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Anhang in:

Jessica Hartig

Tafelnutzer im Profil, page 341 - 360

Eine empirische Analyse am Beispiel Hessen

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4094-2, ISBN online: 978-3-8288-6940-0, https://doi.org/10.5771/9783828869400-341

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
341 Anhang Der nachfolgende Screenshot zeigt den Nachweis dafür, dass zum Zeitpunkt des Verfassens der vorliegenden Arbeit ein großer Anteil an Tafeln die Begriffe „Kunde“, „Ausgabe“ und „Einkauf “ in einem Kontext verwendet (siehe Kapitel 3.2.1). Abbildung 1 Screenshot zur Internetsuche der Begriff „Kunde“, „Ausgabe“ und „Einkauf “ im Kontext der Tafeln. Detaillierte Darstellung von Sponsoren der Tafeln sowie von Sponsorenaktivitäten Die Metro Group unterstützt den Auf- und Ausbau der Berliner Geschäftsstelle finanziell. Zusätzliche Spenden werden durch Sonderaktio- 342 Jessica Hartig: tafelnutzer im Profil nen generiert, wie z. B. der Verkauf von Kochbüchern. Zudem spenden die zur Metro Group gehörenden Supermärkte Real und Metro Cash & Carry sowie Galeria Kaufhof regelmäßig Lebensmittel an Tafeln im gesamten Bundesgebiet. Die Rewe Group sponsert das jährliche Bundes- Tafeltreffen inklusive Mitgliederversammlung des Bundesverbands Deutsche Tafel e.V., indem sie die Lebensmittel für Begleitveranstaltungen des Bundestafeltreffens spendet. Zudem verteilt sie mit ausgewählten Tafeln gesunde Frühstückstüten an Schulkinder in „sozialen Brennpunkten“. In den Lebensmittelmärkten besteht zusätzlich für Kunden die Möglichkeit, ihr Flaschenpfand an die Tafeln zu spenden und außerdem werden in den Filialen „Kauf eins mehr“-Aktionen durchgeführt (Bundesverband Deutsche Tafel e.V. 2014e). Das Flaschenpfand-Spenden-System sowie die „Kauf-eins-mehr“-Aktionen werden ebenfalls von Lidl praktiziert. Die Flaschenpfandspenden werden für spezielle Tafel-Projekte vor Ort verwendet. Die Mercedes Benz Vertriebs GmbH spendete 1998 einmalig 100 gebrauchte Fahrzeuge des Typs Mercedes-Benz Vito inklusive Service-Vertrag. Seit dem Jahr 2000 unterstützt Mercedes Benz die Tafeln, indem den Tafeln ein Großteil der Kosten beim Kauf eines Mercedes-Benz Sprinter oder Vito erlassen wird. Im gesamten Bundesgebiet werden die Tafeln derzeit regelmäßig von folgenden Handelsketten mit Lebensmittelspenden unterstützt: Aldi Süd, Combi, Edeka, Extra, Famila, Galeria Kaufhof, Globus, Kaufland, Marktkauf, Metro Cash & Carry, Nahkauf, Netto Marken-Discount, Penny, Real, Rewe, und Spar. Die Lebensmittelhersteller Griesson/de Beukelaer und die Wagner Tiefkühlprodukte spenden regelmäßig Großmengen ihrer Produkte an die Tafeln. Der Lebensmittelkonzern Mondelez Deutschland versorgt die Tafeln regelmäßig mit großen Mengen seiner Marken-Lebensmittel. Zu den weiteren bundesweit agierenden Spendern und Sponsoren gehören: ADAC (Schutzbrief- und Rechtsschutz-Versicherungs-AG), das Direktmarketingunternehmen BC Direct Group, Deutsche Telekom, Spedition Emons, Sozialsponsoring und Marketing Greive, Werbeagentur HUN- DERT89 East, Logistikdienstleister IFCO, Kirchhoff Consult (Agentur für Finanz- und Unternehmenskommunikation), Lebensmittel Praxis Verlag, Lions Club, Rechtsanwälte Müller-Boré, Konsumgüterunternehmen Procter & Gamble Germany GmbH, Sodexo Services GmbH, Stiftunglife, Werner & Mertz GmbH, TNT Express, Business-to-Business- Expressdienstleister TNT Express, Trefz Logistik & Spedition GmbH, Vergölst Reifen- und Autoservice, Viessmann Kältetechnik AG. Für eine 343 �n��ng detaillierte Auflistung des Engagements der aufgezählten Sponsoren sei auf die Homepage des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V. verwiesen. Zudem unterstützen bundesweit weitere tausend Unternehmen die Tafeln. Dazu zählen: Örtliche Bäckereien, Fleischereien, Supermärkte, Kfz- Betriebe, Grafiker, usw. Privatpersonen können die Tafeln durch Lebensmittelspenden, Geldspenden, Dienstleistungen sowie