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9. George Washington oder wie man ein Vaterland gründet in:

Johann Ulrich Schlegel

Feuersignale der Menschheit, page 99 - 106

Wie das Beispiel zum Lehrmeister der Geschichte wird

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4078-2, ISBN online: 978-3-8288-6927-1, https://doi.org/10.5771/9783828869271-99

Tectum, Baden-Baden
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George Washington oder wie man ein Vaterland gründet Zahllose Schulen, eine Reihe von Universitäten, mehrere Verwaltungsdi‐ strikte sowie acht Städte und ein Staat sind nach ihm benannt. Die Denkmäler sind Legion. Sein Antlitz wurde in die berühmte Granitwand der Schwarzen Hügel gemeisselt. Es besteht kein Zweifel: George Wa‐ shington ist weltweit für die meisten Menschen ein Begriff. Was steckt aber hinter dem Respekt und dieser Verehrung gegenüber dem ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika? Worin liegt seine Vorbildlichkeit? George Washington ist früh mit seiner Haltung, seinem Auftreten und Charakter ein Vorbild für die Menschen schlechthin, besonders aber für Politiker und Führungskräfte geworden. Licht und Schatten einer kurzen Jugend George Washington wurde am 22. Februar 1732 als Sohn eines wohl‐ habenden Pflanzers in Virginia geboren. Die Familie beschäftigte aus Afrika eingeführte Sklaven, hielt Pferde und konnte es sich leisten, nach England zu reisen, von wo sie einst vor dessen Diktator Oliver Cromwell hatte flüchten müssen. Sie gehörten der Oberschicht Virgi‐ nias an, einem selbstbewussten und oft leidenschaftlichen Menschen‐ schlag. Als George Washington elf Jahre alt war, starb sein Vater Augusti‐ ne. Der Halbwaise kam in die Obhut seines älteren Stiefbruders Law‐ rence Washington, der in Hunting Creek einen komfortablen Sitz, Mount Vernon, erbaut hatte. Der junge George Washington besuchte nur wenige Jahre die Schule, in welcher er vom Kirchendiener schlecht und recht die grund‐ legendsten Kenntnisse im Schreiben und Rechnen vermittelt bekam. 9. 99 Mit 16 Jahren verliess er die Schule. Sie hatte keinen vorrangigen Platz eingenommen. Auch später hat er nie eine Weiterbildung gemacht. Er war ohne intellektuelle Strebsamkeit. Eine gewisse Neigung zeigte er im Rechnen beziehungsweise in der Mathematik. Er war ein Mensch, der das konkrete Leben schätzte. Besonders interessierten ihn unver‐ messene und brachliegende Böden. So kam es, dass er dem reichen Grundbesitzer Lord Fairfax seine ausgedehnten Ländereien am Rande des Alleghenygebirges vermessen konnte. Damit ermöglichte der eng‐ lische Grundherr dem Jugendlichen eine für sein Leben wichtige Er‐ weiterung seines Blickfeldes. In diesen halbwilden Westgebieten wurde dem jungen Menschen bewusst, welche Stossrichtung der angloameri‐ kanische Expansionsdrang hatte. Und es wurde ihm auch bewusst, dass diese Expansion jenseits der bewaldeten Gebirgsketten zum Krieg mit den dort ansässigen Franzosen und ihren verbündeten Indianern führen musste. Die von George Washington angefertigten Karten und Pläne, bei welchen er durch einen Freund sowie einen älteren Landvermesser un‐ terstützt worden war, erwiesen sich als derart genau, dass er anschlies‐ send zum staatlichen Landvermesser ernannt wurde, einem ebenso hochbezahlten wie angesehenen Beamten. Die Ersparnisse benutzte George Washington gezielt für Landkäu‐ fe. Damit legte er den Grundstock zu einem so grossen Landbesitz, dass er später der reichste Mann von ganz Virginia wurde. Erfolge und Misserfolge als Soldat Die mehrjährige Tätigkeit draussen in der Wildnis, grosse körperliche Anstrengungen und Entbehrungen, aber