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Anmerkungen in:

Ulf Faller

Der lange Schatten des Kopernikus, page 269 - 286

Wie die moderne Kosmologie den christlichen Anthropozentrismus überwindet

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4176-5, ISBN online: 978-3-8288-7054-3, https://doi.org/10.5771/9783828870543-269

Tectum, Baden-Baden
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Anmerkungen 1 Offenbarung des Johannes, Kapitel 21. 2 Kopernikus, Einleitung, in Meier, Seite 64. 3 Ein wichtiger Gedankengang ist hierbei, die Bedeutung von „Weihnachten“ und „Christgeburt“ zu unterscheiden. Geweihte Nächte „zwischen den Jahren“ gab es in vielen vorchristlichen Traditionen, die im Volksbrauchtum Spuren hinterlassen haben. Hintergrund ist der Unterschied zwischen Mond- und Sonnenrhythmus: Zwölf synodische Mondumläufe sind ca. elf Tage (zwölf Nächte) kürzer als ein Sonnenumlauf. Der natürliche „Zauber“ der Weihnachtszeit lässt sich so unabhängig von der jeweiligen religiösen Überformung kulturübergreifend erfahren. 4 Man bemerkt dies beispielsweise am Vorwandern des Fastenmonats Ramadan für Muslime. 5 Wer sich auf das reizvolle Thema der Geschichte des Kalenders einlassen möchte, sei auf das Buch von Hannes E. Schlag: „Ein Tag zu viel“, verwiesen. 6 Siehe Ergänzungen auf meiner Homepage: www.ufaller.de. 7 Die Abbildungen wurden mithilfe des Freeware-Programms „Stellarium“ erstellt, die man unter www.stellarium.org herunterladen kann. Veränderungen und Ergänzungen durch den Autor. 8 Siehe Ergänzungen auf meiner Homepage: www.ufaller.de. 9 Siehe Ergänzungen auf meiner Homepage: www.ufaller.de. 10 Siehe Ergänzungen auf meiner Homepage: www.ufaller.de. 11 Aufgrund der Präzessionsbewegung geht der Kalender Hesiods um einen Monat nach. So erscheint Arkturos heute erst Anfang November im Morgenrot. 12 Siehe Ergänzungen auf meiner Homepage: www.ufaller.de. 13 Siehe Videos unter „Ergänzungsmaterialien“ auf meiner Homepage ufaller.de. 14 Siehe Ergänzungen auf meiner Homepage: www.ufaller.de. 15 Siehe Ergänzungen auf meiner Homepage: www.ufaller.de. 269 16 Heinrich Blass: „Antike Astronomie aus griechischen und lateinischen Quellen“, München, 1949, S. 29. Alle weiteren Zitate im Rahmen des aktuellen Kapitels aus diesem Buch. 17 K. Simonyi: Kulturgeschichte der Physik, Frankfurt a. M. 1990, S. 76. 18 Aristoteles: Über die Welt, Reclam 1991, übersetzt von Otto Schönberger, S. 5f. 19 Lucio Russo: Die vergessene Revolution oder die Wiedergeburt des antiken Wissens, Springer, 2005. 20 Siehe Ergänzungen auf meiner Homepage: www.ufaller.de. 21 J. Hamel, 2004, S. 86. 22 J. Hamel, 2004, S. 118. 23 Mithilfe des „Ptlemaic System Simulator“ lassen sich die mathematischen Ansätze des Ptolemäus simulieren: http://astro.u nl.edu/naap/ssm/animations/ptolemaic.html. 24 Siehe z. B. den Artikel von Ursula Foon: Hypatia, das Wagnis der Weisheit. In: Abenteuer Philosophie, Nr. 120, 2014: http://www.a benteuer-philosophie.org/artikel/120-61-Hypathia.pdf (7/2017). 25 Ebenda. 26 Eine Anmerkung zum Schicksal der Hypatia: Es findet sich im ökumenischen Heiligenlexikon zur heiligen Katharina von Alexandria Folgendes: Die heilige Katharina soll, selbst zur Christin geworden, fünfzig Philosophen zum Christentum bekehrt haben, bevor sie selbst das Martyrium erlitt. Hierzu das Heiligenlexikon: „Die heilige Katharina ist eine legendäre Gestalt. In ihrer Gestalt vereinigen sich Schicksal und Wesenszüge der heidnischen Gelehrten Hypatia, die 415 durch Kyrill von Alexandria getötet worden war.“ (https://www.heiligenlexikon.de/BiographienK/Katharina_von_Alexandria.htm, 2017). Geschichte wird, wie man sagt, von den Siegern geschrieben. 27 Übersetzung mit dem lateinischen Original findet sich in Wikipedia zum Stichwort „Cunctos populos“ (https://de.wikipedia.org/ wiki/Dreikaiseredikt [12/ 2016]). 28 Siehe ausführlicher beispielsweise in U. Faller, 2014, S. 59 ff., H. Brandt, 2007, S. 62 ff., A. Franzen, 2011, S. 71ff., R. Bergmeier, 2011., siehe auch: Wikipedia: „Bücherverluste in der Spätantike“ Anmerkungen 270 (https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverluste_in_der_Sp %C3%A4tantike [12/2016]). 29 Einheitsübersetzung Bibelserver. (https://www.bibleserver.com/t ext/EU/Markus16 [7/2017]). 30 S. Hamel, 2002, S. 58, und Edson u. a., 2011, S. 62. 31 Da sie mit ihren Füßen von Europa aus betrachtet nach „oben“ lebten, wurden sie Antipoden, „Gegenfüßler“ genannt. 