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Autorinnen und Autoren in:

Carina Angelina, Stefan Piasecki, Christiane Schurian-Bremecker (Ed.)

Prostitution heute, page 219 - 224

Befunde und Perspektiven aus Gesellschaftswissenschaften und Sozialer Arbeit

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4106-2, ISBN online: 978-3-8288-6966-0, https://doi.org/10.5771/9783828869660-219

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
219 Autorinnen und Autoren Carina Angelina Carina Angelina, geboren 1992 in München, ist Sozialarbeiterin (B.A.) in der Kinder- und Jugendhilfe. Ihre Bachelor-Thesis verfasste sie zum Thema „Erklärungsansätze für die Motive und Ursachen der Ausübung der Prostitution und sozialarbeiterische Perspektive im Umgang mit Prostituierten“. Sie ist Gründerin, Vorstandsvorsitzende und Bildungsreferentin von lightup Germany e. V. einer menschenrechtsbasierten Jugendarbeit bestehend aus jungen Menschen die Gleichaltrige für die Thematik Menschenhandel und die Umstände in der Prostitution in Deutschland sensibilisieren und zum kritischen Nachdenken anregen wollen. Mit Vorträgen, Info-Ständen, kreativen Projekten und lokalen Teams schafft die Jugendbewegung ein Bewusstsein für die Missstände und motiviert Andere wiederum aktiv zu werden. 2014 wurde sie mit dem Jugendpreis für engagierte Querdenker ausgezeichnet und mit lightup Germany e. V. (ehemals Freethem Deutschland e. V.) 2015 für den Deutschen Engagementpreis nominiert. www.lightup-movement.de Anna Ciecior (KARO e. V.) Anna Ciecior wurde 1987 in Dresden geboren. Sie absolvierte ein Studium der Sozialen Arbeit an der evangelischen Hochschule Dresden sowie eine Weiterbildung in der „Systemischen Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung“ (DEGPT/BAG). Seit 2011 ist sie ehrenamtliche und seit 2013 angestellte Mitarbeiterin bei Karo e. V. Seit 2017 bildet sie sich im Master Studium der Klinischen Sozialarbeit an der Hochschule Coburg und an der Alice-Solomon-Hochschule in Berlin weiter. www.karo-ev.de Deborah da Silva Deborah da Silva schloss ein Studium der Sozialen Arbeit und Religionsund Gemeindepädagogik (BA) ab und befasste sich in ihrer Bachelor-Thesis mit dem Thema sozialarbeiterische Perspektiven im Umgang mit von Gewalt betroffenen Frauen in der Prostitution. Seit 2014 ist sie Aktivistin bei lightup Germany e. V. – einer Jugendbewegung, die junge Men- 220 Angelina, Piasecki, Schurian-Bremecker (Hg.) : Prostitution heute schen über Menschenhandel informiert und für die Situation in der Prostitution sensibilisiert. Sie ist Sozialarbeiterin in einem Gesundheitsamt in Baden-Württemberg und in der gesundheitlichen Beratung nach dem Prostituiertenschutzgesetz tätig. Meghan Donevan (Talita e. V.) Meghan Donevan is a support worker and project manager at Talita. Talita is a NGO offering acute help and long-term support to women who have been exploited in prostitution, pornography or human trafficking for sexual purposes. Talita runs exit programs in Sweden and Mongolia, which consist of safe housing, trauma therapy, education, planning for the future, and reintegration into society. We take a holistic and longterm approach, tailored to each woman’s situation and specific needs. Our mission is to combat the sex trade in all forms by offering our target group the possibility of experiencing inner healing and a transformed life. As a support worker, Meghan is experienced in needs assessments, assisting clients in facing and resolving challenges in their everyday lives, facilitating a client’s integration into society, and providing clients both practical and emotional support. Meghan holds a master’s in Economics and Political Science, and has conducted a variety of research projects in the areas of prostitution, sex trafficking and pornography in Sweden, Canada, and Romania. Her study with Dr. Magdalena Mattebo on the effects of pornography consumption among male youths in Sweden was recently published in the Journal of Sexual and Reproductive Medicine. www.talita.se Elvira Niesner (FIM e. V.) Elvira Niesner, geboren 1961, ist Diplom-Soziologin. Sie ist seit 2001 Geschäftsführerin von FIM – Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. in Frankfurt am Main, eines Beratungs- und Informationszentrums für Migrantinnen und ihre Familien in prekären Lebenslagen sowie hessische Koordinierungsstelle in der Arbeit gegen Menschenhandel. Zuvor war sie sozialwissenschaftliche Mitarbeiterin am Frankfurter Institut für Frauenforschung (FIF) mit den Schwerpunkten Heiratsmigration, Frauenhandel und Zwangsprostitution. Zu ihren Veröffentlichungen gehören u.  a. „Frauenhandel in Europa. Strafverfolgung und Opferschutz im europäischen Vergleich“ (gemeinsam mit C. Jones-Pauly), 2001 und ein „Ein Traum vom besseren Leben. Migrantinnenerfahrungen, soziale Unter- 221 Autorinnen und Autoren stützung und neue Strategien gegen Frauenhandel“ (gemeinsam mit E. Anonuevo, M. Aparicio, P. Sonsiengchai-Fenzl), 1997. E. Niesner war Mitbegründerin der Arbeitsgemeinschaft gegen internationale sexuelle und rassistische Ausbeutung (agisra) in Frankfurt/Main im Jahr 1986 und ist