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Achim Hofer, Musik in Gärten – Gärten in der Musik. Versuch über „Gartenmusik“ in:

Lothar Bluhm, Markus Schiefer Ferrari, Christoph Zuschlag (Ed.)

"Ich wandle unter Blumen / Und blühe selber mit", page 119 - 148

Zur Kultur- und Sozialgeschichte des Gartens

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4086-7, ISBN online: 978-3-8288-6951-6, https://doi.org/10.5771/9783828869516-119

Series: LBKS - Landauer Beiträge zur Kultur- und Sozialgeschichte, vol. 1

Tectum, Baden-Baden
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119 Musik in Gärten – Gärten in der Musik Versuch über „Gartenmusik“1 Achim Hofer 1. Einleitung Leopold Mozart, Vater des berühmteren Wolfgang Amadé, schrieb 1764 in einem Reisebrief nach Salzburg: Stellen sie sich einen ungemein grossen Garten vor, der alle Arten von Alleen hat, die alle wie der helle Tage mit viel 1000 Lampen, die alle in den schönsten Gläsern eingeschlossen, beleuchtet sind. In der Mitte ist ein Art von einem hohen offnen Sommerhause, darin eine Orgel und die Musick mit Trompeten und Paucken und allen Instrumenten zu hören ist. […] Hier zahlt iede Person nur einen Schilling: und für diesen Schilling hat man das vergnügen viel 1000 Menschen, den schönst beleuchteten Garten zu sehen und schöne Music zu hören. wie ich da war, waren über 6000. Menschen da. 1. Schilling ist nicht viel. allein man weis wohl, das man mit einem Schilling hinein kommt: doch man weis nicht wie man herauskömmt. [...] nirgends sind der Adl und der gemeine Mann so vereinigt als hier; folglich kann ein solche kostbares Unternehmen nirgends als in Engelland Soutinirt werden.2 Mozarts Beschreibung von Vauxhall, einem der berühmten Pleasure gardens in London, verweist darauf: Musik ist nie das einzige „Vergnügen“ in 1 Der Beitrag folgt einerseits der Vortragsfassung für ein allgemein an der „Garten“-Ringvorlesung interessiertes Publikum und vertieft andererseits – nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Wegfalls von im Vortrag erklungener Musik – die musikwissenschaftliche Perspektive. 2 L. Mozart am 28. Juni 1764 aus London an Lorenz Hagenauer; hier zit. n.: Mozart. Briefe und Aufzeichnungen, Gesamtausgabe. Gesammelt und erläutert von Wilhelm A. Bauer und Otto Erich Deutsch [1962–1971]. Erweiterte Ausgabe in 8 Bänden. Hrsg. von Ulrich Konrad. Kassel u.a. 2005, Bd. I, S. 158-160. Achim Hofer 120 einem Garten – schon weit vor der Entstehung kommerziell betriebener, sogenannter Vergnügungs- oder – bezeichnender Ausdruck – Bier-Gärten. Naturanlagen, Pflanzen, Blumen, Düfte, Skulpturen, Illuminationen, Feuerwerk, Essen und Trinken 3 ergänzen Sinneswahrnehmungen des Ohres um solche für Auge, Nase und Gaumen. Und schon vor aller Musik gehörten Naturlaute – etwa von Vögeln oder fließendem Wasser – zum akustischen Raum eines jedweden Gartens. Man muss nicht erst John Cage bemühen, der auch Natur- und Umweltgeräusche für musikabel erklärte. Schon 1732 bemerkte Johann Zedler in seinem Universal-Lexicon, man finde „in den kostbaren Gärten Cascaden, da das Wasser aus der Höhe herunter schiesset […]. Je höher es nun herunter fället, ein desto angenehmer Murmeln und Geräusche verursachet es.“4 Durch die bewusste Gestaltung von Naturlauten wird der Übergang zur Musik fließend. Es gibt sogenannte „Singende Brunnen“, die Laute erzeugen, wenn Wassertropfen auf kleine Metallglocken fallen,5 oder Zwitscherbrunnen mit Singvögeln aus Bronze. 6 Hierher gehören auch hydraulische bzw. Wasser-Orgeln und Musikautomaten sowie die beliebten Äolsharfen, deren Saiten durch den Wind zum Schwingen gebracht werden. Eine Fortsetzung findet eine solche Nach-Gestaltung von Naturlauten in der modernen Klanginstallation, bei der sie von einer künstlichen zu einer künstlerischen mutiert; vom „Klanggarten“ ist gemeinhin die Rede, wenn akustische Gestaltungen dominieren. Die Metapher vom „Gesang der Vögel“ bringt vielleicht am deutlichsten zum Ausdruck, dass ein Garten immer auch schon „Musik“ ent- 3 „Bemerkenswert ist die unerschütterliche, allerorten anzutreffende Einheit von Gastronomie und Musik (Tanz) in einem Garten [...].“ Martin Thrun: Erfreuen, ohne zu stören: Populäre Garten- und Saalkonzerte. Nachklänge von Londoner Vauxhall Gardens in Frankfurt am Main (1777-1859). In: Populäre Musik in der urbanen Klanglandschaft. Kulturgeschichtliche Perspektiven (Populäre Kultur und Musik 13). Münster, New York 2014, S. 13. 4 Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste […]. Bd. 18. Halle, Leipzig 1738, hier: Artikel Lust-Garten, Sp. 1254-1260, Zitat Sp. 1257. 5 Vgl. Walter Salmen: Gartenmusik. Musik – Tanz – Konversation im Freien. Hildesheim u.a. 2006, S. 116f. 6 In der Villa d’Este; weitere Beispiele in Joachim Kremer: Der Garten als „vegetirende Musik“: Musik und Theater in der Gartenkunst. In: Gartenkunst in Deutschland. Von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. Geschichte – Themen – Perspektiven. Hrsg. von Stefan Schweizer und Sascha Winter. Regensburg 2012, S. 438. Musik in Gärten – Gärten in der Musik 121 hält. Hermann Fürst von Pückler-Muskau zählte 1834 den „Gesang der Vögel“ zu den „Grundtöne[n]“7 einer Gartenmusik, und Athanasius Kircher war 1662 sogar der Ansicht, auch Naturphänomene könnten musikalisch erfasst werden, und so ging er daran, die Laute von Nachtigall, Wachtel, Kuckuck, Hahn, Henne und Papagei in Noten umzusetzen (Abb. 1).8 Abb. 1: Athanasius Kircher, Musurgia universalis [...], Bd. I, Rom 1650, folio (Ausschnitt) zwischen Seite 30 und 31 Das musikalische Nachzeichnen von singenden Vögeln, fließenden Bächen, säuselnden Winden und summenden Bienen9 bereicherte fortan die Ausdrucksmöglichkeiten der Musik, ohne dass solcherart Tonmalerei oder Programmmusik sogleich als „Gartenmusik“ zu bezeichnen wäre. Was man unter ihr verstehen könnte, soll am Ende dieses Beitrags prob- 7 Hermann von Pückler-Muskau: Andeutungen über Landschaftsgärtnerei, verbunden mit der Beschreibung ihrer Anwendung in Muskau. Stuttgart 1834, S. 160. 8 Dazu neuerdings auch Melanie Wald-Fuhrmann: Natur und Kunst. Zum Transfer lebensweltlicher Klangphänomene in komponierter Musik. In: Faszinosum „Klang“. Anthropologie – Medialität – kulturelle Praxis. Hrsg. von Wolf Gerhard Schmidt. Berlin 2014, S. 136-156. 9 Vgl. Kremer, Der Garten, S. 433. Achim Hofer 122 lematisiert werden, nachdem zuvor zwei grundsätzliche Bereiche der Thematik – nämlich „Musik in Gärten“ und „Gärten in der Musik“ – betrachtet wurden. 2. Musik in Gärten Der Vielfalt von Gärten – auch in historischer Perspektive – entspricht die Vielfalt der darin erklingenden Musik und ihrer unterschiedlichen Funktionen. Scheinwerferartig seien einige Facetten beleuchtet, wobei – an das einleitende Zitat von Mozart anknüpfend – ein Schwerpunkt auf die Musik in öffentlichen Gärten des 18. und 19. Jahrhunderts gelegt wird. Welche Funktionen kann Musik in einem Garten erfüllen? Anhand von Bildern lassen sich einige davon sichtbar machen. Und auch wenn sie historischer Natur sind, so haben sie sich allesamt, wenn auch in veränderter Gestalt, bis heute erhalten. Grundlegende Funktionen Ein geselliges Musizieren in einem imaginierten Liebesgarten vom Ende des 15. Jahrhunderts zeigt Abb. 2. Es handelt sich um kunstvolles, weil nach Noten mehrstimmig vorgetragenes Singen mit einer Lautenbegleitung in entspannter Gelassenheit.10 Musik zur Unterhaltung in einem Liebesgarten – ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert – ist auf Abb. 3 zu sehen. Die Sänger, der Lautenist und die Alta capella (ein um 1500 etabliertes Bläserensemble) musizierten – entgegen dem vermittelten Eindruck – in der Realität nicht gemeinsam. „Es ist ein Bild der repräsentativen Inszenierung eines gehobenen Lebensstils, in dem der laute Klang [die Bläser] wie auch die leise Musik im Wechsel ihren Platz finden konnten.“11 10 Vgl. zu diesem Bild auch Salmen, Gartenmusik, S. 33f.; zum „geselligen Musizieren“ ebd., S. 57ff. 11 Ebd., S. 45. Musik in Gärten – Gärten in der Musik 123 Abb. 2: Bildminiatur aus dem Roman de la Rose, um 1490 (Ausschnitt); London, British Library Abb. 3: Liebesgarten (Ausschnitt) aus dem Codex De sphaera, 15. Jh., Modena, Biblioteca Estense Achim Hofer 124 Gartenmusik als Tanzmusik demonstriert Abb. 4: Eine Alta capella, bestehend aus drei Bläsern, spielt um 1460 zu einer Carole (Reigen) in einem Garten der französischen Aristokratie auf. Abb. 4: Tanzszene um 1460, Bildminiatur aus dem Roman de la Rose (Ausschnitt); Paris, Bibliothèque Nationale Gartenmusik als Tafelmusik, ausgeführt von einer in der Mitte platzierten sogenannten Harmoniemusik (je zwei Oboen, Klarinetten, Hörner und Fagotte), ließ sich eine adlige Gesellschaft bei einem Essen im Jahr 1794 auf der Prager Schützeninsel vorführen (Abb. 5). Musik in Gärten – Gärten in der Musik 125 Abb. 5: „Konzert auf der Schützeninsel“, Prag 1794, aus: Tomislav Volek / Stanislav Jareš: / [Geschichte der tschechischen Musik in Bildern], Prag 1977, Abb. 231 Erlebte Gartenlust mit einer Musikdarbietung als Dienstleistung aus Sicht eines Aristokraten beschreibt Ende des 17. Jahrhunderts der Herzog von Sachsen-Gotha in seinen Tagebüchern. An zweien seiner Geburtstage notierte er: 15.7.1681: „Frühe wardt Eine Schone Music im Gartten Gehalten Mittags wurden Mitt Trompeten Und baucken wie auch mitt Stücken, die Gesundheiten Getruncken.