Content

M Die Kapelle in der Kritik - positiv in:

Eberhard Steindorf

Die Konzerttätigkeit der Königlichen muskialischen Kapelle zu Dresden (1817-1858), page 704 - 729

Institutionsgeschichtliche Studie und Dokumentation

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4155-0, ISBN online: 978-3-8288-7015-4, https://doi.org/10.5771/9783828870154-704

Series: Dresdner Schriften zur Musik, vol. 11

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
M Die Kapelle in der Kritik - positiv Übersicht Die Königliche musikalische Kapelle galt um die Mitte des 19. Jahrhunderts als das künstlerisch vollendete musikalische Element unserer Oper. (M 16) Richard Wagner war schon 1846 zu dem Schluss gekommen, dass das Orchester das Niveau des Hoftheaters trägt und prägt, und innerhalb des Hauses allein die Kapelle zur Erreichung einer wirk lichen 'Vollkommenheit fähig sei, sowohl in der Organisation als in den darin bedingten künst lerischen Leistungen. (M 12, M 16) 1848 schrieb die Presse dementsprechend, die höhern und vollkommenem Genüsse seien nicht in unserer Oper, sondern in den Abonnementskon zerten der Kapelle zu suchen. (D 49) 1851 wünschte man sich einmal sogar lieber Kon zerte (in dem Falle mit historischen Programmen) anstelle von Opernvorstellungen. 1852 wurde wiederum das Orchester als wichtigste Säule der Oper bezeichnet, jetzt nun auch gemeinsam mit dem Chor. (M 166) Dies ist ein bemerkenswertes Faktum und verdient festgehalten zu werden: Nach der Bewältigung eines anspruchsvollen Konzertprogramms im November 1852 schrieb ein Rezensent: Es dürfte wohl kaum in Deutschland ein zweites Theaterchor geben, von welchem man so Vortreffliches auch in Ge sangsstücken außerhalb des alltäglichen Opemrepertoires hören könne wie von diesem. (M 165) Da war also seit Webers 35 Jahre zurückliegender Gründungstat, vermutlich gerade durch die kontinuierliche Einbeziehung in die großen Konzerte, im Hoftheater chor eine Körperschaft herangewachsen, mit der die Kapelle damals (und zukünftig) auf hohem Niveau partnerschaftlich zusammen zu wirken vermochte. Natürlich kam es der Kapelle selbst darauf an, sich ihres Rufes immer wieder aufs Neue würdig zu erweisen, in der ersten Reihe derer zu sein, welche fü r dieses sonnige Reich der wahre[n] große[n] Kunst zu wirken und zu schaffen 'berufen sind. (M 24) Dass sie dieses Ansehen auch in schwierigster Zeit behaupten konnte, wurde ihr bereits in den Jahren 1815 und 1818 bescheinigt (M 1, M 2); 1827 hieß es: [ ...] ihr Ruhm steht unumstößlich. (M 3) Weder die Administration noch die Presse hatten daran geringste Zweifel. (M 1 3, 6-8, 10, 11, 15, 24) Ihren besonderen Rang konnte die Königliche musikalische Ka pelle nur durch ständige, ausgezeichnete Leistungen erhalten und festigen, eben als ein Orchester, das nicht nur seinen alten wohlerworbenen Ruhm täglich bewährt, sondern sich fortgesetzt durch die Lösung der schwierigsten Aufgaben zeitgemäß fortentwickelt. (M 6) Es kam ja nicht nur darauf an, schlechthin sinfonische Literatur zu spielen, sondern zu zeigen, wie unser Orchester diese Werke vorträgt. (D 15) Besondere Impulse für ihre künstlerische Arbeit erhielt die Kapelle durch die Gast spiele der dirigierenden Komponisten Hector Berlioz (M 80-82) und Franz Liszt. (M 92-95) Während hier nur die auf die Konzertleistungen der Kapelle bezogenen Auszüge der Kritiken wiedergegeben werden, enthalten die Beiträge in den Zeitungen selbstverständlich zum Teil umfängliche Ausführungen zu den Komponisten und ih ren in den Konzerten dargebotenen Werken. Enthusiastisch äußerste sich 1854 ein Kri tiker über die Zusammenarbeit des Orchesters mit Hector Berlioz: Ich habe sie [die Ka pelle] seit Wagner nie so in unbeschränktem Maße 'bewundern können. [ ...] Die Dresdner Ka pelle hatte unter Berlioz sich wiedergefunden, sie hatte sich erhoben wie ein Mann, sie zeigte 704 sich wieder einmal in ihrer wahren Größe und Kraft. [ ...] Berlioz und die Kapelle gehörten zu sammen, sie würden vereint das Größte leisten und ein Muster fü r ganz Europa sein. (M 82) Leider haben sich die Dresdner Hoffnungen auf eine Anstellung von Berlioz als Hof kapellmeister nicht erfüllt. (Berlioz 1914, S. 517) Ähnlich euphorisch liest sich das Fazit des Liszt-Konzerts im November 1857: Vorerst müssen wir mit großem Lobe der Hofka pelle, bekanntlich eine der ausgezeichnetsten überhaupt, gedenken. Die Streicherbesetzung hätte stärker sein mögen, man mußte aber zugeben, daß die Leistungen der vorhandenen M it wirkenden b r i l l a n t zu nennen waren. Das Blech war mächtig, aber nicht roh, das Holz von wunderbarem Wohlklang und großer Feinheit in Solostellen, das Streichquartett, unter Lipinski's Führung, ein würdiger Interpret seiner äußerst schwierigen Aufgabe, und selbst die Pauken und andere Schlaginstrumente waren künstlerischen Händen anvertraut. Liszt selbst war sehr befriedigt von den Aufführungen und das Lob der hiesigen Capelle aus seinem Munde ein mit bester Überzeugung gegebenes und wohlverdientes. Die Leistungen von Chor und Kapelle seien derart gewesen, dass sie von Begeisterung fü r den großen Meister lebhaftes Zeugniß ablegten. (M 95) Und - ein bemerkenswerter Charakterzug ihrer Musizierhal tung - nicht nur mit Professionalität und routiniertem Können wandte sich das Or chester dem Anspruch der neuen, unbekannten Werke zu, sondern: M it Liebe und Hin gebung hat sie sich der Riesenaufgabe unterzogen. Die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit ist nicht in den Horizont getreten. (M 96) Eine wichtige Basis für diese hohe Leistungsfähigkeit der Kapelle bestand in dem lebendig gepflegten Ensemblegedanken. Die Presse kam immer wieder darauf zurück: Nicht das (selbstverständlich vorhandene) große künstlerische Vermögen vieler Ein zelner war demnach die Besonderheit ihres Vortrags, sondern das Zusammenstreben ausgezeichneter Künstler im Einzelnen wie im Ganzen (M 50, M 132), denn [...] eine Seele belebte das unübertreffliche, wahrhaft königliche Orchester. (M 121, 126, 127). Zu dieser Art einiges Zusammenspiel (M 154, auch M 124) gehörte unabdingbar ein feines Gefühl der Auffassung mit gleichgestimmter Hingebung der Ausführenden. (M 129, M 154) Aus all ih ren künstlerischen Fähigkeiten und jenem gemeinsamen Enthusiasmus für die Musik konnte ein besonders herausgestellter esprit du corps der Kapelle entstehen - und zwar selbst ohne magnetischen Impuls der Taktstöcke. (M 125) Nicht umsonst ist das Wort vom „Geist der Kapelle" bis weit ins 20. Jahrhundert hinein präsent geblieben. (Rudolf Kempe, in: Steindorf/Uhrig 1973, S. 128) Was nicht unerwähnt bleiben soll: Ein solcher Geist des Zusammenwirkens und gegenseitigen Verstehens muss, so ist aus einer Presseäußerung zu schließen, auch zwischen der Kapelle und dem Sängerpersonal der Hofoper bestanden haben. (M 123) Eine Reihe von Eigenschaften, die dem Orchesterspiel der Königlichen musikali schen Kapelle durch die Jahrzehnte in der Presse beigegeben wurden, sei hier ange schlossen. Die weitaus meisten Stimmen galten der künstlerischen Meisterschaft des Orchesters und der Vollkommenheit seiner Aufführungen. Als weitere Kriterien wur den Klangschönheit einschließlich Nuancierungskunst, Beseeltheit und Delikatesse, Begeisterung für die Musik und Virtuosität, auf spieltechnischem Gebiet Präzision, Klarheit, Sauberkeit, Sicherheit, sogar das Uneitle des Spiels hervorgehoben. Bemer kenswert ist, dass solche oder ähnliche Kriterien auch einzelnen Musikern zugeschrie ben wurden, so dass individuelle und gemeinschaftliche Musikausübung ineinander 705 fließen und zu einer wirklich außergewöhnlichen Orchesterkultur führen konnten. So schrieb man über einen solistischen Auftritt des noch jungen Geigers Heinrich Julius Riccius, das von ihm erreichte Niveau komme in jedem Fall der Trefflichkeit und dem künstlerischen Geiste des Instituts zu Gute, was der tatsächliche Zustand desselben erweist. (O 79) Nachfolgend seien einige Hinweise auf Fundstellen verschiedener, wenngleich nicht aller erwähnten Attribute zusammengestellt Meisterhaft, vollkommen, vollendet, bewunderungswürdig (M 27, 30, 33, 39, 43, 45, 47, 48, 50, 52, 53, 55, 58, 60, 61, 63, 65, 72, 74, 77, 79, 81, 82, 87, 90. 