Pegel ist ne? (mhm) Also Altstadt (beim Söckchen in der Gegend) ja genau und dann waren da auch so junge Leute, teilweise Anfang zwanzig wie sich herausstellte, einige auch Mitte zwanzig und die haben, ich weiß nicht wir haben uns gleich von Anfang an durch, auch so durch nee, nonverbale Kommunikation und äh gut verstanden und du weißt ja vielleicht auch dass da viele Flaschensammler sind aus anderen, ja ja auch Balkan (mhm) das mein ich jetzt gar nicht despektierlich aber, ich hab mich mit den jungen Leuten auch ein bisschen unterhalten und die sagten ich wär bis jetzt der Höflichste gewesen der überhaupt sich mit ihnen unterhalten hat (mhm), weil manche, die fragen nicht mal, die nehmen einfach die Flasche da weg, obwohl das ja streng genommen sogar Diebstahl ist ne, ohne das Einverständnis einzuholen ne (mhm) oder durch konkludentes Handeln ne, weißt wie ich das meine ne? (ja) Und da haben die, aus dem Grunde haben die dann sozusa, die haben ja echt ganz schön gebechert ne (mhm), hinterher haben sie mich auch noch eingeladen (IP1 lacht), ja jedenfalls wars so, dass je weiter der Abend fortschritt, desto mehr haben die dann natürlich auch immer, und auch wenn die anderen gefragt haben die haben immer gesagt: „Njet“ ne (mhm) also diese jungen Leute und äh dann haben die und ja ich habe das dann letztendlich alles zu Rewe gebracht und da kam echt an dem Abend ne stolze Summe bei raus, ich hätts selber nicht unbedingt erwartet, von äh knapp 6,50 Euro (oh, ok) mhm, also wohlgemerkt vorgestern war das ne (mhm) mhm und ich war natürlich froh, soviel ich ich ich wollte das gar nicht, ich wollte da einfach nur primär gemütlich sitzen und mein Bierchen trinken und dann hat sich das wirklich so angesammelt peu à peu und ich hatte dann wirklich schlussendlich vier bis fünf Taschen, ich hatte meine Mühe und Not die diversen Plastiktüten erst mal sicher und auch ähm ord, und auf nem vernünftigen Weg da zu dem Rewe zu transportieren, das hat aber geklappt (aha, ok). Wohlbemerkt es waren natürlich nicht nur Glasflaschen es waren auch PET-Flaschen und auch Dosen und du weißt ja das die 25 Cent (mhm) beinhalten ne, also pfandmäßig mhm, genau mhm #00:12:00–7# Int.: Wie bist du da vorgegangen mit den Tüten, wenn du sagst, dass das nicht so einfach war? #00:12:04–7# IP1: Ach so ja ich habe die so sortiert dass ein gewisses Gleichgewicht besteht, also auch vom, im wahrsten Sinne des Wortes vom Gewicht und ähm (2 Sek.) ja die eine, die eine war auch sone etwas größere also ne kompakte Tragetasche mit so etwas massiveren Griffen und die anderen, da muss ich dazu sagen daran siehst du ja schon dass das nicht intendiert war, die Jungen, die Jungs sag ich jetzt mal, die haben nämlich, die haben nämlich auch gesehen dass das mittlerweile ziemlich viele, das waren alleine, ich hab mir hinterher den Bon geben lassen, das waren alleine 28 äh Kölschflaschen (oh) und da kannste dir ja ausrechnen, wenn wir das aufrunden auf dreißig, dann sind wir allein aus dem Grunde schon bei 2,40 €, ziehen wir 16 Cent ab sind wir bei 2,24 ne (mhm), 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 268 269 Interview IP 1/ Fall A (Männlich, 58 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) also alleine dafür. Und die Jungs, die waren so nett und haben dann als sie nochmal wieder Nachschub geholt haben, dann haben sie, dann haben die das ganz clever gemacht, dann hat der eine drei Flaschen gekauft und der andere, die haben aber so getan als ob sie nicht zusammengehören und dadurch hatten sie schon zwei zusätzliche, neutrale, weiße Plastiktüten (ah) und die haben sie mir dann geschenkt ne (ah), weil ihnen das so ein bisschen, die haben mir auch angeboten, das war überhau, fand ich übrigens auch total, grandios auf die eine Art und Weise aber auch ein bisschen strange, weil es ja auch ein bisschen ähm, unökonomisch ist, die haben gesagt: „wenn du jetzt zum Beispiel zum Rewe“, ich weiß nicht ob du das weißt das, in der Cäcilienstraße ist ein Rewe, da war früher, nee das war vor deiner Zeit, da war früher ne Araltanke, das ist da ungefähr wo der Kaufhof ist (mhm), im Grunde gar nicht weit von hier wo wir jetzt sind, jedenfalls da haben die äh und da hab ich gesagt: „Ja ich könnte das natürlich so machen, euer Angebot annehmen aber das ist unzweckmäßig, weil eh ich da bin, dann kann ich auch gleich mich auf den Weg zum Rewe am Ebertplatz machen (mhm), weil der auch auf meinem Weg liegt.“ Und genauso habe ich es auch gemacht, ich bin dann nämlich zum Heumarkt getigert, bis zum Rudolfplatz gefahren, dann umgestiegen, bis Ebertplatz und da ist der Rewe der hat bis 24 Uhr auf (mhm) und das hat alles, nur damit du dir das auch mal zeitlich vorstellen kannst, das Ganze hat ungefähr gedauert (2 Sek.) ja wann hab ich mich da hingesetzt? Also wann ich das erste Mal mit den Jungs in Kontakt kam, das war so 18, ja lass es 18:30 Uhr oder 18 Uhr gewesen sein und ähm, auf den Weg gemacht hab ich mich gegen ähm Viertel vor 11 und angekommen beim Ebertplatz bin ich in etwa um 10 nach 11 oder, kommt ja auch paar Minuten auch nicht an aber nur damit du dir vorstellen kannst von Anfang bis Ende, hats alles in allem vielleicht 4 1/2 Stunden gedauert ne? (Ok) Es ist natürlich, wenn man das natürlich, sagte der eine auch so ein bisschen mit sonem Augenzwinkern, wenn man das natürlich auf nen Stundenlohn umrechnet ist das völlig unökonomisch aber es ging mir ja auch, ich hab auch ein bisschen Freude, Spaß an der Sache gehabt weil ich, weil es auch nette Unterhaltung mit den Jungs war ne? (mhm) Und dann haben die mich halt auch noch eingeladen, ich hab denen halt, ich hab denen halt auch ge, ich hab denen auch gesagt wie ich, äh das ich jetzt nicht irgendwie, äh, Clochard bin oder so und dass ich halt, das einzige, wo man das überhaupt so als Manko bezeichnen, dass ich halt unemployed bin, also keine Arbeit hab ne (mhm) aber das ist auch ne vielschichtige Geschichte, da will ich nicht en Detail drauf eingehen aber da spielt auch Mobbing ne Rolle und so weiter ne (mhm). Es mag ja auch sein, ich bin in mancher Hinsicht vielleicht auch nicht, kein ganz einfacher Zeitgenosse weil ich manchmal auch ein bisschen zur, das weiß ich wohl aber das ist auch so mein Ding, ich neig manchmal auch ein bisschen zur Überpräzision vielleicht aber, das kann dann derjenige ja auch, meine engen Freunde wissen das und dazu stehe ich auch ne (mhm) mhm. (3 Sek.) Oder auch äh das ich, grad in Köln ist es nicht, ich sag mal so, hast du vielleicht auch schon mitgekriegt in der kurzen Zeit, in Köln ist es nicht ganz so gerne gesehen, wenn man (2 Sek.) also ich sag mal so, die Kölner haben die Philosophie für sich in Anspruch genommen, so nach dem Motto „Laissez-faire“ und „Lass mal Fünfe grade sein“ (mhm) aber ich hab schon erlebt, dass das immer nur unilateral oder dass es häufig nur unilateral gilt, das heißt wenn es zu deren Nutzen ist oder Gunsten aber wehe, das ver, weißte wie ich das meine von 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 Anhang meiner Warte, dann wird alles piselig und kleinlich ausgelegt ne (mhm), das hab ich wirklich schon mehr als einmal erlebt, grad im Berufsleben mhm. Nur mal ein kleines Beispiel: Ich hab mal, Anfang der tausender Jahre, da hab ich mal, da hatten die damals ziemlichen Bedarf an neuen Mitarbeitern für die Bezirksordnungsämter, also die machen zum Beispiel Autostilllegungen wenn die Versicherung nicht gezahlt ist und das, also, das sind nicht gerade so ganz samtweiche Aufgaben, sondern man hat da teilweise auch mit üblen Zeitgenossen zu tun. Nur mal ein kleines Beispiel: ich weiß nicht ob du Ossendorf kennst aber da gibts sone Hochhaussiedlung und der eine, der mich damals eingewiesen hat, das war damals mein Gruppenleiter, der hat gesagt, ähm also: „Es kann hier durchaus mal vorkommen, selbst am helllichten Tag“, deswegen rücken die da auch immer mit mehreren Leuten an und teilweise auch mit Polizeiverstärkung, jedenfalls war das damals so, das Haus hat ungefähr zwölf Stockwerke und es kann durchaus passieren am helllichten Tag, dass da mal über die Brüstung im siebten Stock ein Fernseher geflogen kommt ne (mhm) und dass der dann unten auf der, also wenn man nicht aufpasst kriegt man den auf den Kopf und ist dann mausetot, ich meine das ist nicht gerade harmlos ne (mhm), ich wollte dir damit nur mal die Dimension klarmachen (2 Sek.) ich sag mal so, Ossendorf ist wirklich teilweise ganz schön (1 Sek.) ja (2 Sek.) ich mag diesen Begriff normalerweise nicht aber son bisschen asozial ne (mhm). Kann man mit Teilen von Chorweiler vergleichen ne (mhm) mhm. Ich mein das nicht despektierlich aber da geht wirklich teilweise ganz schön die Luzi ab ne (hm). Ja und wie gesagt, das war jetzt nur son kleiner Ausflug in diese Zeit als ich damals mal sieben Monate oder ein knappes halbes Jahr bei dem dortigen, bei dem hiesigen Bezirksordnungsamt gearbeitet habe, aber das war, wie bin ich denn überhaupt darauf gekommen? Naja ist egal, jedenfalls ähm, das war jetzt einfach mal so ein Ausflug ne (mhm) mhm (2 Sek.) ja was gibts denn noch zu erzählen? (3 Sek.) Ich hab mich mittlerweile auch mit dieser Situation (1 Sek.) in der ich mich äh, also ich meine ich bin ja Realist, ich bin 58 und da, grundsätzlich kann man natürlich immer mal wieder Arbeit bekommen aber meine Fallmanagerin (2 Sek.) also ich habe ja auch, frank und frei gesagt, also du musst dazu wissen ich bin politisch auch schon eher links eingestellt, ich war früher lange in der SPD ne (mhm) und auch in der Gewerkschaft und ich habe auch schon Leuten beim Jobcenter gesagt, äh also selbst, du weißt ja vielleicht dass die einen rein theoretisch auch zwingen können zu sehr schlecht bezahlter Arbeit ne (mhm). Mittlerweile gibts ja den Mindestlohn aber früher war das sogar so unter dem, unter dem Mini, also unter dem Minitariflohn und nur mal damit du dir ne Vorstellung machen kannst, der war damals in der Sicherheitsbranche bei 7,50 € brutto wohlgemerkt die Stunde (mhm) und da hab ich zu meiner Fallmanagerin dam, ich hatte auch mal nen Mann als Fallmanager, da hab ich zu den beiden oder zu dem jeweiligen dann gesagt: „Leute, auch wenn ihr mich hier sanktionieren würdet, ich würde das durchziehen und würde dann zur Not durch alle Instanzen klagen, dann wollen wir doch mal sehen wer dann Recht bekommt, wenn sie mich hier zwingen zu einer un äh äh, zu, wie es so schön heißt, zu einem Stundenlohn der gegen die guten Sitten verstößt äh also nach BGB, also da gibts so einen Paragraphen.“ Äh und da haben die dann, da wurden die natürlich hellhörig, dass ich das wusste ne (mhm) und so weiter und es hat mich auch, so wahr ich hier sitze, es hat mich nie einer gezwungen und wenn dann würde ich auch, ich sag das nicht 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 270 271 Interview IP 1/ Fall A (Männlich, 58 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) nur so deklamatorisch, sondern ich würde das dann auch äh und das wissen die auch, dass ich mir das nicht bieten lassen würde ne (mhm) und außerdem kommt jetzt noch was anderes hinzu, ich habe es schriftlich, das hat mir meine Psychologin bestätigt, dass ich im Moment bis auf Weiteres gar nicht für einen Vollzeitjob geeignet bin, sondern allenfalls maximal für 15 Stunden die Woche (mhm) mhm. Insofern und im Moment lassen die mich halt in Ruhe (2 Sek.) ich weiß nicht, man kann so sagen einmal im halben Jahr findet ein Beratungsgespräch statt aber das wars dann auch. (Ok) Ich hab, das, es ist natürlich vieles langweilig in meinem Leben aber irgendwie habe ich mich da jetzt mittlerweile, aber trotzdem ist es so, ich leb jetzt nicht in den Tag hinein, ich so meine festen Rituale, ich gucke zum Beispiel ganz gerne diese Krimiserien, die auf ZDF Neo kommen (mhm) tagsüber oder zum Beispiel so wie heute habe ich mir den Bundestag, habe ich mich Teile, die Debatte läuft ja übrigens noch die geht heut, die hat heut ne lange Tagesordnung, die geht bestimmt wieder bis mindestens bis in die späten Abendstunden, ich guck das immer auf Bundestag TV das ist ein eigener Sender (mhm ja habe ich auch) weißt du vielleicht, im Kabel ne (ich habe den Teil mit den Sozialwohnungen geguckt heute). Ahja guck (mhm), das war ja auch interessant ne? (ja) Mhm, genau. Und der Rekord war wirklich vor drei Monaten ungefähr, da hat die Sitzung ungelogen bis 1:15 Uhr gedauert (ok) also am andern Tag, war schon in den Freitag hinein ne (mhm). Aber jetzt frag mal weiter wenn du, ich erzähle und erzähle und ich dachte das so ein bisschen dann (das ist perfekt) ja? (IP 1 lacht) #00:20:41–0# Int.: Also du kannst so viel erzählen wie du gerne möchtest, es ist alles interessant. (4 Sek.) Wie ist das denn jetzt? Du sagst ja das Flaschensammeln ist nicht deine tägliche Hauptaufgabe (ja richtig) aber du sammelst von Zeit zu Zeit, wenn dir eine über den Weg läuft (ja, ja). Wie läuft denn, sagen wir mal, so ein typischer Tag ab? #00:21:10–1# IP 1: Und ich muss dazu auch sagen, deswegen habe ich eben auch dies Vespasianzitat gebracht, mir tut das einfach manchmal in der Seele weh wenn manche, ich meine manche Leute das verstehe ich, wenn die einfach das loswerden wollen. Ich habe da auch keine Hemmungen, ich frage die dann auch ne (mhm). Wenn ich sehe, dass zum Beispiel jemand im Begriff ist ne Pfanddose in den Mülleimer, dann frag ich und dann reagieren die meisten oder fast immer freundlich und hilfsber oder auch konziliant ne (mhm) und aber das mach ich, öhm, wie gesagt das mache ich so ein bisschen, kann man sagen vom situativen Ansatz abhängig. Das ist jetzt nicht so zu sagen oder das ist nicht mein Tagwerk, sondern von Fall zu Fall sporadisch. Und um auf deine Frage zurückzukommen, ja wie sieht der Tag aus? Also je nachdem wann ich abends schlafen gegangen bin steh ich, also ich schlaf jetzt nicht bis in die Puppen wie man so sagt sondern ich stehe meistens, das ist so ein bisschen meine innere Uhr, zwischen 8 und halb 9 auf (mhm), ja dann geh ich ins Bad, mache Frühstück ja und obwohl ich es mir anders vorgenommen habe, ist es leider bis jetzt so dass ich meist nicht vor Nachmittag, ich weiß ja auch nicht warum, vielleicht muss ich diese Barriere auch mal durchbrechen aber wenn ich nicht gerade einen festen verpflichtenden Termin vormittags zum Beispiel habe, meinetwegen mein Jobcenter dann komme ich meistens nicht oder fast nie vor nachmittags dazu aufzubrechen (mhm). Also zum Beispiel du hattest ja so 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 306 307 308 Anhang gegen Viertel nach 1 angerufen, übrigens ich wollte nur sagen ich war da gerade in der Küche und deswegen konnte ich auch nicht so schnell ans Festnetz dran gehen, du hast glaube ich nur das Handy ne? (mhm) Genau, nee das nur so zur Erläuterung. Äh und äh un und dann ist es halt, dann ist es halt so, oahr normalerweise mag ich das gar nicht wenn ich so stottere oder dieses, dieses überlege aber ich wollt damit, ich wollte nur sagen, dass ich mir schon gelegentlich fester vorgenommen habe auch mal eher aufzubrechen aber bis jetzt hat das noch nicht so richtig funktioniert. Ist auch nicht weiter schlimm weil dann geht es halt in den Abend hinein, nur es ist halt so, manchmal zwing ich mich auch dann überhaupt nochmal aufzubrechen weil ich das normalerweise gar nicht unbedingt will aber ich will natürlich auch die Monatskarte reichlich ausnutzen ne (mhm). Dazu steh ich auch, wenn ich sie schon kaufe dann will ich sie natürlich auch, nebenbei gesagt nur mal falls das vielleicht für dich auch nochmal von einer anderen Warte von Interesse ist, die KVB haben ja groß angelegte Kontrollen angekündigt aber so wahr wie ich hier sitze, ich bin seit, ich hatte im April eine Monatskarte und habe jetzt im Mai auch wieder eine, ich bin zuletzt am 3. März, das war ein Freitag, kontrolliert worden (mhm) und danach noch nicht wi, doch danach noch einmal an einem Spieltag wo es ein Heimspiel des ersten FC Köln gab, da haben die kontrolliert obwohl die Bahn total gerappelt voll war (mhm), da siehste ma, man kann sich auch nicht darauf trügen so nach dem Motto „Wenn die Bahn knüppelvoll ist, dann machen die schon nichts“ da haben die echt mit acht Mann kontrolliert ne (mhm), haben auch einige rausgefischt. Naja und wie gesagt seitdem noch nicht wieder und das ist ein bisschen konträr zu der Aussage, das kam auch in der Lokalzeit, die haben nämlich ganz viele zusätzliche Kräfte eingestellt auch teilweise Studenten, die diese Aufgabe versehen sollen aber ist noch nicht, also wie gesagt seitdem bin ich noch nicht wieder kontrolliert worden (mhm). Das nur so nebenbei aber ich geh das Risiko trotzdem nicht, das ist mir einfach, nee das, ich will das auch nicht und das Risiko ist auch zu groß. Wenn auch nie kon, höchst selten kontrolliert wird aber wenn du, dann kostet es gleich sechzig Euro im Zweifel ne (mhm). Nee das will ich auch gar nicht, ich wollte damit nur sagen, dass schon, wenn man den Köln-Pass hat so wie ich, dass es schon hilfreich ist und sich auch subventioniert, ist klar, aber das ist schon, nur damit du dir das vielleicht mal vorstellen kannst: die reguläre Monatskarte im Bereich 1 – 2 Zonen, also sogenannte 1b ist das, wie du vielleicht weißt, kostet um die 93 Euro (mhm) und was ich eben erwähnt habe, mit Köln-Pass kostet es 35,30 (mhm) ist natürlich ein Unterschied (ja das stimmt) mhm, genau. (2 Sek) Und heute haben wir den 18. Mai, bis auf drei Tage im Mai habe ich die Monatskarte auch jeweils bis jetzt eingesetzt (ok) mhm, aber das nur so als Einschub ne (mhm) mhm (5 Sek.) #00:25:22–2# Int.: Du hast mir ja die Geschichte erzählt, mit den Jungs von vorgestern (mhm, genau, richtig). Ist dir so etwas in der Art schon einmal irgendwann passiert? #00:25:35–0# IP 1: Ja, also allgemein ist mir, wie gesagt ist ja immer nur sporadisch aber ich erinnre mich mal, dass ich meistens, wenn es unmittelbar mit der Tätigkeit des Flaschensammelns zu tun hatte, dass ich da mit den Menschen freundlich ins Gespräch gekommen bin und ähm, also ich lob mich ja nicht selber aber die haben ja übereinstimmend gesagt 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 272 273 Interview IP 1/ Fall A (Männlich, 58 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) das ich, dass ich bis jetzt der freundlichste von dieser Zunft in Anführungsstrichen bin, mit denen sie zu hatten ne (mhm), weil die viele, besonders diese äh, manche, manche Ausländer, die können natürlich auch nicht viel sprechen aber die sind dann ganz schön frech und habe ich ja eben schon gesagt, nehmen die einfach weg oder fragen ganz unhöflich oder selbst wenn die noch evident voll ist oder noch nicht leer, dann fragen die, ich mein auf so eine Idee würde ich gar nicht kommen ne (mhm) mhm, ja und das ist schon mal bisweilen vorgekommen dass ich auch so in dieser Hinsicht nette Begegnungen hatte oder auch und oder Gespräche. Das eine bedingt ja das andere teilweise und ähm, aber so in dieser Extensität so wie vorgestern höchst selten. #00:26:42–8# Int.: Ok, hast du da vielleicht noch mal ein spezielles Beispiel an das du dich erinnern kannst wo ein Gespräch zustande gekommen ist mit einer Person? #00:26:51–0# IP 1: (3 Sek.) Ja warte mal (6 Sek.) War auch in der Altstadt, auch da wo die Promenade ist, also in der Nähe vom Pegel, wo der Anleger, beziehungsweise der Verkaufspavillon von der Köln-Düsseldorfer Linie ist. War auch so ähnlich: ich habe da auf der Bank gesessen und es ergibt sich ja aus der Natur der Sache, ich setze mich ja nicht auf eine Bank wo rein theoretisch vier oder fünf Personen sich hinsetzen können alleine und dann kommst du halt ins Gespräch mit den Mensch, hin und wieder mit den Menschen die sich da dann auch zu zweit oder alleine, dann neben einen setzen (mhm), ja dann erzählt man halt, die sehen das ja auch ne (mhm) aber wie gesagt ich habe in der Hinsicht immer dann wenn es zu einer Kommunikation kam, war das nicht unfreundlich oder gar despektierlich, sondern ein nettes Gespräch. #00:27:47–3# Int.: Ja, ist dir da jemand in Erinnerung geblieben? #00:27:52–5# IP 1: Ja konkret jetzt nicht aber, es waren teilweise auch Touristen, dadurch dass ich gut Englisch spreche, haben die mich dann halt auch noch was gefragt, dann habe ich denen gesagt wo sie vielleicht noch hingehen können und so ne (mhm) mhm #00:28:06–3# Int.: Hattest du es auch schon mal, dass du speziell mit der Vorstellung: „So ich geh jetzt raus und suche Pfand.“ hinausgegangen bist? #00:28:21–6# IP 1: Ja muss ich dazu sagen, gut dass du das fragst, ich habe eine Nachbarin die auch in Nippes wohnt, die ist quase zwischen uns, die ist Mitte vierzig, also ich bin ja wie gesagt 58 und die hat eine FC-Köln-Dauerkarte und dadurch dass die im Rollstuhl sitzt kann die da halt eine Person jeweils mitnehmen als Begleitperson und irgendwann da, ach das ist schon Jahre her, da hat Bayern München gespielt, auf jeden Fall, dann bin ich auch zum Stadion, ich wusste natürlich dass ich keine Karte mehr kriege weil das ist ja unmögliches Unterfangen, das Stadion ist dann ja immer mehr als ausverkauft, gerade bei den Spitzenteams, na jedenfalls hab ich gedacht: „Wenn du hier schon mal am Stadion bist“, da habe ich dann auch mal ganz spontan, das war übrigens noch vor dem, ich weiß nicht ob du das weißt, die haben ja seit einigen Jahren in der unmittelbaren Umgebung des Stadions ein Glasflaschenverbot (Ah nee wusste ich nicht). Also 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 393 394 395 396 397 Anhang am Stadion und um die Peripherie ne (mhm) so Richtung Alter Postweg und so weiter oder auch Teile der Aachener Straße, ich weiß nicht wie die, ein Kilometer. Jedenfalls ist das so. Aber da habe ich auch mal ganz spontan angefangen diese Flaschen, ist ja klar bei so einem Event, sind da natürlich sehr viele und da sind natürlich auch viele die das gerne hätten ne? Die Begehrlichkeiten sind da ganz schön groß und die Konkurrenten oder die Konkurrenz und da habe ich wirklich auch ähm (5 Sek.) ja wieviel war das umgerechnet? Also es war jetzt kein mordsmäßiger Betrag aber da habe ich dann, da habe ich übrigens auch wirklich in der Majorität fast nur Kölschflaschen gehabt, weißt ja die sind acht Cent ne (mhm), es sei denn bei Mühlenkölsch ist es manchmal 15 aber, sagen wir mal generell acht Cent. Jedenfalls ähm, es waren so knapp vier Euro die ich da erlöst habe. Die habe ich dann auch erst zu, die habe ich in der Tat weil alle Geschäfte schon zu waren, habe ich erst mal bei mir in den Keller gebracht und dann am anderen Tag zu Rewe gebracht (ok). Ich sag dauernd Rewe, weil bei mir da in der Nähe wo ich wohne in unmittelbarer Nähe ist da ein Rewe, zwei Minuten zu Fuß ne (Ah, ok) und der den ich eben erwähnt habe von vorgestern, der hat die schöne Eigenschaft, der liegt auf dem Nachhauseweg weil ich unter normalen Umständen über den Ebertplatz fahren muss und da ist der direkt an der Ecke wo der Ebertplatz auf die Neusser Straße trifft (mhm) mhm, genau. #00:30:41–3# Int.: Wie ist der Tag so abgelaufen? Du hast ja gesagt, sie hat eine Dauerkarte. Bist du dann mit ihr zum Stadion gegangen? #00:30:46–9# IP 1: Nein, das ist so. Manchmal nimmt sie mich auch mit aber gerade wenn natürlich eine sehr, sagen wir mal attraktive Mannschaft wie FC Bayern kommt, dann ist es schon so dass ihre Freundin die normalerweise mitgeht, und halt wenn die verhindert ist kann sie jemanden anderes mitnehmen. (mhm) Aber da bin ich auch einfach hingefahren, ich hatte damals auch eine Monatskarte und hatte für alle Fälle auch die ein oder andere Tragetasche dabei und dann konnte ich das hinterher gut abtransportieren (ah) mhm. Aber wie gesagt ich bin da nicht mit, ich bin da jetzt nicht mit der festen Intention hingefahren, in erster Linie wollte ich mir da, wollte ich mir einfach mal die Atmosphäre an dem Tag wo das Spiel war, da von außen auf mich wirken lassen ne (mhm), wenn ich schon nicht reinkomme. Und da hab ich gedacht: „Wenn du schon mal hier bist“, das ergab sich dann auch so, weil da allein schon, es war auch keine große Schwierigkeit, alleine in den ersten fünf Minuten hatte ich zehn Flaschen ne (mhm). Ist ja klar wenn da ca. 50.000 Leute hinkommen und die meisten, viele trinken schon außerhalb was und vor allen Dingen seit dem, du kannst dir das ja bestimmt auch vorstellen, seitdem dieses partielle Glasverbot gilt, also im Stadion sowieso, um das Stadion herum und in der Peripherie, dann ist ja klar dass die Leute gezwungenermaßen die Glasflaschen dann an einer bestimmten Sammelstelle abgeben oder entsorgen und ähm, das wird auch übrigens scharf kontrolliert, also wehe du wirst erwischt ne, das ist dann Ordnungsgeld bewährt, also ist eine Ordnungswidrigkeit ne (ok), das kann richtig bisschen ein paar Taler kosten, ich weiß nicht wieviel aber, hängt natürlich auch immer ein bisschen vom Ermessen ab aber das wäre ein Verstoß gegen die Kölner Straßenordnung und das kann in diesem Bereich glaube ich mal mit vierzig Euro sanktioniert werden (Wenn du die 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420 421 422 423 424 425 426 427 428 429 430 431 432 433 434 435 436 437 438 439 440 441 274 275 Interview IP 1/ Fall A (Männlich, 58 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) Flasche mitnimmst?), wenn du mit einer Flasche erwischt wirst, genau. Die können natürlich nicht lückenlos kontrollieren aber äh, ich weiß jetzt auch nicht detailliert, das ist ja auch nur so ein kleiner Nebenaspekt. Generell wollte ich nur sagen, dass ich das da auch, ich war zwar mit dem festen Vorsatz zu dem Stadion gefahren aber das mit dem Flaschensammeln das hat sich dann so aus der Situation heraus ergeben (mhm) genau. #00:33:01–6# Int.: Also du beziehst ja im Moment Arbeitslosengeld II (ja, warte mal, kannst du noch eins holen? [Bier]) Ja, ja genau super, damit ich nicht so oft laufen muss hol ich gleich ein zwei mehr ja? (Ja ok, IP 1 lacht) #00:33:27–8# Interviewer holt einen Kranz Kölsch #00:35:24–4# IP 1: Ooooooh (IP 1 Lacht) oh, (naja) du das ist ja aber (Ich dachte die Kölsch) jaa (Gläser sind so klein, die trinken sich schnell weg und äh) jaaa, du nimmst das ja auf ne? (ja) Das heißt, das hat so eine Art integriertes Diktafon ne?(IP 1 zeigt auf das Handy) (Genau richtig) Schön. Was ist das überhaupt für eine Marke dein Smartphone? (Ein I-Phone) Oooh mhm (Ja ist aber schon ziemlich alt und ramponiert, das habe ich mal geschenkt bekommen) Ja schön mhm, na das sieht ja klasse aus (IP 1 zeigt auf den Kölschkranz), schade dass ich meinen Fotoapparat nicht mit habe (IP 1 lacht), das nennt man Kranz weißt du ja (ja) mhm, genau. (Ja ich dachte weil) ja ist doch, ist doch guuut (Die Kölschgläser sind so klein ne) Ja genau genau (IP 1 lacht), ja stimmt (3 Sek.) darum werden die auch Stangen genannt mhm. Ja du warst eben gerade dabei, ach so erst mal, erst mal wieder #00:36:19–6# Int.: Ich war dabei aber jetzt habe ich mir doch unterwegs eine andere Frage überlegt (Ach ja, nee mit dem ALG 2) genau. Oder ich stell erst einmal diese Frage und danach die andere #00:36:48–1# IP 1: Sag mal wann willst du denn diese Bachelor ne? (Master) Masterarbeit. Masterarbeit, wann hast du dir denn zeitmäßig vorgenommen die im Sack zu haben sozusagen? #00:36:58–9# Wir reden über das Studium und Politik. IP 1 war in den 1970ern bei den Jusos, Hauptthema sind die aktuellen Wahlen in NRW. IP 1 hat meinen Aushang für die Interviews im Parteibüro der Linkspartei gesehen und spricht dies an. An dieser Stelle setzt die Transkription fort. #00:46:38–3# Ip 1: Ja und da bist du irgendwann auf die Idee gekommen das bei denen ans schwarze Brett zu hängen ne? Bei die Linke? (genau) Die haben bestimmt auch direkt gesagt das ist in Ordnung ne? #00:46:46–8# Int.: Ja genau. Also ich habe gegoogled wo überall mögliche Anlaufstellen für Rentner und Arbeitslosengeld-II-Empfänger sind. Da habe ich auch gesehen, dass die Linke 442 443 444 445 446 447 448 449 450 451 452 453 454 455 456 457 458 459 460 461 462 463 464 465 466 467 468 469 470 471 472 473 474 475 476 477 478 479 480 481 482 483 484 Anhang Sozialberatung anbietet (stimmt ja, das stimmt). Dann dachte ich: „ok, dann fahre ich da auch mal vorbei.“ #00:47:17–2# IP 1: Das finde ich übrigens auch gut, dass die das machen. Ich war ja an diesem besagten Montag, also vor zehn Tagen, bei dieser Informationsveranstaltung und da haben die das auch nochmal ausdrücklich erwähnt mit der Sozialberatung und dass die auch stark nachgefragt wird (mhm) mhm. Ja das glaube ich wohl, viele kommen ja auch mit diesen ganzen Vorschriften, also mit dem materiellen Teil des Sozialrechtes, das ist ja auch teilweise schwierig ne? (mhm) Das ist schon gut dass die, das ist natürlich auch ein bisschen so eine Nische dass die Linke sich das da, aber muss man auch mal lobend erwähnen, die sind da konsequent und haben da, das hat die auch alles so ein bisschen erklärt die Kreisvorsitzende, mhm genau, aber frag ruhig weiter. #00:48:02–1# Int.: Also nun zum Thema Arbeitslosengeld II, beziehungsweise überhaupt die Arbeitslosigkeit. Kannst du dich erinnern wie dass die erste Zeit für dich war, als du in die Arbeitslosigkeit gekommen bist? #00:48:18–3# IP 1: (4 Sek.) Das ist natürlich schon sehr lange her, ich kann mich schon erinnern. Also ich bin Realist muss ich erst mal ganz allgemein sagen und kein Fantast oder irgendwie, dass ich mir da irgendwelche Wolkenkuckucksheime vorschweben lasse oder vorstelle, sondern. Ja das war natürlich die Konsequenz aus der Tatsache, dass das damals alles, wie ich dir erzählt hatte, mit der Prüfung und so weiter endgültig nicht geklappt hat. Deswegen habe ich ja Mitte der 1990er Jahre dieses gemacht, was ich dir eben schon mal erzählt habe, diese Verwaltungsfachangestelltenprüfung aber grundsätzlich. Ich weiß ja nicht worauf die Frage abzielt aber das war jetzt nicht so. Natürlich war das ein Einschnitt, so eine Art Zäsur, logisch aber es hat mich nicht aus der Bahn geworfen. Weder menschlich noch materiell und äh, ich hätte jetzt beinahe gesagt soziologisch. Nein aber es hat mich jetzt als Mensch nicht aus der Bahn geworfen, weil ich, ohne anzugeben, ich bin ziemlich, also ich nehme schon für mich in Anspruch dass ich ein ziemlich starker Charakter bin. Es gibt auch gute Freunde von mir die mich sehr gut kennen, oder gut, also sehr gut sogar teilweise aus den alten Schulzeiten, die wissen auch, gerade weil ich so bin wie ich bin, mit dem recht starken Charakter, dass mich so schnell nichts aus der Bahn wirft. Also manch einer wär vielleicht schon ein bisschen auf eine schiefe Bahn oder was geraten ne (mhm). Weiß ich nicht, ich meine jetzt nicht unbedingt Kriminalität aber Drogen oder ähnliches ne (mhm). #00:49:55–9# Int.: Kannst du dich zurückerinnern wann du das erste Mal eine Flasche oder Dose mitgenommen hast, also das erste Mal gesammelt hast? #00:50:07–3# IP 1: Mal überlegen. (6 Sek.) Ja aber ich meine man muss natürlich dazu vorausschicken, früher war das, es gibt ja dieses heutige Pfandsystem erst seit den, ungefähr ich sag mal circa 15 Jahre. Das war ja zu dem Zeitpunkt als Trittin Bundesumweltminister war (mhm), also von den Grünen und davor war das ja, ich weiß jetzt gar nicht mehr detailmäßig wie das da genau war aber das war nicht so ein Kuddelmuddel und Durch- 485 486 487 488 489 490 491 492 493 494 495 496 497 498 499 500 501 502 503 504 505 506 507 508 509 510 511 512 513 514 515 516 517 518 519 520 521 522 523 524 525 526 527 528 276 277 Interview IP 1/ Fall A (Männlich, 58 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) einander. Heutzutage ist das fast eine kleine Wissenschaft für sich um diese ganzen Pfandtatbestände auseinander zu halten ne (mhm) und ähm. Ja gut ich hab abgesehen natürlich vom eigenen Hausstand, dass ich da natürlich immer mal das Leergut pfandmäßig behandelt habe, aber das meinst du damit jetzt ja nicht. Ja ich würde sagen (2 Sek.) um eine Zeit zu nennen, das war jedenfalls schon (2 Sek.), das war auch schon zu D-Mark-Zeiten, also vor dem Euro, also auch schon zu dem Zeitpunkt, als diese jetzige Pfandregelung noch nicht galt, soweit ich mich jedenfalls erinnere. Ich weiß auch nicht ganz genau wann das eingeführt worden ist aber die Rot-Grüne Regierung hat ja damals auf Bundesebene von 1998 bis 2005 regiert, also amtiert, knapp sieben Jahre und in dem Zeitraum muss das ja passiert sein. Und Trittin war ja der zuständige Fachminister aber um deine Frage noch einmal konkret zu beantworten also es war auf jeden Fall zu D-Mark-Zeiten auch schon (mhm) mhm. Also vor 2001, weil der Euro ist ja als physische Währung 2001 eingeführt worden, wissen viele ja auch nicht. Nein 2002, das weiß ich deshalb noch so genau, am Silvestertag des Jahres 2001, da konnte man das erste Mal die äh oder quasi an der Schnittstelle zwischen Silvester und Neujahr da konnte man das, es kommt ja jetzt auf einen Tag nicht an, jedenfalls in diesem Zeitfenster da konnte man das erste Mal die Euroscheine aus dem Geldautomaten holen und das war an dem Silvester 2001 sprich an der Schnittstelle zwischen 31.12. 2001 und 01.01.2002. Das weiß ich aber noch ziemlich genau. Ich hatte mir zwar damals auch schon dieses sogenannte Starterkit gekauft, das gab es ab dem 17. Dezember 2001, merkst schon dass ich ein sehr gutes Gedächtnis habe, ohne anzugeben, das war wie der Name schon sagt, dies Starterkit beinhaltete die neuen Euromünzen wohlgemerkt, nicht die Scheine nur die Münzen ne (mhm) und die konnte man dann halt bei den Kreditinstituten kaufen, gegen den entsprechenden Gegenwert. (2 Sek.) Ja und das war ungefähr auch aber wie gesagt um deine Frage nochmal zu beantworten, das war mit Sicherheit noch zu D-Mark-Zeiten als ich auch schon mal sporadisch mit Pfandsammeln, also Flaschensammeln et cetera, hauptsächlich waren das ja damals Flaschen ne. Ich kann mich auch noch an Zeiten erinnern, wenn ich das richtig weiß, da gab es Dosen die überhaupt kein Pfand beinhalteten, das gab es ja auch. Deswegen ist das ja damals auch geändert worden, weil man diese ganzen Müllberge ein bisschen kanalisieren wollte und in die richtige Bahn lenken wollte, genau. #00:53:27–5# Int.: Kannst du dich noch daran erinnern, also direkt, dass du eine Flasche gesehen hast und dachtest: „So, die nehme ich jetzt mit!