32 „Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern“ (Matthäus 28,19), Einheitsübersetzung {o. mit vom, hier ohne}Bibelserver (https://www.bibleserver.com/text/EU/M atth%C3%A4us28 [7/2017]). 33 Beispielsweise durch den Augustinermönch Julius Schiller Anfang des 17. Jahrhunderts in seinem Sternenatlas „Coelum Stellatum Christianum“ (1627 veröffentlicht). 34 Gemeinfreie Abbildung. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/J ohannes_de_Sacrobosco (2016). 35 Peter Grabher, 2005, S. 22. 36 Evident = unmittelbar einsichtig. 37 Zitat aus: Roland Popp und Birgit Steib: „Albertus Magnus – der große Neugierige“, online unter: http://www.spektrum.de/magazin/albertus-magnus-der-grosse-neugierige/830312 (2017). 38 Ebenda. 39 Zitiert aus: http://w2.vatican.va/content/john-paul-ii/de/encyclica ls/d ocuments/hf_jp-ii_enc_14091998_fides-et-ratio.html (2017). 40 Quelle: http://www.stjosef.at/dokumente/aeterni_patris.htm (2017). 41 Der Terminus „Mittelalter“ wurde unterschiedlich verwendet. In der theologischen Geschichtsschreibung stand er für die Zeit zwischen der Erscheinung Christi und dem Ende aller Zeiten. Im Renaissance-Humanismus bezeichnete man so die Zeit zwischen der römischen Antike und der sich anbahnenden Erneuerung. Die Geschichtsschreibung der Reformation deklarierte das Mittelalter als Zeit zwischen der glorifizierten Urkirche und der Reformation. Siehe: Der große Ploetz, 1998, S. 355. 42 Der ganze mittelalterliche Kosmos passte damaligen Vorstellungen zufolge locker zwischen Erde und Sonne! Anmerkungen 271 43 Vorstellungen, die sich an die christliche „Engelslehre“ anlehnen, finden sich neben der kirchlichen Tradition noch in der esoterischen und theosophischen Literatur in vielen Varianten. 44 Der kosmologische Gottesbeweis überzeugt in dem Moment nicht mehr, in dem man sich bewusst macht, dass jede Kausalkette einmal abgebrochen werden muss. Der Beginn aller Kausalität in einer „creatio ex nihilo“, einer Schöpfung aus dem Nichts durch Gott, wäre nur dann ein echtes Entstehen von etwas aus nichts, wenn man Gott selbst seine Existenz absprechen würde. Davon kann wohl keine Rede sein. Damit hört für den Gläubige seine Kausalkette nur um einen höchst spekulativen Überbau über die materiell fassbare Kausalität später auf}{unklar, gemeint: hört für den Gläubigen … auf als für den Natur-FS?} als der Naturforscher. Eben bei Gott, dessen Sein und Werden genauso gesetzt ist wie in der modernen Kosmologie der Beginn des Seins im Urknall. 45 Heute können uns historisch gesicherte astronomische Messungen dazu dienen, digitale Stellarien auf ihre Zuverlässigkeit zu überprüfen. Denn sie müssen beispielsweise die von Peuerbach überlieferte Jupiterbedeckung durch den Mond am 9. August 1451 auch entsprechend darstellen. Das hier benutzte Stellarium besteht diese Prüfung! 46 Aus diesem Grund heißt der neunte Monat in unserem Kalender „September“, was übersetzt „der Siebte“ bedeutet. Entsprechendes gilt für Oktober, November und Dezember. 47 Diese Regel gilt nicht im Jahr 1600 und auf dieses Jahr folgend alle 400 Jahre, weshalb im Jahr 2000 ein Schalttag eingefügt wurde. 48 Joshua 10,7–14. 49 Kopernikus, Kapitel 6 in Meiner, Seite 103. 50 Kopernikus, Kapitel 7 in Meiner, Seite 113. 51 Ebenda. 52 Kopernikus, Kapitel 9 in Meiner, Seite 123, ebenso wie die folgenden Zitate. 53 Die Bestimmung der Umlaufzeiten von Mars, Jupiter und Saturn ist etwas komplizierter. Siehe Ergänzungen auf meiner Homepage: www.ufaller.de. 54 Ausführliche Herleitung siehe „Zusatzmaterialien“ auf meiner Homepage ufaller.de. Anmerkungen 272 55 Im Hintergrund die Abbildung aus dem Faksimile der Druckausgabe von 1543, Quelle: http://ads.harvard.edu/books/1543droc.bo ok/ (2/2017). 56 Wir werden sehen, dass mit dem Verständnis der Planetenbewegungen durch Newton die Sonne wieder in Bewegung gerät und nicht ruht, da die Bewegungen jeweils um gemeinsame Schwerpunkte führen. 57 Etwas trickreicher muss man bei den relativen Abständen von Mars, Jupiter und Saturn vorgehen. Siehe Ergänzungen auf meiner Homepage: www.ufaller.de.. 58 Auch Merkur und Venus durchwandern eine Oppositionsschleife während ihrer unteren Konjunktion, also in dem Bahnabschnitt, in dem sie, von der Erde aus gesehen, gegen die Bewegungsrichtung der Sonne an dieser vorbeiziehen. Allerdings lässt sie sich nur indirekt ermitteln, da sie in Sonnennähe, also tagsüber, beobachtet werden müsste. 