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Abstract in:

Zeynep Arslan

Demokratisierung durch Selbstermächtigung, page 236 - 238

Zum Empowerment alevitischer Frauen* in der Türkei und in der Diaspora

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4163-5, ISBN online: 978-3-8288-7041-3, https://doi.org/10.5771/9783828870413-236

Series: Anwendungsorientierte Religionswissenschaft, vol. 12

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
236 Abstract Das Manuskript handelt vom demokratie- und friedenpolitischen Potenzial, der über Jahrhunderte verfolgten, diskriminierten, politisierten und daher ethnisierten Glaubensgemeinschaft der Alevit*innen, in den Gesellschaften (Türkei und Europa) in denen sie leben! Die alevitische Lehre propagiert den Grundsatz der Gleichheit der Geschlechter, und die alevitischen Frauen* sind sichtbar, allerdings haben sie in der Praxis keine gesellschaftspolitische Entscheidungs- und Gestaltungsmacht. Diese Arbeit plädiert für die Entwicklung eines differenzfeministischen Ansatzes, um zunächst mit der Illusion über die Existenz der Gleichberechtigung der Geschlechter in den alevitischen Gesellschaftsgruppen zu brechen. Sechs Expert*inneninterviews zeigen, dass ein relevantes Bewusstsein für die organisierte Forderung von Gleichberechtigung nicht besteht. Mittels inhaltlich-diskursanalytischem Vorgehen, teilnehmender Beobachtung, gesellschafts- und geo-politischer Analyse aktueller politischer Ereignisse in der Türkei, im Naher Osten und in Europa, wird der strategische Essentialismus, welcher auf die differenzfeministische Notwendigkeit aufbaut, argumentativ in drei Dimensionen gegliedert und ausgeführt. Diskutiert wird die Entwicklung einer klaren politischen Positionierung, die die Alevit*innen dazu befähigen soll, Demokratieentwicklungs- und Stabilisierungsprozesse in den Gesellschaften, in denen sie leben, (mit) zu initiieren und zu unterstützen. Besonders in politisch bewegten Zeiten, in denen Menschen* unterschiedlichster Herkunft, sozialer, ökonomischer und politischer Situationen, gemeinsame Lebensräume zu teilen bestimmt sind, gilt es, das demokratiepolitische Potenzial des auf Humanismus, Pluralismus und Frieden aufbauende Alevit*innentümer, im Sinne der Entwicklung einer gesellschaftlichen Dialogkultur, nicht zu unterschätzen. Die Arbeit kommt zum Schluss, dass für Mitglieder pluralistischer Gesellschaften das friedliche Zusammenleben ihrer und der nächsten Generationen, eine gemeinsame Motivation dafür sein kann, Demokratiepolitik miteinander zu gestalten. Religionen und interreligiöse Beziehungen spielen in der Gesellschaft, in der nationalen Politik und in vielen internationalen Konflikten eine immer größere Rolle. Die Reihe setzt sich zum Ziel, Themen zu behandeln, die von aktueller politischer Relevanz sind. Bisher erschienen: Herausgeber: Prof. Dr. Wolfram Reiss (Universität Wien) und Prof. Dr. Ulrike Bechmann (Universität Graz) Thomas Schönberger Der Islam im öffentlichen Bewusstsein Ein empirisches Lagebild aus einer Kleinstadt in Österreich Band 1 • 185 Seiten • Paperback Format 14,8 x 21 cm 24,90 € [D/A] ISBN 978-3-8288-2855-1 Ursula Unterberger Religion – die letzte Freiheit Religionsausübung im Strafvollzug Band 2 • 124 Seiten • Paperback Format 14,8 x 21 cm 24,90 € [D/A] ISBN 978-3-8288-2856-8 Cornelis Hulsman (Ed.) The Sharia as the Main Source of Legislation? The Egyptian Debate on Article II of the Egyptian Constitution Band 3 • 260 Seiten • Paperback Format 14,8 x 21 cm 24,90 € [D/A] ISBN 978-3-8288-3067-7 Anwendungsorientierte Religionswissenschaft Beiträge zu gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen Josef Peter Schuller Die verborgene Moschee Zur Sichtbarkeit muslimischer Gebetsräume in Wien Band 4 • 190 Seiten • Paperback Format 14,8 x 21 cm 29,95 € [D/A] ISBN 978-3-8288-3177-3 Sanna Plieschnegger Islamkritik aus den eigenen Reihen Hamed Abdel-Samad und Necla Kelek im Vergleich Band 5 • 170 Seiten • Paperback Format 14,8 x 21 cm 24,95 € [D/A] ISBN 978-3-8288-3212-1 Wolfram Reiss (Hg.) Selbstbetrachtung hinter Gittern Naikan im Strafvollzug in Deutschland und Österreich Band 6 • 336 Seiten • Paperback Format 14,8 x 21 cm 29,95 € [D] | 30,80 € [A] ISBN 978-3-8288-3688-4 Ulrike Bechmann und Wolfram Reiss (Hg.) Antisemitismus in den Medien? Beschneidungspraxis und Israelkritik in österreichischen Printmedien Band 7 • 224 Seiten • Paperback Format 14,8 x 21 cm 29,95 € [D/A] ISBN 978-3-8288-3914-4 Wolfram Reiss (Hg.) Aufstieg und Fall der ägyptischen Muslimbruderschaft 2011–2013 Band 8 • 459 Seiten • Paperback Format 14,8 x 21 cm 39,95 € [D/A] ISBN 978-3-8288-3678-5 Cornelis Hulsman (Ed.) From Ruling to Opposition Islamist Movements and Non-Islamist Groups in Egypt 2011-2013 Band 9 • 262 Seiten • Paperback Format 14,8 x 21 cm 29,95 € [D/A] ISBN 978-3-8288-3837-6 Cornelis Hulsman (Ed.)/Diana Serôdio The 2014 Egyptian Constitution Perspectives from Egypt Band 10 • 218 Seiten • Paperback Format 14,8 x 21 cm 29,95 € [D/A] ISBN 978-3-8288-3838-3 Matthias Gillé Der koptische Papst Schenuda III. Beobachtungen zu Theologie und Biografie Band 11 • 284 Seiten • Paperback Format 14,8 x 21 cm 29,95 € [D/A] ISBN 978-3-8288-3839-0

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Zusammenfassung

Die alevitische Lehre propagiert den Grundsatz der Gleichheit der Geschlechter, und die alevitischen Frauen* sind sichtbar, allerdings haben sie in der Praxis keine gesellschaftspolitische Entscheidungs- und Gestaltungsmacht. Der vorliegende Band plädiert für die Entwicklung eines differenzfeministischen Ansatzes, um zunächst mit der Illusion über die Existenz der Gleichberechtigung der Geschlechter in den alevitischen Gesellschaftsgruppen zu brechen. Sechs Expert*inneninterviews zeigen, dass ein relevantes Bewusstsein für die organisierte Forderung von Gleichberechtigung nicht besteht. Zeynep Arslan zeigt Handlungsoptionen zur gemeinsamen Ausgestaltung heterogen (intersektional) geteilter Lebensräume auf. Dabei geht sie auch auf das immense demokratie- und friedenspolitische Potenzial der alevitischen Frauen* ein und verweist auf einen vorbildlichen Weg, mit den gesellschaftlichen Herausforderungen der neoliberalen Globalisierung konstruktiv umzugehen. Vor dem Hintergrund zunehmender globaler Konflikte und Herausforderungen bietet das Buch wichtige Ansätze zum Empowerment von Frauen* und demokratischer Alternativen.