91, 105, 112, 113, 115, 116 ,117 ,119 ,123 ,126 ,131 ,139 ,140 ,152 ,154 ,155 ,156 ,157 ,158 ,159 ,161 , F 4 , F 68) Vortrefflich, ausgezeichnet, vorzüglich (M 28, 32, 35, 38, 56, 57, 67, 73, 83, 85, 86, 92, 93, 94, 98, 99, F 53) Herrlich, großartig (M 29, 35, 40, 42) Mit Verständnis für die Musik (M 71,109,154,156) Klangschönheit (M 141,142,145,154, 161) Exakt, präzise (M 29, 37, 8 2 ,124,147 ,148,149,154-158,160) Präzision und freie Bewegung (M 114, 135,142,154) Kraftvoll, feurig, schwungvoll, Energie (M 36, 58, 82, 107, 108, 114, 118, 119, 128, 135, 138 ,144 ,145 ,150 ,152 ,154 ,156 ,160 , G 14) Mit Begeisterung (M 41, 49, 58, 95 ,104 ,105 ,109 ,110 ,112 ,115-118 ,120 ,128 ,149 ,150) Virtuos, brillant, bravourös (M 71, 95 ,136 ,137 ,148 ,154 , 158) Nuancenreich, zart, mit Schmelz, mit Poesie (M 59, 119, 124, 138,140, 141,144, 149,151, 152,154,156,157,159,160,161) Beseelt, zart, mit Ausdruck (M 135,141 ,146 ,149 ,150 ,154 , G 12) Delikat (M 131, M 158, G 12) Mit Einsatz und Hingabe (M 94, 96 ,102 ,103 ,106 ,111 ,117 ,129 Mustergültig (M 82, 84, 87) Klar und plastisch (M 89, 108,110, 138,147, 154) Sauber (M 143, M 149) Einheitlicher Bogenstrich (M 141) Zuverlässig im Zusammenspiel (M 54) Mit Ruhe und Sicherheit (M 142,151,152) Uneitel (M 110) Eifer, Geschicklichkeit und guter Wille (G 12) Eine Rezension fasste das Erscheinungsbild im Jahre 1851 so zusammen: Die Auffüh rung einer Ouvertüre unter Reißigers Leitung bot ein Beispiel jenes schwunghaften, künstlerisch animierten Spiels der Kapelle, welches Präcision mit einer freien Bewegung und begeistigtem Ausdrucke einigt. Der Ehrlichkeit der Kritik gegenüber sei es ebenfalls hin zugefügt: Eigenschaften, die früher ein hoher und steter Vorzug unserer Kapelle waren, jetzt aber mehr und mehr seltener 'hervortreten. (M 114, ähnlich M 154, N 18) Die Kritik schrieb, im Sinne des Lobes von 1851, bereits nach einem Konzert 1831 zusammenfassend von einem Triumph der Instrumentalmusik, den das Orchester errang (M 34), und 1848 be kräftigte sie: So spielt man nur Gott und der Kunst zu Ehren (M 110). 706 Erwähnenswert (und in der heutigen Praxis weitgehend vernachlässigt) ist, dass die Presse einem Orchester für seine Leistungen auch einfach einmal schlichtweg danken konnte (M 66, 82, 110), und dass die Kritik angesichts eines großen Konzerts wie dem zum 300jährigen Kapelljubiläum sogar verstummen mochte, um gern ein so 'harmonisch, rein und 'heiter gestimmtes Fest unbeirrt verklingen zu lassen. (M 60) Details M l Die musikalische Kapelle verdient ein vorzügliches Lob. Es hat dieselbe auch in der vergangenen Schreckenszeit ihren Ruf wohl behauptet und den Kirchendienst eben so wie den im Theater mit Fleiß und Ordnung versehen; ein Zeugniß, das ich den Mitgliedern derselben, um sie bey dieser Gelegenheit der Gnade Ew. Königl. Majestät zu empfehlen, nicht versagen 'kann. Bericht von Joseph Freiherr von Racknitz an König Friedrich August I., 20.6.1815 SHStA, 19936 Geh. Kabinett, 15146, fol. 236-243 M 2 Wie ausgezeichnet diese neuen Musikstücke der beiden, so werthen Tonsetzer*) waren, verbürgt schon ihr Name, wie für die gediegenste Ausführung der Ruhm der hiesigen königlichen Kapelle, sämmtlicher Sänger und Sängerinnen des deutschen und italienischen Theaters, der Musikchöre derselben, sämmt licher hiesigen 'höheren Stadtschulen und -mehrerer kunstfertiger Dilettanten. AZ, 1.10.1818, über 23.9.1818 - *) Francesco Morlacchi und Carl Maria von Weber M 3 ln der That dürfte dieses Meistenverk des großen Tonsetzers [...] schwerlich in Dresden ausgezeich neter executirt worden sein, als an diesem Tage 'bei einem Musiker- und Sängerpersonale von mehr als 200 Personen der Fall war [...] Was die musikalische Kapelle unter Leitung des Kapellmeisters Morlac chi, und unterstützt von einigen Musikchören leistete, braucht kaum erst envähnt zu werden, ihr Ruhm steht fest begründet. Sehr bedauert wurde, dass die Aufführung von Haydns Schöpfung in italienischer Sprache erfolgte, da deutsches Opempersonal wegen Erkrankungen nicht zur Verfügung gestanden habe. AZ, Januar 1827, über 29.12.1826 (Haydn: Die Schöpfung) M 4 Carl Borromäus von Miltitz hielt fest, dass die Dresdner Hofkapelle unter der Direktion von Johann Adolf Hasse das erste Orchester in Europa geivesen sei, später als eines der ersten galt und noch immer diesen Ruf behauptet und 'namentlich im Ensemble 'keinem in der Welt weicht. AZ, 2.1.1828 (siehe auch D 15) M 5 Eine Beurtheilung der Instrumentisten als größtenteils der, in ihrer Gesammtheit schwerlich ir gendwo übertroffenen, königlichen Capelle, könnte da, wo sie aus eigenem Antriebe und folglich gewiß mit dem besten 'Willen spielten, für Insolenz gelten, und ist auf jeden Fall sehr überflüssig; wir bemer ken nur, daß bei diesem Concerte vor ändern Instrumenten die Bässe und Celli zu excelliren Veranlas sungfanden. DrMZ, 12.4.1828, über 30.3.1828 (Händel: Judas Macchabäus; Beethoven: 5. Sinfonie) 707 In der That besitzt Dresden gegenwärtig ein ausgezeichnetes Opernpersonal, Kräfte und Ta lente, wie sich die Berliner Bühne deren nicht zu erfreuen hat [ ...] und ein treffliches Or chester, geführt und geleitet, man darf es nennen begeistert, von dem europäisch 'berühmten Virtuosen Lipinski [...] ; neben ihm der gewandte, treffliche Geiger und tüchtige 'Virtuos Schu bert, [ ...] mit einem Worte ein Orchester, welches solche Männer an der Spitze des Ganzen und der einzelnen Instrumente seines Gleichen sucht, und nicht nur seinen alten, wohlerworbenen Ruhm täglich bewährt, sondern sich fortgesetzt durch die Lösung der schwierigsten Aufgaben zeitgemäßfortentwickel t. AMZ, Jg. 44, Nr. 46,1842 M 7 Die Kapelle unter der Leitung Reißiger's und Wagner's 'behauptet ihren alten 'bewährten Ruf. DAZL, 2.11.1843 (eine Opernkritik) M 8 Festgestellt wird, dass die Kapelle ihren alten, wohlverdienten R uf zu erhalten strebt, ob wohl ihr das jetzt bei dem sehr anstrengenden Dienste und ihrer geringen Besoldung schwer genug gemacht ist. DBbl, 1.2.1844 M 9 Von der Königlichen musikalischen Kapelle 'konnte -man im 'Voraus etwas Ausgezeichnetes erwarten. LpZ, 25.7.1844 über 22.7.1844 (Wagner: Faust-Ouvertüre; Mendelssohn: Walpurgisnacht; Beethoven: 6. Sinfonie) M IO In der Beethoven-Sinfonie bewährte unsere wackere Kapelle ihren alten Ruhm, obgleich sie nach der vorausgegangenen, langen Elias-Aufführung erschöpft gewesen sei, aber was möglich war, ward redlich geleistet. DMgbl, 22.4.1848, über 16.4.1848 (Beethoven: 8. Sinfonie; Mendelssohn: Elias) M 11 Unsere überall rühmlichst bekannte musikalische Hofkapelle feierte an diesem Tage ihr drei hundertjähriges Bestehen. NZfM, 3.10.1848, über 22.9.1848 M 12 [ ...] der instrumentale Theil der Kapelle [ ...] ist es, der die Ehre des ganzen Institutes getragen und der Nation Achtung vor ihm gesichert 'hat. Wagner 1907c, S. 251 M 6 708 Wenn die Königliche musikalische Kapelle spielt: das genügt unbedenklich, um eine treff liche Aufführung erwarten zu lassen. DrJ, 30.10.1850, über 28.10.1850 (Bach: Messe h-Moll) M 14 Die Kapelle spielte unter der Leitung von Carl August Krebs mit altbewährtem musikali schem Künstlertum. DrN, 31.1.1856, über 29.1.1856 M 