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Dankesworte in:

Zeynep Arslan

Demokratisierung durch Selbstermächtigung, page 13 - 16

Zum Empowerment alevitischer Frauen* in der Türkei und in der Diaspora

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4163-5, ISBN online: 978-3-8288-7041-3, https://doi.org/10.5771/9783828870413-13

Series: Anwendungsorientierte Religionswissenschaft, vol. 12

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
13 Dankesworte Beim Verfassen der vorliegenden Arbeit haben mich viele Menschen* auf verschiedenste Weise inspiriert. Ich bin dankbar für die Zeit, die sie mir geschenkt haben. Ebenso bin ich glücklich über die sehr spannenden und bereichernden Gespräche, die ich mit ihnen führen durfte. Ihre Begeisterung für das Thema gab mir Kraft und Motivation; sie sind auch Grund, die vorliegende Arbeit zu veröffentlichen. Die einst mit Blut und Schweiß erkämpften demokratischen Werte sind immer mehr zu einer Art Selbstverständlichkeit geworden, sodass ihr Schrumpfen oft nicht weiter beachtet bzw. wahrgenommen wird. Jene Vorstellungen, die ein Leben in Menschen*würde und Solidarität versprachen und definierten, erleben nicht mehr jene Wertschätzung, die ihnen einst gebührte. Sie können wieder aus ihrer Asche erwachen, denn ein menschen*würdiges Leben in Frieden ist – angesichts der Tatsache, dass das Leben selbst umkämpft ist – eine Sache, die stets erkämpft und beschützt gehört. Es liegt an jedem einzelnen Menschen* selbst, Verantwortung für sein* Leben zu übernehmen; für alles Gemachte/Nicht- Gemachte und für alles Gesagte/Nicht-Gesagte. Ein fehlendes Bewusstsein über diese (Eigen-)Verantwortung spielt herrschafts- und machtstabilisierenden, ent-solidarisierenden Strukturen, Mechanismen und Akteur*innen stets und immer in die Hände. Die Vorstellung, dass alles passieren oder nicht passieren kann, solange die daraus resultierenden negativen Konsequenzen mich nicht persönlich betreffen, kann nur eine Vorstellung auf Zeit sein. Macht- und Herrschaftsstrukturen, die zur eigenen Stabilisierung auf Einschließungs- und Ausschließungsmechanismen aufbauen und mit diesen arbeiten, schützen nicht davor, dass jene lebensbeeinträchtigenden und -erschwerenden Situationen, die heute andere (be-)treffen, morgen einen selbst ergreifen. Gesellschaftliche Strukturen, die sich über Jahrhunderte etabliert haben und sehr tief verankert sind, zu hinterfragen und an ihnen zu rütteln, birgt große Herausforderungen. So soll diese Arbeit in Anlehnung an meine Doktorarbeit (2010) zunächst zu der Entwicklung einer transparenten, reflektiven, kritischen Kommunikationskultur beitragen. Wenn ich es schaffe, einen Beitrag zur Eröffnung von Freiräumen über Diskussion und Entwicklung von gesellschaftlichen Prozessen, hin zu einer Bewusstseinsbildung über Demokratiekultur(en) und demokratische Kommunikationskultur(en) zu leisten, werde ich die vorliegende Arbeit als ein gelungenes (Teil-)Projekt erachten. 14 Mein aufrichtiges Dankeschön gilt zunächst meiner Betreuer*in Margareth Lanzinger, die mich aus Interesse an meinem Thema und aus Wertschätzung für mein Engagement bei der Realisierung dieser Arbeit unterstützt hat. Ich bin dankbar für ihre Ruhe, Verlässlichkeit und ihr Vertrauen. Ulli Weish gehört zu jenen Personen* in meinem Leben, die mich von erster Sekunde unserer Begegnung an beeindruckt haben. Dieser, von voller Energie und Kampfesgeist erfüllten Frau* danke ich besonders für die bereichernden und spannenden Gespräche, die mir in meinen Gedankengängen Inspiration geleistet und bei der Argumentationsstruktur geholfen haben. Dorith Weber hat mich bei der Orientierung und beim Zurechtfinden im Masterstudium unterstützt und ihr verdanke ich einen weniger komplizierten und klaren Weg durch die bürokratischen Hürden. Ich danke für ihre Geduld und Zeit. Meine Mutter*, meine Schwester* und meine Schwäger*in, aber auch viele andere Frauen* in meinem verwandtschaftlichen, freundschaftlichen, beruflichen und sozialen Umfeld haben mich Zeit meines bisherigen Lebens beeindruckt, bereichert, herausgefordert, manchmal auf die Probe gestellt und vor allem sehr inspiriert. Ich danke für die Zeit und das Wegstück, das ich mit ihnen* gehen und teilen durfte. Meinem Vater* danke ich für seine* Geduld und Kraft für meine herausfordernden Kritiken und unzähligen Fragen in unseren Diskussionen, die nicht immer friedlich zu Ende gegangen sind. Es sind diese Austauschprozesse, die uns der Einsicht und der Entwicklung eines stärkeren Bewusstseins über unser Sein in der Welt ein weiteres Stück näher gebracht haben. Zeynel Veroz, Ilgın Seren Evişen und Areshpreet Wedech danke ich für ihr* Interesse und ihre* Zeit bei dem Korrekturlesen (Tippfehler und Grammatik) der vorliegenden Arbeit. Mehr noch schulde ich meinen Interviewpartner*innen für ihre Zeit, ihr Vertrauen und ihre Unterstützung ein freundliches Dankeschön. Vielleicht wird die vorliegende Arbeit auch auf sie eine ideenwirksame und inspirierende Wirkung haben, vor allem im Zusammenhang mit ihren Funktionen innerhalb der alevitischen Organisationen. Petra Polak danke ich von Herzen für ihre Bereitschaft und Mühe zum Korrekturlesen (Ausdruck und Stil) der vorliegenden Arbeit. Die unkomplizierte Zusammenarbeit und der klare Austausch lagen wohl auch an unserem gemeinsamen Studium und der Teilhabe an mehreren Diskussionsrunden einiger Abschnitte der vorliegenden Arbeit. Ebenso danke ich Gudrun Steinkellner, die sich zuletzt die vorliegende Arbeit gründlich vorgenommen und korrekturgelesen hat. Ali Dikme und einer 15 Schweizer Stiftung, deren Namen ich auf ihr höfliches Ersuchen diskret halten soll, danke ich für die finanzielle Unterstützung zur Begleichung dieser wertvollen Dienstleistungen. Mein besonderer Dank gilt Hüseyin Tunç, der das Buch in türkischer Fassung korrekturgelesen und nach eigenem Wunsch das Bild „Die marschierenden Frauen*“ gefertigt hat. Mein aufrichtiges Dankeschön meinen Studienkolleg*innen und Lehrbeauftragten*, die mir mittels Vorträgen, Diskussionen, Feedbackrunden, persönlichen Gesprächen und vielem mehr eine gute Unterstützung waren. Zu guter Letzt möchte ich mich aufrichtig bei Wolfram Reiss und Ulrike Bechmann herzlich dafür bedanken, dass sie es für wertvoll und wichtig empfunden haben, dieses Buch im Rahmen ihrer Reihe zu publizieren. Wien, im Juli 2018 Zeynep Arslan

