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Jörg Meier, Reflektierter Einsatz „neuer“ Medien im Deutschunterricht. Zukunft des Lesens oder Ende des Buches? in:

Paul Resinger (ed.)

Förderung der Lesekompetenz bei Jugendlichen in Ausbildung, page 15 - 24

Grundlagen - Konzepte - Praxisbeispiele

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4159-8, ISBN online: 978-3-8288-7042-0, https://doi.org/10.5771/9783828870420-15

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Pädagogik, vol. 48

Tectum, Baden-Baden
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Jörg Meier Reflektierter Einsatz „neuer“ Medien im Deutschunterricht. Zukunft des Lesens oder Ende des Buches? Jörg Meier, Dr. phil. habil., Professor für Deutschdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Tirol. Forschung und Lehre u.a. an den Universitäten in Bochum, Münster, Leiden, Wien, Klagenfurt und Košice. Arbeitsschwerpunkte: Sprachdidaktik, Angewandte Linguistik, Varietätenlinguistik, Sprachkontakte und Mehrsprachigkeit, Medien- und Werbesprachenforschung. Kontakt: joerg.meier@ph-tirol.ac.at Abstract Die fortschreitende Digitalisierung verändert unser aller Leben und Lernen seit einigen Jahren zunehmend, wodurch sich, neben einigen grundsätzlichen Überlegungen zum Mediengebrauch, Fragen nach der Selbstverständlichkeit und dem (Mehr-)Wert des Digitalen im Unterricht ergeben. Im Beitrag wird speziell der Bedeutung der Digitalisierung für das Fach Deutsch nachgegangen. Außerdem werden exemplarisch einige Projekte, Unterrichtsideen und Materialien vorgestellt sowie abschließend einige Aufgaben und Perspektiven aufgezeigt. Die Selbstverständlichkeit und der (Mehr-)Wert des Digitalen im Unterricht Die Digitalisierung hat inzwischen unser ganzes Leben erfasst, doch viele Eltern und auch Lehrerinnen und Lehrer fragen sich: Was ist der richtige Umgang mit Smartphone, Tablet und PC? Wir sehen viele Chancen und Möglichkeiten, aber auch zahlreiche Probleme und Gefahren. Wie können wir verantwortlich, d.h. selbstbestimmt, kritisch und kreativ mit den immer wieder neuen Medien umgehen? Während das Nachschlagen im Online-Rechtschreib-Duden per Smartphone oder der Gebrauch von Textverarbeitung in Schreibprozessen heute kaum noch einer didaktischen Begründung bedürfen, ist der Wert anderer Vorgehensweisen und Methoden vom jeweiligen didaktischen Setting abhängig, besonders, „wenn etablierte didaktische Konzepte mit neuen Tools angereichert werden“ (Wampfler, 2017, S. 12). Es ist unter bestimmten Voraussetzungen durchaus legitim, in einer Unterrichtsphase Snapchat auszuprobieren und die Ergebnisse der Prozesse auszuwerten, allerdings kann nur „die Reflexion über den Einsatz dieser Werkzeuge“ transparent machen, „in welcher Form Lerneffekte ausgelöst worden sind und wie sie verstärkt und oder überprüft werden können“ (ebd.). Der Wert digitaler Methoden liegt einerseits darin, „das didaktische Repertoire von Lehrkräften zu erweitern, andererseits einen direkten Bezug zum Lernen der Schülerinnen und Schüler herzustellen“ (ebd., S. 13). Die Frage nach dem Mehrwert 1. 