15 Was nun die Ausführung jener neuen Kunstwerke betrifft, die wir in dem bevorstehenden Con certe hören werden, so würde man wohl 'kaum eine bessere finden können, als uns hier in Dres den geboten wird, wo der geniale Tonschöpfer selbst die Aufführung leitet, unterstützt von ei nem 'Vereine von Künstlern ersten Ranges, die in ihrer Gesammtheit jene Kapelle bilden, deren R uf ein so fest begründeter ist, dass zu ihrem Lobe Nichts mehr hinzuzufügen ist, was nicht schon 'hundertfach gesagt worden wäre. SCZ, 7.11.1857, über 7.11.1857 (Liszt: Prometheus und Dante-Sinfonie) M 16 Die Ausführung der Sinfonien von der Kapelle war außerordentlich vorzüglich, der 'Vortrag der hayden'schen bis zu specieller und zarter Feinheit an Ausdruck vollendet, und der von Beetho ven feurig kraftvoll, schwunghaft und begeistert. Wer's nicht weiß, der kann hier deutlich be greifen, wie zur Zeit nur noch die Kapelle das künstlerisch vollendete musikalische Element unserer Oper ist. DrTgbl, 14.2.1848, über 12.2.1848 M 17 Aus einem musikalischen Brief von Leipzig nach Dresden ging hervor, dass unser Or chester [gemeint ist das Gewandhausorchester] in der delicaten Begleitung des Gesangs noch immer viel zu wünschen übrig läßt. Solche Moderation aber lernt ein Orchester freilich nur da am leichtesten, wo es, wie bei Ihnen, viele große Sänger giebt, welche der Instrumenta list theils als Muster betrachten kann - denn den Gesang ahmen doch alle Instrumente gewis sermaßen -nach. AZ, 1.3.1817 M 18 Die königliche Kapelle sei der Stützpunkt der musikalischen Bildung in Dresden. [ ...] Zu ihrer jetzigen, nach aller Fremden Urtheile wurde sie durch Haße und Naumann gebracht; diesen Namen fügte der Autor aus jüngster Zeit noch den Webers hinzu. Schumann 1829, S. 69 M 19 [ ...] man kann kühn die hiesige Kapellmusik auffordern, sich mit jedem ändern Orchester in die Schranken zu stellen. AMZ, Jg. 33, Nr. 16, über 27.3.1831 (Beethoven: 4. Sinfonie) M 13 709 Das treffliche Orchester, mit den Intentionen Wagners vollkommen vertraut, vom Geiste der Kunstschöpfung völlig durchdrungen, legte auf's Neue den Beweis zu Tage, dass es nicht nur, wie längst anerkannt, im fein nüancirten Spiel wahrhaft Kunstwürdiges und Meisterhaftes leistet, sondern auch gerade im Symphonieensemble mit jedem ändern deutschen Orchester ru hig in die Schranken treten 'kann. NZfM, 15.4.1844, über 31.3.1844 (Beethoven: 6. Sinfonie) M 21 Du kannst lange warten, ehe sich eine Capelle wie die Dresdner findet, die, begeistert fü r den großen Beethoven und unter der Leitung eines Alles durchsetzenden Capellmeisters, diese mit solcher Weihe und Befähigung ausführt. SfdmW, 13.5.1846 als Vertraute Mitteilung des Cantors em. von Kuhschnappel an seinen Amtsbruder in Schlumpendorf, über 5.4.1846 (Beethoven: 9. Sinfonie) M 22 Bei einer solchen Vergleichung dürfte Berlin, was das Orchester betrifft, sehr im Nachtheile stehen, während die Soli im Requiem und in der Symphonie dort unvergleichlich besser gesun gen wurden. Zur neunten Symphonie schien es in Berlin an Proben gefehlt zu 'haben, während die Dresdner Kapelle, welche Wagner auswendig dirigierte, ohne nur einen Blick in die Partitur werfen zu dürfen, auch in technischer Hinsicht nach meiner Ansicht 'kaum etwas zu wünschen übrig ließ [ ...] Da die Dresdner Kapelle zu so ausgezeichneten Leistungen fähig ist, muß man es um so mehr bedauern, daß dieselbe sich so außerordentlich schont und so sehr selten in Con certen spielt. MfgL, 29.5.1847, über 28.3.1847 (Beethoven: 9. Sinfonie) M 23 [ ...] da sie [die Kapelle] auch heute noch, nach dem Urtheil aller Musiker, eine der ersten Stellen unter allen musikalischen Instituten einnimmt. SfdmW, 20.9.1848; LpZ, 21.9.1848, vor dem 22.9.1848 M 24 Der Eindruck der ganzen Aufführung wirkte großartig und es wehte jener Hauch über dieselbe, welchen die wahre und große Kunst begleitet, zum Entzücken der Menschen geschaffen und zur Begeisterung der Herzen. Unsere Kapelle beivies, welches große Kunstverständniß ihr in newohnt und daß sie des Rufes würdig ist, in der ersten Reihe derer zu sein, welche fü r dieses sonnige Reich zu wirken und zu schaffen 'berufen sind. AThChr, 4.10.1848, über 22.9.1848 (Jubiläumskonzert, Kompositionen Dresdner Hof kapellmeister) M 25 Es gibt keine deutsche Kapelle, welche mit so vielseitigem historischem Interesse derartiges Re pertoire aus den Compositionen ihrer Dirigenten aufstellen könnte wie die Dresdner. Sie ver körpere die innere technische und geistige Entwickelung der Tondichtkunst [ ...] von den M 20 710 ersten Anfängen der sächsischen Kapellsänger bis zu dem jetzigen glänzenden Zustande des Kapellorchesters. DrJ, 9.11.1851, über 7.11.1851 M 26 Das großartige Werk dürfte kaum an einem anderen Orte Deutschlands so vollendete Auffüh rungen finden, wie es deren in Dresden schon öfters gefunden 'hat. SCZ, 18.3.1856, über 16.3.1856 (Beethoven: 9. Sinfonie) M 2 7 Die Ausführung 'konnte wirklich vollkommen genannt werden. AMZ, Jg. 20, Nr. 45, über 23.9.1818 M 28 Das von der Königl. Kapelle mit gewohnter Trefflichkeit ausgeführte Concert leitete der Ka pellmeister Morlacchi. KZ, 1.10.1818, über 20.9.1818 M 29 Die Sinfonie wurde 'von unserer Kapelle 'herrlich gespielt. AMZ, Jg. 29, Nr. 14, über 4.1.1827 (Ries: Sinfonie D-Dur) M 30 Die Ausführung geschah mit all' der Exactheit und Präcision, die Jeder von unserer trefflichen Capelle erwarten durfte; auch das schwierigste Einfallen der Blasinstrumente ging meist mit erfreulicher Abrundung vorüber; ließen die Hörner vielleicht noch zu wünschen übrig, so intonirten sie doch unverkennbar sorgsamer, als tags zuvor bei der Generalprobe; das lange Pizzi cato der Geigen im 3ten Satze läßt sich bei starker Besetzung unmöglich mit größerer Präzi sion und Delicatesse geben, und meisterhaft erklangen die (meines Wissens 6) Bässe bei der Fughetta im 3ten Satze. DrMZ, 9.4.1828 über 30.3.1828 (Beethoven: 5. Sinfonie) M 31 entfallen M 32 Die Ausführung sämmtlicher Musikstücke war, wie sich erwarten ließ, vortrefflich. AMZ, Jg. 34, Nr. 19, über 15.4.1832 (Cherubini, Beethoven, Morlacchi, Naumann) M 33 Was nun die Ausführung aller dieser Sätze betrifft, so war sie meisterhaft zu nennen. AMZ, Jg. 33, Nr. 16, über 27.3.1831 (Mozart: Requiem; Beethoven: 4. Sinfonie; Haydn: aus Die Jahreszeiten) 711 In der Beethoven'sehen Symphonie ist es au f den Triumph der Instrumentalmusik abgesehen und das 'herrliche hiesige Orchester errang ihn vollständig. Ensembles und Soli's, Licht und Schatten, kurz Alles war meisterhaft zu nennen. AMZ, Jg. 33, Nr. 16, über 27.3.1831 (Beethoven: 4. Sinfonie) M 35 Das Orchester war ausgezeichnet; die stark besetzten Saiteninstrumente von herrlicher Wir kung. CStBZ, 17.4.1833, über 31.3.1833 (Bach: Matthäuspassion) M 36 Die Kapelle, früher an den Vortrag großer, selbständiger Instrumentalwerke nicht gewöhnt, trägt jetzt die genialen Werke Beethovens mit großer Energie vor. NZfM, 1835, S. 148 M 3 7 Indes trug auch die Kapelle dazu bei, daß der kühne Geist Beethovens in dem Maße verstanden wurde, wie er verstanden sein will; nur solches kräftiges Ineinandergreifen, solche exakten Ausführungen vermögen es, den nach allen erdenklichen Richtungen ausgesponnenen Gedan ken so vollständig und präzis wiederzugeben, wie es der Geist der Komponisten durchaus fo r dert. [ ...] Allerdings hängt das aber hauptsächlich vom Dirigenten ab [...], und hier müssen wir vor allem dem sehr verdienstvollen Kapellmeister Reissiger unseren aufrichtigen Dank zol len. AMZ, Jg. 41, Nr. 40,1839, über 17.9.1839 (Beethoven-Programm) M 38 Die Dresdner Kapelle, aus einigen hiesigen Musikchören verstärkt, war eine vorzügliche und sichere Stützefür die Aufführung am