“? #00:53:36–6# IP 1: Ich habe ja schon ein sehr gutes Gedächtnis aber das ist natürlich schon lange her. Ja wie gesagt wenn dann, sowieso aus einer intu, also sporadi, spontan auch ne (mhm) aber ganz konkret erinnern kann ich mich nun wirklich nicht. Gut die wird sicherlich irgendwo im Grünen, im Park gelegen oder gestanden haben oder was weiß ich oder auf der Erde oder auf einem Papierkorb ne. Nebenbei gesagt, das wirst du ja sicherlich ohnehin schon wissen, das machen ja viele auch schon weil sie damit rechnen dass es die Flaschensammler gibt. Manche schmeißen die absichtlich nicht rein, sondern stellen die auf den Papierkorb (mhm) mhm, aber das ist jetzt nur so ein Schlenker, genau. #00:54:23–1# 529 530 531 532 533 534 535 536 537 538 539 540 541 542 543 544 545 546 547 548 549 550 551 552 553 554 555 556 557 558 559 560 561 562 563 564 565 566 567 568 569 570 571 572 Anhang Int.: Greifst du auch in den Papierkorb hinein? #00:54:25–7# IP 1: Nur nachdem ich mich vergewissert habe dass es da nicht usselig drin ist oder wenn ich gesehen habe dass da gerade, also eher ist das die Ausnahme. Da bin ich doch ein bisschen usselig, also genannt auch ne (mhm) mhm, genau. #00:54:41–8# Int.: Kannst du dich vielleicht an die Situation erinnern als du das erste Mal in einen Papierkorb gegriffen hast? Das ist ja vielleicht etwas markanter im Gedächtnis verblieben? #00:54:51–7# IP 1: Ja (5 Sek.) also zeitmäßig jetzt auch nicht genau aber das ist mit Sicherheit (2 Sek.) (Eher so, dass du mir die Situation schilderst) (6 Sek.) Ja das ist jetzt wirklich die absolute Ausnahme (mhm) aber (4 Sek.) da habe ich mich schon vergewissert, dass da nicht alles Mögliche herumkreucht und fleucht oder irgendwelche flüssigen Essensreste zum Beispiel und ähm, also wo das genau war, ja es war eine gewisse Überwindung, vielleicht ist das die Intention deiner Frage mhm, das bedarf schon einer gewissen Überwindung das dann zu machen und das ist dann auch wirklich für mich nicht alltäglich und ist dann in dieser Situation die sogenannte Ultima Ratio gewesen (mhm) also die letzte der (3 Sek.) ja das impliziert ja dass das halt die Ausnahme ist ne? (mhm) mhm #00:56:04–2# Int.: Also, von Zeit zu Zeit, wenn sich die Gelegenheit ergibt, dann nimmst du mal eine Flasche mit die du siehst. (Oder eine Dose) Oder eine Dose (mhm ja genau, richtig mhm). Ich sage immer Flasche als Oberbegriff aber du hast recht (ja, ja, nee, nee also jedenfalls so ein Objekt ne? mhm) Für die Flaschen gibt es ja einen Geldwert (ja). Nun zur Frage: Machst du vielleicht auch andere Sachen die Geld bringen? Zum Beispiel habe ich jemanden kennengelernt der auch Altmetall sammelt. #00:56:41–0# IP 1: Ja das ist ein guter Schwenk. Also ich sammle kein Altmetall aber als ich jetzt zum Beispiel wieder vor ein paar Monaten gezwungener Maßen nolens volens, weil ich diese Tätigkeit einfach nicht mag aber das muss ja hin und wieder mal sein, zumindest mal ein bisschen oberflächlich, da habe ich mal meinen Keller durchforstet und da hat sich das ein oder andere, ein altes verrostetes Fahrradschloss oder, aber das ist dann auch wirklich, ich weiß worauf du hinaus willst, manche machen das ja auch professionell aber im Moment lohnt sich das auch gar nicht, selbst wenn ich es bewerkstelligen könnte. Ich habe mal mit einem Altmetallhändler gesprochen und der Preis ist derartig stark gesunken pro Kilogramm, da gibt es glaube ich nur noch acht Cent im Moment (mhm) aber hin und wieder habe ich das auch schon mal gemacht aber immer nur, jetzt nicht professionell wenn man so will, sondern beim Aufräumen in meinem Keller zum Beispiel wenn ich da eine alte Fahrradkette oder ähnliches gefunden habe (mhm). Oder ich erinnere mich, ich habe mal irgendwann einen Korkenzieher um eine Weinflasche zu öffnen, die bestehen ja, je nachdem wie die beschaffen ist, teilweise auch aus Metall, respektive Altmetall und dann habe ich das halt, das sind wirklich nur Peanuts aber die 573 574 575 576 577 578 579 580 581 582 583 584 585 586 587 588 589 590 591 592 593 594 595 596 597 598 599 600 601 602 603 604 605 606 607 608 609 610 611 612 613 614 615 278 279 Interview IP 1/ Fall A (Männlich, 58 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) habe ich dann auch zu dem Altmetallhändler mitgenommen. Aber das kommt wirklich nur selten vor (mhm). #00:58:16–9# Jetzt habe ich mal eine Frage, hast du denn auch schon mit Menschen gesprochen die in dieser Hinsicht ganz schön emsig sind, also eifrig? (ja) Ah ja und das lohnt sich auch? (Also, das kommt immer darauf an wie man es) Aber wohlgemerkt legal ne, es gibt ja auch Leute die klauen bei der Bahn und so weiter irgendwelches Buntmetall (mhm), das meine ich natürlich nicht. (Achso du meinst jetzt Metall. Ich war in Gedanken wieder beim Flaschensammeln) Nee ich war jetzt bei dem Thema, weil du mich eben gefragt hast wegen Metall. #00:58:43–1# Int.: Nee, nee ich hatte bis jetzt nur mit einem geredet der mir erzählte, dass er früher Flaschen gesammelt hat aber auf Altmetall umgestiegen ist. (mhm, ahja, ooh, mhm) (2 Sek.) Aber professionell habe ich niemanden kennengelernt. #00:58:57–9# IP 1: Wie gesagt ist auch ne absolute Nebenschiene, weil es ergibt sich ja schon aus der Natur der Sache, dass das von der Quantität nicht wer weiß wieviel sein kann ne (mhm). Ich bin ja Privatier ne, also Mieter ne #00:59:14–2# Int.: Du hattest schon einmal angedeutet wie du deinen Tag verbringst. Könntest du mir einmal anstelle eines typischen Tages erzählen wie dein gestriger Tag abgelaufen ist? #00:59:29–8# IP 1: Das kann ich dir sagen. Ich bin um 9 Uhr aufgestanden, also Mittwoch ne (mhm) und ja das ist wieder das was ich eben erzählt habe. Leider habe ich da manchmal noch nicht diesen Impetus oder krieg den Hintern hoch, also ich hätte auch schon um halb 12 aufbrechen können oder um 11 aber ich habe da halt bestimmte Riten, dann gucke ich mir zum Beispiel ganz bestimmte Sachen im Fernsehen an und dazu stehe ich auch und dann bin ich erst so gegen, also normalerweise rede ich, dauernd dieses und aber, so gegen 16:30 habe ich mich auf den Weg gemacht und bin mit dem Bus erst mal in Richtung Innenstadt gefahren und ja ein paar Erledigungen gemacht (2 Sek.) nichts, also einfach nur profane Sachen, also auch noch kurz beim Lidl gewesen, das hat jetzt aber nichts mit dem Flaschensammeln zu tun. also ich kaufe ja privat auch mal Getränke und dann mag ich es nicht wenn die sich so anhäufen und dann greife ich die Monatskarte und dann mache ich das immer ziemlich schnell, selbst wenn das dann auch nur ein paar Gebunde sind, also angenommen zwei, drei Dosen oder vielleicht drei, vier PET-Flaschen, das ist so ein bisschen meine Marotte, dass ich die nach Möglichkeit immer sukzessive schnell wieder einlöse (mhm). Das aber nicht weil ich die Kohle brauche sondern weil ich die aus dem Blickfeld haben will ne, in der Küche musst du dir jetzt vorstellen. Richtig. (4 Sek.) Ja ach so und dann war ich, genau, dann war ich so gegen Viertel nach 8, 20:15 Uhr wieder in Nippes also in der Wohnung. Also alles in allem kannst du dir ausrechnen, gut dreieinhalb Stunden (mhm) mhm. (4 Sek.) #01:01:16–9# 616 617 618 619 620 621 622 623 624 625 626 627 628 629 630 631 632 633 634 635 636 637 638 639 640 641 642 643 644 645 646 647 648 649 650 651 652 653 654 655 656 657 658 Anhang Int.: Da hat das Flaschensammeln ja keine Rolle gespielt. #01:01:19–6# IP 1: Nein gestern definitiv nicht. #01:01:21–9# Int.: Würdest du sagen es spielt generell in deinem Leben eine Rolle? #01:01:26–8# IP 1: (5 Sek.) ja, also von der Wortbedeutung natürlich aber deswegen habe ich das ja ganz zu Anfang gesagt, dass das erstens meist spontan ist und wenn dann auch vom situativen Ansatz, also zum Beispiel gerade da im Bereich der Promenade da, ich weiß nicht ob du das weißt aber da herrscht auch ein ganz schöner Kampf in Anführungsstrichen zwischen den diversen Flaschensammlern und manchmal, dann beobachte ich die Situation nur und schalte mich da nicht aktiv ein. Aber nicht weil ich Angst habe, sondern weil ich das einfach auch ein bisschen zu wuselig finde (mhm). Ich weiß nicht ob du das weißt, da gibt es zum Beispiel einen den könnte ich dir auch, den habe ich jetzt ja, wie gesagt vorgestern, weil ich da längere Zeit auf der Bank gesessen habe, der, da habe ich auch erst gedacht „Mensch der ist aber ganz schön locker flockig drauf “, der hatte drei große Rewe-Kompakttüten oder diese Kauflandtüten und so weiter und der hatte die immer, wenn er wieder ein gewisses Quantum gesammelt hatte da an den Baum gestellt und seine Jacke darüber gelegt oder sone olle Jacke jedenfalls und da habe ich gedacht „ja rein theoretisch könnte einer das dem ja klauen“ ne (mhm). Da habe ich aber gesehen, weil der da immer mal wieder von Fall zu Fall nach einer gewissen Zeit von fünf oder zehn Minuten nachdem er wieder neu gesammelt hat, da kam er wieder an das Basislager und da hatte der so eine kleine Gliederkette. Ja gut, das schützt ihn natürlich nicht davor, dass man die Flaschen aus der Tasche klaut aber grundsätzlich war das schon ganz schön clever gemacht ne (mhm). Er hat dann diese Gliederkette um den Baum gelegt und dann mit den jeweiligen Schlaufen verbunden (mhm) so musst du dir das vorstellen aber das ist nur so ein Nebenaspekt. #01:03:12–9# Int.: Hast du dir auch schon einmal Vorrichtungen zum Sammeln gemacht oder Handschuhe und Taschenlampe oder so etwas in der Art mitgenommen? #01:03:23–9# IP 1: Nein, kann ich direkt spontan verneinen. Also Taschenlampe noch nicht, abgesehen von der an meinem Handy wenn es unbedingt sein muss, wenn ich eine Taschenlampe hätte. Aber das ist auch ganz profan, das habe ich, ist ja auch egal es ist jedenfalls ein Handy und kein Smartphone (mhm) und prepaid. Nee Taschenlampe nicht und auch keine Handschuhe. (2 Sek.) (Nur Tüten) genau, mhm (2 Sek.) wie gesagt unter normalen Umständen erreicht das auch bei Weitem nicht diese Dimension die ich dir jetzt bezüglich vorgestern geschildert habe, sondern es kommt auch oft vor, wenn es denn mal so ist, das sich das dann vielleicht im Bereich zwischen halben Euro und einem Euro bewegt (mhm). Also wenig kann man sagen, marginal nur vielleicht ne #01:04:20–0# Int.: Wie oft würdest du sagen, sammelst du mal eine Flasche in der Woche ein? #01:04:25–2# 659 660 661 662 663 664 665 666 667 668 669 670 671 672 673 674 675 676 677 678 679 680 681 682 683 684 685 686 687 688 689 690 691 692 693 694 695 696 697 698 699 700 701 702 280 281 Interview IP 1/ Fall A (Männlich, 58 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) IP 1: (2 Sek.) Ja, jetzt muss man natürlich Folgendes dazu sagen, ich habe ja nicht, deswegen habe ich das ja eben auch betont, ich habe ja nicht immer. Sagen wir so, unter der Prämisse, dass ich eine Monatskarte der KVB habe, dann fahre ich natürlich allein schon im eigenen Interesse um die auch schön einzusetzen und damit sich das amortisiert ne (mhm), da fahre ich natürlich bis auf wenige Tage immer in die Stadt hinein oder zumindest so, dass ich irgendwie die Karte von A nach B einsetze und dann ergibt sich meistens aus der Situation heraus an bestimmten Knotenpunkten oder zentralen Plätzen, dazu gehört auch der Ebertplatz, dazu gehört aber auch der Neumarkt oder überhaupt die Innenstadt. Wenn ich dann halt da mal irgendwas stehen sehe, nehme ich das halt mit ne (mhm). Natürlich meist unter der Voraussetzung dass ich auch ein Behältnis dabei habe, Tüte oder Tragetasche (mhm). #01:05:25–2# Int.: Sagen wir mal, du willst deine Karte gut ausnutzen und fährst in die Stadt, hast aber eigentlich nicht vor etwas zu kaufen oder so. Nimmst du dir dann vorsichtshalber trotzdem eine Tüte für Flaschen mit? #01:05:40–3# IP 1: Ja nicht immer aber manchmal schon. Entweder eine Plastiktüte oder eine Stofftragetasche mhm genau (3 Sek.) also sagen wir mal so oder ich sag mal Folgendes, es kommt eher selten vor, dass ich gar keine, weil es kann ja auch sein, dass mir spontan noch etwas einfällt was ich an Lebensmitteln kaufen wollte (mhm), was ich nicht unbedingt auf den nächsten Tag verschieben muss, vielleicht meinetwegen Obst oder so. Also generell habe ich schon irgendwas dabei, rein prophylaktisch aber nicht in erster Linie für den Fall, dass mir mal wieder eine Dose oder Flasche vor die Flinte kommt (mhm), das ist einfach aus pragmatischen Gründen (mhm) kann man sagen (3 Sek.) oder praktischen Erwägungen ne (mhm) für den Fall, weil irgendwann nervt es auch wenn man, hin und wieder mache ich das auch wenn ich dann ein bisschen mehr gekauft habe als ich wollte, dann nehme ich halt so einen, speziell bei Lidl ist mir das in Erinnerung, dann nehme ich halt einen Karton aber das ist ja auf die Dauer auch ein bisschen, es klappt dann zwar organisatorisch, also um die Lebensmittel da hineinzutun (mhm) mhm genau, richtig. #01:07:00–6# Int.: Würde dir spontan eine Geschichte zum Flaschensammeln einfallen die du noch gerne erzählen würdest? #01:07:08–9# IP 1: Ach überhaupt jetzt? #01:07:11–3# Int.: Richtig. Also eine Geschichte die dir, abgesehen von der ausführlich beschriebenen Geschichte von vorgestern, widerfahren ist. #01:07:17–5# IP 1: (7 Sek.) Ja ich hatte ja eben auch schon das mit dem FC-Stadion erzählt. Das ist aber auch schon bestimmt vier, fünfJahre her um das mal abzurunden. Ja ich weiß nicht, kannst du das vielleicht ein bisschen weiter einschränken vielleicht, also ich habe da ja (2 Sek.), gut das mit vorgestern hatte ich ja erzählt aber ansonsten ist da ja meistens eine Monoangelegenheit, also ich komme da ja nicht wer weiß wie in Kommunikation 703 704 705 706 707 708 709 710 711 712 713 714 715 716 717 718 719 720 721 722 723 724 725 726 727 728 729 730 731 732 733 734 735 736 737 738 739 740 741 742 743 744 745 746 Anhang mit den Leuten ne (mhm). Ja gut vielleicht noch zur Abrundung, (1 Sek.) als ich es vorgestern, da hatte ich nämlich erst überlegt ob ich vielleicht zu dem Rewe am Zülpicher Platz gehe, der hat zwar bis Mitternacht auf, ich weiß nicht ob du weißt wo der ist, der ist da, auf der einen Seite ist ein Rewe Rahmati und auf der anderen Seite ist ein Rewe City und dieser Rewe City, der hat zwar bis Mitternacht auf aber, ich weiß jetzt nicht, eine der beiden Komponenten, da läuft auch immer ein Sicherheitsmensch rum und so weiter und der achtet auch darauf, ab 22 Uhr oder anders herum formuliert, bis 22 Uhr kann man da, nee doch anders herum, ab 22 Uhr kann man da bestimmte Behältnisse nicht mehr als Pfand einwerfen. Ich weiß jetzt nicht ob es sich um Dosen handelt oder um Flaschen, jedenfalls da ich das nicht genau wusste, wollte ich das Risiko nicht eingehen und bin dann direkt zu dem besagten Rewe da am Ebertplatz gefahren, der hat nämlich erstens die positive Eigenschaft dass er bis 24 Uhr auf hat und zweitens hat der auch zwei, kann man da auch so lange die aufhaben was abgeben, wenn nicht gerade mal wieder Rückstau ist. Das ist das Gute und insofern musste ich eben so ein bisschen schmunzeln, weil kurz bevor ich da am Rewe angelangt war, da ist mir nämlich diese eine, ich habe dir ja gesagt ich hatte drei kleine Plastiktüten, eine etwas größere, nein stimmt gar nicht. Drei Plastiktüten, einen Stofftragebeutel und eine kompakt, also normalerweise kompakt aber es hat sich dann herausgestellt, dass sie leider schnell kaputt gegangen ist, auf jeden Fall von Rewe mit zwei Henkeln (mhm) und kurz bevor ich an dem Rewemarkt angekommen bin da ist, gut dass ich das noch gemerkt habe, ich hatte die auch nur relativ niedrig über dem Boden, ist ja auch ein bisschen schwer und da ist die jedenfalls kaputt gegangen und da hat mir gleich spontan einer denen die da auf der Erde saßen und die auch offenbar, offenkundig auch mit Flaschensammeln zu tun haben, der Mann meinte jedenfalls er wäre sogar Profi und der hat mir dann, sozusagen als Provisorium vorübergehend seine grün-weiße Deichmann-Plastiktüte geliehen, damit ich heilen Fußes oder ohne dass die Flaschen kaputt gehen, dann noch bis zu dem Pfandautomaten gelange und das fand ich echt nett. Und da habe ich gesagt: „Ich bring dir die gleich wieder.“ Dann ist er aber noch mit reingekommen, weil er selber noch etwas hatte, also das war jetzt noch so ein kleiner Aspekt am Rande (mhm). Der hat sich allerdings auch ein bisschen da geriert so nach dem Motto „Ich bin ja der Profi und du bist der Amateur“ ne (mhm) aber da bin ich nicht weiter darauf eingegangen, vielleicht hatte der auch schon ein bisschen was intus (IP 1 lacht). Gut ich hatte ja auch nicht, war ja auch nicht so ganz, denn ich hatte dir das ja eben erzählt, diese Jungs mit denen ich da, die da auf der Mauer an der Promenade gesessen haben, also vis-à-vis von mir ne (mhm). Ich saß ja auf der Bank und im Laufe des Abends hatte ich dann auch so drei Flaschen Kölsch getrunken ne (mhm) (2 Sek.). Eine hatte ich selber und die anderen haben sie mir ausgegeben, also ich war auch nicht mehr wenn du so willst ganz nüchtern ne. Also ich war jetzt nicht angeschickert aber ich sage mal es sind ja immerhin ein, anderthalb Liter ne (mhm). Also Auto wär ich nicht mehr gefahren sag ich mal so ne (ja) (4 Sek.). Aber dieserjenige von dem ich dir gerade erzählt habe, den habe ich auch schon das ein oder andere Mal im Stadtbild gesehen (ok) hm und zwar da im Bereich wo der Dom ist, da ist ja dieses eine Fotofachgeschäft und, also ich glaube dass der das war. Man kennt ja doch so manche vom, ein bisschen vom, ja vom äußeren Anschein ne (ja) genau mhm, richtig. #01:11:37–1# 747 748 749 750 751 752 753 754 755 756 757 758 759 760 761 762 763 764 765 766 767 768 769 770 771 772 773 774 775 776 777 778 779 780 781 782 783 784 785 786 787 788 789 790 282 283 Interview IP 1/ Fall A (Männlich, 58 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) Int.: Diese Fachgeschäft wo die Fotos von früher (ja, das ist es, Lambertin oder wie das heißt) ja gut den Namen weiß ich nicht. #01:11:47–5# IP 1: Ja genau, Fotos in Schwarzweiß, genau das ist das und die haben auch alte Kameras und auch teilweise alte Accessoires, irgendwelche Kameraverpackungen und so weiter (mhm) oder Umhüllungen genau richtig. #01:12:03–2# Int.: Ich muss einmal kurz zur Toillete. #01:12:05–1# #01:12:03–8# IP 1: Ja klar mach ruhig. #01:12:05–8# Int.: Ja dann mach ich mal hier. #01:12:07–8# IP 1: Aber bevor wirs vergessen, kannst du mir mal ein Foto von deiner Frau zeigen? #01:12:11–7# Wir unterhalten uns über meine Frau und über mein Bachelorstudium, Cut, ich komme von der Toilette zurück und wir essen erst einmal Buletten. Während des Essens beginnt IP 1 das Gespräch. #01:15:31–5# IP 1: Finde ich aber gut, dass wir das heute, ich war nämlich eben, weißt du weil das Wetter mir auch ein bisschen aufs Gemüt geschlagen ist. Ich wollte nicht absagen aber ich bin froh dass ich es, ich habe es zeitmäßig so eingerichtet, dass ich es gut schaffe ne (mhm). Da habe ich mir auch selber so ein bisschen in den Hintern getreten ne (mhm) aber ist auch gut dass ich das so gemacht habe mhm. #01:15:50–7# #01:16:21–1# Int.: Musst du dich manchmal überwinden herauszugehen? #01:16:24–1# IP 1: Ja schon schon, ja doch schon. Also (2 Sek.) sagte ich ja eben schon. Manchmal ist wirklich der Impetus, der Antreiber die Tatsache dass ich die Monatskarte habe aber wenn ich sie nicht habe, das kommt ja auch vor, ich habe auch ein Fahrrad, das ist, hätte ich vielleicht nochmal sagen müssen, zur Ergänzung, das ist allerdings im Moment leider kaputt dahingehend weil die Gangschaltung nicht funktioniert und im Winter ist es, gut jetzt haben wir ja Frühling aber ich sage mal so, manchmal schon ja, habe ich einfach keine Lust ne (2 Sek.). Vor allen Dingen wenn ich alles in der Wohnung habe, also mit der Verpflegung, gut hin und wieder, du weißt es ja selber, man muss regelmä- ßig einkaufen aber wenn ich dann alles habe, dann habe ich manchmal auch keine Lust mal ein zwei Tage, gucke ich was briefkastenmäßig war und ansonsten ist es mir egal ne (mhm). Aber es ist jetzt nicht so (2 Sek.) ich weiß nicht worauf die, wenn die Frage, also depressiv bin ich in dem Sinne nicht abgesehen davon, dass die meisten Menschen 791 792 793 794 795 796 797 798 799 800 801 802 803 804 805 806 807 808 809 810 811 812 813 814 815 816 817 818 819 820 821 822 823 824 825 826 827 828 829 830 831 832 833 834 Anhang ja in der ein oder anderen Weise, wenn sie es auch nicht wissen, zumindest ansatzweise depressiv sind aber ich habe jetzt nicht eine Depression in dem Sinne ne (mhm). Nur manchmal denke ich dann einfach so ein bisschen: „Lass Gott nen lieben Mann sein.“ mhm genau, dazu stehe ich auch. (4 Sek.) Aber wenn ich die Monatskarte habe dann mache ich es wirklich nach Möglichkeit so, dass ich jeden Tag die auch einsetze. Ich habe es ja eben in einem anderen Zusammenhang erzählt, im Mai gibt es bis jetzt erst drei Tage wo ich sie nicht eingesetzt habe (mhm) und das ist ja eine gute Quote, guck mal: von 18 Tagen drei nicht, das ist ein Sechstel, also fünf Sechstel habe ich sie eingesetzt (mhm) #01:18:02–1# Int.: Und was machst du dann an dem Tag, wenn du unterwegs bist? #01:18:07–8# IP 1: Joar hm, zur Sparkasse oder einfach mal in die Stadt fahren und gucken was so an Kaufhof oder Karstadt, Kleidung, natürlich Lebensmittel und natürlich auch, ich bin ja relativ oft bei Lidl, dann halt auch mit dem Leergut (mhm). Immer das was sich so zusagen ergeben hat, aus der Tatsache aus meinem Haushalt heraus und, eigentlich muss ich auch nochmal ganz allgemein sagen, vielleicht ist das auch für dich von Interesse, es gibt ja auch manchmal etwas exotisches Leergut, zum Beispiel die Tage hatte ich, da war eine Flasche die kam aus Großbritannien und bei Rewe zum Beispiel konnte ich die nicht abgeben, aber weißt du wo ich die, waren immerhin 25 Cent, weißt du wo ich die gut ohne Probleme losgeworden bin? Beim Kaufhof (ok) im U. 1. Also ich sag mal unter Vorbehalt, ich also ich habe glaube ich noch keine Flasche erlebt die bei Kaufhof noch nicht, also die scheinen in dieser Hinsicht sehr gut eingerichtet zu sein, also was die Rücknahme von, nicht also aber, die Rücknahme von Flaschen diverser, von Leergut aller Art betrifft ne (mhm). Gut Budweiser ist ja ziemlich bekannt aber dies war wirklich eine nicht so ganz bekannte UK United-Kingdom-Marke ne (mhm), die war immerhin eine Flasche von 25 Cent. (4 Sek.) Ah ja da war ich gestern übrigens (mhm), das war nämlich die einzige, diese besagt Flasche, ich weiß leider jetzt die Marke nicht, irgendetwas mit (1 Sek.) honey also Honig oder so ähnlich, wells walls wolls. Das war die einzige die von dem Dienstag übrig geblieben war und da habe ich gedacht „Jetzt willst du es wissen“ und siehe da, bei Rewe bin ich sie nicht losgeworden, habe ich dir ja eben gesagt, da war ich ja ne, Dienstagabend, aber bei Kaufhof im Basement mhm. #01:20:20–8# Int.: Hast du sonst irgendwelche Hobbys? #01:20:26–7# IP1: Joar, schon. Das Problem ist nur mangels Partner. Also ich spiele gerne oder ich spiel Schach aber habe ich schon lange nicht mehr gespielt, weil ich kaum Leute kenne oder de facto keinen kenne der es auch spielt, jedenfalls nicht hier in meiner unmittelbaren Umgebung (mhm) und Skat aber auch lange nicht gespielt, dritter Mann und so weiter und überhaupt ich wüsste nicht wo ich spielen sollte (mhm) außer natürlich Preisskat aber ich will es wenn dann auf privater Ebene spielen ne (mhm) (4 Sek.). Ja Musik hören, ein bisschen, ich hab, ja so in dem Sinne Hobbys? Ja Briefmarkensammeln aber das ist auch, das ist jetzt auch nicht so, immer so von Fall zu Fall, das ist jetzt 835 836 837 838 839 840 841 842 843 844 845 846 847 848 849 850 851 852 853 854 855 856 857 858 859 860 861 862 863 864 865 866 867 868 869 870 871 872 873 874 875 876 877 878 284 285 Interview IP 1/ Fall A (Männlich, 58 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) nicht so dass ich mich da total reinknie und so weiter und auf Teufel komm raus alle möglichen, ich meine gerade Briefmarken sammeln (mhm), zum Beispiel so von, wie sich das ergibt ne? Mhm (mhm), also nicht professionell in dem Sinne mhm. Wie der Name schon sagt hobbymäßig ne (mhm) #01:21:37–2# Int.: Und besuchst du des Öfteren Informationsveranstaltungen wie jetzt bei der Linkspartei? #01:21:43–1# IP 1: Jain, bei der Linken war ich wirklich, weil kurz vorher hatte ich in der Fußgängerzone mich mit den Leuten unterhalten. Da war auch Katja Kipping (mhm) vor 14 Tagen im Landtagswahlkampf und deswegen bin ich einfach mal hingegangen weil mich das interessiert hat, auch als Sozialdemokrat. Ich wusste bis dato überhaupt nicht, dass die in der Zülpicherstraße 58 ihre Kreisgeschäftsstelle haben, das wusste ich nicht mhm (10 Sek.). Das Einzige was die im Landtagswahlkampf mehrmals hatten, die Linke, die haben im Rahmen der, die haben so eine Aktion gehabt „Rote fahren schwarz“, also da ging es darum, dass die vorsätzlich in den KVB-Bahnen ohne Ticket gefahren sind, auf die Gefahr hin dass sie erwischt werden und dann argumentieren können „wir fordern den öffentlichen Personennahverkehr für alle“ naja jetzt mal etwas flapsig formuliert „kostenlos“ ne (mhm). Da war auch der eine dabei den ich aus Nippes kenne, also der sitzt für die Linke Fraktion im Rat (mhm) ja aber das nur als, um deine Frage zu beantworten, es kommt eher selten vor. Das war jetzt seit längerer Zeit mal wieder so dass ich bei einer, guck mal die SPD von früher die kenn ich ja in- und auswendig aber bei einer anderen Partei war das jetzt das erste Mal seit langer Zeit, dass ich mal wieder zu so einer Infoveranstaltung gegangen bin (mhm). #01:23:51–3# Int.: Würdest du dich als Flaschensammler bezeichnen? #01:23:53–9# IP 1: (10 Sek.) Ja schon aber, habe ich ja eben schon in anderen Zusammenhängen gesagt, natürlich nicht professionell (mhm) sondern wirklich wenn, wenn man es überhaupt so sagen kann hobbymäßig (mhm) mhm (6 Sek.). Aber kann man, wie gesagt es ist wirklich nur ein Nebenaspekt (mhm). #01:24:24–7# #01:24:45–8# Int.: Macht das Geld das du dabei erhältst einen Unterschied für dich? #01:24:49–6# IP 1: (mhn) ja schon aber (4 Sek.) also ich sage es mal so, das ist natürlich ein Anreiz aber das ist jetzt nicht so dass das zwingend erforderlich wäre (mhm). Es ist einfach ein kleines Zubrot wenn man so will ne (mhm) Ich habe ja eben in einem anderen Zusammenhang gesagt, dass das mit vorgestern eine absolute Ausnahme war, ich wüsste nicht wann ich überhaupt mal jemals so viel, also das waren ja um die 6,50 Euro, das war schon ein Ausreißer nach oben (mhm) genau. Da habe ich auch selber nicht unbedingt mit gerechnet (mhm) (5 Sek.). Da waren auch einige Dosen dabei die sind ja 25 Cent 879 880 881 882 883 884 885 886 887 888 889 890 891 892 893 894 895 896 897 898 899 900 901 902 903 904 905 906 907 908 909 910 911 912 913 914 915 916 917 918 919 920 921 Anhang aber die 28 Flaschen die hatte ich ja eben schon gesagt ne. 2, 24 sind das ja rechnerisch, weils, ja 28 mal 8 genau. #01:25:57–9# Int.: Was ist eigentlich im Winter? Gehst du auch hinaus wenn es kalt draußen ist oder regnet? Du hast ja gesagt heute musstest du dich überwinden. Ich mich übrigens auch bei dem Wetter #01:26:11–0# IP 1: (IP 1 Lacht) Ja, mhm, ja im Winter, stimmt, ist ja noch gar nicht so lange her (3 Sek.) ja (2 Sek.) da ist das natürlich wegen der Jahreszeit. Also allgemein geh ich im Winter auch nicht so viel raus ne (mhm), teilweise ist es ja auch ganz schön kalt, das klingt alles ein bisschen wie eine Ausrede aber, es ist auch einfach in einer warmen Wohnung gemütlicher aber generell im Winter ziemlich wenig in dieser Hinsicht. Aber ich sage es nochmal, unterstreiche es nochmal, generell ist es ja auch nur ein Nebenaspekt, das ist ja nur wenn sich das, wenn es sich ergibt vom situativen Ansatz und wenn man das zugrunde legt, kannst du dir ja vorstellen dass es im Winter noch ein paar Umdrehungen weniger ist ne (mhm). #01:27:12–2# Int.: Du hast ja gesagt, wenn eine Flasche oder eine Dose neben einem Abfallbehälter oder an der Ecke steht, nimmst du diese mit. (mhm) Aber du sprichst ja auch Menschen an die trinken (ja). Hat dich das am Anfang Überwindung gekostet? #01:27:32–7# IP 1: Nein wirklich nicht. Also ich bin sowieso ein kommunikativer Mensch und es kommt immer darauf an wie man mit den Menschen spricht, ich bin natürlich höflich und wenn man wider Erwarten mal eine Abfuhr kriegt verbaler Natur, dann muss man das wegstecken aber Überwindung nein. Im Gegenteil, ich spreche gerne und unterhalte mich mit den Menschen und wenn sie nicht ganz abweisend sind, dann ist das ja auch schön (mhm) genau mhm. #01:28:00–2# Int.: Sprichst du auch außerhalb des Flaschensammelns Menschen auf der Straße an? #01:28:06–7# IP 1: (3 Sek.) Also jetzt nicht direkt zielgerichtet aber wenn sich zum Beispiel mal meinetwegen bei Warten auf die Bahn oder auf den Bus ein Gespräch ergibt, das ist aber meist dann etwas oberflächlich aber jetzt nicht zielgerichtet, also generell eher nicht so (mhm) (3 Sek.). Ja es kommt aber durchaus vor, dass ich angesprochen werde. Ich weiß auch nicht aus welchen Gründen (mhm), manchmal auch nur um nach dem Weg zu fragen, mhm so in etwa mhm #01:28:47–4# Int.: Wobei für mich als Niedersachsen sind ja die Rheinländer sowieso ein eher gesprächiges Völkchen. #01:28:55–6# IP 1: Ja das schon aber du darfst ja nie vergessen, ich weiß Niedersachsen sturmfest und erdverwachsen, aber du darfst ja nie vergessen, dass ich als, ich wohne zwar im Rheinland aber ich bin ja trotzdem mit dem Herzen und auch mit dem Geiste Lipper wie 922 923 924 925 926 927 928 929 930 931 932 933 934 935 936 937 938 939 940 941 942 943 944 945 946 947 948 949 950 951 952 953 954 955 956 957 958 959 960 961 962 963 964 965 286 287 Interview IP 1/ Fall A (Männlich, 58 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) immer und auch Detmolder und man sagt über die Menschen in meiner Herkunftsregion, dass sie (2 Sek.) also ich sage mal so immer diese Vorurteile aber sie sollen eigentlich ein bisschen stur sein, das stimmt aber gar nicht, die sind eher. Eher die Rheinwestfalen und auch die Münsterländer, die kann man wirklich ein bisschen, teilweise als Sturköppe bezeichnen aber die Detmolder und Lipper, speziell die Lipper sagen wir mal, die sind zwar erst so ein bisschen (3 Sek.), das sagt man, immer dies was so gesagt wird, narrativ ne, aber die sind so ein bisschen oder sollen angeblich so ein bisschen, zurückhaltend sein, was auch stimmt aber wenn man mal ihr Vertrauen gewonnen hat und auch wen sie ins Herz geschlossen haben, die anderen, meinetwegen aus einer anderen Region oder was weiß ich, sonst woher, dann ist das auch eine Zuverlässigkeit und das betone ich deshalb so weil im Rheinland kommt es schon des Öfteren vor, dass es bei der Oberflächlichkeit bleibt, das wirst du auch noch erleben. Glaube ich jedenfalls, also auch diese angeblichen, das habe ich eben schon im Zusammenhang mit dem Mobbing erzählt, diese Laissez-faire-Haltung, die ist manchmal nur vordergründig und wenn man dann mal ein bisschen hinter die Kulissen schaut ist das nicht mehr so (mhm). Dann kommt es nämlich zum, ich weiß nicht ob du das schon mitbekommen hast aber es gibt ja die, also es kommt zum Schwur wollte ich sagen und es gibt ja dieses sogenannte kölsche, beziehungsweise rheinische Grundgesetz, das besteht aus den entsprechenden Artikeln nur etwas umformuliert ne (mhm). Also der Hauptartikel aus diesem ganzen Gedöns ist „Et hätt noch emmer joot jejange“ also es ist noch immer gut gegangen ne. Das ist bei vielen Kölnern, speziell bei Kölnern, ich will jetzt gar nicht das Rheinland als Oberbegriff nehmen aber bei vielen Kölnern ist das sozusagen das Non plus ultra (mhm) also „Et hätt noch emmer joot jejange“, es ist noch immer gut gegangen ne hm genau. Das heißt so viel wie „Es kommt wie es kommt, wir lassen uns nicht schrecken“ oder so ähnlich ne (mhm). #01:31:42–0# Int.: Würdest du Flaschensammeln als Arbeit bezeichnen? (4 Sek.) Ich stelle die Frage einmal auf zwei Ebenen (mhm). Einmal im Generellen (mhm), also darauf bezogen wenn du andere Flaschensammler siehst und dann im Speziellen auf dich bezogen? #01:32:01–5# IP 1: Ja schon. also auf Flaschensammler allgemein bezogen: hin und wieder beobachte ich das auch, habe ich ja erzählt zuletzt vorgestern (mhm), und das ist bei manchen ja schon ein ganz schön immenser Aufwand. Insofern ist es schon Arbeit, nur sie wird halt nicht adäquat vergütet. Wenn man das mal in den normalen Fällen auf den Stundenlohn umrechnen würde, würde ja wirklich nur ein Bruchteil von einem seriösen Stundenlohn bei rauskommen. Aber es ist schon ein Aufwand, also es ist Arbeit, es ist ja mit Aufwand verbunden und bei mir. Nee also, ganz spontan was mich betrifft, würde ich das nicht als, nein das würde ich nicht als Arbeit bezeichnen (mhm). Also wenn ich mich schon entscheiden müsste, dann ja vielleicht als Hobby. Deswegen habe ich ja eingangs auch gesagt, dass das halt bei mir spontan, sporadisch und vom situativen Ansatz abhängt. genau. #01:33:10–7# 966 967 968 969 970 971 972 973 974 975 976 977 978 979 980 981 982 983 984 985 986 987 988 989 990 991 992 993 994 995 996 997 998 999 1000 1001 1002 1003 1004 1005 1006 1007 Anhang Int.: Du hast ja gesagt, dass es früher auch schon Pfand gab (mhm). Hast du in der Zeit in der du noch erwerbstätig warst auch schon mal eine Flasche aufgesammelt? (3 Sek.) Oder glaubst du das hängt #01:33:27–6# IP 1: Ja ich weiß. Also das ist natürlich jetzt schon lange zurückliegend aber mal von Fall zu Fall aber eher selten. (mhm) mhm. Aber trotzdem steht da keine, also gibt es kein Junktim zwischen, deswegen habe ich das eben auch so betont, das ist ein nettes Zubrot aber das ist jetzt nicht so, im wahrsten Sinne des Wortes, dass es lebensnotwendig ist und dass ich darauf angewiesen bin. Ich freue mich darüber, das ist ja auch eine gewisse Belohnung für sich selbst aber die Frage die du eben gestellt hast: Eher war dass die krasse aus, die seltene Ausnahme (mhm) mhm. #01:34:19–7# Int.: Bist du eigentlich noch auf Arbeitssuche? #01:34:23–4# IP 1: Also definitiv im Moment seit Längerem nicht. Da stehe ich auch zu. Weil es bringt auch nichts, ich habe einfach die Erfahrung gemacht, dass es einfach nichts bringt. Also so leid mir das tut, ich habe dir ja mehrmals gesagt wie alt ich bin und ich habe, je mehr ich darüber nachdenke oder auch aus persönlicher Erfahrung, ab einem gewissen Lebensalter ist der Zug abgefahren. Ich könnte natürlich, wahrscheinlich ohne größere Probleme wieder in dem Sicherheitsbereich arbeiten, was ich dir eingangs in einem anderen Zusammenhang erzählt habe, aber da kommt folgendes hinzu: die mögen lieber Leute die richtig viele Stunden machen müssen um ranzukloppen, damit sie auf ein gewisses Quantum im Monat kommen und, ja es wär vielleicht einen Versuch wert aber ich habe dir ja eben gesagt bei mir gibt es diese Grundeinschränkung mit den maximal 15 Stunden in der Woche ne (mhm) #01:35:32–7# Int.: Gab es in deinem Leben eine Phase in der du dich sehr viel beworben hast? #01:35:36– 3# IP 1: (6 Sek.) Ja schon. #01:35:42–7# Int.: Kannst du mir davon erzählen? #01:35:44–1# IP 1: Und zwar als ich (2 Sek.) naja was heißt sehr viel? Ich sag mal so, als ich damals diese Prüfung zum Verwaltungsfachangestellten gemacht habe, da habe ich natürlich danach versucht auch in den entsprechenden Behörden Fuß zu fassen also arbeitsmä- ßig und da habe ich schon viele Bewerbungen rausgeschickt (mhm) (2 Sek) aber das, ja und dann auch nochmal als ich diese zweite Sache da gemacht habe mit diesem Sicherheitsgewerbe (mhm), das war dann gut zehn Jahre später, da habe ich dir ja eben erzählt wann die Prüfung war, 2005. Aber das waren dann diese beiden punktuellen Ereignisse wo ich dann auch, ne relativ hohe Zahl an Bewerbungen rausgeschickt habe aber, generell halte ich davon nichts, weil ich auch genau weiß dass es (2 Sek.) ja dass es wenig bringt, das ist einfach so (mhm). #01:36:52–6# 1008 1009 1010 1011 1012 1013 1014 1015 1016 1017 1018 1019 1020 1021 1022 1023 1024 1025 1026 1027 1028 1029 1030 1031 1032 1033 1034 1035 1036 1037 1038 1039 1040 1041 1042 1043 1044 1045 1046 1047 1048 1049 1050 288 289 Interview IP 1/ Fall A (Männlich, 58 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) Int.: Würdest du sagen, dass sich deine Einstellung im Gegensatz zu früher geändert hat? #01:36:56–9# IP 1: (2 Sek.) Joa, also, ich war natürlich schon immer Realist, habe ich dir ja eben in einem anderen Zusammenhang gesagt aber seitdem bin ich noch etwas ernüchterter geworden in dieser Hinsicht, genau, kann man wohl so sagen. #01:37:17–9# Int.: Und hat sich deine Einstellung zum Thema Erwerbsarbeit im Laufe deines Lebens geändert? #01:37:43–3# IP 1: Ja, ich also hätte natürlich jetzt beinah gesagt das ist ja nota bene natürlich dass sich das ändert aber es ist schon so, je älter ich werde oder geworden bin, desto, jetzt auch mal unter uns, desto mehr egal ist mir das auch. Also ich mach mir jetzt nicht, obwohl ich bin ja, du bist ja wesentlich jünger aber, ich bin 58, habe ich ja schon mehrmals gesagt aber, es gab mal eine Zeit wo ich auch gedacht habe: „Huch was ist wohl wenn ich mal in das gesetzliche Rentenalter komme und mittlerweile, wenn nicht ein Wunder geschieht, dann ist mir auch klar dass ich wahrscheinlich, wenn die Sozialund Rentensysteme zu dem Zeitpunkt noch so sind wie sie im jetzt sind, dann werde ich wahrscheinlich eines schönen Tages eine Rente auf Grundsicherungsniveau bekommen aber da mache ich mir keine Gedanken, ich bin im Hier und Jetzt und wenn ich allein überlege wie schnell die Zeit rumgegangen ist seitdem ich da jetzt in der besagten Wohnung in Nippes wohne, also da mach ich mir jetzt nicht (4 Sek.). Es geht sowieso immer irgendwie weiter, ich bin Realist (mhm) und wenn nicht ein Wunder geschieht oder was weiß ich, irgendetwas Unvorgesehenes positiver Art, dann, habe ich ja eben schon in einem anderen Zusammenhang gesagt, dann glaube ich wird es wohl eines schönen Tages so kommen, dass ich zwar dann die Rente bekomme und auf der Höhe der Grundsicherung (mhm). also auf dem Niveau der Grundsicherung. Das ist eher realistisch, dass das so passieren wird und könnte (mhm) (6 Sek.). Ja wir wissen ja alle nicht wie es kommt, wie es ganz konkret weitergeht. (10 Sek.) Ja was war jetzt nochmal dafür deine Ausgangsfrage? Weil ich das jetzt erwähnt habe #01:39:48–7# Int.: Ob sich deine Einstellung zum Thema Erwerbsarbeit geändert hat? #01:39:52–6# IP 1: Achso ja mhm, ja also insofern habe ich ja ein ganz klares Ja gesagt. (mhm) #01:39:58–0# Int.: Hättest du da vielleicht eine Episode aus deinem Leben wie es früher war? An der meine deine Einstellung fest machen könnte? (Ach Mensch das ist ja. warte Mal hm) (3 Sek) Ein Ereignis vielleicht? #01:40:14–7# IP 1: (5 Sek.) Ja aber das hat ja alles mit dem Thema Flaschensammeln nur mittelbar zu tun aber wenn du, ja natürlich also wenn du so willst war natürlich ein Ereignis die Sache was ich dir eingangs ganz zum Anfang erzählt habe mit dem, mit der nicht geschafften Laufbahnprüfung (mhm). Das war in den 1980er Jahren vor also gut drei- 1051 1052 1053 1054 1055 1056 1057 1058 1059 1060 1061 1062 1063 1064 1065 1066 1067 1068 1069 1070 1071 1072 1073 1074 1075 1076 1077 1078 1079 1080 1081 1082 1083 1084 1085 1086 1087 1088 1089 1090 1091 1092 1093 1094 Anhang ßig Jahren, da wusste ich natürlich dass diesbezüglich jetzt erst mal der eine Zug abgefahren war, also beamtenlaufbahnmäßig ne (mhm) und das war, ist natürlich offenkundig eine Zäsur, ein Einschnitt. Das war mir auch klar, nur dass (2 Sek.), ja es geht ja immer irgendwie weiter, da ist dann halt, da sind die Zeiten die ich als Beamtenanwärter verbracht habe, die sind dann halt in die gesetzliche Rentenversicherung übertragen worden und da gibt es so einen fachspezifisch vorgegeben Weg. Das sind so eine Art Nachmeldungen bei der gesetzlichen Rentenversicherung, aber natürlich war das, sagte ich ja eben schon, das war natürlich ein Einschnitt aber erstens ist es lange her, dreißig Jahre und zweitens, ich will es mal so sagen: Heute, früher habe ich mir da schon, weil das ja, klar du darfst natürlich nicht vergessen, da war ich in den zwanziger Lebensjahren zu dem Zeitpunkt, da mache ich mir natürlich schon ein bisschen mehr Gedanken aber mittlerweile, jetzt mal unter uns gesagt, geht mir dass so ein bisschen an der Pupe vorbei ne (mhm). Auch dies ganze Thema, es geht immer weiter und ich kann auch nicht klagen, also ich bin auch nach allem was ich weiß ziemlich gesundheitlich gesund, ich habe jetzt zwar, etwas atypischerweise, seit einigen Wochen einen Schnupfen, der will und will nicht weggehen, also es ist schon ein bisschen besser geworden aber ich werde das noch ein bisschen beobachten und dann werde ich vielleicht mal zum Arzt gehen aber generell geht es mir, habe ich nicht auszustehen und die Wohnung ist mir auch so gut wie sicher, von daher und außerdem ist ja vielleicht auch ganz gut dass man nicht so genau detailmäßig weiß was kommt (mhm). #01:42:44–4# Int.: Du hast vorhin von deinen Freunden gesprochen. Hast du viele soziale Kontakte? #01:42:48–4# IP 1: Ja das ist nämlich die ganze Krux an der Sache, weil (2 Sek.) also die wirklichen Freunde die habe ich jedenfalls nicht hier in Köln. Ich hatte mal, die ist aber auch schon jetzt wieder ein paar Jahre tot, eine längere Beziehung mit einer Frau. Die war aber schon vor sieben, acht Jahren, jedenfalls schon etwas länger verstorben und seit dem in dieser Hinsicht auch ziemlich vereinzelt und nichts Manifestes oder Persistentes und um auf die Freunde zurückzukommen: die kenne ich natürlich alle aus den, fast alle aus den Detmolder Zeiten bis auf, was ich dir eben erzählt hatte mit dem Gifhorner ne (mhm), den kenn ich halt von der Fachhochschule, von der hiesigen, aus Köln also, aus den Kölner Zeiten und ansonsten, aber der wohnt halt in Gifhorn mit seiner Familie und meine wirklich echten Freunde, die ich auch wirklich, sind ja einige wenige, die ich seit vierzig Jahren und länger kenne, die wohnen, zwei davon wohnen in Lippe und einer wohnt im Ruhrgebiet aber wie gesagt, das ist ja nicht unmittelbar vor der Tür, also geographisch. (3 Sek.) Aber die kann man auch so an einer Hand abzählen, das ist auch gut so. Ich bin da nicht so einer der in jedem Kochtopf rumrührt (mhm). Überleg mal wie lange das schon her ist. Guck mal, an den ich jetzt gerade denke der ist, der Rechtsanwalt, wir kennen uns seit über circa 43 Jahren, wir haben gemeinsam Abitur gemacht und bis heute sind wir noch gute Freunde, also auch im Rahmen der Möglichkeiten mit regelmäßigen Kontakten und sei es erst mal nur telefonisch oder SMS (2 Sek.). Aber das ist ja auch gut so, dass das nicht so, also ich, diese Beliebigkeit mag ich auch nicht, entweder, außerdem merkt man ja auch relativ schnell ob das so dann, ja, da trennt sich 1095 1096 1097 1098 1099 1100 1101 1102 1103 1104 1105 1106 1107 1108 1109 1110 1111 1112 1113 1114 1115 1116 1117 1118 1119 1120 1121 1122 1123 1124 1125 1126 1127 1128 1129 1130 1131 1132 1133 1134 1135 1136 1137 1138 290 291 Interview IP 1/ Fall A (Männlich, 58 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) auch so ein bisschen die Spreu vom Weizen ne (mhm) (6 Sek.). Und in Köln, gut zu den Zeiten in denen ich in der SPD war, da war natürlich noch ein bisschen mehr soziale Kontakte aber seitdem ich da ausgetreten bin hat sich das verlaufen und äh nee also wenn ich das wirklich mal so ganz, deswegen habe ich das eben auch ganz spontan so beantwortet, man geht wirklich in dieser Hinsicht soziologisch so ein bisschen in der Anonymität der Großstadt unter, das ist einfach so (mhm). Aber ich bin auch, also ich komm auch, ich will nicht sagen, dass das so toll ist aber das ist (1 Sek.). Ich komm mit der Situation klar und ich bin nun mal seit Jahren Single und das weiß ich auch, habe ich ja eben erzählt. Gut ich habe mal hin und wieder aber das ist ja nun nichts, also seit dem diese NAME damals gestorben ist ist in der Hinsicht nichts Festes, also das geht jetzt natürlich sehr ins Private aber ich wollte damit nur sagen, selbst in meinem Haus, gut das ist ein Mehrfamilienhaus da wohnen acht Mietparteien mit mir insgesamt, also sieben andere, aber ähm, das heißt ja auch nicht wenn man sich, also nur mal ein kleines Beispiel, mit meinen unmittelbaren Nachbarn, das sind auch ruhige Leute und so weiter, wie ich eben in einem anderen Zusammenhang schon erzählt habe aber wir sehen uns auch nur, das ist aber kein böser Wille, das ergibt sich manchmal einfach nicht, wir sehen uns auch nur alle paar Wochen ne (mhm). Das ist irgendwie ein bisschen bizarr, aber das ist nun mal so. Und das muss ja auch nicht sein. (3 Sek.) Jeder hat halt so seinen Lebensturn, seinen Lebensrhythmus ne (mhm) (4 Sek.) Das ist ja, ich habe das jetzt nur mal so konstatiert, das ist ja auch, muss ja jeder selber wissen. Und wenn wir uns sehen dann, wie gesagt die wohnen da erst ein knappes Jahr, man kann auch sagen ein dreiviertel Jahr und wenn wir uns sehen, ich habe von Anfang an klargestellt, dass bestimmte Sachen so sind wie sie sind und es ist ja auch ein etwas anderes kulturelles Umfeld (Kurden Anm. T. S.). Das sind auch ruhige Vertreter, das ist ja auch immer eine wichtige Komponente und