59 Kopernikus, Kapitel 10 in Meiner, Seite 137. 60 Ebenda, S. 139. 61 Zitiert aus Jürgen Hamel, 2004, S. 183. Das „Wunder“, das, wie man sieht, in der Diskussion um den Heliozentrismus eine wichtige Rolle spielte, findet sich in Josua 10,10ff. Das göttliche Wunder ermöglichte Joshua, im Rahmen seines Eroberungsfeldzuges länger an seinen Feinden Rache zu üben: „Und die Sonne blieb stehen und der Mond stand still, bis das Volk an seinen Feinden Rache genommen hatte.“ (Einheitsübersetzung, bibelserver.com). Es erstaunt den Bibelkritiker, wie die „Wundererzählung“ von dem ethisch höchst fragwürdigen Kontext abstrahiert wird, aus dem es entstammt. Siehe hierzu Heinz-Werner Kubitza: „Der Glaubenswahn“. 62 Ebenda, S. 184. 63 Ebenda, S. 190. Tycho Brahe: Über die Kometen als Himmelskörper, 1577. 64 S. Paolo Rossi, 1997, S. 105. 65 Hamel 193. 66 Johannes Kepler, Mysterium Cosmographicum, das Weltgeheimnis, 1596. Anmerkungen 273 67 Quelle der gemeinfreien Abbildung z. B. in Wikipedia, Stichwort Kepler (2018). 68 Kepler: Harmonice Mundi, 1619, zitiert aus: Werner Diederich, 2014, S. 123. 69 Johannes Kepler, Neue Astronomie, ursächlich begründet oder Physik des Himmels, 1609, zitert aus: Jürgen Hamel, Geschichte der Astronomie, S. 202. 70 Johannes Kepler, Neue Astronomie, ursächlich begründet oder Physik des Himmels, 1609, zitiert aus: Jürgen Hamel, Geschichte der Astronomie, S. 202. 71 Galileo Galilei, Saggiatore, 1623, Abschnitt 6. 72 Hamel, Geschichte der Astronomie, S. 212 73 Quelle: http://lhldigital.lindahall.org/cdm/ref/collection/ astro_early/id/68 (2018). 74 Ebenda S. 213. 75 Ebenda S. 216. 76 Möglicherweise steht uns ein weiterer empirischer Quantensprung bevor, nachdem Anfang 2016 erstmals Gravitationswellen nachgewiesen werden konnten. Wenn man dieses „neue astronomische Sinnesorgan“ technisch weiter ausbaut, könnte man neben der elektromagnetischen Strahlung auch über das „Schwingen der Raumzeit“ das Weltall beobachten. Das zöge neue Erkenntnisse nach sich. Es bleibt also spannend. 77 Zitat aus dem Vortrag „Das Wort der Bibel und das Buch der Natur‟ des Theologen Andreas Benk vom 20.09.2003. https://w ww.youtube.com/watch?v=80HRQAU5Xis (2/2017). 78 Vortrag von Andreas Benk. 79 Ebenda. 80 Richard Schröder: Warum wurde Galilei verurteilt? Humboldt- Spektrum 1/2003. 81 Zitiert nach dem Vortrag von Andreas Benk. 82 Dieser Prozess ist ein vielschichtiges Verfahren, dessen Hintergründe und Bewertungen Bücher füllen. Ein wesentlicher Aspekt war der hier dargestellte. 83 http://www.stjosef.at/dokumente/papst_galilei.htm (3/2017). 84 Die Versuche werden ausführlich beschrieben in Wagenschein, 1988, S. 324ff. Zudem wird mit dem Trägheitsprinzip und der Anmerkungen 274 Erdrotation nicht nur verständlich, warum wir keine Ostwinde haben, sondern warum in mittleren Breiten Westwinde vorherrschen. Dafür ist der sogenannte „Coriolis-Effekt“ verantwortlich, dessen Verständnis zu einem schönen physikalischen Exkurs einlädt. 85 Unter dem Stichwort „anthropisches Prinzip“ lässt sich viel über diese Frage nachdenken. Eine auch populärwissenschaftlich bekannte Antwort lautet: Es gibt unzählige Universen mit allen nur möglichen Werten der Naturkonstanten. Nur in den Universen des Multiversums, in denen die Naturkonstanten Leben und Bewusstsein zulassen, gibt es unseresgleichen. Solche Vermutungen sind pure Spekulation. Bei einem guten Glas Rotwein sind sie natürlich erlaubt. 86 Wer eine relativ kurze und didaktisch hervorragende Darstellung der beiden Relativitätstheorien sucht, wird fündig bei: J. Bennett, M. Donahue, N. Schneider, M. Voit: Astronomie, die kosmische Perspektive. Herausgeber Harald Lesch. 87 Zitiert nach Paul Strathern, Newton und die Schwerkraft, S. 53. 88 Ebenda, S. 12. 89 Dr. Rudolf Wolf: „Handbuch der Astronomie, ihrer Geschichte und Literatur“, Zürich, 1892. 90 Siehe: Video hierzu auf meiner Homepage ufaller.de. 91 Der Winkel δ betrug 30‘‘. Es gilt: tan ( , daraus folgt: 1AE = 22.000km/2 / tan (15‘‘) = 150.000.000 km. 92 Der Jesuit George Coyne vom vatikanischen Observatorium begründet das Urteil mit folgenden Worten: „Giordano Bruno leugnete in gewisser Weise die Transzendenz Gottes; dass Gott, obwohl im Universum gegenwärtig, im Grunde Schöpfer des Universums und davon getrennt sei. Giordano stellte diese Trennung Gottes vom Universum in Frage. Deswegen wurde er verurteilt.“ Interview aus dem dänischen Film „Kopernikanische Revolution und moderne Naturwissenschaft“ (https://www.youtube.com/w atch?v=QJqcmSIb32k. 4/2017). 