ersten Tage. DBbl, 27.7.1843, über 6.7.1843 (Allgemeines Männergesangfest) M 39 Die Aufführung des Oratoriums machte den mitwirkenden Kräften Ehre und wurde meisterhaft executirt. [ ...] Die Sinfonie war abergeiviß ein wahrer Ohrenschmauß. NZfM, 15.4.1844, über 31.3.1844 (Händel: Jephta,; Beethoven: 6. Sinfonie) M 40 Die Wiedergabe von Beethoven und Mendelssohn entzückte [...] durch herrliche Ausfüh rung. [ ...] Beethoven war ein großer, sehr schöner Genuß den Kunstfreunden. EU, 12.8.1844, über 22.7.1844 (Wagner: Faust-Ouvertüre; Mendelssohn: Walpurgisnacht; Beethoven: 6. Sinfonie) M 41 Die Aufführung war eine von Begeisterung getragene und durchweg gelungene. NZfM, 23.12.1844, über 7.11.1844 (Beethoven: Egmont-Musik) M 3 4 712 Es ist die Rede von der Großartigkeit dieser Aufführungen. LpZ, o.D., über 16.3.1845 (Haydn: Die Schöpfung; Beethoven: 5. Sinfonie) M 43 Die Ausführung war, wie es sich von der Dresdner Kapelle erwarten ließ, höchst gelungen und meisterhaft durchgeführt. DrC, 18.3.1845, gleicher Wortlaut in DrZ, 17.3.1845 über 16.3.1845 (s. M 42) M 44 Eine kleine Übereilung einer Violine in den Schlussakkorden des ersten Chores im dritten Theile ausgenommen, war die Aufführung von Seiten des Orchester's durchaus zu loben. NZfM, 19.3.1845, über 16.3.1845 (Haydn: Die Schöpfung) M 45 Beethovens 4. Sinfonie erklang in wahrhaft vollendeter Ausführung, Mendelssohns Lobge sang wurde sehr gut executirt. AMZ, 2.9.1846, über 25.2.1846 M 46 Die Leistungen unserer 'herrlichen Kapelle sind zu bewährt und 'bekannt, um 'noch einzeln dar au f einzugehen. DrC, 10.4.1846, über 5.4.1846 (Beethoven: 9. Sinfonie) M 47 Die Ausführung war in jeder Beziehung vollendet. LpZ, o.D., über 5.4.1846 (Beethoven: 9. Sinfonie) M 48 Der Symphonie sah man mit der gespanntesten Erwartung entgegen; schon vor der Auffüh rung hatten verschiedene Blätter sich bemüht, eine ungünstige Stimmung zu verbreiten, statt die Hintansetzung aller philisterhafter Vorurtheile, die sich durch diese Wahl kundtat, rühm lichst anzuerkennen. - Die Kapelle, durch einige Militärchöre verstärkt, leistete nach nur 6 Proben wirklich Erstaunliches; nur die Pauken verfehlten in der Aufführung einen Eintritt, was zum Glück keine nachtheiligen Folgen hatte, und im Recitativ der Bässe gingen diese einen Augenblick nicht ganz zusammen; das Tempo des Scherzos war außerdem fast zu feurig, woge gen der Marsch im Finale durch etwas schnellere Bewegung gewonnen haben würde. Übrigens wurden alle Schattirungen vollendet wiedergegeben, und der Eindruck bei dem Publicum war der günstigste, so daß dem Hern. Wagner, dem wir noch mehr äußere Ruhe wünschen, und das störende Markiren des Tactes mit den Füssen zu unterlassen rathen, die größte Anerkennung fü r die Einstudierung der Symphonie gebührt. NZfM, 17.5.1846, über 5.4.1846 (Beethoven: 9. Sinfonie) M 4 2 713 Die Aufführung der „Neunten", die von vielen als unausführbar 'bezeichnet werde, sei ein Verdienst Wagners, dessen warmem Eifer und tiefer Erkenntniß des wahrhaft Schönen das Publicum einen hohen 'herrlichen Genuß dankt. DAZL, 7.4.1846, über 5.4.1846 (Beethoven: 9. Sinfonie) M 50 Bei diesem Zusammenstreben ausgezeichneter Künstler im Einzelnen wie im Ganzen ist die Ausführung vollkommen gelungen. LpZ, 11.11.1846, über 7.11.1846 (Schneider: Das Weltgericht) M 51 Übrigens hat die Kapelle im Anschluss an das Konzert ein heiteres Abendfest für den Dirigenten und Komponisten Friedrich Schneider gegeben; davon hat das Comite [der Vorstand] aus mancherlei Rücksichten die Dresdner selbstständige, freisinnige und unparteii sche Kritik in der Aufforderung zur Theilnahme ausgeschlossen. ThZL, 30.12.1846; WaMZ, 9.1.1847, über 7.11.1846 (Schneider: Das Weltgericht) M 52 Die Aufführung war eine künstlerisch vollendete und tadellose. DrJ, 7.4.1847, über 28.3.1847 (Mozart: Requiem; Beethoven: 9. Sinfonie) M 53 Die Instrumentalmusik des reich besetzten Orchesters darf eine vollkommene genannt werden, ist dochfast jeder Einzelne Meister seines Faches. LpZ, 31.3.1847, über 28.3.1847 (Beethoven: 9. Sinfonie) M 54 Dirigent und Orchester lösten ihre höchst schwierigen Aufgaben auf das Glänzendste. Ersterer [Wagner] dirigirte mit Wärme und bezeugte, daß er das Werk vollkommen sein eigen zu ma chen verstanden hatte, das Orchester aber, Lipinski an der Spitze war ebenso gewaltig als lenk sam, verfehlte keinen der pikanten Einsätze und brachte die zahlreichen obligaten Partien der einzelnen Instrumente trefflich zu Tage. KZ, 8.4.1847, über 28.3.1847 (Beethoven: 9. Sinfonie) M 55 Das Mozart-Requiem [...] war in hohem Grade vollendet und zur reinen ungetrübten Hinge bung an einen vollkommenen und ergreifenden Kunstgenuß auffordernd. DrTgbl, 30.3.1847, über 28.3.1847 M 56 Die Ouvertüre wurde mit gewohnter Trefflichkeit gespielt. AZ, 8.7.1847, über 30.6.1847 (Spontini: Ouvertüre Nurmahal oder Weber: Ouvertüre Oberon) M 4 9 714 M 57 Die Wiedergabe war eine ganz treffliche. DMgbl, 24.1.1848, über 22.1.1848 (Beethoven: 3. Sinfonie) M 58 Die Ausführung der Sinfonie von der Kapelle war außerordentlich vorzüglich, der 'Vortrag der haydn'schen 'bis zu specieller und zarter Feinheit des Ausdrucks vollendet, und der von Beetho venfeurig kraftvoll, schwunghaft und begeistert. DrTgbl, 14.2.1848, über 12.2.1848 (Haydn: Sinfonie D-Dur; Beethoven: 7. Sinfonie) M 59 [ ...] die Ausführung der einzelnen Nummern [war] eine im Allgemeinen vortreffliche, die nir gend eine Rivalität zu scheuen 'braucht. Namentlich waren 'heute die Piano's, Pianissimo's und längeren Crescendo's im Orchester noch vorzüglicher gelungen als neulich. DMgbl, 14.2.1848, über 12.2.1848 (Haydn: Sinfonie D-Dur; Beethoven: 7. Sinfonie) M 60 Die Ausführung des Konzerts war vorzüglich, die Chöre sehr lobenswerth einstudiert - und hiermit sei der Kritik überhaupt genug gethan, die gern ein so harmonisch, rein und heiter ge stimmtes Fest unbeirrt verklingen lässt. DrJ, 25.9.1848, über 22.9.1848 (Jubiläumskonzert, Kompositionen Dresdner Hofkapell meister) M 61 Das historische Concert gehörte gewiß zu den höchst bemerkenswerthen Leistungen. [ ...] Alle Werke waren interessant, fast alle [wurden] äußerst beifällig aufgenommen. LpZ, 29.9.1848, über 22.9.1848 (Jubiläumskonzert, Kompositionen Dresdner Hofka pellmeister) M 62 Die vorzügliche Execution der Blasinstrumente in jenem genialen Satze ist besonders 'hervor zuheben. DrJ, 30.10.1848, über 28.10.1848 (Haydn: Militärsinfonie - Allegretto) M 63 Die Ausführung von Alexanderfest und Beethoven's Eroica war unter Reißiger's Leitung im Ganzen sehr lobenswerth und sogar bewunderungswürdig, wenn man bedenken will, daß die Capelle an diesem Tage durch zwei Proben und durch Kirchenmusik seit Morgens 9 Uhr fast ohne Unterbrechung unter Waffen war. [ ...] Außerordentlich gelang der 2. Satz der Sinfonie. DrJ, 10.11.1848, über 7.11.1848 M 64 Die Ausführung unter Reißiger's Direction ließ nichts zu wünschen übrig. NZfM, 12.2.1849, summarisch über die Abonnementskonzerte der Saison 1848/1849 715 M 65 Die Sinfonien erklangen in vollendeter Ausführung unter Reissiger's Leitung. NZfM, 21.6.1849, über 21.2.1849 (Mozart: Sinfonie g-Moll; Beethoven: 8. Sinfonie) M 66 Der Kapelle musste man einen aufrichtigen Dank aussprechenfür den hohen Genuß. DrJ, 30.10.1850, über 28.10.1850 (Bach: Messe h-Moll) M 67 Die Sinfonie erlebte eine sehr gelungene Ausführung, Mendelssohn wurde trefflich musi ziert und war eine würdige Nachfeier seines Todestages. DrJ, 9.11.1850, über 7.11.1850 (Gade: Sinfonie c-Moll; Mendelssohn: aus Athalia) M 68 In der Aufführung von Bachs h-Moll-Messe befriedigten die Solisten nicht, dagegen wur den die Instrumentalsoli sehr gut executirt, selbst die fabelhaften