wenn wir uns sehen, „Hallo“ und so weiter, also ganz normal, für alle Fälle haben wir auch die Handynummern ausgetauscht wenn mal was sein sollte ne (mhm) genau. Und das hätte ich vielleicht noch zur Abrundung sagen müssen, also ich wohne jetzt nicht privat in dem Sinne sondern es ist eine Genossenschaftswohnung (mhm). Das war ja auch der Grund warum ich das eben, vor einer Stunde oder wann das war mal erzählt habe mit dem Wohnberechtigungsschein. Man bekommt ja ne Genossenschaftswohnung, entschuldige ich muss das noch ein bisschen präzisieren. Man bekommt ja eine Sozialwohnung nur mit einem Wohnberechtigungsschein, ob das heute noch ganz genauso ist weiß ich nicht aber damals war das so in NRW und das handhaben die Bundesländer unterschiedlich aber ich nehme an du wohnst mit deiner Frau beim Privatier ne? (mhm, ja) Und seit ihr trotzdem ganz zufrieden mit der Miete oder wie ist es? #01:48:19–7# Int.: Wir sind zufrieden weil rechtsrheinisch doch sehr viel günstiger ist. Für dieselbe Lage linksrheinisch würden wir wahrscheinlich noch einmal erheblich mehr zahlen. #01:48:26–2# IP 1: Einiges mehr ne? Also ich weiß wie die Mieten sind. Als ich zum Beispiel vor kurzem bei der Veranstaltung von der Linke war, da kam ich auch ins Gespräch mit einem der wohnt in Sülz und da habe ich ihn mal gefragt wie viel er denn da bezahlt und dann 1139 1140 1141 1142 1143 1144 1145 1146 1147 1148 1149 1150 1151 1152 1153 1154 1155 1156 1157 1158 1159 1160 1161 1162 1163 1164 1165 1166 1167 1168 1169 1170 1171 1172 1173 1174 1175 1176 1177 1178 1179 1180 1181 1182 Anhang sagte er „Dreißig Quadratmeter, 430 warm“. Ich meine das geht noch aber selbst das ist schon recht viel ne (mhm). Kalt habe ich gar nicht gefragt aber, das kannst du dir ja mal ausrechnen, das ist ungefähr eine Quadratmetermiete von 15 Euro warm wohlgemerkt ne (mhm), kann man ja ausrechnen. Dreißig, da braucht man ja keinen, ich jedenfalls, keinen Taschenrechner. Wenn dreißig Quadratmeter 450, nee Moment, doch 450. Auf jeden Fall ist das ungefähr 15 Euro warm ne oder 430. Nur mal als Beispiel, ich erzähle das normalerweise gar nicht so weil manche das gar nicht glauben können: Ich habe 49 Quadratmeter und ich zahle, lass mich jetzt nicht lügen, ich zahle knapp 420 Warm, also mit Umlagen wohlgemerkt ne. Kaltmiete ist einiges weniger aber dadurch, dass die halt, man kann so sagen die Nebenkosten sind mittlerweile ungefähr ein Drittel der oder andersherum zwei Drittel ist die Kaltmiete und ein Drittel sind die Nebenkosten (mhm). Aber dadurch dass das ja umgelegt wird, hat man eine faire Chance, gerade bei dem Thema Heizenergie da kann man ja ein bisschen selber dazu beitragen wenn man das nicht so, also ich spar nicht an der Energie aber ich heize auch nicht zum Fenster raus, um es mal so zu sagen ne (mhm). #01:50:08–2# Aber jetzt frage ich auch mal, als comparison, wie groß ist die Wohnung und wieviel zahlt ihr? #01:50:11–9# Int.: Ja also so 75 Quadratmeter und warm um die 800 (das geht aber), das geht, weil wir haben uns Wohnungen auf der anderen Rheinseite angeguckt und hätte für eine ähnliche Wohnung 200 bis 300 Euro mehr bezahlen müssen (bestimmt ja) und wir haben sogar im Winter Domblick (ja schön) jetzt im Sommer ist der Baum im Weg (ja verstehe, lacht) aber im Winter können wir die Spitzen vom Dom sehen. Aber da legen wir nicht so einen Wert drauf, man guckt ja nicht den ganzen Tag aus dem Fenster. #01:50:47–5# IP 1: Wollte ich gerade sagen, da legst du wahrscheinlich nicht so einen starken Wert drauf ne. Das ist übrigens eine interessante Parallele, bei mir auch, ich wohn ja, ich habe es ja glaube ich im anderen Zusammenhang oder habe ich es vielleicht noch nicht erzählt aber ich wohne im Dachgeschoss. Erstens hat das natürlich den Nachteil, zum Beispiel gestern da waren echt um die Mittagszeit 28 Grad da ne (mhm). Das war auch einer der Gründe warum ich dann, ah das ist nun mal so, das weiß, das kann man auch nicht ändern, gut ich kann den Ventilator einsetzen aber ich wollte damit nur sagen, ursprünglich konnte man von meinem Balkon aus oder auch von meinem Wohnzimmerfenster aus, wenn ich da durchgeschaut habe, die Domspitzen sehen aber dadurch dass der gegenüberliegende Nachbar, das ist ein Eigentümer also dem gehört das Haus auch, der hat da noch eine weitere Etage draufgesetzt und seitdem kann man nur noch silhouettenhaft die Domspitzen sehen. Mir ist das auch egal, ich wollte damit nur sagen, ich konnte früher wirklich Teile der Domspitzen sehen, entweder wenn ich auf dem Balkon war oder wenn ich im Wohnzimmer aus dem Fenster geguckt habe. Das ist nur so ein kleiner Nebenaspekt ne (mhm) genau. (2 Sek.) Aber das geht ja noch, 75 Quadratmeter, 830 ne? #01:51:51–0# 1183 1184 1185 1186 1187 1188 1189 1190 1191 1192 1193 1194 1195 1196 1197 1198 1199 1200 1201 1202 1203 1204 1205 1206 1207 1208 1209 1210 1211 1212 1213 1214 1215 1216 1217 1218 1219 1220 1221 1222 1223 1224 1225 292 293 Interview IP 1/ Fall A (Männlich, 58 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) Int.: Ich weiß es nicht genau, weil im Moment arbeite ich ja auf 450-Euro-Basis und meine Frau bezahlt die Miete und die hat auch die Zahlen besser im Kopf. Die ist da (?) also das Geld gehört ja sowieso uns beiden. #01:52:08–4# IP 1: Als Zugewinngemeinschaft ne? #01:52:09–9# Int.: Aber wir sind ja verheiratet. #01:52:10–6# IP 1: Ja aber es gibt a auch Verheiratete die Gütertrennung haben. #01:52:15–0# Int.: Ja aber das ist, ja bei uns ist #01:52:16–8# IP 1: Spielt eher eine Rolle bei Leuten mit hohen Vermögen ne. #01:52:19–4# Int.: Ja aber auch selbst da fände ich es albern. #01:52:22–6# IP 1: Ja gibt es aber (ja aber), für den Fall falls mal die Scheidung kommt, das weiß man nie (ja aber so) ja aber generell können die Leute Gütertrennung vereinbaren (aber ich glaube) und auch getrennte Taschen. #01:52:34–3# Int.: Vielleicht ist das auch kulturell ein bisschen anders, das äh, also Siebenbürger Sachsen sind ja im Grunde genommen Deutsche aber haben schon etwas von diesem Osteuropäischen auch angenommen und in der Türkei ist das auch so, also was mir gehört (da haste recht, da haste recht), was mir gehört, gehört meiner Frau und was ihr gehört, gehört mir (da hast du recht). Außer meine Comicsammlung, die gehört nur mir (Int. lacht alleine über seinen Witz). #01:53:00–9# IP 1: Aber wenn du den Aspekt gerade nochmal angesprochen hast, mich würde mal interessieren, wann ihr aus Rumänien rübergekommen seit. #01:53:10–3# Wir unterhalten uns über die Ausreise meiner Familie in den 70ern, Nicolae Ceaușescu, den Zusammenbruch des Ostblocks, Aussiedler aus Rumänien und der Sowjetunion und deren Leben in den verschiedenen Regimen, Peter Maffay, Klaus Johannis, Braunschweig, Wolfenbüttel, Helmstedt und Schöningen, Deutschtümelei der Siebenbürger Sachsen, Geschichte der Siebenbürger Sachsen, Banater Schwaben und Landler, wie ich meine Frau kennengelernt habe, wie die Familie meiner Frau mit türkischen Wurzeln in Thüringen lebt. #02:09:41–8# Int.: Gibt es noch irgendetwas zum Thema Flaschensammeln, das du gerne erzählen würdest? #02:09:45–5# IP 1: Ja ich wollte dich auch gerade fragen ob du noch was wissen möchtest? #02:09:48–1# 1226 1227 1228 1229 1230 1231 1232 1233 1234 1235 1236 1237 1238 1239 1240 1241 1242 1243 1244 1245 1246 1247 1248 1249 1250 1251 1252 1253 1254 1255 1256 1257 1258 1259 1260 1261 1262 1263 1264 1265 1266 1267 Anhang Int.: Ja das wäre noch meine Frage. Gibt es noch irgendeine Begebenheit oder einen Abschlusssatz? #02:10:01–8# IP 1: Naja es gibt ja immer irgendwas aber ich habe dir ja eben ausführlich von der jüngsten Geschichte von vorgestern erzählt und das war ja jetzt auch erst mal wenn du so willst ein positiver Ausreißer ne (mhm) mhm, genau. #02:10:12–7# Interview IP 2/ Fall B (Männlich, 44 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) #00:00:00–0# IP2: Der ist heute nicht hier, mit dem habe ich immer zusammengearbeitet (ah ok), ich hatte mal nen Job, die ganze Zeit bei der KVB als Sicherungsaufsicht und da hat sich das dann zwangsläufig so ergeben (mhm). Da hat man natürlich noch andere Möglichkeiten, da war die Konkurrenz auch noch nicht gegeben. Heute wird da nur noch geklaut und so was und so macht das keinen Spaß mehr. #00:00:29–7# Int.: mhm, aber du sammelst immer noch! #00:00:32–3# IP2: Ja nebenbei aber nur noch (mhm) (1 Sek.) soweit sich das noch ergibt aber nur noch. #00:00:39–5# Int.: Und wie läuft da so ein Tag generell ab? Also so ein typischer Tag? #00:00:44–8# IP2: Ja ich weiß jetzt nicht wie die anderen das machen. #00:00:50–1# Int.: Ja mich interessiert deine Geschichte #00:00:51–7# IP2: Also ich habe früher immer am Wochenende schon, da haben wir noch am Rhein (1 Sek.) Platte gemacht (mhm), direkt hinten am Katzenbuckel im Rheinpark (ah ok ja) und dann war da Party am Wochenende und dann brauchtest du morgens nur einmal durch den Rheinpark zu laufen mit ein paar Jungs, als Allererster am besten bevor der Abfallwirtschafts, AWB, damals war es noch die Stadtreinigung, gekommen ist (mhm) und vorher waren wir schon da gewesen (1 Sek) joa, dann hast du so ruckzuck, deine 600 bis 1000 Flaschen zusammen gehabt, das ging innerhalb von ich sag mal zwischen 6 Uhr (3 Sek) und ja bis die gekommen sind 9 Uhr (mhm) war ja auch schon hell, und dann hast du das zusammen gehabt (ah ok) pro Person. Wir haben auch hier wenn Kölner Lichter waren und so, dann haben wir hier schon mit dem Besen gestanden und die Flaschen gefegt (ah ok!) wenn die Veranstaltung beendet war dann ging das (mhm), nun ja jetzt ist es ein bisschen (2 Sek.) ist es ein wenig, na sagen wir mal, nicht mehr lohnens. geht auch noch anders (20 Sek. steht auf und holt sich eine leere Pfanddose) das ist natürlich dann die zweite Methode, aufpassen jetzt und der Erste sein (mhm), das geht noch (6 Sek. sortiert die Flaschen in seiner Tüte) und wenn du Deutsch kannst, kann man sich immer besser auseinandersetzen mit den Leuten (mhm), siehste ja viele 1268 1269 1270 1271 1272 1273 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 294 295 Interview IP 2/ Fall B (Männlich, 44 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) die hier nur mit den Körben durch die Gegend fahren, kein Wort können, die werden auch alle drei Monate ausgetauscht (mhm) (7 Sek.) und dann naja (7 Sek.) wird da auch nicht viel sich ändern (mhm) aber (3 Sek.) das sind immer noch viele. (16 Sek.) #00:03:54– 3# Int.: Kannst du dich daran erinnern, als du das erste Mal Flaschen gesammelt hast? #00:03:57–3# IP2: Oh ja, das weiß ich noch #00:04:00–2# Int.: Kannst du mir das erzählen? #00:04:02–3# IP2: Das war, da haben wir am Wochenende (1 Sek.) am Rheinpark mit ein paar Jungs die da auch übernachtet haben ne Party gefeiert (mhm), und da ist am nächsten Morgen so viel übrig gewesen. Und da hatten wir geguckt, und als sie bei uns angefangen haben unseren Platz aufzuräumen und die Flaschen zusammenzusammeln, da ist einer nur durchs Gebüsch gegangen und hat mitgekriegt, dass da nebenan auch noch ne Party war (mhm), ja, und sagte dann „Mensch kommt mal mit, da stehen zwei Kisten“ (mhm) ja dann haben wir natürlich zwei leere Bierkisten komplett, haben wir die auch mitgenommen (mhm). Naja und so hat einer dann gesagt, ja sind wir doch eigentlich doof und dann kam noch Asis, das ist so ein kleiner Pakistani (mhm) oder was heißt kleiner nicht aber wir sagen immer der kleine Paki und der hat da sowieso gecampt und der hat sich die ganze Zeit schon immer davon ernährt (mhm). da waren wir mehrere Leute, joar und zuletzt ist das dann auch so eingerissen, meine Firma war dann auch gerade mal Pleite gegangen (mhm), joar und dann war das natürlich die einfachste und in dem Falle logische, Nebenbeiverdienstmethode die wir hatten in dem Moment, ja. Messeämtchen das hat zugemacht weil im Moment gibt es da auch keine Messenvermittlung mehr in dem Sinne weil das ist alles in der Schwarzarbeit gelandet (mhm) (2 Sek.) Tja also haben wir dann angefangen den ersten Sommer Flaschen zu sammeln noch (mhm). Der Matrose der wüsste da noch mehr drüber weil dann hatten wir hinterher auch Fahrrad und Hänger und so ging das dann immer weiter auch (mhm), nur mit der Europäisierung wenn halt das dann alles herausgekommen ist, trat dann die geballte Konkurrenz auf (mhm) die haben das natürlich auch ruckzuck spitzgekriegt wie das hier funktioniert. Ja und somit, hatten wir dann auch wenig gute Karten, was das Flaschensammeln angeht, ja (6Sek.) viele nehmen auch heutzutage gar kein Glas mehr mit an solchen Tagen, nur noch das Plastik, ich eigentlich auch, aber wenn ich jetzt hergehe und nur die Plastikflaschen wegsammle, dann gucken mich die Leute meistens schräg an und fragen „Was soll das denn?“ (ok) naja ist klar, das Glas ist ja auch das was man den schlechtesten Eindruck hinterlässt (mhm) (5 Sek.) aber wie gesagt, das war so der erste Anlauf (2 Sek.) ja und danach haben wir natürlich geguckt, wo ist wann was los (mhm), joar und dann konnte man das schon, verifizieren (mhm) (3 Sek.) #00:07:37–1# 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 Anhang Int.: Also ihr habt da schon mal geguckt was es so für Veranstaltungen gibt? (richtig) Mhm, gibt es da ein Beispiel oder einer Situation? #00:07:47–9# IP2: Ja einfach am Stadion (mhm), hinten in der Schleife wo die Einsatzwagen angekommen sind, da sind wir dann natürlich direkt rundmaschiert, durch die Bahnen durch weil der KVB der war das ja auch recht, wenn wir das Zeug da rausgeräumt haben, dann haben wir ja auch das ganze Glas mitgenommen (mhm), alles raus und dann kamen da ruckzuck so ein paar Säcke zusammen, das ging dann schnell (4 Sek.) ja, hier Eishockey (mhm), genauso in Deutz. Das sind so Anlässe gewesen, oder am Bootshaus, wenn da Disko gewesen ist, am Deutz-Kalker-Bad, da ging das gut (2 Sek.) aber und ansonsten, hier am Wochenende so wie jetzt beispielsweise (mhm) auch, genug Verkehr aber du siehst ja wie viele hier unterwegs sind (mhm). Das ist natürlich dann (1 Sek.) dann musst du schon, Amokläufer sein um dich hier durchzuboxen (grinst) (7 Sek.) #00:09:23–5# Int.: Du hast gesagt kurz vor diesem ersten Mal, an dem ihr alle sammeln gewesen seid, hattest du noch eine reguläre Arbeit ja? #00:09:33–3# IP2: Ja früher noch (3 Sek.) ja, ich habe auch zwischenzeitlich immer wieder gearbeitet aber das war immer sprungweise denn, wenn ich nicht nen Tanker gehabt habe mit Öl. ja nun wenn der leer war, dann war ich auch (2 Sek.) geschasst (mhm). Und heutzutage krieg ich auch von der Schifffahrt gar nichts mehr, weil der größte Teil der Besatzung auf Koppelverbänden, das sind eben auch keine Deutschen mehr (mhm). A weil es zu wenig Personal gibt. B (1 Sek.) hängt auch damit zusammen (steht auf und spricht Passanten an die sich Gedenksteine für Menschen angucken die an Aids verstorben sind und erklärt ihnen die Bedeutung und Geschichte zu den Gedenksteinen) #00:10:17–2# #00:15:25–4# (einer der Passanten gibt dem IP2 zwanzig Euro und mir zehn Euro und wir verabschieden uns freundlich und ich gebe mein Geld IP2) IP2: (IP2 lacht) Jetzt wirst du hier zwangsläufig mitbereichert #00:15:37–8# Int.: (Int. lacht) Informierst du hier die Leute darüber was die Steine bedeuten? (ja) Ah ok. Und wie kam es dazu, dass du das machst? #00:15:49–1# IP2: Ja weil ich, mit Flaschensammeln hier unten kriegste kein Bein mehr auf den Boden (mhm) so, also musste ich mir was Neues überlegen (mhm). Und dann habe ich ein paar Freunde gehabt, die haben das gemacht (2 Sek.) Die sind allerdings nicht mehr unter den Lebenden (2 Sek.) und die haben mir, und dann habe ich mich ein wenig in die ganze Historie, weil ich auch mal nen Kompagnon hatte (mhm), im Geschäft der ebenfalls mit dem HIV-Virus zu kämpfen hatte, inzwischen auch tot ist, drum bin ich ja auch einer der Gründe warum ich in die Pleite gegangen bin (1 Sek.) waren zwar auch 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 296 297 Interview IP 2/ Fall B (Männlich, 44 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) andere Sachen aber das kam auch dazu, und somit habe ich mich dann über das Ganze schlau gemacht (mhm) und weil ich mich noch als Kind erinnern kann, mit dem Klaus Nomi, weil da habe ich schon immer liebend gern den Spiegel gelesen (mhm). Weiß auch nicht wieso, schon mit zehn oder so, weil der immer zu Hause bei uns zwangsläufig ankam. Naja und so ist es dann dazu gekommen, dass ich mit der Materie dann etwas bewandert war (mhm), naja gut einige Namen. die kennt man dann auch zwangsläufig. so hat sich das Ganze dann ergeben (mhm) (1 Sek.) Joar und wenn man es dann mal genauer weiß und sich in das ganze hineinarbeitet (2 Sek.) dann, kann man sich ja auch als freiwilliger Fremdenführer (2 Sek.) Ja klar, was will man sonst tun? ja? (mhm) (8 Sek.) Und das ist auch eigentlich einträglicher wie das Flaschensammeln hier (ok), dann noch die Arthrose, meine kaputten Knochen (mhm) die spielen da auch nicht mehr so mit (mhm). Ein wenig habe ich auch unter der Feuchtigkeit gelitten (mhm) ja (3 sek.) dann muss man sich, was einfallen lassen (ja). Früher habe ich auch auf der Messe noch gejobbt (ok), Messeauf- und -abbau. alles Mögliche, aber auch trotzdem immer wieder Flaschen gesammelt, wenn nichts mehr war oder nichts mehr lief. Messesaison vorbei, Schifffahrt war auch Saisonverkehr (mhm). Auch vorbei ja, irgendwann, wars Geld verbraucht dann musste man was tun (mhm), damals gings noch mit dem Flaschensammeln aber (1 Sek.) davon gehts heut nicht mehr (ok) wenn man es nicht wie hier bandenmäßig professionell betreibt (mhm). Die haben ja auch ganz andere, früher, wenn du mal Lust hast, es gab mal eine Zeit unter der Zugbrücke, da war da das Rumänenlager, Zigeunerlager. Da wurden dann immer die Flaschensammler oder jetzt ist es so, die werden dann alle drei, vier Monate, wird das Volk ausgetauscht damit die gar nicht erst auf den Gedanken kommen, selbstständig hier Flaschen zu sammeln und und und (mhm), sondern die werden dann regelrecht angeleitet. Die Bosse, die kommen auch gelegentlich bei Veranstaltungen, wenn Kölner Lichter hier waren und und und. jetzt dieses Jahr auch. dann stehen da oben ein paar fette schwarze S-Klassen (mhm), und da wird dann genau kontrolliert wer wie viel Flaschen dann anbringt und macht und tut (ok), also das ist nicht so, dass das ein selbständiges, freiwilliges Hobby von den Leuten wäre (mhm), bei den wenigsten (5 Sek.) Ja, viele lassen auch ihre Kinder schon, ins Gefecht (mhm) oder schicken sie ins Gefecht, die gehen ja nicht zur Schule dann (2 Sek.) ?? ist dann ja auch noch der eine oder andere bei. Ja dann macht das dann auch nicht so. Das ist auch nicht sehr motivierend (ja), ?? (mhm) ja #00:20:42–8# Int.: Aber trotz allem sammelst du ja immer noch zusätzlich Flaschen oder? #00:20:48–0# IP2: Joar (3 Sek.) lassen kann ich es nicht (mhm) das ist ja auch schon wie so ein. na (1 Sek.) ja (2 Sek.) manchmal gut könnte ich zwar sagen ich muss es jetzt nicht aber wenn es hart auf hart kommt, naja irgendwie muss man da ja auch mitdenken ne, ja besser du hast zu Hause noch zwei Sack Leergut stehen (mhm). Jetzt habe ich auch gerade mal Pech (6 Sek.) heute Abend bin ich leider, betrogen worden auf etwas unrühmliche Art (ach du Schande, ok?) ja, da biste schon froh wenn du dann noch was hast (mhm). Dann, ja, wie gesagt, ja #00:21:47–8# 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 Anhang Int.: Aber würdest du sagen es gibt außer dem Geld, also außer dem finanziellen Ansporn auch noch Gründe Flaschen zu sammeln? #00:21:55–1# IP2: Also (4 Sek.) bei mir ist es einfach nur so nebenbei (mhm), weil ich mich auch darüber amüsiere dass, naja dass das Geld quasi weggeworfen wird (mhm), und dann hier anderweitig existieren Nationen von unseren Flaschen ich meine das ist ja auch ein bisschen eigenartig (mhm) (4 Sek.) deswegen (4 Sek.) aber sonst. nein (5 Sek.) es ist hauptsächlich in allererster Linie mal der finanzielle Ansporn gewesen (mhm), eben mal noch was dazu zu haben wie gesagt (mhm). Sieht man die Sache anders (6 Sek.) aber jetzt (23 Sek.) #00:23:25–1# Int.: Du warst ja Steuermann und hast noch ganz verschieden andere Arbeiten gehabt. Würdest du das Flaschensammeln auch als Arbeit bezeichnen? Ist es vergleichbar mit einer regulären Arbeit? #00:23:41–6# IP2: (2 Sek.) Es kommt darauf an. Also jetzt nicht mehr (mhm), jetzt kann man es nicht mehr vergleichen, also für mich nicht mehr (mhm) #00:23:54–3# Int.: Aber früher schon? Kannst du mir da vielleicht eine Situation erzählen in der du dachtest, so das ist jetzt aber Arbeit? #00:24:05–0# IP2: joa da wurde es schon anstrengend bei den Kölner Lichtern vor zwei Jahren (mhm) (2 Sek.) da musste man dann schon überlegen, da musste man auch planen (mhm), da waren wir gleich zu dritt. (ok) und dann musste das schon genau ausgetimed werden wie das das zu laufen hat. (mhm) Sackweise, da musste man auch schon darauf aufpassen denn es wurde ja auch stark geklaut (mhm) denn wenn andere Herren irgendwo deine Säcke gesehen haben, die schon fertig gepackt waren und sortiert waren (2 Sek.) Ruckzuck waren die verschwunden, also einer musste mindestens schon mal aufpassen (mhm) (1 Sek.) ja (2 Sek.) und die nächsten (9 Sek., IP2 beobachtet Passanten die sich die Gedenksteine angucken) Nee da brauchste schon reichlich Sympathie für, da zu erkennen wer kommt in Frage und wer nicht, als Kunde hier (mhm). Das sind dann so welche die brauchste nicht unbedingt fragen (ah ok), da musste. So wie der gerade mit den Hunden oder aber ne Rechtsanwaltskammer hatte ich auch schon hier (mhm), an den Steinen, da hat der Kursleiter nen Fünfer gegeben und die Jungs die dabei waren, das waren ja alles Anwälte die sich irgendwie für einen Fachbereich spezialisiert haben, da wollte einer den anderen übertrumpfen (mhm). und die letzten zwei die haben dann jeweils 50-Euro-Scheine (ach du, ok), zwei Mal, und naja alles in allem hatte ich dann mehr als du den Monat vom Arbeitsamt bekommst (2 Sek.) waren über 12 oder 13 Kursteilnehmer, plus den Chef (2 Sek.) das hat gewirkt (mhm) (15 Sek.) #00:26:36–7# Int.: Ist dir beim Flaschensammeln einmal etwas Interessantes passiert? #00:26:42–2# IP2: Was verstehst du unter Interessantes? #00:26:44–1# 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 298 299 Interview IP 2/ Fall B (Männlich, 44 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) Int.: Irgendeine Situation oder ein Ereignis das dir im Gedächtnis geblieben ist. #00:26:49–1# IP2: (20 Sek.) Da sind viele Sachen (6 Sek.) Neulich hab ich. noch gar nicht lange her. leider geklaut worden (mhm) (3 Sek.) hab ich, die diversesten Dinge findest du beim Flaschensammeln (mhm) (1 Sek.) Original Leatherman neulich (2 Sek.) Leitz-Leica- Kamera (mhm), doch es gibt schon Sachen (steht auf und spricht Passanten auf die Gedenksteine an und bekommt Geldscheine) #00:27:44–1# #00:30:13–5# Naja, siehste (interessant), das ist doch schon besser wie Flaschensammeln (mhm) (Spricht wieder Passanten an, 51 Sek.) Ich komme gar nicht zum Biertrinken (Int. lacht) (16 Sek.) #00:31:36–0# Int.: Du hast vorhin erzählt, das es wichtig ist die Menschen schon im Voraus richtig einzuschätzen ob es sich lohnt, bevor du ihnen von den Steinen erzählst (Ja, ja ja ja). Ist das beim Nach-Flaschen-fragen ähnlich? #00:31:52–5# IP2: Äh unterschiedlich, einfacher, sagen wirs so, es ist einfacher (mhm). Mit Flaschen ist es wesentlich einfacher (ok), da brauchst du nur die richtige Gelegenheit zu haben wie hier an so einem sonnigen Tag, der erste schöne Tag im Jahr (mhm) (2 Sek.) da rennste offene Türen ein (mhm) (4 Sek.) zumindest was Flaschen angeht denn die meisten Leute die wollen dann hier ihr Eis haben, ihre Cola trinken je nach dem, und auf die 25 Cent. oder 8 Cent, die bleiben ja sowieso liegen (mhm), kannst ja heute Abend losgehen hier ne Runde sammeln, dann wirste schon sehen wie viele Flaschen du dann zu schleppen hast (mhm) aber ich mein gut mit dem Mckenzie (IP2 zeigt auf mein Mckenzie Mountainbike) (Ja mit dem kann man nichts) (IP2 lacht), ja wir haben es wie gesagt auch nur mit Hänger gemacht, mit Anhänger. So wie der hier gerade mit seinem Schrott (zeigt auf Mann mit Altmetall im Anhänger). So haben wir damals auch einen Hänger gehabt, allerdings hatten wir einen. da konnte man die Maurerbütten reinsetzten, so hatten wir den Rahmen umgebaut und dann konnten wir die immer schnell wechseln weiste (mhm), pro Bütt waren 160 Flaschen. und dann wusste man immer, also bei 0,5ern, sind 240 bei 0,33ern (mhm). oder 220 so, ich weiß nicht mehr genau (1  Sek.) und dann brauchten wir nur noch immer schnell die Bütt zu wechseln (Ah ok) am Zeltplatz oder auf der Platte (mhm). da ging das noch sehr bequem. Aber um dir das, man hat seine Route gehabt, da biste langgefahren, das war mehr körperliche Ertüchtigung durch die viele Radfahrerei die man hatte (mhm). bis (2 Sek.) ganze Bergisch Gladbacher Straße, Holweide noch und und und (mhm), also, Köln hat man dadurch auch kennengelernt, das war der Vorteil an der Sache, die ganze Aachener Straße rauf bis Junkersdorf, auch noch weiter bis Frechen hin (2 Sek.) ja das hat noch (2 Sek.) hat noch (4 Sek.) Ortskenntnis eingebracht auch (mhm) (32 Sek.) Aber das war jetzt wieder interessant, das war ein Belgier (ah ok), der war ein Uniprofessor (ah ok) 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 Anhang und das sind immer Kunden wo ich weiß das klappt dann auch (mhm). so geht das (6 Sek.) aber auf jeden Fall mit der Flaschensammelei (2 Sek.) das ist nicht so, das ist auch ein harter Konkurrenzkampf geworden (mhm), wenn du da beobachtest wie die vorgehen. die prügeln sich ja fast schon für ein paar Flaschen. #00:35:40–9# Int.: Ok, hattest du da mal eine Situation in der du auch selbst in Gefahr geraten bist? (ja, ja) Kannst du mir vielleicht davon erzählen? #00:35:50–3# IP2: Ja konkret genau. ist alles schwierig das jetzt noch im Nachhinein. zu rekapitulieren (mhm) (16 Sek.) Das ist an einem Tag wie heute gewesen (mhm) (3 Sek.) und da war es schon dunkel geworden und da war noch eine Party gewesen oder irgendwas, ich weiß gar nicht welcher Anlass das war, und da hatte ich mit welchen schon gesprochen, ich war dort eingeladen gewesen (1 Sek.) ja und, dann kamen hinterher, als das Ganze beendet war kamen die ganzen Sammler (mhm) (2 Sek.) und ich hatte mir aber schon die Kisten zusammengestellt (2 Sek.) dann gings los. dann kam der ganze Terror (mhm) (2 Sek.) die hatten auch schon gut getankt das konnte man wissen (mhm). joar, und die wollten dann lautstark die Kisten haben (mhm) (2 Sek.) das war dann schlecht für einen (ja), ja (2 Sek.) Moment (IP2 geht zu zwei jungen Frauen von der eine gerade ihre Colaflasche ausgetrunken hat, 45 Sek.) #00:38:05–0# Int.: Die wollte die Flasche jetzt nicht weggeben oder wie? #00:38:07–0# IP2: Das habe ich aber schon gemerkt, das ist selber ne Rumänin (Ah ok) und da brauchst du nicht zu fragen (ok). Ja wenn die sich schon so was geleistet haben, die wissen was das ganze Wert ist (mhm) (2 Sek.) da hast du schlechte Karten (7 Sek.) weil wenn die schon 25 Cent Pfand bezahlen dann wollen die die auch wiederhaben (mhm), die haben da eine andere Einstellung (mhm). Das ist, ich muss sagen von der Mentalität her anders (mhm) (Wir beobachten wie die junge Frau einem von den rumänischen Flaschensammlern ihre Flasche gibt, 12 Sek.) Siehst ihren Landsleuten geben sie sie, haste gesehen? (1 Sek.) (ah, ok). so läuft das (mhm) das (3 Sek.) das ist genau (IP2 hustet) (8 Sek.) deswegen, das macht auch keinen Spaß und dann hast du keine Lust mehr dich damit auseinanderzusetzen. #00:39:21–3# Int.: Was das früher anders? #00:39:22–7# IP2: ja. ja. ganz anders (ok) (3 Sek.) ja das war anders. #00:39:31–2# Int.: Gab es auch mal Tage an denen ihr richtig Spaß hattet beim Losziehen und Sammeln? #00:39:36–1# IP2: Naja (2 Sek.) nicht so aber (2 Sek.) meistens erst beim Zurückkommen (mhm), wenn man das Leergut abgegeben hat und bereits wieder volles hatten, wir haben eigentlich jeden Tag dann Party gefeiert (mhm). Das ist klar, das ist was anderes (13 Sek.) #00:40:13–1# 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 300 301 Interview IP 2/ Fall B (Männlich, 44 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) Int.: Wenn du dir selbst eine Berufsbezeichnung geben müsstest wäre das dann noch Steuermann? #00:40:19–8# IP2: (2 Sek.) Wenn ich mich bewerbe dann tue ich das als Steuermann und Schiffsmaschinist, ja, klar (mhm) (2 Sek.) Das mache ich eigentlich auch nur dann wenn ich sowieso weiß dass ich nichts kriege (mhm) weil im Moment der Fall so ist (2 Sek.) muss ich mich mit dem arrangieren was ich mache aber du siehst ja selbst, mit dem Flaschensammeln habe ich es nicht so (mhm) (2 Sek.) das macht nicht mehr das. Vor allem es gibt nicht mehr die Finanzen (mhm) die es früher gegeben hat, da konnte man noch sagen kommt wir gehen heute Abend mal einen trinken oder wie machen mal was (mhm), da hatte man andere Möglichkeiten (mhm), heute da kannst du das vergessen (12 Sek.) #00:41:25–3# Int.: (mit Blick auf ein Paar mit Kindern) Hier der Mann hat gerade gesagt, er wisse gar nicht mehr wofür die Steine stehen, ach jetzt sind sie schon weiter (1 Sek.) (hm?), der Mann hatte gerade zu der Frau gesagt, er wisse gar nicht mehr wofür die Steine stehen aber jetzt sind sie schon weiter gegangen. #00:41:41–4# IP2: Naja, das ist Family da ist doch nicht viel. Das ist glaube ich auch nichts Deutsches gewesen. (Die haben aber deutsch gesprochen) ja, aber das sind Familien, ist nicht das was ich als Kampfpotenzial bezeichnen würde (ok) (4 Sek.) Das was von Interesse war, das habe ich mir schon ausgesucht (mhm). das ging ja auch relativ gut (25 Sek.) #00:42:41–9# Int.: Bewirbst du dich immer noch um Jobs? #00:42:44–1# IP2: Gelegentlich (mhm), manchmal habe ich auch noch was aber (mhm) ich war jetzt lange, lange, lange krank (mhm) mit der kaputten Hand und und und (mhm), und mit der Zeit kommst du auch raus (mhm). naja (29 Sek.) Ich war zuletzt bis 2012 bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (mhm) in Nürnberg beim Wasser- und Schifffahrtsamt aber da habe ich mich nicht wohlgefühlt. (ok), weil, zwei Wohnsitze, dann immer wieder nach Köln, den schweren Arbeitsunfall und solche Sachen (mhm), sechs Monate krank gewesen. ja. Das war da, sone Sache (32 Sek.) #00:44:38–3# Int.: Hast du noch Bier oder? #00:44:40–7# IP2: Ja, ja hier (19 Sek.) wenn ich mich hier unten mit den Steinen beschäftige, dann sehe ich auch immer zu dass ich so weit nüchtern bin (mhm), dass ich nicht gerade direkt auffalle (mhm), dass das alles nich schlüssig ist und zusammen passt (mhm). Sonst, weil, viele versuchen es auch im total besoffenen Kopf (mhm) „Ey das sind die Steine die an Aids gestorben sind!“ (beide lachen) Das waren so die besten Sprüche (beide lachen) und die Jungs (IP2 lacht). Ein Türke der bei Ford in der Produktion bei Ford mal war, der kam dann an (IP2 lacht) und wollte sich auch hier mit Steinen versuchen (mhm) und ist erst mal mit dem Besen drüber gegangen und hat hier alles frei 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 Anhang gekehrt und gemacht und getan aber das Deutsch war so miserabel (1 Sek.) da konnte man nichts verkaufen, dann hat er es bei seinen Landleuten versucht aber die haben ihm alle keinen Cent gegeben für die Information, die wollten es nämlich gar nicht wissen (mhm), naja (15 Sek.) (IP2 grüßt einen Mann der an uns vorbei geht und einen Menschen mit geistiger Behinderung an der Hand zur öffentlichen Toilette begleitet) ja, der nächste Rumäne (9 Sek.) der versucht immer seine Söhne vorzuführen oder was das sein soll (mhm), frag mich nicht wo er die immer herkriegt (mhm) der hat auch jedes Mal einen anderen (ah ok), das ist halt alles mafiamäßig organisiert und ( 2 Sek.) da (1 Sek.) hats du dann auch irgendwann nicht mehr so (??) (16 Sek.) #00:47:17–3# Int.: Du hast erzählt, dass du immer mit einem Kumpel gesammelt hast der heute nicht hier ist. (ja) Seid ihr öfter hier anzutreffen und meinst du der würde mir auch etwas erzählen können? #00:47:31–7# IP2: Der wird dir nicht viel mehr erzählen können als ich aber #00:47:35–0# Int.: Ja ich verstehe schon, der ist ja mit dir unterwegs gewesen aber vielleicht kommt da ja auch noch eine andere Geschichte zum Vorschein. #00:47:44–0# IP2: Ja wir haben sogar zusammen gehaust oder gewohnt oder wie auch immer (mhm) mal so mal so, je nachdem wie es gelaufen ist (mhm). Aber der muss jetzt seine (2 Sek.) der ist dazu entschlossen seinen Sohn (1 Sek.) der ist behindert und seine Mutter ist pflegebedürftig, der ist auch mit mir auf dem Schiff gewesen als Matrose und den habe ich noch ausgebildet (ah ok) (1 Sek.) ja (2 Sek.) darum wie gesagt ja schade heute ist er nicht hier (mhm), ich hatte heute zwar mit ihm gerechnet, gestern war er auch hier aber da hat er einen Anruf gekriegt, irgendwas war mit seiner Mutter (mhm) und ich denke mal da ist er direkt los und. ich habe auch noch nichts von ihm gehört weil mein Handy ist auch geklaut worden (ach du, ok). Ja nun das passiert weißt du, ich hatte den Schlüssel abgebrochen vom Keller unten und (1 Sek.) ja und dann kam ich nicht in die Wohnung und naja ohne Schlafsack ohne alles (mhm) auf der Platte, ich mein ich habe mir das zwar immer zugetraut und gemacht. aber es kann auch schiefgehen (mhm) (10 Sek.) #00:49:15–4# Int.: Bekommst du Hartz 4 oder #00:49:18–1# IP2: Ja aber mit Abzügen (Ah ok), wegen Einkommen, mal so mal so und, dadurch ist das nicht gerade das was man als laufenden oder festen Posten bezeichnen könnte, sagen wir es mal so (mhm). Ist zwar immer eine Grundsicherung aber wirklich ne Grundsicherung (mhm). Denn wenn ich eine Wohnung habe dann, oder ein Appartement sagen wir es mal so dann, Strom und und und also die ganzen Kosten, da heißt es ja sowieso, das kostet doch kalt nur 170 oder 180 Euro (mhm), ja nur die ganzen Nebenkosten die dann anfallen ne, der ganze Scheiß, das musst du alles abrechnen und und und (mhm) das ist auch zu stressig dann auf Dauer (mhm) (4 Sek.) Dann sowieso 25% Minderung wegen früherer Einkünfte schon (ok), das wird einem dann ja auch 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 302 303 Interview IP 2/ Fall B (Männlich, 44 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) wieder abgezogen (4 Sek.) irgendwann gibst du dann auch die Lauferei und den ganzen Ärger auf (mhm) (2 Sek.) hast du nicht so viel von (mhm), das ist der Nachteil an der Sache. Jetzt habe ich den Ärger mit dem abgebrochenen Schloss (mhm), dass ich nicht reingekommen bin. Irgendein Spaßvogel der hier in meinem Haus, das geht hier unten alles, Tippelbruder ein und aus mal so mal so (mhm) und dann hat mal einer was dagegen wenn einer (??) macht, und dann hat man mich vermisst gemeldet (mhm), da war ich in der Vermisstenkartei (ok) daraufhin ist die Polizei, ist die Feuerwehreinsatz dann gewesen (mhm) (2 Sek.) den Ärger habe ich im Nachhinein, auch schlecht (mhm). Naja was will man machen (32 Sek.) #00:52:03–7# Int.: Wenn du heute Flaschen sammelst, wie läuft dann so ein Tag ab? Gestern zum Beispiel? #00:52:10–4# IP2: Gestern habe ich gar nichts getan (mhm). da habe ich einfach nur gesessen, auf dem Rückweg, an den Haltestellen (2 Sek.) habe ich eben halt nur kurz das was da war, unterwegs, auf dem Weg zurück zum Kaufland, weil ich noch was einkaufen wollte, weil ich da auch unterwegs war, das habe ich halt dann mitgenommen (mhm), das konnte ich auch direkt wieder abgeben. Heute kann ich nichts abgeben also landet das ganze (1 Sek.) Chose erst einmal im Keller (mhm). Aber sonst kann ich ja immer alles direkt abgeben beim Flaschensammeln, da bin ich ja auch unabhängig dann, wie ich es mache und wann ich es mache (mhm) (2 Sek.) Gut da ist man einfach ein freierer (1 Sek.) von der Einteilung her, von der Zeiteinteilung, von der, wie man sich belastet, das kannst du dir ja selbst überlegen (mhm), das ist der Vorteil (mhm) (5 Sek.) Aber man muss auch sehen wie das Ganze abläuft, das ist also, ein hartes Brot ist das. (33 sek.) #00:54:08–1# Int.: Wie war die Zeit nach deinem Jobverlust und bevor ihr auf die Idee gekommen seid Flaschen zu sammeln? #00:54:15–8# IP2: Da habe ich auf der Messe gejobbt (ah ok) (3 Sek.) #00:54:21–8# Int.: Gab es auch eine Zeit in der du gar nichts gemacht hast? #00:54:27–1# IP2: (IP2 schüttelt den Kopf) (4 Sek.) In Hamburg haben wir im Hafen gearbeitet, wenn es da was gab. Da habe ich im Seemannsheim direkt in der Marienstraße gewohnt (mhm) bei der Marienkriche da hinten, auf St. Pauli (2 Sek.) wenn es da was gegeben hat dann hat sich das ruck zuck unter den Leuten schon rumgesprochen (mhm) aber das war auch in der der Zeit der Wende 89, 90 (mhm) und, da war das auch nicht so einfach schon (mhm) weil da wurde damals ja auch die Ostflotte, die Hochseeflotte komplett platt gemacht (mhm) die Leute kamen alle nach Westdeutschland, haben alle kurze Verträge gehabt (mhm) ja und da war die Konkurrenz auch schon enorm (ok) aber da hat man noch andere zusammengehalten (2 Sek.) man kannte sich ja untereinander und wenn der eine was hat und sagte „Mensch komm mal mit“ dann war das auch schon was anderes (3 Sek.) das ging immer ganz anders vonstatten aber heutzu- 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 393 394 395 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420 421 422 423 424 425 426 Anhang tage geht das nicht (mhm) (2 Sek.) Siehst du ja hier schustern sie sich ja schon gegenseitig wieder die Flaschen zu (mhm) gibts nur unter den Landsleuten bei den Rumänen und so (mhm) (3 Sek.) Da ist wenig, wenig (2 Sek.) also vom europäischen Gedanken brauchst du dich nicht. Den kannst du vergessen, weil der ist in dieser Branche nicht vertreten (ok). im Gegenteil (IP2 grinst) ja, das ist leider so. #00:56:16–0# Int.: Und unter den Deutschen wie ist das? #00:56:18–2# IP2: Anders, auch wieder #00:56:19–8# Int.: Ok, hast du da vielleicht eine Geschichte die du erzählen könntest? #00:56:23–5# IP2: Och ich habe dazu jetzt weniger zu sagen, aktuell also. Wie gesagt mit dem Matrosen (Bezeichnung für seinen Freund, Anm. T.S.) zusammen gearbeitet, mit Asif noch (mhm). Der ja auch mehr oder weniger Deutscher war als hier grad, weiß nicht ob Asylant oder Flüchtling oder, hier ist ja auch die halbe Welt gekommen. Und oder Pierre hier, die Jungs die hier unten am Pegel sind. die sich dann noch gegenseitig was verraten aber was das Flaschensammeln angeht, das hat immer jeder für sich selbst gemacht irgendwie (mhm) (3 Sek.) Das hat das ganze ja auch. initiiert oder einen dazu getrieben weil das war cash und netto (mhm) und das gab es schnell (mhm), das macht natürlich was aus (4 Sek.) #00:57:22–6# Int.: Und doch hast du ja mehr oder weniger mit einem Kollegen gearbeitet. #00:57:24–2# IP2: Ja zwangsläufig doch (5 Sek.) #00:57:30–7# Int.: Gab es da auch mal Streit wegen den Flaschen? #00:57:33–6# IP2: Höchstens mit anderen, wir brauchten uns ja nicht zu streiten, wir haben ja alles zusammen abgefahren (mhm), oder zusammen gesammelt. Einer da rum, einer da rum und dann wieder da und da, dann und dann treffen. Dann war das natürlich ein bisschen, ein bisschen einfacher statt allein. #00:57:58–4# Int.: War er auch dabei als ihr das erste Mal in der Gruppe gesammelt habt oder war er da noch nicht dabei? #00:58:03–8# IP2: Der kam später noch dazu. #00:58:04–9# Int.: Aha ok und wie ist es dazu noch gekommen wenn er doch die Ausbildung bei dir gemacht hat? #00:58:10–1# IP2: Ja das kam später (mhm), das war später dann, wir haben uns später wiedergetroffen (ah ok. Hier in Köln?) mhm, ja (3 Sek.) aber da war ich schon auf dem Schiff gewesen (mhm) und ich war auch schon, ich glaube ich war auch schon Bootsmann (mhm) und naja und da war er auch gerade, wir haben, waren früher auch, als ich noch ne 427 428 429 430 431 432 433 434 435 436 437 438 439 440 441 442 443 444 445 446 447 448 449 450 451 452 453 454 455 456 457 458 459 460 461 462 463 464 465 466 467 468 469 470 304 305 Interview IP 2/ Fall B (Männlich, 44 Jahre alt, Arbeitslosengeld-II-Empfänger) Firma hier in Köln, das alles noch ein bisschen besser lief (mhm) hatte ich ein Haus oder eine Haushälfte in Holweide (mhm), hab da mit meiner Freundin gewohnt (mhm). Als das mit der Firma nicht mehr funktioniert hat, habe ich ihr alles überschrieben (mhm) (2 Sek.) die hat ihr Abi gemacht, fertig, das war eine Kurdin (mhm) (2 Sek.) auf dem zweiten Bildungsweg (mhm), Privatschule besucht. Als Biologisch-Technische-Assistentin (mhm) und ist jetzt in München am Max-Planck-Institut (ah ok). Tja (2 Sek.) weil sie wusste dass ich sowieso nicht mitkommen würde und und und, hat sie sich dann vorzugshalber von mir getrennt (mhm) (2 Sek.) dann kam noch der Suff dazu (mhm). Weil wenn du nichts zu tun hast, die Firma kaputt ist und du dich immer mit Kleinigkeiten über Wasser hältst und hier mal ein bisschen was verdienst und da noch was, das bringt es ja nicht und das hat sie dann auch frustriert (mhm) (2 Sek.) Ja zwei Hunde gehabt noch (1 Sek.) einen geerbt von einem Kumpel (mhm) (2 Sek.) der gestorben ist. Ja und das betrifft einen dann natürlich auch (mhm). Das sind so Sachen die man mit nach Hause trägt (mhm) ja (7 Sek.) naja (7 Sek.) #01:00:26–0# Int.: Und hast du deinen Kumpel dann zum Flaschensammeln gebracht? #01:00:28–4# IP2: Ja #01:00:29–3# Int.: Ok, kannst du dich noch an den Tag erinnern? #01:00:33–9# IP2: Nee (nee?) nee, das weiß ich nicht mehr das ist zu lange her (mhm), das ist Ende der 90er Jahre gewesen, das ist zwanzig Jahre her bald, (ok) (5 Sek.) #01:00:53–6# Int.: Davor hast du immer alleine gesammelt? #01:00:54–5# IP2: Auch aber nicht immer. Ich sag ja (ok), ich bin, 44, also das ist glaube ich auch ein kleiner Altersunterschied dann (3 Sek.) der ist noch älter (ah ok) und (1 Sek.) ja, da weißt du das nicht mehr. Zumal du das ja immer nur sporadisch gemacht hast (mhm) wenn du nichts zu tun hattest um dich damit mal wieder über Wasser zu halten (mhm). Ansonsten haben wir ja auch immer gesehen, dass wir was zu tun hatten (mhm). Ja, dann hat man sich immer wieder aus den Augen verloren (1 Sek.) dann mal wieder gefunden (2 Sek.) aber groß sammeln (4 Sek.) früher noch mit dem Fahrrad und das ist eigentlich, das machen wir nicht mehr weil es bringt nichts mehr. Du siehst hier wie es läuft und (2 Sek.) danach. frustrierts einen dann immer (mhm) (6 Sek.) #01:02:08–7# Int.: Ist das anders wenn man jetzt zum Beispiel, ah ok (IP2 steht auf um sich zwei leere Bierdosen zu holen, 28 Sek.) (Ich wollte nur schnell) Ja das verstehe ich. Du sagst ja die momentane Situation frustriert einen und dass es früher besser war. Kannst du dich erinnern, dass es mal einen Tag gab an dem ihr richtig viel eingenommen habt? #01:02:56–9# IP2: Ja habe ich dir doch erzählt. Wenn hier Kölner Lichter waren (mhm), Fußballspiel, Heimspiel, die ganzen Bahnen (mhm), ja ruckzuck hast du 6–700 Flaschen zusammengehabt (mhm), das ging schnell. 