durch ehrenamtliches Engagement unterstützen (Bundesverband Deutsche Tafel e.V. 2014e). Pretest Fragebogenstudie an TafelnutzerInnen bei der Tafel in Gießen 07 .07 .2014 bis 09 .07 .2014 Tabelle 1 Kurzübersicht einiger demographischer Variablen im Rahmen des Pretests Demographische Variablen Variablenausprägung Anzahl Geschlecht Männlich 3 Tafelnutzer (TN) Weiblich 9 TN Alter Mittelwert 49 Jahre (Min, Max) (Jüngste/r TN: 20 Jahre, älteste/r TN: 72 Jahre) Migrationshintergrund Ja 8 TN Nein 4 TN Die im Folgenden dargestellten Antworten der TafelnutzerInnen werden mit TN gekennzeichnet. Dabei stammen die Antworten von verschiedenen TeilnehmerInnen am Pretest. Zum Teil sind die Antworten das Ergebnis spontaner Äußerungen der TN ohne direkte Nachfrage der Untersuchungsleiterin (UL). Sind Sie mit der Frische der Lebensmittel von der Tafel zufrieden? (Kreuzen Sie bitte nur EINE Antwort an.) ☐ Ja ☐ Eher ja ☐ Eher nein ☐ Nein 344 Jessica Hartig: tafelnutzer im Profil Nachfrage UL: Was verstehen Sie unter „Frische der Lebensmittel“? Bitte nennen Sie mir ein Beispiel. TN: „Bei der Tafel bekomme ich Obst und Gemüse, was ich mir sonst nicht leisten kann.“ TN: „Was nichts ist, werfe ich weg. Ich bin noch von der Generation, die viele Lebensmittel verarbeitet.“ Würden Sie die Zusammenstellung der Lebensmittel von der Tafel auch selbst in einem Supermarkt kaufen? (Kreuzen Sie bitte nur EINE Antwort an.) ☐ Ja ☐ Eher ja ☐ Eher nein ☐ Nein Nachfrage UL: Was verstehen Sie unter „Zusammenstellung der Lebensmittel“? Bitte nennen Sie mir ein Beispiel. TN: „Eine Packung Käse kostet ja schon 2 Euro, das könnte ich mir ohne die Tafeln nicht leisten. Ich bekomme hier hochwertige Lebensmittel für wenig Geld.“ TN: „Das Brot von der Tafel würde ich mir auch selbst kaufen. Die Joghurts nicht. Die sind alle abgelaufen. Das Zeug an sich ist gut, aber eben abgelaufen. Aber sonst kann ich gut von den Sachen leben.“ TN: „Die Sachen sind an sich essbar, aber ich würde ganz anders wählen. Aber immerhin probiere ich dadurch Sachen, die ich sonst nicht probieren würde.“ Wie fühlen Sie sich, wenn Sie bei der Tafel Lebensmittel abholen? (Bitte kreuzen Sie für jede Beschreibung an, wie sehr es auf Sie zutrifft.) trifft nicht zu trifft zu Willkommen ① ② ③ ④ ⑤ TN: „Ich fühle mich nicht willkommen, da meine Freundin mir nicht beim Einpacken der Lebensmittel helfen darf, sondern draußen warten muss, bis ich meine Lebensmittel eingepackt habe. Da müsste sich einiges ändern.“ TN: „Jetzt willkommen, am Anfang habe ich mich beschissen gefühlt.“ 345 �n��ng Bitte kreuzen Sie an, wie sehr Sie den folgenden Aussagen zustimmen. Andere Tafel-Kunden bekommen mehr oder bessere Lebensmittel als ich. ① ② ③ ④ ⑤ TN: „Insofern schon, da einige Kunden ja wöchentlich Lebensmittel bekommen und ich nur alle 14 Tage. An sich habe ich keine Lust auf Neid. Ich will nur meine Sachen holen und fertig.“ Anmerkung UL: Eine Kundin sagt, dass es sie nervt, dass viele TafelnutzerInnen unnötig lang beim Einpacken der Lebensmittel brauchen, weil z. B. „ein Russe den Text auf den Lebensmittelverpackungen versucht zu lesen, obwohl er gar nicht auf Deutsch lesen kann“. Ohne die Tafel hätte ich an einigen Tagen zu wenig zum Essen. ① ② ③ ④ ⑤ TN: „Ich bezahle eher eine Rechnung und spare dann am Essen.“ TN: „Stimmt“. TN: „Zu wenig nicht. Dann gibt es halt an einigen Tagen mal nur Marmeladenbrot.“ Durch die Tafel ernähre ich mich gesünder. ① ② ③ ④ ⑤ TN: „Nein, Tafel ist ungesund. Salat wird nach 2 Tagen schlecht.“ TN: „Ja, wegen dem Obst, was ich bei der Tafel bekomme.“ Es ist in Ordnung, die Tafel mehrere Jahre zu nutzen. ① ② ③ ④ ⑤ TN: „Die Lebensmittel müssen teilweise am selben Tag verarbeitet werden. Also muss man als Kunde die Bereitschaft dazu haben.