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Zusammenfassung

Die alevitische Lehre propagiert den Grundsatz der Gleichheit der Geschlechter, und die alevitischen Frauen* sind sichtbar, allerdings haben sie in der Praxis keine gesellschaftspolitische Entscheidungs- und Gestaltungsmacht. Der vorliegende Band plädiert für die Entwicklung eines differenzfeministischen Ansatzes, um zunächst mit der Illusion über die Existenz der Gleichberechtigung der Geschlechter in den alevitischen Gesellschaftsgruppen zu brechen. Sechs Expert*inneninterviews zeigen, dass ein relevantes Bewusstsein für die organisierte Forderung von Gleichberechtigung nicht besteht. Zeynep Arslan zeigt Handlungsoptionen zur gemeinsamen Ausgestaltung heterogen (intersektional) geteilter Lebensräume auf. Dabei geht sie auch auf das immense demokratie- und friedenspolitische Potenzial der alevitischen Frauen* ein und verweist auf einen vorbildlichen Weg, mit den gesellschaftlichen Herausforderungen der neoliberalen Globalisierung konstruktiv umzugehen. Vor dem Hintergrund zunehmender globaler Konflikte und Herausforderungen bietet das Buch wichtige Ansätze zum Empowerment von Frauen* und demokratischer Alternativen.