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Die Logik der Logik in:

Günter Alexander

Das Wesen der Begriffe, page 7 - 7

Eine Studie zu G.W.F. Hegels "Wissenschaft der Logik"

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4128-4, ISBN online: 978-3-8288-6969-1, https://doi.org/10.5771/9783828869691-7

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Die Logik der Logik Einleitung Unter einen allgemeinen Begriff der Logik fällt die Untersuchung der Regeln und Gesetze des Denkens. Das Denken ist eine menschliche Eigen schaft, die der Orientierung des Handelns in einer Umgebung dient, die von natürlichen und gesellschaftlichen Verhältnissen vorgängig geprägt ist. Kontextnah dient das Denken dazu, Wahlmöglichkeiten aufzuzeigen und Entscheidungen zu finden, um angemessen in gegebenen Situationen zu agieren oder auf gegebene Situationen zu reagieren. Kontextfem eignet es sich gemäß dem Wahren, Schönen und Guten für die Suche nach wissen schaftlicher Erkenntnis, der kontemplativen Beschäftigung mit den zweck freien Gegenständen der Kunst und der Wahl und Wertung von Handlun gen in einer von Recht und sittlicher Praxis ausgelegten Welt. Das Denken bedient sich der Sprache. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckte Gottlob Frege bei seiner Arbeit zu den Grundlagen der Arithmetik logische Unzulänglichkei ten der Alltagssprache. Damit begann die Sprache von der logischen Ana lytik und der Konstruktion von Idealsprachen aus über die Untersuchung der Umgangssprache unter dem Einfluß des amerikanischen Pragmatismus zu einem zentralen Thema der Kulturwissenschaften zu werden.1 Wenn Denken, Handeln und Sprechen in gesellschaftliche Strukturen eng verwo ben sind, stellt sich auch der philosophischen Wissenschaft die Frage nach den Ursprüngen menschlicher Gemeinschaften. Jeder Akteur in diesem Universum, ein Stein, eine Pflanze, ein Tier oder ein Mensch muß sich mit den Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen, an dem Ort, an dem er sich befindet, ein Bild von seiner Umgebung machen. Dieses Bild umfaßt in kosmologischem Ausmaß alle Rahmen- und Rand bedingungen, vom Licht weit entfernter Galaxien bis hin zu intimsten De tails des physischen und physiologischen Nahbereichs. Auf diese Deutung des Geschehens in seiner Umgebung reagiert jeder Akteur auf seine Weise und stellt damit sein Umfeld vor die Aufgabe, seinerseits das Verhalten des Akteurs zu interpretieren. Jeder Akteur steht damit in einem Dialog, der immer erst geschlossen ist, wenn zwei Instanzen einen eigenständigen B ei 1 s. [Dummett (1988)] Gute Übersicht in [Glock (2008)]. Und [Habermas (1984)]

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Zusammenfassung

G.W.F. Hegels „Wissenschaft der Logik“ ist einer der schwierigsten Texte der philosophischen Literatur. Mit seiner Interpretation der dialektischen Methode hat Günter Alexander den Schlüssel für den Zugang zu Hegels Hauptwerk gefunden. Da die Methode konsequent unterhalb des sprachlichen Zugriffs arbeitet, leistet die Studie zum Werk Hegels auch eine Kritik sprachanalytischer und kommunikationstheoretischer Ansätze in der gegenwärtigen kulturwissenschaftlichen Forschung. Menschen irren, wenn sie glauben, daß sie denken, wenn sie sprechen. Zuweilen hat man Hegels Logik auch als Ethik gelesen. Daher lag es nahe, eine Anwendung auf das Thema selbst zu versuchen. Günter Alexander zeigt in dem Aufsatz „Grundlagen der Ethik“, daß eine Selbstgesetzgebung (Kant) und Rechtfertigungsrituale wie z. B. in der Diskursethik (Habermas) überflüssig sind. Die Weltformel aller Ethik lautet: „Unser Interesse an tugendhaftem Handeln liegt auf der gleichen Ebene wie unser Interesse am Gelingen einer Handlung.“ Mit seinen „Spekulationen zur Kosmologie“ wendet Günter Alexander die dialektische Methode auf einige philosophische Probleme der Physik an. Den Abschluß bildet ein kleines „Märchen vom Gelde“, in dem die Ursachen für die gute und die schlechte Inflation gefunden werden.