Trompetenpassagen gelangen so ziemlich. NZfM, 13.12.1850, über 28.10.1850 M 69 Unsere wackere Kapelle 'hat damit wiederum den Musikfreunden einen reichen Genuß bereitet. DrJ, 15.4.1851, über 13.4.1851 (Beethoven: 3. Sinfonie) M 70 Die Kritik fällt das summarische Urtheil, daß es durchgängig sehr befriedigend und lobenswerth und in einzelnen Nummern ganz vorzüglich war. DrJ, 9.11.1851, über 7.11.1851 (Kompositionen Dresdner Hofkapellmeister) M 71 Die Sinfonie wurde von der Königl. Capelle mit gewohntem Verständniß und Virtuosität ausgeführt. SCZ, 6.4.1852, über 4.4.1852 (Beethoven: 5. Sinfonie) M 72 Die Sinfonie wurde mit 'bekannter künstlerischer 'Vollendung vorgetragen. SCZ, 2.9.1852, über 31.8.1852 (Beethoven: 6. oder 8. Sinfonie) M 73 Daß die D-Dur-Sinfonie Mozart's vortrefflich executirt wurde, 'bedarf kaum der Erwähnung. DrJ, 10.11.1852, über 8.11.1852 M 74 Die Kompositionen wurden von den trefflichen Künstlern mit seltener Vollendung ausge führt, und man brachte die verschiedenen Charaktere der drei großen Instrumentalwerke mit der größten 'Vollkommenheit zur Anschauung. SCZ, 11.2.1853, über 9.2.1853 (Haydn, Lotti, Bach, Mozart, Nicolai, Beethoven) 716 M 75 Die Aufführung beider Werke war in hohem Grade gelungen und einen vollen und ergrei fenden Kunstgenuß gewährend. Die Leistung des Orchester's, namentlich noch in Bezug auf die Sinfonie, der Chöre 'bei dem schwierigen Finale verdient unbeschränktes Lob. DrJ, 22.3.1853, über 20.3.1853 (Mozart: Requiem; Beethoven: 9. Sinfonie) M 76 Die Aufführung war eine sehr gelungene. SCZ, 22.3.1853, über 20.3.1853 (Mozart: Requiem) M 77 Die Ausführung des interessanten und in einigen Sätzen meisterhaften Werkes war sehr lobenswerth. Bach spielte die Kapelle mit gewohnter Meisterschaft. DrJ, 31.8.1853, über 29.8.1853 (Mendelssohn: Lobgesang; Bach: Streichersuite) M 78 Die Ausführung war lobenswerth. DrJ, 9.11.1853, über 7.11.1853 (Spindler, Meyerbeer, Mendelssohn, Schumann) M 79 Die Ausführung war meisterhaft gelungen und der Eindruck dieser Sinfonie [Haydn] war der musikalisch nachhaltigste des Concerts. DrJ, 3.3.1854, über 1.3.1854 (Reißiger, Rossini, Beethoven, Haydn) M 80 Die Production der außergewöhnlich schwierigen Musik seitens der Kapelle war im höchsten Grade lobenswerth. DrJ, 24.4.1854, über 22.4.1854 (Berlioz: Fausts 'Verdammung) M 81 Die Solisten [ ...] sowohl, als der Theaterchor und die Kön. Kapelle, 'hatten die enormen Schwie rigkeiten des Werkes mit Meisterschaft überwunden und gaben, unter des Componisten ener gisch-fester Leitung eine in jeder Beziehung höchst gelungene, den Intentionen der Musik ent sprechende Aufführung. SCZ, 16.4.1854, über 22.4.1854 (Berlioz: Fausts Verdammung) M 82 Der Rezensent erweist sich als glühender Wagner- und Berlioz-Verehrer. Er merkte an, dass die Dresdner Konzerte von Berlioz im Jahre 1843 erfolglos gewesen seien, die Aufführung der Symphonie fantastique unter Krebs 1851 höchst schaudervoll in Erinne rung bliebe, das Dresdner Publikum mit Berlioz nichts anzufangen gewusst und ihn sogar mit Beriot verwechselt habe. Schon nach der ersten Probe war die Kapelle wie umgewandelt. E i n Gefühl der Bewunderung und der lebhaftesten Sympathie ergriff Alle und steigerte die künstlerischen Leistungen zu ei ner 'Vollkommenheit und einem begeisterten Feuer, welche die bewundernswertesten Resultate erzielte. 717 Die Dresdner Kapelle spielte unter Berlioz' Direction mit einem Wort v o l l e n d e t . Ich habe sie seit Wagner n i e so in unbeschränktem Maße bewundern können [ ...] D i e D r e s d n e r K a p e l l e h a t t e u n t e r B e r l i o z s i c h w i e d e r g e f u n d e n , sie hatte sich erhoben wie ein Mann, sie zeigte sich wieder einmal in ihrer wahren Größe und Kraft. [ ...] B e r l i o z und die K a p e l l e gehörten zusammen, sie würden vereint das Größte leisten und ein Muster fü r ganz Europa sein 'können. Trotz nur dreier Proben für Fausts Verdammnis [...] war die Execution großartig. Ich dächte, das wäre wohl eine Feuerprobe für die 'Vortrefflichkeit des Orchesters! Die Ouvertüre zum Cellini wurde mit hinreißendem Feuer und staunenswerter Präcision, ganz mit dem Schwung und dem Humor wiedergegeben, welche der Componist mit Meisterschaft hin eingezeichnet hat. Die Fear-Ouvertüre sei prima vista gespielt worden. Die Instrumentalsätze aus Romeo und Julia erzielten in ihrer 'Virtuosität der Ausführung eine überwältigende Wirkung. Das waren Feistungen der Kapelle, denen selbst der schärfste und erbittertste Gegner nichts hätte von ihrem Ruhme nehmen können. Jemand habe gesagt, die Kapelle habe unter Berlioz viel besser gespielt als unter ihren ei genen Dirigenten. Am Ende des dritten Konzerts hätten die Konzertmeister Karl Lipinski und Franz Schu bert dem Dirigenten einen Lorbeerkranz überreicht. Das Homquartett habe Berlioz vor dem Hotel ein Ständchen gebracht, für das KM Hein rich Hübler ein Arrangement vom Abschiedsgesang der Hirten aus Die Flucht nach Ägyp ten vorbereitet hatte. NZfM, 14.7.1854 (Berlioz: April/Mai 1854 in Dresden) M 83 Die Aufführung von Sinfonie und Oratorium war eine höchst vortreffliche, allerdings schie nen die vorhandenen Mittel im Gegensatz zu früher in den Rezitativen nicht voll ausge schöpft. DrJ, 3.4.1855, über 1.4.1855 (Beethoven: 4. Sinfonie; Händel: Samson) M 84 Die Suite erlebte eine musterhafte Aufführung unter Reißigers Leitung. Die Fodoiska-Ouvertüre wurde in wahrhaft vollendeter Ausführung geboten. NZfM, 14.12.1855, über 7.11.1855 (Bach: Streichersuite; Cherubini: Ouvertüre Fodoiska) M 85 Die Aufführung war im Ganzen vortrefflich, und den vereinten Kräften angemessen. Die Fieblichkeit und Anmuth der 'beiden Fheile aus Haydn's unsterblicher Schöpfung erfreute solchergestalt eben so sehr, als der gygantische über die Grenzen des Irdischen hinausragende Bau der Beethoven'schen Symphonie das Gemüth erhob. NZfM, 28.3.1856, über 16.3.1856 (Haydn: aus Die Jahreszeiten; Beethoven: 9. Sinfonie) M 86 Man erlebte eine vorzügliche Feistung der königl. Kapelle und hatte einen würdigen Genuß. DrJ, 4.9.1856, über 2.9.1856 (Spontini, Haydn, F. A. Kummer, Mabellini, Beethoven) 718 M 87 Die Aufführung war "hoch vollendet, die Kapelle absolvierte ihren Part mit Meisterschaft. SCZ, 17.10.1856, über 14.10.1856 (Mendelssohn: Elias) M 88 Glanzpunkt des Konzerts war die Bach-Suite, in der die Instrumental-Musik einen seltenen Triumphfeierte. DrN, 8.11.1856, über 7.11.1856 (Bach: Streichersuite) M 89 Aufgeführt wurde eine Bach-Suite, welche man immer wieder gern hört, namentlich in so selten schöner, wahrhaft plastischer Weise. NZfM, 19.12.1856, über 7.11.1856 (Bach: Streichersuite) M 90 Die Ausführung war eine höchst meisterhafte. NZfM, 17.4.1857, über 25.2.1857 (Beethoven: Prometheus) M 91 Die hiesigen Vocalkräfte [ ...] leisteten im Verein mit den herrlichen Instrumentalkräften ganz Vorzügliches. Die Aufführung der Sinfonie fordert ganz besondere Anerkennung, so überaus vollendet wurde sie gespielt. NZfM, 22.5.1857, über 5.4.1857 (Händel: Der Messias; Beethoven: 8. Sinfonie) M 92 Der Totaleindruck ist ein mächtiger, großartiger durch eine getreue musikalische Wiedergabe. [ ...] Die Leistungen der Kapelle selbst muß man vorzüglich nennen, wenn auch Einzelheiten noch präciser "hätten executirt werden 'können. DrN, 9.11.1857, über 7.11.1857 (Liszt: Prometheus und Dante-Sinfonie) M 93 Die Aufführung war eine vorzügliche. Solisten, Chor und die königl. Kapelle lösten ihre schwierigen Aufgaben vortrefflich. SCZ, 10.11.1857, über 7.11.1857 (Liszt: Prometheus und Dante-Sinfonie) M 94 Die Ausführung beider Werke Seitens der Kapelle unter Direction von F. Liszt war eine vor zügliche. Man muß die gewagten Schwierigkeiten