“ Wer finanziert Ihrer Meinung nach die Tafel? (Sie können hier mehrere Antworten ankreuzen.) ☐ Die Tafel selbst ☐ Spenden durch Unternehmen und Privatpersonen 346 Jessica Hartig: tafelnutzer im Profil ☐ Der Staat ☐ Sonstiges und zwar ____________________ Der Sozial-Staat sollte den Tafeln Geld geben, damit mehr Menschen zu den Tafeln gehen können. ① ② ③ ④ ⑤ TN: Die Tafelmitarbeiter arbeiten alle ehrenamtlich. Die sollten alle 50 Euro im Monat für die Arbeit bei der Tafel bekommen. Gibt es Dinge, bei denen Sie/Ihre Familie sich aus finanziellen Gründen schon einschränken musste? Wasserverbrauch TN: „Im Sommer dusche ich immer kalt, weil ich mir Warmduschen nicht leisten kann. Nur im Winter dusche ich auch warm.“ Allgemeine Kommentare der TafelnutzerInnen: „Ich würde mich freuen, wenn bei der Tafel mehr für Kinder gemacht wird.“ (Anmerkung Untersuchungsleiterin: Gemeint waren in diesem Zusammenhang mehr Angebote der Tafel speziell für die Zielgruppe der Kinder). Eine Kundin ist mit dem Ablauf der Verteilung nicht zufrieden. Es geht ihr nicht schnell genug. Ihre Idee: „Vielleicht müsste man die TafelmitarbeiterInnen mehr bezahlen oder ihnen die Möglichkeit geben, selbst mehr Lebensmittel mitzunehmen.“ „Menschen sollten maximal 8–9h am Tag arbeiten, ggf. auch weniger. Piloten und Ärzte sollten nicht übermüdet arbeiten müssen. Unternehmen gehen wie Heuschrecken rum und holen sich die Subventionen. Deutschland soll den Binnenmarkt stärken. Durch den 2. Arbeitsmarkt steht Deutschland in Europa gut da, aber die Bedingungen für die Menschen, die dort arbeiten, sind schlecht. Wenn Menschen, die arbeiten, von dem Geld leben könnten, was sie verdienen, dann wäre das gut. Das Angebot der Tafeln zeigt, dass es in Bezug auf Lebensmittel einen Überfluss in Deutschland gibt. Wünsche mir eine wöchentliche Ausgabe auch für alleinstehende Menschen. Die Themen im Fragebogen haben mich aufgeregt, ich bin geladen, 347 �n��ng weil alles aussichtslos und trostlos ist. In Deutschland ist es aber noch besser als in anderen Ländern, bzw. so wird es in den Medien dargestellt.“ „Tafeln sind eine gute Sache, vor allem als alleinerziehende Mutter ist es eine große Hilfe. Ich bin ausgebildete Frisörin und habe einen Bandscheibenvorfall. Mein Kind kostet mich Energie. Es ist zwar im Kindergarten, aber ich plane noch etwas zuhause zu sein, bis mein Kind etwas älter ist. Ich lebe von Hartz IV und wohne in einer 3-Zimmer-Whg., die 580 Euro Miete im Monat kostet. Nur 500 Euro werden davon übernommen. Hinzu kommen dann noch Strom, Kosten für Kommunikation, Musikschule für das Kind, Auto (Tanken). Am Ende bleiben vielleicht noch 100 Euro. Am Wochenende möchte mein Kind dann auch mal etwas unternehmen. Ich bin jetzt seit 2 Jahren bei der Tafel. Mit meinem Kind war ich mal mit dem Bus eine Woche im Urlaub. Das hat für uns beide 400 Euro gekostet. Da habe ich die lange Busfahrt dann trotz meines Bandscheibenvorfalls auf mich genommen. Mein Kind war sehr froh darüber. Ich schreibe jede Woche Bewerbungen. Es soll geplant sein, dass der Kindergarten in Kürze auch länger (bis 18 Uhr) geöffnet haben soll. Durch die Ersparnis durch die Tafel kann ich meinem Kind auch mal was kaufen. Ich bin eine Frau, die sparen, kochen und backen kann. Bei mir geht es also noch. Ich habe andere Frauen erlebt, die können gar nichts, die sind voll depressiv. Ich sage dann zu denen: „Warum gehst du mit deinen Kindern zu Mc Donald’s, wenn du kein Geld hast? Oder manche Frauen können auch nicht einkaufen. Die kaufen dann nur Fertigprodukte…ich mache noch alles selbst mit frischen Zutaten…ich koche, backe…“ In Russland gibt es zwar kein Sozialamt und kein Hartz IV, aber dafür ist der Kindergarten von 8–19 Uhr geöffnet. Da gibt es keine Ferien, pädagogische Tage. Die Kinder bekommen dort vier Mahlzeiten am Tag und können dort Sport und Musik machen. Wenn Eltern Schicht arbeiten, dann können die Kinder auch über Nacht im Kindergarten bleiben. Auch gibt es einen extra Raum für kranke Kinder, die dort von einer Krankenschwester betreut werden. Ich finde es nicht in Ordnung, dass der Kindergarten in Deutschland im Sommer drei Wochen geschlossen ist. Als ich noch gearbeitet habe, wurde mir gesagt, dass mein Kind in einen Ersatz-Kindergarten gehen kann. Aber wie soll das gehen? Mein Kind geht nicht in einen Ersatzkindergarten…er weint dort. Ich wünsche mir allgemein längere Öffnungszeiten vom Kindergarten und mehr Flexibilität, dass ich z. B. an 2–3 Tagen pro Woche nach Bedarf sagen kann: „Heute bleibt mein Kind bis 18 Uhr im Kindergarten.