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Clemens Recker

Der deutsche Glücksspielmarkt, page 1 - 8

Staatliche Regulierung im Spannungsfeld zwischen wohlwollender Konsumbeschränkung und individueller Handlungsfreiheit

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4146-8, ISBN online: 978-3-8288-7000-0, https://doi.org/10.5771/9783828870000-1

Series: Wirtschaftspolitische Forschungsarbeiten der Universität zu Köln, vol. 60

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Wirtschaftspolitische Forschungsarbeiten der Universität zu Köln Wirtschaftspolitische Forschungsarbeiten der Universität zu Köln Band 60 Der deutsche Glücksspielmarkt Staatliche Regulierung im Spannungsfeld zwischen wohlwollender Konsumbeschränkung und individueller Handlungsfreiheit von Clemens Recker Herausgegeben von Dr. Steffen J. Roth Tectum Verlag In der Schriftenreihe Wirtschaftspolitische Forschungsarbeiten des Tectum Verlags erscheinen herausragende Forschungsarbeiten aus dem Umfeld der Universität zu Köln. Herausgegeben wird die Reihe von Dr. Steffen J. Roth. Clemens Recker Der deutsche Glücksspielmarkt. Staatliche Regulierung im Spannungsfeld zwischen wohlwollender Konsumbeschränkung und individueller Handlungsfreiheit © Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2018 E-ISBN: 978-3-8288-7000-0 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Werk unter der ISBN 978-3-8288-4146-8 im Tectum Verlag erschienen.) ISSN: 1867-7738 Alle Rechte vorbehalten Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. 5 Inhaltsverzeichnis 1 Fragestellung ..................................................................... 9 2 Methodische Vorüberlegungen zum Aufbau .......... 13 2.1 Eigenschaften der Glücksspielsucht und Verbreitung in Deutschland ................................................................................... 14 2.2 Abgrenzung von meritorisch motivierten Markteingriffen und Korrekturen in Folge eines Marktversagens .................... 15 3 Staatliche Markteingriffe zum Schutz der Bürger vor ihrem eigenen Konsumverhalten ........................ 17 3.1 Vertragstheoretische Überlegungen auf Grundlage einer normativ individualistischen Grundposition .......................... 17 3.2 Der konstitutionenökonomische Ansatz zur Legitimation von Handlungsbeschränkungen ohne zwischenmenschliche Interaktion .............................................. 21 3.2.1 Vorüberlegungen zur Modellierung einer Abweichung zwischen individuellen Zielen und tatsächlichen Handlungen ................................ 24 3.2.2 Unterschiedliche Präferenzordnungen und zeitinkonsistentes Verhalten ..................................... 25 3.2.3 Empirische Befunde zu zeitinkonsistentem Verhalten im Zusammenhang mit der Glücksspielsucht ......................................................... 27 3.2.4 Hypothetische Zustimmungen auf konstitutioneller Ebene ............................................. 30 3.3 Zwischenfazit I: Die Vorteilhaftigkeit von generellen Konsumverboten zum Selbstschutz lässt sich konstitutionenökonomisch nicht herleiten ............................... 34 4 Staatliche Markteingriffe zur Korrektur von Marktversagen auf Glücksspielmärkten .................. 41 4.1 Externe Effekte auf Glücksspielmärkten .................................. 41 4.1.1 Externe Effekte durch Überschuldungskosten ...... 42 6 4.1.2 Kosten der Spielsucht für das Mindestsicherungssystem ........................................ 43 4.1.3 Kosten der Spielsucht für das Gesundheitssystem .................................................... 43 4.1.4 Der Einfluss unterschiedlicher Spielformen auf die Entstehung einer Glücksspielsucht und daraus resultierender externer Kosten.................... 46 4.1.5 Externe Effekte durch Geldwäsche auf dem Glücksspielmarkt ....................................................... 48 4.2 Informationsasymmetrien auf Glücksspielmärkten ............... 49 4.3 Natürliche Monopole ................................................................... 51 4.4 Zwischenfazit II: Die Regulierung von Glücksspielmärkten bietet das Potential für allokative Verbesserungen ............................................................................ 54 5 Die Ordnung des deutschen Glücksspielmarkts .... 57 5.1 Die aktuelle Angebotsstruktur auf dem deutschen Glücksspielmarkt .......................................................................... 57 5.2 Leitgedanken für eine sachgerechte Regulierung ................... 59 5.3 Der andauernde Reformprozess des deutschen Glücksspielmarktes – Analyse und Empfehlungen ................ 61 5.3.1 Status Quo: Verbot von internetbasierten Casinospielen und Poker .......................................... 65 5.3.2 Alternative Regulierung: Legalisierung von Onlineangeboten ........................................................ 68 5.3.3 Status Quo: Verbot von Live-Wetten und Versuch der mengenmäßigen Beschränkung privater Sportwettanbieter ........................................ 72 5.3.4 Alternative Regulierung: Keine mengenmäßige Beschränkung für private Sportwettanbieter und Freigabe von Live-Wetten................................. 75 5.3.5 Status Quo: Staatliches Lottomonopol .................... 77 5.3.6 Alternative Regulierung: Privatwirtschaftliche Organisation des Lottoangebots .............................. 78 7 5.3.7 Status Quo: Glücksspielbesteuerung auf Grundlage der Spieleinsätze .................................... 80 5.3.8 Alternative Regulierung: Abgabe auf den Bruttospielertrag ......................................................... 82 5.4 Ausblick ......................................................................................... 85 6 Schlussbetrachtung........................................................ 87 7 Literaturverzeichnis ....................................................... 89

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Zusammenfassung

Gut gemeinte Konsumverbote sind ein kontroverses Thema. Wohl die wenigsten Menschen wünschen Anderen etwas Schlechtes, und so liegt der Impuls nahe, sein Gegenüber vor „falschen“ Entscheidungen bewahren zu wollen. Auch im Fall des Glücksspiels versucht der Gesetzgeber die Bevölkerung mit Verboten vor einer Suchterkrankung zu schützen. Die Verbote populärer Spielformen haben bisher allerdings dazu geführt, dass immer mehr Konsumenten auf Plattformen ohne wirksame Schutzmechanismen ausweichen. Neben Problemen bei der praktischen Umsetzung ist es auch aus theoretischer Perspektive nicht einfach, gut gemeinte Verbote systematisch zu begründen. Die Ansätze scheitern regelmäßig daran, dass es – zumindest nach ökonomischem Verständnis – keinen Maßstab für „falsche“ Konsumentscheidungen gibt, solange nicht unbeteiligte Dritte Leidtragende dieser Entscheidungen sind. Innerhalb des ökonomischen Analysegerüsts erscheint es logisch kaum möglich, die tatsächliche Vorteilhaftigkeit von gut gemeinten Verboten herzuleiten, auch wenn für einige Konsumenten eine langfristige Besserstellung durch Beschränkungen durchaus denkbar ist. Daraus folgt jedoch keine gleichgültige Haltung gegenüber den Suchtgefahren. Vielmehr werden unter Bezugnahme auf den andauernden Reformprozess der Glücksspielregulierung alternative Ansätze besprochen, die zur Suchtprävention einen möglichst wirksamen Mechanismus zur freiwilligen Begrenzung der Spieleinsätze vorsehen.