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11.5 Pretest in:

Cornelia Zeller

Softwarebasierte Aphasietherapie, page 144 - 146

Entwicklung und Erprobung des kommunikativ-pragmatischen Übungsprogramms AKOPRA

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4167-3, ISBN online: 978-3-8288-7034-5, https://doi.org/10.5771/9783828870345-144

Tectum, Baden-Baden
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schränkt nutzen können oder die Zeichnungen m it der nicht-dom inanten H and anfertigen müssen, ist es wichtig, die Zeichnungen so einfach wie möglich zu gestalten, um das Zeichnen nicht unnötig zu erschweren. Darüber hinaus sollen die N utzer durch die Einfachheit der zeichnerischen Referenz motiviert werden, diese M odalität selbst einzusetzen. Die Zeichnungen w urden überwiegend schwarz-weiß gehalten. Farbe wurde nur dann zusätzlich verwendet, wenn ansonsten die Erkennbarkeit gefährdet ge wesen wäre. Die Zeichnungen wurden während ihrer Erstellung nach jedem Zeichenschritt eingescannt, sodass den Anwendern in AKOPRA präsentiert wer den kann, wie die Zeichnungen angefertigt wurden. Zudem dienen diese begon nenen Zeichnungen als Hilfestellung. Vor der Aufnahme der Gestenvideos wurde für alle Gesten in Anlehnung an Goldenberg (2011) ein Konzept erstellt. Nach der Klassifikation von Hogrefe & Goldenberg (2010) wurden Piktographen, deiktische Gesten, Embleme und Kom binationen dieser Gestentypen in AKOPRA integriert. Dies liegt darin be gründet, dass sich nicht alle Objekte und Sachverhalte mittels eines Gestentyps darstellen lassen. D ennoch wurde so häufig wie möglich der Einsatz deiktischer Gesten angestrebt. Für diese Entscheidung spricht, dass von besser erhaltenen Zeigegesten ausgegangen wird (Nobis-Bosch et al., 2013) und auch Beobach tungen vorliegen, dass Aphasiepatienten am ehesten Zeigegesten und Embleme für komm unikative Zwecke nutzen (Goldenberg, 2003). Schließlich wurden die Gestenvideos m it einer weiblichen und einer m ännli chen Person vor neutralem H intergrund aufgenommen. Die Gesten wurden da bei von beiden Personen entweder nur m it ihrer dom inanten rechten H and oder m it beiden H änden ausgeführt. Das Ziel hierbei war es, den N utzern ein mög lichst natürliches und exaktes Vorbild für die Ausführung der Gesten zu präsen tieren. 11.5 Pretest Vor der D urchführung der Therapiestudie wurden sowohl die Items aller Therapiemodule als auch die Hilfsstufen von insgesamt zehn Personen ohne bekann tes neurologisches Defizit erprobt. Einbezogen wurden jeweils fün f weibliche und männliche Personen zwi schen zwanzig und siebzig Jahren. Dabei ist jede Altersdekade m it einer m ännli chen und einer weiblichen Person besetzt. Zusätzlich wurde auf einen ausgegli chenen Bildungsstand geachtet, indem fünf Probanden über einen Real- oder Hauptschulabschluss verfügten und die weiteren fünf Probanden über einen Hochschulabschluss. In M odul 1: Sprachverständnis wurde überprüft, ob die Probanden jeweils isoliert anhand der Präsentation des Stimulussatzes und der dazugehörigen Fra 144 ge, der semantischen Umschreibung oder der Präsentation der Geste/Zeichnung das korrekte Foto antippen können. In M odul 2: Referieren a u f Objekte erhielten die Testpersonen die Aufgabe, die Objekte jeweils nach der Präsentation der Objektfotos, der Vorgabe einer Zeichnung bzw. einer Geste und der D arbietung einer semantischen Umschrei bung zu benennen. Das Ziel hierbei bestand in der Überprüfung der Benenn übereinstimmung. Bei der Bearbeitung von M odul 3: Einfache kommunikative Handlungen - Zustimmung/Ablehnung sollten die Probanden die zu den Fotos präsentierten Fragen m it den Antwortpartikeln Ja oder Nein beantworten und die vorgegebe nen semantischen Merkmale m it diesen Partikeln beurteilen. W eiterhin w urden den Probanden bei der Testung von M odul 4: Einzel handlungen die Situation und die Aufgabenstellung vorgegeben, um zu überprü fen, ob die intendierte komm unikative H andlung ausgeführt wird. Außerdem sollten die Testpersonen anhand der D arbietung der entsprechenden Zeichnun gen bzw. Gesten auf die korrekte kommunikative H andlung schließen und aus zwei Auswahlsätzen den zur vorgegebenen Situation passenden selektieren. N ach der D urchführung des Pretests wurde dieser ausgewertet, woran sich bei einigen Items eine Überarbeitung anschloss, indem beispielsweise Zeichnungen oder Umschreibungen angepasst wurden. Insgesamt w urden sechs Items der M odule 2 und 4 aus AKOPRA exkludiert. So trat in M odul 2 bei vier Items ein regional unterschiedliches Benennverhalten auf und bei zwei Items von M odul 4 hatte das Ausführen der geforderten kom munikativen H andlung zu Schwierigkeiten geführt. Deshalb umfassen nun M o dul 2 46, M odul 4 48 sowie die M odule 1 und 3 jeweils 50 Items. 145

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Zusammenfassung

Software für Kommunikativ-pragmatische Aphasietherapie – passt das wirklich zusammen? Dieser Frage geht Cornelia Zeller im vorliegenden Buch nach. In diesem Buch erhalten Sie zunächst fundiertes Wissen über das Krankheitsbild und die Behandlung von Aphasien. Anschließend geht Cornelia Zeller auf die theoriebasierte Entwicklung der Applikationen für kommunikativ-pragmatische Aphasietherapie (AKOPRA) ein, die an das Kommunikativ-pragmatische Screening für Patienten mit Aphasie (KOPS) angelehnt sind. Daraufhin wird die Therapiestudie dargestellt, in der das Übungsprogramm auf seine Praktikabilität hin überprüft wurde. In diesen Kapiteln werden u.a. die Ergebnisse zur Anwendbarkeit von AKOPRA sowie zur Effektivität geschildert. Von diesem Buch können in Praxis oder Klinik tätige Sprachtherapeutinnen und Sprachtherapeuten profitieren, da neben der theoretischen Fundierung viele praktische Hinweise zur Anwendung von AKOPRA gegeben werden. Darüber hinaus können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende Anknüpfungspunkte für weitere Forschungsarbeiten finden.