“ Ich habe mal 6 Mo- 348 Jessica Hartig: tafelnutzer im Profil nate lang gearbeitet. Mein Chef verlängerte meinen Vertrag nicht, nachdem ich gesagte hatte, dass ich im Sommer drei Wochen Urlaub brauche, weil der Kindergarten geschlossen ist. Ich war auch immer gestresst, weil der Kindergarten jeden 4. Freitag im Monat schon mittags geschlossen hat. Dadurch habe ich auch viele Freunde verloren, weil ich ständig herumtelefonieren musste, wer mein Kind abholen kann. Meine Freunde haben dann irgendwann immer gesagt, dass sie keine Zeit oder schon etwas vorhaben. In meinem Beruf verdiene ich nicht viel. Nur 8 Euro/Stunde. In Teilzeit hatte ich so 800 Euro im Monat. Davon muss ich dann noch den Hort bezahlen, das lohnt sich einfach nicht. Ich habe schon mehrmals Probe gearbeitet. Beim letzten Probearbeiten durften sich die Mitarbeiterinnen nicht mal zwischendurch hinsetzen, auch nicht, wenn wenig los war. Sie sollten dann rumlaufen und z. B. etwas reinigen. Mit meinem Bandscheibenvorfall muss ich aber auch mal kurz sitzen können. Für die ganzen Probearbeiten habe ich bisher noch nie Geld bekommen.“ Tabelle 2 Übersicht aller befragten Tafelausgabestellen (nach Regierungsbezirken) Regierungsbezirke Besuchte Tafelausgabestelle Zugehörige Tafelausgabestellen Träger Nordhessen (Kassel) Bad Arolsen Evang. Kirchengemeinde Bad Arolsen Bad Hersfeld Zweckverband Diakonie in den Kirchenkreisen Hersfeld und Rotenburg Bad Wildungen Bürgerhilfe Bad Wildungen Baunatal Schauenburg e.V. Bebra Katholische Kirche Rotenburg Eschwege e.V. Frankenberg e.V. Fulda e.V. Hünfeld Deutsches Rotes Kreuz Hünfeld Kassel e.V. Korbach e.V. Schwalmstadt Fritzlar, Homberg, Melsungen DW Schwalm-Eder-Kreis Witzenhausen e.V. 349 �n��ng Wolfhagen Hofgeismar DW Hofgeismar-Wolfhagen Mittelhessen (Gießen) Alsfeld e.V. Biedenkopf DW Biedenkopf Butzbach e.V. Dillenburg DRK, Kreisverband Dillkreis e.V. Gießen Gießen, Reiskirchen, Lollar, Linden, Pohlheim, Grünberg, Hungen DW Gießen Lauterbach e.V. Lich Hungen Ev. Kirchengemeinde Hungen in Kooperation mit Diakonischen Werk Gießen Marburg e.V. Weilburg e.V. Wetzlar Evang. Kirchengemeinde Niedergirmes Südhessen (Darmstadt) Bad Schwalbach Taunusstein, Idstein Diakonisches Werk Rheingau-Taunus Bad Vilbel Nachbarschaftshilfe Bad Vilbel Bensheim e.V., Pfarrgemeinde St. Georg Büdingen Evangelisches Dekanat Büdingen Darmstadt e.V. Dieburg e.V. Dietzenbach e.V. Frankfurt Offenbach e.V. Friedberg e.V. Gelnhausen e.V. Groß-Gerau Riedstadt-Crumstadt Diakonie Kreis Groß-Gerau Gustavsburg Ginsheim e.V. Hanau Lichtblick Stiftung der Evang. Marienkirchengemeinde zu Hanau Hattersheim Hofheim Caritas Main-Taunus Lampertheim* Bürstadt, Rimbach Diakonisches Werk Bergstraße Langen e.V. Michelstadt Erbach e.V. Nidda Schotten e.V. 350 Jessica Hartig: tafelnutzer im Profil Oberursel Bad Homburg, Neu-Anspach-Westerfeld, Königstein, Friedrichsdorf Diakonisches Werk Hochtaunus Rüsselsheim Raunheim, Kelsterbach Pfarrei Heilige Familie in Zusammenarbeit mit Caritasverband Schwalbach Bad Soden, Eschborn, Sulzbach Evang. Familienbildung Main-Taunus in Zusammenarbeit mit DW Main-Taunus Steinau Schlüchtern e.V. Viernheim Katholisches Sozialzentrum Viernheim, Pfarrgemeinde St. Michael Wiesbaden e.V. Anmerkung: DRK = Deutsches Rotes Kreuz; DW = Diakonisches Werk * Die Tafel Lampertheim wurde zwar im Rahmen der Erhebung besucht, allerdings konnte dort nicht befragt werden, da die Tafel zum Erhebungszeitpunkt zeitweise geschlossen war aufgrund eines Umzuges. Tabelle 3 Erhebungscharakteristika Häufigkeit n (%) Wochentag Befragung