“ 15.7.1685: „[…] habe ich in dem kleinen Gartten auff dem Walle 15 Glaser getruncken Wehrender Zeit brachte Mir der Capellmeister Eine Music.“12 Musik im Garten als geselliges Musizieren, zur Unterhaltung, zum Tanz, beim Essen, als Dienstleistung: Wo bleibt denn da „Musik zum Zuhören“? Der Vielfalt der Funktionen und Arten von Musik in Gärten entsprechen Rezeptionsweisen, die vom kaum merklichen Wahrnehmen bis hin zum konzentrierten Zuhören reichen. Natürlich waren und sind Gärten auch Orte für festliche und repräsentative Musikaufführungen inklusive Opern (die ihrerseits in sogenannten „Gartenszenen“ den Garten als Handlungsort – nicht selten im Liebeskontext – zur Wirkung 12 Zit. n. ebd., S. 133f. Achim Hofer 126 bringen). Neben eigens gebauten Aufführungsorten wie Orangerien, Terrassen, Freitreppen und Pavillons boten auch Alleen, Lauben, Gänge, Lustwäldchen, Irrgärten, Grotten und Höhlen13 mannigfache Möglichkeiten, Musik erklingen zu lassen, vorgetragen vom Solisten, Duo oder Trio bis hin zum vollen Orchester. Vor allem die Wandlung einst aristokratischer Gärten hin zu öffentlichen – hierzulande durch die Londoner Pleasure gardens beeinflusst14 – veränderten nachhaltig Musikangebot und Rezeptionsweisen. Wandlungen Nach französischem Vorbild ließ der Reichsgraf von Bentheim-Burgsteinfurt 1774 eine ebenerdige Konzertgalerie anlegen, 15 und zwar bewusst abseits vom Schloss, damit die Untertanen das Hofleben nicht störten. Sie hatten unentgeldlichen Zutritt zu den Konzerten, jedoch nur – so verlangte es der Graf – gewaschen und in anständiger Kleidung.16 Auf Veränderungen in Burgsteinfurt deutet ein Gartenführer aus dem Jahr 1792: „Ein jeder scheinet hier Besitzer dieses Volks Gartens [!] zu seyn, er genieset gleichsam alles wie der Erlauchte Beherscher selbst, der seine Freude in der Belustigung anderer findet“ und der „den freien ohnentgeldlichen Gebrauch von [...] Concerten [und] auch anderer kleinen Musicken und alles dergleichen, huldreichst verstattet […].“17 Ein dorthin Reisender notierte 1804 voller Bewunderung: „Welch ein Anblick! [...] Wir standen auf einer Brücke. [...] ein Kahn mit Musikanten, die in Zigeuner sich vermummt hatten, ruderte voran, und erfüllte die Gegend ringsumher mit fröhlichem Wiederhall.“ 18 Die Grafen von Bentheim- Steinfurt beförderten somit, orientiert an Vauxhall garden in London, eine „Vermittlung zwischen dem exklusiven Hofkonzert und dem öffentlichen [...] zur Hebung des Bildungsstandards in der Grafschaft.“19 Das städtische Bürgertum entwickelte im Verlauf des 18. Jahrhunderts zunehmendes Interesse am Musikgenuss im Grünen. Einen 13 Vgl. Kremer, Der Garten, S. 435. 14 Dazu eigens der Beitrag von Thrun, Erfreuen, ohne zu stören. 15 Abb. in Salmen, Gartenmusik, S. 232. 16 Vgl. ebd., S. 232f. 17 Zit. n. ebd., S. 233. 18 Ebd., S. 234. 19 Ebd. Musik in Gärten – Gärten in der Musik 127 Eindruck von der Vielzahl der Konzerte in Berlin und Potsdam vermittelt Friedrich Nicolai 1786: Ausserdem giebt es noch öffentliche Koncerte von geringerer Erheblichkeit in Kaffeegärten [...]. In den letzten Jahren waren dergleichen Koncerte Montags, im Tackermannschen Garten im Thiergarten, Montags und Donnerstags [...] im Brunoschen Garten [...]. Dienstags im Körberschen Garten [...]; im Karstenschen Garten [...]; Dienstags und Freitags im ehemaligen Korsicaschen, jetzt Dietrichschen Garten [...]. Dienstags und Sonnabends im Tändlerschen Gartensaal [...], Mittwochs im Beyerschen Garten [...] Donnerstags im Grotzschen Garten [...]; Freitags im Ratschischen Garten [...].20 In Wien wurden 1775 die bekannten Prater- und Augarten-Konzerte für – wie es hieß – „alle Stände“ geöffnet.21 Mit der Öffnung der Konzerte „für alle“ entwickelte sich zunehmend eine Art Konzertmanagement für ein zahlendes Publikum.22 Musik „zum Zuhören“? Die o.g. Bemerkungen über Funktionen von Musik im Garten als geselliges Musizieren, zur Unterhaltung, zum Tanz, beim Essen usw. ließen die Frage aufwerfen: Wo bleibt denn da „Musik zum Zuhören“? Musik im Garten ist Darbietungsmusik, aber nicht jede in einem Garten dargebotene Musik ist sogleich ein „Gartenkonzert“. „Gartenmusik“ als eine besondere Form von Freiluftmusik ist definiert durch den Aufführungsort. Und der Aufführungsort hat nicht nur eine raumakustische, er hat auch seine soziologische23 und ästhetische Dimension. Wenn es sich um sogenannte „Stuhlkonzerte“ handelt, ist die Aufmerksamkeit zumindest der Intention nach primär auf die Musik gerichtet, auch wenn Störgeräusche im Freien eine größere Rolle spielen als im geschlossenen Konzertsaal. 20 Ebd., S. 236. 21 Ebd., S. 238f. 22 Vgl. ebd., S. 235. 23 Vgl. Kurt Blaukopf: Musik im Wandel der Gesellschaft. 2., erweiterte Auflage. Darmstadt 1996, S. 193. Achim Hofer 128 Erhellend ist in diesem Kontext ein Bild aus dem eingangs von Leopold Mozart beschriebenen Vauxhall garden (Abb. 6). Obwohl es sich um eine Karikatur handelt, auf deren Besonderheiten hier nicht eingegangen werden kann, zeigt das Bild doch Wesentliches. Der bereits 1735 gebaute Vauxhall’sche Konzertpavillon ist vermutlich der erste je errichtete. Er gewährleistet, dass der Schall nicht in alle Richtungen entweicht, sondern zum Publikum gelenkt wird. (Man denke auch an die sogenannte „Konzertmuschel“.) Im Publikum findet man Zuhörerinnen und Zuhörer, deren Blick nach oben gerichtet ist, aber auch Menschen, die im Gespräch oder mit Essen und Trinken beschäftigt sind. Wir haben also ein Nebeneinander von geteilter und ungeteilter Aufmerksamkeit, in keinem Fall jedoch eine ungestörte. In der Beschreibung eines Reisenden aus Deutschland aus dem Jahr 1798 aus Vauxhall heißt es: „Die beständige Feder, welche ein so verschiedenes Publikum in Spannung erhält, ist die Musik in der Mitte. [...]. Während der Symfonien schlendert man in den weiten Gängen [...]. Sobald aber ein Gesang kommt, stürzt alles nach der Mitte hin und umringt das Orchester.“24 Abb. 6: Francis Jukes (1745-1812), Vaux-Hall, 1785, Aquatinta nach einem Gemälde von Thomas Rowlandson (1756-1827) 24 Thrun, Erfreuen, ohne zu stören, S. 18. Musik in Gärten – Gärten in der Musik 129 Solche zum Interpreten hin erhöhte Aufmerksamkeit gab es vor allem bei Stars, zu denen in Vauxhall die in Abb. 6 dargestellte Mrs. (Fredericka) Weichsel gehörte, die gut 20 Jahre lang dort auftrat. Sie war eine Schülerin von Johann Christian Bach, dem sogenannten „Londoner Bach“, der um 1770 einige seiner 15 Vauxhall-Songs für sie schrieb (Abb. 7). Die Vauxhall-Songs sind inhaltlich ohne Gartenbezug, aber qua Firmierung an den Garten gebunden. Effektvoll verbinden sie englischen Volksgesang und cantable Melodik mit einem Schuss italienischem, technisch durchaus anspruchsvollem Belcanto.25 Als auch verkaufsfördernde Werbemaßnahme kann der Hinweis auf die beliebte Sängerin „Sung at Vaux Hall by […] M.rs Weichsell“ auf dem Titelblatt der Sammlung (oder auch als Musiktitel bei einzelnen Stücken) angesehen werden. Abb. 7: J.Chr. Bach: A Second Collection of | FAVOURITE SONGS | Sung at Vaux Hall [...], Titelblatt (Ausschnitt), London 1767 25 Susanne Staral: Die Vauxhall Songs von Johann Christian Bach. In: Zur Entwicklung, Verbreitung und Ausführung vokaler Kammermusik im 18. Jahrhundert (Konferenzbericht Michaelstein, 10. bis 12. Juni 1994). Michaelstein 1997, S. 119- 124. Achim Hofer 130 Überhaupt waren Stars, auch reisende Virtuosen aus Oper und Konzert, begehrte Publikumsmagnete. Einem Starkult frönen auch die Komponisten-Denkmäler in öffentlichen Gärten. Als gleichsam „stumme“ Repräsentanten sind sie ebenfalls Teil des Komplexes „Musik in Gärten“. Erstmals stellte man in Vauxhall 1738 – noch zu Lebzeiten und zu Ehren des Komponisten – die lebensgroße Händel-Statue des französischen Bildhauers Louis François Roubiliac auf. Sie befindet sich heute im Londoner Victoria & Albert Museum, während etwa das Mozart-Denkmal im Wiener Burggarten (1846) oder das 1921 feierlich enthüllte Johann- Strauß-Denkmal im Wiener Stadtgarten wahre Publikumsmagnete sind (und gelegentlich die Frage aufwerfen mögen, ob sie die Gärten eher zieren oder verunzieren). Mit dem stundenlangen öffentlichen Musizieren in den Gärten für ein kommendes und gehendes Publikum entwickelte sich in und durch Vauxhall eine neuartige Heterogenität der Musik, die ihre „geschichtliche Wirksamkeit mit aller Macht im 19. Jahrhundert“ entfaltete, als „der Typus des populären Garten- oder Saalkonzerts“ dazu tendierte, „nahezu sämtliche Arten von Musik [...] in eine bunte Reihe zu stellen [...].