93 Nicolaus Kopernikus, 2006, S. 81. 94 Mit dieser Methode lässt sich allerdings nur die sogenannte Tangentialbewegung feststellen. Man kann aber auch die Radialbewe- Anmerkungen 275 gung messen und aus beiden Bewegungskomponenten die tatsächliche Bewegung eines Sternes berechnen (siehe weiter unten). 95 https://www.nasa.gov/feature/goddard/2016/hubble-team-breakscosmic-distance-record (7/ 2018). 96 Quelle der Aufnahme: Isaac Roberts: https://de.wikipedia.org/ wiki/Andromedagalaxie#/media/File:Pic_iroberts1.jpg (4/2018). 97 Die drei folgenden Zitate aus Edwin Hubble: „Das Reich der Nebel“, zitiert aus Jürgen Hamel: „Geschichte der Astronomie“ S. 326. 98 Simon Singh, Big Bang, S. 376. 99 Lawrence M. Krauss, Ein Universum aus Nichts … und warum da trotzdem etwas ist, S. 23. 100 Hoyle hatte bei einem Besuch der Sowjetunion die Erfahrung gemacht, dass das Wort „Schöpfung“, das er gebrauchte, aufgrund der religiösen Wortwahl Ablehnung fand. 101 Simon Singh, Big Bang, S. 374. 102 S. Singh, S. 442. 103 Immanuel Kant, 2011, S. 132. 104 Ebenda, S. 130. 105 Siehe beispielsweise den berühmten Spielberg-Film von 1982. 106 Vielfach belegt ist, dass Eukaryoten dadurch entstanden, dass ein Prokaryot zunächst mit Zellatmung betreibenden Bakterien eine innere Symbiose eingegangen ist. Sie wurden so zu einem Zellorganell, dem Mitochondrium. Aus diesen Zellen entstanden neben Einzellern auch Pilz- und Tierzellen. Eine weitere Endosymbiose mit einer Fotosynthese betreibenden Blaualge ließ Pflanzenzellen entstehen. 107 Thomas Nagel: What is it like to be a bat? Reclam, 2016. 108 An dieser Stelle sei auf das nach dem deutschen Gegenwartsphilosophen benannte „Bieri-Trilemma“ hingewiesen. Es verdeutlicht die grundlegenden Probleme, die mit dem Verständnis von Bewusstsein verbunden sind. Siehe z. B. zum Stichwort in Wikipedia und Bieri 2007. Da es uns in diesem Kontext darum geht, über bewusste Lebensformen nachzudenken, bleibt es hier unberücksichtigt. Anmerkungen 276 109 Eine ausführlichere und allgemein verständliche Diskussion dieser Frage findet sich in Plaxco, Groß: „Astrobiologie für Einsteiger“, S. 14f. 110 Siehe: http://www.esa.int/Our_Activities/Space_Science/Cassini- Huygens/Sounds_of_an_alien_world (3/2016). 111 Reaktionsgeschwindigkeits-Temperatur-Regel ist eine Faustregel, wonach sich chemische Reaktionen bei einer Temperaturabnahme um 10 Kelvin halbieren bis vierteln. 112 Masseanteil in der Gesteinskruste in dieser Reihenfolge. 113 Hier kann eine einschlägigere chemische Diskussion dieses Themas nur angedeutet werden. 114 Gruithuisen, Franz von Paula: „Entdeckung vieler deutlichen Spuren der Mondbewohner, besonders eines collossalen Kunstgebäudes derselben“, Nürnberg, 1824. 115 Siehe Peter D. Ward und Donald Brownlee: „Unsere einsame Erde“, Springer, 2001. 116 In: „Das kopernikanische Prinzip und das Überleben der Menschheit“, Dr. Christoph Pöppe, https://www.spektrum.de/ magazin/das-kopernikanische-prinzip-und-das-ueberleben-dermenschheit/821107 (2018/07). 117 Eine didaktisch ausgezeichnete Darstellung findet sich z. B. bei H. Lesch (Hrsg.): Astronomie. Die kosmische Perspektive, Pearson Studium, 5/2010. 118 mya ist eine Abkürzung für „million years ago“. Auch wenn unsere Zeitvorstellung schon von einer Millionen Jahre überfordert ist, hilft dieses Zeitmaß, die Proportionen einigermaßen zu erfassen. 119 Siehe Lesch, 2010, S. 394ff. 120 Geringer als – 150 °C. Ab dort kondensiert aus dem verdichteten Nebel Wasser aus dem gasförmigen direkt in den festen Aggregatzustand. Im weiter innen liegenden Bereich geht Wasser z. T. Verbindungen mit anderen Elementen ein, z. T. wird es mit den Sonnenwinden in äußere Schichten des Sonnensystems verbracht. 121 Siehe: http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/stromatolithen/6 4326. Bilder dieser Stromatolithe finden sich bei Lesch, 2010, S. 1037. Anmerkungen 277 122 Siehe z. B. http://www.spektrum.de/news/meteorite-enthalten-ungeahnte-molekuelvielfalt/1022446 (4/2016). 123 Siehe das Kapitel „Ursuppe“ in: Plaxco, Astrobiologie, S. 75ff. 124 Der bisher älteste bekannte Vielzeller ist ein bis zu 30 cm langer Ur-Seetang und wird auf etwa 1,5 mya datiert. Siehe http:// www.spektrum.de/news/ur-seetang-ist-aeltester-bekannter-vielzeller/1410569 (5/2016). 125 In Anlehnung an mya hier „million years“ in die Zukunft. 