Montag 71 (14,0 %) Dienstag 85 (16,8 %) Mittwoch 83 (16,4 %) Donnerstag 75 (14,8 %) Freitag 109 (31,5 %) Samstag 84 (16,6) Größe Stichprobe pro Standort 1–4 TafelnutzerInnen 3 (0,6 %) 5–9 TafelnutzerInnen 132 (26,0 %) 10–15 TafelnutzerInnen 189 (37,3 %) 16–20 TafelnutzerInnen 183 (36,1 %) Anmerkung: In der Tabelle ist dargestellt, wie hoch der Anteil an TafelnutzerInnen an den jeweiligen Wochentagen war. Mit der Größe der Stichprobe pro Standort wird aufgezeigt, wie sich die Befragten auf die Kategorien verteilen. Wie aus der Tabelle hervorgeht, konnten lediglich an einer Tafel weniger als fünf TafelnutzerInnen befragt werden. 351 �n��ng Tabelle 4 Übersicht Staatsbürgerschaften der TafelnutzerInnen mit einer anderen Staatsbürgerschaft als der Deutschen oder einer Staatsbürgerschaft zusätzlich zur Deutschen (n = 58) Staatsbürgerschaft Häufigkeit Prozent Afghanisch 1 1,7 Ägyptisch 1 1,7 Albanisch 1 1,7 Bosnisch 1 1,7 Brasilianisch 1 1,7 Britisch 1 1,7 Bulgarisch 3 5,2 Iranisch 1 1,7 Jugoslawisch 2 1,7 Kasachisch 1 1,7 Kosovarisch 2 3,4 Kroatisch 1 1,7 Litauisch 1 1,7 Marokkanisch 1 1,7 Niederländisch 1 1,7 Österreichisch 2 3,4 Polnisch 3 5,2 Rumänisch 1 1,7 Russisch 5 8,6 Serbisch 2 3,4 Syrisch 2 3,4 Tschechisch 1 1,7 Tunesisch 1 1,7 Türkisch 6 10,3 Ukrainisch 5 8,6 Ungarisch 1 1,7 US-Amerikanisch 4 6,9 Keine Angabe 4 6,9 352 Jessica Hartig: tafelnutzer im Profil Anmerkung: Nicht aufgelistet ist die Antwort eines/einer Befragten, die/der angab, die „arabische“ Staatsbürgerschaft zu besitzen, da „arabisch“ sich auf viele Staaten hätte beziehen können, sodass eine Zuordnung zu einer Nationalität nicht möglich war. Tabelle 5 Darstellung der Freitext-Antworten innerhalb der Kategorie „Sonstiges“ bezogen auf die Frage „Welche Erwerbs-Situation trifft jetzt auf Sie zu? (Frage 33 im Fragebogen) Antwort als Freitext Anzahl TafelnutzerInnen Anmerkung SchülerIn, Auszubildende/-r, StudentIn, UmschülerIn 6 manche Azubis/Umschüler könnten sich auch der Kategorie erwerbstätig in Voll- oder Teilzeit zugeordnet haben, insbesondere bei betrieblichen Umschulungen. Pflegende Angehörige 4 Arbeitsgelegenheit, Maßnahme 3 innerhalb der Befragten, die angaben, derzeit arbeitslos zu sein, nahmen mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Befragungszeitpunkt mehr als vier Befragte an einer Maßnahme teil Arbeitsunfähig, auf Dauer krankgeschrieben wegen Krankheit, behindert, durch Krankheit nicht vermittelbar, durch Lebensbedingungen krank (Bezug SGB XII), Erwerbsminderungsrente beantragt, gesundheitliche Gründe, krank, Krankengeld, Krankheit, langzeitkrank, noch krank, um Reha kämpfend 12 Aufstockende Sozialhilfe/Hartz-IV-Aufstocker 1 Ehrenamtlich in Bibliothek 1 Honorartätigkeit 10 Stunden (hierbei ist unklar, ob 10 Stunden im Monat oder anders verteilt)/gelegentlich Malerarbeiten (1x im Monat) 1 Obdachlos 1 353 �n��ng Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) in Teilzeit 1 hierbei ist jedoch unklar, inwiefern Befragte, die in einer WfbM tätig sind, sich nicht der Kategorie erwerbstätig Vollzeit bzw. Teilzeit zugeordnet haben Tabelle 6 Häufigkeit Erwerbsstatus TafelnutzerInnen differenziert nach Geschlecht210 TafelnutzerInnen Jetziger Erwerbsstatus gesamt = 459 (n = 510 Antworten) n (% der Fälle) männlich = 167 (n = 179 Antworten) n (% der Fälle) weiblich = 287 (n = 326 Antworten) n (% der Fälle) Chi-Quadrat Arbeitslos/arbeitsuchend 152 (33,1 %) 77 (46,1 %) 73 (25,4 %) .000*** RentnerIn/PensionärIn/ Vorruhestand1 86 (18,7 %) 28 (16,8 %) 57 (19,9 %) .230 Dauerhaft erwerbsunfähig 47 (10,2 %) 17 (10,2 %) 30 (10,5 %) .896 Minijob 51 (11,1 %) 17 (10,2 %) 34 (11,8 %) .561 Nicht erwerbstätige/-r Hausfrau/-mann 40 (8,7 %) 4 (2,4 %) 36 (12,5 %) .000*** Sonstige 33 (7,2 %) 12 (7,2 %) 21 (7,3 %) .933 Hauptberuflich erwerbstätig in VZ 30 (6,5 %) 16 (9,6 %) 13 (4,5 %) .037* 210 In dieser Tabelle umfasst die Kategorie Rentner alle Altersgruppen, da sich mitunter auch TafelnutzerInnen mit