“26 Sogenannte Vauxhalls fanden zunehmend auch auf dem Kontinent statt. Und die in den öffentlichen Vergnügungsgärten per se vorhandene Grund-Lautstärke bedingte, dass – wie schon in Vauxhall – die Gartenkonzerte mehr und mehr von den Kapellen des Militärs bestritten wurden. Überhaupt waren – was bereits durch einige der o.g. Beispiele deutlich geworden ist – Bläser prädestiniert für Aufführungen im Freien. Die große Masse hatte ihre Freude daran, und auch die Presse war zumeist des Lobes voll. In der Berlinischen Zeitung 1848 heißt es etwa: „Das [Concert] im Moewe’schen Blumengarten [...], welches die Musikchöre der hier garnisonirenden Infanterie=Regimenter [...] veranstaltet hatten, gewährte zuvörderst den erfreulichen Anblick eines so gefüllten, ja überfüllten Gartens, daß ein später Kommender, wie gegenwärtiger Berichterstatter, kaum einen Stehplatz fand, und vollends, sich bis zum Orchester durchzukämpfen, die größte Mühe hatte. Aber nicht nur die Fülle, auch die Physiognomie des Publikums war eine wohlthuende. Man sah h e i t r e Gesichter, frohe Gruppen; die schönen Klänge unter dem duftigen hochgewölbten Laubdach alter Bäume übten einen erquickenden Zauber. 26 Thrun, Erfreuen, ohne zu stören, S. 15. Musik in Gärten – Gärten in der Musik 131 [...].“ 27 Immer wieder kamen dabei auch Bearbeitungen von Werken Beethovens, Carl Maria von Webers, Franz Liszts und vieler anderer zur Aufführung, nicht zuletzt unter dem Signum der Volksbildung. Die Komponisten selbst goutierten dies, wie beispielsweise Richard Wagner 1865: „Ich rechne auf Gartenkonzerte [...] und demzufolge [...] auf eine sehr populäre Verbreitung“.28 Kritik Kritik an der Programmgestaltung der Gartenkonzerte – eine Kritik, die allerdings weit über die Masse des Publikums hinwegging – kam bisweilen von Fachgelehrten oder solchen, die sich dafür hielten. „Beethoven ist nicht der Mann öffentlicher Gärten [...]“,29 heißt es etwa 1855, und andere sprechen „von den generisch zweifelhaften Gartenconzerten, die Beethoven und [Johann] Strauss [den ,Walzerkönig‘] in bunte Reihe mischen.“30 Die Gartenlaube meint 1886: „Es gewährt einen eigenthümlichen Anblick, wenn man während der C-moll-Symphonie Beethoven’s ringsherum Gänseklein, Hühnerfrikassee, ja sogar Klappstullen mit duftendem Harzer Käse verzehren sieht [...].“31 Und ein Musikverständiger kritisiert 1883, die öffentlichen Gärten ließen bei den Zuhörern eine geistige Sammlung und concentrirte Aufmerksamkeit, wie sie im Concertsaal möglich ist, gar nicht aufkommen, zuvielerlei Aeußerlichkeiten treten dem störend entgegen. Ferner liegt es in der Natur der Sache, daß alle besonderen Feinheiten der Ausführung im Freien mehr oder minder unausführbar sind, oder aber dann wirkungslos bleiben müssen. Drittens sind die Gelegenheiten, wo [in Gärten] musicirt wird, auch gar nicht darnach angethan, mit hochklassischen Werken aufzuwarten. [...] Bei solchen Gelegenheiten ver- 27 Königlich priviligirte Berlinische Zeitung 1848, Nr. 179 vom 4. August, Zweite Beilage, S. [1]. 28 Richard Wagner am 11.2.1865 an den Schott-Verlag. Zit. n. Egon Voss: Richard Wagner und die Instrumentalmusik. Wilhelmshaven 1977, S. 101. 29 Wilhelm von Lenz: Beethoven. Eine Kunststudie, Zweiter Theil. Kassel 1855, S. 341; hier zit. n. Thrun, Erfreuen, ohne zu stören, S. 42. 30 A.B.C.: Musikalische Zustände in Magdeburg. In: Allgemeine Musikalische Zeitung 50, 1848, Nr. 51 vom 20. Dezember, Sp. 827. 31 Zit. n. Walter Salmen: Das Konzert. Eine Kulturgeschichte. München 1988, S. 174. Achim Hofer 132 langt auch Niemand mehr als heitere, einfache, melodische und leicht faßbare Musik, die sich von selbst aufdrängt und ohne besondere geistige Anstrengung zu verstehen ist.32 (Als ein Kuriosum, das keineswegs so lustig ist, wie es scheint, erweist sich in diesem Kontext ein Erlass Adolf Hitlers, in dem es heißt: „Der Führer und oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat entschieden, daß der Badenweiler-Marsch [Hitlers ,Lieblingsmarsch‘] nicht dadurch herabgewürdigt werden darf, daß er bei [...] Gartenkonzerten [...] gespielt wird.“33) Der einleitenden Bemerkung, Musik sei nicht das einzige Vergnügen in Gärten, kann im Hinblick auf Kritiker im 19. Jahrhundert hinzugefügt werden: Musik in den Gärten war mitunter kein ,reines Vergnügen‘. Nur ein Beispiel von vielen: 1852 beklagte die Süddeutsche Musik-Zeitung, in Dresden fände im Sommer eine solche „Unzahl“ von Gartenkonzerten statt, „dass man kaum noch einen Ort der Umgebung findet, wo man vom Musikhören sich erholen kann“.34 Öffentliche Gärten waren auch unter dem Aspekt der Musik keine „Gärten der Ruhe“ mehr: „Gibt es irgendwo Wälder und Parke, wo man sicher ist vor dem Potpourri, vor dem Promenadekonzert und der Militärkapelle?“35 Solche Kritik traf mitunter auch musikalische Highlights, die in Gärten als „Dauerbrenner“ gerne gespielt wurden. 1822 betritt Heinrich Heine den Berliner Tiergarten und berichtet: […] ich höre Engelstimmen [...], in meine Seele steigt ein großer Hymnus – da erklirren plötzlich schnarrende Harfensaiten, und eine 32 A. [August] Kalkbrenner: Die Aufführung großer Orchesterwerke durch Militärmusik. In: Neue Zeitschrift für Musik 50, 1883, Nr. 9 vom 23. Februar, S. 103. 33 Manfred Heidler: Musik in der Bundeswehr. Musikalische Bewährung zwischen Aufgabe und künstlerischem Anspruch. Essen 2005, Bd. II (Multimedia CD- ROM), Kap. VIII/1. 34 Süddeutsche Musik-Zeitung 1, 1852, Nr. 23 vom 6. September, S. 91 [Rubrik: „Correspondenzen“, hier: „Aus Dresden“]. 35 Theodor Lessing: Der Lärm. Eine Kampfschrift gegen die Geräusche unseres Lebens (Grenzfragen des Nerven- und Seelenlebens. Einzel-Darstellungen für Gebildete aller Stände). Wiesbaden 1908, S. 66. Vgl. in diesem Kontext auch Hanns-Werner Heister: „Die Straße dient lediglich dem Verkehr“. Platzkonzert oder das falsche und das wahre Allgemeine. In: Populäre Musik in der urbanen Klanglandschaft. Kulturgeschichtliche Perspektiven (Populäre Kultur und Musik 13). Münster, New York 2014, S. 75-107. Musik in Gärten – Gärten in der Musik 133 Alteweiberstimme quäkt: ,Wir winden dir den Jungfernkranz u.s.w.‘ Und nun den ganzen Tag verläßt mich nicht das vermaledeite Lied. […] Den ganzen Nachmittag werde ich mit ‚veilchenblauer Seide‘ gewürgt. Dort wird der Jungfernkranz von einem Lahmen abgeorgelt, hier wird er von einem Blinden heruntergefidelt. […] der Jungfernkranz ist permanent; wenn der Eine ihn beendigt hat, fängt ihn der Andere wieder von vorn an; […] Jeder pfeift ihn mit eigenen Variationen; ja, ich glaube fast, die Hunde auf der Straße bellen ihn.36 Das ist weit weg von der romantischen Vorstellung eines Gartens als – so Jean Paul 1795 – einem „belaubten Konzertsaal“.37 3. Gärten in der Musik Die Frage, inwieweit es nicht nur „Musik in Gärten“, sondern auch „Gärten in der Musik“ gibt, ist bislang kaum gestellt. Um Antworten zu finden, war nach Musik zu recherchieren, die im Titel selbst einen direkten Bezug zum Thema enthält. Diese Eingrenzung ist notwendig. Würde nämlich noch Musik mit Garten-konnotierten Titeln einbezogen, d.h. Musik im Umkreis von Natur, Blumen, Blüten, Bäume, Vögel, Frühling, Mai, Idylle, Landschaft usw., wäre das Feld schier ufer- und die Frage nach einer „Gartenmusik“ konturlos. Ein wenig paradox mutet an, dass die meisten Kompositionen, die mit dem Garten in Verbindung gebracht wurden, zu einer funktionalen Verwendung in ebendiesem gar nicht bestimmt waren. Metaphorik, Symbol und Imagination scheinen hier überhaupt von großer Bedeutung zu sein. Musiksammlungen des 17. Jahrhunderts Auffällig ist zunächst eine im 16. und 17. Jahrhundert entstandene große Anzahl an gedruckten Musiksammlungen, denen sich Jürgen Neubacher – mit einem beeindruckend umfangreichen Verzeichnis im Anhang – 36 Heinrich Heine: Briefe aus Berlin. Zweite Fassung. In: Werke – Briefwechsel – Lebenszeugnisse. Berlin (DDR) 1980, S. 163. 