126 Die Angaben hierzu schwanken in der Literatur, sodass die Zahlen nur zeitliche Größenordnungen abschätzen. 127 Sollten bei masseärmeren Sternen Leben tragende Exoplaneten existieren, könnte dieser Zeitabschnitt erheblich länger andauern. Siehe unten. 128 ETI (Plural: ETIs) ist ein Akronym für ExtraTerrestrial Intellignence(s). 129 Sie lautet: N = R* x fp x ne x fl x fi x fc x L. Hierbei gibt N die mögliche Anzahl der außerirdischen Zivilisationen in unserer Milchstraße an, die mit dem SETI-Projekt aufspürbar wären. R* gibt an, wie viele für belebte Planeten geeignete Sonnen pro Jahr entstehen. Der Faktor fp begrenzt die Zahl der Sterne, die überhaupt Planeten, ne die, die erdähnliche Planeten in einem Abstand von ihrer Sonne besitzen, die flüssiges Wasser und damit Leben über längere Zeit ermöglichen, also von Gesteinsplaneten in der „habitablen Zone“. Der Faktor fl beschränkt das Ergebnis auf Welten, in denen der Funke des Lebens gezündet hat, fi auf die, die zudem intelligente Zivilisationen hervorgebracht haben, wobei fc diese wiederum einschränkt auf diejenigen, die für SETI erkennbar werden könnten. L gibt die Lebensdauer einer technischen Zivilisation an, genauer die Dauer ihrer durchschnittlichen Kommunikationsbereitschaft. 130 Die Konstruktion der Formel mit R* (…) x L macht das Ergebnis der Schätzung abhängig von der mutmaßlichen Existenzdauer z. B. der Exoerden oder der exoterrestrischen Zivilisationen. 131 Je größer die Masse, desto schneller verbraucht sich der Wasserstoffvorrat, da eine höhere Fusionsrate vonnöten ist, um der grö- ßeren Gravitation durch Gasdruck entgegenzuwirken, entsprechend hoch ist die Leuchtkraft dieser Sterne. So beträgt die Le- Anmerkungen 278 bensdauer eines Sternes mit zehnfacher Sonnenmasse nur etwa ein Tausendstel der unserer Sonne, also statt 10 Milliarden nur 10 Millionen Jahre ‒ viel zu kurz, um Lebensräume zu ermöglichen. Allerdings entstehen sehr massereiche Sterne auch relativ selten. Umgekehrt leben masseärmere Sterne als unsere Sonne auch erheblich länger, mit 0,3 Sonnenmassen etwa 300 Milliarden Jahre. Entsprechend häufiger finden sie sich (siehe Lesch, S. 750). 132 Das ist etwa die Hälfte der Sonnensysteme. Ob diese tatsächlich kein Leben zulassen, wird wieder infrage gestellt. Siehe Spektrum Spezial: „Ferne Sterne und Planeten“, S. 57f. 133 Auf dieses faszinierende Gebiet der modernen Astronomie sei hier nur hingewiesen. Berichte aktueller Exoplaneten-Funde füllen die wissenschaftlichen Medien. 134 Die Hauptmission lief von 2009 bis 2013. Aus technischen Gründen können bis 2018 nur eingeschränkte Beobachtungen durchgeführt werden. 135 Die Zahl ergibt sich aus dem Verhältnis der Planeten und Sonnendurchmesser. 136 Zu den Zahlen siehe Dimitar Sasselow und Diana Valencia 2014. 137 Eine strittige Frage ist, ob Planeten um masseärmere Sterne habitabel sein könnten. Das Problem: Da diese Sterne entsprechend leuchtschwächer sind, liegt die habitable Zone, in der Wasser flüssig ist, entsprechend nah am Stern. Eine Exoerde würde in eine gebundene Rotation übergehen, also eine Seite immer ihrer Sonne zuwenden. Auf der ewigen Nachtseite würde es so kalt, dass hier die Atmosphäre ausfrieren würde, auf der Tagseite würde das Wasser verdampfen. Leben wäre so nicht möglich. Computermodelle scheinen dies allerdings zu widerlegen, sodass sie Hoffnungsträger bleiben können. Die durchschnittliche Lebenserwartung habitabler Planeten um masseärmere Sterne ist dabei erheblich höher. Es bleibt abzuwarten, was zukünftige Forschung zu masseärmeren Sternen zutage fördert. Siehe Comnis, S. 325. 138 Berechnung des mittleren Abstandes: Sie macht deutlich, wie je nach Ergebnis die durchschnittliche Entfernung zum nächsten Planeten vorzustellen ist, und kann nur Größenordnungen vermitteln. Berechnung wie folgt: Volumen der Milchstraße = 2 (das galaktische Zentrum wurde vernachlässigt, ly = Lichtjahre) mal Anmerkungen 279 Faktor 0,3, da die Milchstraße ungleichmäßig mit Sternen besetzt ist. Das Volumen wird durch die errechnete Planetenzahl geteilt und hieraus die Kubikwurzel gezogen, zuletzt grobe Rundung. 139 Ich gehe bei dieser Abschätzung von 200.000.000.000 Sternen in unserer Milchstraße aus. Offizielle Schätzungen schwanken zwischen 100 und 300 Milliarden. 140 Eine gute Darstellung dieser beiden Wege findet sich z. B. bei Kevin W. Plaxco und Michael Groß: „Astrobiologie für Einsteiger“, 2012. 