fü r die einzelnen Instrumente, namentlich auch fü r die Violinen und die unerhörten Disharmonien der Zusammenklänge, die häufig wechselnden Tactarten und complicirte Rhythmik einigermaßen kennen, um eine solche, mit regem Eifer hergestellte Production dieser Tondichtungen nach nur wenigen Proben vollkom men zu würdigen. Namentlich verdienen auch die beiden Herren Concertmeister Lipinski und Schubert fü r ihre umsichtige Sorgfalt und Führung besonderen Dank. DrJ, 10.11.1857, über 7.11.1857 (Liszt: Prometheus und Dante-Sinfonie) 719 Vorerst müssen wir mit großem Lobe der Hofkapelle, bekanntlich eine der ausgezeichnetsten überhaupt, gedenken. Die Streicherbesetzung hätte stärker sein mögen, man mußte aber zugeben, daß die Leistungen der vorhandenen Mitwirkenden b r i l l a n t zu nennen waren. Das Blech war mächtig, aber nicht roh, das Holz von wunderbarem Wohlklang und großer Feinheit in Solostellen, das Streichquartett, unter Lipinski's Führung, ein würdiger Interpret seiner äußerst schwierigen Aufgabe, und selbst die Pauken und andere Schlaginstrumente wa ren künstlerischen Händen anvertraut. Liszt selbst war sehr befriedigt von den Aufführungen und das Lob der hiesigen Capelle aus seinem Munde ein mit bester Überzeugung gegebenes und wohlverdientes. Die Leistungen von Chor und Kapelle seien derart gewesen, dass sie von Begeisterung fü r den großen Meister lebhaftes Zeugniß ablegten. NZfM, 20.11.1857, über 7.11.1857 (Liszt: Prometheus und Dante-Sinfonie) M 96 Und unsere Capelle? M it Liebe und Hingebung hat sie sich der Riesenaufgabe unterzogen. Die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit ist nicht in den Horizont getreten. NZfM, 27.11.1857, über 7.11.1857 (Liszt: Prometheus und Dante-Sinfonie) M 97 Es bot die Mitwirkung der königl. Capelle eine ausgezeichnete 'Vertretung des Instrumentalen. NZfM, 10.9.1858, über 30.1.1858 (Bach: Weihnachtsoratorium) M 98 Nach der Dresdner Erstaufführung von Bachs Weihnachtsoratorium wurde die Leistung der Kapelle als ganz vorzüglich bewertet. SCZ, 2.2.1858, über 30.1.1858 M 99 Die Ausführung sämmtlicher Werke war, wie sich von selbst versteht, eine höchst vorzügliche. SCZ, 19.2.1858, über 17.2.1858 (Schumann: 1. Sinfonie, Mendelssohn: aus Loreley; Beet hoven: Prometheus) M 100 Die Aufführung muss man als eine vorzugsweise sorgfältig vorbereitete und gelungene be zeichnen. Herr Hofcapell-M. Reissiger vollzog einen schönen Act der Pietät. NZfM, 10.9.1858, über 17.2.1858 (Schumann: 1. Sinfonie, Mendelssohn: aus Loreley; Beethoven: Prometheus) M 101 Wenn man erwägt, daß ein Theater gewiß nicht geeignet ist, um die Stimmung zu erhöhen, welche wir fü r den Genuß einer geistlichen Musik von Bach voraussetzen möchten, so ist es fü r das Publicum wie fü r die executiven Kräfte ein sehr ehrendes Zeugniß, daß der Eindruck ein überaus erhebender war. NZfM, 24.9.1858, über 28.3.1858 (Bach: Weihnachtsoratorium) M 9 5 720 Die Aufführung des Spohr-Werkes zeigte, daß man mit nicht geringer Vorliebe ans Werk gegangen ist. NZfM, 12.3.1839, über 13.2.1839 (Spohr: Notturno für Bläser) M 103 Es ließe sich nichts Besseres sagen, als daß sie [die Kapelle] mit innigster Sorgsamkeit, mit höchster Begeisterung eine in allen Theilen würdige und gelungene Darstellung zu erzielen strebte - und wenn unsere Capelle will, so erreicht sie auch ihr Ziel. NZfM, 8.3.1845 (Weber: Oberon in der Oper) M 104 Die Ausführung muss eine von Begeisterung getragene, sehr gelungene genannt werden. DBbl, 13.2.1845, über 5.2.1845 (Mendelssohn: Hebriden-Ouvertüre) M 105 Die reichen Kräfte unserer Kapelle wie aller anderen Mitwirkenden bei der ausgezeichneten Musikaufführung waren von einer edeln Begeisterung bewegt und gehoben, und die Ausfüh rung, welcher ein ungemessener Beifall wurde, darf als eine vollgenügende und vollendete be zeichnet werden. DAZL, 7.4.1846, über 5.4.1846 (Beethoven: 9. Sinfonie) M 106 Der Rezensent dankte fü r den Fleiß, die Liebe und die Sorgfalt bei Studium und Auffüh rung. AZ, 16.4.1846, über 5.4.1846 (Beethoven: 9. Sinfonie) M 107 Der musikalische Kern des Abends war die Es-Dur-Sinfonie von Mozart unter Reißiger's Di rektion, belebt und feurig von der Kapelle ausgeführt. DrJ, 30.10.1846, über 28.10.1846 M 108 Ein besonderer musikalischer Genuß [ ...] war Cherubini's Lodoiska-Ouvertüre, von der Kapelle unter Reissiger's Direktion mit Feuer und großer Klarheit des 'Vortrags ausgeführt. DrJ, 27.11.1846; DrTgbl, 27.11.1846, über 25.11.1846 M 109 Beethovens köstliche Symphonie wurde in würdigster Ausführung und enthusiastischer Aufnahme erlebt. Es ist wirklich eine Freude, ein ächter Kunstgenuß, diese Symphonien von unserer Kapelle ausführen zu hören. Man fühlt es, die werden mit geistigem Verständniß, mit poetischer Auffassung, mit wahrer Begeisterung vorgetragen. DMgbl, 14.2.1848, über 12.2.1848 (Beethoven: 7. Sinfonie) M 102 721 Das gestrige Abonnement-Concert hat geiviß jeden Zuhörer erhoben, und die ausführenden Künstler bedürfen keines Lobes, denn so wie die beiden Beethovenschen Simphonien wiederge geben wurden, spielt man nur Gott und der Kunst zu Ehren, im heiligen Feuer der Begeiste rung, die jede selbstsüchtige Eitelkeit erstickt und den Genius klar und rein zurückspiegelt, wie ihn die Seele empfangen hat. Wir aber rufen dennoch: Dank, ihr wahren Künstler! und hoch lebe Euer trefflicher Capellmeister.*) DrA, 18.12.1848, über 16.12.1848 (Beethoven: 2. und 8. Sinfonie) *) Reißiger M 111 Die Ouvertüre wurde unter Reißigers sicherer und energischer Leitung mit Lust und Liebe von unserer wackern Kapelle executirt und von reichem Beifalle belohnt. DrJ, 18.1.1851, über 16.1.1851 (Reißiger: Adele deFoix) M 112 Webers Euryanthe-Ouvertüre wurde in hoher Vollendung und mit Begeisterung von der Ka pelle executirt und mit gleich begeisterungsvoller Empfänglichkeit vom Publicum aufgenom men. DrJ, 9.11.1851, über 7.11.1851 M 113 Die Euryanthe-Ouvertüre erklang in der größten 'Vollendung. SCZ, 9.11.1851, über 7.11.1851 M 114 Die Ouvertüre bot ein Beispiel jenes schwunghaften, künstlerisch animierten Spiels der Ka pelle, welches Präcision mit einer freien Bewegung und begeistigtem Ausdrucke einigt: Eigen schaften, die früher ein hoher und steter Vorzug unserer Kapelle waren, jetzt aber mehr und mehr seltener 'hervortreten. DrJ, 19.11.1851, über 17.11.1851 (Reißiger: Der Schiffbruch derM edusa) M 115 Die Sinfonie ward ebenso wie die Suite von Bach von der Königl. Meisterschaft und mit wahrer Begeisterung unter der vortrefflichen meisters Krebs aufgeführt. SCZ, 10.11.1852, über 8.11.1852 (Mozart: Sinfonie D-Dur; Bach: M 116 Beethovens 9. Sinfonie wurde mit wahrer Begeisterung und in jeder Beziehung vollendet aufgeführt. SCZ, 22.3.1853, über 20.3.1853 M 110 Capelle mit der bekannten Leitung des Herrn Capell- Streichersuite) 722 Die Ausführung der Werke [ ...] war auch diesmal von allen Betheiligten höchst gelungen; alle waren sichtlich von dem lebhaftesten Interesse fü r die neuen Tonwerke erfüllt und führten sie mit wahrer Begeisterung aus, besonders muß 'hier der wahrhaft glänzenden Leistungen der Kö nigl. Kapelle gedacht werden, welche ihre so große und überaus schwierige Aufgabe mit wahr hafter Vollendung und Meisterschaft löste. SCZ, 2.5.1854, über 29.4.1854 (Berlioz: Cameval, Romeo und Julia, Die Flucht nach Ägypten) M 118 Die Sinfonie wurde mit Schwung und Begeisterung trefflich aufgeführt. SCZ, 5.4.1855, über 1.4.1855 (Beethoven: 4. Sinfonie) M 119 Es genügt nicht zu sagen, daß die gestrige Ausführung der symphonistischen Werke eine in höchstem Grade vorzügliche gewesen, daß der Vortrag der Es-Dur-Symphonie (Nr. 4) Haydn's bis zu speziellstem, zartestem und begeistigstem Colorit des Ausdrucks