300 im Schnitt, das ging ohne Probleme, oder auch 471 472 473 474 475 476 477 478 479 480 481 482 483 484 485 486 487 488 489 490 491 492 493 494 495 496 497 498 499 500 501 502 503 504 505 506 507 508 509 510 511 512 513 514 Anhang mal ganze Kisten dann oder halbvolle die in der Bahn stehen bleiben (mhm) (3 Sek.) Ja da kommt dann was zusammen (2 Sek.) Da lohnt das auch (mhm) (33 Sek.) #01:04:07–2# Int.: Wenn man sich einmal deine Beschäftigungen anguckt, wie zum Beispiel das Erklären der Gedenksteine. Ist dann das Flaschensammeln das unangenehmste oder das was am wenigsten ertragreich ist? #01:04:24–7# IP2: Ja kommt darauf an, mit Schrott kann man noch ein bisschen Brot machen und, aber (2 Sek.) (Zeigt auf Mann mit einem Fahrradanhänger voll Altmetall) du siehst es ja hier der NAME der ist auch mit dem (mhm), Dachdeckern schon abgesprochen und, fährt das Zeug dann ab (2 Sek.) aber dann muss man auch wissen wie, wann und wo, sonst wirds auch nichts (mhm) (6 Sek.) Flaschensammeln kann man immer (mhm). Wenns nichts Besseres mehr gibt (mhm). Solange ich hier noch die Steine habe und die Flaschen nebenbei kommen (4 Sek.) soll mir das recht sein (3 Sek.) und das Glas mit der Schlepperei, wie jetzt zum Beispiel an einem Sonntag, da hast du dann auch keinen Bock mehr drauf (mhm), zumal wenn die Knochen auch nicht mehr so gut sind hier wie sie soll (ja) (2 Sek.) dann ist es nicht so gut (25 Sek.) #01:06:02–3# Int.: Ja dann bedanke ich mich schön #01:06:06–8# 515 516 517 518 519 520 521 522 523 524 525 526 527 528 529 530 531 532 533 306 307 Interview IP 3/ Fall C (Männlich, ? Jahre alt, Rentner) Interview IP 3/ Fall C (Männlich, ? Jahre alt, Rentner) Int.: Hallo NAME erzähle doch bitte einleitend etwas über dich. Zum Beispiel wo du schon alles gearbeitet hast und was du jetzt machst. #00:00:21–5# IP3: Also ich bin hier (1 Sek.) war auf Montage (2 Sek.) das musste ich leider aufgeben aus gesundheitlichen Gründen (1 Sek.) und dann war ich arbeitslos am Anfang. und dann bin ich dann in Hartz 4 abgerutscht (2 Sek.) joar und dann natürlich hier, war das ein ziemlicher Abstieg für mich (mhm). weil ich auch nicht schlecht verdient habe (2 Sek.) joar und dann habe ich um das so ein bisschen auszubessern. habe ich dann Flaschen gesammelt, Wochenende hauptsächlich (3 Sek.) damit ich so ein bisschen, was übrig habe noch (mhm), ein bisschen was mehr zum Leben haben (2 Sek.) joar, jetzt im Moment bin ich auf Rente gekommen. trag aber noch nebenbei Zeitungen aus (1 Sek.) weil die Rente reicht mit Sicherheit nicht, mit ein bisschen über 500 Euro Rente (mhm), das reicht ja nun gar nicht, und deswegen trag ich noch Zeitungen aus (3 Sek.) joar, so schlag ich mich durch (5 Sek.) #00:01:32–5# Int.: Du trägst also Zeitungen aus um dir etwas dazu zu verdienen, (joar). Eine gewisse Zeit lang hast du aber auch Flaschen gesammelt. Kannst du mir davon erzählen? Was verbindest du damit? #00:01:43–9# IP3: (3 Sek.) Da verbinde ich mit, hier, dass die Leute viel wegschmeißen (mhm) und hier (1 Sek.) dass das so, eine kleine Aufbesserung ist (mhm) damals habe ich das ja aktiv gemacht (mhm). Heut lasse ich eine Pfandflasche ja auch nicht liegen (mhm), aber, ich mache das aktiv nicht mehr (ja). Da habe ich so im Schnitt so, 25, 30 Euro am Wochenende gehabt immer (mhm). Joa, da bin ich fast die ganze Woche mit ausgekommen (mhm) (1 Sek.) joa jetzt mache ich das nicht mehr aktiv, aber liegen lassen ist da auch nicht (mhm) (1 Sek.) aber dafür sind auch heute zu viele unterwegs, (ok), da sind ja etliche die laufen nur, gucken, gucken zack, haben die mitunter noch gar nicht ganz ausgetrunken, ich habe das damals beobachtet wo ich ?-Zeitung gemacht habe noch. Da musste ich ja immer durch die Stadt (mhm) und. waren etliche dabei die, sind dann die ganzen Mülleimer durchgewühlt und so (mhm), also das habe ich in dem Sinne nie gemacht, also Mülleimer durchgewühlt (mhm), aber das machen die ja heute (mhm) (1 Sek.) also ich kenne auch etliche davon, (mhm) joar kann man an und für sich fast von leben (ja) (4 Sek.) und direkt verbinden tut man das, dass die Leute einfach zu wenig Geld haben (mhm), zu wenig, Unterstützung oder sonst was, oder zu faul sind zum Arbeiten (hm), gibts ja auch genug (3 Sek.) das ist an und für sich das was man damit verbindet (mhm) (4 Sek.) #00:03:32–8# Int.: Wann hast du mit dem Flaschensammeln angefangen? #00:03:35–4# IP3: (3 Sek.) Puh das muss hier, acht Jahre wohne ich hier, zehn, so vor zehn Jahren mal (mhm) (2 Sek.) damals hat es sich ja noch gelohnt (mhm) heute lohnt es sich ja kaum noch (mhm) (4 Sek.) Das war die Zeit wo ich gerade auf Hartz 4 gekommen bin (ah, ok) ja, habe ich damals angefangen. Da ich ja nachts sowieso wie nennt man Frühauf- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36' 37 38 39 40 41 42 43 44 Anhang steher war und so (mhm) bin dann ganz früh los (2 Sek.) und dann. Meistens sieben halb acht war ich meistens dann wieder zu Hause (mhm), so mit vier, fünf Tüten voll Leergut (mhm) (1 Sek.) jo. da habe ich dann morgens was eingelöst (4 Sek.) und das haben die meisten, Geschäfte die haben das auch schon gewusst, die haben zwar nur ein bisschen blöd geguckt wenn man dann mit so ein paar Tüten voll ankommt (mhm), aber blieb denen ja nichts anderes übrig wie als das anzunehmen (mhm) (3 Sek.) ja, ist an und für sich das Einzige was mich da damit verbindet (mhm) (8 Sek.) #00:04:49–6# Int.: Wann kamst du das erste Mal mit dem Flaschensammeln in Berührung? Kannst du dich daran erinnern? #00:04:55–1# IP3: (9 Sek.) Ääh. Nee kaum noch (mhm). Mich hat das bloß immer, gestört dass sie die ganzen Flaschen und so hier einfach in der Gegend rumschmeißen (mhm), und hier (2 Sek.) da habe ich dann, „Warte mal hä, das sind doch alles Pfandflaschen und so (mhm), da kannste bestimmt ein bisschen, ne Mark noch von machen.“ (mhm), und Euro war das ja schon (mhm) und, deswegen bin ich damals angefangen (mhm) (11 Sek.) #00:05:40–2# Int.: Kannst du dich (IP3 steht auf und macht das Licht an, 4 Sek.) Ah ok, ja mit Licht ist es besser (ja). Kannst du dich an den Tag erinnern als du das erste Mal gesammelt hast? #00:05:54–9# IP3: Nee (nee?), das kann ich nicht mehr. So ein Langzeitgedächtnis habe ich dann doch nicht (IP3 grinst) (mhm) (4 Sek.) oder, ja das hat auch hauptsächlich angefangen weil ich sonst immer morgens eine Fahrradtour gemacht habe (mhm). und hier. dann bin ich theoretisch damit angefangen (mhm), aber welchen Tag das weiß ich nicht mehr (mhm) (1 Sek.) das ist schon zu lange her (IP3 lacht) (8 Sek.) #00:06:30–7# Int.: Du sagst ja, dass du jetzt Zeitungen austrägst (ja). Hat sich dadurch deine Einstellung zum Sammeln geändert? #00:06:39–4# IP3: Nö (nee?). Absolut nicht (mhm) (3 Sek.) weil deswegen nehme ich heute auch noch jede, wenn ich eine Pfandflasche irgendwo liegen sehe nehme ich die auch noch mit (mhm), also da hat sich in dem Sinne nichts geändert (mhm) (4 Sek.) Man lässt dafür nicht einfach so 25 Cent auf der Straße liegen (mhm) (1 Sek.) joar weil sich das summiert sich dann (mhm) (2 Sek.) jo (2 Sek.) also da die, da hat sich, in dem Sinne hat sich nichts verändert bei mir (mhm) (1 Sek.) weil ich bin sowieso ziemlich für Mülltrennung und so (mhm), mache ich schon ziemlich rigoros (mhm), also, von daher, hat sich da bei mir nichts geändert (mhm), also meine Einstellung nicht (7 Sek.) #00:07:42–0# Int.: Gibt es eine bestimmte Geschichte aus deinem Leben zum Thema Flaschensammeln die du gerne erzählen möchtest? #00:07:47–3# 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 308 309 Interview IP 3/ Fall C (Männlich, ? Jahre alt, Rentner) IP3: Nö an und für sich nicht (mhm) (1 Sek.) Ja man kann es nicht unter, mittlerweile waren da hier (2 Sek.) also in der Stadt hier waren in Gebiete eingeteilt schön langsam (mhm) am Anfang ja noch nicht so aber, mittlerweile, der eine hat dann den Schwanenteich gemacht und der andere DIE Seite und dann einer in der Stadt und so (mhm) das war so ein bisschen schon aufgeteilt (mhm), wenn man dann bei einem Fremden ins Revier kam dann musste man schon aufpassen (IP3 lacht leicht) (mhm), dass sie nicht sauer wurden (4 Sek.) ja aber sonst (2 Sek.) da ist man ja auch alleine unterwegs (mhm), geht man ja nicht gleich in der Gruppe los (mhm), ja aber sonst. Weiter nichts Spektakuläres passiert (mhm) (3 Sek.) nö (1 Sek.) Das hier, im Prinzip war das ja so, habe ich eine Fahrradtour gemacht. und alles was noch an Flaschen da in der Gegend, Flaschen und 25 Cent Flaschen und so was in der Gegend gelegen ist habe ich mitgenommen (mhm), das war dann (1 Sek.) Flaschensammeln (IP3 lacht leicht) (mhm) (2 Sek) und am Anfang habe ich da ja nur so, ein, bisschen gemacht und dann habe ich mit der Zeit mal gemerkt das sich das ja auch ein bisschen lohnt (mhm). und da habe ich dann hier, intensiver nachgeguckt und so (mhm) (2 Sek.) und da kann ich dann auch die sämtlichen Stellen hier, so die wohl so hier, wohl stehen zum Trinken und so was (mhm), die Jugendlichen damals (1 Sek.) an so Ecken wo die sich dann verkrochen haben, und da wusste man dann auch hier, „aha, da kannste was holen“ (4 Sek.) aber (1 Sek.) das ist vorbei die Zeit (mhm). Wie gesagt heute mache ich das nur noch, dass wenn ich eine Flasche liegen sehe dann nehme ich die auch mit (mhm), aber ich wühl keine Mülltonnen durch und so (mhm) (1 Sek.) aber das ist auch damals hier, das ist auch erst aufgekommen (1 Sek.) mehrere Flaschensammler, dass die immer mehr wurden (mhm), da ist das erst aufgekommen dass die in Mülltonnen dann auch durchwühlen und so (mhm) (1 Sek.) aber. was soll man machen? (6 Sek.) #00:10:20–2# Int.: Bringt das Flaschensammeln Vorteile? Könntest du mir da aus deinem Leben ein Beispiel erzählen? #00:10:27–1# IP3: Vorteile? (mhm), Ja es bringt den einen Vorteil das (1 Sek.) Müll ein bisschen aufgeräumt wird und (mhm) nicht auf der Straße liegen bleibt (mhm), das ist der einzige Vorteil (ok) (1 Sek.) so hier, ja da sieht man keine Flaschen und so was dann in der Gegend rumliegen (mhm) was ja früher ziemlich häufig war (mhm), ja also ist das hier praktisch noch ein bisschen Straßenreinigung (mhm) aber sonst (3 Sek.) der einzige Vorteil was ich gehabt habe dass ich noch ein bisschen Geld verdient habe (mhm), das war der einzige Vorteil, und ich ein bisschen an der frischen Luft war (mhm), mich ein bisschen körperlich betätigt habe, mit dem Fahrradfahren (mhm). damals habe ich auch noch kein Auto gehabt (mhm) (3 Sek.) und das, deswegen, also, Vorteile und so hab ich da an und für sich, das einzige dass ich das Geld dafür gekriegt habe, das ist der einzige Vorteil (mhm) und dass die Straßen ein bisschen, nicht überall Flaschen rumlagen (mhm) (6 Sek.) #00:11:38–7# Int.: Habe ich das vorhin richtig verstanden, dass auch Leute die keine Lust haben zu arbeiten Flaschen sammeln? #00:11:43–7# 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 Anhang IP3: Joa (2 Sek.) #00:11:45–8# Int.: Findest du nicht, dass das Thema Pfandflaschensammeln etwas mit dem Thema Arbeit zu tun hat? #00:11:50–4# IP3: (2 Sek.) nö (nee?), nö (4 Sek.) nee finde ich irgendwie nicht (ok). (2 Sek.) Nö, warum auch (3 Sek.) sind ja viele dabei die die Flaschen sammeln, die keine Lust haben zum Arbeiten (mhm). und machen das deswegen (3 Sek.) aber sonst, verbinde ich das nicht mit Arbeit (ok) (3 Sek.) #00:12:22–9# Int.: Ist das Flaschensammeln für dich keine Arbeit? #00:12:26–3# IP3: Nö (1 Sek.) #00:12:26–8# Int.: Ok, könntest du das erklären? #00:12:29–1# IP3: Ja das ist ein Hobby (mhm) (2 Sek.) theoretisch, also praktisch ist das ein Hobby (mhm) (2 Sek.) also unter Arbeit versteh ich schon was anderes (ok) (3 Sek.) Ja nee aber, ich würde es als Arbeit nicht be, sportliche Betätigung (mhm), dadurch hier, bin ich wahrscheinlich auch noch so fit dass ich mit dem Fahrrad fahren kann (mhm), weil ich das schon immer gemacht habe, wie so Fahrradfahren und so, ob ich dann eine Fahrradtour mache (2 Sek.) morgens (1 Sek.) oder ich nehme hier, auf der Fahrradtour die leeren Flaschen mit (mhm), das ist ja dasselbe, das ist ja keine Arbeit (mhm) (2 Sek.) und die sind von der Straße weg (mhm) (6 Sek.) #00:13:21–4# Int.: Und was macht dann Arbeit für dich aus? #00:13:23–9# IP3: (5 Sek.) Ja dass man Vollzeit beschäftigt ist (mhm), man. Geld verdient dass man überleben kann (mhm) oder sich ab und zu mal etwas leisten (mhm), das finde ich dann schon. eher als Arbeit (ok) (6 Sek.) und dass man hier, nicht so, vom Staat lebt (mhm) (2 Sek.) dass man da. also nicht vom Staat lebt sondern sich selber (mhm) (2 Sek.) hier, ernährt (2 Sek.) Kinder großzieht. Kinder sind ein teures Hobby (mhm) (3 Sek.) Ja ich habe ja Gott sei Dank bloß zwei (3 Sek.) ja sonst (6 Sek.) ja, sonst weiß ich auch nicht (mhm), das verbinde ich jetzt an und für sich mit Arbeit (11 Sek.) Damit man sich ein bisschen was leisten kann und hier, also Arbeit an und für sich nur damit man. leben kann (mhm), ich meine vom Nichtstun kriegt man ja nichts (1 Sek.) und hier, tja (2 Sek.) ja und sonst, ich würde auch gerne wieder Vollzeit arbeiten aber das geht leider gesundheitlich nicht (mhm) (3 Sek.) Hat lange gedauert bis ich mich damit abgefunden habe (mhm) (1 Sek.) weil ich habe früher viel gearbeitet (2 Sek.) Naja und jetzt langsam habe ich mich damit abgefunden (7 Sek.) naja, und in meinem Alter werde ich auch keinen anderen Job mehr kriegen. Dann werde ich auch keinen Job mehr kriegen (mhm) (4 Sek.) aber da muss man sich (2 Sek.) hat lange gedauert weil ich auch auf Montage war und so (1 Sek.) das hat lange Jahre gedauert bis ich da drüber weg war (mhm), dass ich eine ganz andere Einstellung gekriegt habe (3 Sek.) Heute kann ich 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 310 311 Interview IP 3/ Fall C (Männlich, ? Jahre alt, Rentner) aber auch gut mal faulenzen (IP3 lacht leicht), mache ich meistens tagsüber. Da ich ja nachts arbeite (mhm) (2 Sek.) naja (5 Sek.) #00:16:11–1# Int.: Wenn du jetzt einmal zurückdenkst, kannst du dich dann erinnern wann das Thema Arbeit für dich bewusst eine Rolle gespielt hat? Kannst du mir von dieser Situation erzählen? #00:16:22–7# IP3: (1 Sek.) Nö (1 Sek., IP3 lacht leicht) ich war mir das gar nicht bewusst ich, ich musste als Kind schon arbeiten (mhm), praktisch von Anfang an nichts anderes gewohnt gewesen (2 Sek.) sonst habe ich mich da noch nie mit auseinandergesetzt (mhm) (5 Sek.) #00:16:42–4# Int.: Als Kind schon? (joa) Willst du mir davon erzählen? (wa?) Kannst du mir davon erzählen? Was musstest du als Kind arbeiten? Ein Beispiel? #00:16:51–9# IP3: Joa so hier (1 Sek.) ich bin auf dem Land groß geworden, so mit hier im Garten helfen und alles so (mhm), und sonst ein paar Kleinigkeiten machen (1 Sek.) so zwischendurch mal beim Bauern aushelfen (mhm) (2 Sek.) ja, halt so viel hatten meine Eltern damals auch nicht (4 Sek.) das war auch dann äh (2 Sek.) nicht grad direkt nach dem Krieg sondern, paar Jahre später schon (mhm) wo ich, Anfang, aufgewachsen bin die Zeit also. Mitte fünfzig (1 Sek.) Anfang, Mitte fünfzig (3 Sek.) Jo, da hat man sich keine Gedanken drum gemacht um Arbeit (mhm) (10 Sek.) #00:17:48–2# Int.: Aber heute hast du ja eine Vorstellung von Arbeit ne (joar). Du hast ja erzählt was für dich Arbeit ist. Wodurch wurde diese Vorstellung besonders beeinflusst? Kannst du mir da ein Beispiel aus deinem Leben erzählen? #00:17:59–8# IP3: (3 Sek.) Wo ich besonders beeinflusst wurde? (mhm) (2 Sek.) Ich bin, eigentlich bin ich da so reingewachsen (mhm), und nichts besondere Beeinflussung. Ich habe meinen Traumberuf leider, durfte ich nicht machen (mhm) (1 Sek.) joa und dann bin ich denn gezwungenermaßen das geworden was ich heute bin, Gas-Wasserinstallateur (mhm) (3 Sek.) wenn ich könnte würde ich das heute noch machen aber (4 Sek.) geht leider gesundheitlich nicht mehr (mhm), das ist der Nachteil (3 Sek.) #00:18:41–7# Int.: Und was wäre dein Traumberuf gewesen? #00:18:42–9# IP3: Seemann (ah ok) (4 Sek.) #00:18:48–5# Int.: Wie kam es dazu dass du dann Gas-Wasserinstallateur geworden bist und nicht Seemann? #00:18:53–9# IP3: (1 Sek) Joa weil ich hier (3 Sek.) also hier, ich habe da in dem Moment habe ich erst mal, weil ich ganz schlecht eine Lehrstelle gekriegt habe (mhm) (1 Sek.) und hier ich hätte auch Elektriker werden lernen können da hatte ich auch eine Lehrstelle aber 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 Anhang das war hier in Emden gewesen und die Gas- und Wasserinstallateur, das war dann hier drei Kilometer von meinem Elternhaus weg (mhm), und hier hätte ich, Emden hätte ich halt mit dem Bus fahren müssen und so, und (1 Sek.) da hatte ich dann die Wahl (mhm), entweder Elektriker oder Gas- und Wasserinstallateur (mhm) und dann habe ich halt Gas- und Wasserinstallateur gelernt (4 Sek.) und dabei ist es auch geblieben (IP3 lacht) (2 Sek) ist an und für sich ein interessanter Beruf aber (5 Sek.) naja (4 Sek.) sonst, mache ich mir heute keine Gedanken mehr (mhm), heute nicht mehr (8 Sek.) #00:20:01–6# Int.: Hast du den Eindruck, dass sich deine Meinung zur Arbeit, also deine Vorstellung was Arbeit ausmacht, was daran wichtig ist, im Laufe deines Lebens verändert hat? #00:20:12–1# IP3: (1 Sek) Nö (2 Sek.) Nee das, hab ich nicht (mhm), da hat sich ja in meinem Leben nicht geändert dran (mhm) (4 Sek.) Ich habe ja fast immer gearbeitet, so ab und zu mal im Winter mal, so ein, zwei Monate mal (2 Sek.) gestempelt (mhm) (1 Sek) und dann auch gleich wieder gearbeitet (2 Sek.) #00:20:39–5# Int.: Und was ist für dich gute Arbeit? Gibt es da Unterschiede? #00:20:41–5# IP3: (3 Sek.) Nö (nee?) (2 Sek.) joar ich mein gegenüber nem Bürojob schon (mhm), weil ich gerne auch an der frischen Luft bin und sowas (mhm). und da hat man ja alles (13 Sek.) #00:21:08–0# Int.: Also deine Einstellung zur Arbeit hat sich nicht geändert. (nö) Du hast ja gesagt du hast in der Nähe deines Elternhauses Gas- und Wasserinstallateur gelernt. Hat sich anschließend im Laufe deines Lebens die Art geändert, wie du versucht hast an Arbeit zu kommen? #00:21:31–1# IP3: Nö (2 Sek.) Habe ich nie Schwierigkeiten gehabt (mhm). Nö hätte ich heute noch nicht (1 Sek.) ein, zwei, Anrufe dann hätte ich meinen Job wieder (mhm), aber ich kann heute leider gesundheitlich nicht mehr (mhm) (1 Sek.) also da habe ich nie Schwierigkeiten gehabt (1 Sek.) ich habe auch ab und zu auch schon mal einfach so mal aus Spaß ein, zwei Monate aufgehört (mhm) (IP3 lacht leicht, 2 Sek.) Tja (1 Sek.) weil ich von vornherein wusste, dass ich da keine Schwierigkeiten habe (ah ok) (2 Sek.) Weil ich war auch ein bisschen flexibel (1 Sek.) weil ich auch ja. mit Montage und so, habe ich ja quer durch halb Europa gearbeitet (mhm), und das hätte ich dann auch, auf jeden Fall gemacht dann wieder, weil, das sind so Jobs die nicht gerade jeder machen möchte (mhm) (2 Sek.) aber was solls (1 Sek.) Meine Kinder sind auch groß geworden, aus denen ist auch was geworden (4 Sek.) und. ich habe zwar wenig von denen gehabt aber (4 Sek.) das kann man auch nicht ändern, Geld musste auch irgendwoher kommen (mhm) (4 Sek.) und so schlecht gelebt habe ich selber auch nicht (IP3 lacht, 2 Sek.) ja da bin ich ganz ehrlich (mhm) (2 Sek.) aber. ist vorbei die Zeit (mhm) (1 Sek.) aber jetzt möchte ich einfach bloß noch meine Ruhe haben (2 Sek.) Ich habe sowieso Stress genug. (mhm) 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 312 313 Interview IP 3/ Fall C (Männlich, ? Jahre alt, Rentner) trotzdem noch, fast jeden Vormittag unterwegs (mhm). hier eben hinfahren, da eben hinfahren (3 Sek.) und (4 Sek.) da ist der Tag immer schnell rum (mhm) (7 Sek.) #00:23:32–8# Int.: Wenn du einmal zurückdenkst, was war dann deine wichtigste Erfahrung mit der Arbeit in deinem Leben? Kannst du mir von dieser Situation erzählen? #00:23:41–3# IP3: (5 Sek.) Nö ich habe das an und für sich nie so richtig wichtig genommen (mhm), ich halt immer mein Bestes gegeben und das wars dann (mhm) aber so wichtig genommen habe ich das an und für sich nicht (2 Sek.) #00:23:56–0# Int.: Aber gab es mal irgendeine Situation während der Arbeit an die du heute noch zurückdenkst? #00:24:04–0# IP3: (4 Sek.) also wenn ich davon anfangen würde, dann würden wir morgen früh noch hier sitzen (das macht nichts) (IP3 lacht) nö, war hier „hart aber herzlich“ will ich mal so sagen (mhm). auch damals war das auch hier untereinander ein ziemlich guter Zusammenhalt (mhm), und das ist das Wichtigste (1 Sek.) gab zwar Stress ohne Ende aber der Zusammenhalt war gut, wir haben jeder zu jedem gestanden (mhm), wenn einer mal keine Lust hatte, der hat sich irgendwo in die Ecke gelegt und (1 Sek.) der wurde dann aber abgedeckt, dann hat man halt an einem anderen Tag halt ein bisschen mehr gearbeitet (mhm), oder wenn der andere mal etwas gehabt hat. das hat man untereinander so. (mhm) (1 Sek.) Mobbing gabs auch noch nicht (mhm) (1 Sek.) also bei uns wenigstens nicht (mhm). wenn dann haben wir gleich denen gleich gesagt, „du passt hier nicht dazu (ja) na dann kannst du nächste Woche besser zu Hause bleiben“ (ok), ja, so (5 Sek) hat an und für sich teilweise auch Spaß gemacht (2 Sek.) haben zwar viel gearbeitet aber (mhm). Das einzige was scheiße war, dass der Stress immer mehr wurde (ok) (2 Sek.) so gab es das ja früher ja nicht, da hat man in Ruhe gearbeitet (mhm) (1 Sek.) und, so wenn man nur Terminbauten und so was macht, dann kommt halt Stress ohne Ende (mhm) (1 Sek.) aber (2 Sek.) man gewöhnt sich dran (1 Sek.) #00:25:42–0# Int.: Kannst du mir ein Beispiel für den Zusammenhalt nennen? Irgendeine Situation in der das gut zum Vorschein kam? #00:25:50–2# IP3: (4 Sek.) Das habe ich jetzt nicht ganz verstanden #00:25:54–7# Int.: Du sagst ja der Zusammenhalt war so super (ja), kannst du mir da eine Geschichte erzählen, in der man den Zusammenhalt sieht? #00:26:05–2# IP3: Ja schon bei der Arbeit (mhm), und hier (1 Sek.) wir haben uns gegenseitig immer geholfen (mhm), und nie irgendeinem Vorgesetzten oder so was verraten wenn, wenn einer mal den ganzen Tag gepennt hat oder so was (mhm), das haben wir nie verraten. und hier, immer zusammengehalten (mhm) (2 Sek.) und hier, dann auch privat und so haben wir viel zusammen gehabt dann. oder wenn der eine mal Geldprobleme gehabt 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 Anhang hat, dann haben wir ausgeholfen und so (mhm) (1 Sek.) und in der Beziehung (2 Sek.) war das schon klasse (mhm) (5 Sek.) und. aufgrund dass da so, wenn dann einer da quer dazwischen kommt und nicht sich absolut nicht einfügen will oder so (mhm), ja dann haben wir halt gesagt „und, nächste Woche brauchste besser nicht kommen.“ (mhm) (2 Sek.) und dann wurde es meistens sehr schwer für ihn (IP3 Lacht leicht), aber das war ja dann mit Ankündigung (mhm) (2 Sek.) aber sonst (3 Sek.) Da hat auch keiner irgendwie einen unterwegs oder so was, im Stich gelassen oder so (mhm). wurde immer mitgeschleppt ob er voll wie ein Eimer war oder nicht (IP3 Lacht leicht), wurde immer mit durchgezogen (mhm). Das kam natürlich nicht jeden Tag vor aber, wenn das vorgekommen ist und so (mhm), dann wurde der schon mit durchgezogen (mhm) (4 Sek.) und das ist heutzutage ist das leider nicht mehr so (3 Sek.) Da ist so ungefähr, jeder sich selbst der Nächste (mhm), ja und das war bei uns halt noch nicht (mhm) (2 Sek.) Wo wir alle den gleichen Stress und so gehabt haben (mhm) (3 Sek.) ja (10 Sek.) #00:28:04–5# Int.: Könntest du mir deinen gestrigen Tagesablauf erzählen und ob da das Flaschensammeln eine Rolle gespielt hat? #00:28:11–8# IP3: Gestern? (mhm) (1 Sek.) Kann ich erzählen, ich war von nachts Zeitungen austragen (mhm). dann habe ich hier (2 Sek.) meine Freundin abgeholt (mhm), haben wir zusammen gesessen (2 Sek.) und hier (1 Sek) dann habe ich die mittags (2 Sek.) nachmittags nach Hause gebracht und zwischendurch war ich mal ein bisschen am Delft mal ein bisschen relaxen (mhm) und (1 Sek.) ein bisschen frische Luft schnappen (mhm). und da habe ich unterwegs auch tatsächlich zwei Flaschen eingesteckt (mhm) ja dann habe ich die abends wieder nach Hause gebracht (mhm), also die Freundin (IP3 lacht leicht). und das hier, wars dann auch (IP3 guckt aus dem Fenster) jetzt kommt meine Ex (ah ok) #00:28:56–3# Die Aufnahme geht weiter, nachdem die Exfrau von IP3 wieder gegangen ist. #00:29:10–3# Int.: Gibt es noch eine Geschichte aus deinem Arbeitsleben die du gerne erzählen möchtest? #00:29:19–8# IP3: (3 Sek.) Joar nicht unbedingt (IP3 lacht), ja das hier habe ich abgehakt alles (mhm) (2 Sek.) weil dafür habe ich zu viel erlebt, da wüsste ich gar nicht wo ich anfangen sollte (2 Sek.) (Was dir einfällt) (5 Sek.) Das Schönste war ja immer die Bahnfahrt zur Arbeit hin (mhm), weil ich bin ja immer nachts gefahren (mhm) (2 Sek.) das waren immer die schönsten Erlebnisse (mhm) (1 Sek.) aber das gibts es ja heute alles bei der Bahn nicht mehr, da waren ja noch die anderen Abteilungen drin (mhm), die Sechser-abteilungen (3 Sek.) war schon hart aber herzlich, hab viel Spaß gehabt, viele Leute (mhm) (2 Sek.) Es war auch an und für sich immer schön (2 Sek.) ja ich war im Durchschnitt so zwölf Stunden unterwegs mit der Bahn (mhm), eine Tour (4 Sek.) da lernt man dann schon, etliche kennen nachts (mhm) (4 Sek.) joa. aber sonst (1 Sek.) das normale Arbeitsleben viel Stress und (3 Sek.) viel Spaß. gesoffen haben wir auch wie die Löcher (IP3 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 314 315 Interview IP 3/ Fall C (Männlich, ? Jahre alt, Rentner) lacht). aber, das hat halt dazu gehört (2 Sek.) früher durfte man ja auf dem Bau noch trinken (mhm), heute ist ja alles verboten (4 Sek.) aber was solls (4 Sek.) so einige Sachen da habe ich dann selber auch von mir aus schon mal nichts getrunken (mhm), weil wenn du so ab 15 Meter Höhe arbeitest, dann. ist das schon angebrachter (mhm) (1 Sek.) aber sonst (2 Sek.) für mich ein ganz normales Leben (4 Sek.) Sonst wüsste ich aber weiter, nichts oder (9 Sek.) #00:31:34–5# Int.: Was waren so deine Aufgaben bei der Arbeit? #00:31:36–1# IP3: (1 Sek.) Ja ich habe etliche Jahre als bauleitender Monteur gearbeitet (mhm), dann hier, beaufsichtigen, Arbeit einteilen und (2 Sek.) dann die Leute nach Hause schicken wenn sie nichts getaugt haben (mhm) (2 Sek.) sehen dass ich Termine einhalte und so, das war zwar körperlich nicht anstrengend, aber Stress ohne Ende (mhm) (1 Sek.) würde ich auch, naja (2 Sek.) wenn es sein müsste würde ich es auch heute wieder machen aber (1 Sek.) aber es braucht nicht mehr sein (mhm) (1 Sek.) sonst hier haben wir. ich habe ja hauptsächlich auf Großbaustellen gearbeitet (mhm), da haben wir Wasserleitungen, Bäder und (2 Sek.) unten Zentralen und so was gemacht. und dann habe ich viel in der Industrie gearbeitet und dann haben wir dann hier (3 Sek.) die Wartungsarbeiten machen, also die ja Wartungsarbeiten sozusagen gemacht (mhm), dieses Vernuten (2 Sek.) und dann habe ich ja etliche Jahre auf Lüftung gearbeitet, Lüftungsbau gemacht, da haben wir hauptsächlich Reinraumanlagen gemacht (1 Sek.) ein bisschen kleiner wie, bisschen, kleinere Sachen also (mhm) (IP3 grinst), ab hier, so Lüftungsgeräte da konntest du das Hotel reinstellen (mhm) (IP3 lacht leicht) (2 Sek) ja das waren schon Großanlagen (3 Sek.) aber hat Spaß gemacht (mhm), war mal was anderes (2 Sek.) aber (4 Sek.) für mich war das im Prinzip alles normal (mhm) was für andere wahrscheinlich ein bisschen (2 Sek.) zu hoch ist oder so (mhm) aber das war für mich normal (2 Sek.) das ist genauso als wenn du heute im Turmbau arbeitest und so da ist das ja auch normal dann (mhm), obwohl das auch ein Knochenjob ist (mhm) (4 Sek.) irgendwie geht der beste Job mal in Normalität über (mhm). also (IP3 schnallst mit der Zunge) (4 Sek.) ja, viel mehr kann ich da auch nicht zu sagen (mhm) (22 Sek.) #00:34:05–1# Int.: Gibt es noch ein Erlebnis beim Flaschensammeln, das du gerne erzählen würdest? #00:34:11–2# IP3: Nö (ok) (12 Sek) #00:34:25–8# Int.: Hast du etwas in dem Interview vermisst, oder hast du etwas als störend empfunden? #00:34:30–4# IP3: Nö #00:34:31–2# Int.: Ok. Möchtest du noch irgendetwas erzählen? Zum Thema Flaschensammeln? #00:34:37–6# 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 Anhang IP3: Nö #00:34:38–9# Int.: Dann sind wir fertig. Super vielen Dank für deine Zeit. #00:34:44–0# 393 394 395 316 317 Interview IP 4/ Fall D (Männlich, 68 Jahre alt, Rentner) Interview IP 4/ Fall D (Männlich, 68 Jahre alt, Rentner)123 Int.: So dann fangen wir mal an, erzähl vielleicht zunächst etwas über dich und deinen Werdegang. #00:00:08–4# IP4: Jo also ich heiß NAME, bin 68 Jahre alt, Jahrgang 49 (mhm) (3 Sek.) Ach so, seit 2014 bin ich jetzt Rentner und habe vorher als Erzieher in einem Jugendwohnheim gearbeitet (ah ok). Bin also sozusagen ein Kollege, da muss ich auch gleich sagen, dass das bei mir mit dem Flaschensammeln ein bisschen anders ist als bei den anderen Sammlern (ok), das sind ja bestimmt oft Arbeitslose und ärmere Leute kann ich mir vorstellen oder? #00:00:44–1# Int.: Hauptsächlich Rentner und Hartz-4-Empfänger ja. #00:00:47–2# IP4: (1 Sek.) Ja genau und bei mir ist das so, ich sammle nicht so (mhm). Ich geh nur meine Runde bei großen Sachen wie hier Fastelovend, Kölner Lichter, CSD und so weiter, wo ein bisschen was los ist (mhm) (2 Sek.) wo ich ja sowieso mal gucken würde was so los ist (1 Sek.) und dann sammle ich auch nur hier meine kleinen zwei Tüten mit fünf, sechs Euro Spendengeldern (mhm), wenn überhaupt (1 Sek.) siehst du nur 25-Cent-Flaschen (IP4 zeigt mir seine Tüten) (ah ok) (2 Sek.) das ist auch nicht für mich sondern (IP4 kramt ein Foto aus seinem Portemonnaie auf dem eine Gruppe von Jugendlichen zu sehen ist, 12 Sek.) siehste die Mädchen und Jungs (ah) ja, das war letztes Jahr auf Ausflugsfahrt nach Frankreich (oh cool) das sind dann kölsche Pänz, schon ältere (1 Sek.) Jugendlich eigentlich aber ich sag immer Pänz weil es sind ja doch auch noch Kinder oft und von den unbegleiteten Flüchtlingen seit Neustem auch (1 Sek.) und generell auch Rheinland oder weiter weg, je nachdem. und alle zusammen fahren wir da einmal im Jahr von der Einrichtung aus mit den Jugendlichen mal weiter weg (aha) ja. Und da fahr ich jetzt immer noch wenn es geht dann ehrenamtlich mit, und dafür sammle ich dann die paar Flaschen (mhm) (3 Sek.) Und wie gesagt dann geh ich auf die Feste, geh da ein bisschen spazieren, und wenn ich dann eine Flasche sehe, oder einen der gerade ausgetrunken hat (mhm) (1 Sek.) ja dann nehme ich mir die, aber nur 25 Cent. Ja und dann geh ich rum und rede ich die Leute an, so wie ich dich vorhin angeredet habe wegen der Colaflasche (mhm), und dann sag ich immer dass es für einen guten Zweck ist (mhm) (1 Sek.) und erzähl von den Kids ne (mhm) und von dem Ausflug ne (mhm), ja und dann geben die manchmal auch noch eine Spende und das tu ich dann hier in meine zweite Brieftasche ja. Dass das ein bisschen getrennt bleibt (IP4 schlägt mit der Hand auf seine Gesäßtasche) (ok). Tja und darum sammle ich die Flaschen ne (mhm) (7 Sek.) #00:03:17–2# 123 Anm.: Der Interviewte wurde im Vorfeld darum gebeten hochdeutsch zu reden, was ihm nicht immer gelungen ist. Kölsche Sätze, die vom Interviewer für Redewendungen gehalten wurden, wurden im Kölschen belassen, ansonsten wurden die Aussagen in Hochdeutsche übersetzt. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 Anhang Int.: Und wie kann ich mir einen Tag so vorstellen an dem du sammelst? Könntest du mir vielleicht von so einen typischen Tag und wie dieser abläuft mal erzählen? #00:03:26–7# IP4: (3 Sek.) Ein typischer Tag? Hm (2 Sek.) Ja wie gesagt ich geh ja nur bei den gro- ßen Festen und auch nur wenn ich sowieso mal gucken wollte (mhm). Ja und dann frag ich eigentlich meistens erst meine Frau ob die auch Lust hat (oh ok). Also, die ist acht Jahre jünger, die muss noch ein bisschen arbeiten aber wenn sie Zeit hat (mhm) (2 Sek.) naja und wenn sie keine Zeit hat oder Lust hat, dann packe ich mir immer zwei Tüten ein (mhm), weil wenn sie mitkommt ist ihr das ein wenig peinlich und dann gehen wir nur gucken und ein Kölsch zusammen trinken (achso ok) ja, naja jedenfalls zwei Tüten, mal größer oder kleiner, was so zu Hause rumliegt und dann steige ich in die Bahn. Ich wohne ja direkt an der (Haltestelle anonymisiert, T.S.) und dann bin ich ja in 15 Minuten in der Stadt (mhm), oder zu den Straßenfesten geh ich ja auch manchmal in den Veedeln ne (mhm) (2 Sek.) Ja dann geh ich los, so wie heute zum Beispiel. und geh über das Fest spazieren und guck mir das an, und dann trifft man auch immer einen bekannten und trinkt ein Kölsch und erzählt (1 Sek.) das ist mir dann auch nicht peinlich mit den Tüten, denn ich erzähl ja dann, dass das für die Arbeit ist ne (mhm) oder für die Fahrt (mhm) und viele wissen das auch schon und (3 Sek.) Ja jedenfalls geh ich da hauptsächlich wegen dem Fest hin. Weil ich sowieso schon immer gern zu so was gegangen bin, unter Leute (mhm) und dann wenn ich eine Plastikflasche sehe oder ein Dose dann nehme ich mir die (mhm) oder wenn ich sehe dass einer gerade austrinkt oder wenn einer eine leere Flasche mit sich rumträgt dann frag ich die Leute (mhm), und die meisten eigentlich, die erzählen dann noch mit mir und manche geben das auch mal etwas (4 Sek.) Das Bargeld habe ich die erste Zeit gar nicht angenommen (mhm), aber dann habe ich mir gesagt „Minsch bes du jeck? Dat es doch för de Pänz!“ und seitdem nehme ich auch Geldspenden direkt an (mhm). Ist ja für den guten Zweck (mhm) (2 Sek.) aber immer nur Plastikflaschen und Dosen ne (mhm) (1 Sek.) ja wenn die Tüten dann voll oder auch halbvoll sind, dann geh ich oft auch schon nach Hause. Weil ich bin ja kein richtiger Sammler der Monete braucht ja (mhm) und dann kann ich auch mal was liegen lassen, ich greif auch nicht in die Mülltonne ne (mhm). Dann kommt das zu Hause in den Keller, da habe ich eine Kiste für unseren Pfand und eine für die Fahrten was ich gesammelt habe (mhm) und beim nächsten Einkauf, wir machen einmal in der Woche einen Einkauf und dann nehme ich die immer gleich mit wenn ich mal welche habe (mhm) (2 Sek.) ja und dann gebe ich die ab und das Geld tue ich in ein Sparschwein (mhm) und dann wenn die Reise geplant wird, nehme ich das Geld mit zur Arbeit (1 Sek.) also die Kollegen vom Wohnheim rufen mich an und ich komm dann zu Besuch und plane mit (mhm) und dann nehme ich das Sparschwein mit, und wir gucken was dann so drin ist ne (mhm). Das ist dann auch meistens schon ein bisschen was. Ich mein wenn ich so zu Festen gehe sind das ja immer nur ein paar Euro (mhm), aber über das Jahr verteilt kommt dann doch etwas zusammen (mhm) (2 Sek.) das Meiste waren so um die 85, letztes Jahr nur vierzig aber haben oder nicht haben ne (mhm). Und dieses Jahr sind es schon mehr als vierzig denke ich, ich lasse mich da 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 318 319 Interview IP 4/ Fall D (Männlich, 68 Jahre alt, Rentner) immer etwas überraschen mit den Kollegen, wenn ich das Schwein öffne (mhm) (7 Sek.) #00:07:35–0# Int.: Und seit wann sammelst du dann? Kannst du dich an den Tag erinnern als du das erste Mal gesammelt hast? #00:07:40–7# IP4: Ja (3 Sek.) das sind aber zwei Fragen (Ja ich weiß, beide lachen) (1 Sek.) aber das hängt zusammen (2 Sek.) also das hat ziemlich angefangen nachdem ich in Rente gegangen bin (mhm), also zunächst haben meine Frau und ich eine längere Reise gemacht, weil sie sich den Urlaub für meine Rente aufgehoben hat sozusagen, (mhm) und dann sind wir da am Urlaub machen und da sag ich zu meiner Frau: „Weißt du, die Kids sind jetzt auch gerade auf der Fahrt mit den Ehrenamtlichen.“ Weil ich bin da nicht der einzige Ehrenamtliche ne (mhm), weil mindestens ein Betreuer aus dem Wohnheim muss auf jeden Fall dabei sein (mhm), aber da kommen auch mal Studenten oder andere Ehrenamtliche mit auf die Fahrt als Betreuer (Ah ok), vielleicht auch für dich interessant als Student ne, das wird auch bezahlt (oh ok). Ja jedenfalls sag ich zu meiner Frau: „Du die sind auch gerade auf der Fahrt, vielleicht mache ich da beim nächsten Mal mit als Ehrenamtlicher.“ (2 Sek.) naja da war das jedenfalls schon im Gespräch (mhm) und dann als wir wieder in Deutschland waren habe ich erst mal Sachen am Haus repariert, Bücher gelesen und Filme geguckt und weiß der Geier was (mhm). Weil meine Frau kommt erst abends nach Hause ne (mhm), ja und meine Freunde sind alle was jünger als ich und da bin ich jetzt fast der erste in Rente (mhm), da war dann ziemlich fix alles erledigt was ich dachte, was ich nicht alles für Aufgaben hätt zu tun (mhm), naja dann sag ich mir jedenfalls irgendwann: „Wat setzte hier im Huus, da kanns auch anne frische Luff.