37 Jean Paul: Hesperus oder 45 Hundsposttage. Zweites Heftlein (Sämtliche Werke, Bd. 6). Berlin 1841, S. 89. Achim Hofer 134 gewidmet hat, auch unter dem Aspekt „gärtnerisch“ tätiger Komponisten.38 Beispiele solcher Sammlungen sind etwa: Hortus musicalis, Pavia 1606 Musicalisch Rosengärtlein, Nürnberg 1612 Musikalischer Lüstgarte, Lüneburg 1622 Giardinetto d’Amore. Würtzgärtlein der Liebe, Grunhain 1623 Organisch=Instrumentalischer Kunst=Zier=und Lust=Garten, Augsburg 1693 Wohl: gepflantzter Violinischer Lust-Garten, Mainz 1694 Bei diesen Titeln ist ein metaphorischer Gartenbezug durch die Sammlung gegeben, nicht durch einzelne Musikstücke. Zum Beispiel lautet der Titel von Johannes Schultz’ Musikalischer Lüstgarte weiter: Darinnen Neun und Funffzig Schone Neve Moteten | Madrigalen | Fugen | Phantasien | Cantzonen, Paduanen, Intraden, Galliard, Passemetz, Täntze | etc.39 Das zielt „auf die Vielfalt eines Lustgartens ab“40 – einerseits übertragen auf die Reichhaltigkeit der vertretenen musikalischen Gattungen, andererseits auf die unterschiedlichen Besetzungen, nämlich – so heißt es im Titel weiter – so woll auff allen Musicalischen Instrumenten / Als Menschlichen Stimmen Artig vnd lieblich zu Musiziren. Im Zusammenhang mit den genannten Sammlungen wird im 17. Jahrhundert die Tätigkeit des Komponisten gelegentlich mit der eines Gärtners verglichen. Georg Muffat schreibt 1695 in der Vorrede zu seiner Suitensammlung Florilegium primum, wie die Blumen brauche auch die Musik eine sorgfältige Pflege, „und seine eigenen ‚Blumen‘ [die Suiten] seien so gewachsen, dass ‚sie durch häufige Vermehrung zu Büschlein erwachsen, und zu einem Bund worden‘“. 41 (Umgekehrt vergleicht 140 Jahre später Fürst von Pückler-Muskau „die höhere Gartenkunst“ mit 38 Jürgen Neubacher: Einflüsse der Gartenkultur auf die Musik im 16. und 17. Jahrhundert. In: Die Blumenbücher des Hans Simon Holtzbecker und Hamburgs Lustgärten. Hans Simon Holtzbecker, Hamburger Blumenmaler des 17. Jahrhunderts. Botanische, garten- und kunsthistorische Aspekte. Ergebnisse einer Tagung am 27. und 28. Oktober 2000 und Katalog einer Ausstellung vom 26. Oktober bis 23. Dezember 2000 in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. Keltern-Weiler 2003, S. 155-174; Anhang S. 167-174. 39 Reprint in: Das Erbe deutscher Musik. Zweite Reihe. Landschaftsdenkmale. Niedersachsen. Bd. 1. Hrsg. von Hermann Zenck. Wolfenbüttel, Berlin 1937. 40 Kremer, Der Garten, S. 443. 41 Ebd., S. 432. Musik in Gärten – Gärten in der Musik 135 einer „v e g e t i r e n d e [n] Musik“ 42 : „Sie hat auch ihre Symphonieen, Adagio’s und Allegro’s, die das Gemüth durch unbestimmte und doch gewaltige Gefühle gleich tief ergreifen.“43) Lieder Der Garten als Ort der Naturverbundenheit sowie „als Bezugsort für Liebesfreuden und -leiden“ war – ebenso wie in der Szenerie vieler Opern – in populären und artifiziellen Liedern „allgemein präsent“44 – angefangen von den Minneliedern des Mittelalters über die Ballade Mariechen saß weinend im Garten bis hin zum Schlager, der da heißt Das Tor zum Garten der Träume. Recherchen des Verfassers zu Liedern mit Gartenbezügen in ihren Titeln brachten eine erstaunliche quantitative und qualitative Vielfalt zutage, wovon – neben ganzen Liederzyklen, die unter einem Gartenbezug zusammengefasst sind45 – die in Anhang I verzeichneten Lieder eine Vorstellung vermitteln können. Sie verstehen sich als Anregung zu weiterer Forschung; der zur Verfügung stehende Raum erlaubt jedoch nur die Aufnahme von Liedern, deren Texte mehrfach vertont wurden (ca. 130 einzelne Lieder müssen hier unberücksichtigt bleiben). Spitzenreiter ist In meinem Garten die Nelken von Emanuel Geibel, das – ohne Anspruch der Zählung auf Vollständigkeit – 33 Mal vertont wurde, gefolgt von William Butler Yeats’ Down by the Salley Gardens (24 Mal), Eduard Mö- 42 Pückler-Muskau: Andeutungen, S. 159. Sperrung im Original. 43 Ebd., S. 159f. 44 Salmen, Gartenmusik, S. 37; Salmen bezieht sich hier jedoch nur auf das Mittelalter und die Renaissance. 45 Beispiele (Dichter in Klammern): Fanny Hensel: Gartenlieder op. 3, 1846 (Eichendorff, Uhland, Wilhelm Hensel, Geibel) – Arnold Schönberg: Das Buch der hängenden Gärten, 1907/09 ([nach:] Stefan George) – Siegfried G. Kallenberg: In meines Vaters Garten. Fünf Minnelieder, ca. 1910 (Verschiedene) – Gabriel Fauré: Le jardin clos op. 106, 1914 (Charles van Lerberghe) – Pauline Volkstein: Mitten im Garten. Neue Volkslieder, 1922 (Verschiedene) – Anatolij N. Aleksandrow: Erleuchteter Garten op. 57, 1944 (Sergej Fejnberg) – Raymond Hanson: The Gardener, 1960 (nach The Gardener von Rabindranath Tagore) – Tõnu Kalam: A Garden of Experience, 1966/67 (William Blake). Liederzyklen nach Robert Louis Stevensons A Child’s Garden of Verses komponierten Mark Andrews (1875-1939), Thomas Crawford (1850 - nach 1906), Natalie B. Curtis (1875-1921), Caroline S. T. Grosvenor (1858-1940) und Malcolm Williamson (1931-2003, 1968). Achim Hofer 136 rikes Der Gärtner (23) und William Blakes The garden of love (21) (weitere siehe Anhang I). Unabhängig von der musikalischen Faktur ist in solch wortgebundener Musik das Gartensujet via Liedtext semantisch präsent. Instrumentalmusik Was aber bedeutet „Gärten in der Musik“ im Hinblick auf reine Instrumentalmusik? Der Anhang II, auf den hier generell verwiesen wird, enthält 301 Kompositionen der Zeit ab ca. 1830 mit einem im Titel ausgedrückten Gartensujet. Sie verteilen sich wie folgt: 1830-1900: 21 (darunter 14 für Klavier, 3 bzw. 446 für Orchester) 1901-1950: 60 (darunter 31 für Klavier, 14 bzw. 15 für Orchester) 1951-2000: 168 (darunter 10 für Klavier, 27 bzw. 34 für Orchester, 18 elektronische Werke) ab 2000: 52 (darunter für Klavier 5, 9 bzw. 13 für Orchester, 3 elektronische Werke) Besonders nach 1950 erscheinen „Garten“-Kompositionen in mannigfaltigen Besetzungen vom Solo für einzelne Instrumente über kammermusikalische und orchestrale Besetzungen bis hin zum Percussion- und Gagaku-Ensemble sowie zur Elektronik (Tonband, Synthesizer etc.). Die Grenze zur Performance wird dabei fließend. Viele namhafte Komponisten schufen solche „Garten“-Kompositionen, darunter kleine Klavierstücke ebenso wie ausgedehnte Sinfonische Dichtungen. Einige ließen sich durch Orte inspirieren, etwa von den Tuilerien in Paris (Mussorgskij, 1874), der Villa d’Este nahe Rom (Liszt, 1877), von andalusischen Gärten, besonders der Alhambra (Albéniz, ca. 1866; de Falla, 1916; Turina, 1924; Rodrigo, 1923/57) oder vom Central Park in New York (Ives, 1906). Teilweise empfingen die Komponisten literarische Anregungen, zum Beispiel von Antoine de Saint-Exupéry ( ) und Oscar Wilde (Niemann, 1929). Schließlich liegen einigen Gartenkompositionen Bilder berühmter Maler zugrunde: bei Fibich 1899 ein „Gartenfest“ von Jean-Antoine Watteau, bei Françaix’ Klavierstück Au jardin du Luxembourg (1971) das gleichnamige Bild von Auguste Renoir; Steffens (1968) und Lumsdaine (1992) beziehen sich auf 46 Die Angabe „bzw.“ schließt Werke für Orchester plus Soloinstrument mit ein. Musik in Gärten – Gärten in der Musik 137 Hieronymus Boschs Garten der Lüste, Davies (1994) auf Bilder von Paul Klee. Die genannten Orte, Literaturen oder Gemälde dienten den Komponisten weitgehend als Inspirationsquelle, nicht als Vorlage, die es nun mit musikalischen Mitteln nachzuzeichnen gälte. Diese Form der Imitatio, wie sie im 18. Jahrhundert en vogue war, wäre den späteren Komponisten zu billig gewesen, auch wenn sich in ihren Werken tonmalerische Effekte finden, wie etwa bei den für den Park der Villa d’Este so berühmten „Wasserspielen“, die sich gleichsam musikalisch in Liszts Les jeux d’eaux à la Villa d’Este wiederfinden. Originell, spritzig, auch witzig mutet dagegen Françaix’ Au jardin du Luxembourg an. Gänzlich ohne expliziten Bezug auf eine konkrete Vorlage erscheint Schumanns Gartenmelodie (1849) für Klavier wie Gartenmusik par excellence. Stellte man ein Klavier in einen schönen Garten und spielte dort Schumanns Gartenmelodie, dann wäre dies – so könnte man denken – die höchste Vollendung von Funktion und Musik, gleichsam eine Synthese von „Musik im Garten“ und „Garten in der Musik“. Und doch handelte es sich um eine Degradierung, denn Schumanns Komposition zielt auf die Imagination, sie lebt einzig von der Vorstellung des Gartens, hervorgerufen durch Musik. Aber was heißt „hervorgerufen durch Musik“? Es ist sehr fraglich, ob sich etwa beim Anhören von Françaix’ Au jardin du Luxembourg tatsächlich eine Gartenkonnotation einstellt ohne Kenntnis des Titels, der ja die entstehenden Hör-Bilder beeinflusst. Musik wird oft – unter verschiedensten Gesichtspunkten – als „Sprache“ betrachtet; hier erweist sich ihre semantische Unbestimmtheit. Ohne einen in Worte gefassten Titel kommt eben keine einzige der genannten Kompositionen aus. Und der Titel gibt in der Regel, ohne dass ein Bewusstsein dafür vorhanden sein müsste, den Rahmen, den semantischen Hör-Raum, vor. Ansonsten entstünden in der Imagination vielleicht Bilder, die in ganz andere Richtungen gehen und allenfalls korrelierende Grundgefühle treffen, die eine Musik „von sich aus“ auszulösen in der Lage ist. Zu ihnen gehört die Freude. Dass „Garten und Musik“ eine grundsätzlich positiv besetzte Verbindung assoziiert, spiegelt sich gleichsam konzentriert in einer Bemerkung Wackenroder/Tiecks in den Phantasien über die Kunst anlässlich des Besuchs eines öffentlichen Gartens: „Auf grünem Rasen saßen die Spieler, und zogen aus ihren Blasinstrumenten die muntersten, lustigsten Frühlingstöne hervor, so frisch, wie das junge Laub, das sich aus den Zweigen der Bäume hervordrängt. Sie füllten die Achim Hofer 138 ganze Luft mit den lieblichen Düften ihres Klanges an [...].