vollendet, der der A- Dur-Symphonie Beethoven's feurig kraftvoll, meisterhaft in den Tonschattierungen schwung voll begeistert war. Die Ausführung [ ...] erhob sich oft ins Ideale, sie reiht sich den außeror dentlichen Leistungen der Kapelle an. DrJ, 23.2.1855, über 21.2.1855 (Haydn: Sinfonie Es-Dur; Beethoven: 7. Sinfonie) M 120 Hervorgehoben wurden die wahrhaft glänzenden und von innerer Begeisterung zeugenden Leistungen der Capelle. SCZ, 18.3.1856, über 16.3.1856 (Haydn: aus Die Jahreszeiten; Beethoven: 9. Sinfonie) M 121 Nicht die Leistungen einzelner, sondern nur eine Seele belebte das unübertreffliche, wahr haft königliche Orchester. NZfM, 6.12.1836 (über eine Aufführung von Wilhelm Teil in der Oper) M 122 Die besten Directoren [gemeint sind Kapellmeister] suchten immer die Persönlichkeit mög lichst wenig auffallend zu machen, wendeten dem Publikum nie den Rücken zu, stampften nicht laut mit dem Fuße, unterließen vielmehr Dinge, die bei den Proben nützlich sein mögen, im Concert selbst, wo besonders der Fremde leicht argwöhnen könnte, er 'habe ein unzuverlässi ges Corps vor sich; der hiesigen Capelle aber geschähe damit schreiendes Unrecht, da noch im mer ihr Zusammenspiel (ich hörte gestern erst wieder ein gütiges Urtheil von einem vielge reisten Musikfreunde) fü r ganz Europa als Muster gelten darf. NZfM, 16.4.1841, über 4.4.1841 (Mozart: Requiem; Beethoven: Christus am Ölberg und 3. Sinfonie) M 117 723 Gelobt wird die Aufführung von Jephta, dessen unverjährbare Kraft und Würde durch das meisterhafte Zusammenwirken der Königl. Kapelle mit unseren Gesangvirtuosen in der höchs ten 'Vollkommenheit 'hervortrat. MfgL, 8.5.1844, über 31.3.1844 M 124 Die Aufführung gehört zu den gelungensten, die wir je gehört, in Präcision des Ensembles wie in Auffassung und feiner Nuancierung. NZfM, 19.3.1845, über 16.3.1845 (Beethoven: 5. Sinfonie) M 125 Und während die üblichen Hochs an rechter Stelle gebracht sind, sei hier der Kapelle selbst in corpere ein eigenes Hoch! vermerkt, aus dem guten Grunde, weil sie vortrefflich spielt, und sich in den letzten Jahren vorzugsweise, trotz vermehrter lastträgerischer Mühen und ohne magne tische Impulse der Taktstöcke, einen künstlerischen, achtungswerthen e s p r i t d u c o r p s herausgebildet hat. DrJ, 25.9.1848, über 22.9.1848 (Jubiläumskonzert, Kompositionen von Dresdner Hofka pellmeistern) M 126 Die Ausführung sämtlicher drei Werke war eine vorzügliche, bewundernswerth das schöne Zusammenspiel des Orchesters. DrJ, 4.4.1849, über 1.4.1849 (Mozart: Davidde penitente; Beethoven: Die Weihe des Hauses und 9. Sinfonie) M 127 Die Ausführung des im Zusammenspiel so äußerst schwierigen und fremdartigen Werks [...] ist dankbar anzuerkennen. SCZ, 7.3.1851, über 5.3.1851 (Berlioz: Symphonie fantastique) M 128 Die Aufführung der größeren Instrumentalsätze [ ...] unter Herrn Kapellmeister R e i s s i g e r ' s Leitung war den vortrefflichen Kräften unserer Kapelle entsprechend und in jeder Hin sicht als eine höchst gelungene zu bezeichnen, ganz besonders wurde aber der Schlußsatz der Sinfonie mit allgemeiner Begeisterung und künstlerischem Feuer ausgeführt, was von dem ziemlich zahlreichen Publikum verdiente Anerkennung fand. SCZ, 28.8.1851, über 26.8.1851 (Weber: Ouvertüre Oberon; Mendelssohn: Violinkonzert; Beethoven: 4. Sinfonie) M 129 Gelobt werden Präcision und einiges Zusammenspiel, feines musikalisches Gefühl der Auffas sung mit gleichgestimmter Hingebung der Ausführenden. DrJ, 11.2.1853, über 9.2.1853 (Haydn, Lotti, Bach, Mozart, Nicolai, Beethoven) M 123 724 Es muss sich auf ein großes Orchester ein einiger guter Geist der Inspiration senken, über den nicht an jedem Tage zu gebieten ist. DrJ, 23.2.1855, über 21.2.1855 (Haydn, Mozart, Cherubini, Verdi, Beethoven) M 131 Die Vollendung und Delicatesse des Ausdrucks, die Präcision des Zusammenspiels bis in die feinsten Details ließen Nichts zu wünschen übrig. DrJ, 27.2.1857, über 25.2.1857 (Gluck, Reißiger, Beethoven, Krebs, Bellini, Beethoven) M 132 Nur sehr ausgezeichnete künstlerische Kräfte machen ein so gerundetes Zusammenwirken möglich. DrJ, 7.4.1857, über 5.4.1857 (Händel: Messias; Beethoven: 8. Sinfonie) M 133 Es wurde berichtet, dass am 9. d. M. Beethoven's B-Dur-Sinfonie unter Direction des Herrn Capellmeisters Reissiger von der Capelle ausgezeichnet präcis ausgeführt wurde. AMZ, 30.8.1843, über 9.8.1843 M 134 Die Ausführung war Seitens der Kapelle und der Chöre sauber und tüchtig. DBbl, 25.7.1844, über 22.7.1844 (Mendelssohn: Walpurgisnacht) M 135 Die Aufführung ließ an Kraft und Zartheit, Schmelz und Präcision nichts zu wünschen üb rig. LpZ, 25.7.1844, über 22.7.1844 (Beethoven: 6. Sinfonie) M 136 Es erklang die Pastorale, [ ...] welche fü r diese Räume völlig neu war, und durch die Gewalt der Massen wie durch die 'Virtuosität des Einzelnen ihr vollständiges Recht erhielt. LpZ, 3.4.1844, über 31.3.1844 M 137 Die Sinfonie war zu hören in einer Ausführung, wie sie der Virtuosität unserer Kapelle zur größten Ehre gereicht. DBbl, 13.2.1845, über 5.2.1845 (Beethoven: 7. Sinfonie) M 138 Die Aufführung von Beethovens 5. Sinfonie gehört zu den gelungensten, die wir je gehört, in Präcision des Ensembles wie in Auffassung und feiner Nuancierung. Die Interpretation der Schöpfung war ebenso durchaus gelungen, klar, kräftig und frisch traten die Chöre der Schöpfung und die gesammte Instrumentalpartie des Oratoriums, von Wagner dirigirt, hervor. NZfM, 19.3.1845, über 16.3.1845 M 130 725 Beschrieben wurde eine Aufführung von Beethovens 5. Sinfonie, die in ihrer meisterhaf ten Execution durch die königl. Capelle besonders in dem tiefsinnigen Adagio und dem mit dem heiteren Scherzo sich verbindenden großartigen Triumphmarsch die ergreifendste Wirkung hervorbrachte. LpZ, über 16.3.1845 M 140 Die Kapelle, durch einige Militärchöre verstärkt, leistete nach nur 6 Proben wirklich Erstaunli ches und meisterte alle Schattierungen vollendet. NZfM, 17.5.1846, über 5.4.1846 (Beethoven: 9. Sinfonie) M 141 Die Ausführung des Orchester's, die Präcision, das Ensemble, die durchbildete Nüancierung desselben, noch mit besonderem Bezug au f die Sinfonie, wo die Wirkung eine selbständige ist, verdient unbeschränktes Lob. Die Leistung des Quartetts an Gleichheit des Striches, Tonschön heit und Feinheit des Ausdrucks war außerordentlich. DrTgbl, 30.3.1847, über 28.3.1847 (Mozart: Requiem; Beethoven: 9. Sinfonie) M 142 Es war die Leistung des Orchester's an Sicherheit und Freiheit des Spiels und Schönheit des Ausdrucks vollendet zu nennen. Dass Solisten und Chöre nicht dieses Niveau aufwiesen, sei eine Folge der geringen Achtung, welche der Intendant seiner persönlichen Fähigkeiten zu folge überhaupt der Concertmusik zukommen lässt. SfdmW, 7.4.1847, über 28.3.1847 (Mozart: Requiem; Beethoven: 9. Sinfonie) M 143 Die Sinfonie wurde sauber und nuancirt sowie Piano's und Crescendo's meisterhaft vorge tragen; außerdem stellte man die Klarheit des 'Vortrags heraus. DMgbl, 24.1.1848, über 22.1.1848 (Mozart: Sinfonie D-Dur) M 144 Die Sinfonie wurde mit Präcision, Kraft und Farbgebung gespielt, wie wir sie von unserer Kapelle nicht anders erwarten 'konnten. LpZ, 26.1.1848, über 22.1.1848 (Mozart: Sinfonie D-Dur) M 145 Der Vortrag der Sinfonien war präzis, schwunghaft, voll Wohlklang, klar in der Form und ausdrucksvoll nuanciert. Der musikalische Genuss gehörte zu den seltenen und dankens w ertesten . DrTgbl, 24.1.1848, über 22.1.1848 (Mozart: Sinfonie D-Dur; Beethoven: 3. Sinfonie) M 139 726 Die Sinfonie wurde mit außerordentlicher Präcision und verstandenem, 'klarem und beseeltem Vortrage von unserer Capelle - unter sicherer Leitung des Capellmeisters Reißiger - ausge