auch gefährliche Scharmützel mit Franzosen und Indianern werden zur hohen Schule seines Lebens. Da starb am 26. Juli 1752 sein älterer Halbbruder Lawrence, der ihm wie ein Vater war. Lawrence war Major der virginischen Miliz gewesen. Wenn George Washington nun als dessen Nachfolger auserkoren wur‐ de, so entbehrte dieser Entscheid nicht der Sachlichkeit und Angemes‐ senheit. Die Qualifikation war bitter nötig. Die blosse Standeserhö‐ hung hätte nicht ausgereicht. Es drohte der offene Krieg. Frankreich verwehrte den Pflanzern rigoros ihr Vordringen nach Westen. 9. George Washington oder wie man ein Vaterland gründet 100 Der britische Gouverneur, Robert Dinwiddie, war auf den zähen und in jungen Jahren schon erfahrenen George Washington aufmerk‐ sam geworden und sandte ihn kurzerhand über die Alleghenyberge zu den französischen Stützpunkten am Ohio River. Der Major sollte ein Protestschreiben überreichen, verhandeln und womöglich die Indianer durch Geschenke für Virginia gewinnen. Das Unternehmen scheiterte völlig. Die Franzosen reagierten mit einer weiteren Sperre. Sie errichte‐ ten das Fort Duquesne. Hierauf entschied sich Dinwiddie ohne Rück‐ frage in London, eine Kampftruppe unter dem Befehl des dreiund‐ zwanzigjährigen George Washington gegen die Franzosen auszusen‐ den. Der junge Befehlshaber scheint sehr eifrig gehandelt zu haben. Je‐ denfalls richtete er ein Massaker unter 40 lagernden Franzosen an, baute ein schlechtes Lager auf und liess sich, weil des Französischen unkundig, darauf ein, gegenüber den Franzosen ein Dokument zu un‐ terzeichnen, das ihn in die Nähe eines Mörders stellte. Ein Sturm der Entrüstung erhob sich nicht nur in Frankreich, son‐ dern auch in den anderen amerikanischen Kolonien, vor allem jenen, welche ohnehin mit Skepsis auf Virginia blickten. Dinwiddie aber liess sich nicht beirren, nahm seinen Major in Schutz und beförderte ihn zum Obersten. Da griff London ein. Auch wenn es nicht direkt eine Reaktion auf Dinwiddies letzten Schritt war, so degradierte es doch al‐ le Offiziere über dem Hauptmannsrang, die nicht ein königliches Pa‐ tent besassen. Doppelt frustriert als Soldat reichte Washington seinen Rücktritt ein. Er kehrte nach Mount Vernon zurück, das er von seinem verstorbenen Halbbruder hatte übernehmen können. London ging noch einen Schritt weiter. Es übernahm selbst die Kriegführung. Schon 1755 traf der englische General Edward Brad‐ dock mit einem Expeditionskorps ein. Da hielt es Washington nicht mehr auf seinem Gutsbetrieb. Er wollte dabei sein. Er hatte die Kugeln um die Ohren pfeifen gehört. Ihm imponierten die festgefügten europäischen Verbände. Braddock liess den jungen Mann zu sich kommen. Er durfte sich ihm als Gehilfe ohne Rang anschliessen. Der englische General beabsichtigte, gemäss klassischer europäi‐ scher Kriegskunst in der amerikanischen Wildnis vorzugehen. Da warnte ihn Washington vor der völlig anderen Situation und Unbere‐ chenbarkeit der französisch-indianischen Verbände. Braddock schlug die Warnung in den Wind. Und schon war es zu spät. Er geriet mit sei‐ Erfolge und Misserfolge als Soldat 101 nen Truppen in einen Hinterhalt und wurde aufgerieben. Washington aber feuerte die letzten überlebenden Soldaten ohne jegliche Schonung seiner selbst zum äussersten Widerstand an, harrte stundenlang an der Seite des tödlich getroffenen, sterbenden Generals aus und bezog mit den Resten des Expeditionskorps sichere Auffangstellungen. Die Be‐ richte über seinen heldenhaften Einsatz in der Schlacht machten Wa‐ shington mit einem Schlag über die Grenzen Virginias hinaus berühmt und angesehen. Dinwiddie ernannte ihn abermals