“47 Und doch gibt es auch die dunkle Seite der „Gartenmusik“, die zu erhellen hier nicht der Raum ist; genannt seien als Beispiele etwa Melartins Klavierstück Surullinen Puutarha [Der traurige Garten], 1906, und Wassilenkos Sinfonische Dichtung Der Garten des Todes, 1908 (siehe Anhang II). 4. „Gartenmusik“ Walter Salmen umreißt im Untertitel seines umfangreichen, historisch angelegten Buches Gartenmusik (2006) den semantischen Raum dessen, was er darunter versteht: Musik – Tanz – Konversation im Freien. Ein solch funktionales Verständnis im Kontext einer „Musik in Gärten“ kann schlechterdings keine spezifische „Gartenmusik“-Definition nach sich ziehen, weil sie jegliche Musik, die in Gärten erklingt, als solche betrachtet. Joachim Kremer (2012) meint entsprechend, der Begriff „Gartenmusik“ könne „kein Gattungsbegriff“ sein, er gehe nicht primär von musikimmanenten und kompositionsgeschichtlichen Kategorien aus, sondern von deren Funktion und den situativen Kontexten. Folglich ist auch mit einer musikalischen Vielfalt zu rechnen, einer Vielfalt der Formen, der Gattungen und der Besetzungen. […] Grundsätzlich eignen sich wegen dieser Offenheit alle Arten von Musik als Gartenmusik […].48 Trotz dieses Festhaltens an der Funktion – Gartenmusik sei „stets funktionale Musik“49 – und der Offenheit gegenüber „alle[n] Arten von Musik als Gartenmusik“ neigt Kremer doch zu Relativierungen: Zwar habe Gartenmusik „kein fest umrissenes musikalisches Profil“, aber sie sei doch „von einem Bündel von Merkmalen bestimmt, etwa von der Titelgebung, den vertonten Texten, dem Verständnis des Gartens, z. B. als Lust- oder Paradiesgarten, aber auch von der musikalischen Faktur.“50 Wenn auch nicht explizit formuliert, scheint sich Kremer hier von der funktionalen Komponente zu lösen, ohne dem aber einen systematischen 47 [Wilhelm Heinrich Wackenroder:] Phantasien über die Kunst. Hrsg. von Ludwig Tieck. Hamburg 1799, S. 175. 48 Kremer, Der Garten, S. 436. 49 Ebd., S. 433. 50 Ebd., S. 436. Musik in Gärten – Gärten in der Musik 139 Raum zu geben. Natürlich gibt es „keine spezifischen musikalischen Topoi einer ,Gartenmusik‘“;51 trotzdem ist die weithin anzutreffende Fixierung auf ihre Funktion – die in ihrer trivialen Ausprägung nicht mehr bedeutet als: „Gartenmusik ist im Garten aufgeführte Musik“ – in Anbetracht der skizzierten Möglichkeiten eines Gartens „in der Musik“ kaum verständlich. Einzeluntersuchungen zu einigen Werken, etwa zu Delius’ In a Summer Garden,52 gibt es durchaus, aber kaum vergleichende Analysen.53 Untersuchungen von gartenbezogener Musik, die auf unterschiedliche Arten die Imagination eines Garten evoziert, könnten noch Erkenntnisse zutage fördern, die über die Spezifik eines einzelnen bestimmten „Garten“-Werkes hinausgehen. Fragen, die sich aus dem Anhang ergeben, wären etwa: Worin mag die Häufigkeit der Vertonung bestimmter „Garten“-Texte (Geibel, Yeats, Mörike, Blake) begründet sein? Wo liegen – zum Beispiel – in den 23 Vertonungen von Mörikes Der Gärtner musikalische Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede im Hinblick auf das Sujet? Wodurch ist die Häufigkeit bzw. Zunahme von Garten-Kompositionen zu erklären oder die zunehmende Relativierung von Kompositionen für Klavier? Welche nationalen Eigen- oder Besonderheiten in quantitativer und qualitativer Hinsicht gibt es? Die Beschäftigung mit solchen Fragen, die nicht auf eines, sondern auf eine Gruppe von „Garten“-Werken zielt, könnte dazu beitragen, den Begriff „Gartenmusik“ deutlich seiner primär funktionalen Betrachtung zu entheben und der inhärenten musikalischen Dimension Raum zu geben. Dies würde auch den Blick öffnen für Zwischentöne. Denn dass beispielsweise Funktion und Musik ineinander aufgehen können, ist ja nur eine weitere Facette dessen, was „Gartenmusik“ jenseits rein funktionaler Musik sein kann, z.B. die Anbindung einer Musik an ihre Aufführung in einem (bestimmten) Garten wie etwa Karlheinz Stockhausens szenische Freiluftmusik Sternklang. Parkmusik für 5 Gruppen (1971) oder John Cages Ryoanji garden (1983-85). Das Bild des Gartens prägt die Komposi- 51 Ebd., S. 438. 52 Arne Stollberg: Suggestion statt Malerei. Zum Verhältnis von Wahrnehmung, Bild und Klang in Frederick Delius’ In a summer garden. In: Frederick Delius (Musik-Konzepte, Neue Folge, Bd. 141/142). Hrsg. von Ulrich Tadday. München 2008, S. 82-98 53 Vgl. etwa Ute Jung-Kaiser: Zauber- und Liebesgärten der musikalischen Romantik. In: RheinMainRomantik. Gartenkunst. Hrsg. von der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen. Regensburg 2013, S. 95-104. Achim Hofer 140 tion, die Komposition benötigt den Garten für ihr Erklingen. Es sind Überschneidungen, ja Verschmelzungen von Funktion und Musik – mithin von „Musik in Gärten“ und „Gärten in der Musik“. Anhang I: Mehrfach vertonte „Garten“-Lieder54 In meinem Garten die Nelken (Text: E. Geibel, 1815-1884), 33 Vertonungen: J.B. André: op. 47/Nr. 2 (1874) – R.S. Bergh (1859-1924): op. 6/Nr. 1 – O. von Chelius: op. 3/Nr. 1 (1888) – C.H. Coster: op. 2/Nr. 1 (1880) – A. von Fielitz: op. 60/Nr. 1 (1897) – R. Franz: op. 1/Nr. 12 (1843) – H. Genss: op. 2/Nr. 1 (1886) – A. Glück: op. 11/Nr. 3 (1880) – A. von Goldschmidt: Nr. 1 aus Mädchenlieder […] (1880) – J.J. Haakman: op.1/Nr. 9 (1885) – G. Hecht: op. 19/Nr. 1 (1884) – C. Heinemann: op. 8/Nr. 1 (1846) – F. Kauffmann: op. 1/Nr. 2 (1878) – T. Kirchner (1823-1903): op. 3, Heft 1/Nr. 1 – O. Klauwell: op. 3/Nr. 1 (1876) – O. Leßmann: op. 2/Nr. 1 (1868) – G.W. Marston: Nr. 2 aus Album für Sopran […] (1890) – F. Mayerhoff: op. 10/Nr. 1 (1888) – E. Meyer-Helmund: op. 168 (1900) – B. Molique: op. 34/Nr. 1 (1848) – E. Poldini: op. 25/Nr. 1 (1899) – R. Radecke: op. 3/Nr. 1 (1858) – F. Ries: op. 17/Nr. 1 (1874) – J. Rosenhain: op. 75/Nr. 3 (1875) – H. Schmidt: op. 10/Nr. 1 (1862) – O. Schmidt: op. 6/Nr. 1 (1876) – H. Schrader: op. 17/Nr. 3 (1882) – G. Schreck: op. 1/Nr. 4 (1876) – R. Schwalm: op. 2/Nr. 1 (1874) – H. Strusch: op. 1/Nr. 3 (1884) – O. Tiehsen: op. 23/Nr. 3 (1844) – F.J. Wiel-Lange: Nr. 1 aus Mädchenlieder […] (1900) – A. Winterberger: op. 35/Nr. 1 (1875) Down by the Salley Gardens bzw. The Salley Gardens (Text: W.B. Yeats, 1865- 1939), 24 Vertonungen: A. Blank (*1925) – J. Brash (1945) – B. Britten (1943) – A.D. Bush (UA 1933) – R. Clarke (k. 1919) – J. Cloud (*1954) – J.H. Collins (1929) – A. DeBeer (1940) – A. Decevee (1940) – E.M. Erickson (*1941) – G. Finzi (1901-1956) – I. (B.) Gurney (1938) – I. Hinchliffe (1931) – H. Hughes (1909) – J. (N.) Ireland: Nr. 4 aus Songs Sacred and Profane (k. 1929-31) – J. Jeffreys (1927-2010) – E. Mandel (20./21. 54 Abkürzungen: * = geboren, k. = komponiert; rev. = revidiert, UA = Uraufführung. Auswahl und Art der Darstellung verdanken sich Platzgründen. Jahreszahlen ohne jedwede Ergänzung sind Publikationsjahre. Liegen keine zeitlichen Angaben zum Lied vor, werden als Anhaltspunkt Lebensdaten genannt. Sortiert ist die Liste nach Häufigkeit der Vertonung, innerhalb dieser nach Komponisten; letzte Sortierkategorie ab 7 Vertonungen abwärts sind die Liedtitel. Von großem Nutzen war die (allerdings nicht zuverlässige) Homepage www.lieder.net, deren Angaben weitgehend verifiziert und z.T. ergänzt wurden. Bei bekannten opus- Nummern wurde aus Platzgründen kein Titel angegeben, wenn es sich um eine Sammlung handelt; dies erfolgte nur – soweit verfügbar – bei fehlender opus- Nummer. – Für umfangreiche Hilfen danke ich herzlich Frau Christina Kilb. Musik in Gärten – Gärten in der Musik 141 Jh.) – D. Methold (1937) – M. Plumstead (1951) – I.R. Poldowski, geb. Wieniawski (1900) – R.L. Rollin (*1947) – M.E.F. Shaw (1919) – R. Spring: op. 15a (1982, rev. 2005) – H.S. Taylor (1963) Der Gärtner (Text: E. Mörike, 1804-1875), 23 Vertonungen: J. Brandts-Buys: op. 18/Nr. 5 (1900) – W. Burkhard (1900-1955): op. 5/Nr. 3 – H. Distler: drei Mal in op. 19: Heft 1 Nr. 7, Heft 2 Nr. 8, Heft 3 Nr. 2 (1939) – O. Dresel: op. 2/Nr. 3 (k. 1839) – O. Eichberg: op. 9/Nr. 3 (1875) – R. Emmerich: op. 41/N. 6 (1874) – E. Frank: op. 3/Nr. 1 (1871) – H. Grädener (1844-1929) – L. Hetsch (k. 1855) – A. Heuß (1877- 1934) – P. Hofmann: Nr. 1 aus 5 Lieder (1899) – F. von Holstein: op. 15/Nr. 6. (1864) – R. Kahn: op. 16/Nr. 1 (k. 1892, 1892) – E.F. Kauffmann (1803-1856) – E. Ketterer: Nr. 2 aus Sommerbilder (1965) – W. Killmayer: Nr. 9 aus Mörike-Liederzyklus (UA 2004) – A. Kleffel: op. 18/Nr. 2 (1875) – H.J. Richter: op. 34 (1891) – F. Schieri (k. 1939) – R. Schumann: op. 107/Nr. 3 (k. 1851) – P. Viardot-García: Nr. 3 aus Drei Lieder auf Texte von Eduard Mörike (2005) – M. Weyermann: op. 1/Nr. 4 (1866) – H. Wolf: Nr. 17 aus Mörike-Lieder (1897) The Garden of Love (Text: W. Blake, 1757-1827), 21 Vertonungen: G. Antheil: Nr. 1 aus Songs of Experience (k. 1948) – M. Beckschäfer: Nr. 