15 des Digitalen im Unterricht ist die Frage danach, ob ein neues Medium etwas besser kann, „was wir mit den alten Medien schon konnten“ (Rosa, 2016, S. Abs. 6). Wenn wir die neuen Möglichkeiten betrachten, dann ist der Horizont „schier grenzenlos“ und es entsteht bisweilen Angst vor einem Kontrollverlust, der wir nur begegnen können, indem wir zeigen, dass Kontrolle in der Schule schon immer eine Illusion war (ebd.). Während die Verwendung neuer Medien im Unterricht von einigen Lehrerinnen und Lehrern nahezu enthusiastisch befürwortet wird, lehnen ihn andere genauso vehement ab, wohingegen die Mehrheit ihren Gebrauch eher „mit abwartender, vorsichtiger Zurückhaltung beurteilt“ (Grashöfer, Sandkühler, & Schneider, 2015, S. 5). Auch wenn es sich kaum bezweifeln lässt, „dass ein überlegter und zielgerichteter Einsatz von Tablet oder Smartphone, Lernplattformen oder Wikis interessante Impulse für die Unterrichtsgestaltung liefern kann“ (ebd.), sind die Voraussetzungen an Schulen häufig nicht gegeben und der didaktische Nutzen und Mehrwert wird nicht unmittelbar sichtbar. Wir befinden uns nach wie vor in einer Übergangsphase, in der es zu eruieren gilt, welche neuen Medien wann, wie und wo sinnvoll verwendet werden könnten. Dabei wird deutlich, dass es nicht (digitale oder analoge) Medien per se sind, „die einen didaktischen Mehrwert bieten, sondern die geschickte Kombination aus Unterrichtsmethode, Inhalt und Medien“, denn auch der Gebrauch einer Wandtafel führt nicht automatisch zu besserem Unterricht, vielmehr sind es „gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer, die wissen, wann und wie Medien lernförderlich eingesetzt werden können“ (Döbeli Honegger, 2016, S. 68). Wenn wir allerdings glauben, dass die Digitalisierung nur ein Prozess sei, der darin besteht, „Zeitungen auf Tablets lesbar zu machen, Smartphones in Spielkonsolen zu verwandeln, soziale Beziehungen auf Plattformen abzubilden und Kunden Bestellinterfaces anzubieten“ (Wampfler, 2017, S. 16), dann ist das ein Missverständnis, denn es geht dabei nicht um eine Mode oder einen wirtschaftlicher Trend, sondern um eine allumfassende einflussreiche Veränderung unserer gesamten Lebensumstände. Letztendlich steht Digitalisierung für eine vollständige Veränderung der Art und Weise, wie wir in Zukunft leben werden. In diesem Kontext handelt es sich bei der Digitalisierung von Schulen nicht um eine „Zutat oder Zusatzaufgabe für eine ansonsten unveränderte Schule“ (Rosa, 2016, Abs. 4). Es geht nicht um eine „zusätzliche neue Methode, mittels derer wir die immer schon gelösten Aufgaben schneller, besser, effizienter bearbeiten“, vielmehr ver- ändern sich „die Grundlagen und Bedingungen, unter denen wir unsere Aufgaben historisch neu formulieren und neue Lösungen dafür finden“ (ebd.). Medien und Deutschdidaktik – Was bedeutet die Digitalisierung für das Fach Deutsch? Während der Mitte der 1990er Jahre aufgekommene Begriff Multimedia im wissenschaftlichen Sprachgebrauch kaum noch Verwendung findet, ist in verschiedenen 2. Reflektierter Einsatz „neuer“ Medien im Deutschunterricht. Zukunft des Lesens oder Ende des Buches? 