Vorbemerkung des Herausgebers in:

Jochen-Christoph Kaiser

Hans von Soden, page 7 - 8

Leben und Werk

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-4076-8, ISBN online: 978-3-8288-6950-9, https://doi.org/10.5771/9783828869509-7

Tectum, Baden-Baden
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Vorbemerkung des Herausgebers Aus der intensiven Beschäftigung mit der neuesten Geschichte der nordhessischen Landeskirche in den letzten Jahren ging u.a. – neben den von Martin Hein und Michael Dorhs herausgegebenenQuellenbänden und der Dissertation vonMichael Stahl – die soeben abgeschlossene dreibändige Gesamtdarstellung Kurhessen und Waldeck im 19. und 20. Jahrhundert hervor. Auf diese Weise rückte auch der Name des 1945 früh verstorbenen Marburger Patristikers und Neutestamentlers Hans von Soden erneut ins kirchliche sowie allgemeine regionalgeschichtliche Bewusstsein. Nicht zuletzt die Namensgebung des Zentrums kirchlichakademischer Weiterbildung beider hessischer Landeskirchen als Hans-von-Soden-Institut in Marburg steht für das neuerwachte Interesse an dieser Persönlichkeit. Hans von Soden gehörte nicht nur zu den einflussreichsten Vertretern der Theologischen Fakultät in Marburg, sondern wirkte weit darüber hinaus als informeller Wortführer der Bekennenden Kirche in Kurhessen-Waldeck. Er blieb dabei unabhängig in dieser Position und lehnte nicht nur die deutschchristlich-völkischen Strömungen innerhalb der Landeskirche ab, sondern kritisierte auch jene ,radikalen‘ Kräfte innerhalb der BK, vor allem in Berlin, die in theologischer Hinsicht einen gewissen Fundamentalismus vertraten, der sie aktuelle Tendenzen der exegetischen Forschung (Bultmann) kaum wahrnehmen, geschweige denn akzeptieren ließ. Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, eine erweiterte Fachtagung zum wissenschaftlichen und kirchenpolitischen Wirken Hans von Sodens in der Ev.AkademieHofgeismar zu veranstalten. Die Initiative wurde getragen und unterstützt von der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck und ihrem Bischof Martin Hein, ebenso 7 Vorbemerkung des Herausgebers von der südhessischen Kirche, in Sonderheit von OKR i.R. Klaus- Dieter Grunwald und Synodalpräses UlrichOelschläger. Das Symposion fand dann vom 31. März bis 1. April 2012 in der Ev. Akademie Hofgeismar statt; unter den Teilnehmenden befanden sich viele Mitglieder der Familie von Soden. Der leider mit Verzögerung erst jetzt erscheinende Band gibt die Beiträge der Referenten wieder, denen an dieser Stelle vielmals gedankt sei. Der Dank gilt weiterhin der Vorbereitungsgruppe um meinen damaligen Mitarbeiter Tobias Sarx sowie Katrin Ott, die – von ihremMann Joachim Ott unterstützt – die Satzvorlage für den Berichtsband erstellt hat; ebenso Uwe Tetzlaff, der den Beitrag von Sigrid Bernhardt und das Personenregister gesetzt hat. Schließlich ist der EKKW und ihrem Bischof für den notwendigen Druckkostenzuschuss zu danken, ohne den dieses Buch nicht zustande gekommen wäre. Jochen-Christoph Kaiser Willingshausen-Steinatal, im September 2017 8

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Zusammenfassung

Neben seinem Freund Rudolf Bultmann war Hans von Soden der führende Kopf der Theologischen Fakultät der Philipps-Universität Marburg. Neben seiner akademischen Tätigkeit nahm er großen Einfluss auf das kirchenpolitische Geschehen seiner Zeit in Nordhessen und darüber hinaus. Insofern prägte er den sog. Kirchenkampf in seiner Landeskirche entscheidend mit. Seine verfassungsrechtlichen Vorarbeiten prägten über seinen frühen Tod hinaus die Strukturen des Neubeginns seiner Landeskirche. – Der vorliegende Band enthält die Beiträge einer Fachtagung, die 2012 in der Ev. Akademie Hofgeismar stattfand.