1 aus Songs after William Blake (k. 1978) – W. Bolcom: Nr. 2 aus Songs of Experience II, Part V (k. 1956-81) – N. Curtis: Nr. 21 aus William Blake’s Songs of Innocence and of Experience (k. 1959) – D.C. Dorward: op. 61 (k. 1973) – V.S. Frohne: op. 30a/Nr. 3 (k. 1971) – O.C. Green: op. 27a/Nr. 16 (k. 1973) – G.M. Higginson: op. 33/Nr. 6 (k. 1977) – B. Holten (k. 1979) – J. Littlejohn: Nr. 5 aus Songs of Experience II (k. 1967-70) – M.R. Miller: Nr. 2 aus Blake on Love (k. 1965) – J. Mitchell: op. 25/Nr. 6 (k. 1977) – T. Nielsen: Nr. 2 aus 5 Poems by William Blake (k. 1979) – P.R. Olsen: op. 16/Nr. 1 (1950) – S. Pimsleur: op. 11/Nr. 4 (k. 1922, rev. 1930) – E. Siegmeister: Nr. 4 aus Songs of Experience (k. 1966) – Ø. Sommerfeldt: op. 53/Nr. 2 (k. 1979) – J.A. Sykes (1909-1962) – M. Thiele (GE- MA-Registrierung: 1981) – C.P. Vollrath (k. 1966) – J.L. Zaimont: Nr. 2 aus Songs of Innocence (k. 1974) My garden bzw. A garden is a lovesome thing (Text: T.E. Brown, 1830-1897), 10 Vertonungen: M.E. Bauer (1882-1955) – H. Brook (1929) – E.E. Freer (1907) – M.I. Hill (1954) – P.M. James (1925) – M.R. Lang: op. 50/Nr. 1 (1912) – A. Mallinson (1923) – T. del Riego (1927) – B. Roe (1991) – P. Weaver (1940) This is the garden (Text: E.E. Cummings, 1894-1962), 9 Vertonungen: G. Bachlund (k. 2005) – J. Cloud: Nr. 2 aus I Spill My Soul (2009) – D.L. Diamond (1940) – Ph. Glass (k. 1964) – E. Mandel (20./21. Jh.) – R. Manno (k. 1967) – V. Persichetti: op. 46/Nr. 1 (1952) – E. Roxburgh: Nr. 1 aus A Garland for Jane (rev. 2003) – R. Zupko (1962) Der öde Garten bzw. Der einsame Garten (Text: K. von Gerok, 1815-1890), 8 Vertonungen: W. Berger: op. 39/Nr. 3 (1892) – J. Gänsbacher: op. 9/Nr. 2 (1891) – H. Hermann: op. 11/Nr. 4 (1897) – E. Hildach: op. 19/Nr. 1 (1894) – R. Kahn: op. Achim Hofer 142 15/Nr. 5 (k. 1892) – E. Meyer-Helmund: op. 39/Nr. 1 (1887) – A. Saran: op. 4/Nr. 2 (1873) – F. Weingartner: op. 31/Nr. 1 (k. 1904) Jeweils 7 Vertonungen: Die Lor’ sitzt im Garten (Text: G. Keller [s.o.]): F. Kögel: op. 7/Nr. 3 (1895) – M. (H.E. von) Oberleithner: Nr. 2 aus Fünf Lieder […] (1894) – L. Schmidt: op. 2/Nr. 4 (1885) – R. Schweizer (1868-1906): op. 22/Nr. 7 – H.A.F. Zincke genannt Sommer: op. 16/Nr. 5 (k. 1891) – J. Spengel: op. 5/Nr. 6 (1885) – H. Zöllner: op. 73/Nr. 1 (1900) There is a garden in her face (Text: T. Campion, 1567-1620): R. Allison (1606) – G. Bush (1920-1998) – T. Campion: Nr. 4 aus The Fourth Booke of Ayres (1617) – B. Holmes (*1946): Nr. 3 aus Six Ayres – J. (N.) Ireland: Nr. 2 aus Eight songs for upper voices and piano (k. 1908) – E.J. Moeran: („Cherry ripe“), R. 69a (k. 1933) – V. Thomson (1896-1989): Nr. 2 aus Four songs to poems of Thomas Campion Jeweils 5 Vertonungen: Come into the garden, Maud (Text: A. Tennyson, 1809-1892): M.W. Balfe (k. 1857) – F. Delius: Nr. 1 aus Maud (k. 1891) – O. Dresel (1858) – J.C.D. Parker (k. 1855) – A. Somervell: Nr. 9 aus Maud (1898) Der alte Garten (Text: J. von Eichendorff, 1788-1857): B.W. Mayer: op. 4/Nr. 3 (1874) – W. Petersen: op. 44/Nr. 3 (1956) – H. Pfitzner: op. 28/Nr. 1 (UA 1922) – R. Spring: op. 92/Nr. 2 (2013) – A. von Zemlinsky (1895) Der Gärtner (Text: J. von Eichendorff [s.o.]): J. Brahms: op. 17/Nr. 3 (1861) – A. Knab (k. 1918-22) – H. Pfitzner: op. 9/Nr. 1 (k. 1888/89) – O. Schoeck: op. 20/Nr. 11 (k. 1905-14) – M. Stange: op. 32/Nr. 2 (1894) Im Garten klagt die Nachtigall (Text: F. von Bodenstedt, 1819-1892): I.B. von Schellendorf: op. 8/Nr. 2 (1879) – J.K. Gall: op. 7/Nr. 1 (1883) – L. Grünberger: op. 12/Nr. 1 (1876) – H. Huber: op. 58/Nr. 1 (1881) – (E.) L. Liebe: op. 105/Nr. 9 („Nachtigall und Rose“) (1888) Liebesgarten (Text: R. Reinick, 1805-1852): A. Brandt: op. 8/Nr. 2 (1893) – H. Marschner: op. 101/Nr. 1 (1839) – C.G. Reißiger: op. 149/Nr. 1 (1840) – J. Rheinberger: op. 80/Nr. 3 („Die Liebe ist ein Rosenstrauch“) (k. 1874) – R. Schumann: op. 34/Nr. 1 (k. 1840) Jeweils 4 Vertonungen: All in a garden green (Text: W.E. Henley, 1849-1903): C.A. Lidgey (1909) – (G.) G. Peel: Nr. 2 aus Four Love Songs (1917) – B.L. Whelply (1940) – C. Willeby (1940) Das Gärtlein dicht verschlossen (Text: G. Keller, 1819-1890): H. Reutter: op. 59/Nr. 2 (k. 1948) – P.O. Schneider (k. 1926) – R. Schweizer (1868-1906): op. 22/Nr. 5 – F. Weingartner: op. 22/Nr. 11 (1896) Im Garten meiner Mutter steht (Text: H. Hesse, 1877-1962): R. Brömel: Nr. 7 aus Hermann Hesse Lieder (1945-48) – R. Czelinski (k. 1922-49) – R. Laquai: Nr. 1 aus Hesse-Lieder für mittlere Stimme (1956?) – F.X. Zintl (k. 1949) My Master hath a garden (Text: unbekannt): R. Hundley (1981) – J. Jeffreys (1990) – R. Thompson (1938) – V. Thomson: Nr. 2 aus Praises and Prayers (1963) Musik in Gärten – Gärten in der Musik 143 New feet within my garden go (Text: E. Dickinson, 1830-1886): J.W. Duke: Nr. 1 aus Four Poems by Emily Dickinson (k. 1975) – G. Getty (*1933) – R.L. Kent (1971) – R. Perera: Nr. 1 aus Five Summer Songs (1976) Wenn ich früh in den Garten geh’ (Text: F. Rückert, 1788-1866): O. Dresel: („Volksliedchen“) (k. 1850) – C.F.A. Hering (1819-1889): op. 2/Nr. 5 – R. Schumann: („Volksliedchen“) op. 51, Heft 2/Nr. 2 (k. 1840) – J. Weegenhuise: Nr. 3 aus Drei Volkslieder (k. 1940, rev. 1981) Jeweils 3 Vertonungen: Ein stiller Garten (Text: F.W. Weber, 1813-1894): M. Arndts, geb. Vespermann, verh. Görres: Nr. 3 aus Vier Lieder aus F. W. Weber’s Gedichten (1884) – H. Hermann: Nr. 3 aus [Sechs] Lieder für eine Singstimme mit Mason-Hamlin-Harmonium (1899) – R. Kahn: op. 75/Nr. 7 (k. 1924) Im Garten des Serails (Text: J.P. Jacobsen, 1847-1885 / R.F. Arnold, 1872-1938): C. von Franckenstein: op. 9/Nr. 1 (1898) – F. Delius: Nr. 4 aus Seven Danish Songs (k. 1897) – L. Glass: op. 16/Nr. 2 (1894) Komm o Liebchen, komm zum Garten (Text: unbekannt): F. Knappe: op. 6/Nr. 1 (1878) – F.X.V. Neruda: op. 9/Nr. 1 (1874) – P. Umlauft: op. 14/Nr. 1 (1883) Komm zum Garten, zu dem wohlbekannten (Text: H. von Fallersleben, 1798-1874): G. Goltermann: op. 38/Nr. 4 (1863) – A. Jensen: Nr. 1 aus Drei Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte (1886) – W. Taubert: op. 186/Nr. 3 (1875) Jeweils 2 Vertonungen: Bei den Bienenstöcken im Garten (Text: O. Roquette, 1824-1896): M. Jacobi: op. 5/Nr. 3 (1894) – K.H.C. Reinecke: op. 59/Nr. 1 (k. 1858) Birds in the high hall garden (Text: A. Tennyson [s.o.]): F. Delius: Nr. 5 aus Maud (k. 1891) – A. Sommervell: Nr. 5 aus Maud (k. 1898) Covent Garden (Text: E. Carfrae, nachgewiesen um 1914): A. Gibbs (1923) – W.G. James (1938) Ein Röslein zog ich mir im Garten (Text: H. von Fallersleben [s.o.]): G. Posca: op. 4/Nr. 6 (1879) – R. Strauss: WoO 49 (k. 1878) Es steht in meinem Garten (Text: H. von Fallersleben [s.o.]): A. Holländer: op. 32/Nr. 1 (1883) – L. Schlottmann: op. 17/Nr. 7 (1867) Früh, wenn Tal, Gebirg’ und Garten (Text: J.W. von Goethe, 1749-1832): H. Zilcher: op. 51/Nr. 7 (1923) – W. Zillig: Nr. 3 aus Zehn Lieder nach Gedichten von Goethe (k. 1941) Ganz unten im Garten (Text: F.P. Kürten, 1891-1957): H. Fleischer: op. 115/Nr. 5 (k. 1942) – H.K. Schmid: op. 40/Nr. 2 (1922) Garden of Proserpine (Text: A.C. Swinburne, 1837-1909): F. Lensemann (*1936) – R.V. Williams (k. 1897-99) In a garden (Text: A.C. Swinburne [s.o.]): R. Boughton: aus Three Baby Songs (k. 1902) – M.R. Lang (UA 1891) In dem [Im] Garten sprießt die Rose (Text: E. Geibel [s.o.] nach dem spanischen En la huerta nasce la rosa): C.J. Brambach: op. 15/Nr. 4 (1871) – A. Kleffel: op. 17/Nr. 1 (1875) Achim Hofer 144 In einem Rosengärtlein (Text: D. Friderici, 1584-1638): E. Hildach: op. 19/Nr. 2 (1894) – M. Reger: op. 76/Nr. 18 (1904) In meines Nachbars Garten (Text: R. Baumbach, 1840-1905): R. Fischhof (1856- 1918): Nr. 2 aus Drei Lieder aus Baumbach’s „Frau Holde“ – E. Uhl: op. 6/Nr. 2 (1889) In meines Vaters Garten (Text: O.E. Hartleben, 1864-1905): H. Hermann: op. 9/Nr. 1 (1898) – A. Mahler-Werfel: Nr. 2 aus Fünf Lieder (k. 1899) In Vaters Garten heimlich steht (Text: H. Heine, 1797-1856): E. Bezecný: op. 2 (1890) – R. Strauss: WoO 64 (1968) Oh my garden full of roses (Text: P.B. Marston, 1850-1887): M.R. Lang (1867-1972): op. 28/Nr. 3 – C.K. Rogers: op. 26/Nr. 5 (1888) Van li effluvi de le rose (Aus Gärten wehen Rosendüfte) (Text: G. D’Annunzio, 1863-1938): O. Respighi: 90/Nr. 2 (k. 1909) – P. Tosti: Nr. 1 aus Due piccoli notturni (k. 1911) When Mary thro’ the garden went (Text: M. Coleridge, 1861-1907): P.C. Judd (1925) – C.V. Stanford: op. 127/Nr. 3 (1912) Anhang II: „Garten“-Instrumentalmusik des 19. 