16 Kontexten nach wie vor von neuen Medien die Rede, obwohl der Begriff ambivalent ist, denn aus jedem neuen Medium wird irgendwann ein altes. Volker Frederking hat stattdessen die Verwendung des Begriff Symmedien vorgeschlagen, mit dem – zumindest in sprachdidaktischen Kontexten – eine Reihe von terminologischen und theoretischen Problemen verringert werden könnten (Frederking, 2003, S. 37, 2005, S. 189). Mit der Bezeichnung Symmedium wird auf den Sachverhalt abgehoben, dass Computer und Internet nicht nur Simulationsmedien sind, sondern auch Integrationsmedien par excellence, die alle medialen Optionen – wie Text, Bild, Ton, Film etc. – in sich vereinen (Frederking, 2005, S. 189). Digitale Medien erlauben neuartige Arbeitsprozesse, die auch im (Sprachen-)Unterricht genutzt werden können. Vor allem Lese- und Schreibprozesse erfahren durch Computer und Internet medienspezifische Veränderungen, denn sie werden interaktiv und synästhetisch. Der Umgang mit Medien ist zu einem wichtigen Bestandteil des (Sprachen-)Unterrichts geworden. Mediale Angebote bieten jedoch nicht nur Chancen, sondern auch eine Reihe von Risiken. Kinder und Jugendliche benötigen daher Begleitung, Qualifizierung und Medienkompetenz, um diese Risiken zu erkennen, um die verschiedenen Medien selbstbestimmt, kritisch-reflexiv und kreativ nutzen zu können, und um ihre sprachlichen Kompetenzen weiterzuentwickeln (Meier, 2017). Die Frage bleibt, worin der medienspezifische Mehrwert liegt, denn ein fachspezifischer Einsatz von Computer und Internet ist nur dann sinnvoll, „wenn dieser Mehrwert deutlich bestimmbar ist“ (Frederking Krommer, & Maiwald, 2012, S. 259). Eine Reihe von im vergangenen Jahr in Deutschland vorgelegter Studien, z.B. des ifo-Instituts oder der Bertelsmann-Stiftung erwecken den Eindruck, als lasse sich Lernen durch digitale Medien revolutionieren (siehe u.a. Schmid, Goertz, & Behrens, 2017; Wößmann, Lergetporer, Grewenig, Kugler, & Werner, 2017). Bedauerlicherweise wird in fast allen vorgelegten Untersuchungen in recht unkritischer Weise davon ausgegangen, dass digitale Medien nahezu von selbst das Lernen verbessern könnten. Demgegenüber haben neuere Studien der israelischen Kognitionspsychologin Rakefet Ackerman ergeben, dass es besonders beim Lesen viel mehr um die Einstellung und nicht um die Technik geht. Ihre Forschungen legen „durchgängig nahe, dass die technischen Aspekte gegenüber den psychologischen, die zu Nachteilen der Bildschirmnutzung führen, zweitrangig sind“ (Küchemann, 2017, S. 9). Die neuesten Untersuchungen von Rakefet Ackerman zeigen, dass digitale Geräte eher mit oberflächlichem Lesen verbunden werden. Grundsätzlich konnte „eine Unterlegenheit von Bildschirmen bei Lern- und Problemlöseergebnissen, bei der Selbsteinschätzung der Leistung und der Effektivität im Umgang mit Zeit“ beobachtet werden, doch sind die Ergebnisse noch nicht valide und durchgehend nachweisbar (ebd.). Zudem sieht die Wirklichkeit nach wie vor vielfach anders aus, denn „nicht einmal 10 Prozent der Lehrer[innen und Lehrer] setzen die digitalen Medien ein“ (Schmoll, 2017, Abs. 5) – Volker Frederking spricht deshalb in diesem Zusammenhang von einer „medialen Leerstelle“ im Deutschunterricht (Frederking, 2014) – und tatsächlich messen z.B. in Deutschland „nur acht Prozent der Schulleitungen der Digitalisierung hohe strategische Bedeutung für die Ausrichtung ihrer Schule zu“ (zit. nach Schmoll, 2017, Abs. 6). Für besseres digitales Lernen in der Schule fehlt es – laut Reflektierter Einsatz „neuer“ Medien im Deutschunterricht. Zukunft des Lesens oder Ende des Buches? 