“ (2 Sek.) Ich mein wenn die Frau auf Arbeit ist ne (ja, klar). Naja jedenfalls bin ich dann immer in die Stadt wenn was los war (mhm) und habe dann auch irgendwann mal bei köln.de geguckt, da gibts so einen Knopf „Was ist los?“ (mhm), ja und die erste Zeit auch viel zur Arbeit noch gegangen ne (mhm) (1 Sek.) Mal ein bisschen gucken, weil da sind jetzt auch ein paar junge Kollegen, da dachte ich, da kann man ja ein paar Tipps geben. Aber das kam auf Dauer dann auch nicht so gut an bei denen (mhm) (IP4 lacht) und da saß ich dann mit dem NAME CHEF mal den einen Abend in der Weetschaf (Int. Macht fragendes Gesicht) in die Kneipe (Achso, beide lachen, 2 Sek.) Das musst du aber dann noch wirklich lernen, zumindest ein paar Begriffe wenn du hier alt werden willst. #00:10:23–8# Int.: ja, ich hatte mich gerade erst an Ostfriesland gewöhnt mit dem Platt (beide lachen) und wer ist NAME CHEF? #00:10:32–7# IP4: Ach so ja, das ist mein Chef oder war der Chef, der ist seit diesem Jahr nämlich auch in Rente (mhm) (4 Sek.) ja (3 Sek.) Wo war ich? (Kneipe) Ach ja. Da erzähl ich auch gleich was vom neuen Chef, aber erst mal das (1 Sek.) also, ich habe da immer das Wohnheim besucht und mich auch ein bisschen eingemischt bei den jüngeren (mhm) und meine Frau hat abends dann auch schon immer gesagt: „Was du warst schon wieder im Wohnheim? Genieß doch jetzt endlich deine Rente!“ (mhm). Naja und der 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 Anhang NAME CHEF und ich saßen dann einmal zusammen in der Kneipe ne (mhm) und da hat der zu mir auch gesagt: „Hör ma NAME, da musst du die Jungs und Mädels auch mal ihre Erfahrungen machen lassen und mal loslassen. Nächstes Jahr bin ich auch weg und dann kommt da sowieso neuer Wind rein und die machen das wie sie wollen, aber die machen das schon.“ (2 Sek.) Das fiel mir nicht leicht ne (mhm) (1 Sek.) das zu akzeptieren (mhm) (1 Sek.) und jetzt wo der neue Chef da ist, ist es sowieso so eine Sache (mhm) (2 Sek.) der NAME CHEF war dann nur noch stellenweise da um den neuen einzuarbeiten. Weiß nicht genau wie die das da geregelt haben, jedenfalls war der von der ganzen Sache gar nicht begeistert mit dem Flaschensammeln. Der hat gesagt: „Herr NAME“, Da könnte ich schreien wenn der das sagt „Herr NAME“ (mhm) (1 Sek.) jedenfalls sagt der „Herr NAME, ich weiß ehrlich gesagt nicht was ich davon halten soll, wenn unsere ehemaligen Mitarbeiter durch die Stadt laufen und allen Leuten erzählen, dass sie Flaschen sammeln müssen.“ (3 Sek.) Wie alt bist du? (29), ja der ist nicht viel älter als du, kannst du dir das vorstellen? ( 3 Sek.) Der versteht nicht mal, warum ich das mache ja (mhm). Ist ja für die Jugendlichen nicht für mich. Und dann hab ich dem Kontra gegeben und dann haben wir diskutiert und diskutiert und das Ende vom Lied (1 Sek.) Es ist sehr „löblich“ dass ich das mache und ich kann gerne weitermachen, aber ich soll doch bitte den Namen der Einrichtung nicht mehr nennen (2 Sek.) Nicht mehr nennen? Der ist doch kein Jahr im Laden und tut schon so als ob das Ding ihm gehört (mhm), der ist nicht mal vom Fach, der ist Buchhalter oder irgendsowas (mhm) (3 Sek.) Ich bin seit (2 Sek.) seit (1 Sek.) Ich bin seit über dreißig Jahren in der Einrichtung, seit (2 Sek.) Naja seit Anfang der 80er, das genaue Datum weiß ich schon gar nicht mehr, da kannste mal sehen wie lange (Int. lacht laut los) (2 Sek.) (IP 4 lächelt nun selber) ja naja, da kann man sich auch schon mal aufregen bei so was (IP4 lacht) (8 Sek.) Was war eigentlich nochmal die Frage? (IP 4 lacht) #00:13:54–8# Int.: Wie das Sammeln begonnen hat. #00:13:56–2# IP4: Ach ja (IP4 lacht). Da musst du mich mal unterbrechen, wenn ich so abschweife (nee, das macht gar nichts). Na dann ok (3 Sek.) Also ja, ich bin dann immer mehr auch auf Feste und so was gegangen, und die meisten kennt man ja vom Termin her sowieso als Kölner ne (mhm), ja und dann wurde das immer mehr weil ich dann ja auch nicht mehr so viel auf der Arbeit rumhängen sollte und dann habe ich auch immer mal im Internet geguckt, wie ich den Tag, was ich an dem Tag mal unternehmen könnte (mhm) (2 Sek.) Ja und wenn du hier bei den Kölner Lichtern oder bei den Straßenfesten dann bist, na dann siehst du ja automatisch die Sammler mit ihren Taschen und so rumlaufen (mhm). Naja und dann dachte ich mir, „das ist doch eigentlich eine gute Idee, zu den Fahrten willst du ja jetzt sowieso“ (1 Sek.) als ich nämlich noch gearbeitet habe, bin ich gar nicht so viel oder oft mitgefahren auf die Reisen (aha ok), ja weil ich fand es eigentlich auch ganz gut wenn dann mal einige weg waren, weil dann konnte man mit den paar die nicht mitfahren wollten oder konnten wegen Krankheit oder Praktikum oder so. Mit denen konnte man dann auch mal mehr machen weil ja jetzt weniger los war (mhm), und das war auch gut. Nicht den ganzen Stress mit der Reise und dann drehen die da alle am Rad (mhm), in der Jugendherberge (mhm). Und dann dachte 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 320 321 Interview IP 4/ Fall D (Männlich, 68 Jahre alt, Rentner) ich, „ja gute Idee, nimmst du dir immer ein paar Flaschen mit“ ne (mhm), da wollte ich auch keinem was wegnehmen der das braucht (mhm), darum immer nur so ein paar und nur was sowieso im Weg rumliegt (mhm). Dann ist ja noch genug für alle da und im Jahr läppert sich das (mhm) (3 Sek.) Ja also habe ich dann ziemlich früh nach der Rente angefangen, im ersten Jahr gleich (2 Sek.) nach vielleicht drei Monaten Rente oder so oder vier (mhm) (7 Sek.) #00:16:12–2# Int.: Und war dir das am Anfang unangenehm? #00:16:14–6# IP4: (1 Sek.) Nee gar nicht eigentlich, das ist ja nicht für mich, das mache ich ja im Namen der Einrichtung (mhm) (2 Sek.) Ist ja auch alles getrennt, da ist ne extra Geldbörse fürs Spendengeld, da sind die Flaschen im Keller getrennt (mhm) (1 Sek.) da ist mir nichts peinlich oder so oder war auch nicht (mhm) (4 Sek.) das war ja auch so (2 Sek.) das war ja nicht geplant, ich stand vor einer Colabüchse und schwupp hatte ich die in der Hand (mhm). Ja und dann dachte ich ja erst, „tja so einfach ist das und plötzlich hast du 25 Cent“ (mhm) (2 Sek.) also ich hatte ja immer mal wieder darüber nachgedacht das zu machen, als ich die Sammler gesehen habe (mhm) aber als ich dann das erste Mal die Büchse eingesammelt habe, war es wirklich im Affekt und erst danach habe ich dann, sag ich mal begriffen ne (mhm) (2 Sek.) Und wie gesagt, ich mache das für die Kids ne und die Reise (mhm) (2 Sek.) und ich greife auch nicht in die Mülleimer oder so, und habe haufenweise schwere Säcke (mhm). dass das aussieht als wäre das für mich (5 Sek.) #00:17:40–1# Int.: Spendest du auch eigenes Geld? #00:17:41–4# IP4: (2 Sek.) Dann bräuchte ich ja nicht sammeln (mhm), dann könnte ich ja einfach sagen „So ich spende jedes Jahr hundert Euro und dann fahre ich damit.“ (4 Sek.) also vom Finanziellen wäre das kein Problem aber (3 Sek.) Naja aber die freuen sich ja auch auf Arbeit wenn sie jedes Mal sehen, wie viel es wohl geworden ist ne? (mhm) Die Kollegen, die Jugendlichen (mhm). Und dann komme ich ja immer mit dem Schwein und wir sitzen zusammen am Tisch (2 Sek.) und die verlassen sich da ja auch ein bisschen auf mich (mhm) (2 Sek.) Dann treffe ich mal einen Kollegen und dann fragen die ja auch: „Und bist du auch fleißig am Geld eintreiben für die Reise“ (1 Sek.) und dann wissen die auch, dass ich die nicht vergessen habe und immer noch Teil der Mannschaft bin sage ich mal (mhm) (2 Sek.) Darum ne? (mhm) (12 Sek.) Ich meine das Geld liegt da ja auch rum ne (mhm), ich habe schon früher immer, auch wenn es nur ein Pfennig war, habe ich das aufgehoben und das mache ich auch jetzt noch mit Cents (mhm) (2 Sek.) und so wäre das Geld ja weg. Damit wäre ja auch keinem geholfen wenn es da liegen bleibt, also die Flaschen mein ich jetzt, und klar die Fahrt findet auch so statt (1 Sek.) aber das ist ja auch immer noch ein ganz schönes Taschengeld (mhm). Von den achtzig Euro zum Beispiel, wir waren acht Mann und das war für jeden ein Menü bei McDonalds und ein Eis (mhm) und darum vermische ich das auch nicht, weil wenn ich dann noch mein eigenes Geld dazu tue ist das ja witzlos ja (mhm) (1 Sek.) so habe ich das ja für die Fahrt erarbeitet und da können wir sagen: „So das Essen bezahlen wir 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 Anhang jetzt vom Geld das der NAME beim Sammeln eingenommen hat.“ (mhm) (7 Sek.) #00:19:56–2# Int.: Du sagst ja, dass du ziemlich schnell nach dem Renteneintritt alles erledigt hattest was du vorgehabt hast, und (IP4 unterbricht) #00:20:01–8# IP4: Naja sagen wir mal so, ich habe mir das anders vorgestellt (mhm). Am Haus ist zwar immer wieder etwas zu machen aber auch nicht so intensiv wie ich mir das vorgestellt hatte (mhm), und einige größere Sachen die ich mir da vorgenommen hatte. Da musste ich dann einsehen, dass ich das gar nicht kann und dass man da besser Handwerker ran lässt (mhm) (2 Sek.) Ja dann Hobbys? Ich gucke halt sehr gerne Filme und lese (mhm), aber das war dann auch anders als ich es mir vorgestellt hatte, ich lese immer noch viel und schau mir mal Filme an aber wenn man den ganzen Tag Zeit hat. und keinen mit dem man dann darüber reden kann (mhm) (3 Sek.) als ich noch gearbeitet habe, dann war ich immer unter Menschen (mhm). Guck mal, ich habe immer gesagt Leute in anderen Berufen die brauchen vielleicht ein Hobby oder einen Verein als Ausgleich aber bei uns hast du das schon in der Arbeit (mhm), wenn ich Tischtennis spielen wollte ging das mit den Jugendlichen oder bolzen im Park oder sogar Schach spielen, wenn die das konnten oder man bringst es eben bei (mhm) und dann war Schichtdienst, das ist dann eh immer schwer mit einem Verein zu verbinden (mhm) (3 Sek.) ja und wenn ich so drüber nachdenke (2 Sek.) dann war ja logisch als Hobby, als Ausgleich sozusagen war dann eben etwas was man alleine machen kann wie lesen (mhm) (1 Sek.) ja und jetzt ist halt verkehrte Welt ne (mhm), jetzt habe ich massig Zeit für meine Hobbys aber den ganzen Tag lesen ist dann doch zu viel (mhm) (1 Sek.) Gut am späten Nachmittag, früher Abend kommt meine Frau (mhm) aber die hat auch ihre Hobbys und Freundinnen und ist manchmal kaputt nach der Arbeit (2 Sek.) aber jetzt mit fast siebzig noch in einen Verein oder so was? Komm hör mir auf (3 Sek.) Aber inzwischen hat sich das ja schon ziemlich eingependelt. Mal einen Film gucken, dann Flaschen sammeln auf einem Fest, Zeit mit meiner Frau verbringen, was am Haus machen, Kollegen treffen. Das gute ist jetzt langsam geht es ja doch los bei denen auch mit Rente ne (mhm), wie gesagt NAME CHEF hat ja jetzt auch aufgehört (mhm), und jetzt treffen wir uns auch ab und zu auf ein Kölsch oder zum Essen (mhm), und ein Kollege von mir aus STADT hat jetzt Altersteilzeit, da kann man auch mal was unternehmen (mhm) (5 Sek.) #00:22:42–2# Int.: Bist du nur mit Kollegen befreundet? #00:22:42–2# IP4: Nee wieso? (2 Sek.) (weil) Wegen Kollege? (ja), nee ich meine Kollege wie Kumpel, Freund. Der aus STADT zum Beispiel arbeitet da direkt im WERK (3 Sek.) #00:23:01–7# Int.: Ach so, ich dachte nur, weil du ja auch mit deinem Chef so gut befreundet bist, das ist ja auch nicht so gewöhnlich #00:23:09–1# 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 322 323 Interview IP 4/ Fall D (Männlich, 68 Jahre alt, Rentner) IP4: (2 Sek.) Ja schon, aber den NAME CHEF kenn ich ja noch aus der Ausbildung. Ich habe nämlich (6 Sek., IP4 denkt nach) 1966 die Ausbildung zum Erzieher begonnen, da war ich 17 Jahre alt (mhm), da ging es gerade etwas auf und ab, weil die da gerade mitten drin in der Ausbildung umgestellt hatten, mit der staatlichen Anerkennung und so weiter. Ein Glück sag ich mal heute, weil ich ja dann staatlich geprüfter Erzieher war am Ende (mhm), und dann auch in den Jugendbereich wechseln konnte später mal, das war ja alles gar nicht so vorgesehen als ich da angefangen hatte (ach so ok). Aber das lernst du hier auch noch in Köln „Et hätt noch immer jot jejange“ (IP4 lacht) (4 Sek.) Naja und jedenfalls, war das mit der Umstellung und staatlichen Prüfung, und wenn du dann noch jung bist sag ich mal, und dann biste natürlich verunsichert was das jetzt werden soll (mhm). Dann kam da noch der Druck von zu Hause, weil das war 66 auch nicht so wie heute, dass die sich um männliche Erzieher kloppen, dass ging ja gerade alles erst los mit den Studenten und so (mhm), dass das etwas offener wurde, und da waren auch meine Eltern gar nicht so begeistert von, wenn der Sohn so einen, ich sag mal, Frauenberuf machen will. Meine Mamm hat gesagt „Wat will son Labbes bei de Pänz?“ und was wohl die Nachbarn denken und so weiter und so fort und mein Vater hatte mir ja schon einen Job bei sich im Bayer-Werk in Leverkusen besorgt, da war meine Mutter noch schwanger ja (Beide Lachen) (3 Sek.) ja (1 Sek.) und da habe ich NAME CHEF bei der Ausbildung kennengelernt, und der war schon fast fertig und das war schon mal was Gutes, dass ich nicht der einzige Junge bei uns war (mhm), und da haben wir uns gleich angefreundet, aber da gab es dann ein Problem (1 Sek.) für uns beide sag ich mal, auch wenn ich nur indirekt betroffen war (2 Sek.) Der NAME CHEF, der ist nämlich schwul (ok) und das war ein echtes Problem damals, denn das sahen viele nicht so gerne (1 Sek.) habe erst letztens einen Bericht im Fernsehen gesehen, dass das immer noch ein Problem ist, und da manche mit Absicht in den Schulen nicht bestehen können (oh ok). Ja und damals war das noch viel strenger sag ich mal (mhm), die Kölner tun immer so tolerant aber viele nur wenn die Leute unter sich bleiben (mhm), aber wenn dann mal einer im Kindergarten arbeitet, dann haben die gleich irgendwelche Ängste (mhm). Und naja jedenfalls musste das geheim bleiben und auch wegen mir, denn wenn das rausgekommen wäre (2 Sek.) Ich wäre ja für die Leute auch gleich schwul gewesen (1 Sek.) als Mann im Kindergarten, befreundet mit einem Schwulen (mhm). Ja und dann wär die Ausbildung vorbei sag ich mal (mhm) (2 Sek.) Aber da vertraut man einander dann auch ne (mhm). Ja dann ging das eine Zeitlang, dann hat der NAME CHEF irgendwann zu mir gesagt: „Du NAME ich geh Studieren.“ (1 Sek.) für den war das nicht ganz das was er sich vorgestellt hat ne (mhm). und da hat er auch gefragt ob ich nicht auch Lust hätte, aber das war nichts für mich sag ich mal (mhm). Der NAME CHEF hatte ja auch sowieso Abi ne (mhm) und ich hätte da glaube ich noch bestimmt Fachhochschulreife oder irgendwas machen müssen oder so, weiß nicht (1 Sek.) und nee, das war dann nichts (2 Sek.) Ich habe zwar später auch ganz gerne immer wieder Fortbildungen gemacht ne (mhm), aber so ein ganzes Studium noch mal, nee (1 Sek.) Und ich muss auch sagen ich bereue das gar nicht ja (mhm), guck mal ich habe im Wohnheim dann später dieselbe Arbeit gemacht wie die Sozialpädagogen oder jetzt die jungen, bei uns mit Bachelor sind ja jetzt immer Sozialarbeiter ne (ja). hab ich mir sagen lassen, und gut. Ich meine die kriegen schon 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 Anhang was mehr für die gleiche Arbeit, aber ganz ehrlich der Aufwand nochmal, nee (1 Sek.) und dann können die auch erst mal nichts ne (mhm) (1 Sek.) wenn die kommen zum Praktikum oder zur Anerkennung. und man vergleicht die mit den Erziehern, da merkt man schon manchmal dass die dann alles erst lernen wenn die schon lange in der Arbeit sind (mhm), die können das nicht so umsetzen weil die Ausbildung einfach eine andere ist (mhm) (5 Sek.) wo war ich denn jetzt eigentlich? (Dein Freund hat studiert). Ah ja genau (1 Sek.) da ging das ja los mit den Fachhochschulen plötzlich (mhm), und dann ist der Studieren gegangen (mhm) (1 Sek.) aber außerhalb von Köln und wir haben uns da so ein bisschen aus den Augen verloren (mhm). Und naja jedenfalls hatten wir aber trotzdem von Zeit zu Zeit losen Kontakt (1 Sek.) Mal nen Anruf oder auch mal nen Brief. Schon mal einen Brief geschrieben? (IP4 Grinst). (ja) Ja? Die Kids auf der Arbeit gucken wie ein Auto wenn man denen so was erzählt (beide lachen) (3 Sek.) Naja jedenfalls hat mich der NAME CHEF eines Tages angerufen. Das war so Anfang der 80er, und da war er dann bereits Einrichtungsleiter in demselben Wohnheim wie jetzt (mhm), ja und dann hat er gefragt ob ich mir vorstellen kann da zu arbeiten. Und ich dachte nur „jetzt bist du schon über zehn Jahre bei den Kleinen“, und fand das eigentlich gut, mal was Neues, aber eben auch unentschlossen ne (mhm) (1 Sek.) doch dann dachte ich „komm das machst du jetzt“ und bin da in der Wohngruppe gelandet (mhm), und habe dann auch ziemlich schnell auch Fortbildungen gemacht und bereue das bis heute nicht (schön), ja. Zum einen wegen dem Beruf, und zum anderen habe ich meine Frau da kennengelernt (ach cool), ja (IP4 lacht, 3 Sek.) die war da Hauswirtschafterin als ich da angefangen habe (2 Sek.) ist sie immer noch aber in einer anderen Einrichtung (mhm), ja die hatte damals gewechselt in ein Altenheim, weil das war näher an ihrer Wohnung (mhm). Ja aber wir haben weiter Kontakt gehalten und dann ist sie mich nicht mehr losgeworden sag ich mal ja (beide lachen) (4 Sek.) Hast du eine Freundin? #00:30:09–7# Int.: Ich bin verheiratet #00:30:11–5# IP4: Schon verheiratet? (Seit Januar), Achso jetzt erst, ja dann alles Gute ne (Danke), Ja gut 28 sagtest du ne (29), 29 ja das ist ja nicht zu früh (2 Sek.) Ich war ja schon weit über dreißig, als wir geheiratet haben. 86 (2 Sek.) ja (3 Sek.) und Kinder? (1 Sek.) (Nee noch nicht) Ja wir auch nicht (2 Sek.) das war nichts (1 Sek.) aber das hatte ich ihr auch gleich gesagt noch vor der Hochzeit. Ich hatte nämlich als junger Mann Mumps (oh Scheiße) Ja weißt du was ich meine ja? (Ja ich hatte dreimal Mumps) Dreimal geht das?, (Anscheinend ja. Aber ich hatte keine Hodenentzündung oder wie das heißt) (3 Sek.) ja (2 Sek.) Da hast du nochmal Glück gehabt (1 Sek.) bei mir wars leider vorbei (12 Sek.) hätten wir uns eigentlich schon gewünscht ne (mhm). Das ganze Leben mit Kindern und Jugendlichen und dann selber keine (mhm) (2 Sek.) Auch fürs Haus wäre es ja schön gewesen (mhm), das ist nämlich das Haus von meinen Eltern (ah ok), ja. In dem bin ich aufgewachsen, und wäre schon schön gewesen, das weiterzugeben, sag ich mal (mhm) (2 Sek.) Ja darum haben wir auch beschlossen, wenn da Interesse besteht. dass wir das der Einrichtung spenden dann, wenn wir nicht mehr sind (oh cool) (1 Sek.) ne? 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 324 325 Interview IP 4/ Fall D (Männlich, 68 Jahre alt, Rentner) (ja). ja dachten wir auch. (10 Sek.) Hast du noch Fragen? Weil sonst würde ich, es ist jetzt doch schon etwas spät (oh na klar), also ein paar Fragen könnte ich noch #00:32:21–2# Int.: Ist beim Sammeln mal irgendetwas passiert, was du gerne noch erwähnen würdest? Irgendeine Geschichte? #00:32:28–2# IP4: Hm (3 Sek.) nee eigentlich nichts Besonderes (1 Sek.) ich treffe halt immer mal wieder Bekannte und rede mit verschiedenen Leuten aber (2 Sek.) Da würde ich fast sagen, dass ich jetzt interviewt werde ist das Verrückteste bis jetzt (beide lachen) (3 Sek.) #00:32:50–8# Int.: OK. Hast du das Gefühl dass noch irgendwas vergessen wurde oder möchtest du noch irgendetwas sagen? #00:32:58–3# IP4: Nee (2 Sek.) Ja doch, wie ist das mit der Aufnahme?, das tippst du anonym ab ja? (genau), ja könntest du dann die Aufnahme danach direkt löschen? (oh, ja klar) nee, nicht dass du denkst ich würde dir nicht vertrauen oder so (ach nee, nee ist kein Problem), nur mit meiner Tonaufnahme auf dem Handy und dann auf dem PC und so, da bin ich ein bisschen altmodisch (IP4 lacht) #00:33:27–9# Int.: Nee das ist gar kein Problem, das verstehe ich. Dann möchte ich mich ganz lieb bei dir für das Gespräch bedanken #00:33:34–4# IP4: Ja gerne, nichts zu danken (2 Sek.) das war auch mal interessant (IP4 lacht). Machs gut #00:33:41–1# 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 Anhang Transkriptionsregeln • Es wird vollständig und wörtlich transkribiert • Der Fokus liegt auf dem Gesprächsinhalt. Stottern, Räuspern und Füllwörter (äh) werden nur transkribiert, wenn sie für die Aussage wichtig erscheinen • Gesagtes desjenigen, der gerade nicht als Sprecher ausgewiesen ist (Reinreden des Interviewers beim Interviewten und umgekehrt), wird in Klammern gesetzt • Kurze Pausen werden mit einem Komma angezeigt, längere Pausen mit einem Punkt. Pausen ab einer Länge von einer Sekunde werden in Klammern wie folgt dargestellt: (1 Sek.), (2 Sek.) usw. Wenn der Grund der Pause ersichtlich ist, wird dieser angegeben • Auffälligkeiten wie Lachen, auffälliges Räuspern usw. werden in Klammern angegeben • Die Interviewtranskripte werden Fall A, Fall B usw. genannt und so unterschieden • Die Interviewten werden Interviewpartner 1, Interviewpartner 2 uns. genannt und so unterschieden • Zahlen werden nach Möglichkeit in Ziffern geschrieben um Orientierungspunkte im Text zu haben124 • Zusätzliche Informationen werden als solche erkenntlich in Klammern dargestellt • ZU BEACHTEN! = Bei F4 und MAXQDA werden Absätze nummeriert, bei Word alle Zeilen • Folgende Abkürzungen werden verwendet: • IP = Interviewpartner*in (werden nummeriert) • Int. = Interviewer • mhm = Zustimmendes Geräusch • hnhn = Verneinendes Geräusch 124 Nach Lektorat geändert 326 327 Kodierleitfaden Kodierleitfaden Kategorie Definition Ankerbeispiele Kodierregeln K1: Geld spielt eine tragende Rolle Aus der Aussage ist klar ersichtlich, dass die Person der Meinung ist, sich durch das Flaschensammeln finanziell besser zu stellen. • Geld wird im Zusammenhang mit dem Sammeln in besonderer Weise erwähnt bzw. hervorgehoben • Es wird erwähnt, dass durch das Sammeln eine erhebliche Verbesserung der finanziellen Situation eintritt. „es ist hauptsächlich in allererster Linie mal der finanzielle Ansporn gewesen (mhm), eben mal noch was dazuzuhaben, wie gesagt“ „Das hat das Ganze ja auch initiiert oder einen dazu getrieben, weil das war cash und netto (mhm) und das gab es schnell (mhm), das macht natürlich was aus.“ Wenn einer der Aspekte direkt oder indirekt zutrifft. Sonst Kodierung „untergeordnete Rolle“ K2: Geld spielt eine untergeordnete Rolle Der finanzielle Aspekt des Sammelns wird als nicht wesentlich betrachtet, jedoch erwähnt. „Es ist natürlich, wenn man das natürlich, sagte der eine auch so ein bisschen mit sonem Augenzwinkern, wenn man das natürlich auf nen Stundenlohn umrechnet, ist das völlig unökonomisch, aber es ging Siehe Definition Anhang mir ja auch, ich hab auch ein bisschen Freude, Spaß an der Sache gehabt, weil ich, weil es auch nette Unterhaltung mit den Jungs war, ne?“ K3: Geld spielt keine Rolle Geld findet im Zusammenhang mit dem Sammeln keine Erwähnung oder die Rolle des Geldes für eigene Belange wird glaubhaft verneint. „Ist ja für die Jugendlichen, nicht für mich.“ „Nee gar nicht eigentlich, das ist ja nicht für mich, das mache ich ja im Namen der Einrichtung“ Siehe Definition K4: Flaschensammeln wirkt identitätsstiftend Man betrachtet sich selbst als Flaschensammler im Sinne einer Berufsbezeichnung. Unterschied zwischen Amateuren und Profis wird hier herausgestellt „Da musste man dann schon überlegen, da musste man auch planen (mhm), da waren wir gleich zu dritt (ok) und dann musste das schon genau ausgetimed werden, wie das das zu laufen hat (mhm). Sackweise, da musste man auch schon darauf aufpassen, denn es wurde ja auch stark geklaut (mhm), denn wenn andere Herren irgendwo deine Säcke gesehen haben, die schon fertig gepackt waren und sortiert waren.“ Selbstbezeichnung als Flaschensammler mit professioneller Haltung muss erkennbar sein. Person sieht sich häufig als Teil eines Berufszweigs und spricht z. B. von Kollegen 328 329 Kodierleitfaden K5: Geringe Identifikation mit der Tätigkeit Man betrachtet sich selbst als Flaschensammlerin in dem Sinne, dass man Flaschen einsammelt. Bei der Unterscheidung zwischen Profis und Amateuren sieht man sich eher bei den Amateuren oder „Hobbysammlerinnen“ „Ich weiß nicht, ob du das weißt, aber da herrscht auch ein ganz schöner Kampf in Anführungsstrichen zwischen den diversen Flaschensammlern und manchmal, dann beobachte ich die Situation nur und schalte mich da nicht aktiv ein. Aber nicht, weil ich Angst habe, sondern weil ich das einfach auch ein bisschen zu wuselig finde (mhm).“ Selbstbezeichnung als Flaschensammler kann möglich sein. Person grenzt sich jedoch in irgendeiner Art von anderen Sammlern ab K6: Eine Identität als Flaschensammler wird gänzlich abgelehnt Man lehnt jegliche Bezeichnung und Interpretation in dieser Hinsicht ab. Es gibt keinerlei Anzeichen, dass eine Identifikation mit der Tätigkeit stattfindet „da muss ich auch gleich sagen, dass das bei mir mit dem Flaschensammeln ein bisschen anders ist als bei den anderen Sammlern (ok), das sind ja bestimmt oft Arbeitslose und ärmere Leute, kann ich mir vorstellen, oder?“ „Ja genau und bei mir ist das so, ich sammle nicht so.“ Siehe Definition Anhang K7: Das Flaschensammeln als Strategie soziale Kontakte zu generieren ist wichtig Die soziale Komponente beim Sammeln wird als besonders wichtig hervorgehoben. Person spricht z. B. viel von eigener sozialer Isolation „Also ich bin sowieso ein kommunikativer Mensch und es kommt immer darauf an, wie man mit den Menschen spricht, ich bin natürlich höflich und wenn man wider Erwarten mal eine Abfuhr kriegt verbaler Natur, dann muss man das wegstecken, aber Überwindung, nein. Im Gegenteil, ich spreche gerne und unterhalte mich mit den Menschen und wenn sie nicht ganz abweisend sind, dann ist das ja auch schön“ „Ja das ist nämlich die ganze Krux an der Sache, weil (2 Sek.) also die wirklichen Freunde, die habe ich jedenfalls nicht hier in Köln.“ Diese Kategorie trifft zu wenn: • Person den sozialen Aspekt des Sammelns besonders hervorhebt • Die eigene Vereinsamung zum Thema macht K8: Soziale Kontakte beim Sammeln nebensächlich Es kommt zu sozialen Kontakten, diese werden allerdings nicht besonders hervorgehoben, da z. B. viele Kontakte unabhängig vom Sammeln bestehen „Aber inzwischen hat sich das ja schon ziemlich eingependelt. Mal einen Film gucken, dann Flaschen Sammeln auf einem Fest, Zeit mit meiner Frau verbringen, was am Haus machen, Kollegen treffen. Diese Kategorie trifft zu wenn: • Der soziale Aspekt beiläufig als angenehme Nebenerscheinung des Sammelns angesprochen wird 330 331 Kodierleitfaden Das Gute ist jetzt, langsam geht es ja doch los bei denen auch mit Rente, ne (mhm), wie gesagt, NAME CHEF hat ja jetzt auch aufgehört (mhm), und jetzt treffen wir uns auch ab und zu auf ein Kölsch oder zum Essen (mhm), und ein Kollege von mir aus STADT hat jetzt Altersteilzeit, da kann man auch mal was unternehmen“ • Außerhalb des Sammelkosmos ausreichend zwischenmenschliche Kontakte bestehen K9: Soziale Kontakte in Bezug auf das Sammeln werden strikt abgelehnt Sammlerin versucht nach Möglichkeit, soziale Kontakte zu vermeiden und nicht aufzufallen Kein Ankerbeispiel vorhanden Sammlerin legt keinen Wert auf soziale Kontakte im Zusammenhang mit dem Sammeln, selbst flüchtige Begegnungen werden abgelehnt und als unabwendbares Übel hingenommen K10: Dem Flaschensammeln wird ein hoher Sinngehalt zugesprochen. Das Sammeln von Flaschen wird als sehr sinnvoll empfunden. Der höhere (gesellschaftliche) Sinn des Sammelns wird speziell herausgestellt, z.B. Umweltschutz „da sind wir dann natürlich direkt rundmarschiert, durch die Bahnen durch, weil der KVB, der war das ja auch recht, wenn wir das Zeug da rausgeräumt haben, dann haben wir ja auch das ganze Glas mitgenommen“ Wenn dem Sammeln neben den in den Startkategorien implizierten Sinngehalten ein höherer Sinn zugesprochen wird, wie z.B. Umweltschutz oder Sicherheit bei Veranstaltungen. Anhang Besteht der „Sinn“ aus einer der anderen Kategorien, wird der Code zu K11, außer er wird in außergewöhnlichem Maß hervorgehoben, dann K10. Hier können neue Kategorien entstehen! Achtung! Es besteht die Gefahr, dass es sich hier um vorgeschobene Scheinkategorien handelt, die von anderen Gründen zu Sammeln ablenken sollen. K11: Das Sammeln wird als sinnvoll erachtet Man schreibt dem Sammeln keinen höheren Sinn zu, betrachtet es aber auch nicht als sinnlos „joar, und dann habe ich um das so ein bisschen auszubessern, habe ich dann Flaschen gesammelt, Wochenende hauptsächlich (3 Sek.) damit ich so ein bisschen was übrig habe noch“ Die Kategorie wird verwendet, wenn dem Sammeln außer dem individuellen Sinn, welcher sich in den anderen Kategorien widerspiegelt, keine höhere Bedeutung zugemessen wird K12: Die Sinnhaftigkeit des Sammelns nicht erschließbar Sinnhaftigkeit wird nicht erwähnt, wie sich Sinn ausdrückt bleibt unklar (Anm.: Es wird davon ausgegangen, dass eine Handlung immer mit einem „subjektiven Sinn“ (Weber 1999, S. 15) geschieht, eine Kein Ankerbeispiel vorhanden Siehe Definition 332 333 Kodierleitfaden sinnlose Handlung somit nicht möglich ist) K13: Der Tages-, Wochenablauf erhält eine Struktur Freie Zeit wird genutzt. Es geht aus dem Gesagten hervor, dass das Sammeln existenziell notwendig ist, um den Tagesablauf zu strukturieren „joa, da wurde es schon anstrengend bei den Kölner Lichtern vor zwei Jahren (mhm) (2 Sek.), da musste man dann schon überlegen, da musste man auch planen (mhm), da waren wir gleich zu dritt. (ok) und dann musste das schon genau ausgetimed werden, wie dass das zu laufen hat.“ Diese Kategorie wird verwendet, wenn • die Person ohne das Sammeln nicht wüsste, was sie mit seiner freien Zeit anfangen sollte und diesen Umstand als negativ erleben würde • Aus den Erzählungen der Person hervorgeht, dass das Sammeln und die damit verbundenen Tätigkeiten (Routenplanung, Lagerung, Abgeben) einen wesentlichen Teil ihrer Lebenszeit in Anspruch nimmt K14: Sammeln trägt teilweise zur zeitlichen Strukturierung bei Die freie Zeit wird unter anderem mit dem Sammeln von Flaschen gefüllt, es gibt aber noch weitere Dinge, die den Tag sinnvoll füllen „Aber inzwischen hat sich das ja schon ziemlich eingependelt. Mal einen Film gucken, dann Flaschen Sammeln auf einem Fest, Zeit mit meiner Frau Das Sammeln stellt keine „Vollzeittätigkeit“ dar und die Person geht weiteren Aufgaben nach (Hobbys, regelmä- ßige Termine, andere Arbeiten). Anhang verbringen, was am Haus machen, Kollegen treffen. Das Gute ist jetzt, langsam geht es ja doch los bei denen auch mit Rente, ne (mhm), wie gesagt, NAME CHEF hat ja jetzt auch aufgehört (mhm), und jetzt treffen wir uns auch ab und zu auf ein Kölsch oder zum Essen (mhm), und ein Kollege von mir aus STADT hat jetzt Altersteilzeit, da kann man auch mal was unternehmen“ Das Sammeln wird unter Umständen nebenbei erledigt, während einer anderen Tätigkeit nachgegangen wird. K15: Sammeln wirkt sich nicht bis negativ auf eine geordnete Tagesstruktur aus Das Sammeln hat keinen Einfluss auf die zeitliche Strukturierung der Tage, Wochen oder Monate. Aufgaben und Termine die eigentlich die Zeit in Anspruch nehmen würden, werden zu Gunsten des Sammelns liegen gelassen „ich leb jetzt nicht in den Tag hinein, ich habe so meine festen Rituale, ich gucke zum Beispiel ganz gerne diese Krimiserien, die auf ZDF Neo kommen (mhm) tagsüber, oder zum Beispiel so wie heute habe ich mir den Bundestag, habe ich mich Teile, die Debatte läuft ja übrigens noch, die geht heut, die hat heut ne lange Tagesordnung, die geht bestimmt wieder bis mindestens bis in die späten Das Sammeln wirkt sich negativ auf die Strukturierung des Tagesablaufs aus, da es zum Beispiel den Platz von eigentlich verpflichtenden Terminen einnimmt. Das Sammeln spielt für die Strukturierung des Alltags keine Rolle. Es wird entweder gar nicht erwähnt oder es werden andere Dinge hervorgehoben die die freie Zeit sinnvoll füllen. 334 335 Kodierleitfaden Abendstunden, ich guck das immer auf Bundestag TV, das ist ein eigener Sender.“ K16: Durch das Sammeln wird versucht, sich an den ehemaligen Arbeitgeber zu binden Man sammelt gefühlt im Auftrag des ehemaligen Arbeitgebers und versucht, durch das Sammeln in Kontakt zu bleiben „Nee gar nicht eigentlich, das ist ja nicht für mich, das mache ich ja im Namen der Einrichtung.“ Diese Kategorie trifft zu wenn: • Die interviewte Person der Meinung ist, sie sammle im Auftrag ihres damaligen Arbeitgebers • Versucht wird, sich durch das Sammeln an den ehemaligen Arbeitgebers zu binden K17: Durch das Sammeln kommt es zufälligerweise zum Kontakt zum ehemaligen Arbeitgeber Man kommt zwar durch das Sammeln in Kontakt zum ehemaligen Arbeitgeber, dies ist allerdings nicht unbedingt beabsichtigt. (Zum Beispiel eine ehemalige Bahnmitarbeiterin, die am Bahnhof sammelt) „Der ist heute nicht hier, mit dem habe ich immer zusammengearbeitet (ah ok), ich hatte mal nen Job, die ganze Zeit bei der KVB als Sicherungsaufsicht und da hat sich das dann zwangsläufig so ergeben (mhm). Da hat man natürlich noch andere Möglichkeiten, da war die Konkurrenz auch noch nicht gegeben. Heute wird da nur noch geklaut und so was und so macht das keinen Spaß mehr“ Diese Kategorie trifft zu, wenn zwar erwähnt wird, dass es durch das Sammeln zum Kontakt zum ehemaligen Arbeitgeber kommt, dem jedoch nicht viel Bedeutung beigemessen wird Anhang K18: Der ehemalige Arbeitgeber spielt keine Rolle im Zusammenhang mit dem Sammeln Es wird kein Zusammenhang zwischen ehemaligem Arbeitgeber und dem Sammeln hergestellt, bzw. der ehemalige Arbeitgeber gar nicht erst erwähnt Ankerbeispiel nicht möglich Siehe Definition 336 Anhang Erster Durchgang der Zusammenfassung Fall Absatz Nr. Paraphrase Generalisierung Reduktion A 2 1 Geld stinkt nicht Geld schon wichtig, aber K1 Geld schon wichtig aber trotzdem nur Sammeln wenn es sich ergibt und ohne extra Aufwand weil: - Keine materiellen Probleme - In Armut eingerichtet - Geregeltes Einkommen - Kölnpass - Sammeln unökonomisch - Es geht anderen schlechter (Wohnungslose) - Ein paar Euros machen keinen Unterschied K2 Ohne diese Bedingungen Geld vielleicht wichtiger K3 Es wird trotzdem bei Gelegenheit gesammelt weil -Wenig Geld -Monatskarte ausnutzen -Freude auch über wenig Geld -Spaß -Normativer Zwang Geld zu ehren A 2 2 aber trotzdem nur sammeln, wenn Gelegenheit nur sammeln, wenn es sich ergibt A 2 3 nicht zielgerichtet Es wird kein extra Aufwand betrieben A 4 4 leben von Arbeitslosengeld II wenig Geld A 4 5 keine materiellen Probleme keine Materiellen Probleme als Bedingung A 4 6 keine materiellen Probleme keine Materiellen Probleme als Bedingung A 4 7 Freunde alle erfolgreich im Beruf, selber nicht kein beruflicher Erfolg A 4 8 keine finanziellen Probleme Keine Materiellen Probleme als Bedingung A 4 9 weil Leben mit wenig Geld gut organisiert in Armut eingerichtet A 4 10 Jobcenter zahlt Wohnung geregeltes Einkommen durch Jobcenter A 4 11 viele Vergünstigungen durch Kölnpass Kölnpass hilft A 4 12 vor allem wird Kölnpass für Monatskarte genutzt Monatskarte durch Kölnpass wichtig A 4 13 stolze Summe von 6,50 Euro 6,50 Euro überdurchschnittliche Sammeleinnahme A 4 14 über das Geld gefreut Freude über Geld A 4 15 wollte das gar nicht ungewollt ergeben A 6 16 nicht zielgerichtet nur Sammeln wenn es sich ergibt A 6 17 als Stundenlohn unökonomisch Sammeln unökonomisch A 6 18 aber trotzdem gesammelt, weil es Spaß gemacht hat Spaß als Bedingung A 6 19 arbeitslos nicht obdachlos Es geht anderen schlechter A 8 20 tut in Seele weh, wenn Geld rumliegt Normativer Zwang, das Geld zu ehren A 8 21 versteht aber, dass manche die Flaschen loswerden wollen Verständnis, wenn Flasche trotz Wert den Besitzer belastet A 8 22 spricht auch Menschen an direktes Fragen nach Flasche A 8 23 aber nur, wenn Situation angemessen nur sammeln, wenn es sich ergibt A 8 24 nicht Tagwerk, sondern sporadisch nur sammeln, wenn es sich ergibt A 29 25 Situation hat ihn materiell nicht aus der Bahn geworfen keine materiellen Probleme als Bedingung A 29 26 Situation hat ihn menschlich nicht aus der Bahn geworfen Arbeitslosigkeit kein Problem A 29 27 ziemlich starker Charakter Resilienz A 39 28 andere Geldquellen wie Altmetall auch nur bei Gelegenheit Geld machen, wenn es sich ergibt A 44 29 Gibt Flaschen von Zuhause regelmäßig ab aus Ordnungsgründen und nicht, weil Geld gebraucht wird Ein paar Euros mehr machen keinen wichtigen Unterschied A 50 30 normalerweise nicht so viel Geld: ein halber bis ein Euro macht mit Flaschen meist Beträge bis zu einem Euro A 52 31 ohne Monatskarte selten in der Stadt Monatskarte durch Kölnpass wichtig A 52 32 wenn man was stehen sieht und eine Tüte dabei hat nur sammeln, wenn es sich ergibt A 78 33 Sammelgeld nicht zwingend erforderlich kein großer finanzieller Unterschied A 78 34 6,50-Ausreißer nach oben 6,50 Euro überdurchschnittliche Sammeleinnahme A 88 35 Bruchteil eines seriösen Stundenlohns Sammeln unökonomisch A 90 36 nettes Zubrot, nicht lebensnotwendig kein großer finanzieller Unterschied A 90 37 Freude über Geld Freude über Geld A 90 38 hohe Einnahmen sind krasse Ausnahme 6,50 Euro überdurchschnittliche Sammeleinnahme 338 339 Erster Durchgang der Zusammenfassung Erster Durchgang der Zusammenfassung Fall Absatz Nr. Paraphrase Generalisierung Reduktion A 2 1 Geld stinkt nicht Geld schon wichtig, aber K1 Geld schon wichtig aber trotzdem nur Sammeln wenn es sich ergibt und ohne extra Aufwand weil: - Keine materiellen Probleme - In Armut eingerichtet - Geregeltes Einkommen - Kölnpass - Sammeln unökonomisch - Es geht anderen schlechter (Wohnungslose) - Ein paar Euros machen keinen Unterschied K2 Ohne diese Bedingungen Geld vielleicht wichtiger K3 Es wird trotzdem bei Gelegenheit gesammelt weil -Wenig Geld -Monatskarte ausnutzen -Freude auch über wenig Geld -Spaß -Normativer Zwang Geld zu ehren A 2 2 aber trotzdem nur sammeln, wenn Gelegenheit nur sammeln, wenn es sich ergibt A 2 3 nicht zielgerichtet Es wird kein extra Aufwand betrieben A 4 4 leben von Arbeitslosengeld II wenig Geld A 4 5 keine materiellen Probleme keine Materiellen Probleme als Bedingung A 4 6 keine materiellen Probleme keine Materiellen Probleme als Bedingung A 4 7 Freunde alle erfolgreich im Beruf, selber nicht kein beruflicher Erfolg A 4 8 keine finanziellen Probleme Keine Materiellen Probleme als Bedingung A 4 9 weil Leben mit wenig Geld gut organisiert in Armut eingerichtet A 4 10 Jobcenter zahlt Wohnung geregeltes Einkommen durch Jobcenter A 4 11 viele Vergünstigungen durch Kölnpass Kölnpass hilft A 4 12 vor allem wird Kölnpass für Monatskarte genutzt Monatskarte durch Kölnpass wichtig A 4 13 stolze Summe von 6,50 Euro 6,50 Euro überdurchschnittliche Sammeleinnahme A 4 14 über das Geld gefreut Freude über Geld A 4 15 wollte das gar nicht ungewollt ergeben A 6 16 nicht zielgerichtet nur Sammeln wenn es sich ergibt A 6 17 als Stundenlohn unökonomisch Sammeln unökonomisch A 6 18 aber trotzdem gesammelt, weil es Spaß gemacht hat Spaß als Bedingung A 6 19 arbeitslos nicht obdachlos Es geht anderen schlechter A 8 20 tut in Seele weh, wenn Geld rumliegt Normativer Zwang, das Geld zu ehren A 8 21 versteht aber, dass manche die Flaschen loswerden wollen Verständnis, wenn Flasche trotz Wert den Besitzer belastet A 8 22 spricht auch Menschen an direktes Fragen nach Flasche A 8 23 aber nur, wenn Situation angemessen nur sammeln, wenn es sich ergibt A 8 24 nicht Tagwerk, sondern sporadisch nur sammeln, wenn es sich ergibt A 29 25 Situation hat ihn materiell nicht aus der Bahn geworfen keine materiellen Probleme als Bedingung A 29 26 Situation hat ihn menschlich nicht aus der Bahn geworfen Arbeitslosigkeit kein Problem A 29 27 ziemlich starker Charakter Resilienz A 39 28 andere Geldquellen wie Altmetall auch nur bei Gelegenheit Geld machen, wenn es sich ergibt A 44 29 Gibt Flaschen von Zuhause regelmäßig ab aus Ordnungsgründen und nicht, weil Geld