21. Jahrhunderts55 Um 1830–1900 A. Aljabjew, 6 Variationen über das Volkslied Vo sadu ki, v ogoroge [Ob im Park oder im Garten], um 1830 – I. Albéniz: En la Alhambra aus Suite característica (K)/(O), um 1866; La Alhambra (O), 1896/97 – P. Albéniz y Basanta: Los jardines de Aranjuez (K), um 1850 – M. Balakirew: Im Garten – Idylle (K), 1884 – G.B. Briccialdi: Il gardinetto di Perugia op. 135, um 1875 – H. Büsser: Hercule au jardin des Hespérides (O), 1900 – G. Fauré: La chanson dans le jardin (K), 1864; Le jardin de Dolly (K), 1895 – Z. Fibich: Gartenfest, nach Watteau (K), 1899 – N.W. Gade: Im Blumengarten op. 34/Nr.1 (K), 1857 – K. Goldmark: Im Garten, Nr. 4 aus op. 26, 1877 – C. Gurlitt: Im Garten (K), um 1890 – R. Hahn: Le jardin de Bérénice, nach M. Barrès (O)/(2 K), 1895/96 – F. Liszt: Aux cyprès de la Villa d’Este und Les jeux d’eaux à la Villa d’Este (K), 1877 – S. de Masarnau: En los jardines de Aranjuez, En los jardines de La Granja, En los jardines de 55 Abkürzungen: K = Klavier, O = (großes) Orchester, E = Elektronische Komposition (Verwendung / Einbezug von Tonband, Synthesizer u.a.). Zugrunde liegen 301 Instrumentalwerke mit Gartenbezug im Titel (Sortierung innerhalb Stadtpark-Schönheiten op. 72, 1900) sowie Film-, Bühnen- und Schauspielmusik (ausgenommen daraus entstandene Suiten) bleiben grundsätzlich unberücksichtigt. Hilfreich war Frank Schneiders (mitunter fehlerhafte) Sammlung auf www.klassikthemen.de. Platzgründe machten inhaltliche Beschränkungen nötig. Kleine(re) Besetzungen vom Duo bis zum Kammerorchester und E-Kompositionen konnten deshalb nicht spezifiziert werden. Musik in Gärten – Gärten in der Musik 145 Versalles, En el bosque de Saint-Cloud, En Hampstead, En el parque de Richmond aus Los Cantos de las Dríadas […](K), 1837 – M. Mussorgskij: Tuileries. Dispute d’enfants après jeux (K), 1874 – G. Rinaldi: Nel Giardino, Nr. 11 aus 20 Sfumature (K), um 1879 – R. Schumann: Gartenmelodie (K), 1849 – ga: Recuerdos de la Alhambra (Gitarre), 1896 1901–1950 A. Alain: Le jardin suspendu (Orgel), 1934 – A. Bax: The Garden of Fand (O), 1913/16; The Princess’s Rose Garden (K), 1915 – E.-R. Blanchet: Au jardin du vieux sérail (K), 1913 – L. Boulanger: D’un jardin clair (K), 1914; D’un vieux jardin (K), 1914 – H. Büsser: Le jardin d’Oriane (K), um 1930? – J. Chailley: Le jardin nuptial (K), 1949 – E. Coates: Covent Garden, Nr. 1 aus London Suite (O), 1933 – R. Coelho: Jardim quimérico (O), 1946 – C. Debussy: Jardins sous la pluie (K), 1903 – F. Delius: In a Summer Garden (O), 1908; The Walk To The Paradise Garden (O), 1906 – T. Dubois: Au jardin (K), 1901 – P. Dupin: Le beau jardin - 4 Stücke (K), 1912; Le jardin de l’évêché de Blois, 1930 – G. Dupont: De soleil au jardin, Nr. 2 aus Les heures dolentes (K), 1905 – A. de Elias: El jardín encantado (O), 1924 – M. de Falla: Noches en los jardines de España (K & O), 1916 – P.-O. Ferroud: Au parc Monceau (K), 1921 – W. Girnatis: Gartenmusik, 1940 – P.A. Grainger: Country Gardens (K), 1918 – E. Granados: En el jardin (K), 1912 – G. Grovlez: Au jardin de l’enfance, nach V. Hugo (K), 1907 – R. Hahn: Lumières. Valses dans les jardins aus Divertissement pour une fête de nuit, 1937 – A. Honegger: Le jardin, Nr. 4 aus L’Impératrice aux Rochers, 1925 – G. Huppertz: Im Garten Eden op. 33 (O), 1929 – J. Ibert: Le jardinier de Samos, 1924 – D.-E. Inghelbrecht: J’ai descendu dans mon jardin, aus La nursery Bd. I/Nr. 1 (K), 1905-1911 – C. Ives: Central Park in the dark, 1906 – A.W. Ketèlbey: In a monastery garden (O), 1915; In a Chinese Temple Garden (O), 1923 – J. Klaas: Nachtmusik im Garten op. 62, um 1950? – P. Le Flem: Le grand jardinier de France (O), 1942 – E.A. MacDowell: An old garden op. 62/Nr. 1 (K), 1902 – L. Madetoja: Kuoleman Puutarha [Der Garten des Todes] op. 41 (K), 1918/21 – G.F. Malipiero: Hortus conclusus (K), 1946 – B. : [Frühling im Garten] (K), 1920; Fenêtre sur le jardin (K), 1938; – E. Melartin: Surullinen Puutarha [Der traurige Garten] (K), 1906 – F. Mompou: Jeunes filles au jardin aus Scènes d’enfants (K), 1915/18 – W. Niemann: Gartenmusik, nach O. Wilde (K), 1929 – J. Nin y Castellanos: En el jardin de Lindaranja, 1927 – A. Palma: Jardines (O), 1923 – J. de la Presle: Jardin mouillé (Harfe), 1913 – M. Ravel: Le jardin féerique, Nr. 5 aus Ma mer l’oye (K), 1910 – M. Reger: In einem Rosengärtelein op. 103c, Heft 1/Nr. 4 , 1916 – J. Rodrigo: Música para un jardín, 1923/57 – J.-G. Ropartz: Musiques au jardin (K) 1916 – R. Rossellini: Le jardin dans le oasis, Nr. 1 aus Hoggar - Suite rapsodique (O), 1931 – J. Sibelius: Am Wunderborn im Park, Nr. 3 der Suite Pelléas et Mélisande (O), 1905 – O. Siegl: Gartenmusik op. 19, 1925 – K.S. Sorabji: Der parfümierte Garten (K), 1923 – I. Strawinsky: Le jardin enchanté de Kashchei [Der Zaubergarten des Kastschej], Nr. 1 aus der Feuervogel-Suite Nr. 1 (O), 1911 – J. Turina: Jardines de Andalucia op. 31 (K), 1924; Jardin de ninos op. 63 (K), 1931 – P. Vellones: Au jardin des bêtes sauvages op. 26 (K)/(Sax.) 1929 – S. Wassilenko: Der Garten des Todes op. 12, 1908 – J. Weismann: Aus meinem Garten (K), 1928 – H. Woollett: Au jardin de France (K), 1913 Achim Hofer 146 1951–2000 M.R. Abejo: Vespers in a Convent Garden - Suite (O), 1957 – L. Andriessen: The Garden of Ryoan-gi (E), 1967 – A. Aracil: Giardino-notte (O), 1994 – J.V. Asuar Puiggros: En el jardin (E), 1986 – ndez: Recuerdo de mi jardin (Gitarre), 1964 – G. Barry: Of Queen’s Gardens, 1986 – D. Bedford: The Garden of Love, 1970 – M. Berkeley: Secret Garden (O), 1997/98; The Garden of Earthly Delights (O), 1998 – H. Bieler-Wendt: Im fremden Garten, 1982 – V. Blumenthaler: Im Garten Armidas träumt François de Nome, 1989; Gartenstücke, 1999 – H.-J. v. Bose: Other Echoes inhabit the Garden, nach T.S. Eliot (Oboe & O), 1987 – T. Brandmüller (1948-2012): Le jardin suspendu (Streichquartett Nr. 2), 1985/86 – C. Brumby: Gardens of the Villa Taranto, 1991 – J. Cage: Ryoanji garden, 1983-85 – N. Castiglioni: Sinfonia con giardino (O), 1977/78 – S. Celibidache: Der Taschengarten (O), 1978 – M. Ciciliani: Gartenmusik I u II, 1991 – A. Colla: Trittico dei giardini (K), 1998 – J. Coulthard: Gardens, 1989 – A. Curran: Songs and Views of the Magnetic Garden (E), 1973 – J.-L. Darbellay: Ein Garten für Orpheus, 1996 – P.M. Davies: Oriental garden, Nr. 2 aus Five Klee pictures, 1994 – C. Diez: Preludio nel giardino (Gitarre), 1995 – V. Dinescu: Jardins inachevés, 1996 – P. Duclos: Les jardins de Rome, um 1960? – A. Duhamel: Le jardin de Daubigny, nach van Gogh, 1986 – M. Edlund: Blauer Garten, 1992/94 – R. Febel: Jardin, 1989 – I. Fedele: Il giardino di giada, 1983 – J. Firsowa: Meditation in the Japanese Garden op. 54, 1992 – J.-L. Florentz: Les jardins d’Amènta op. 13 (O), 1995/98 – J. Françaix: Au jardin du Luxembourg, nach A. Renoir (K), 1971 – K. Furukawa: Small Fish: Garden (E), 1999 – J.W. Fuzzi (Pedersen): Electric Gardens and their Surroundings (E), 1989 – G. Garcin: Le jardin de Caumont; Le jardin de la Casa; Le jardin de Vidalet, 1985 – M. Garuti: Il giardino delle Esperidi, 1983/84 – É. Gaudibert: Un jardin pour Orphée, 1985; Jardins d’Est (O), 1994 – A. Gaussin: Jardin Zen (E), 1999 – F. Gerhardt: Double (Jardin secret), 1999 – A. Ghandar: Garden with Birds (K), 1999 – S. Giraud: Regards sur le jardin d’Eros, 1983 – Garten der Darjatschanka (Viola, Cello & O), 1987 – D. Gougeon: Le jardin mysterieux (O), 1984 – F. Graef: Bald seid ihr im Garten, 1992 – P. Graham: Garten des Orpheus (K), 1976/92 – S. Gubaidulina: Garten von Freude und Traurigkeiten, 1980 – I. Hamilton: Le jardin de Monet (K), 1986 – L. Harrison: The Garden At One and a Quarter Moons, 1964/66 – C. Hatzis: A Chopstick’s Garden (K), 1989 – P.J. Heininen: Gang der Mädchen im Rosengarten op. 47, 1982 – E. Hlobil: Frühling in Prager Gärten op. 35, 1955 – R. Holloway: Garden-Music op. 1, 1962/67 – K. Hopstein: Vergessene Gärten, 1993 – M. Horvit: Gardens of Hieronymous B (O), 1984 – T. Hosokawa: Garten-Lieder I, 1995 – A. Hovhaness: The garden of Adonis op. 245, 1973 – J. Jacinto: El jardin de cristal (O), 1999; El gran jardin (O), 2000 – Z. Jeney: Der Garten des Orpheus, 1974 – R. Kayn: Gärten der Lüste (E), 1999/2000 – R. Kelterborn: Der Zaubergarten und andere Klavierstücke, 1988/89 – W. Killmayer: Führe mich, Alter, nur immer in deinen geschnörkelten Frühlings-Garten! Noch duftet und taut frisch und würzig sein Flor (Mörike), 1974 – V.D. Kirchner: Hortus magicus, 1994 – E. Koch-Raphael: Sekitei - Der steinerne Garten, 1979 – C. Kohoutek: In den Gärten der Tempel von Kyoto, 1992 – M. Landowski: Souvenir d’un jardin d’enfance, 1977/90 – N. LeFanu: A Wild Garden: Fásach, Sextett, 1997 – P. Leroux: Le Jardin ouvert, 1985 – M. Lévinas: Réminiscence du jardin féerique Musik in Gärten – Gärten in der Musik 147 (O), 1987 – L. Lim: Garden of Earthly Desire, 1988/89 – D. Lombardi: Grande Sonate (nel giardino), 1984 – D. Lumsdaine: A Garden of Earthly Delights, nach H. Bosch (Cello & O), 1992 – B. Maderna: Giardino religioso, 1972 – J. Malovec: Garten der Freude, 1989 – U. Mamlok: From my Garden, 1983 – M. Marbe: Le jardin enchanté (E), 1994 – P. Mariétan: Les Jardins suspendus, 1996 – A. Martinaitis: The Music of Last Gardens, 1979 – Parabel von einem Garten, nach