17 der Studie der Bertelsmann-Stiftung – nicht nur an Geräten und Internet-Anschlüssen, sondern vor allem an Konzepten, wie digitale Medien im Unterricht sinnvoll einzusetzen sind (Schmid et al., 2017). Nach einer im März 2018 vorgelegten Umfrage unter mehr als 5000 Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland geht die Digitalisierung an deutschen Schulen nur schleppend voran. Wenngleich fast alle Befragten es für wichtig erachten, dass Kinder und Jugendliche „im Umgang mit digitalen Medien geschult werden, beobachten sieben von zehn Lehrer[innen und Lehrer], dass ihre Schüler[innen und Schüler] sich schlechter konzentrieren können, wenn Laptops oder Smartphones im Unterricht verwendet werden“ (olb, 2018, S. 23). Darüber hinaus warnen 40 Prozent der Lehrkräfte, „dass Lesen und Rechnen sowie motorische Fähigkeiten wie das Schreiben vernachlässigt werden“ (ebd.). Eine „über drei Jahre erhobene Hamburger Studie mit über 1300 Schüler[innen und Schülern] mit dem dortigen BYOD-Ansatz (Bring Your Own Device – also mit eigenen Mobilgeräten)“ ergab, dass die Erwartungen nicht erfüllt wurden. „Weder entwickelten die Schüler[innen und Schüler] eine messbar höhere Leistungsmotivation noch eine stärkere Identifikation mit der Schule. Es werde weder besser mit Quellen umgegangen noch sei eine höhere Informationskompetenz erreicht“ (Schmoll, 2017, Abs. 8). Die Qualität des Unterrichts hängt nach wie vor von den fachlichen und didaktischen Fähigkeiten der Lehrpersonen und der Lernumgebung ab (ebd.). Trotz dieses Befunds müssen wir berücksichtigen, dass die Mediensozialisation heutiger Heranwachsender durch die digitalen Medien in einem Maße geprägt ist, dass weder Deutschdidaktik noch Deutschunterricht diesen Sachverhalt länger ignorieren können. Mediendidaktik als elementarer Bestandteil der Deutschdidaktik sollte zugleich die Lehre eines medienintegrativen Deutschunterrichts sein, der an die Lebenswelt der Lernenden anschließt, indem er Sprach- und Medienerziehung verzahnt (Frederking, 2014, S. 154 f.). Diese Konzeption, die Frederking und Krommer in ihrer Reflexion des Verhältnisses von Deutschunterricht und medialer Bildung entwerfen (Frederking & Krommer, 2014, S. 150-182), ist mit weitreichenden Fragen nach der Bedeutung von Medienkompetenz verbunden. Dabei ist zu beachten, dass Medienkompetenz nicht einheitlich definiert werden kann, sondern abhängig ist von der jeweiligen Haltung Medien gegenüber. Wenn wir Deutschdidaktik als Medienkulturdidaktik verstehen (Albrecht, 2014; Staiger, 2014), bei der die Symmedialität im Mittelpunkt steht, dann werden Medien mit- und nebeneinander verwendet, können aber auch verschmelzen. Insgesamt müssen die elektronischen Medien durch begleitete und reflektierte Nutzung im und für den Unterricht so einbezogen werden, damit neben den fachspezifischen Zielen immer auch die Medien der Recherche, Informationsverarbeitung, Präsentation und begleitenden Kommunikation zum Thema werden (Abraham, 2014, S. 284). Daraus ergeben sich zahlreiche weitere Fragen und mögliche Themengebiete, wie beispielsweise der Einsatz Sozialer Netzwerke (Halbmeier, 2014, S. 532-548) oder von Computerspielen. Wie letztere im Deutschunterricht so eingesetzt werden können, dass sie in ihrer Symmedialität, in ihrer kulturellen Bedeutung und ihrer ökonomische Relevanz differenziert betrachtet werden können, ist eine durchaus brisante Fra- Reflektierter Einsatz „neuer“ Medien im Deutschunterricht. Zukunft des Lesens oder Ende des Buches? 