führt. DrJ, 30.10.1848, über 28.10.1848 (Beethoven: 4. Sinfonie) M 147 Das Orchester bot eine ausgezeichnet gelungene Ausführung; [ ...] Die modulatorisch schwierigen Passagen wurden sehr 'klar und exact ausgeführt. DrJ, 23.2.1849, über 21.2.1849 (Mozart: Sinfonie g-Moll) M 148 Das Orchester spielte mit gewohnter Präcision und Bravour, die Aufführung war in höchstem Grade vollendet. DrJ, 27.3.1850, über 24.3.1850 (Haydn: aus Die Schöpfung; Mendelssohn: Hebriden-Ouvertüre; Scarlatti: Antifon; Beethoven: 7. Sinfonie) M 149 Die Sinfonie gelang so sauber, fein nuancirt und charakteristisch in den einzelnen Sätzen, so einheitlich, correct und aus e i n e m Gusse, daß wir uns nicht entsinnen, sie besser, wahrer und begeisterter im Ausdrucke vorgetragen gehört zu 'haben. DrJ, 7.3.1851, über 5.3.1851 (Haydn: Sinfonie B-Dur) M 150 Die Sinfonie wurde schwungvoll mit festem Ausdruck gespielt. SCZ, 7.3.1851, über 5.3.1851 (Haydn: Sinfonie B-Dur) M 151 Chor und Orchester waren, wie wir das gewohnt sind, fest und sicher, kräftig und gut schat tiert. Und dennoch hat das Werk vielseitig ermüdet, geschuldet den zu breiten und zu ge dehnten Tempi Reißigers. DrJ, 15.4.1851, über 13.3.1851 (Händel: Das Alexanderfest) M 152 Die Execution der Kapelle [ ...] war meisterlich vollendet in Präcision undfein nuancirtem 'Vor trage, der feurigen Erhebung der Ideen nachgebend und doch gehalten und ohne Unruhe im Ausdruck. DrJ, 6.4.1852, über 4.4.1852 (Beethoven: 7. Sinfonie) M 153 Die Werke offenbarten die 'harmonische Füllkraft der Kapelle in trefflicher Weise. DrJ, 2.3.1853, über 28.2.1853 (Reißiger, Uhlig, Beethoven) M 146 727 M 154 Es bot dieses Concert die außerordentlichsten musikalischen Genüsse, sowohl durch die Wahl der Musikstücke, als durch die Vollendung der Ausführung, besonders seitens der Kapelle un ter der Direction des Herrn Kapellmeister's Reißiger. Präcision und einiges Zusammenspiel, feines musikalisches Gefühl der Auffassung mit gleichgestimmter Hingebung der Ausführen den, Feuer und freier Schwung des 'Vortrags, mit Maßhaltung und Beherrschung der zartesten Nuancen verbunden, brachten die drei Tonwerke von Haydn, S. Bach und Beethoven zur schönsten Tongestaltung; und zu der herrlichen Totalwirkung dieser Vorzüge fügt sich noch als ein besonders fesselnder und seltener der große Tonwohlklang, der mit so edler harmoni scher Kraft, Klarheit und Fülle in der Gesammtheit als mit virtuosem Reiz im einzelnen unse rer Kapelle eigen ist. DrJ, 11.2.1853, über 9.2.1853 (Haydn, Lotti, Bach, Mozart, Nicolai, Beethoven) M 155 Mozarts g-Moll-Sinfonie, die noch mehr im Quartettstyle verharrt, als in die große sinfonistische Gestaltung übergeht, erklang in einer höchst exacten, fein nuancirten Ausführung. Uber Beethovens c-Moll-Sinfonie: Die leitende Auffassung dieses Werkes, die Führung des Quar tetts, die virtuose Ausführung der Blasinstrumente, die stützende Tonfülle der sieben Contra bässe - Alles vereinigte sich, um diese Production in meisterhafter Technik, in geistiger Durch dringung zu einer durchaus vollendeten, in ihrer Wirkung poetisch erhabenen zu machen, begeisterndfür die Hörer und hochehrendfür die Kapelle. DrJ, 11.4.1854, über 9.4.1854 M 156 Eine musikalisch geistvolle, von der königl. Kapelle mit künstlerischem Verständniß und in nerstem heben wiedergegebene Auffassung einigte sich mit Präcision und Schwung der Tech nik und feiner Nuancierung zu einer schönen, vollendeten Reproduction. Die wunderbar geni ale Poesie des dithyrambischen zweiten und zauberhaft innigen, tonschwelgenden dritten Sat zes 'kamen fast meisterhaft zur Wirkung. DrJ, 18.3.1856, über 16.3.1856 (Beethoven: 9. Sinfonie) M 157 Bei der Kapelle muß mit Bewunderung die Feinheit, Präcision und Vollendung des 'Vortrags anerkannt werden, namentlich da das Concert in eine Zeit fiel, wo vielfacher Dienst leicht 'hätte eine Ermattung voraussetzen lassen und einer genügenden Vorbereitung des Concerts entge genstand. DrJ, 9.11.1856, über 7.11.1856 M 158 Man kann der gesamten Kapelle nur das höchste Fob fü r die ausgezeichnete Ausführung dieser Musik zollen. Die Vollendung und Delicatesse des Ausdrucks, die Präcision des Zusammen spiels bis in die feinsten Details ließen Nichts zu wünschen übrig; die Solisten - deren zahlrei che Namen ich nicht anführe - spielten meisterhaft, und es gab dies Werk recht eigentlich Gele genheit, die reichen, virtuosen Kräfte des Orchester's zu 'bewundern. DrJ, 27.2.1857, über 25.2.1857 (Beethoven: Prometheus) 728 Die Aufführung war als eine vorzüglich gelungene zu bezeichnen; wobei besonders auch der wundervollen fein nüancierten Ausführung des Pastorales durch die königl. Capelle gedacht werden muß. DrN oder DrJ oder SCZ, 7.4.1857, über 5.4.1857 (Händel: Messias) M 160 Die Aufführung war eine höchst gelungene und zeichnete sich, wie bei einer 'Vereinigung so tüchtiger Kräfte nicht anders zu erwarten, durch Präcision, künstlerische Auffassung und poe tischen Schwung aus. SCZ, 30.3.1858, über 28.3.1858 (Beethoven: 9. Sinfonie) M 161 Die Aufführung lässt sich nur in den Ausdrücken der vollkommenen Anerkennung schil dern. Das Orchester vor allem war bewundernswürdig und brachte sowohl die rhythmischen Verschlingungen des Bach'schen Werkes wie die feinsten Schattierungen der Symphonie zur vollkommenen Geltung. Die reiche Streicherbesetzung mit 26 Violinen und 6 Kontrabäs sen ergab eine 'herrliche Fülle der Klangwirkung. DrN, 30.3.1858, über 28.3.1858 (Bach: 'Weihnachtsoratorium, Beethoven: 9. Sinfonie) M 162 Der Solist musizierte mit Hilfe der vorzüglichen Unterstützung unserer Kapelle. DrJ, 17.8.1853, über 15.8.1853 (Henselt) M 163 Die Kapelle wird als Begleitorchester gelobt. SCZ, 8.12.1854, über 16.12.1854 (Henselt) M 165 Es dürfte wohl 'kaum in Deutschland ein zweites Theaterchor geben, von welchem man so 'Vor treffliches auch in Gesangsstücken, die außer seinem gewöhnlichen "Wirkungskreis liegen, hören kann. SCZ, 10.12.1852, über 8.11.1852 (Schröter, Lassus, Gabrieli, Beethoven) M 166 Die Kapelle und der Chor sind jetzt die Hauptstützen unserer Oper. DrJ, 19.11.1852 M 167 Wenn beide Institute, welche unter derselben 'Verwaltung vereinigt sind, miteinander vergli chen werden, wenn untersucht wird, welches von ihnen, die musikalische Kapelle oder das Hof theater, der Erreichung einer wirklichen Vollkommenheit fähig sei, sowohl in der Organisation als in den darin bedingten künstlerischen Leistungen, so wird mit größter Bestimmtheit diese Fähigkeit nur der Königlichen Kapelle zugesprochen werden müssen. Wagner 1910, S. 341 M 159 729

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Der Sächsischen Staatskapelle Dresden wird als Opern- wie als Konzertorchester hohe internationale Anerkennung gezollt. Während die 1548 gegründete kurfürstliche Hofkapelle schon seit dem 17. Jahrhundert der Bühne verpflichtet war, bildete sie als Königliche musikalische Kapelle ihre Qualitäten auf dem Konzertpodium in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kontinuierlich und in erstaunlichem Umfang aus – eine Entwicklung, die bisher weitgehend unerforscht geblieben ist. Die vorliegende Dokumentation gibt, vorwiegend anhand von Presse- und Archivmaterial, einen Überblick über Daten, Programme, Interpreten, Konzertformen, Säle, Veranstalter, interne und äußere Vorgänge, künstlerische Leistungen und Bedingungen, kritische Wertungen und Publikumsresonanz in den Jahren zwischen 1817 und 1858, als die Kapellmeister Morlacchi, Weber, Wagner und Reißiger an der Spitze des Orchesters standen. Eine vorangestellte Studie weist auf die Tradition der Kapelle und das institutionelle und künstlerische Gefüge hin, in dem sich ihre Konzertaktivitäten vollzogen.