Mitautorin der ersten umfassenden Studie zu Frauenhandel und Prostitutionstourismus in Deutschland (Eine Bestandsaufnahme, Hrsg. agisra, 1990). www.fim-frauenrecht.de Stefan Piasecki, Prof. Dr. rer. pol. habil. Stefan Piasecki ist Professor für Soziologie und Politikwissenschaften an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung des Landes NRW. Er habilitierte an der Universität Kassel in Religionspädagogik mit einer explorativen Studie zur Religion in Computer- und Videospielen (2015). In seiner Dissertation an der Universität Duisburg-Essen befasste er sich mit der öffentlichen Rezeption des Karikaturenstreits in Deutschland und den Reaktionen islamischer Gesellschaften (2008). Er ist Jugendmedienschutzprüfer bei der FSK (Wiesbaden), publiziert zu gesellschaftlichen und medienpolitischen Themen und ist hier zudem als Vortragender national und international tätig. Encarni Ramirez Vega (FIM e. V.) Encarni Ramirez Vega, 1976 geboren, ist Diplom-Pädagogin. Während des Studiums der Erziehungswissenschaften in Frankfurt am Main kam Encarni Ramirez Vega das erste Mal mit dem Thema Prostitution in Berührung. Seit 2014 arbeitet sie bei FIM – Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. Als Streetworkerin für lateinamerikanische Frauen war sie jahrelang in den Frankfurter Laufhäusern unterwegs. Sie kennt die Prostitutionsszene daher sehr gut und hat die Veränderungen des letzten Jahrzehnts in Richtung Armutsprostitution selbst miterlebt. Heute ist sie Fachbereichsleiterin für die Psychosoziale Beratung und Expertin zu Hintergründen und Bedingungen in der (Armuts-)Prostitution. www.fim-frauenrecht.de Cathrin Schauer-Kelpin (KARO e. V.) Cathrin Schauer-Kelpin ist Geschäftsführerin von KARO e. V. sowie Vorstandsmitglied bei der Europäischen Bewegung Deutschland und bei ECPAT Deutschland e. V. Unter anderem wurde sie mit dem Preis „Frau- 222 Angelina, Piasecki, Schurian-Bremecker (Hg.) : Prostitution heute en Europas – Deutschland“ ausgezeichnet. Sie ist nominiert für den Friedensnobelpreis und den „Deutschen Engagement Preis“. Zahlreiche ihrer Publikationen über die Arbeit von KARO e. V. sowie die Problemfelder Menschenhandel, Zwangsprostitution und sexuelle Ausbeutung von Kindern wurden bereits veröffentlicht. KARO e. V. wurde 2004 in Plauen gegründet und engagiert sich für Opfer von Gewalt und sexueller Ausbeutung und Streetwork in deutsch-tschechischen Grenzregionen. Betroffenen werden Unterstützung, Beratung und Ausstiegshilfen angeboten sowie kostenlos Präventionsmaterialien verteilt. Bei akuten Notfällen leisten Streetworker Krisenintervention, vermitteln Frauen in Einrichtungen oder bringen sie in unser Schutzhaus (für bis zu 25 Kinder, Jugendliche und Frauen). www.karo-ev.de Manuela Schon Manuela Schon wurde 1982 in Wittlich geboren. Sie studierte Soziologie und Ethnologie in Mainz. Von 2008–2016 engagierte sie sich in der ehrenamtlichen Beratung im Bereich SGB II und SGB XII (u. a. im Bereich Prostitution rumänischer und bulgarischer Migrantinnen). Sie ist Mitbegründerin von Abolition 2014 und Linke für eine Welt ohne Prostitution sowie Aktivistin bei der Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt. Lisa Schreiter Lisa Schreiter wurde 1994 in Roth geboren. Sie absolvierte ein Studium der Sozialen Arbeit (B.A.) in Regensburg. Ihre Bachelor-Thesis trägt den Titel „Zur vorgeblich freiwilligen Prostitution von Frauen in Deutschland. Ausgewählte Aspekte der Problematik unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen an die Soziale Arbeit“. Christiane Schurian-Bremecker, Prof. Dr. phil. habil. Christiane Schurian-Bremecker ist Professorin für Methoden Sozialer Arbeit an der CVJM-Hochschule Kassel und Privatdozentin mit der Nomination „Ethnizität und familiale Sozialisation” an der Universität Kassel. Ihre Habilitationsschrift befasst sich mit „Kindlichen Einschlafritualen im Kontext sozialer und kultureller Heterogenität“. Ihre Promotion hat sie im Fach Europäische Ethnologie geschrieben. Sie befasst sich mit dem deutschen Tourismus in Kenia unter besonderer Berücksichtigung 223 Autorinnen und Autoren des Sextourismus an der ostafrikanischen Küstenregion. Christiane Schurian-Bremecker widmet sich in ihren Forschungen besonders den Bereichen Kindheit, Familie und Rituale. Ihre Veröffentlichungen beschäftigen sich mit gesellschaftlichen und anthropologischen/ethnologischen Themengebieten und schlagen von dort aus einen Bogen zur Sozialen Arbeit. Soni Unterreithmeier (SOLWODI Deutschland e. V.) Soni Unterreithmeier Jahrgang 1949. Ihr Studium beendete sie 1976 als Dipl. Sozialpädagogin an der Stiftungsfachhochschule München. Anschließend arbeitete sie zwei Jahre als Beraterin an der Erziehungs- und Familienberatungsstelle Bad Tölz. Nach einer Erziehungspause war sie neun Jahre lang als Dozentin an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Augsburg tätig, machte eine Ausbildung als NLP-Lehrtrainerin und Psychotherapeutin (HPG) und bot in der Erwachsenenbildung an unterschiedlichen Ein richtungen diverse Kurse an. 2002 gründete sie die SOLWODI-Fachberatungsstelle in Augsburg und leitet sie seitdem. www.solwodi.de