18 ge, denn es gibt zwar didaktische Konzepte, wie das geschehen könnte, aber noch wenige Erfahrungen (Hofer & Bauer, 2014). Abschließend bleibt festzuhalten: Digitale Methoden motivieren Lernende nicht, weil sie digital sind und den Einbezug von zeitgemäßer Technologie verlangen, sondern dann, wenn sie vielfältige Lernprozesse auslösen und ästhetische Verfahrensweisen sichtbar, analysierbar und reproduzierbar machen. Projekte, Unterrichtsideen und Materialien Im Oktober 2016 hat die damalige deutsche Bundesbildungsministerin Johanna Wanka ihren sogenannten „DigitalPakt#D“ zwischen Bund und Ländern verkündet, um digitale Bildung zu realisieren, was auch immer genau darunter zu verstehen ist. In den nächsten Jahren sollen die Lehrer dafür ausgebildet und Konzepte für den Unterricht entwickelt, gemeinsame technische Standards geschaffen sowie die Wartung und der Betrieb der digitalen Infrastruktur gewährleistet werden (https://www.bmbf.de/de /sprung-nach-vorn-in-der-digitalen-bildung-3430.html). In diesem Kontext müssten die etwa 10.000 Berufsschulen eigentlich eine besondere Rolle spielen, denn ihre Schülerinnen und Schüler sind älter und damit für digitale Lehrmittel prädestiniert; zudem sind viele Berufsqualifikationen ohne digitale Geräte und entsprechende Software gar nicht mehr möglich, doch eine Differenzierung nach Schularten kommt nur an einer Stelle vor. Mit der „Initiative Berufsbildung 4.0“ unterstützt das BMBF den digitalen Wandel in der beruflichen Bildung. Dabei werden Ausbildungsordnungen weiterentwickelt und die digitale Ausstattung der überbetrieblichen Ausbildungsstätten sowie der Einsatz digitaler Medien in der Ausbildung gesondert gefördert (ebd.). Darüber hinaus wird eine Konzeptstudie für eine sogenannte Schul-Cloud, einen „zentralen webbasierten Dienst“, der allen beteiligten Schulen Lern- und Arbeitsumgebungen sowie Lerninhalte (z.B. offene Bildungsmaterialien) bieten wird, durch das BMBF finanziert. Damit sogenannte Offene Bildungsmaterialien (Open Educational Resources, OER) nachhaltig in allen Bildungsbereichen verankert werden können, wird durch das BMBF eine Informationsstelle eingerichtet, die nicht nur Informationen bündelt und bereitstellt, sondern auch Fort- und Weiterbildung von Multiplikatoren zum Thema OER fördert (ebd.). Ein wichtiger weiterer Schritt ist der kontinuierliche Ausbau von Studiengängen, denn Studierende sowie bereits fertige Absolventinnen und Absolventen aller Fachrichtungen benötigen in Zukunft erheblich tiefer gehende digitale Kompetenzen als bisher. Wichtiger bleibt aber letztendlich die Beantwortung der Frage, wann und wozu im Unterricht ein Smartphone oder ein Tablet eingesetzt oder im Internet recherchieren sollte. Einige Internetportale, wie z.B. die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet (www.zum.de) oder Lehrer-Online, ein Portal für Unterrichtsmaterialien (www.lehreronline.de), die sich seit geraumer Zeit mit der Problematik beschäftigen, bieten mitt- 3. Reflektierter Einsatz „neuer“ Medien im Deutschunterricht. Zukunft des Lesens oder Ende des Buches? 