Erwerbsunfähigkeitsrente der Kategorie „RentnerIn“ zugeordnet hatten. Die Summe der Addition der Häufigkeiten männlicher und weiblicher TafelnutzerInnen ergibt in manchen Fällen nicht die Anzahl an TafelnutzerInnen gesamt, da in die Gesamtsumme auch die TafelnutzerInnen mit eingerechnet wurden, die keine Angabe zu ihrem Geschlecht gemacht hatten. Mittels Chi-Quadrat bzw. Fisher’s exaktem Test (ex.T.n.F.) wurde überprüft, ob die Merkmale Geschlecht und Erwerbsstatus voneinander unabhängig sind. Aufgrund der Hypothese H1.5a, die besagt, dass mehr Rentnerinnen als Rentner die Tafel nutzen, wurde beim Erwerbsstatus RentnerIn eine einseitige Hypothesentestung durchgeführt. Bei allen anderen Erwerbsstatus erfolgte die Hypothesentestung zweiseitig. Einseitige Hypothesentestung erfolgte ebenfalls beim Erwerbsstatus hauptberuflich erwerbstätig in Teilzeit, da angenommen wurde, dass Teilzeitarbeit nach wie vor ein eher „weibliches Phänomen“ ist. 354 Jessica Hartig: tafelnutzer im Profil Mutterschaftsurlaub/Elternzeit 31 (6,8 %) 0 31 (10,8 %) .000*** Hauptberuflich erwerbstätig in TZ 26 (5,7 %) 2 (1,2 %) 23 (8,0 %) .002** Zeitarbeit/Leiharbeit 8 (1,7 %) 4 (2,4 %) 4 (1,4 %) .476 ex.T.n.F Selbstständig 4 (0,9 %) 2 (1,2 %) 2 (0,7 %) .629 AsylbewerberIn 2 (0,4 %) 0 2 (0,7 %) .533 ex.T.n.F Anmerkung: Abkürzungen: ex.T.n.F. = exakter Test nach Fisher; VZ = Vollzeit, TZ = Teilzeit. 1; signifikant auf dem Niveau: * <.05, ** <.01, ***<.001 Tabelle 7 Operationalisierung von Bildung/Ausbildung innerhalb der Tafelnutzerbefragung in Anlehnung an den Winkler-Index Punktwert Bildung (nach Winkler/Stolzenberg) Variable in Tafelnutzerbefragung Ausbildung (nach Winkler & Stolzenberg) Variable in Tafelnutzerbefragung 1 Noch kein Schulabschluss Nie Schule besucht Noch SchülerIn oder Haupt-/Volksschule Haupt-/Volksschule, Polytechnische Schule mit Abschluss 8./9. Klasse und Anderer Berufsabschluss Kein Berufsabschluss (Auszubildender) Anderer beruflicher Ausbildungsabschluss, berufliches Praktikum, Volontariat, beruflich-betriebliche Anlernzeit mit Abschlusszeugnis, aber keine Lehre, ausländischer Ausbildungsabschluss, Teilfacharbeiterabschluss Keinen beruflichen Ausbildungsabschluss, Noch in der Lehre/Ausbildung Realschule/Mittlere Reife/POS/10. Klasse Mittlere Reife Fachhochschulreife/ Fachoberschule Fachhochschulreife (Abschluss Fachoberschule) Anderer Schulabschluss Anderer Schulabschluss (z.B. Abschluss einer Lernförderschule, Schulabschluss im Ausland) Schule beendet ohne Abschluss Schule besucht, aber kein Schulabschluss 355 �n��ng 2 Haupt-/Volksschule Haupt-/Volksschule, Polytechnische Schule mit Abschluss 8./9. Klasse und Lehre, berufl.-betriebl. Ausbildung, BFS, Handelsschule, berufl.-schul. Ausbildung, Fachschule Noch in berufl. Ausbildung Abgeschlossene Lehre Berufsfachschulabschluss Fachschulabschluss Umschulung, Meister-/Technikerabschluss Noch in der Lehre/ Ausbildung Anderer Schulabschluss Anderer Schulabschluss (z.B. Abschluss einer Lernförderschule, Schulabschluss im Ausland) Schule beendet ohne Abschluss Schule besucht, aber kein Schulabschluss 3 Realschule/Mittlere Reife Mittlere Reife und Lehre, berufl.-betriebl. Ausbildung, BFS, Handelsschule, berufl.-schul. Ausbildung, Fachschule Noch in berufl. Ausbildung Abgeschlossene Lehre Berufsfachschulabschluss Fachschulabschluss Umschulung, Meister-/ Technikerabschluss Noch in der Lehre/ Ausbildung 4 POS/10. Klasse Fachhochschulreife/ Fachoberschule Fachhochschulreife/ Abschluss Fachoberschule und Lehre, berufl.-betriebl. Ausbildung, BFS, Handelsschule, berufl.-schul. Ausbildung, Fachschule Noch in berufl. Ausbildung Abgeschlossene Lehre Berufsfachschulabschluss Fachschulabschluss Umschulung, Meister-/Technikerabschluss Noch in der Lehre/ Ausbildung 356 Jessica Hartig: tafelnutzer im Profil 5 Abitur, EOS, allgemeine fachgebundene Hochschulreife Abitur/erweiterte Oberschule und Lehre, berufl.-betriebl. Ausbildung, BFS, Handelsschule, berufl.