zum Obersten. Dennoch verliefen die drei folgenden Jahre für Washington unbe‐ friedigend. Er sieht sich in einen zermürbenden Krieg mit Skalpjägern verstrickt, endlos muss er um Soldzahlungen, Verpflegung und Schuh‐ zeug betteln. Wichtige Freunde waren gestorben. Dinwiddie selbst wandte sich von ihm ab. Von den Frauen erhält er immer wieder Kör‐ be. Melancholie überschattet das Leben eines einsam gewordenen Offi‐ ziers. Geschäftstüchtiger Gutsherr Nach einer Reihe erfolglos verlaufener Liebschaften wandte sich Ende 1758 George Washington mit 26 Jahren der Witwe Martha Custis- Dandridge zu, die zwei Töchter besass. Er heiratete sie im Jahr darauf. Es war nicht die grosse Liebe. Die Zuneigung zu ihr war mässig. Aber er war entschlossen, ihr ein guter Gatte und den Stiefkindern ein für‐ sorglicher Vater zu sein. Die Eheschliessung sollte einen Schlussstrich ziehen nach einer Lebenskrise, in welche der junge Offizier durch Ver‐ druss, Krankheit und Furcht vor einem frühen Tod geraten war. In sei‐ ner Einsamkeit sehnte er sich nach menschlicher Wärme und Fürsorge. Washington schätzte die neugeordnete Häuslichkeit auf Mount Vernon. Martha scheint von fröhlicher Art gewesen zu sein. Sie tafelte und tanzte gerne, und sie begleitete ihren Gatten nach Williamsburg und Alexandria, wo er mit den Abgeordneten und den Freimaurern tagte. Sie trank gerne Alkohol, wenn auch nicht so unmässig wie Washington selbst. Gleiches verbindet sich gerne mit Gleichem. Geld gesellt sich leicht zu weiterem Geld. Und so brachte seine Frau diesbezüglich gros‐ se Vermögenswerte in die Ehe ein. George Washington wurde jeden‐ falls bereits jetzt einer der reichsten Männer in Virginia. 9. George Washington oder wie man ein Vaterland gründet 102 Amerikaner stellen sich gemeinhin Washington vor allem als Sol‐ daten vor. Leicht entgeht einem dabei, dass er aber jetzt für rund 18 Jahre beim friedlichen Metier eines Pflanzers blieb. England verbot aus Angst vor Indianerkriegen vorerst das Vor‐ dringen in die westlichen Gebiete. War früher Frankreich ein Hinder‐ nis für die Kolonien, so stellte sich jetzt das Mutterland als solches quer. Zudem versuchte die britische Regierung einen Teil der Kosten des Siebenjährigen Krieges durch neue Steuern in den Kolonien wie‐ der hereinzuholen. So verschlechterte sich das Verhältnis zwischen England und den Kolonien kontinuierlich. Washington war kein Rebell. Und wenn sich auch die Haltung der Kolonien mit den materiellen Interessen Washingtons gut deckte, so kann man in ihm doch einen klassischen Liberalen entdecken, wie er auch auf dem alten Kontinent sich typisch zeigte. Es waren Aristokra‐ ten, die sich für das Neue, die Menschenrechte und die modernen Staatstheorien einsetzten, weil sie glaubten, kraft ihrer Position und dank ihren Fähigkeiten mehr als andere für den Staat in einem solchen Fortschrittssinn leisten zu müssen. Und so stellte sich George Wa‐ shington auch immer wieder sehr selbstlos für den Dienst an der All‐ gemeinheit zur Verfügung. Er war kein grosser Rhetoriker. Aber auf ihm ruhte der Glanz virginischen Kriegsruhms. Und so wurde er 1774 von Virginia zum Ersten Kontinentalkongress nach Philadelphia ent‐ sandt. Bereits war es wegen der unerträglichen Steuergesetze zu Unru‐ hen gegen England gekommen. In Boston hatte am 16. Dezember 1773 der berühmte Überfall auf ein englisches Teeschiff stattgefunden. In Massachusetts war der Kampf offen ausgebrochen. Die Abgeordne‐ ten der Kolonien traten am 10. Mai 1775 zum Zweiten Kontinental‐ kongress zusammen. George Washington wurde zum gemeinsamen Oberkommandierenden gewählt. Oberkommandierender in der Amerikanischen