141 Möglich wäre auch, dass ein interplanetarer Transport über herausgeschleuderte Gesteinsbrocken irdische Mikroben auf benachbarte Himmelskörper gebracht hätte. Dann allerdings wäre die Biochemie der unseren sehr ähnlich. 142 Achsenzeit nach Karl Jaspers. 143 Wir können nicht sicher sein, dass dies nicht auch geschehen ist. Vielleicht haben Nachfahren des Theropoden Troodon eine Naturvölkern gleichende Kultur hervorgebracht, sich aber nie zu einer technischen Zivilisation entwickelt. Dann wären sie mit den Sauriern untergegangen. Spuren hiervon wären verweht. Fossile Rohstoffe allerdings hat mit Sicherheit keine Spezies vorher ausgebeutet, sonst hätten wir sie nicht mehr vorgefunden. 144 Eine interessante Debatte zu diesem Thema findet sich bei http:// scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2015/01/26/koennten-aliens-unser-fernsehprogramm-empfangen/?all=1 (10/2017). 145 Die Aktion war denn auch als „Tagungs-Gag“ gedacht und wird nicht wirklich ernst genommen. 146 In der Drake-Gleichung fc = 0,5. 147 Ein guter Artikel zur Zukunft des Universums findet sich auf dem Blog http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2015/09/25/d ie-zukunft-des-universums/?all=1 10 2017. 148 Juniausgabe, 2017, S. 67f. 149 Ebenda. 150 Die Liste ist lang. Siehe z. B. http://www.unmoralische.de/weltuntergang.htm (10 2017). 151 John Brockman (Hrsg.): Was ist Ihre gefährlichste Idee, S. 185. Proco ist eine US-amerikanische Planetenforscherin, die sich u. a. Anmerkungen 280 um die Erforschung des Saturnmondes Enceladus einen Namen gemacht hat. 152 Ausführlicher finden sich diese und weitere Schöpfungsmythen auf folgender Webseite: https://www.philognosie.net/spiritualitaet / schoepfungsmythen-ueber-die-entstehung-der-welt (2016/06). 153 Siehe beispielsweise Ian G. Barbour: Naturwissenschaft trifft Religion. 154 „Perché non possiamo essere cristiani”, Longanesiverlag 2007. Das Buch ist (noch) nicht in einer deutschen Übersetzung erschienen. 155 http://www.kath.net/news/43292 (6/2017). 156 Ebenda. Woran Benedikt XVI. bei den „Vernunft-Pathologien“ denkt, kann vermutet werden, wenn man sich den christlichen Begriff der Sünde verdeutlicht. So erfährt man im evangelischen Glaubenskurs „Den Glauben verstehen“, Berlin 2012 (S. 37), dass im biblischen Sinne der Begriff Sünde für eine Zerstörung der Beziehung zum (biblischen) Gott verstanden wird. Dies sei der Grund für die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen und der Motor der christlichen Heilsgeschichte. Gerade die Genese der neuzeitlichen Kosmologie zeigt, dass diese den frommen Glauben an die christliche Gottestrinität nicht gerade fördert. Als Pathologie der Vernunft bezeichnet Benedikt XVI. in seinem Dialog mit Jürgen Habermas (Dialektik der Säkularisierung, S. 56) „die Atombombe“ und den „Menschen als Produkt“. Eine Atombombe lässt sich ohne naturwissenschaftliche Einsichten nicht bauen. Inwiefern aber der Bau oder der Einsatz von Atombomben ein Produkt vernünftigen Handelns ist, das einer Korrektur durch die Religion bedarf, bleibt dem Autor schleierhaft. 157 Die sehr empfehlenswerten Ausführungen Metzingers können online unter dem Titel „Spiritualität und intellektuelle Redlichkeit“ heruntergeladen werden. http://www.blogs.uni-mainz.de/ fb05philosophie/arbeitsbereiche/theoretische/thmetzinger/ (4/2015). Sein zunächst vielleicht polemisch wirkendes Urteil über die Theologie begründet Metzinger im folgenden Text. 158 http://www.3sat.de/page/?source=/scobel/181059/index.html&cx =59 (Scobel-Sendung „Glaubenssache“ vom 26. März 2015 (Zugriff April 2015) 159 Spektrum der Wissenschaft, April 2006, S. 100 ff. Anmerkungen 281 160 In seiner Regensburger Vorlesung drückte sich Papst Benedikt XVI. folgendermaßen aus: „Für die Philosophie [...] ist das Hören auf die großen Erfahrungen und Einsichten der religiösen Tradition der Menschheit, besonders aber des christlichen Glaubens, eine Erkenntnisquelle, der sich zu verweigern eine unzulässige Verengung unseres Hörens und Antwortens wäre“ (Benedikt XVI.: Glaube und Vernunft). 161 Wenn man die scholastische Philosophie überhaupt mit der Philosophie im heutigen Sinne in Verbindung bringen möchte und sie nicht vielmehr als einen methodischen Aspekt der Theologie betrachtet. 162 Siehe Christian Trapp: „Vernunft und Glaube“, in: Spektrum der Wissenschaft, Januar 2012. 163 Bei unbefangenem Bibelstudium mit der Brille unseres an den Menschenrechten orientierten Wertesystems kann man am göttlichen Ursprung biblischer Texte sehr schnell Zweifel hegen. Ein Beispiel ist die für die Diskussion um die kopernikanische Wende wichtige Josua-Geschichte, die keinen Ausrutscher darstellt. 