A. de Saint Exupéry, 1958 – D. Maslanka: A Child’s Garden of Dreams (O), 1981 – L. Matousek: Gartenmusik, 1962 – S. Matthus: Nächtliche Szene im Park, 1987 – T. Medek: Tilo Medeks handcolorierte „Musikalische Gartenlaube“, 1970/78 – A. Mellnäs: Gardens, 1986 – C. Miereanu: Jardins exotiques (E), 1981-1983; Jardins oubliées und Jardins désertés (E), 1981; Jardins retrouvés (E), 1983 – P. Mihelcic: Corelli’s Garden, 1998 – V. Mortari: Il giardino delle viole, 1991 – M. Mozetich: Lament in the Trampled Garden, 1992 – T. Murail: C’est un jardin secrèt... (Viola), 1976 – T. Nielsen: Il giardino magico (O), 1968; The Frosty Silence in the Gardens (Gitarre), 1990 – T. Niimi: Garden in the Light, 1997 – P. Noergard: Indischer Rosen-Garten und chinesischer Hexen-See, 4. Sinfonie (O), 1981 – I. Nørholm: The Garden with Paths that Part op. 86, 1982; The Sun Garden in Three Shades of Lights, 9. Sinfonie op. 116 (O), 1990 – C. Oertel: Musik für einen Garten, 1986 – V. Olive: The Dream Gardens (K), 1988 – N. Osborne: Stone Garden, 1988 – F. Pennisi: Hortus fragilis, 1976 – A. Pieper: Rufe aus hängenden Gärten, 1994 – R.HP Platz: Senko-hana-bi – In Yoshitake’s Garten, 1997 – H. Pousseur: Vue sur les Jardins interdits, 1973; Deuxième vue sur les Jardins interdits (Orgel), 1973/74; Quatrième vue sur les Jardins interdits (O), 1974; Troisième vue sur les Jardins interdits, 1976; Sixième vue sur les Jardins interdits, 1983; Cortèges des belles ténébreuses au jardin boréal, 1984; Icare aux jardins du verseau - Aquarius Mémorial IV (K & O), 1999; Jardinet avec automates (K), 2000/01 – U. Pulkkis: Enchanted Garden – A musical Tale in eight Chapters (Violine & O), 2000 – S. Rasmussen: Pictures from the Sea’s Garden, 1998 – E. Rautavaara: Autumn Gardens (O), 1999; Garden of Spaces (Tilatarha) (O), 1971 – P. Reade: The Victorian Kitchen Garden, Suite, 1987 – H. Reichenberger: The Garden of Delights (O), 1977 – A. Richard: Jardins, 1976 – W. Richartz: Der Rosengarten op. 98, 1951 – R. Riehm: Garten. Nacht und Mondschein (O), 1999 – U. Rojko: Tongarten, 1989 – E. Roytman: Das Gärtchen. 7 kleine Stücke für die Kleinen (K), 1990 – J. Rueda: Jardin mecanico, 1999 – A. Ruiz-Pipó: Música para un jardín oculto, 1993 – M. Ruzdjak: Klassischer Garten, 1976 – F. Rzewski: Zoologischer Garten (E), 1965 – K. Saariaho: Jardin secréte I (E), 1985; Jardin secréte II (E), 1986; Six Japanese Gardens (E), 1994 – S. Satoh: Firefly Garden, 1998 – H. Sauguet: Garden Concerto, 1969; Le jardin de Mamry (K), 1976 – G. Schiaffini: Il giardino delle delizie (O), 1981 – K.-P. Schneegass: ...im Lindengarten... op. 24, 1998/99 – D. Schostakowitsch: Im Garten, Nr. 4 der Suite Hamlet, 1964 – G. Schurmann: The Gardens of Exile (Cello & O), 1991 – R. Sharman: Orpheus’ Garden, 1986 – G. Siracusa: Jardins de paille, 1983 – M. Smolka: Und in den Gärten der Korallen, die schwach Rosa werden (E), 1987 – B. Sørensen: The Songs of the Decaying Garden (Klarinette), 1986; Sterbende Gärten (Violine & O), 1992/1993 – W. Steffens: Pintura del mundo op. 12, nach H. Bosch, 1968 – K. Stockhausen: Sternklang. Parkmusik für 5 Gruppen, Werk-Nr. 34, 1971 – T. Takemitsu: Shuteika [„Lied des herbstlichen Gartens“] (Gagaku-Ensemble), 1973; In an autumn garden (Gagaku-Orchester), 1973; Garden Rain, 1974; A Flock Descends Achim Hofer 148 into the Pentagonal Garden (O), 1977; A Minneapolis Garden (E), 1986; Spirit Garden (O), 1994 – K. Tanaka: Jardin des herbes (Cembalo), 1989 – M. Tokuyama: Oriental Garden (Harfe), 1998 – A. Villalpando Buitrago: Desde el jardín de Monador (E), 1989 – Krásná zahradnice [Die schöne Gärtnerin] op. 48, 1973 – K.H. Wahren: Nächtliche Tänze toskanischer Jungfrauen in florentinischen Gärten zur Blütezeit der Inquisition, 1986 – F. Walter: Impressionen aus meinem Garten (O), 1960 – G.K. Whitehead: At Night the Garden was full of Voices, 1977 – J. Widmann: Jardin du Luxembourg, 1992/93 – J. Woolrich: The Theatre Represents a Garden: Night (after Mozart), 1991 – Z. Xu: Plum Garden in Snow (O), 1981 – I. Yun: Li-Na im Garten, 1984/85 – G. v. Zieritz: Josefas Garten, 1977 – W. Zimmermann: Garten des Vergessens, 1984; Irrgarten (Basszither), 1997 ab 2001 T. Aberg: In the Garden: Rainy Day (Orgel), 2002 – J. Anderson: Eden, 2005 – B.T. Andersson: The Garden of Delights (O), 2009 – L. Andriessen: Garden of Eros (Streichquartett Nr. 2), 2002 – S. Arcuri: Jardins secrets (K), 2010 – V. Bartulis: Garden (Cello & O), 2005 – A. Boyd: Market Garden and Musicians (K), 2010 – S. Chatman: To the Garden the World, 2006 – G. Connesson: Yu Yan [Garten in Shanghai] (Erhu & O), 2007 – B. Conyngham: The Gardener of Time (O), 2011 – R. Danielpour: In einem Zaubergarten – 7 Präludien (K), 2009 – J.-P. Drouet: Le jardin d’en face, 2008 – J. Firsowa: The Garden of Dreams (O), 2006 – M. Gandolfi: The Garden of Cosmic Speculation, Suite (O), 2004 – D. Göritz: Eisgarten, 2001 – P. Grella-Mozejko: The Secret Garden, 2002 – S. Hakenberg: Der Nachmittag eines Gärtners, 2002 – A. Hillborg: Königsgarten-Variationen, 2006 – P. Hoch: Der Klanggarten (O), 2002 – T. Hosokawa: Garden at First Light (Gagaku-Ensemble), 2002; Im Frühlingsgarten, 2002 – H. Ishida: Mosses in a Snow Garden, 2005 – H. Khoury: Gardens of Love, 2011 – E. Kim: Drei Gartenbilder (O), 2009 – M. Kishino: Monochromer Garten, 2011 – G. Klebe: Il giardino op. 147, 2005 – T. Korvits: In these Gardens, 2004 – S. Kühn: Atmende Räume - 23 Stufen zum Garten - Eine Gebrauchsmusik (O) mit Bewegungsschauspieler, 2002 – I. Kurz: Garten des Lebens – Bild (O), 2004 – T. Marco Aragón: Jardin de Hespérides (K), 2002 – S. Meylaers: The garden, 2005 – C. Musheng: Ein Traum im Pfingstrosengarten (O), 2007 – L. Narvilaitè: [Der Garten der Sorgen], 2005 – G. Neuwirth: Le jardin du passé simple, 2002 – M. Nishikaze: St. Michaels Garden (Gitarre), 2004 – J. Olofsson: Luci and the Garden, 2011 – N. Osborne: Stone Garden II, 2006 – P. Richards: Snake in the Garden (Klarinette & O), 2004 – A.M. Rodriguez: El jardin de senderos que se bifurcan, nach J.L. Borges, 2001 – N. Rosing-Schow: I giardini dietro la città, 2011 – D. Rotaru: Japanese Garden (E), 2006 – D. Rothman: The Garden Party (E), 2001 – K.-P. Schneegass: Im Gartenland - Drei Motive für Streichtrio op. 2, 2001 – O. Schneller: Jardin des fleuves, 2004 – C. Seither: Living Gardens, 2002 – B. Šipuš: Un jardin sous la pluie avec un compositeur sans parapluie, 2009 – H. Tann: Die Gärten der Anna Maria Luise von Medici, 2004 – L. Tian: Jardin demain, 2009 – D. Trueman: Five Gardens (and-a-half) (E), 2007 – K. Vaage: Die Gärten von Hokkaido (Klarinette & O), 2004 – M. Wilkinson: The Garden, 2004 – M. Zavala: Jardines lejanos (K), 2009

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References

Zusammenfassung

Im ersten Band der Landauer Beiträge zur Kultur- und Sozialgeschichte steht die Kultur- und Sozialgeschichte des Gartens im Fokus. Aus dem Blickwinkel der Literatur-, Kultur-, Sprach-, Kunst- und Musikwissenschaft, der Theologie sowie der Sozialwissenschaften werden Zugänge zum Themenfeld Garten entwickelt und in ihrer Breite und Buntheit vorgestellt. Schaut man auf die Kultur- und Sozialgeschichte, so tritt uns der Mensch in vielfältiger Weise als ein gartenmachendes Wesen entgegen, als homo hortensis. Wir finden dies in den traditionsbildenden Erzählungen der jüdisch-christlichen Welt wie in der Geschichte der Literaturen, der bildenden Kunst und der Musik. Wir entdecken es in älteren Repräsentationsanlagen wie in der weiteren Sozial- und Kulturwelt einer jüngeren Gartenkultur. Der Garten ist ein Ort der Öffentlichkeit wie der Heimlichkeit, er erscheint als Erfahrungsraum, als Ort der Liebesbegegnung und der Besinnung, aber auch der Täuschung und des Betrugs. Er ist ein beinahe unerschöpfliches Reservoir der Symbolbildung wie der sprachlichen und kulturellen Differenzierung. In der realen wie symbolischen Präsenz des Gartens kommt der Erfahrungs- und Handlungsraum der jeweiligen politischen, wirtschaftlichen, sozialstrukturellen und kommunikativen Ordnung in augenfälliger Weise zum Tragen.

Die Landauer Beiträge zur Kultur- und Sozialgeschichte dokumentieren die Ergebnisse der regelmäßig stattfindenden Ringvorlesungen der Universität Koblenz-Landau. Die öffentliche Vortragsreihe wird als fester Bestandteil der universitären Veranstaltungskultur vom Fachbereich Kultur- und Sozialwissenschaften am Standort Landau organisiert und widmet sich interdisziplinären Fragestellungen aus dem jeweiligen Blickwinkel der vortragenden Disziplinen. Auf diese Weise wird ein Forum für den aktiven wissenschaftlichen Austausch zwischen den Neuphilologien (Germanistik, Romanistik, Anglistik), der Kunst- und der Musikwissenschaft, der evangelischen und katholischen Theologie, der Soziologie, der Politikwissenschaft sowie der Wirtschaftswissenschaft ermöglicht und befördert.