-schul. Ausbildung, Fachschule Abgeschlossene Lehre Berufsfachschulabschluss Fachschulabschluss Noch in berufl. Ausbildung Umschulung, Meister-/Technikerabschluss Anderer Berufsabschluss Noch in der Lehre/ Ausbildung Keinen Berufsabschluss Anderer beruflicher Ausbildungsabschluss, berufliches Praktikum, Volontariat, beruflich-betriebliche Anlernzeit mit Abschlusszeugnis, aber keine Lehre, ausländischer Ausbildungsabschluss Noch in beruflicher Ausbildung Keinen beruflichen Ausbildungsabschluss 6 Fachhochschule, Ingenieurschule Fachhochschulabschluss/Abschluss einer Ingenieurschule 7 Universität/Hochschule Universitätsabschluss Anmerkung: POS = Polytechnische Oberschule, BFS = Berufsfachschule, EOS = erweiterte Oberschule; Quelle: Winkler/Stolzenberg 2009: Adjustierung des Sozialen Schicht-Index für die Anwendung im Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) 2003/2006, S. 20 in Verbindung mit eigener Darstellung. 357 �n��ng Tabelle 8 Operationalisierung von Bildung/Ausbildung innerhalb der ALLBUS-Stichprobe in Anlehnung an den Winkler-Index Punktwert Bildung (nach Winkler/Stolzenberg) Variable in ALL- BUS-Stichprobe Ausbildung (nach Winkler/Stolzenberg) Variable in ALL- BUS-Stichprobe 1 Noch kein Schulabschluss Noch Schüler oder Haupt-/Volksschule Haupt-/Volksschule und Anderer Berufsabschluss Kein Berufsabschluss (Azubi) Anderer Abschluss, berufliches Praktikum, Volontariat, beruflich-betriebliche Anlernzeit, Keinen beruflichen Ausbildungsabschluss Realschule/Mittlere Reife/POS/10. Klasse Mittlere Reife Fachhochschulreife/ Fachoberschule Fachhochschulreife Anderer Schulabschluss Anderer Schulabschluss Schule beendet ohne Abschluss Ohne Abschluss 2 Haupt-/Volksschule Haupt-/Volksschule und Lehre, berufl.-betriebl. Ausbildung, BFS, Handelsschule, berufl.-schul. Ausbildung, Fachschule Landwirtschaftliche Lehre Kaufmännische Lehre Berufsfachschulabschluss Fachschulabschluss Meister Anderer Schulabschluss Anderer Schulabschluss Schule beendet ohne Abschluss Ohne Abschluss Noch in berufl. Ausbildung 3 Realschule/Mittlere Reife Mittlere Reife und Lehre, berufl.-betriebl. Ausbildung, BFS, Handelsschule, berufl.-schul. Ausbildung, Fachschule Landwirtschaftliche Lehre/kaufmännische Lehre, Berufsfachschulabschluss Fachschulabschluss MeisterNoch in berufl. Ausbildung 358 Jessica Hartig: tafelnutzer im Profil 4 POS/10. Klasse Fachhochschulreife/ Fachoberschule Fachhochschulreife und Lehre, berufl.-betriebl. Ausbildung, BFS, Handelsschule, berufl.-schul. Ausbildung, Fachschule Landwirtschaftliche Lehre/kaufmännische Lehre, Berufsfachschulabschluss, Fachschulabschluss, MeisterNoch in berufl. Ausbildung 5 Abitur, EOS, allgemeine fachgebundene Hochschulreife Abitur und Lehre, berufl.-betriebl. Ausbildung, BFS, Handelsschule, berufl.-schul. Ausbildung, Fachschule Landwirtschaftliche Lehre/kaufmännische Lehre, Berufsfachschulabschluss, Fachschulabschluss, Meister Anderer beruflicher Ausbildungsabschluss, berufliches Praktikum, Volontariat, beruflich-betriebliche Anlernzeit Keinen beruflichen Ausbildungsabschluss Noch in berufl. Ausbildung Anderer Berufsabschluss Keinen Berufsabschluss Noch in beruflicher Ausbildung 6 Fachhochschule, Ingenieurschule Fachhochschulabschluss 7 Universität/Hochschule Universitätsabschluss Anmerkung: POS = Polytechnische Oberschule, BFS = Berufsfachschule, EOS = erweiterte Oberschule; Quelle: Winkler/Stolzenberg 2009: Adjustierung des Sozialen Schicht-Index für die Anwendung im Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) 2003/2006, S. 20 in Verbindung mit eigener Darstellung. 