19 lerweile eine Vielfalt von nützlichen und im Unterricht verwendbaren Materialien für alle Fächer, Schulformen und Jahrgangsstufen. Allein auf Lehrer-Online finden sich derzeit mehr als 25.000 Arbeitsblätter und fertige Unterrichtsentwürfe, die sich an die jeweils spezifischen Bedingungen und Erfordernisse anpassen lassen. Bei der Einbeziehung von Medien in den Unterricht sollte zwischen Medien als Informationsquelle einerseits und Gestaltungs- bzw. Ausdrucksmittel andererseits unterschieden werden. Beispielsweise kann ein Blog oder Wiki als Informationsquelle im Unterricht verwendet oder aber selbst erstellt werden. Im Gegensatz zu traditionellen Medien, wie Zeitung, Radio oder Fernsehen, die eher der Rezeption dienen, können neue Medien „auch zur Produktion und Bereitstellung eigener Inhalte genutzt werden“ (Grashöfer et al., 2015, S. 25). Diese „Informations- und Partizipationsmöglichkeiten, bei denen Formen kollaborativen Arbeitens eine zentrale Rolle spielen“ (ebd.), können auch konstruktiv für die Unterrichtsgestaltung genutzt werden. Auf beiden oben angeführten Internetportalen werden diverse Webanwendungen zur Verfügung gestellt, die im Unterricht zum Einsatz kommen können. Dort finden sich auch viele nützliche Hinweise und Links u.a. zur Verwendung von Wikis, Podcasts, WebQuests, sozialen Netzwerken, digitalen Lernspielen und Blogs im Unterricht (www.zum.de; www.lehrer-online.de). Weiterführende Hinweise zum Lernen mit WebQuests und zur geleiteten Internetrecherche bieten zudem die Bände Abenteuer Internet und Digitale Medien in der Schule von Heinz Moser (2008, 2014) sowie das Buch Digitaler Deutschunterricht von Philippe Wampfler (2017). Ganz neu und soeben im Rahmen der Plattform Neuland 2.0 auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt ist beispielsweise die App Scoolio, von der noch nicht gesagt werden kann, ob sie ein digitales Klassenzimmer oder eher ein Elternschreck ist (https://www.scoolio.de/). Auf den ersten Blick handelt es sich um eine digitale Mischung aus Hausaufgabenheft, persönlichem Notenspiegel und Stundenplan, die für Schüler und Auszubildende ständig auf dem Smartphone verfügbar ist. Gleichzeitig bietet die App Funktionen, wie sie aus sozialen Netzwerken bekannt sind. Die Nutzerinnen und Nutzer können sich beispielsweise mit ihren Klassenkameraden verbinden und austauschen oder mittels Standortsuche neue Freunden mit ähnlichen Interessen an anderen Schulen suchen. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung der neuen Medien im Schulalltag stellt sich für viele Schulen zunehmend die Frage nach der Erarbeitung eines schulinternen Medienkonzepts, bei dem gemeinsame Vereinbarungen im Hinblick auf den Mediengebrauch einer Schule getroffen und diese verbindlich festgelegt werden. Einerseits geht es dabei „um Möglichkeiten und Ziele für den Gebrauch neuer Medien im Unterricht“ und andererseits um ihren Gebrauch „außerhalb der eigentlichen Unterrichtszeiten auf dem Schulgelände“ (Grashöfer et al., 2015, S. 11). Beispielsweise können Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler in Zusammenarbeit mit Eltern „Standards erarbeiten, die dann alle Beteiligten im schulischen Alltag als Verhaltensrichtlinien dienen“ (ebd.). Bei einem schulinternen Medienkonzept, das nicht nur den Umgang mit neuen, sondern auch mit traditionellen Medien umfassen sollte, könnten in Anlehnung an Reflektierter Einsatz „neuer“ Medien im Deutschunterricht. Zukunft des Lesens oder Ende des Buches? 20 Grashöfer et al. (2015, S. 75-77) u.a. folgende Punkte und Fragen berücksichtigt werden: Schule und neue Medien 1. Was ist Medienkompetenz? 2. Welche Medien können in welchen Unterrichtsfächern eingesetzt werden? 3. Welche Vereinbarungen zum Gebrauch neuer Medien sollen an der Schule gelten? 