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Zum Geleit in:

Eberhard Steindorf

Die Konzerttätigkeit der Königlichen muskialischen Kapelle zu Dresden (1817-1858), page 13 - 14

Institutionsgeschichtliche Studie und Dokumentation

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4155-0, ISBN online: 978-3-8288-7015-4, https://doi.org/10.5771/9783828870154-13

Series: Dresdner Schriften zur Musik, vol. 11

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Zum Geleit Dieses Buch ist eine Goldgrube für alle Verehrer der Staatskapelle! Und nicht nur für Musiker und Musikwissenschaftler, sondern für jeden Liebhaber des Orchesters - und diese gibt es wie Sand am Meer. Oft machen wir uns ja außerhalb der Heimat gar keine Vorstellung, welch unglaublichen Ruf die Kapelle international genießt. Dafür zwei Beispiele: Vor wenigen Jahren war ich in der neuen Philharmonie in Pa ris. Nach dem Konzert kam ein greiser Musikkritiker zu mir und gab mir drei Pro grammhefte für Kapellkonzerte in Paris im Januar 1981, die er sorgfältig aufbewahrt hatte. Er schwärmte noch mehr als 35 Jahre danach von dem herrlichen Orchester nach seiner Meinung das beste der Welt. Ein anderes Beispiel: Bei der Rückreise von Dresden nach Stockholm wartete ich im Flughafen Berlin auf meine Maschine. Eine Jugendgruppe aus Japan erschien im War teraum. Sie hatte Dresden besucht, Kapellkonzerte gehört und den Wiederaufbau der Semperoper beobachtet - es war 1985. In der nächsten Sekunde fielen sie über mich her und wollten Autogramme. Der Wortführer hielt triumphierend einen Bau-Stein hoch in der Hand, tanzte wild damit herum und rief laut: „Semperoper! Staatskapelle!" Liebe Leserinnen und Leser! Sie halten jetzt einen anderen Stein in der Hand: Schwerwiegende knapp 1000 Seiten voll Erinnerungen an über 450 Konzerte der „Königlichen musikalischen Kapelle" zu Dresden aus den Jahren 1817 bis 1858. Es war eine fantastische Zeit mit funkelnden Namen wie Weber und Wagner als Kapellmeister, mit hervorragenden Instrumentalisten an den ersten Pulten, vor allem aber getragen von meistens anonymen Musikern, die ihre Hörer damals nicht weniger begeistert haben, als es die Künstler von heute tun. Wenn wir die Programme, zeitgenössischen Berichte und Archivalien betrachten, die hier mit enormem Fleiß zusammengetragen worden sind, können wir uns mit et was Fantasie vorstellen, wie es geklungen und was man dabei gedacht und empfun den hat. Und Fantasie hat jeder Musikliebhaber. Ohne Fantasie keine Musik. Aber mit der Musik gedeiht die Fantasie, und wir wachsen zu richtigen Menschen. Zwischen den Zeilen dieses Buches liegt vielleicht dessen größter potentieller Wert: Eine ganze, heute fast vergessene Kultur erscheint vor unseren Augen und Ohren und inspiriert uns, mit frischen Kräften anzupacken, weiter zu bauen, das Wahre und Schöne neu zu gestalten. Von Herzen großen Dank, lieber Herr Dr. Steindorf! Herbert Blomstedt Herbert Blomstedt 1975-1985 Chefdirigent, jahrzehntelang regelmäßiger Gast, 2016 Ehrendirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden 13 14

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Zusammenfassung

Der Sächsischen Staatskapelle Dresden wird als Opern- wie als Konzertorchester hohe internationale Anerkennung gezollt. Während die 1548 gegründete kurfürstliche Hofkapelle schon seit dem 17. Jahrhundert der Bühne verpflichtet war, bildete sie als Königliche musikalische Kapelle ihre Qualitäten auf dem Konzertpodium in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kontinuierlich und in erstaunlichem Umfang aus – eine Entwicklung, die bisher weitgehend unerforscht geblieben ist. Die vorliegende Dokumentation gibt, vorwiegend anhand von Presse- und Archivmaterial, einen Überblick über Daten, Programme, Interpreten, Konzertformen, Säle, Veranstalter, interne und äußere Vorgänge, künstlerische Leistungen und Bedingungen, kritische Wertungen und Publikumsresonanz in den Jahren zwischen 1817 und 1858, als die Kapellmeister Morlacchi, Weber, Wagner und Reißiger an der Spitze des Orchesters standen. Eine vorangestellte Studie weist auf die Tradition der Kapelle und das institutionelle und künstlerische Gefüge hin, in dem sich ihre Konzertaktivitäten vollzogen.