gebraucht wird Ein paar Euros mehr machen keinen wichtigen Unterschied A 50 30 normalerweise nicht so viel Geld: ein halber bis ein Euro macht mit Flaschen meist Beträge bis zu einem Euro A 52 31 ohne Monatskarte selten in der Stadt Monatskarte durch Kölnpass wichtig A 52 32 wenn man was stehen sieht und eine Tüte dabei hat nur sammeln, wenn es sich ergibt A 78 33 Sammelgeld nicht zwingend erforderlich kein großer finanzieller Unterschied A 78 34 6,50-Ausreißer nach oben 6,50 Euro überdurchschnittliche Sammeleinnahme A 88 35 Bruchteil eines seriösen Stundenlohns Sammeln unökonomisch A 90 36 nettes Zubrot, nicht lebensnotwendig kein großer finanzieller Unterschied A 90 37 Freude über Geld Freude über Geld A 90 38 hohe Einnahmen sind krasse Ausnahme 6,50 Euro überdurchschnittliche Sammeleinnahme Anhang B 9 39 früher viel Geld gemacht, heute lohnt es sich nicht mehr Geld wichtig, damit sich sammeln lohnt K4 Geld entscheidend für Sammeltätigkeit K5 Sammeln heute keine gute Methode zum Geldverdienen mehr wegen Konkurrenz K6 Sammeln nur als Einnahmequelle, wenn es keine bessere Möglichkeit gibt, ansonsten diese verwenden (Effizienz) K7 Auch in Kombination mit anderen Strategien möglich, dann aber untergeordnet (Zuverdienst) K8 schnelles Geld auf die Hand B 13 40 Flaschensammeln damals gut als "Nebenbeiverdienstmethode" Sammeln KANN gute Methode zum Geldverdienen sein B 22 41 wenn nicht mehr lohnenswert, dann etwas anderes machen wenn wenig Geld, dann andere Strategie verwenden B 22 42 neuer Job besser, weil erträglicher als Sammeln wenn wenig Geld, dann andere Strategie verwenden B 22 43 verschiedene Jobs und immer sammeln, wenn nichts lukrativeres zu finden war Sammeln als Haupteinnahmequelle B 22 44 sammeln, wenn andere Jobs nicht zu kriegen nur wenn nichts besseres B 22 45 lohnt heute nicht mehr aufgrund der Konkurrenz lohnt heute nicht mehr B 22 46 lohnt nur, wenn bandenmäßig nur bandenmäßig Erfolg B 24 47 sammelt auch, wenn nicht sofort nötig für schwere Zeiten Vorrat für schwere Zeiten B 24 48 wenn Pech, dann gut, was zu haben Vorrat für schwere Zeiten B 26 49 hauptsächlich finanzieller Ansporn hauptsächlich wegen Geld B 30 50 neue Strategie bringt mehr Geld wenn wenig Geld, dann andere Strategie verwenden B 36 51 neue Strategie bringt mehr Geld wenn wenig Geld, dann andere Strategie verwenden B 46 52 Spaß am Sammeln erst, wenn das Geld eingelöst wurde Geld wichtig, damit sich sammeln lohnt B 48 53 früher viel Geld gemacht, heute lohnt es sich nicht mehr Geld wichtig, damit sich sammeln lohnt B 50 54 auch bei neuer Strategie nur arbeiten, wenn es sich lohnt Arbeit muss sich lohnen B 70 55 angefangen, weil es Geld cash und schnell gab schnelles Geld auf die Hand B 84 56 über Wasser gehalten, wenn es keinen besseren Job gab nur wenn nichts besseres B 84 57 sammelt nicht mehr groß, weil es nichts bringt lohnt heute nicht mehr B 84 58 Misserfolg frustriert einen geringe Einnahmen frustrierend B 86 59 früher hat sich Sammeln gelohnt früher hat es sich gelohnt B 88 60 Flaschensammeln kann man immer, wenn es nichts Besseres gibt nur wenn nichts besseres B 88 61 in Kombination mit neuer Strategie aber nebenbei auch Zuverdienst nebenbei möglich C 3 62 damit man etwas mehr fürs Leben übrig hat wichtiger Zuverdienst C 3 63 Strategie gewechselt zu lukrativerer Einnahmequelle bei besserer Strategie wechseln C 5 64 Aufbesserung durch Pfand mehr Geld durch Pfand C 5 65 früher am Wochenende genug für ganze Woche gesammelt früher hat es sich gelohnt C 5 66 heute zu viel Konkurrenz lohnt heute nicht mehr C 5 67 sammeln, wenn zu wenig Geld hauptsächlich wegen Geld C 5 68 Kann man an und für sich fast von leben Sammeln KANN gute Methode zum Geldverdienen sein C 7 69 damals gelohnt, heute nicht mehr lohnt heute nicht mehr C 9 70 angefangen, weil Geld auf der Straße lag schnelles Geld auf die Hand C 13 71 Jede Flasche, die im Weg liegt, wird noch immer gesammelt Kombination von Strategien C 15 72 weil es sich gelohnt hat, aktiv gesammelt früher hat es sich gelohnt C 15 73 früher viel Geld gemacht, heute lohnt es sich nicht mehr lohnt heute nicht mehr C 15 74 Jede Flasche, die im Weg liegt, wird noch immer gesammelt Kombination von Strategien C 17 75 Geld wichtiger Vorteil beim Sammeln Geld wichtig, damit sich sammeln lohnt C 17 76 Geld einziger Vorteil beim Sammeln Geld wichtig, damit sich sammeln lohnt 340 341 Erster Durchgang der Zusammenfassung B 9 39 früher viel Geld gemacht, heute lohnt es sich nicht mehr Geld wichtig, damit sich sammeln lohnt K4 Geld entscheidend für Sammeltätigkeit K5 Sammeln heute keine gute Methode zum Geldverdienen mehr wegen Konkurrenz K6 Sammeln nur als Einnahmequelle, wenn es keine bessere Möglichkeit gibt, ansonsten diese verwenden (Effizienz) K7 Auch in Kombination mit anderen Strategien möglich, dann aber untergeordnet (Zuverdienst) K8 schnelles Geld auf die Hand B 13 40 Flaschensammeln damals gut als "Nebenbeiverdienstmethode" Sammeln KANN gute Methode zum Geldverdienen sein B 22 41 wenn nicht mehr lohnenswert, dann etwas anderes machen wenn wenig Geld, dann andere Strategie verwenden B 22 42 neuer Job besser, weil erträglicher als Sammeln wenn wenig Geld, dann andere Strategie verwenden B 22 43 verschiedene Jobs und immer sammeln, wenn nichts lukrativeres zu finden war Sammeln als Haupteinnahmequelle B 22 44 sammeln, wenn andere Jobs nicht zu kriegen nur wenn nichts besseres B 22 45 lohnt heute nicht mehr aufgrund der Konkurrenz lohnt heute nicht mehr B 22 46 lohnt nur, wenn bandenmäßig nur bandenmäßig Erfolg B 24 47 sammelt auch, wenn nicht sofort nötig für schwere Zeiten Vorrat für schwere Zeiten B 24 48 wenn Pech, dann gut, was zu haben Vorrat für schwere Zeiten B 26 49 hauptsächlich finanzieller Ansporn hauptsächlich wegen Geld B 30 50 neue Strategie bringt mehr Geld wenn wenig Geld, dann andere Strategie verwenden B 36 51 neue Strategie bringt mehr Geld wenn wenig Geld, dann andere Strategie verwenden B 46 52 Spaß am Sammeln erst, wenn das Geld eingelöst wurde Geld wichtig, damit sich sammeln lohnt B 48 53 früher viel Geld gemacht, heute lohnt es sich nicht mehr Geld wichtig, damit sich sammeln lohnt B 50 54 auch bei neuer Strategie nur arbeiten, wenn es sich lohnt Arbeit muss sich lohnen B 70 55 angefangen, weil es Geld cash und schnell gab schnelles Geld auf die Hand B 84 56 über Wasser gehalten, wenn es keinen besseren Job gab nur wenn nichts besseres B 84 57 sammelt nicht mehr groß, weil es nichts bringt lohnt heute nicht mehr B 84 58 Misserfolg frustriert einen geringe Einnahmen frustrierend B 86 59 früher hat sich Sammeln gelohnt früher hat es sich gelohnt B 88 60 Flaschensammeln kann man immer, wenn es nichts Besseres gibt nur wenn nichts besseres B 88 61 in Kombination mit neuer Strategie aber nebenbei auch Zuverdienst nebenbei möglich C 3 62 damit man etwas mehr fürs Leben übrig hat wichtiger Zuverdienst C 3 63 Strategie gewechselt zu lukrativerer Einnahmequelle bei besserer Strategie wechseln C 5 64 Aufbesserung durch Pfand mehr Geld durch Pfand C 5 65 früher am Wochenende genug für ganze Woche gesammelt früher hat es sich gelohnt C 5 66 heute zu viel Konkurrenz lohnt heute nicht mehr C 5 67 sammeln, wenn zu wenig Geld hauptsächlich wegen Geld C 5 68 Kann man an und für sich fast von leben Sammeln KANN gute Methode zum Geldverdienen sein C 7 69 damals gelohnt, heute nicht mehr lohnt heute nicht mehr C 9 70 angefangen, weil Geld auf der Straße lag schnelles Geld auf die Hand C 13 71 Jede Flasche, die im Weg liegt, wird noch immer gesammelt Kombination von Strategien C 15 72 weil es sich gelohnt hat, aktiv gesammelt früher hat es sich gelohnt C 15 73 früher viel Geld gemacht, heute lohnt es sich nicht mehr lohnt heute nicht mehr C 15 74 Jede Flasche, die im Weg liegt, wird noch immer gesammelt Kombination von Strategien C 17 75 Geld wichtiger Vorteil beim Sammeln Geld wichtig, damit sich sammeln lohnt C 17 76 Geld einziger Vorteil beim Sammeln Geld wichtig, damit sich sammeln lohnt Anhang D 5 77 sammelt für die Kinder sammelt für andere K9 Sammelt für andere, obwohl er finanziell auch ohne Sammeln helfen könnte, da genug RenteD 5 78 trennt Geld von sich und Kindern trennt sein Geld vom Pfandgeld D 7 79 Das Geld ist für den guten Zweck sammelt für andere D 7 80 Braucht kein Geld für sich braucht kein Pfandgeld D 11 81 Für Jugendliche, nicht für mich sammelt für andere D 13 82 will keinem etwas wegnehmen will ärmeren Sammlern nichts wegnehmen D 15 83 sammelt für Einrichtung sammelt für andere D 15 84 Trennt Geld von sich und Kindern trennt sein Geld vom Pfandgeld D 17 85 Finanziell könnte er sogar das Geld für die Kinder ohne Sammeln aufbringen braucht das Pfandgeld nicht einmal für andere D 17 86 schönes Taschengeld für die Reise Geld zweckgebunden für die Reise 87 A 4 88 Beamtenlaufbahn angestrebt Beamtenkarriere K1 gescheiterte Beamtenkarriere Zäzur, weil: - Freunde alle erfolgreich - Abschluss wichtig K2 Alternative Berufskarrieren: - Verwaltungsfachangestelter (Abschluss wichtig!) - Sicherheitsfachkraft (Abschluss weniger wichtig) - Rundfunkempfang K3 alternative Berufskarrieren gescheitert, weil: - Gelegenheitsjobs - Immer befristet - keine Arbeit als Sicherheitsfachkraft - ALG-II-Empfänger K4 heute beruflich resigniert K5 generelle Zugehörigkeit zu der Gruppe der Sammler, aber: - Flaschensammeln keine Haupttätigkeit - keine Gruppenzugehörigkeit zu aktiven Sammlern - kein seriöser Stundenlohn möglich, daher abzulehnen A 4 89 Beamtenprüfung nicht bestanden Berufskarriere gescheitert A 4 90 dieses und jenes gemacht Gelegenheitsjobs A 4 91 Werkschutz gearbeitet Alternative Sicherheitsfachkraft A 4 92 Prüfung gemacht zum Verwaltungsfachangestellten Abschluss Verwaltungsfachangestellter A 4 93 wichtig, einen Abschluss zu haben Abschluss wichtig A 4 94 immer befristet als Verwaltungsfachangestellter immer Befristet A 4 95 an verschiedenen Empfängen des Westdeutschen Rundfunks gesessen Alternative Rundfunkempfang A 4 96 Geprüfte Sicherheitsfachkraft Abschluss Sicherheitsfachkraft A 4 97 Prüfung gemacht zur Sicherheitsfachkraft Abschluss Sicherheitsfachkraft A 4 98 danach nicht mehr als Sicherheitsfachkraft gearbeitet keine Arbeit als Sicherheitsfachkraft A 4 99 sogenannter Hartz-4-Empfänger Hartz-4-Empfänger A 4 100 lehnt den Bgriff ab Hartz-4-Empfänger keine Selbstbezeichnung A 4 101 alle Freunde Karriere gemacht Freunde alle erfolgreich A 4 102 als einziger keinen Erfolg Karriere gescheitert A 4 103 Flaschensammeln nur sporadisch Flaschensammeln keine Haupttätigkeit A 4 104 höflicher als Flaschensammler aus dem Balkan Vergleich mit anderen Sammlern A 4 105 andere Sammler abgelehnt und Flaschen ihm gegeben Vergleich mit anderen Sammlern A 6 106 nicht bereit unter Mindestlohn zu arbeiten Unter Mindestlohn keine gute Arbeit (unseriös) A 8 107 Flaschensammeln kein Tagwerk, sondern spradisch Flaschensammeln keine Haupttätigkeit A 10 108 der Freundlichste von dieser Zunft in Anführungsstrichen Gruppenzugehörigkeit zu Flaschensammlern A 10 109 andere Sammler unhöflich Vergleich mit anderen Sammlern A 16 110 steht in Konkurenz zu anderen Sammlern Gruppenzugehörigkeit zu Flaschensammlern A 24 111 hat mich wegen Aushang "Suche Flaschensammler" kontaktiert Gruppenzugehörigkeit zu Flaschensammlern A 29 112 Beamtenkarriere gescheitert Berufskarriere gescheitert A 29 113 deswegen Verwaltungsfachangestellter Alternative Verwaltungsfachangestellter A 29 114 gescheiterte Beamtenprüfung aus der Bahn geworfen gescheiterte Berufskarriere Zäsur A 33 115 spricht von sich als Flaschensammler Gruppenzugehörigkeit zu Flaschensammlern A 48 116 sammelt Flaschen, aber nicht als intensiv Flaschensammeln keine Haupttätigkeit A 48 117 manchmal zu viel Konkurrenz Gruppenzugehörigkeit zu Flaschensammlern A 48 118 beobachtet lieber und steigt nicht ein keine Gruppenzugehörigkeit zu aktiven Sammlern A 52 119 Sammeln nur Nebenaspekt vom Bahnfahren Flaschensammeln keine Haupttätigkeit 342 343 Erster Durchgang der Zusammenfassung D 5 77 sammelt für die Kinder sammelt für andere K9 Sammelt für andere, obwohl er finanziell auch ohne Sammeln helfen könnte, da genug RenteD 5 78 trennt Geld von sich und Kindern trennt sein Geld vom Pfandgeld D 7 79 Das Geld ist für den guten Zweck sammelt für andere D 7 80 Braucht kein Geld für sich braucht kein Pfandgeld D 11 81 Für Jugendliche, nicht für mich sammelt für andere D 13 82 will keinem etwas wegnehmen will ärmeren Sammlern nichts wegnehmen D 15 83 sammelt für Einrichtung sammelt für andere D 15 84 Trennt Geld von sich und Kindern trennt sein Geld vom Pfandgeld D 17 85 Finanziell könnte er sogar das Geld für die Kinder ohne Sammeln aufbringen braucht das Pfandgeld nicht einmal für andere D 17 86 schönes Taschengeld für die Reise Geld zweckgebunden für die Reise 87 A 4 88 Beamtenlaufbahn angestrebt Beamtenkarriere K1 gescheiterte Beamtenkarriere Zäzur, weil: - Freunde alle erfolgreich - Abschluss wichtig K2 Alternative Berufskarrieren: - Verwaltungsfachangestelter (Abschluss wichtig!) - Sicherheitsfachkraft (Abschluss weniger wichtig) - Rundfunkempfang K3 alternative Berufskarrieren gescheitert, weil: - Gelegenheitsjobs - Immer befristet - keine Arbeit als Sicherheitsfachkraft - ALG-II-Empfänger K4 heute beruflich resigniert K5 generelle Zugehörigkeit zu der Gruppe der Sammler, aber: - Flaschensammeln keine Haupttätigkeit - keine Gruppenzugehörigkeit zu aktiven Sammlern - kein seriöser Stundenlohn möglich, daher abzulehnen A 4 89 Beamtenprüfung nicht bestanden Berufskarriere gescheitert A 4 90 dieses und jenes gemacht Gelegenheitsjobs A 4 91 Werkschutz gearbeitet Alternative Sicherheitsfachkraft A 4 92 Prüfung gemacht zum Verwaltungsfachangestellten Abschluss Verwaltungsfachangestellter A 4 93 wichtig, einen Abschluss zu haben Abschluss wichtig A 4 94 immer befristet als Verwaltungsfachangestellter immer Befristet A 4 95 an verschiedenen Empfängen des Westdeutschen Rundfunks gesessen Alternative Rundfunkempfang A 4 96 Geprüfte Sicherheitsfachkraft Abschluss Sicherheitsfachkraft A 4 97 Prüfung gemacht zur Sicherheitsfachkraft Abschluss Sicherheitsfachkraft A 4 98 danach nicht mehr als Sicherheitsfachkraft gearbeitet keine Arbeit als Sicherheitsfachkraft A 4 99 sogenannter Hartz-4-Empfänger Hartz-4-Empfänger A 4 100 lehnt den Bgriff ab Hartz-4-Empfänger keine Selbstbezeichnung A 4 101 alle Freunde Karriere gemacht Freunde alle erfolgreich A 4 102 als einziger keinen Erfolg Karriere gescheitert A 4 103 Flaschensammeln nur sporadisch Flaschensammeln keine Haupttätigkeit A 4 104 höflicher als Flaschensammler aus dem Balkan Vergleich mit anderen Sammlern A 4 105 andere Sammler abgelehnt und Flaschen ihm gegeben Vergleich mit anderen Sammlern A 6 106 nicht bereit unter Mindestlohn zu arbeiten Unter Mindestlohn keine gute Arbeit (unseriös) A 8 107 Flaschensammeln kein Tagwerk, sondern spradisch Flaschensammeln keine Haupttätigkeit A 10 108 der Freundlichste von dieser Zunft in Anführungsstrichen Gruppenzugehörigkeit zu Flaschensammlern A 10 109 andere Sammler unhöflich Vergleich mit anderen Sammlern A 16 110 steht in Konkurenz zu anderen Sammlern Gruppenzugehörigkeit zu Flaschensammlern A 24 111 hat mich wegen Aushang "Suche Flaschensammler" kontaktiert Gruppenzugehörigkeit zu Flaschensammlern A 29 112 Beamtenkarriere gescheitert Berufskarriere gescheitert A 29 113 deswegen Verwaltungsfachangestellter Alternative Verwaltungsfachangestellter A 29 114 gescheiterte Beamtenprüfung aus der Bahn geworfen gescheiterte Berufskarriere Zäsur A 33 115 spricht von sich als Flaschensammler Gruppenzugehörigkeit zu Flaschensammlern A 48 116 sammelt Flaschen, aber nicht als intensiv Flaschensammeln keine Haupttätigkeit A 48 117 manchmal zu viel Konkurrenz Gruppenzugehörigkeit zu Flaschensammlern A 48 118 beobachtet lieber und steigt nicht ein keine Gruppenzugehörigkeit zu aktiven Sammlern A 52 119 Sammeln nur Nebenaspekt vom Bahnfahren Flaschensammeln keine Haupttätigkeit Anhang A 54 120 Tüten eher für Spontankäufe als fürs Sammeln dabei Flaschensammeln keine Haupttätigkeit A 58 121 auch mit Flaschensammeln zu tun Gruppenzugehörigkeit zu Flaschensammlern A 58 122 "Ich bin ja der Profi und du bist der Amateur" – aber nicht weiter darauf eingegangen keine Gruppenzugehörigkeit zu aktiven Sammlern A 75 123 Eigenbezeichnung Flaschensammler ja Gruppenzugehörigkeit zu Flaschensammlern A 75 124 aber kein Profi, sondern Hobbysammler keine Gruppenzugehörigkeit zu aktiven Sammlern A 75 125 Sammeln nur Nebenaspekt Flaschensammeln keine Haupttätigkeit A 80 126 Sammeln nur Nebenaspekt Flaschensammeln keine Haupttätigkeit A 88 127 Sammeln schlechter Stundenlohn Sammeln unter Mindestlohn (unseriös) A 88 128 Sammeln nur Hobby keine Gruppenzugehörigkeit zu aktiven Sammlern A 96 129 Karriere als Verwaltungsfachangestellter gescheitert Berufskarriere gescheitert A 96 130 Karriere als Sicherheitsfachkraft gescheitert Berufskarriere gescheitert A 96 131 berufliche Karriere aufgegeben heute beruflich resigniert A 100 132 heute Chancenlosigkeit eingesehen und egal heute beruflich resigniert A 104 133 gescheiterte Beamtenprüfung war Einschnitt gescheiterte Berufskarriere Zäsur B 17 134 Saisonarbeit auf Schiff Seemann (Steuermann) Gelegenheitsarbeit K6 früher Identifikation als Sammler, weil: - sehr aktiver Sammler - früher zur Szene gehört K7 lehnt Flaschensammeln inzwischen eher ab, weil: - neue Sammelszene - zu viel Konkurrenz - lohnt nicht mehr - bessere Jobs bevorzugen K8 Eigenbezeichnung Steuermann K9 Berufskarriere gescheitert, weil: - Gelegenheitsjobs - lange Krankheit - Firma Bankrott - Unzufriedenheit in Verwaltung - heute keine Chance als Seemann K10 heute beruflich resigniert K11 eher Fremdenführer als Sammler B 17 135 heute auf Schiff keine Chance mehr heute keine Chance als Seemann B 22 136 freiwilliger Fremdenführer Eigenbezeichnung Fremdenführer B 22 137 heute Flaschensammeln schlecht, wenn man es nicht bandemäßig professionel betreibt keine Gruppenzugehörigkeit zu aktiven Sammlern B 22 138 Die neuen Profis (rumänische Banden) gehen ganz anders vor neue Sammelszene B 28 139 Sammeln heute keine richtige Arbeit mehr früher aktiver Sammler (identifikation) B 30 140 Vergleich mit Konkurrenz früher zur Szene gehört B 30 141 neuer Job braucht Menschenkenntnis Identifikation mit Fremdenführer B 36 142 neuer Job besser als Sammeln Identifikation mit Fremdenführer B 38 143 früher professionelles Sammeln im großen Stil früher aktiver Sammler (identifikation) B 48 144 Steuermann und Schiffsmaschinist Eigenbezeichnung Steuermann und Schiffsmaschi-nist B 48 145 Mit dem Flaschensammeln hat er es nicht so lehnt Flaschensammeln inzwischen eher ab B 48 146 früher war Sammeln viel besser früher aktiver Sammler (identifikation) B 48 147 bekommt sowieso keine Jobs mehr als Seemann heute beruflich resigniert B 13 148 früher in Gruppe gesammelt früher zur Szene gehört B 13 149 Firma Pleite gegangen Berufskarriere gescheitert B 13 150 bei Messamt gejobbt Gelegenheitsjobs B 52 151 gelegentlich bewerben beruflich nicht völlig resigniert B 52 152 lange krank lange Krankheit B 52 153 bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes nicht wohlgefühlt Unzufriedenheit in Verwaltungsjob B 70 154 zählt ehemalige Sammlerkollegen auf früher zur Szene gehört B 84 155 Sammeln nur, wenn kein besserer Job bessere Jobs bevorzugen 344 345 Erster Durchgang der Zusammenfassung A 54 120 Tüten eher für Spontankäufe als fürs Sammeln dabei Flaschensammeln keine Haupttätigkeit A 58 121 auch mit Flaschensammeln zu tun Gruppenzugehörigkeit zu Flaschensammlern A 58 122 "Ich bin ja der Profi und du bist der Amateur" – aber nicht weiter darauf eingegangen keine Gruppenzugehörigkeit zu aktiven Sammlern A 75 123 Eigenbezeichnung Flaschensammler ja Gruppenzugehörigkeit zu Flaschensammlern A 75 124 aber kein Profi, sondern Hobbysammler keine Gruppenzugehörigkeit zu aktiven Sammlern A 75 125 Sammeln nur Nebenaspekt Flaschensammeln keine Haupttätigkeit A 80 126 Sammeln nur Nebenaspekt Flaschensammeln keine Haupttätigkeit A 88 127 Sammeln schlechter Stundenlohn Sammeln unter Mindestlohn (unseriös) A 88 128 Sammeln nur Hobby keine Gruppenzugehörigkeit zu aktiven Sammlern A 96 129 Karriere als Verwaltungsfachangestellter gescheitert Berufskarriere gescheitert A 96 130 Karriere als Sicherheitsfachkraft gescheitert Berufskarriere gescheitert A 96 131 berufliche Karriere aufgegeben heute beruflich resigniert A 100 132 heute Chancenlosigkeit eingesehen und egal heute beruflich resigniert A 104 133 gescheiterte Beamtenprüfung war Einschnitt gescheiterte Berufskarriere Zäsur B 17 134 Saisonarbeit auf Schiff Seemann (Steuermann) Gelegenheitsarbeit K6 früher Identifikation als Sammler, weil: - sehr aktiver Sammler - früher zur Szene gehört K7 lehnt Flaschensammeln inzwischen eher ab, weil: - neue Sammelszene - zu viel Konkurrenz - lohnt nicht mehr - bessere Jobs bevorzugen K8 Eigenbezeichnung Steuermann K9 Berufskarriere gescheitert, weil: - Gelegenheitsjobs - lange Krankheit - Firma Bankrott - Unzufriedenheit in Verwaltung - heute keine Chance als Seemann K10 heute beruflich resigniert K11 eher Fremdenführer als Sammler B 17 135 heute auf Schiff keine Chance mehr heute keine Chance als Seemann B 22 136 freiwilliger Fremdenführer Eigenbezeichnung Fremdenführer B 22 137 heute Flaschensammeln schlecht, wenn man es nicht bandemäßig professionel betreibt keine Gruppenzugehörigkeit zu aktiven Sammlern B 22 138 Die neuen Profis (rumänische Banden) gehen ganz anders vor neue Sammelszene B 28 139 Sammeln heute keine richtige Arbeit mehr früher aktiver Sammler (identifikation) B 30 140 Vergleich mit Konkurrenz früher zur Szene gehört B 30 141 neuer Job braucht Menschenkenntnis Identifikation mit Fremdenführer B 36 142 neuer Job besser als Sammeln Identifikation mit Fremdenführer B 38 143 früher professionelles Sammeln im großen Stil früher aktiver Sammler (identifikation) B 48 144 Steuermann und Schiffsmaschinist Eigenbezeichnung Steuermann und Schiffsmaschi-nist B 48 145 Mit dem Flaschensammeln hat er es nicht so lehnt Flaschensammeln inzwischen eher ab B 48 146 früher war Sammeln viel besser früher aktiver Sammler (identifikation) B 48 147 bekommt sowieso keine Jobs mehr als Seemann heute beruflich resigniert B 13 148 früher in Gruppe gesammelt früher zur Szene gehört B 13 149 Firma Pleite gegangen Berufskarriere gescheitert B 13 150 bei Messamt gejobbt Gelegenheitsjobs B 52 151 gelegentlich bewerben beruflich nicht völlig resigniert B 52 152 lange krank lange Krankheit B 52 153 bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes nicht wohlgefühlt Unzufriedenheit in Verwaltungsjob B 70 154 zählt ehemalige Sammlerkollegen auf früher zur Szene gehört B 84 155 Sammeln nur, wenn kein besserer Job bessere Jobs bevorzugen Anhang C 5 156 manche Sammler zu faul zum Arbeiten Sammeln keine Arbeit K12 hohe Identifikation als Gas- Wasserinstallateur, weil: - früher viel gearbeitet - innerhalb des Berufs besondere Stellung - gute Zeit gehabt - guter Zusammenhalt - stolz auf Leistung K13 Gruppenzugehörigkeit zu Flaschensammlern, aber: - Sammeln keine Arbeit - Sammeln Hobby K14 vorzeitiges Berufsende schwer zu verkraften, aber damit abgefunden K15 gesundheitlich geht es nicht mehr, wie er will, deswegen beruflich resigniert C 15 157 Jeder hat sein Revier Gruppenzugehörigkeit zu Flaschensammlern C 21 158 Sammeln keine Arbeit Sammeln keine Arbeit C 25 159 Sammeln ist ein Hobby Sammeln Hobby C 27 160 beschreibt, was arbeit ausmacht Sammeln keine Arbeit C 27 161 würde gerne wieder Vollzeit arbeiten Identifikation Gas-Wasserinstallateur C 27 162 geht gesundheitlich nicht vorzeitiges Berufsende C 27 163 hat lange gedauert, bis er sich damit abgefunden habe Berufsende schwer zu verkraften C 27 164 weil früher viel gearbeitet früher viel gearbeitet C 27 165 hat sich damit abgefunden mit Berufsende abgefunden C 27 166 wird heute auch keinen anderen Job mehr kriegen beruflich resigniert C 27 167 hat lange gedauert, bis er sich damit abgefunden habe Berufsende schwer zu verkraften C 27 168 kann heute auch gut faulenzen Mit Berufsende abgefunden C 33 169 Gas-Wasserinstallateur nicht erste Wahl nicht Traumjob (Seemann) C 33 170 würde gerne wieder arbeiten Identifikation Gas-Wasserinstallateur C 33 171 kann gesundheitlich nicht mehr gesundheitlich geht es nicht mehr C 43 172 war flexibel und auf Montage, was nicht jeder macht innerhalb des Berufs besondere Stellung C 43 173 würde es noch immer machen Berufsende schwer zu verkraften C 43 174 hat gut gelebt gute Arbeitszeit C 43 175 Zeit ist vorbei mit Berufsende abgefunden C 43 176 will nur noch Ruhe mit Berufsende abgefunden C 56 177 hat alles abgehakt mit Berufsende abgefunden C 51 178 Zusammenhalt war Klasse guter Zusammenhalt C 51 179 haben gut durchgezogen stolz auf Leistung C 56 180 viel Spaß gehabt gute Arbeitszeit C 58 181 etliche Jahre als bauleitender Monteur innerhalb des Berufs besondere Stellung C 58 182 Lüftungsgeräte, da konntest du das Hotel reinstellen Stolz auf Leistung D 3 183 Rentner Selbstbezeichnung Rentner K16 keine Identifikation mit dem Sammeln, weil: - sammelt nicht für sich, sondern für Einrichtung - braucht das Geld nicht K17 Selbstbezeichnung Rentner K18 hohe Identifikation mit Erzieherberuf, daher sammeln, um Identität aufrecht zu erhalten (anstatt neue identität zu generieren) D 3 184 Kollege von mir Idetifikation Erzieher D 3 185 anders als die anderen Sammler keine Gruppenzugehörigkeit zu Sammlern generell D 5 186 Ich sammle nicht so keine Gruppenzugehörigkeit zu Sammlern generell D 5 187 sammelt für die Kinder sammelt für andere D 7 188 sammelt für guten Zweck sammelt für andere D 7 189 kein richtiger Sammler keine Gruppenzugehörigkeit zu Sammlern generell D 11 190 sammelt für Jugendliche sammelt für andere D 13 191 will keinem etwas wegnehmen sammelt für andere D 13 192 Flaschensammeln für Arbeit gute Idee Sammeln, um Identität aufrecht zu erhalten D 15 193 sammelt im Namen der Einrichtung sammelt für Arbeitgeber D 15 194 sammelt für Einrichtung sammelt für Arbeitgeber D 15 195 greift nicht in Eimer und hat keine Säcke keine Gruppenzugehörigkeit zu Sammlern generell D 17 196 trifft Kollegen Sammeln, um Identität aufrecht zu erhalten D 17 197 Geldeintreiben für die Reise sammelt für Arbeitgeber D 17 198 immer noch Teil der Mannschaft Sammeln, um Identität aufrecht zu erhalten D 23 199 Erzieher besser als Sozialarbeiter hohe Identifikation mit Beruf 200 346 347 Erster Durchgang der Zusammenfassung C 5 156 manche Sammler zu faul zum Arbeiten Sammeln keine Arbeit K12 hohe Identifikation als Gas- Wasserinstallateur, weil: - früher viel gearbeitet - innerhalb des Berufs besondere Stellung - gute Zeit gehabt - guter Zusammenhalt - stolz auf Leistung K13 Gruppenzugehörigkeit zu Flaschensammlern, aber: - Sammeln keine Arbeit - Sammeln Hobby K14 vorzeitiges Berufsende schwer zu verkraften, aber damit abgefunden K15 gesundheitlich geht es nicht mehr, wie er will, deswegen beruflich resigniert C 15 157 Jeder hat sein Revier Gruppenzugehörigkeit zu Flaschensammlern C 21 158 Sammeln keine Arbeit Sammeln keine Arbeit C 25 159 Sammeln ist ein Hobby Sammeln Hobby C 27 160 beschreibt, was arbeit ausmacht Sammeln keine Arbeit C 27 161 würde gerne wieder Vollzeit arbeiten Identifikation Gas-Wasserinstallateur C 27 162 geht gesundheitlich nicht vorzeitiges Berufsende C 27 163 hat lange gedauert, bis er sich damit abgefunden habe Berufsende schwer zu verkraften C 27 164 weil früher viel gearbeitet früher viel gearbeitet C 27 165 hat sich damit abgefunden mit Berufsende abgefunden C 27 166 wird heute auch keinen anderen Job mehr kriegen beruflich resigniert C 27 167 hat lange gedauert, bis er sich damit abgefunden habe Berufsende schwer zu verkraften C 27 168 kann heute auch gut faulenzen Mit Berufsende abgefunden C 33 169 Gas-Wasserinstallateur nicht erste Wahl nicht Traumjob (Seemann) C 33 170 würde gerne wieder arbeiten Identifikation Gas-Wasserinstallateur C 33 171 kann gesundheitlich nicht mehr gesundheitlich geht es nicht mehr C 43 172 war flexibel und auf Montage, was nicht jeder macht innerhalb des Berufs besondere Stellung C 43 173 würde es noch immer machen Berufsende schwer zu verkraften C 43 174 hat gut gelebt gute Arbeitszeit C 43 175 Zeit ist vorbei mit Berufsende abgefunden C 43 176 will nur noch Ruhe mit Berufsende abgefunden C 56 177 hat alles abgehakt mit Berufsende abgefunden C 51 178 Zusammenhalt war Klasse guter Zusammenhalt C 51 179 haben gut durchgezogen stolz auf Leistung C 56 180 viel Spaß gehabt gute Arbeitszeit C 58 181 etliche Jahre als bauleitender Monteur innerhalb des Berufs besondere Stellung C 58 182 Lüftungsgeräte, da konntest du das Hotel reinstellen Stolz auf Leistung D 3 183 Rentner Selbstbezeichnung Rentner K16 keine Identifikation mit dem Sammeln, weil: - sammelt nicht für sich, sondern für Einrichtung - braucht das Geld nicht K17 Selbstbezeichnung Rentner K18 hohe Identifikation mit Erzieherberuf, daher sammeln, um Identität aufrecht zu erhalten (anstatt neue identität zu generieren) D 3 184 Kollege von mir Idetifikation Erzieher D 3 185 anders als die anderen Sammler keine Gruppenzugehörigkeit zu Sammlern generell D 5 186 Ich sammle nicht so keine Gruppenzugehörigkeit zu Sammlern generell D 5 187 sammelt für die Kinder sammelt für andere D 7 188 sammelt für guten Zweck sammelt für andere D 7 189 kein richtiger Sammler keine Gruppenzugehörigkeit zu Sammlern generell D 11 190 sammelt für Jugendliche sammelt für andere D 13 191 will keinem etwas wegnehmen sammelt für andere D 13 192 Flaschensammeln für Arbeit gute Idee Sammeln, um Identität aufrecht zu erhalten D 15 193 sammelt im Namen der Einrichtung sammelt für Arbeitgeber D 15 194 sammelt für Einrichtung sammelt für Arbeitgeber D 15 195 greift nicht in Eimer und hat keine Säcke keine Gruppenzugehörigkeit zu Sammlern generell D 17 196 trifft Kollegen Sammeln, um Identität aufrecht zu erhalten D 17 197 Geldeintreiben für die Reise sammelt für Arbeitgeber D 17 198 immer noch Teil der Mannschaft Sammeln, um Identität aufrecht zu erhalten D 23 199 Erzieher besser als Sozialarbeiter hohe Identifikation mit Beruf 200 Anhang A 2 201 Manche Passanten verhalten sich abfällig manche Passanten negativ K1 Hat einige sehr enge und gute Freunde K2 früher viele soziale Kontakte wegen: - Schulfreunden - SPD-Mitgliedschaft - Gerwerschaftsmitgliedschaft - Juso-Mitgliedschaft - Partnerin K3 einsam in Großstadt wegen: - Problem mit Kölner Mentalität - verbringt viel Zeit in der Wohnung - wenige Freunde in Köln - keine oberflächlichen Freundschaften erwünscht - Parteiaustritt - kennt Nachbarn nur oberflächlich - findet Leben langweilig K4 Flaschensammeln als Strategie soziale Kontakte zu generieren hat folgende Eigenschaften: - Er kommt unter Menschen - Er spricht Pasanten direkt an - Manche Passanten reagieren negativ - Die meisten Passantinnen regieren positiv - Dann können gute Gespräche entstehen - Längere Gespräche beim Sammeln sind selten - Langes Gespräch und gemeinsames Trinken mit den jungen Männern wurde als sehr positives und besonderes Ereignis wahrgenommen A 4 202 Freunde alle Karriere gemacht Freunde anders entwickelt A 4 203 fährt alleine zum Flughafen macht alleine Ausflüge A 4 204 mit jungen Leuten sprechen ein besonderes Erlebnis diese soziale Interaktion etwas besonderes A 4 205 Bierchen alleine am Rheinufer getrunken macht alleine Ausflüge A 4 206 nonverbal gut verstanden nonverbale Kontaktaufnahme A 4 207 mit den Jungen Leuten unterhalten Gespräche durchs Sammeln A 4 208 Er ist einer der höflichsten Sammler gute Gespräche A 4 209 Susammen getrunken gemeinsames Trinken durchs Sammeln (höhere Interaktionsebene) A 4 210 wurde Eingeladen zum Trinken eingeladen (Höhere Interaktionsebene) A 4 211 leere Flaschen für ihn reserviert Vorteile durch Kommunikation A 6 212 Jungs sehr nett Passanten positiv A 6 213 Plastiktüten geschenkt Vorteile durch Kommunikation A 6 214 angebotene Hilfe grandios Freude über Hilfe A 6 215 aber auch ein bisschen strange Situation (viel Hilfe) ungewöhnlich, merkwürdig A 6 216 Spaß an der Unterhaltung soziale Interaktion etwas besonderes A 6 217 haben ihn eingeladen zum Trinken eingeladen (Höhere Interaktionsebene) A 6 218 neigt zur Überpräzision leicht pedantisch A 6 219 aber enge Freunde wissen das hat enge Freunde A 6 220 Kölner bei anderen immer kleinlich Problem mit den Kölnern A 6 221 SPD-Mitglied gewesen früher SPD-Mitglied A 6 222 Gewerkschaftsmitglied gewesen früher Gewerkschaftsmitglied A 6 223 findet Leben langweilig langweiliges Leben A 6 224 bestimmte Sendungen gehören zum täglichen Ritual ist viel alleine Zuhause (sehr interpretativ!) A 8 225 spricht Menschen auch direkt auf Flaschen an aktive Kommunikation A 8 226 Menschen fast immer freundlich Passanten positiv A 8 227 schafft es meistens, nicht vorm Nachmittag aufzubrechen ist viel alleine Zuhause A 8 228 will manchmal gar nicht raus und geht dann wegen dem Ticket muss nicht unbedingt immer unter Menschen A 10 229 durch das Flaschensammeln mit Menschen ins Gespräch gekommen Gespräche durchs Sammeln A 10 230 freundliche Gespräche gute Gespräche A 10 231 bekommt Komplimente für Freundlichkeit Passanten positiv A 10 232 schon manche nette Begegnung gute Gespräche A 10 233 so wie vorgestern höchst selten diese soziale Interaktion etwas Besonderes A 12 234 immer nettes Gespräch gute Gespräche A 16 235 befreundet mit Nachbarin befreundet mit Nachbarin A 18 236 alleine hingefahren macht alleine Ausflüge A 18 237 Atmosphäre vor dem Stadion wirken lassen passive soziale Kontakte A 24 238 in den 70ern bei den Jusos früher Juso-Mitglied A 27 239 hat Veranstaltung von der Linken besucht macht alleine Ausflüge A 29 240 gute Freunde aus der Schulzeit hat enge Freunde A 44 241 beschreibt typischen Tagesablauf typischer Tagesablauf allein A 58 242 meistens eine Monoangelegenheit längere Kommunikation beim Sammeln selten 348 349 Erster Durchgang der Zusammenfassung A 2 201 Manche Passanten verhalten sich abfällig manche Passanten negativ K1 Hat einige sehr enge und gute Freunde K2 früher viele soziale Kontakte wegen: - Schulfreunden - SPD-Mitgliedschaft - Gerwerschaftsmitgliedschaft - Juso-Mitgliedschaft - Partnerin K3 einsam in Großstadt wegen: - Problem mit Kölner Mentalität - verbringt viel Zeit in der Wohnung - wenige Freunde in Köln - keine oberflächlichen Freundschaften erwünscht - Parteiaustritt - kennt Nachbarn nur oberflächlich - findet Leben langweilig K4 Flaschensammeln als Strategie soziale Kontakte zu generieren hat folgende Eigenschaften: - Er kommt unter Menschen - Er spricht Pasanten direkt an - Manche Passanten reagieren negativ - Die meisten Passantinnen regieren positiv - Dann können gute Gespräche entstehen - Längere Gespräche beim Sammeln sind selten - Langes Gespräch und gemeinsames Trinken mit den jungen Männern wurde als sehr positives und besonderes Ereignis wahrgenommen A 4 202 Freunde alle Karriere gemacht Freunde anders entwickelt A 4 203 fährt alleine zum Flughafen macht alleine Ausflüge A 4 204 mit jungen Leuten sprechen ein besonderes Erlebnis diese soziale Interaktion etwas besonderes A 4 205 Bierchen alleine am Rheinufer getrunken macht alleine Ausflüge A 4 206 nonverbal gut verstanden nonverbale Kontaktaufnahme A 4 207 mit den Jungen Leuten unterhalten Gespräche durchs Sammeln A 4 208 Er ist einer der höflichsten Sammler gute Gespräche A 4 209 Susammen getrunken gemeinsames Trinken durchs Sammeln (höhere Interaktionsebene) A 4 210 wurde Eingeladen zum Trinken eingeladen (Höhere Interaktionsebene) A 4 211 leere Flaschen für ihn reserviert Vorteile durch Kommunikation A 6 212 Jungs sehr nett Passanten positiv A 6 213 Plastiktüten geschenkt Vorteile durch Kommunikation A 6 214 angebotene Hilfe grandios Freude über Hilfe A 6 215 aber auch ein bisschen strange Situation (viel Hilfe) ungewöhnlich, merkwürdig A 6 216 Spaß an der Unterhaltung soziale Interaktion etwas besonderes A 6 217 haben ihn eingeladen zum Trinken eingeladen (Höhere Interaktionsebene) A 6 218 neigt zur Überpräzision leicht pedantisch A 6 219 aber enge Freunde wissen das hat enge Freunde A 6 220 Kölner bei anderen immer kleinlich Problem mit den Kölnern A 6 221 SPD-Mitglied gewesen früher SPD-Mitglied A 6 222 Gewerkschaftsmitglied gewesen früher Gewerkschaftsmitglied A 6 223 findet Leben langweilig langweiliges Leben A 6 224 bestimmte Sendungen gehören zum täglichen Ritual ist viel alleine Zuhause (sehr interpretativ!) A 8 225 spricht Menschen auch direkt auf Flaschen an aktive Kommunikation A 8 226 Menschen fast immer freundlich Passanten positiv A 8 227 schafft es meistens, nicht vorm Nachmittag aufzubrechen ist viel alleine Zuhause A 8 228 will manchmal gar nicht raus und geht dann wegen dem Ticket muss nicht unbedingt immer unter Menschen A 10 229 durch das Flaschensammeln mit Menschen ins Gespräch gekommen Gespräche durchs Sammeln A 10 230 freundliche Gespräche gute Gespräche A 10 231 bekommt Komplimente für Freundlichkeit Passanten positiv A 10 232 schon manche nette Begegnung gute Gespräche A 10 233 so wie vorgestern höchst selten diese soziale Interaktion etwas Besonderes A 12 234 immer nettes Gespräch gute Gespräche A 16 235 befreundet mit Nachbarin befreundet mit Nachbarin A 18 236 alleine hingefahren macht alleine Ausflüge A 18 237 Atmosphäre vor dem Stadion wirken lassen passive soziale Kontakte A 24 238 in den 70ern bei den Jusos früher Juso-Mitglied A 27 239 hat Veranstaltung von der Linken besucht macht alleine Ausflüge A 29 240 gute Freunde aus der Schulzeit hat enge Freunde A 44 241 beschreibt typischen Tagesablauf typischer Tagesablauf allein A 58 242 meistens eine Monoangelegenheit längere Kommunikation beim Sammeln selten Anhang A 58 243 anderer Flaschensammler hat geholfen Kommunikation mit anderen Sammlerinnen A 72 244 keine Bekannten in der Nähe, mit denen er seinen Hobbys nachgehen könnte wenige Freunde in Köln A 74 245 besucht nicht so oft Info-Veranstaltungen selten auf Informationsveranstaltungen A 74 246 früher bei SPD oft früher oft A 74 247 jetzt selten selten auf Informationsveranstaltungen A 82 248 kommunikativer Mensch kommunikativer Mensch A 82 249 spricht die Menschen direkt an aktive Kommunikation A 82 250 hat Freude an den Gesprächen kommunikativer Mensch A 84 251 außerhalb vom Flaschensameln eher selten Kommunikation mit Fremden Gespräche durchs Sammeln A 86 252 Rheinläner oberflächlich Problem mit den Kölnern A 106 253 Die Freunde leben nicht in Köln wenige Freunde in Köln A 106 254 letzte Beziehung schon längere Zeit tot Partnerin lange verstorben A 106 255 seitdem keine nennenswerte Beziehung mehr gehabt keine Partnerin A 106 256 Freunde fast alle aus der Schulzeit lange Freundschaften A 106 257 wohnen alle weit weg wenige Freunde in Köln A 106 258 Freunde kann man an einer Hand abzählen wenige Freunde generell A 106 259 will nicht mehr Freunde keine oberflächlichen Freundschaften erwünscht A 106 260 regelmäßiger Kontakt zu alten Freunden Kontakt zu engen Freunden A 106 261 mag keine Beliebigkeit keine oberflächlichen Freundschaften erwünscht A 106 262 zu SPD-Zeiten mehr Kontakte in Köln gehabt nach Parteiaustritt Kontakte weg A 106 263 geht in der Anonymität der Großstadt unter wenige Freunde in Köln A 106 264 kommt mit der Situation klar, ist aber nicht toll soziale Lebenssituation OK A 106 265 seit Jahren single keine Partnerin A 106 266 zu Nachbarn nur oberflächlichen Kontakt Nachbarn nur oberflächlicher Kontakt B 3 267 hat einen guten Freund guter Freund K5 soziale Situation: - gute Freunde und viele soziale Kontakte - viele Freunde verstorben - von Partnerin verlassen K6 Sammeln früher gute Strategie für soziale Kontakt, weil: - sammelte früher oft im Team - passive soziale Kontakte entstanden - hat Menschen angesprochen - jeden Abend gemeinsame Feier finanziert - Es gab einen guten Zusammenhalt - Passanten positiv reagieren K7 Fremdenführer gute Strategie für soziale Kontakte, weil Kommunikation ist wechselseitig und gehaltvoller B 3 268 hat mit dem immer zusammengearbeitet sammelte früher im Team B 9 269 mit ein Paar Jungs gesammelt sammelte früher im Team B 13 270 hat mit ein Paar Jungs Party gefeiert viele soziale Kontakte in Köln B 13 271 mit mehreren Leuten gesammelt sammelte früher im Team B 13 272 Matrose könnte noch mehr erzählen guter Freund B 15 273 auf Großveranstaltungen gesammelt passive soziale Kontakte B 15 274 in Gruppe gesammelt sammelte früher im Team B 22 275 viele Freunde verloren Freunde verstorben B 22 276 Fremdenführergeschäft geerbt Gelegenheitsjob geerbt B 30 277 gemeinsames Planen vom Ablauf sammelte früher im Team B 30 278 braucht für neuen Job Menschenkenntnis Menschenkenntnis als Fremdenführer B 38 279 beim Flaschensammeln Menschenkenntnis nicht so wichtig Menschenkenntnis als Flaschensammler nebensäch-lich B 38 280 man rennt offene Türen ein Passanten positiv B 38 281 haben mit dem Hänger gearbeitet sammelte früher im Team B 38 282 Kunde war Uniprofessor (interessant) kommt beim neuen Job in wechselseitige Gespräch B 40 283 spricht zwei Frauen auf eine Flasche an aktive Kommunikation 350 351 Erster Durchgang der Zusammenfassung A 58 243 anderer Flaschensammler hat geholfen Kommunikation mit anderen Sammlerinnen A 72 244 keine Bekannten in der Nähe, mit denen er seinen Hobbys nachgehen könnte wenige Freunde in Köln A 74 245 besucht nicht so oft Info-Veranstaltungen selten auf Informationsveranstaltungen A 74 246 früher bei SPD oft früher oft A 74 247 jetzt selten selten auf Informationsveranstaltungen A 82 248 kommunikativer Mensch kommunikativer Mensch A 82 249 spricht die Menschen direkt an aktive Kommunikation A 82 250 hat Freude an den Gesprächen kommunikativer Mensch A 84 251 außerhalb vom Flaschensameln eher selten Kommunikation mit Fremden Gespräche durchs Sammeln A 86 252 Rheinläner oberflächlich Problem mit den Kölnern A 106 253 Die Freunde leben nicht in Köln wenige Freunde in Köln A 106 254 letzte Beziehung schon längere Zeit tot Partnerin lange verstorben A 106 255 seitdem keine nennenswerte Beziehung mehr gehabt keine Partnerin A 106 256 Freunde fast alle aus der Schulzeit lange Freundschaften A 106 257 wohnen alle weit weg wenige Freunde in Köln A 106 258 Freunde kann man an einer Hand abzählen wenige Freunde generell A 106 259 will nicht mehr Freunde keine oberflächlichen Freundschaften erwünscht A 106 260 regelmäßiger Kontakt zu alten Freunden Kontakt zu engen Freunden A 106 261 mag keine Beliebigkeit keine oberflächlichen Freundschaften erwünscht A 106 262 zu SPD-Zeiten mehr Kontakte in Köln gehabt nach Parteiaustritt Kontakte weg A 106 263 geht in der Anonymität der Großstadt unter wenige Freunde in Köln A 106 264 kommt mit der Situation klar, ist aber nicht toll soziale Lebenssituation OK A 106 265 seit Jahren single keine Partnerin A 106 266 zu Nachbarn nur oberflächlichen Kontakt Nachbarn nur oberflächlicher Kontakt B 3 267 hat einen guten Freund guter Freund K5 soziale Situation: - gute Freunde und viele soziale Kontakte - viele Freunde verstorben - von Partnerin verlassen K6 Sammeln früher gute Strategie für soziale Kontakt, weil: - sammelte früher oft im Team - passive soziale Kontakte entstanden - hat Menschen angesprochen - jeden Abend gemeinsame Feier finanziert - Es gab einen guten Zusammenhalt - Passanten positiv reagieren K7 Fremdenführer gute Strategie für soziale Kontakte, weil Kommunikation ist wechselseitig und gehaltvoller B 3 268 hat mit dem immer zusammengearbeitet sammelte früher im Team B 9 269 mit ein Paar Jungs gesammelt sammelte früher im Team B 13 270 hat mit ein Paar Jungs Party gefeiert viele soziale Kontakte in Köln B 13 271 mit mehreren Leuten gesammelt sammelte früher im Team B 13 272 Matrose könnte noch mehr erzählen guter Freund B 15 273 auf Großveranstaltungen gesammelt passive soziale Kontakte B 15 274 in Gruppe gesammelt sammelte früher im Team B 22 275 viele Freunde verloren Freunde verstorben B 22 276 Fremdenführergeschäft geerbt Gelegenheitsjob geerbt B 30 277 gemeinsames Planen vom Ablauf sammelte früher im Team B 30 278 braucht für neuen Job Menschenkenntnis Menschenkenntnis als Fremdenführer B 38 279 beim Flaschensammeln Menschenkenntnis nicht so wichtig Menschenkenntnis als Flaschensammler nebensäch-lich B 38 280 man rennt offene Türen ein Passanten positiv B 38 281 haben mit dem Hänger gearbeitet sammelte früher im Team B 38 282 Kunde war Uniprofessor (interessant) kommt beim neuen Job in wechselseitige Gespräch B 40 283 spricht zwei Frauen auf eine Flasche an aktive Kommunikation Anhang B 42 284 Frauen geben ihm nicht die Flasche aktives Fragen kann unerfolgreich sein B 42 285 Frauen geben die Flasche einem vermutlichen Landsmann verschiedene Kulturkreise halten unter sich zusammen B 42 286 Darum macht ihm das keinen Spaß mehr Misserfolg macht keinen Spaß B 46 287 hatten fast jeden Tag Party oft Party wegen Flaschensammeln B 54 288 grüßt Bettler kennt die Menschen auf der Straße persönlich B 58 289 spricht von seinem Freund guter Freund B 66 290 hat mit anderen im Hafen gearbeitet Arbeit immer mit anderen B 66 291 früher zusammengehalten, heute nicht mehr früher guter Zusammenhalt B 66 292 heute Zusammenhalt nur noch unter gleicher Nationalität verschiedene Kulturkreise halten unter sich zusammen B 70 293 zählt ehemalige Sammlerkollegen auf sammelte früher im Team B 70 294 sammelte jeder für sich direktes Sammeln alleine B 78 295 erzählt, wie er seinen guten Freund kennengelernt hat guter Freund B 78 296 hatte früher eine Partnerin früher Partnerin B 83 297 manchmal allein, manchmal im Team gesammelt sammeln allein und im Team C 5 298 kennt viele Sammler kennt viele Sammler K8 soziale Kontakte vermutlich nebensächlich, weil: - Hat regelmäßige Kontakte zu Exfrau, Freundin und Freunden (Letzteres durch Vorgespräch erfahren) - zwar oberflächlicher Kontakt zu Sammlern und anderen Menschen aber, - sammelt alleine - macht eine Radtour beim Sammeln - soziale Interaktionen mit Passanten kommen gar nicht zur Sprache K9 soziale Kontakte in der Arbeit früher sehr gut und wichtig (sehr guter Zusammenhalt) C 15 299 Flaschensammlerreviere unter sich aufgeteilt oberflächlicher Kontakt mit Sammlern C 15 300 Man ist alleine unterwegs sammelt alleine C 15 301 Kennt die Stellen wo die Jugendlichen Trinken oberflächlicher Kontakt mit Jugendlichen C 25 302 macht Fahrradtour und sammelt Fahrradsammler (mobil und alleine) C 47 303 sehr guter Zusammenhalt in der Arbeit gehabt früher guter Zusammenhalt C 51 304 sehr guter Zusammenhalt in der Arbeit gehabt früher guter Zusammenhalt C 51 305 auch privat befreundet gewesen privat mit Kollegen befreundet C 51 306 heute kein Zusammenhalt mehr heute kein Zusammenhalt mehr C 53 307 hat die Freundin abgeholt hat Freundin C 53 308 Exfrau kommt zu Besuch Kontakt zur Exfrau C 53 309 war am Delft relaxen passive soziale Kontakte C 56 310 früher bei Bahnfahrten viele Menschen kennengelernt kommunikativer Mensch D 5 311 jährlich auf Ausflugsfahrt regelmäßiger Kontakt zu Jugendlichen K10 Soziale Situation: - verheiratet - viele soziale Kontakte - regelmäßig Kontakt zu Freunden, Exkollegen und Jugendlichen K11 Wenn keine Beschäftigung sowie Frau und Freunde, keine Zeit, dann Flaschensammeln, weil: - tagsüber meist alleine - zu häufige Besuche in der Einrichtung nicht erwünscht - passive soziale Kontakte - aktive Kommunikation - trifft Freunde und Bekannte D 5 312 auf Großveranstaltungen passive soziale Kontakte D 5 313 spricht Menschen auch direkt auf Flaschen an aktive Kommunikation D 7 314 fragt immer Frau, ob sie mit möchte Ehefrau D 7 315 wenn ja, dann nicht sammeln Sammeln nur ohne Frau D 7 316 guckt sich die Veranstaltungen an passive soziale Kontakte D 7 317 trifft immer Bekannte viele soziale Kontakte in Köln D 7 318 immer schon gerne unter Leute gegangen passive soziale Kontakte D 7 319 spricht Leute direkt an aktive Kommunikation D 7 320 die meisten erzählen noch mit ihm Gespräche durchs Sammeln D 7 321 Kollegen rufen an wegen Reiseplanung regelmäßiger Kontakt zu Exkollegen D 9 322 mit Frau verreist Ehefrau D 9 323 Frau kommt erst abends nach Hause tagsüber allein D 9 324 Feunde alle jünger und noch nicht in Rente erster Rentner im Freundeskreis D 9 325 Zuhause alles erledigt und nichts zu tun tagsüber allein ohne Beschäftigung 352 353 Erster Durchgang der Zusammenfassung B 42 284 Frauen geben ihm nicht die Flasche aktives Fragen kann unerfolgreich sein B 42 285 Frauen geben die Flasche einem vermutlichen Landsmann verschiedene Kulturkreise halten unter sich zusammen B 42 286 Darum macht ihm das keinen Spaß mehr Misserfolg macht keinen Spaß B 46 287 hatten fast jeden Tag Party oft Party wegen Flaschensammeln B 54 288 grüßt Bettler kennt die Menschen auf der Straße persönlich B 58 289 spricht von seinem Freund guter Freund B 66 290 hat mit anderen im Hafen gearbeitet Arbeit immer mit anderen B 66 291 früher zusammengehalten, heute nicht mehr früher guter Zusammenhalt B 66 292 heute Zusammenhalt nur noch unter gleicher Nationalität verschiedene Kulturkreise halten unter sich zusammen B 70 293 zählt ehemalige Sammlerkollegen auf sammelte früher im Team B 70 294 sammelte jeder für sich direktes Sammeln alleine B 78 295 erzählt, wie er seinen guten Freund kennengelernt hat guter Freund B 78 296 hatte früher eine Partnerin früher Partnerin B 83 297 manchmal allein, manchmal im Team gesammelt sammeln allein und im Team C 5 298 kennt viele Sammler kennt viele Sammler K8 soziale Kontakte vermutlich nebensächlich, weil: - Hat regelmäßige Kontakte zu Exfrau, Freundin und Freunden (Letzteres durch Vorgespräch erfahren) - zwar oberflächlicher Kontakt zu Sammlern und anderen Menschen aber, - sammelt alleine - macht eine Radtour beim Sammeln - soziale Interaktionen mit Passanten kommen gar nicht zur Sprache K9 soziale Kontakte in der Arbeit früher sehr gut und wichtig (sehr guter Zusammenhalt) C 15 299 Flaschensammlerreviere unter sich aufgeteilt oberflächlicher Kontakt mit Sammlern C 15 300 Man ist alleine unterwegs sammelt alleine C 15 301 Kennt die Stellen wo die Jugendlichen Trinken oberflächlicher Kontakt mit Jugendlichen C 25 302 macht Fahrradtour und sammelt Fahrradsammler (mobil und alleine) C 47 303 sehr guter Zusammenhalt in der Arbeit gehabt früher guter Zusammenhalt C 51 304 sehr guter Zusammenhalt in der Arbeit gehabt früher guter Zusammenhalt C 51 305 auch privat befreundet gewesen privat mit Kollegen befreundet C 51 306 heute kein Zusammenhalt mehr heute kein Zusammenhalt mehr C 53 307 hat die Freundin abgeholt hat Freundin C 53 308 Exfrau kommt zu Besuch Kontakt zur Exfrau C 53 309 war am Delft relaxen passive soziale Kontakte C 56 310 früher bei Bahnfahrten viele Menschen kennengelernt kommunikativer Mensch D 5 311 jährlich auf Ausflugsfahrt regelmäßiger Kontakt zu Jugendlichen K10 Soziale Situation: - verheiratet - viele soziale Kontakte - regelmäßig Kontakt zu Freunden, Exkollegen und Jugendlichen K11 Wenn keine Beschäftigung sowie Frau und Freunde, keine Zeit, dann Flaschensammeln, weil: - tagsüber meist alleine - zu häufige Besuche in der Einrichtung nicht erwünscht - passive soziale Kontakte - aktive Kommunikation - trifft Freunde und Bekannte D 5 312 auf Großveranstaltungen passive soziale Kontakte D 5 313 spricht Menschen auch direkt auf Flaschen an aktive Kommunikation D 7 314 fragt immer Frau, ob sie mit möchte Ehefrau D 7 315 wenn ja, dann nicht sammeln Sammeln nur ohne Frau D 7 316 guckt sich die Veranstaltungen an passive soziale Kontakte D 7 317 trifft immer Bekannte viele soziale Kontakte in Köln D 7 318 immer schon gerne unter Leute gegangen passive soziale Kontakte D 7 319 spricht Leute direkt an aktive Kommunikation D 7 320 die meisten erzählen noch mit ihm Gespräche durchs Sammeln D 7 321 Kollegen rufen an wegen Reiseplanung regelmäßiger Kontakt zu Exkollegen D 9 322 mit Frau verreist Ehefrau D 9 323 Frau kommt erst abends nach Hause tagsüber allein D 9 324 Feunde alle jünger und noch nicht in Rente erster Rentner im Freundeskreis D 9 325 Zuhause alles erledigt und nichts zu tun tagsüber allein ohne Beschäftigung Anhang D 9 326 immer in die Stadt, wenn was los war passive soziale Kontakte D 9 327 häufig zur Arbeit gegangen Kontakt zu Exkollegen gesucht D 9 328 Tipps geben an junge Kollegen Kontakt zu Exkollegen gesucht D 9 329 Verhalten kam nicht gut an zu viel Kontakt abgelehnt D 9 330 saß mit Chef in der Kneipe mit Chef befreundet D 11 331 häufig zur Arbeit gegangen Kontakt zu Exkollegen gesucht D 11 332 saß mit Chef in der Kneipe mit Chef befreundet D 13 333 immer mehr auf Feste gegangen passive soziale Kontakte D 17 334 regelmäßiger Kontakt zu alten Kollegen regelmäßiger Kontakt zu Exkollegen D 17 335 regelmäßiger Kontakt zu Jugendlichen regelmäßiger Kontakt zu Jugendlichen D 17 336 fragen, ob er fleißig war guter Kontakt zu Exkollegen D 19 337 keinen zum Reden über Hobbys tagsüber allein D 19 338 nur Hobbys ohne andere Menschen Nicht-interaktive-Hobbys D 19 339 war auf der Arbeit immer unter Menschen früher immer unter Menschen D 19 340 viel Freizeit alleine tagsüber allein D 19 341 Frau kommt erst abends nach Hause tagsüber allein D 19 342 unternimmt manchmal was mit der Frau guter Kontakt zur Frau D 19 343 Freunde gehen langsam auch in Rente Freunde inzwischen mehr Zeit D 25 344 keine Kinder trotz Kinderwunsch leider keine Kinder D 27 345 trifft immer Bekannte viele soziale Kontakte in Köln D 27 346 spricht mit Fremden aktive Kommunikation 347 A 2 348 Geld stinkt nicht sinnvoll, weil Geld K1 sinnvoll, weil: - Geld - soziale Kontakte - Beschäftigung - Dienstleistung - normativer Zwang, Geld zu ehren A 6 349 Spaß an der Unterhaltung sinnvoll, weil soziale Kontakte A 8 350 tut in Seele weh, wenn Geld rumliegt normativer Zwang, das Geld zu ehren A 8 351 Menschen wollen die Flaschen loswerden sinnvoll, weil er Menschen lästige Flaschen abnimmt A 76 352 keine Arbeit, sondern eher Hobby für ihn hobbymäßige Beschäftigung A 88 353 kein vernünftiger Stundenlohn weniger sinnvoll, weil wenig Geld A 88 354 keine Arbeit, sondern eher Hobby für ihn hobbymäßige Beschäftigung A 70 355 Freude über exotisches Leergut hobbymäßige Beschäftigung A 90 356 Freude über kleine Erfolgserlebnisse hobbymäßige Beschäftigung B 13 357 einfache und logische Nebenbeiverdienstmethode sinnvoll, weil einfach Geld K2 sinnvoll, weil: - Geld - Sauberkeit und Ordnung - immer möglich - Ortskenntnis - körperliche Ertüchtigung - normativer Zwang Geld zu ehren K3 bei Sinnverlust Strategie wechseln B 15 358 KVB froh, dass Glasflaschen weggeräumt werden sinnvoll wegen Sauberkeit und Ordnung B 22 359 Flaschensammeln kein Geld mehr, also was sinnvolleres machen bei Sinnverlust Strategie wechseln B 22 360 neue Strategie sinvoller bei Sinnverlust Strategie wechseln B 24 361 trotzdem sammeln, damit Geld für Notfall da ist sinnvoll, weil Geld B 26 362 amüsiert sich, dass Geld einfach weggeworfen wird normativer Zwang, das Geld zu ehren B 26 363 Es ist hauptsächlich in allererster Linie mal der finanzielle Ansporn gewesen sinnvoll, weil Geld B 36 364 besser als Flaschensammeln bei Sinnverlust Strategie wechseln B 38 365 körperliche Ertüchtigung körperliche Ertüchtigung B 38 366 hat Ortskenntnis eingebracht hat Ortskenntnis eingebracht B 48 367 heute nicht mehr so viel Geld bei Sinnverlust Strategie wechseln B 88 368 Flaschensammeln kann man immer wenn es nichts besseres gibt sinnvoll, weil kann man immer machen 354 355 Erster Durchgang der Zusammenfassung D 9 326 immer in die Stadt, wenn was los war passive soziale Kontakte D 9 327 häufig zur Arbeit gegangen Kontakt zu Exkollegen gesucht D 9 328 Tipps geben an junge Kollegen Kontakt zu Exkollegen gesucht D 9 329 Verhalten kam nicht gut an zu viel Kontakt abgelehnt D 9 330 saß mit Chef in der Kneipe mit Chef befreundet D 11 331 häufig zur Arbeit gegangen Kontakt zu Exkollegen gesucht D 11 332 saß mit Chef in der Kneipe mit Chef befreundet D 13 333 immer mehr auf Feste gegangen passive soziale Kontakte D 17 334 regelmäßiger Kontakt zu alten Kollegen regelmäßiger Kontakt zu Exkollegen D 17 335 regelmäßiger Kontakt zu Jugendlichen regelmäßiger Kontakt zu Jugendlichen D 17 336 fragen, ob er fleißig war guter Kontakt zu Exkollegen D 19 337 keinen zum Reden über Hobbys tagsüber allein D 19 338 nur Hobbys ohne andere Menschen Nicht-interaktive-Hobbys D 19 339 war auf der Arbeit immer unter Menschen früher immer unter Menschen D 19 340 viel Freizeit alleine tagsüber allein D 19 341 Frau kommt erst abends nach Hause tagsüber allein D 19 342 unternimmt manchmal was mit der Frau guter Kontakt zur Frau D 19 343 Freunde gehen langsam auch in Rente Freunde inzwischen mehr Zeit D 25 344 keine Kinder trotz Kinderwunsch leider keine Kinder D 27 345 trifft immer Bekannte viele soziale Kontakte in Köln D 27 346 spricht mit Fremden aktive Kommunikation 347 A 2 348 Geld stinkt nicht sinnvoll, weil Geld K1 sinnvoll, weil: - Geld - soziale Kontakte - Beschäftigung - Dienstleistung - normativer Zwang, Geld zu ehren A 6 349 Spaß an der Unterhaltung sinnvoll, weil soziale Kontakte A 8 350 tut in Seele weh, wenn Geld rumliegt normativer Zwang, das Geld zu ehren A 8 351 Menschen wollen die Flaschen loswerden sinnvoll, weil er Menschen lästige Flaschen abnimmt A 76 352 keine Arbeit, sondern eher Hobby für ihn hobbymäßige Beschäftigung A 88 353 kein vernünftiger Stundenlohn weniger sinnvoll, weil wenig Geld A 88 354 keine Arbeit, sondern eher Hobby für ihn hobbymäßige Beschäftigung A 70 355 Freude über exotisches Leergut hobbymäßige Beschäftigung A 90 356 Freude über kleine Erfolgserlebnisse hobbymäßige Beschäftigung B 13 357 einfache und logische Nebenbeiverdienstmethode sinnvoll, weil einfach Geld K2 sinnvoll, weil: - Geld - Sauberkeit und Ordnung - immer möglich - Ortskenntnis - körperliche Ertüchtigung - normativer Zwang Geld zu ehren K3 bei Sinnverlust Strategie wechseln B 15 358 KVB froh, dass Glasflaschen weggeräumt werden sinnvoll wegen Sauberkeit und Ordnung B 22 359 Flaschensammeln kein Geld mehr, also was sinnvolleres machen bei Sinnverlust Strategie wechseln B 22 360 neue Strategie sinvoller bei Sinnverlust Strategie wechseln B 24 361 trotzdem sammeln, damit Geld für Notfall da ist sinnvoll, weil Geld B 26 362 amüsiert sich, dass Geld einfach weggeworfen wird normativer Zwang, das Geld zu ehren B 26 363 Es ist hauptsächlich in allererster Linie mal der finanzielle Ansporn gewesen sinnvoll, weil Geld B 36 364 besser als Flaschensammeln bei Sinnverlust Strategie wechseln B 38 365 körperliche Ertüchtigung körperliche Ertüchtigung B 38 366 hat Ortskenntnis eingebracht hat Ortskenntnis eingebracht B 48 367 heute nicht mehr so viel Geld bei Sinnverlust Strategie wechseln B 88 368 Flaschensammeln kann man immer wenn es nichts besseres gibt sinnvoll, weil kann man immer machen Anhang C 3 369 Flaschensammeln wegen Geld angefangen sinnvoll, weil Geld K4 Sinnvoll, weil: - Geld - körperliche Ertüchtigung - normativer Zwang das Geld zu ehren K5 höherer Sinn, weil es gut für die Umwelt ist K6 sinnvoll, aber keine Arbeit C 5 370 Leute schmeißen viel weg Nachhaltigkeit C 5 371 mit dem Geld eine Woche ausgekommen sinnvoll, weil Geld C 9 372 Flaschen in der Gegend haben ihn gestört Nachhaltigkeit C 9 373 kannste ne Mark von machen sinnvoll, weil Geld C 13 374 Man lässt nicht einfach so 25 Cent auf der Straße liegen normativer Zwang, das Geld zu ehren C 13 375 weil sich das summiert sinnvoll, weil Geld C 13 376 ist sowieso ziemlich für Mülltrennung und macht das ziemlich rigoros Nachhaltigkeit C 17 377 bringt den einen Vorteil, dass Müll aufgeräumt wird Nachhaltigkeit C 17 378 Vorteil, dass noch ein bisschen Geld verdient sinnvoll, weil Geld C 17 379 körperliche Betätigung mit dem Fahrradfahren körperliche Ertüchtigung C 17 380 Geld von Vorteil sinnvoll, weil Geld C 17 381 dass nicht überall Flaschen rumliegen Nachhaltigkeit C 25 382 Flaschen sind von der Straße weg Nachhaltigkeit C 27 383 keine Arbeit, sagt, was richtige Arbeit für ihn ausmacht sinnvoll, aber keine Arbeit D 5 384 für den guten Zweck höherer karitativer Sinn K7 sinnvoll, weil normativer Zwang Geld zu ehren K8 höherer Sinn, weil Geld karitativ eingesetzt wird D 7 385 für die Fahrt höherer karitativer Sinn D 7 386 für den guten Zweck höherer karitativer Sinn D 11 387 für die Jugendlichen höherer karitativer Sinn D 13 388 sinnvoll, um Geld für die Fahrt zu generieren höherer karitativer Sinn D 13 389 gute Idee, um Geld für die Fahrt zu bekommen höherer karitativer Sinn D 15 390 im Namen der Einrichtung höherer karitativer Sinn D 15 391 für die Kids und die Reise höherer karitativer Sinn D 17 392 Schon früher immer, auch wenn es nur ein Pfennig war, habe ich das aufgehoben und das mache ich auch jetzt noch mit Cents normativer Zwang, das Geld zu ehren 393 A 6 394 feste TV-Rituale Struktur durch Fernsehen K1 Sammeln keine geeignete Copingstrategie, weil: - unstrukturiertes Sammeln - kurze Sammelzeiten - Veranstaltungen fürs Sammeln irelevant K2 unzufrieden mit Strukturlosigkeit: - braucht Termin zur Aktivierung - hat wenige verpflichtende Termine - fehlende gute Strategie - "einstweilen wird es Mittag" - Antriebslosigkeit im Winter höher K3 ein wenig Struktur durch: - Aufstehzeiten - Fernsehsendungen - Monatskarte - Ausflüge - alltägliche Dinge A 4 395 im kompletten KVB-Gebiet so viel fahren, wie du willst verbringt Zeit mit Bahnfahren A 4 396 Flaschenammeln sporadisch unstrukturiertes Sammeln A 6 397 Sammelgespräch 4 1/2 Stunden lange Sammelzeit ungewöhnlich A 6 398 Termine Arbeitsamt einmal im halben Jahr Termine Arbeitsamt irrelevant A 8 399 nicht mein Tagwerk, sondern von Fall zu Fall sporadisch unstrukturiertes Sammeln A 8 400 zwischen 8 und halb 9 aufstehen nach innerer Uhr Aufstehen meistens zur gleichen Zeit A 8 401 Ausftehen, Bad, Frühstück, dann ist es Nachmittag "einstweilen wird es Mittag" A 8 402 will diese Barriere durchbrechen unzufrieden mit Strukturlosigkeit A 8 403 geht nur bei verpflichtetenden Termin früher aus dem Haus braucht Termin zur Aktivierung A 8 404 schon gelegentlich fester vorgenommen, auch mal eher aufzubrechen unzufrieden mit Strukturlosigkeit A 8 405 Aber bis jetzt hat das noch nicht so richtig funktioniert fehlende Strategie A 8 406 zwingt sich manchmal raus, um Monatskarte zu nutzen Monatskarte Antrieb A 8 407 bis auf drei Tage im Mai Monatskarte benutzt Monatskarte Antrieb A 16 408 Zeit verbracht am Stadion Ausflüge A 4 409 Ausflug zum Flughafen gemacht Ausflüge A 16 410 spontan angefangen, diese Flaschen zu sammeln unstrukturiertes Sammeln A 16 411 im Keller gelagert, weil Geschäfte zu hatten abhängig von Ladenzeiten 356 357 Erster Durchgang der Zusammenfassung C 3 369 Flaschensammeln wegen Geld angefangen sinnvoll, weil Geld K4 Sinnvoll, weil: - Geld - körperliche Ertüchtigung - normativer Zwang das Geld zu ehren K5 höherer Sinn, weil es gut für die Umwelt ist K6 sinnvoll, aber keine Arbeit C 5 370 Leute schmeißen viel weg Nachhaltigkeit C 5 371 mit dem Geld eine Woche ausgekommen sinnvoll, weil Geld C 9 372 Flaschen in der Gegend haben ihn gestört Nachhaltigkeit C 9 373 kannste ne Mark von machen sinnvoll, weil Geld C 13 374 Man lässt nicht einfach so 25 Cent auf der Straße liegen normativer Zwang, das Geld zu ehren C 13 375 weil sich das summiert sinnvoll, weil Geld C 13 376 ist sowieso ziemlich für Mülltrennung und macht das ziemlich rigoros Nachhaltigkeit C 17 377 bringt den einen Vorteil, dass Müll aufgeräumt wird Nachhaltigkeit C 17 378 Vorteil, dass noch ein bisschen Geld verdient sinnvoll, weil Geld C 17 379 körperliche Betätigung mit dem Fahrradfahren körperliche Ertüchtigung C 17 380 Geld von Vorteil sinnvoll, weil Geld C 17 381 dass nicht überall Flaschen rumliegen Nachhaltigkeit C 25 382 Flaschen sind von der Straße weg Nachhaltigkeit C 27 383 keine Arbeit, sagt, was richtige Arbeit für ihn ausmacht sinnvoll, aber keine Arbeit D 5 384 für den guten Zweck höherer karitativer Sinn K7 sinnvoll, weil normativer Zwang Geld zu ehren K8 höherer Sinn, weil Geld karitativ eingesetzt wird D 7 385 für die Fahrt höherer karitativer Sinn D 7 386 für den guten Zweck höherer karitativer Sinn D 11 387 für die Jugendlichen höherer karitativer Sinn D 13 388 sinnvoll, um Geld für die Fahrt zu generieren höherer karitativer Sinn D 13 389 gute Idee, um Geld für die Fahrt zu bekommen höherer karitativer Sinn D 15 390 im Namen der Einrichtung höherer karitativer Sinn D 15 391 für die Kids und die Reise höherer karitativer Sinn D 17 392 Schon früher immer, auch wenn es nur ein Pfennig war, habe ich das aufgehoben und das mache ich auch jetzt noch mit Cents normativer Zwang, das Geld zu ehren 393 A 6 394 feste TV-Rituale Struktur durch Fernsehen K1 Sammeln keine geeignete Copingstrategie, weil: - unstrukturiertes Sammeln - kurze Sammelzeiten - Veranstaltungen fürs Sammeln irelevant K2 unzufrieden mit Strukturlosigkeit: - braucht Termin zur Aktivierung - hat wenige verpflichtende Termine - fehlende gute Strategie - "einstweilen wird es Mittag" - Antriebslosigkeit im Winter höher K3 ein wenig Struktur durch: - Aufstehzeiten - Fernsehsendungen - Monatskarte - Ausflüge - alltägliche Dinge A 4 395 im kompletten KVB-Gebiet so viel fahren, wie du willst verbringt Zeit mit Bahnfahren A 4 396 Flaschenammeln sporadisch unstrukturiertes Sammeln A 6 397 Sammelgespräch 4 1/2 Stunden lange Sammelzeit ungewöhnlich A 6 398 Termine Arbeitsamt einmal im halben Jahr Termine Arbeitsamt irrelevant A 8 399 nicht mein Tagwerk, sondern von Fall zu Fall sporadisch unstrukturiertes Sammeln A 8 400 zwischen 8 und halb 9 aufstehen nach innerer Uhr Aufstehen meistens zur gleichen Zeit A 8 401 Ausftehen, Bad, Frühstück, dann ist es Nachmittag "einstweilen wird es Mittag" A 8 402 will diese Barriere durchbrechen unzufrieden mit Strukturlosigkeit A 8 403 geht nur bei verpflichtetenden Termin früher aus dem Haus braucht Termin zur Aktivierung A 8 404 schon gelegentlich fester vorgenommen, auch mal eher aufzubrechen unzufrieden mit Strukturlosigkeit A 8 405 Aber bis jetzt hat das noch nicht so richtig funktioniert fehlende Strategie A 8 406 zwingt sich manchmal raus, um Monatskarte zu nutzen Monatskarte Antrieb A 8 407 bis auf drei Tage im Mai Monatskarte benutzt Monatskarte Antrieb A 16 408 Zeit verbracht am Stadion Ausflüge A 4 409 Ausflug zum Flughafen gemacht Ausflüge A 16 410 spontan angefangen, diese Flaschen zu sammeln unstrukturiertes Sammeln A 16 411 im Keller gelagert, weil Geschäfte zu hatten abhängig von Ladenzeiten Anhang A 18 412 hingefahren, weil Monatskarte Monatskarte Antrieb A 18 413 spontan gesammelt unstrukturiertes Sammeln A 18 414 hat sich aus der Situation heraus ergeben unstrukturiertes Sammeln A 44 415 Ich bin um 9 Uhr aufgestanden Aufstehen meistens zur gleichen Zeit A 44 416 kriegt Hintern nicht hoch unzufrieden mit Strukturlosigkeit A 44 417 hätte auch schon um 11 oder 12 rausgekonnt "einstweilen wird es Mittag" A 44 418 ganz bestimmte (TV-)Riten Struktur durch Fernsehen A 44 419 16:30 Uhr aufgebrochen "einstweilen wird es Mittag" A 44 420 alltäglich Dinge, wie etwas einkaufen, gemacht alltägliche Dinge A 44 421 privaten Pfand weggebracht alltägliche Dinge A 44 422 20:15 zu Hause 3 1/2 Std. Einkaufen A 44 423 greift sich die Monatskarte Monatskarte Antrieb A 48 424 spontan und vom situativen Ansatz unstrukturiertes Sammeln A 52 425 Monatskarte der KVB Vorraussetzung Monatskarte Antrieb A 52 426 sammeln dann spontan unstrukturiertes Sammeln A 66 427 musste sich überwinden, rauszugehen braucht Termin zur Aktivierung A 68 428 Lass Gott nen lieben Mann sein Antriebslosigkeit ohne Termine A 68 429 nur mit Monatskarte fast tägich aktiv Monatskarte Antrieb A 70 430 Aufgaben ergeben sich aus alltäglichen Bedürfnissen alltägliche Dinge A 74 431 geht nicht regelmäßig zu Veranstaltungen Veranstaltungen irelevant A 80 432 geht im Winter noch viel weniger raus Antriebslosigkeit im Winter höher A 80 433 Sammeln nur ein Nebenaspeckt unstrukturiertes Sammeln A 88 434 spontan, sporadisch und vom situativen Ansatz abhängig unstrukturiertes Sammeln B 9 435 als erster vor der Abfallwirtschaft Zeiten beachten K4 früher sehr gute Strategie für Strukturierung, weil: - gewisse Zeiten zu beachten sind - zeitintensive Beschäftigung - Termin- und Ablaufplanung - ziemlich freie Zeiteinteilung B 9 436 morgens von 6 bis 9 gesammelt zeitintensive Beschäftigung B 13 437 Wo ist wann was los? Terminplanung B 15 438 bei Großveranstaltungen gesammelt Terminplanung B 15 439 am Wochenende gesammelt, wenn Leute trinken Zeiten beachten B 22 440 wenn Saisonarbeiten vorbei waren, dann Sammeln (Sammelsaison) Sammeln als Saisonarbeit B 30 441 genaue Planung und Timing Planung der Zeitabläufe B 38 442 nach 160 Flaschen Bütt wechseln Planung der Arbeitsabläufe B 38 443 durch die ganze Stadt gafahren zum Sammeln zeitintensive Beschäftigung B 62 444 frei in der Zeiteinteilung freie Zeiteinteilung B 62 445 aber man muss auch sehen, wie das ganze abläuft Grenzen in der freien Zeiteinteilung B 84 446 gesammelt, wenn nichts besseres zu tun war Sammeln als Saisonarbeit B 86 447 Kölner Lichter und Fußballspiele Terminplanung 358 359 Erster Durchgang der Zusammenfassung A 18 412 hingefahren, weil Monatskarte Monatskarte Antrieb A 18 413 spontan gesammelt unstrukturiertes Sammeln A 18 414 hat sich aus der Situation heraus ergeben unstrukturiertes Sammeln A 44 415 Ich bin um 9 Uhr aufgestanden Aufstehen meistens zur gleichen Zeit A 44 416 kriegt Hintern nicht hoch unzufrieden mit Strukturlosigkeit A 44 417 hätte auch schon um 11 oder 12 rausgekonnt "einstweilen wird es Mittag" A 44 418 ganz bestimmte (TV-)Riten Struktur durch Fernsehen A 44 419 16:30 Uhr aufgebrochen "einstweilen wird es Mittag" A 44 420 alltäglich Dinge, wie etwas einkaufen, gemacht alltägliche Dinge A 44 421 privaten Pfand weggebracht alltägliche Dinge A 44 422 20:15 zu Hause 3 1/2 Std. Einkaufen A 44 423 greift sich die Monatskarte Monatskarte Antrieb A 48 424 spontan und vom situativen Ansatz unstrukturiertes Sammeln A 52 425 Monatskarte der KVB Vorraussetzung Monatskarte Antrieb A 52 426 sammeln dann spontan unstrukturiertes Sammeln A 66 427 musste sich überwinden, rauszugehen braucht Termin zur Aktivierung A 68 428 Lass Gott nen lieben Mann sein Antriebslosigkeit ohne Termine A 68 429 nur mit Monatskarte fast tägich aktiv Monatskarte Antrieb A 70 430 Aufgaben ergeben sich aus alltäglichen Bedürfnissen alltägliche Dinge A 74 431 geht nicht regelmäßig zu Veranstaltungen Veranstaltungen irelevant A 80 432 geht im Winter noch viel weniger raus Antriebslosigkeit im Winter höher A 80 433 Sammeln nur ein Nebenaspeckt unstrukturiertes Sammeln A 88 434 spontan, sporadisch und vom situativen Ansatz abhängig unstrukturiertes Sammeln B 9 435 als erster vor der Abfallwirtschaft Zeiten beachten K4 früher sehr gute Strategie für Strukturierung, weil: - gewisse Zeiten zu beachten sind - zeitintensive Beschäftigung - Termin- und Ablaufplanung - ziemlich freie Zeiteinteilung B 9 436 morgens von 6 bis 9 gesammelt zeitintensive Beschäftigung B 13 437 Wo ist wann was los? Terminplanung B 15 438 bei Großveranstaltungen gesammelt Terminplanung B 15 439 am Wochenende gesammelt, wenn Leute trinken Zeiten beachten B 22 440 wenn Saisonarbeiten vorbei waren, dann Sammeln (Sammelsaison) Sammeln als Saisonarbeit B 30 441 genaue Planung und Timing Planung der Zeitabläufe B 38 442 nach 160 Flaschen Bütt wechseln Planung der Arbeitsabläufe B 38 443 durch die ganze Stadt gafahren zum Sammeln zeitintensive Beschäftigung B 62 444 frei in der Zeiteinteilung freie Zeiteinteilung B 62 445 aber man muss auch sehen, wie das ganze abläuft Grenzen in der freien Zeiteinteilung B 84 446 gesammelt, wenn nichts besseres zu tun war Sammeln als Saisonarbeit B 86 447 Kölner Lichter und Fußballspiele Terminplanung Anhang C 3 448 hauptsächlich am Wochenende Wochenendsammler K5 Sammeln spielt für Strukturierung keine weitere Bedeutung, weil: - kein sehr aktiver Sammler - viele Aufgaben - arbeit nachts, am Tag Erholung C 7 449 früh los und dann schon morgens Pfand abgeben freie Zeiteinteilung C 11 450 weil morgens sowieso Fahrradtour freie Zeiteinteilung C 25 451 hätte auch ohne Sammeln eine Tour gemacht Sammeln nebensächlich C 27 452 früher sehr viel gearbeitet, Übergang schwer an viel Arbeit gewöhnt C 27 453 kann heute auch gut faulenzen Tagesstruktur durch Arbeit weniger relevant C 27 454 arbeitet nachts, faulenzt am Tag "Faulenzen" eher Erhohlung von Arbeit C 43 455 fast jeden Vormittag unterwegs viele Aufgaben am Tag C 43 456 da geht der Tag schnell rum Tag geht schnell rum C 47 457 hatte Stress mit Terminbauten, sich aber daran gewöhnt an viel Arbeit gewöhnt C 53 458 erzählt Tagesablauf "einstweilen wird es Mittag" D 5 459 sammelt nur bei Großveranstaltungen Terminplanung K6 Flaschensammeln mittelgute Strategie für Strukturierung, weil: - terminabhängig - manchmal keine andere Aufgabe, um Zeit zu überbrücken - andere Strategie gescheitert - verleiht vielleicht Legitimation, um Feste zu besuchen? - in Kombination mit anderen Strategien D 5 460 wäre sowieso hingegangen Sammeln nebensächlich D 5 461 Sammeln nicht viel bei Festen Sammeln nebensächlich D 5 462 geht über Feste, sammelt und spricht Menschen an Sammeln nicht nebensächlich D 7 463 sammelt nicht mit Frau Sammeln nebensächlich D 7 464 geht nur, wenn er sowieso gucken wollte Sammeln nebensächlich D 7 465 trinkt auch Kölsch mit Bekannten Sammeln nebensächlich D 7 466 geht hauptsächlch wegen dem Fest hin Sammeln nebensächlich D 7 467 wenn Tüten voll sind, geht er nach Hause Sammeln nicht nebensächlich D 7 468 einmal in der Woche einen Einkauf feste Einkaufszeiten D 9 469 keine Aufgaben, um Zeit zu überbrücken keine Aufgabe, um Zeit zu überbrücken D 9 470 zunächst Veranstaltungen und Arbeit besucht andere Copingstrategien benutzt D 13 471 immer mehr Veranstaltungen besucht andere Copingstrategien benutzt D 13 472 Flaschensammler gesehen und nachgemacht Sammeln bei Festen D 13 473 Aufgabe gebraucht bei Festen? Legitimation, um Feste zu besuchen? D 19 474 hat den ganzen Tag Zeit keine Aufgabe, um Zeit zu überbrücken D 19 475 früher den ganzen Tag gearbeitet an viel Arbeit gewöhnt D 19 476 zu viel Freizeit, um sie mit Hobbys zu füllen keine Aufgabe, um Zeit zu überbrücken D 19 477 hat sich inzwischen eingependelt Kombination aus Copingstrategien 478 A o.A. 479 keine Angabe keine Angabe keine Angabe B 3 480 KVB als Sicherungsaufsicht Kontakt durchs Sammeln möglich K1 Kontakt möglich C o.A. 481 keine Angabe keine Angabe keine Angabe D 3 482 Rentner, hat im Jugendwohnheim gearbeitet früher gearbeitet heute Rentner D 3 483 ist mein Kollege sieht sich noch als aktiven Kollegen D 5 484 ehrenamtlich bei Einrichtung ehrenamtlich bei Einrichtung D 5 485 spricht Menchen an und erzählt von der Einrichtung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit D 5 486 Menschen geben manchmal Spende Fundraiser D 5 487 Arbeitsbrieftasche Trennung Arbeit von Privatem D 7 488 Geld in extra Sparschwein Trennung Arbeit von Privatem D 7 489 nimmt das Geld mit zur Arbeit sieht sich noch als aktiven Kollegen D 7 490 die Kollegen vom Wohnheim sieht sich noch als aktiven Kollegen D 7 491 Ich komm dann zu Besuch und plane mit ehrenamtlich bei Einrichtung 360 361 Erster Durchgang der Zusammenfassung C 3 448 hauptsächlich am Wochenende Wochenendsammler K5 Sammeln spielt für Strukturierung keine weitere Bedeutung, weil: - kein sehr aktiver Sammler - viele Aufgaben - arbeit nachts, am Tag Erholung C 7 449 früh los und dann schon morgens Pfand abgeben freie Zeiteinteilung C 11 450 weil morgens sowieso Fahrradtour freie Zeiteinteilung C 25 451 hätte auch ohne Sammeln eine Tour gemacht Sammeln nebensächlich C 27 452 früher sehr viel gearbeitet, Übergang schwer an viel Arbeit gewöhnt C 27 453 kann heute auch gut faulenzen Tagesstruktur durch Arbeit weniger relevant C 27 454 arbeitet nachts, faulenzt am Tag "Faulenzen" eher Erhohlung von Arbeit C 43 455 fast jeden Vormittag unterwegs viele Aufgaben am Tag C 43 456 da geht der Tag schnell rum Tag geht schnell rum C 47 457 hatte Stress mit Terminbauten, sich aber daran gewöhnt an viel Arbeit gewöhnt C 53 458 erzählt Tagesablauf "einstweilen wird es Mittag" D 5 459 sammelt nur bei Großveranstaltungen Terminplanung K6 Flaschensammeln mittelgute Strategie für Strukturierung, weil: - terminabhängig - manchmal keine andere Aufgabe, um Zeit zu überbrücken - andere Strategie gescheitert - verleiht vielleicht Legitimation, um Feste zu besuchen? - in Kombination mit anderen Strategien D 5 460 wäre sowieso hingegangen Sammeln nebensächlich D 5 461 Sammeln nicht viel bei Festen Sammeln nebensächlich D 5 462 geht über Feste, sammelt und spricht Menschen an Sammeln nicht nebensächlich D 7 463 sammelt nicht mit Frau Sammeln nebensächlich D 7 464 geht nur, wenn er sowieso gucken wollte Sammeln nebensächlich D 7 465 trinkt auch Kölsch mit Bekannten Sammeln nebensächlich D 7 466 geht hauptsächlch wegen dem Fest hin Sammeln nebensächlich D 7 467 wenn Tüten voll sind, geht er nach Hause Sammeln nicht nebensächlich D 7 468 einmal in der Woche einen Einkauf feste Einkaufszeiten D 9 469 keine Aufgaben, um Zeit zu überbrücken keine Aufgabe, um Zeit zu überbrücken D 9 470 zunächst Veranstaltungen und Arbeit besucht andere Copingstrategien benutzt D 13 471 immer mehr Veranstaltungen besucht andere Copingstrategien benutzt D 13 472 Flaschensammler gesehen und nachgemacht Sammeln bei Festen D 13 473 Aufgabe gebraucht bei Festen? Legitimation, um Feste zu besuchen? D 19 474 hat den ganzen Tag Zeit keine Aufgabe, um Zeit zu überbrücken D 19 475 früher den ganzen Tag gearbeitet an viel Arbeit gewöhnt D 19 476 zu viel Freizeit, um sie mit Hobbys zu füllen keine Aufgabe, um Zeit zu überbrücken D 19 477 hat sich inzwischen eingependelt Kombination aus Copingstrategien 478 A o.A. 479 keine Angabe keine Angabe keine Angabe B 3 480 KVB als Sicherungsaufsicht Kontakt durchs Sammeln möglich K1 Kontakt möglich C o.A. 481 keine Angabe keine Angabe keine Angabe D 3 482 Rentner, hat im Jugendwohnheim gearbeitet früher gearbeitet heute Rentner D 3 483 ist mein Kollege sieht sich noch als aktiven Kollegen D 5 484 ehrenamtlich bei Einrichtung ehrenamtlich bei Einrichtung D 5 485 spricht Menchen an und erzählt von der Einrichtung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit D 5 486 Menschen geben manchmal Spende Fundraiser D 5 487 Arbeitsbrieftasche Trennung Arbeit von Privatem D 7 488 Geld in extra Sparschwein Trennung Arbeit von Privatem D 7 489 nimmt das Geld mit zur Arbeit sieht sich noch als aktiven Kollegen D 7 490 die Kollegen vom Wohnheim sieht sich noch als aktiven Kollegen D 7 491 Ich komm dann zu Besuch und plane mit ehrenamtlich bei Einrichtung Anhang D 7 492 andere Ehrenamtliche auch an Planung beteiligt? Ehrenamt mit Sonderrechten? D 7 493 gucken gemeinsam, was im Schwein ist Fundraiser D 7 494 lässt sich mit Kollegen überraschen Bindung zu Kollegen D 9 495 spricht im Urlaub über die Arbeit starke Bindung zum Arbeitsplatz D 9 496 nicht der einzige Ehrenamtliche Ehrenamt keine richtige Anstellung D 9 497 im Urlaub für ein Ehrenamt entschieden sofort nach Rente Rückkehr geplant D 9 498 erste Zeit Arbeitsplatz besucht starke Bindung zum Arbeitsplatz D 9 499 junge Kollegen beraten Berater D 9 500 Besuche kamen nicht gut an Strategie gescheitert D 9 501 Saß mit Chef in der Kneipe mit Chef befreundet D 11 502 Beratungstätigkeiten kamen auch bei Frau und Chef schlecht an Strategie gescheitert D 11 503 Trennung fiel im schwer starke Bindung zum Arbeitsplatz D 