4. Wie ist die Ausstattung der Schule (Hardware, Software, Schulnetzwerk)? 5. Welchen Fortbildungsbedarf und welche Fortbildungsmöglichkeiten gibt es? 6. Wie können Eltern mit einbezogen werden und wie können sie sich einbringen? 7. Welchen externen Förderer gibt es (Stadt, Land, Bund, Sponsoren)? Unterrichtsinhalte und neue Medien 1. Umgang mit Textverarbeitungsprogrammen, Präsentationssoftware, Tabellenkalkulationen. 2. Erstellen und Bearbeiten von Foto-, Audio- und Videodateien. 3. Arbeiten im Internet (Recherche und Beurteilung von Informationen, Produktion von Inhalten). 4. Programmierkenntnisse (Webseiten-Erstellung, Datenbankpflege). 5. Sicherheitsrisiken (Viren, Trojaner u.ä., Umgang mit personenbezogenen Daten, Cybermobbing). In Deutschland bieten die verschiedenen Bundesländer Unterstützung bei der Erarbeitung eines schulinternen Medienkonzepts und stellen zudem im Internet eine Reihe von nützlichen Materialien zur Verfügung. Das Landesmedienzentrum Bayern (mebis) bietet z.B. ein Infoportal, eine Mediathek und eine Lernplattform an (https://www.mebis.bayern.de/). Im Infoportal finden sich u.a. auch viele nützliche Hinweise zur Erarbeitung eines Medienkonzepts (https://www.mebis.bayern.de/medienkonzepte/). In Österreich hat das BMBWF mit der Digitalisierungsstrategie „Schule 4.0. – jetzt wird’s digital“ ein Konzept vorgelegt, das die gesamte Schullaufbahn umfassen soll und mit dessen Umsetzung alle Schülerinnen und Schüler in Österreich digitale Kompetenzen erwerben und lernen sollen, sich kritisch mit digitalen Inhalten auseinanderzusetzen. „Dabei geht es um ein breites Portfolio an Kompetenzen: von Medienkompetenz über kritischen Umgang mit Informationen und Daten, Sicherheit im Netz hin zu Wissen über Technik, Coding und Problemlösung“ (https://bildung. b mbwf.gv.at/schulen/schule40/index.html). Die Strategie des Bundesministeriums, die seit dem Schuljahr 2017/18 stufenweise an Schulen umgesetzt werden soll, umfasst dabei vier Säulen: 1. Digitale Grundbildung ab der Volksschule 2. Digital kompetente Pädagoginnen und Pädagogen 3. Infrastruktur und IT-Ausstattung 4. Digitale Lerntools Reflektierter Einsatz „neuer“ Medien im Deutschunterricht. Zukunft des Lesens oder Ende des Buches? 21 Mit der Eduthek soll ein Portal für digitale Lehr- und Lernmaterialien geschaffen werden, das eine Vielzahl an Lehr- und Lernmaterialien, pädagogisch empfohlene Apps und Spiele sowie innovative Tools für moderne Unterrichtsformate umfassen soll. Modellhafte Einsatzszenarien sollen den Lehrerinnen und Lehrern zudem Beispiele aufzeigen, wie sie digitale Medien wirksam in ihren Unterricht einbeziehen können (https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/schule40/index.html). Aufgaben und Perspektiven – Ein paar Vorschläge zum Schluss Keineswegs ist unsere Zukunft nur digital, „auch wenn uns das tagtäglich Wirtschaftsvertreter, Bildungsexperten, Politiker und Medien suggerieren“, denn „Menschen haben keine digitale Zukunft“, sondern hoffentlich eine humane und demokratische. „Nicht die Zukunft ist digital, sondern es entstehen allenfalls technische Strukturen mit digitaler Datenübertragung“ (Lankau, 2017, S. 13). „Kein Mensch lernt digital“ und es gibt „weder digitalen Unterricht noch digitale Bildung“ (ebd., S. 10), denn „Bildung ist etwas, das Menschen mit sich und für sich machen: Man bildet