Revolution George Washington hat nie eine militärische Ausbildung erhalten. Überblickt man die grosse Verantwortung und die schwere Last dieses Oberkommandos, so hätte vielleicht mancher professionelle Feldherr den Posten nie angetreten oder ihn wieder aufgegeben. Oberkommandierender in der Amerikanischen Revolution 103 Der Zustrom der Einwanderer hatte die Ideen der Menschenrechte und staatsbürgerlichen Freiheiten, wie sie J. J. Rousseau und John Locke verkündeten, in die neue Welt gebracht. An den Abgeordneten und George Washington vorbei stachelte Thomas Paine, ein revolutio‐ närer Publizist und feuriger Demagoge die Massen derart auf, dass die Politik gegen England eine neue Dimension mit grosser Sprengkraft erreichte. Am 4. Juli 1776 wurde die von Jefferson entworfene Unab‐ hängigkeitserklärung gutgeheissen und George Washington übermit‐ telt. Damit begann sich der Krieg zu einer mehrdimensionalen und äusserst komplexen Auseinandersetzung zu entwickeln. Für den Ober‐ befehlshaber schien es zeitweilig fast unmöglich, die Truppen dieser eigenständigen Kolonien zu koordinieren, um operative Schwerpunkte zu bilden. Manchmal liefen ganze Regimenter einfach nach Hause. Aber Washington harrte aus. Mit beispielhaftem Energieaufwand und persönlichem Schneid verhinderte er, dass die Armee zusammen‐ brach. Wenn jeder verzweifelte, behielt er Zuversicht. Er wurde zur Seele der Amerikanischen Revolution. Dabei sah er sich auch in schwere innere Kämpfe in Armee und Politik verstrickt. Ein undurch‐ schaubares Spinnengewebe von Intrigen überschattete die sonst schon schwere Arbeit Washingtons. Er sollte durch General Gates ersetzt werden. Da retten ihn gute Beziehungen zu den Franzosen. Am 19. Oktober 1781 erringt er mit deren Hilfe einen grossen Sieg bei Yorktown gegen die Engländer. Erneut umrankt Washington der Strahlenkranz eines siegreichen Feldherrn. Während die Revolution weiterrollt und Adelsprädikate, Privilegi‐ en und Standesunterschiede abbaut, wählt man George Washington 1787 in Philadelphia zum Vorsitzenden des Konvents, der die Verfas‐ sung der USA verabschiedet. Darauf wird er am 6. April 1789 zum ersten Präsidenten der USA gewählt. Der erste Präsident der USA George Washingtons Fahrt von Mount Vernon nach New York, der provisorischen Bundeshauptstadt, gleicht einem Triumphzug. Aber man muss bedenken, die neu geschaffenen USA sind ihrem ersten Prä‐ sidenten so wenig vertraut wie einst das Heer, dessen Oberkomman‐ 9. George Washington oder wie man ein Vaterland gründet 104 dierender er geworden war. Er brachte wenig politische Erfahrung mit ins Amt. Erstmals sollten die neuen Theorien der Gewaltenteilung ver‐ wirklicht werden. Der Präsident war jedoch eine prägende Persönlichkeit. Er herrschte, ordnete an und gebot wie ein Fürst, und viele Kongressabge‐ ordnete überlegten, ob man ihn nicht besser König statt Präsident nen‐ nen sollte. Auch Washington selbst sann darüber nach. Eigentlich hätte er die Anrede „Seine Majestät, der Präsident der USA“ statt nur „Der Präsident der USA“ vorgezogen. Er hielt auf Würde und Etikette. Diese Elemente werden für eine Person immer dann von geradezu existenti‐ eller Wichtigkeit, wenn der Erwartungsdruck und die Forderungen an sie stark anschwellen. Und zweifellos lastete ein riesiger Druck auf ihm. Er musste danach trachten, grosse wie kleine Gegenmächte, Einzelin‐ dividuen wie Verbände oder Grossmächte, sich vom Leibe halten zu können oder wenigstens in Schach zu halten. Und so wuchs Washing‐ ton, der schon vorher ziemlich unnahbar wirkte, jetzt erst recht in un‐ erreichbare Würde und Höhe. Washington war kein Staatslehrer. Er war der Katalysator und Vollstrecker der modernen Staatstheorien. Das Leben in der Wildnis lehrte ihn Augenmass. Daher war er zutiefst beunruhigt über die Gräuel der Französischen Revolution. Sein Wille war, dass Amerika neutral bleibe. 