164 Heinz-Werner Kubitza: Der Dogmenwahn. 165 Christian Trapp, a.a.O. 166 Siehe Spektrum der Wissenschaft: Highlights 1/15.„Die größten Rätsel der Philosophie“, S. 11ff. 167 Scobel auf 3sat vom 1.12.2014. http://www.3sat.de/page/?source=/ scobel/179429/index.html (01. 2015). 168 Gemeint ist, dass sie für die Fragen zuständig ist, „die nicht in eigene Wissenschaften ausgewandert sind“. Ebenda. 169 A.a.O. S. 11. 170 Precht: „Erkenne die Welt“, Seite 12. 171 A.a.O., S. 14. 172 Hier lehrt der begnadete Astronomie-Didaktiker und Fernsehmoderator Harald Lesch seit einigen Jahren als ‚Naturphilosoph‛. Seitdem tauchen religionsnahe Floskeln in seinen Ausführungen auf: wes Brot ich es, des Lied ich sing. 173 Alle Zitate aus dem Projekt Gutenberg: http://www.gutenberg.org/files/29097/ (7/2017). 174 Siehe https://www.uni-rostock.de/fileadmin/.../Tycho_Brahe/ brahe_tycho_leben_2016.pdf, 7/2017. Anmerkungen 282 175 In seiner nachfolgend zitierten Rede heißt es: „Kopernikus, den man mit vollem Recht einen zweiten Ptolemäus nennen könnte.“ Aber: „Zwar stellt er gewisse Behauptungen auf, die den physischen Grundsätzen widersprechen: dass die Sonne im Mittelpunkt der Welt ruhe, [...] aber trotzdem lässt er nichts zu, was vom Standpunkt der mathematischen Grundgesetze aus ungereimt wäre.“ Hamel, Seite 187. 176 Alle Zitate aus Hamel, 2004, Seite 185ff. 177 Warum dies so ist, wird aus folgender Rechtfertigung aus dem Loblied deutlich: „Es wird deshalb die göttliche Allmacht und Freiheit, die durch keine Ursache zweiter Ordnung gebunden sein kann, keineswegs beeinträchtigt. Obwohl nämlich Gott ein vollkommenes und freies Wesen ist, dass durch kein Naturgesetz gebunden ist, so will er doch die von ihm selbst gesetzte Ordnung nicht leichthin umstoßen, sondern sie lieber in festem und ewigem Bestand erhalten bis zum Ende der Welt. Da also Gott fast alles mittelbar tut, nicht weil er es nicht unmittelbar wirken könnte, sondern es scheinbar nicht will, so frage ich: was wäre es Gottloses zu versichern, dass er diese untere Welt zum großen Teil durch die obere leite und regiere? Jedoch so, dass die sekundären Ursachen von der primären, wenn es ihr beliebt, leicht geändert werden könnten.“ Hamel, S. 189. 178 Das Foto findet man z. B. unter https://de.wikipedia.org/wiki/ Pale_Blue_Dot#/media/File:Pale_Blue_Dot.png (4/2018). 179 Vergleiche hierzu die Dissertation Mirko Lüttkes, 2012, Seite 215. 180 Zitat oben. 181 Es wäre eine spannende Studie, ob die gleiche Diagnose auch für andere Kulturtraditionen, wie beispielsweise die des östlichen Kulturraumes, in gleicher Weise zutrifft. 182 Man recherchiere im Internet einmal das Stichwort „Chronik verpasster Weltuntergänge“. 183 Da die Tiefenzeit durch geologische Forschungen ans Tageslicht kam, plädiert Stephen Gould dafür, sie als eigenständige Kränkung der kosmologischen zur Seite zu stellen. Doch wurde sie erst dadurch verifiziert, dass man mit Einsteins E=mc² die irdische Tiefenzeit mit der kosmologischen in ein stimmiges Verhältnis brachte, da so auch unsere Sonne ein entsprechend hohes Alter zugeschrieben werden konnte. Untergliederungen, die oftmals bis Anmerkungen 283 zu neun verschiedene narzisstische Kränkungen ausmachen, sind also eine Frage der Perspektive. Folgende Zitate aus Stephen Gould, 1992, Seite 13 ff. 184 Gould, 1992, Seite 14. 185 Siehe oben. 186 Der Katechismus sei herangezogen, da er eine authentische Glaubensdarlegung der Mutter aller christlichen Kirchen darstellt. Die Nummern in Klammer geben die Absatznummerierung der zitierten Passage an. 187 NOMA, Nonoverlapping Magisteria, sich nicht überschneidende Lehrgebiete. Ein von Stephen Jay Gould (siehe Tiefenzeit) geprägter Ausdruck, der Religion und Naturwissenschaften unterschiedliche Lehrbereiche zuweist, wodurch sie nicht in Konflikt kämen. Dies ändert sich, wie schon diskutiert, wenn man der Naturwissenschaft an ihren methodischen Grenzen anstelle religiöser Glaubens-Setzungen eine wissenschaftsorientierte Philosophie zur Seite stellt, die ergebnisoffen und argumentativ geschult dort weiterdenkt, wo uns die Empirie im Stich lässt. 188 Dieses Problem verweist auf das sogenannte „Münchhausentrilemma“. Siehe hierzu die Ausführungen von M. Schmidt-Salonom: http://www.schmidt-salomon.de/muench.htm (7/2017). 