11 504 Probleme mit neuem Chef Widerstand am Arbeitsplatz D 11 505 macht das für die Einrichtung Fundraiser D 11 506 soll Einrichtungsnamen nicht mehr nennen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit abgelehnt D 11 507 lehnt neuen Chef ab lehnt neuen Chef ab D 11 508 ist schon ewig in der Einrichtung beschäftigt starke Bindung zum Arbeitsplatz D 13 509 Sammeln gute Idee, weil will sowieo an Fahrten teilnehmen Sammeln hat mit Fahrt zu tun D 13 510 Hat früher die Teilnahme an Fahrten abgelehnt früher Fahrten abgelehnt D 15 511 im Namen der Einrichtung Fundraiser D 15 512 Flaschen und Geldbörse getrennt Trennung Arbeit von Privatem D 15 513 macht das für die Kinder Fundraiser D 17 514 spendet kein eigenes Geld Trennung Arbeit von Privatem D 17 515 Kollegen und Jugendlichen freuen sich sieht sich noch als aktiven Kollegen D 17 516 treffen sich wegen dem Sparschwein aktiver Kontakt D 17 517 Teil der Mannschaft sieht sich noch als aktiven Kollegen D 17 518 eigenes Geld wäre witzlos Trennung Arbeit von Privatem D 19 519 erzählt von früherer Arbeit starke Bindung zum Arbeitsplatz D 23 520 mit Chef Ausbildung gemacht emotionale Bindung zum Chef D 23 521 gemeinsames Geheimnis mit Chef emotionale Bindung zum Chef D 23 522 Erzieher besser als Sozialarbeiter starke Identifikation mit dem Job D 23 523 bereut Jobwechsel bis heute nicht starke Bindung zum Arbeitsplatz D 23 524 Frau in der Arbeit kennengelernt emotionale Bindung zur Einrichtung D 25 525 keine Kinder trotz Kinderwunsch keine Kinder D 25 526 wollen Haus der Einrichtung spenden emotionale Bindung zur Einrichtung 362 363 Erster Durchgang der Zusammenfassung D 7 492 andere Ehrenamtliche auch an Planung beteiligt? Ehrenamt mit Sonderrechten? D 7 493 gucken gemeinsam, was im Schwein ist Fundraiser D 7 494 lässt sich mit Kollegen überraschen Bindung zu Kollegen D 9 495 spricht im Urlaub über die Arbeit starke Bindung zum Arbeitsplatz D 9 496 nicht der einzige Ehrenamtliche Ehrenamt keine richtige Anstellung D 9 497 im Urlaub für ein Ehrenamt entschieden sofort nach Rente Rückkehr geplant D 9 498 erste Zeit Arbeitsplatz besucht starke Bindung zum Arbeitsplatz D 9 499 junge Kollegen beraten Berater D 9 500 Besuche kamen nicht gut an Strategie gescheitert D 9 501 Saß mit Chef in der Kneipe mit Chef befreundet D 11 502 Beratungstätigkeiten kamen auch bei Frau und Chef schlecht an Strategie gescheitert D 11 503 Trennung fiel im schwer starke Bindung zum Arbeitsplatz D 11 504 Probleme mit neuem Chef Widerstand am Arbeitsplatz D 11 505 macht das für die Einrichtung Fundraiser D 11 506 soll Einrichtungsnamen nicht mehr nennen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit abgelehnt D 11 507 lehnt neuen Chef ab lehnt neuen Chef ab D 11 508 ist schon ewig in der Einrichtung beschäftigt starke Bindung zum Arbeitsplatz D 13 509 Sammeln gute Idee, weil will sowieo an Fahrten teilnehmen Sammeln hat mit Fahrt zu tun D 13 510 Hat früher die Teilnahme an Fahrten abgelehnt früher Fahrten abgelehnt D 15 511 im Namen der Einrichtung Fundraiser D 15 512 Flaschen und Geldbörse getrennt Trennung Arbeit von Privatem D 15 513 macht das für die Kinder Fundraiser D 17 514 spendet kein eigenes Geld Trennung Arbeit von Privatem D 17 515 Kollegen und Jugendlichen freuen sich sieht sich noch als aktiven Kollegen D 17 516 treffen sich wegen dem Sparschwein aktiver Kontakt D 17 517 Teil der Mannschaft sieht sich noch als aktiven Kollegen D 17 518 eigenes Geld wäre witzlos Trennung Arbeit von Privatem D 19 519 erzählt von früherer Arbeit starke Bindung zum Arbeitsplatz D 23 520 mit Chef Ausbildung gemacht emotionale Bindung zum Chef D 23 521 gemeinsames Geheimnis mit Chef emotionale Bindung zum Chef D 23 522 Erzieher besser als Sozialarbeiter starke Identifikation mit dem Job D 23 523 bereut Jobwechsel bis heute nicht starke Bindung zum Arbeitsplatz D 23 524 Frau in der Arbeit kennengelernt emotionale Bindung zur Einrichtung D 25 525 keine Kinder trotz Kinderwunsch keine Kinder D 25 526 wollen Haus der Einrichtung spenden emotionale Bindung zur Einrichtung Anhang Zweiter Durchgang der Zusammenfassung Fall Kat. Generalisierung Reduktion A K1 „Geld schon wichtig, aber trotzdem nur Sammeln, wenn es sich ergibt und ohne extra Aufwand, weil: – keine materiellen Probleme – in Armut eingerichtet – geregeltes Einkommen – Kölnpass – Sammeln unökonomisch – Es geht anderen schlechter (Wohnungslose) – Ein paar Euros machen keinen Unterschied“ „sehr aktives Sammeln nur gute Strategie, wenn: – materielle/finanzielle Lage schlecht – Armut ein Problem – kein weiteres geregeltes Einkommen – erfolgreiches Sammeln möglich – man bereits komplett verarmt ist (wohnungslos) – jeder Euro einen Unterschied macht“ K'1 sehr aktives Sammeln nur gute Strategie, wenn: – keine bessere/effizientere Strategie vorhanden – materielle/finanzielle Lage schlecht – Armut ein Problem – kein weiteres geregeltes Einkommen – erfolgreiches Sammeln möglich – man bereits komplett verarmt ist (wohnungslos) – jeder Euro einen Unterschied macht K'2 weniger aktives Sammeln gute Strategie, wenn: – geringe Geldprobleme – andere Bedingungen das Sammeln ohne Aufwand ermöglichen – Kombination mit anderen Strategien möglich A K2 „Ohne diese Bedingungen Geld vielleicht wichtiger“ Geld sonst wichtiger A K3 „Es wird trotzdem bei Gelegenheit gesammelt, weil – wenig Geld – Monatskarte ausnutzen – Freude auch über wenig Geld – Spaß – normativer Zwang, Geld zu ehren“ „weniger aktives Sammeln gute Strategie, wenn: – geringe Geldprobleme – andere Bedingungen das Sammeln ohne Aufwand ermöglichen“ B/C K4 „Geld entscheidend für Sammeltätigkeit“ Geld entscheidend B/C K5 „Sammeln heute keine gute Methode zum Geldverdienen mehr wegen Konkurrenz“ keine gute Strategie, wenn erfolgreiches Sammeln nicht möglich B/C K6 „Sammeln nur als Einnahmequelle, wenn es keine bessere Möglichkeit gibt, ansonsten diese verwenden (Effizienz)“ nur gute Strategie, wenn keine bessere vorhanden B/C K7 „auch in Kombination mit anderen Strategien möglich, dann aber untergeordnet (Zuverdienst)“ „weniger aktives Sammeln gute Strategie, wenn kombiniert mit anderen Strategien“ B/C K8 „schnelles Geld auf die Hand“ Geld entscheidend D K9 „sammelt für andere, obwohl er finanziell auch ohne Sammeln helfen könnte, da genug Rente“ Sammeln keine gute Copingstrategie für eigene Geldprobleme, wenn Stressor überhaupt nicht vorhanden 364 365 Zweiter Durchgang der Zusammenfassung A K1 „gescheiterte Beamtenkarriere Zäsur, weil: – Freunde alle erfolgreich – Abschluss wichtig“ gescheiterte Karriere Sehr interpretativ! (Vorwissen aus Forschungsbericht fließt mit ein!) K'1 geringe Identifikation mit Flaschensammeln, wenn: – Berufsabschluss – gescheiterte Karriere – beruflich resigniert – wenig aktiver Sammler K'2 sehr geringe Identifikation mit Flaschensammeln, wenn: – Berufsabschluss – mit gescheiterter Karriere im Reinen – sehr starke Identifikation mit erlerntem Beruf – beruflich resigniert – Nebenjob – wenig aktiver Sammler K'3 keine Identifikation mit Flaschensammeln, wenn: – Berufsabschluss – sehr starke Identifikation mit erlerntem Beruf – erfolgreicher Karriereschluss – keine finanzielle Notlage Denkbar: K'4 hohe identifikation mit Flaschensammeln möglich (Ableitung aus K'1–3 und Vorwissen), wenn: - kein Berufsabschluss - keine Karriere oder gescheitert - sehr aktive Sammlerin - erfolgreiche Sammlerin A K2 „alternative Berufskarrieren: – Verwaltungsfachangestelter (Abschluss wichtig!) – Sicherheitsfachkraft (Abschluss weniger wichtig) – Rundfunkempfang“ Berufsabschluss A K3 „Alternative Berufskarrieren gescheitert, weil: – Gelegenheitsjobs – immer befristet – keine Arbeit als Sicherheitsfachkraft – ALG-II-Empfänger“ gescheiterte Karriere A K4 „heute beruflich resigniert“ beruflich resigniert A K5 „generelle Zugehörigkeit zu der Gruppe der Sammler, aber: – Flaschensammeln keine Haupttätigkeit – keine Gruppenzugehörigkeit zu aktiven Sammlern – kein seriöser Stundenlohn möglich, daher abzulehnen“ geringe Identifikation mit Flaschensammlern B K6 „früher Identifikation als Sammler, weil: – sehr aktiver Sammler – früher zur Szene gehört“ früher eher Identifikation mit Flaschensammlern B K7 „lehnt Flaschensammeln inzwischen eher ab, weil: – neue Sammelszene – zu viel Konkurrenz – lohnt nicht mehr – bessere Jobs bevorzugen“ sehr geringe Identifikation mit Flaschensammlern B K8 „Eigenbezeichnung Steuermann“ Berufsabschluss Anhang B K9 „Berufskarriere gescheitert, weil: – Gelegenheitsjobs – lange Krankheit – Firma bankrott – Unzufriedenheit in Verwaltung – heute keine Chance als Seemann“ gescheiterte Karriere B K10 „heute beruflich resigniert“ beruflich resigniert B K11 „eher Fremdenführer als Sammler“ Identifikation mit besserem Job C K12 „hohe Identifikation als Gas- Wasserinstallateur, weil: – früher viel gearbeitet – innerhalb des Berufs besondere Stellung – gute Zeit gehabt – guter Zusammenhalt – Stolz auf Leistung“ „Berufsabschluss“ C K13 „Gruppenzugehörigkeit zu Flaschensammlern, aber: – Sammeln keine Arbeit – Sammeln Hobby“ sehr geringe Identifikation mit Flaschensammlern C K14 „vorzeitiges Berufsende schwer zu verkraften, aber damit abgefunden“ Karriere nicht gescheitert C K15 „gesundheitlich geht es nicht mehr, wie er will, deswegen beruflich resigniert“ Beruflich resigniert D K16 „keine Identifikation mit dem Sammeln, weil: – sammelt nicht für sich, sondern für Einrichtung – braucht das Geld nicht“ keine Identifikation mit dem Flaschensammeln D K17 „Selbstbezeichnung Rentner“ Rentner D K18 „hohe Identifikation mit Erzieherberuf, daher Sammeln, um Identität aufrecht zu erhalten (anstatt neue Identität zu generieren)“ Berufsabschluss 366 367 Zweiter Durchgang der Zusammenfassung A K1 „hat einige sehr enge und gute Freunde“ gute Freunde in Heimat K'1 Flaschensammeln als gute Copingstrategie für Mangel an sozialen Kontakten abhängig von folgenden Faktoren je nach jeweiliger Qualität und/ oder Quantität: – Entstehung passiver sozialer Kontakte beim Sammeln – Entstehung direkter Kommunikation – Kooperation mit anderen Sammlerinnen – indirekter Einfluss des gesammelten Geldes auf anderweitige soziale Interaktionen (Party, Ferienfahrt) – andere Strategien, soziale Kontakte zu generieren – bereits vorhandene regelmäßige soziale Kontakte – individuelles Bedürfnis nach sozialen Kontakten – kommunikative Fähigkeiten der Sammlerin A K2 „früher viele soziale Kontakte wegen: – Schulfreunden – SPD-Mitgliedschaft – Gerwerschaftsmitgliedschaft – Juso-Mitgliedschaft – Partnerin“ soziale Kontakte weg A K3 „Einsam in Großstadt wegen: – Problem mit Kölner Mentalität – verbringt viel Zeit in der Wohnung – wenige Freunde in Köln – keine oberflächlichen Freundschaften erwünscht – Parteiaustritt – kennt Nachbarn nur oberflächlich – findet Leben langweilig“ soziale Kontakte weg A K4 „Flaschensammeln als Strategie, soziale Kontakte zu generieren, hat folgende Eigenschaften: – Er kommt unter Menschen – Er spricht Pasanten direkt an – Manche Passanten reagieren negativ – Die meisten Passantinnen regieren positiv – Dann können gute Gespräche entstehen – Längere Gespräche beim Sammeln sind selten – Langes Gespräch und gemeinsames Trinken mit den jungen Männern wurde als sehr positives und besonderes Ereignis wahrgenommen“ „Flaschensammeln kann gute Strategie sein, weil: – passive soziale Kontakte entstehen – es Vorwand für direkte Kontaktaufnahme bietet – die meisten Menschen positiv reagieren – längere und als positiv empfundene Gespräche entstehen können“ B K5 „soziale Situation: – gute Freunde und viele soziale Kontakte – viele Freunde verstorben – von Partnerin verlassen“ Viele Freunde und soziale Kontakte Anhang B K6 „Sammeln früher gute Strategie für soziale Kontakte, weil: – sammelte früher oft im Team – passive soziale Kontakte entstanden – hat Menschen angesprochen – jeden Abend gemeinsame Feier finanziert – Es gab einen guten Zusammenhalt – Passanten reagieren positiv“ „Sammeln früher gute Strategie für soziale Kontakt weil: – Sammelte Früher im oft Team – Passive soziale Kontakte entstanden – Hat Menschen engesprochen – Jeden Abend gemeinsame Feier finanziert – Es gab einen guten Zusammenhalt – Passanten positiv reagieren“ B K7 „Fremdenführer gute Strategie für soziale Kontakte, weil Kommunikation ist wechselseitig und gehaltvoller“ neue Strategie heute besser C K8 „soziale Kontakte vermutlich nebensächlich, weil: – hat regelmäßige Kontakte zu Exfrau, Freundin und Freunden (Letzteres durch Vorgespräch erfahren) – zwar oberflächlicher Kontakt zu Sammlern und anderen Menschen, aber – sammelt alleine – macht eine Radtour beim Sammeln – soziale Interaktionen mit Passanten kommen gar nicht zur Sprache“ „viele Freunde und soziale Kontakte soziale Interaktionen beim Sammeln nur beiläufig erwähnt“ C K9 „soziale Kontakte in der Arbeit früher sehr gut und wichtig (sehr guter Zusammenhalt)“ soziale Kontakte früher gut bei Arbeit D K10 „soziale Situation: – verheiratet – viele soziale Kontakte – regelmäßig Kontakt zu Freunden, Exkollegen und Jugendlichen“ verheiratet, viele Freunde und soziale Kontakte 368 369 Zweiter Durchgang der Zusammenfassung D K11 „Wenn keine Beschäftigung sowie Frau und Freunde keine Zeit, dann Flaschensammeln, weil: – tagsüber meist alleine – zu häufige Besuche in der Einrichtung nicht erwünscht – passive soziale Kontakte – aktive Kommunikation – trifft Freunde und Bekannte“ „Flaschensammeln kann gute Strategie sein, weil: – Zeit muss nicht alleine verbracht werden – Freunde und Frau nicht immer Zeit haben – passive soziale Kontakte entstehen – es Vorwand für direkte Kontaktaufnahme bietet – man Freunde und Bekannte antrifft“ A K1 „sinnvoll, weil: – Geld – soziale Kontakte – Beschäftigung – Dienstleistung – normativer Zwang, Geld zu ehren“ „sinnvoll, weil: - Geld - soziale Kontakte - Aufgabe normativer Zwang, Geld zu ehren“ K'1 Flaschensammeln nur sinnvoll, wenn es Geld einbringt K'2 Hinzu können individuelle subjektive Sinnzuschreibungen stattfinden K'3 Sinkt die Qualität des Sinngehalts, wird die Strategie gewechselt K'4 Dem Flaschensammeln kann ein höherer Sinn in Form einer erfüllenden Tätigkeit zugesprochen werden, indem: A) der Handlung als solcher ein höherer Sinn beigemessen wird wie etwa Umweltschutz oder B) das erwirtschaftete Geld für einen höheren Zweck eingesetzt wird wie etwa Spenden Vermutung: K'5 Flaschensammeln erscheint eher sinnvoll, wenn die normative Regel, Geld zu ehren, verinnerlicht wird B K2 „Sinnvoll, weil: – Geld – Sauberkeit und Ordnung – immer möglich – Ortskenntnis – körperliche Ertüchtigung – normativer Zwang, Geld zu ehren“ „sinnvoll, weil: - Geld - Sauberkeit und Ordnung - Ortskenntnis - körperliche Ertüchtigung normativer Zwang, Geld zu ehren“ B K3 „bei Sinnverlust Strategie wechseln“ bei Sinnverlust Strategie wechseln C K4 „sinnvoll, weil: – Geld – körperliche Ertüchtigung – normativer Zwang, das Geld zu ehren“ „sinnvoll, weil: - Geld - körperliche Ertüchtigung normativer Zwang, Geld zu ehren“ C K5 „höherer Sinn, weil es gut für die Umwelt ist“ höherer Sinn, weil es gut für die Umwelt ist C K6 „sinnvoll, aber keine Arbeit“ sinnvoll, aber keine Arbeit D K7 „sinnvoll, weil normativer Zwang, Geld zu ehren“ normativer Zwang, Geld zu ehren D K8 „höherer Sinn, weil Geld karitativ eingesetzt wird“ höherer Sinn, weil Geld karitativ eingesetzt wird Anhang A K1 „Sammeln keine geeignete Copingstrategie, weil: – unstrukturiertes Sammeln – kurze Sammelzeiten – Veranstaltungen fürs Sammeln irrelevant“ Sammeln keine geeignete Strategie, wenn wenig aktiv und unstrukturiert K'1 Fehlende oder ungenügende Strategien mit der freien Zeit umzugehen, können unzufrieden machen K'2 Sammeln keine geeignete Strategie, wenn wenig aktiv und unstrukturiert K'3 Sammeln mittelgute Strategie, wenn wenig aktiv und strukturiert und in Kombination mit anderen Strategien – wahrscheinlich bei Umkehrung der beiden Bedingungen ähnliches Ergebnis, da gewisse Struktur allein durch den Zeitaufwand entsteht K'4 Sammeln geeignete Strategie, wenn sehr aktiv und strukturiert A K2 „unzufrieden mit Strukturlosigkeit: – braucht Termin zur Aktivierung – hat wenige verpflichtende Termine – fehlende gute Strategie – „einstweilen wird es Mittag“ – Antriebslosigkeit im Winter höher“ fehlende Struktur macht unzufrieden A K3 „ein wenig Struktur durch: – Aufstehzeiten – Fernsehsendungen – Monatskarte – Ausflüge – alltägliche Dinge“ Strategien wie in K3 ungenügent, da K2 B K4 „früher sehr gute Strategie für Strukturierung, weil: – gewisse Zeiten zu beachten sind – zeitintensive Beschäftigung – Termin- und Ablaufplanung – ziemlich freie Zeiteinteilung“ Sammeln geeignete Strategie, wenn sehr aktiv und strukturiert C K5 „Sammeln spielt für Strukturierung keine weitere Bedeutung weil: – kein sehr aktiver Sammler – viele Aufgaben – Arbeit nachts, am Tag Erholung“ Sammeln keine geeignete Strategie, wenn andere Aufgaben wichtiger D K6 „Flaschensammeln mittelgute Strategie für Strukturierung, weil: – terminabhängig – manchmal keine andere Aufgabe, um Zeit zu überbrücken – andere Strategie gescheitert – verleiht vielleicht Legitimation, um Feste zu besuchen? – in Kombination mit anderen Strategien“ „Sammeln mittelgute Strategie, wenn wenig aktiv und strukturiert und in Kombination mit anderern Strategien Sammeln Legitimation für manche Strategien“ 370 371 Zweiter Durchgang der Zusammenfassung A K1 „Kontakt möglich“ Kontakt möglich K'1 Kontakt generell möglich K'2 Bindung zum Arbeitsplatz aufrechterhalten, wenn: – gute Beziehung zu Kollegen – starke emotionale Bindung zur Einrichtung – starke Identifikation mit dem Beruf – fehlende Bindung zu gleichwertiger Institution oder Gruppe K'3 Sammeln kann geeignete Strategie sein, wenn: – Kontakt zu Arbeitsplatz – Kontakt zu Kollegen – Akzeptanz vonseiten des Arbeitgebers D K2 „Interviewpartner 4 versucht, Bindung zum Arbeitsplatz aufrechtzuerhalten, weil: – sieht sich noch als aktiven Kollegen – gute Beziehung zu Kollegen – starke emotionale Bindung zur Einrichtung – starke emotionale Bindung zum alten Chef – starke Identifikation mit dem Beruf – keine eigenen Kinder“ „Bindung zum Arbeitsplatz aufrechterhalten, wenn: – gute Beziehung zu Kollegen – starke emotionale Bindung zur Einrichtung – starke Identifikation mit dem Beruf – fehlende Bindung zu gleichwertiger Institution oder Gruppe“ D K3 „Sammeln wird als geeignete Strategie empfunden, weil: – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit – Fundraiser – aktiver Kontakt zu Kollegen – Arbeit im Auftrag der Einrichtung, da Fundraiser offiziell akzeptiert“ „Sammeln geeignete Strategie, wenn: – dadurch Kontakt zu Arbeitsplatz – dadurch Kontakt zu Kollegen“ D K4 „alte Strategie als Berater gescheitert“ alte Strategie gescheitert D K5 „Lehnt neuen Chef ab, weil dieser Widerstand gegen zu enge Arbeitsplatzbindung leistet und Presseund Öffentlichkeitsarbeit ablehnt“ Ablehnung vonseiten des Arbeitsplatzes D K6 „Sammeln in Kombination mit Strategie“; „Ehrenamt“ Sammeln in Kombination mit anderer Strategie Anhang Aushang Flaschensammler*innen Hallo liebe Flaschensammler*innen, mein Name ist Tobi und ich studiere Soziale Arbeit an der Hochschule Emden-Leer in Ostfriesland. Für ein Forschungsprojekt habe ich ein Jahr lang Flaschensammler*innen in Braunschweig beim Sammeln begleitet, sehr viele nette Menschen kennengelernt und sehr viel darüber erfahren können, was es heißt, auf das Geld, das man sammelt, angewiesen zu sein. Nun würde ich gerne für meine Masterarbeit einige Interviews mit pfandsammelnden Menschen führen (egal ob Rentner*innen, Geringverdiener*innen oder Menschen ohne Arbeit, auch Ex-Sammler*innen), die bereit sind, mir ein paar Geschichten aus Ihrem Leben zu erzählen. Durch meinen Umzug nach Köln kann ich es mir nun leider nicht leisten, für jedes Interview nach Braunschweig, zu den Menschen, die mich bereits kennengelernt haben und bereit sind, mir mit ihrem Wissen zu helfen, zu fahren. In Köln kenne ich noch niemanden und die Menschen, die ich anspreche, sind zwar oft interessiert und aufgeschlossen, doch ist es wohl nicht so einfach, jemanden zu vertrauen, von dem man auf der Straße angequatscht wird. Da ich nicht von oben herab durch irgendwelche Einrichtungen mit euch in Kontakt treten möchte, dacht ich, ich versuche es mal mit einem offenen Brief. Die Interviews sind alle anonym, die Namen werden geändert und die Interviews werden nur für die Masterarbeit verwendet. Im Nachhinein könnt Ihr die Verwendung der Interviews zudem ablehnen. Eine Aufwandsentschädigung kann bei Bedarf in irgendeiner Weise nach Absprache geleistet werden, aber da ich nicht besonders viel Geld habe und es auch aus ethischen Gründen ablehne, werde ich Euch keine Unsumme an Geld bieten können. Ich bitte dafür um Verständnis. Habe ich dein Interesse geweckt und du hast Lust bei meiner Masterarbeit behilflich zu sein? Dann melde dich doch einfach bei mir und ich erzähle dir weitere Einzelheiten. Vielen lieben Dank im Voraus für die Unterstützung Tobi Tobias Schuller: 0157 tobi @ .de Tobias Schuller: 0157 tobi @ .de Tobias Schuller: 0157 tobi @ .de Tobias Schuller: 0157 tobi @ .de Tobias Schuller: 0157 tobi @ .de Tobias Schuller: 0157 tobi @ .de Tobias Schuller: 0157 tobi @ .de Tobias Schuller: 0157 tobi @ .de Tobias Schuller: 0157 tobi @ .de Tobias Schuller: 0157 tobi @ .de Tobias Schuller: 0157 tobi @ .de Tobias Schuller: 0157 tobi @ .de 372 373 Datenschutzvereinbarung für Interviews Datenschutzvereinbarung für Interviews 118 • Die Teilnahme am Interview ist freiwillig. Es dient folgendem Zweck: Befragung zum Thema Arbeit und Flaschensammeln • Für die Durchführung und wissenschaftliche Auswertung des Interviews ist verantwortlich: Tobias Schuller, Rolshover Straße 529B, 51105 Köln • Der Verantwortliche trägt dafür Sorge, dass alle erhobenen Daten streng vertraulich behandelt und ausschließlich zum vereinbarten Zweck verwendet werden. • Die/der Interviewte erklärt ihr/sein Einverständnis mit der Bandaufnahme und wissenschaftlichen Auswertung des Interviews. Nach Ende der Bandaufnahme können auf ihren/seinen Wunsch einzelne Abschnitte des Gesprächs gelöscht werden. • Zur Sicherung des Datenschutzes gelten folgende Vereinbarungen. Das Material wird entsprechend folgender Datenschutzvereinbarungen behandelt: BANDAUFNAHME: 1. Die Bandaufnahme wird vom Bearbeiter unzugänglich aufbewahrt und nach Abschluss der Untersuchung, spätestens jedoch nach einem halben Jahr gelöscht. 2. Zugang zur Bandaufnahme hat nur der Interviewer AUSWERTUNG UND ARCHIVIERUNG: 1. Zu Auswertungszwecken wird von der Bandaufnahme ein schriftliches Protokoll angefertigt. Namen und Ortsangaben der/des Interviewten werden im Protokoll soweit erforderlich unkenntlich gemacht. 2. In Veröffentlichungen muss sichergestellt werden, dass eine Identifikation der/des Interviewten nicht möglich ist. 3. Die/der Interviewte kann ihre/seine Einverständniserklärung innerhalb von 14 Tagen ganz oder teilweise widerrufen. • Sondervereinbarung falls erforderlich. 118 Datenschutzerklärung in Anlehnung an „Vereinbarung zum Datenschutz für wissenschaftliche Interviews“ der Technischen Universität Berlin. (TU Berlin o. J., http://web.qualitative-forschung. de/publikationen/postpartale-depressionen/Datenschutzvereinbarung.pdf) Anhang Köln, den Interviewer:………………………… Interviewte/r:……………………………………….. • Bei mündlicher Datenschutzvereinbarung: Ich bestätige hiermit, dass ich den Interviewten über den Zweck der Erhebung aufgeklärt, die Einzelheiten der obigen Datenschutzvereinbarung sinngemäß erläutert und das Einverständnis der/des Befragten erhalten habe. Köln, den Interviewer:………………………… 374 375 Leitfaden für ein episodisches Interview (Pfandsammeln) Leitfaden für ein episodisches Interview (Pfandsammeln) In diesem Interview werde ich Sie wiederholt bitten, mir Situationen zu schildern, in denen Sie Erfahrungen mit dem Thema „Pfandsammeln“ gemacht haben. E-1 Gibt es so etwas wie einen typischen Tag, an dem Sie Flaschen sammeln? Können Sie mir diesen bitte beschreiben? E-2 Wie läuft das eigentlich ab, wenn Sie Flaschen sammeln? Können Sie mir anhand eines Beispiels erzählen, wie Sie das machen? S-3 Was bedeutet Pfandsammeln für Sie? S-4 Seit wann sammeln Sie Pfandflaschen? E-5 Wann kamen Sie das erste Mal mit dem Pfandsammeln in Berührung? Können Sie mir diese Situation erzählen? E-6 Können Sie sich erinnern, als Sie selber das erste Mal gesammelt haben? Können Sie mir bitte davon erzählen? E-7 Haben Sie den Eindruck, dass sich Ihr Verhältnis zum Pfandsammeln seit Sie damit angefangen haben, geändert hat? Können Sie mir eine Situation erzählen, an der dies deutlich wird? E-8 Bringt das Pfandsammeln Vorteile? Können Sie mir bitte Beispiele aus Ihrem Leben erzählen? E-9 Gibt es eine Geschichte aus Ihrem Leben zum Thema Pfandsammeln, die Sie gerne erzählen möchten? S-10 Finden Sie, das Thema Pfandsammeln hat etwas mit dem Thema Arbeit zu tun? E-11 Können Sie mir bitte Ihren gestrigen Tagesablauf erzählen? Wie, wann und wo hat das Thema Flaschensammeln eine Rolle gespielt? E-12 Gibt es im Alltag spürbare Unterschiede zwischen der Zeit, in der Sie gearbeitet haben, und der/dem Arbeitslosigkeit/Ruhestand? Können Sie mir eine Situation aus ihrem Leben erzählen, an der das deutlich wird? S-13 Haben Sie etwas in dem Interview vermisst oder haben Sie etwas als störend empfunden? Anhang Probeinterview (18.02.2017, männlich, ca. 50 Jahre, ALG-II-Empfänger, Auszug) T.: ähm werd ich dir jetzt in diesem Interview äh (.) verschiedene Fragen stellen und werd dich wiederholt bitten mir Situationen zu schildern in denen äh du Erfahrungen mit dem Thema Arbeit gemacht hast und Pfandsammeln (…) alsos kommwa wollnwa gleich loslegen? #00:00:18–9# Int. 1: ja #00:00:19–5# T.: gut komm wir zu Frage Nummer eins (.) äh was ist für dich Arbeit, was verbindest du mit dem Wort Arbeit? #00:00:27–0# Int. 1: ja (.) körperliche Belastung, zum Beispiel [mhm] (..) und natürlich auch gesundheitlich ja (..) das man fit ist [mhm] (6 sek) soll ich da auch äh wegen Flaschensammeln? #00:00:49–6# T.: erst mal nur was bedeutet Arbeit für dich [ja] (.) hn was #00:00:52–4# Int. 1: (..) ja das de, gesundheitlich fit is und das de vom körperlich belastbar ist zum Beispiel ne (.) und das man öhm (.) auch ähm (…) schnell ist zum Beispiel ne, so die Tätigkeit schnell ausübt #00:01:11–0# T.: mhm (9 sek) (räuspern) wenn du jetzt einmal zurückdenkst (.) äh kannst du dich erinnern (.) wann ääh du dich das erste Mal bewusst mit dem Thema au Arbeit auseinandergesetzt hast? äh könntest du mir bitte von dieser Situation erzählen? (..) #00:01:34– 9# Int. 1: joa rich richtich äh befasst hat man sich gar nich, das genauso wenn man, vonne Schule kommt Bewerbung schreibt [mhm] äh, da (.) da überlegt man ja nich ob man jetze ääh (…) was Arbeit jetzt ist ja [mhm] dann bewirbt man sich eben und dann äh, kriegt man die Stelle oder nich eben ne [mhm], dann hat man die Stelle und dann arbeitet man ne dann überlegt man ja nich ganau ob man jetze ähm (.) was Arbeit jetzt bedeutet eben ne? [mhm] Hauptsache, arbeiten tut jeder wegen Geld verdienen [mhm] zum Beispiel #00:02:14–6# T.: (..) ähm (..) kannst du dich erinnern als du äh aus der Schule kamst und die Bewerbungen geschrieben hast? wie war das damals? #00:02:22–9# Int.1: (..) ja also, Bewerbungen hab ich ja n (..) nich so viel geschrieben, äh mein (.) Pflegevater der hatte mir damals ne Stelle beim Bäcker und Konditor, besorgt ne [mhm], über ein Freund weil er den Freund kennt, denn hatt ich ja dann schnell auch ne Arbeit gehabt [mhm] (4 sek) genauso wie jetz äh vor einiger Zeit eben, bei den Stadtwerken da hat, damals auch mein Pflegevater die Stelle bei den Stadtwerken damals besorgt [mhm] #00:02:58–2# 376 377 Probeinterview (18.02.2017, männlich, ca. 50 Jahre, ALG-II-Empfänger, Auszug) T.: (4 sek) hm (..) ok du sagst äh damals hast du dir nie so Gedanken über Arbeit gemacht als junger Mensch, also was Arbeit überhaupt bedeutet (.) ähm (.) da möcht ich gern wissen wo durch äh wurde deine Vorstellung von Arbeit, besonders beeinflusst? kannst du mir dadur dafür ein Beispiel, nennen? #00:03:22–5# Int. 1: (5 sek) was meinste jetzt damit #00:03:28–2# T.: mh, heute hast du ja eine äh Meinung über Arbeit ne? #00:03:32–1# Int. 1: ja #00:03:32–4# T.: (.) äh (.) kannst du dich vielleicht erinnern gabs irgendne Situation in deinem Leben, äh wo du das erste Mal richtig über Arbeit nachgedacht hast? #00:03:41–6# Int. 1: (…) ja direkt (…) direkt äh (..) hab ich mich eigentlich nie so auseinandergesetzt ebend ne (.) weil arbeiten tut man ja eben, wenn man, weiß ich eine Rechnung bezahlt Miete eben ne [mhm] ja, ich schätze mal, wenn du die Leute jetzt draußen fragen würdest die Jugendlichen ja (..) die sagen dir auch das gleiche, wegen Arbeit machen die sich keine Gedanken ne, die jun (.) die ja mach arbeiten ja nur wegen ne hauptsächlich, dass man was zum Essen hat (.) Miete bezahlt, Strom, was eben dazugehört ne [mhm]# #00:04:22–0# T.: (9 sek) äh hast du die mei äh hast du den Eindruck, dass sich deine Vorstellung von dem was Arbeit ausmacht also was an Arbeit wichtig ist im Laufe deines Lebens ver- ändert hat. kannst du mir dafür eine Situation oder ein Beispiel nennen? #00:04:43–2# Int. 1: (…) ja was durch die Arbeit ja, da konnt ich mir ja mehr Sachen zum Beispiel (..) Elektrogeräte kaufen ne, durch die Arbeit eben, dann äh konnt ich natürlich auch mehr, ausgeben ne, weil jetze wenn du jetze keine Arbeit hast musst du ja auf jeden Cent achten ne [mhm] (.) an Lebensmittel (.) da musst du ja auch das Billigste kaufen zum Beispiel ne (..) und äh (.) damals wo ich gearbeitet hab, hab ich ja auch so (…) Elektrogeräte oder konnste paar Sachen sogar auf Ratenzahlung machen ne [mhm] zum Beispiel ne (..) oder ebend konnste theoretisch auch Kredit aufnehmen ne, wenn du was was äh, genug verdienst ne [mhm] zum Beispiel ne. #00:05:34–6# T.: (5 sek) bist du der Meinung dass du heute anders, dass du Arbeit heute anders siehst als früher? #00:05:43–7# Int. 1: (5 sek) ja, vielleicht äh (4 sek) vielleicht is jetze so seit ich jetzt damals bei Stadtwerken aufgehört hab ne, vielleicht war das nicht gut aber das musst ich ja wegen gesundheitlichen Gründen aufgeben ne [mhm] ne, sonst hätt ich ja heute noch die ähm (.) die Arbeit noch [mhm], wenn ich jetzt, jetzt nich gekündigt hätte ne [mhm] zum Beispiel ne (.) damals. #00:06:15–7# Anhang T.: (4 sek) war die Arbeit bei den Stadtwerken, gings da nur ums Geld oder war da vielleicht noch mehr was du gut fandest? #00:06:24–8# Int. 1: ja erst mal (.) ging das natürlich erst mal ums (.) verdienen [mhm] dann ebend (.) da haste wenigstens einen ähm ta so normales Tagesablauf ne [mhm] zum Beispiel morgens musst ja (.) los zur Arbeit, dann eben gegen (.) Spätnachmittag ne haste Feierabend ne [mhm] zum Beispiel oder so ne und dann äh kannste sagen, ab zwanzig Uhr kannste dich mit Freunden treffen ne [mhm] zum Beispiel ne (.) ne, dass de einen normalen Tagesablauf hast [mhm] als Arbeitsloser haste ja keinen Tagesablauf, ähm (.) da gehste ins Bett wann du willst und äh stehst Viertel, gegen Mittag erst auf oder so ne [mhm]. #00:07:10–5# T.: (7 sek) ähm, hat sich bei der Art wie du versuchst äh eine Arbeit zu bekommen, eine Arbeitsstelle in den letzten Jahren etwas verändert? (..) also, könntest du mir dafür ein Beispiel erzählen? #00:07:29–0# Int. 1: (.) ja, kannste nochmal vorlesen? #00:07:32–7# T.: ja, äh die art wie du versuchst ne Arbeiststelle zu bekommen (.) ne, hat sich da etwas in den letzten jahren verändert, und wenn ja könntest du mir dafür ein Beispiel nennen? #00:07:42–9# Int. 1: nee äh, ve verändert nicht, da hat man (..) zum Beispiel Bewerbungen geschrieben und davon von den (.) zehn Bewerbungen haste neun Absagen bekommen, eine haste (.) ähm (..) vielleicht ein ähm (.) vielleicht ein Vorstellungsgespräch bekommen ne [mhm], und dann, fragt natürlich wo du dann gearbeit ne, weil du hast dann die Voraussetzungen nich ne, für sone Arbeit ne [mhm], weil du brauchst halt di die Voraussetzungen ne [mhm], Computer musste können ne, Führerschein musste haben ne (.) zum Beispiel, und dann haste musste ja auch eventuel jahrelang vielleicht vorher ähm in dem Beruf auch Erfahrungen gemacht haben [mhm] ne (..) und die hatt ich ja nich [mhm] #00:08:34–7# T.: (6 sek) hast du nachdem du äh bei den Stadtwerken di, den Job hattest du durch deinen Vater bekommen ne? die Jobs davor [ja durch Pflegevater] mhm, die Jobs davor auch richtig? #00:08:49–5# Int. 1: ja den einen Job ne #00:08:49–7# T.: ja, und danach äh hast du nochmal Jobs bekommen? #00:08:55–2# Int. 1: ja da hatt ich ja, genug Jobs aber die hab ich ja mir selbst dann gefunden [mhm] (.) durch Bewerbung oder durch persönlich Hingehen ne [mhm] #00:09:05–6# 378 379 Probeinterview (18.02.2017, männlich, ca. 50 Jahre, ALG-II-Empfänger, Auszug) T.: (4 sek) war das damals anders als heute? #00:09:11–3# Int. 1: (6 sek) ja das (..) ist heute (.) früher wars vielleicht einfacher irgendwie Jobs zu bekommen, genauso wie mit Wohnung ne, wie, heute is schwieriger ne Wohnung zu bekommen auch mitm Job is auch genauso schwierig zum Beispiel jetzt ne [mhm] (.) weil die gucken auf die Kleinichkeiten an ne, die Leute (..) was haste gemacht ne (.) dein Lebenslauf gucken se an ne, dann habn se, sehen se das und das haste abgebrochen zum Beispiel ne (.) und denn is das natürlich für die natürlich wieder negativ ne [mhm]. #00:09:50–9# T.: (10 sek) wenn du zurückdenkst, was war deine wichtigste Erfahrung mit Arbeit in deinem leben? könntest du mir diese Situation äh beschreiben? #00:10:08–7# Int. 1: jaa, sag mal, wo ich Bäcker gemacht habe (..) hat der ei eine ge so Geselle und Meister ne (.) mich irgendwie äh (.) gemobbt und schikaniert eben ne [mhm] (.) ja (.) eh nach ner Weile dann (..) hab ich ja die Lehre damals abgebrochen ne durchs Mobberei und durchs Schikanieren eben ne [mhm] obwohl ich ba (.) beim Chef war ne, das war ja früher der (.) ein guter Freund von mein, äh Pflegevater ne [mhm] ne (.) und dann äh hats sich ja auch nicht gebessert, dann hab ich dann irgendwie (.) im zweiten Lehrjahr hat ich dann abge äh abgebrochen ne [mhm] die Lehre damals #00:10:52–1# T.: (7 sek) kannst du mir deinen gestrigen Tagesablauf erzählen? (.) wie, wann und wo hat das Thema Arbeit eine Rolle gespielt? #00:11:05–1# Int. 1:(..) gestern? [mhm] (..) joa, ges gestern hab ich auch nur Flaschen gesammelt [mhm] (..) [erz] ja [mhm], ja (.) hab ich gegen (..) Mittag angefangen mit Flaschensammeln, bis ääh bis abends ne (.) gemacht äh, und dann war ich dann natürlich, da war wars dann zu kalt und dann kaputt ne, dann hatt ich dann auch aufgehört ne mitm (.) nur, beim Flaschensammeln is ja so, dass de deine eigne ähm (.) deine eigne Zeit ne, da musste nicht sagen jetzt muss ich um (.) sechs Uhr los zur Arbeit ne [mhm] zur regulären Arbeit, dann haste um 17 Uhr Feierabend ne, da kannste Feierabend machen wann du willst und wenn du keine Lust hast oder (.) wenn dir das reicht das Geld was du verdient hast kannste ja auch Feierabend machen ne [mhm] (6 sek) [wie war der Tag noch gestern?] ja sonst war da eigentlich (?) (4 sek) weil bei uns geht das ja nu meistens (.) aufstehen ne (.) und Flaschensam(lacht leicht)sammeln [mhm] (..) weil da mach ich mir keine Gedonken, gedanken jetzt auf andere oder (.) was sie denken eben ne?(..) weil i, i geh dann los dann ne [mhm] #00:12:37–3# T.: (…) was bedeutet Pfandsammeln für dich? #00:12:42–6# Int. 1: (..) ja (.) wie wo ich damit angefangen hab mit Pfandsammeln (.) da hat man sich ja geschämt ne, in Mülleimer zu gucken [mhm] (..) und so ne, weil das war damals wo ich angefangen hab (..) wars noch nicht so richtig aktuell ne mitm Sammeln ne [mhm], dann haben die, Leute auch dumme Sprüche gemacht ne, weil du da im Müll rum- Anhang wühlst und so ne (.) und so und aber jetze, hat man sich dran gewöhnt ne, jetzt störts nicht wenn die Leute da gucken und, und sagen was ich jetze mache ne? #00:13:18–6# T.: (8 sek) ähm (.) ja und was äh also was verbindest du mit dem Pfandsammeln, was bedeutet das für dich? #00:13:32–1# Int.1: ja (..) das de (.) dir (..) äh (…) zusätzlich noch was dazukaufen kannst, egal obs jetzt Lebensmittel ist ne [mhm] (.) oder (.) oder (.) was zum Rauchen zum Beispiel ne, da geht ja sowieso das ganze Geld sowieso drauf, durchs Rauchen und durch äh Lebensmittel ne? [mhm] ne (.) weil die meisten sind ja schon, Anfang des Monats schon pleite [mhm] bei uns (..) genauso die Bettler auch ne (.) die sind bei jedem Wetter egal ob minus dreißig Grad ist ne [mhm] die sind immer da ne und, machen ihre arbeit ne, betteln ne, [mhm] so mach ich eben mit Flaschensammeln [mhm] #00:14:19–7# T.: (5 sek) seit wann sammelst du Flaschen? #00:14:26–3# Int. 1: (.) oh, seit zehn Jahren schon #00:14:29–8# T.: ok (..) äh wann kamst du das erste mal mit Pfandsammeln in Berührung, kannst du dich an dieser situation erinnern? #00:14:37–9# Int. 1: nee eigentlich nich, ich hab früher nur Leute auch gesehen ne [mhm] (..) genauso, äh, wie die äh die Pfandflaschen ausm Mülleimer geholt haben ne [mhm] und zu Hause hab ich privat da meine Pfandflaschen ja auch behalten, hab ich nicht weggeschmissen ne [mhm] (..) und äh, dann kam ich dann eben dazu ne und dann war wurd ich arbeitslos ne, dann wurde sowieso das Geld knapper [mhm], da hab ich dann damit auch schön langsam angefangen.[mhm] #00:15:09–9# 380 381 Fotos Fotos Abbildung 16: Abfallbehälter mit Pfandregal in Kopenhagen. Foto: Tobias Schuller Abbildung 15: BigBelly-Abfallbehälter mit „Pfandregal“ in Hamburg. Foto: Erik Jäkel Abbildung 14: „Pfand gehört daneben“ Sticker in einer Gaststätte. Foto: Tobias Schuller Anhang Abbildung 20: Pfandregal aus Getränkekiste in Nürnberg. Foto: Tobias Schuller Abbildung 19: Pfandring Sponsor. Foto: Tobias Schuller Abbildung 18: Pfandring in Köln. Foto: Tobias Schuller Abbildung 17: Abfallbehälter mit Pfandregal in Braunschweig. Foto: Tobias Schuller 382 383 Fotos Abbildung 23: „Pfand gehört daneben“ Aufschrift auf Limonadenflasche. Foto: Dilcay Karabulut-Schuller Abbildung 22: Gefüllter Einkaufswagen mit Pfandflaschen und -dosen. Foto: Tobias Schuller Abbildung 21: Bierverkaufsstand mit integriertem Pfandrücknahmelager eines Wohnungslosen Menschen in Berlin. Foto: Tobias Schuller

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References

Zusammenfassung

Flaschensammelnde Menschen begegnen einem an den unterschiedlichsten Orten im öffentlichen Leben. Man trifft sie an Bahnhöfen, in Einkaufspassagen oder bei Veranstaltungen wie etwa Fußballspielen oder Konzerten. Dieses Phänomen ist inzwischen so im gesellschaftlichen Alltag verwurzelt, dass das Abstellen leerer Flaschen neben dem Mülleimer eine selbstverständliche Handlung darstellt.

Tobias Schuller erweitert dieses in der bisherigen Forschung noch recht unbetretene Feld um den sozialarbeitswissenschaftlichen Blick. So erschließt er aufbauend auf bisherigen Ergebnissen einen neuen Pfad. Dabei werden in diesem Buch nicht allein Fragen in Bezug auf das Phänomen Flaschensammeln beleuchtet. Durch eine kritisch reflektierte Auseinandersetzung mit dem aktuellen Arbeitsbegriff in der kapitalistischen Leistungsgesellschaft geht Tobias Schuller der grundlegenden arbeitssoziologischen Fragestellung nach unserem gegenwärtigen Verständnis von Arbeit nach. Des Weiteren liefern die umfangreichen forschungspraktischen Beschreibungen, die ausführlichen methodologischen Passagen und der offene Umgang mit den erhobenen Daten erkenntnisreiche Informationen für Forscher*innen und Forschungsinteressierte, die sich mit diversen qualitativen Methoden beschäftigen.

Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Sylke Bartmann, Prof. Dr. paed. Carsten Müller und Prof. Dr. Martina Weber (Hochschule Emden/Leer).