sich. Ausbilden können uns andere, bilden kann sich jeder nur selbst“ (Bieri, 2008, S. 1). Auch wenn es banal klingt, so ist es doch noch einmal eindeutig zu benennen, was überhaupt digitalisiert und digital gespeichert werden kann: „Information, die in Form von Daten oder Dateien in ein maschinenlesbares Format gebracht werden. Daten selbst sind weder Information noch Wissen“ (Lankau, 2017, S. 13). Für unsere Schulen bedeutet das u.a., dass wir (1.) die digitale Kompetenz der Lehrkräfte verbessern müssen und dieser Bereich zukünftig zum Pflichtprogramm im Lehramtsstudium gehören sollte. Darüber hinaus müssen wir (2.) die Unterrichtsentwicklung unterstützen, weshalb flexible Budgets für kollektive Fortbildungen zur Verfügung gestellt werden sollten. Außerdem müssen wir (3.) die Schulentwicklung begleiten und benötigen dafür auch externe Impulse durch Coaching und Vernetzung. Um neue Medien sinnvoll im Unterricht einsetzen zu können, brauchen wir (4.) geprüftes digitales Lernmaterial, wofür gemeinsame Qualitätssiegel sowie deutschlandund österreichweite Plattformen benötigt werden. Des Weiteren müssen wir (5.) die schulischen Infrastrukturen professionalisieren und benötigen dafür technische Mindeststandards und IT-Fachkräfte an unseren Schulen. Um Risiken und Gefahren zu erkennen und die verschiedenen Medien selbstbestimmt, kritisch und kreativ nutzen zu können, benötigen Jugendliche (6.) Qualifizierung und Medienkompetenz sowie Begleitung, z.B. in Form von Medienscouts (siehe hierzu u.a. Meier, 2017). „Wer behauptet, Digitaltechnik könne die Welt verbessern und den Menschen ein sorgloses Leben bescheren, hat weniger die Menschen und die Umwelt als sein Aktienpaket, die Dividende oder die Marktchancen seiner Branche im Blick“ (Lankau, 2017, S. 144). Das Ziel unserer Gesellschaft sollte es sein, „digitale Geräte, Techniken und Anwendungen wieder als das zu begreifen, was sie ursprünglich waren und wieder werden müssen: hilfreiche Werkzeuge für konkret definierte Aufgaben“ (ebd.). Daher sollten wir sie besonders im Unterricht gezielt, verantwortlich und reflektiert einsetzen. 4. Reflektierter Einsatz „neuer“ Medien im Deutschunterricht. Zukunft des Lesens oder Ende des Buches? 22 Literatur Abraham, U. (2014). 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Zusammenfassung

Dieser Sammelband mit Beiträgen aus Österreich und Deutschland thematisiert die Förderung von Lesekompetenz von Jugendlichen in Ausbildung. In Grundlagenbeiträgen wird der Frage nachgegangen, wie eine wirksame Förderung der Lesekompetenz und Lesemotivation aussehen kann, und wie Instrumente zur Lesediagnose (im Unterricht) eingesetzt werden können. Die Bedeutung von Lesekompetenz für die Bewältigung betrieblicher Anforderungssituationen wird anhand von Ergebnissen zweier qualitativer Studien diskutiert. Impulse und Vorgaben der Bildungspolitik stehen in einem weiteren Beitrag im Fokus. Im zweiten Teil werden konkrete, praxisnahe Ansätze im schulischen und außerschulischen Kontext, unterlegt mit empirischen Befunden, vorgestellt. Sechs reflektierte Praxisberichte von Lehrerinnen und Lehrern an Berufsschulen sowie berufsbildenden mittleren und höheren Schulen komplementieren den Sammelband und veranschaulichen, dass eine regelmäßige Förderung der Lesekompetenz als ein integraler Bestandteil des Unterrichts in allen Fachbereichen möglich ist.