189 Veröffentlicht in dem Buch: Hannes Bräutigam, 2015. 190 Bräutigam, Prolog. 191 Ebenda, S. 193ff.. 192 Bräutigam, S. 234. 193 Ebenda, S. 235. 194 Diese Parallelen diskutiert Bräutigam ausführlich. 195 „Wegen des Menschen ist die Schöpfung der Vergänglichkeit unterworfen“ (Katechismus der Katholischen Kirche, 400). 196 Drewermann, 1991, S. 75. 197 Siehe hierzu die ausführliche Darstellung dieses Problems von Prof. G. Streminger: http://www.gkpn.de/theodizee.html (7/2017). 198 „Im Gespräch mit Gott darf ich auch protestieren“, heißt es hierzu lapidar im evangelischen Glaubenskurs, S. 42. 199 Amery, 1972, Seite 122. 200 Der Name stammt aus dem Hawaiischen und bedeutet „unermesslicher Himmel“. Siehe hierzu eine Visualisierung im YouTube- Anmerkungen 284 Kanal der naturwissenschaftlichen Fachzeitschrift „nature“: https: //www.youtube.com/watch?v=rENyyRwxpHo (5/2016). 201 Der Text wurde in ein Filmprojekt verarbeitet, das man bei YouTube unter dem Stichwort „Pale Blue Dot“ findet. Den englischen Text findet man auf der englischen Wikipedia-Seite: https:// en.wikipedia.org/wiki/ Pale_Blue_Dot (5 2016). 202 Zu ihnen gehörten das Trivium aus Grammatik, Rhetorik und Dialektik und das Quadrivium aus Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie. 203 Nicolaus Copernicus: „Das neue Weltbild“. Übersetzt und herausgegeben von Hans Günter Zekl, Felix Meiner Verlag, 2006, Seite 81f. 204 Max Frisch „Homo Faber“, rororo, 1969, S. 17. 205 Ob die Orientierung an vermeintlich göttlich offenbarten Moralgeboten hierzu besser taugt, muss angesichts der Geschichte insbesondere der abrahamitischen Religionen bezweifelt werden. Eine ausführliche Analyse dieser Thematik findet sich in Andreas Edmüller: „Die Legende von der christlichen Moral – warum das Christentum moralisch orientierungslos ist“, Tectum Verlag, 2015. 206 Immanuel Kant, Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung. http://gutenberg.spiegel.de/buch/-3505/1. 207 Sieht man einmal davon ab, dass beispielsweise die Verdunklung eines Lichtjahre entfernten Sternes durch einen ihn begleitenden Planeten so gering ist, dass sie nur mit extrem präzisen Messinstrumenten unter günstigsten Beobachtungsbedingungen gemessen werden kann. Das Prinzip aber, dass ein Planet, der sich zwischen Messinstrument und Stern schiebt, eine geringfügige Verdunklung hervorruft, ist intuitiv verständlich. 208 Martin Wagenschein, „Naturphänomene sehen und verstehen“, Rettet die Phänomene, Klett 1988², Seite 90ff. Hier finden sich viele „didaktische Perlen“ in unserem astronomischen Themenbereich, die wärmstens empfohlen seien. 209 Welche Gedankenblüten das theologische Ringen um die Vereinbarkeit von Glaube und Wissen treibt, wird in Heinz-Werner Kubitzas Buch „Der Dogmenwahn: Scheinprobleme der Theologie. Holzwege einer angemaßten Wissenschaft“ ausführlich dargestellt. Anmerkungen 285 210 Richard David Precht: „Erkenne die Welt. Eine Geschichte der Philosophie“, Goldmann, 2015, S. 12. 211 Man denke beispielsweise daran, dass wir einen Großteil der Materie und Energie, die unser Universum ausmacht, zwar bemerken, aber nicht wissen, worum es sich hierbei handelt. Stichwort: Dunkle Energie, Dunkle Materie. Anmerkungen 286

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Zusammenfassung

Die Suche nach Leben im Weltall lässt nicht nur Astronomen hellhörig werden. Die Vorstellung, dass wir sehr wahrscheinlich nicht allein sind im Universum, rüttelt an unserem Selbstverständnis als Mensch. Ulf Faller behandelt die grundlegenden Phänomene des gestirnten Himmels und die Entwicklung des geozentrischen Weltbildes bis zu seiner spätmittelalterlichen Synthese mit dem christlichen Glauben. Nikolaus Kopernikus rüttelte erstmals in der abendländischen Geschichte am geozentrischen Weltbild, indem er die Erde zu einem Planeten unter ihresgleichen werden ließ. Der Autor zeigt auf, wie sich das Bild vom Universum in den letzten hundert Jahren verändert hat. Wir wissen heute, dass unser Sonnensystem keinen ausgezeichneten Ort im Kosmos einnimmt. Schon Sigmund Freud empfand die Feststellung, nur auf einem von vielen Planeten zu leben, als narzisstische Kränkung der Menschheit. Wir müssen heute erkennen, dass das Universum nicht den Eindruck erweckt, mit uns Menschen an sein Ziel gekommen zu sein. Das zu realisieren kann bescheiden machen, unseren blauen Planet für die unzähligen Generationen zu bewahren, die er noch beherbergen könnte.