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Zusammenfassung

Ebenso skandalisiert wie verharmlost ist die Praxis gewerblichen Geschlechtsverkehrs immer wieder Gegenstand kontroverser gesellschaftlicher Debatten. Undeutlich bleibt dabei oft, was genau gemeint ist und über wen gesprochen wird. Die rechtliche Lage, die sozioökonomische Position, die Profiteure und die Benachteiligten eines sich ständig verändernden Milieus müssen nämlich ebenso berücksichtigt werden wie die Orte von Prostitution und das Geschlecht der Betroffenen. Dieser Sammelband möchte gegenwärtige Strömungen und Auffassungen sichtbar machen, Ursachen und Motive von Prostitution argumentativ aufbereiten, die Nachfrageseite und ihre Rolle im Prostitutionssystem beleuchten, den Einfluss medialer Sujets nachzeichnen und auch die Probleme benennen, die im Rahmen der Feldforschung entstehen. Zudem stellt der Band wichtige Beratungs- und Ausstiegsangebote vor, die insbesondere in Deutschland und Schweden verfolgt werden. Neben sozialwissenschaftlichen Blickwinkeln und sozialarbeiterischen Interventionsmöglichkeiten bei von Gewalt betroffenen Menschen in der Prostitution stehen vor allem Betroffene mit ihren Erfahrungen im Mittelpunkt. Stimmen aus der Praxis der Sozialen Arbeit prägen den abschließenden Schwerpunkt des Buches und berichten von den Erfahrungen aus der täglichen und praktischen Arbeit im Milieu.