359 �n��ng Tabelle 9 Operationalisierung von Haushaltsnetto-Einkommen (Tafelnutzerstichprobe und ALLBUS-Stichprobe) Punktwert Haushaltsnettoeinkommen (nach Winkler/Stolzenberg) Operationalisierung in der Tafelnutzererhebung Operationalisierung in der ALLBUS–Stichprobe 1 < 1250 Euro Bis 400 Euro < 200–499 Euro 2 1250–< 1750 Euro 401–710 Euro 500–749 Euro 3 1750–< 2250 Euro 711–1300 Euro 750–1374 Euro 4 2250–< 3000 Euro 1301–1750 Euro 1375 Euro–1749 Euro 5 3000–< 4000 Euro über 1751 Euro über 1750 Euro 6 4000–< 5000 Euro – – 7 >= 5000 Euro – – Anmerkung: Da die Kategorienbildung des Haushaltsnetto-Einkommens bei der ALLBUS 2012-Erhebung von der Kategorienbildung bei der Tafelnutzer-Befragung abweicht, überschneiden sich die Abstufungen teilweise leicht. Da die ALLBUS 2012-Stichprobe hinsichtlich des SES mit der Tafelnutzerstichprobe verglichen werden soll, werden auch für die ALLBUS 2012-Stichprobe lediglich fünf Kategorien gebildet. Tabelle 10 Vergleich allgemeinbildender Schulabschlusses (Tafelnutzer vs. ALLBUS) Bildungsniveau Schulabschluss TafelnutzerInnen (n = 482) ALLBUS (n = 3478) Chi-Quadrat Phi-Koeffizient als Effektstärkemaß n (%) n (%) p φ * Niedrig Ohne Abschluss 41 (8,5 %) 59 (1,7 %) <.001 .142 Noch SchülerIn 1 (0,2 %) 27 (0,8 %) .244 (ex.T.n.F) .022 Volks-/Hauptschulabschluss 183 (38,0 %) 1076 (30,9 %) <.005 -.049 Summe niedriges Niveau 225 (46,7 %) 1162 (33,4 %) – – Mittel Mittlere Reife 122 (25,3 %) 1232 (35,4 %) <.001 .070 Hoch Fachhochschulreife 31 (6,4 %) 227 (6,5 %) .937 .001 Abitur 44 (9,1 %) 841 (24,2 %) <.001 .118 Summe hohes Niveau 75 (15,5 %) 1068 (30,7 %) – – 360 Jessica Hartig: tafelnutzer im Profil Ohne Anderer Schulabschluss 60 (12,5 %) 16 (0,5 %) <.001 -.286 Anmerkung: In der Kategorie „ohne Abschluss“ sind aus der Tafelnutzerbefragung die Variablen „nie Schule besucht“ sowie „Schule besucht, aber kein Schulabschluss“ enthalten. Da die Kategorie „Schulabschluss im Ausland“ lediglich in der Tafelnutzerbefragung vorhanden war, wurde diese Kategorie bei der Zusammenfassung zu einer gemeinsamen Variable mit dem ALLBUS 2012-Datensatz aufgenommen in die Kategorie „anderer Schulabschluss“. Chi-Quadrat wurde nicht geprüft für die Summe aus allen Schulabschlüssen des niedrigen und hohen Bildungsniveaus, sodass die Tabelle in dieser Zeile weder für Phi noch für Chi-Quadrat eine Angabe enthält. * Hinsichtlich der Konventionen für Effektstärkemaße gilt für φ: .10 = klein, .30 = mittel/moderat, .50 = groß; ex.T.n.F. = exakter Test nach Fisher Tabelle 11 Darstellung, wie sich die TafelnutzerInnen hinsichtlich ihrer Tafelnutzungsdauer auf die einzelnen Antwortkategorien (siehe Frage in der Tabelle) verteilen Fühlen Sie sich in Ihrer aktuellen Lebenssituation vom deutschen Sozialstaat unterstützt? Spalten% Tafelnutzungsdauer nie selten oft immer (n = 70) (n = 180) (n = 140) (n = 95) n (%) n (%) n (%) n (%) seit 0 Monaten bis ein Jahr 22 (31,4 %) 59 (32,8 %) 41 (29,3 %) 31 (32,6 %) seit 1 bis 3 Jahren 27 (38,6 %) 72 (40,0 %) 70 (50,0 %) 44 (46,3 %) länger als 3 Jahre 21 (30,0 %) 49 (27,2 %) 29 (20,7 %) 20 (21,1 %)

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Zusammenfassung

Die Wohlfahrtsorganisation „Tafel“ feiert 2018 ihr 25-jähriges Bestehen. Durch das Einsammeln und Verteilen überschüssiger Lebensmittel versuchen die Tafeln, Ernährungsarmut zu lindern und die von Einkommensarmut bedrohten oder betroffenen Menschen zu unterstützen. Doch wer sind eigentlich die TafelnutzerInnen in Deutschland und inwiefern unterscheiden sie sich von den Durchschnittsbürgern? Sind in einem Sozialstaat wie Deutschland tatsächlich Menschen von Ernährungsarmut betroffen? Durch eine quantitative und repräsentative Befragung bearbeitet Jessica Hartig diese Forschungslücken und lässt die Menschen zu Wort kommen, die sich regelmäßig in die Warteschlangen der Tafelausgabestellen einreihen und die in der Forschung bisher kaum berücksichtigt wurden. Neben dem Empfinden der TafelnutzerInnen stellt sie dar, ob Ernährungsarmut vorliegt, welche Nutzergruppen vermehrt zu den Tafeln gehen und welche möglichen Zusammenhänge zwischen den kontinuierlich gestiegenen Tafelnutzerzahlen und den wohlfahrtsstaatlichen Reformen in den Politikfeldern Arbeitsmarkt-, Renten- und Familienpolitik bestehen. Im Fokus steht dabei der Wandel von der aktiven zur aktivierenden Sozialpolitik.