1792 wurde er für eine weitere Amtszeit gewählt. Die aussenpolitische Lage begann sich zu verschärfen. Weder England noch Frankreich wollten die amerikanische Neutralität respektieren. Edmond Genet, der französische Gesandte, hetzte mittels der soge‐ nannten „demokratischen Klubs“. Washington verlangte die Abberu‐ fung Genets. Aber dessen Saat war schon aufgegangen. Es kam zu Auf‐ ständen. Mit hartem Auftreten glättete der Präsident die Wogen. Die Franzosenfreunde bleiben jedoch mit ihren Klubs weiterhin gut orga‐ nisiert und hetzen hierauf in einem gross angelegten Pressefeldzug ge‐ gen Washington selbst, in welchem er als Verräter gebrandmarkt wird. Wie ein Fels trotzt er der Brandung; starr, in steinerner Ruhe wartet er ab. Ausserdem bot er auch den Abgeordneten die Stirn und setzte für die Zukunft richtungsweisende Präjudizien. Die Einsicht verbreitete sich und wuchs, dass George Washington ein umsichtiger und weitbli‐ ckender Staatslenker sei. Der erste Präsident der USA 105 Als er am 19. September 1796 seine Abschiedsbotschaft veröffent‐ lichte, leitete ihn nicht nur eine gewisse Bitterkeit über die Schmähun‐ gen. Er setzte damit auch ein weiteres wichtiges Präjudiz für eine künf‐ tige Selbstbeschränkung der Präsidenten auf zwei Amtszeiten. Am 4. März 1797 lief seine zweite Amtszeit ab, und John Adams trat die Nachfolge an. Als nochmals ein Krieg mit Frankreich drohte, liess sich der Ex-Präsident erneut zum Oberbefehlshaber ernennen. Zu einem eigentlichen Kriegsausbruch kam es jedoch nicht. Washington musste Mount Vernon nicht mehr verlassen. Aber nach einem anstren‐ genden Ritt hatte er sich erkältet und starb kurz darauf am 14. Dezem‐ ber 1799. George Washingtons Leben ist gekennzeichnet von Erfolgen und Misserfolgen. Seine hervorstechendste Eigenschaft war es, kritische Si‐ tuationen in stummer Tapferkeit zu meistern. Und mehr als so vielen anderen Kräften verdanken die Vereinigten Staaten von Amerika die‐ sem Mann und seinen Qualitäten ihre Existenz. Deutsche Bauern in Pennsylvanien haben das Schwergewicht dieses Präsidenten früh und in einem zentralen Punkt erkannt: Auf ihrem Kalender würdigten sie den nach langen Kriegsjahren wieder heimgekehrten George Washing‐ ton über alle Parteigrenzen hinweg als den „Vater des Vaterlandes“. 9. George Washington oder wie man ein Vaterland gründet 106

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Zusammenfassung

Immer wieder haben einschneidende Ereignisse und große Persönlichkeiten der Weltgeschichte die Menschen bewegt und über Jahrhunderte nicht mehr losgelassen. Als herausragende Beispiele werden sie zu Wegweisern der menschlichen Geschichte. Johann Ulrich Schlegel präsentiert eine Fülle von Beispielen aus der Allgemeinen Geschichte, die sich als wahre Feuersignale der Menschheit entpuppen. Von der Antike über das Mittelalter bis in die Neuzeit zeigt der promovierte Historiker und Jurist auf, wie einzelne Geschichten nicht nur der Präsentation von Sachverhalten und ihrer Identifizierung dienen, sondern insbesondere wie sich anhand von Geschichte Regelmäßigkeiten aufzeigen lassen: Nicht alle Elemente unseres Lebens und allen Lebens sind ausschließlich individuell, neben dem Einmaligen, eindeutig Identifizierbaren begegnen wir Wiederkehrendem und Ähnlichem, das uns anleitet oder von dem wir hoffen, dass es uns trittsicherer mache auf unserem oft so verborgenen und verschlungenen Pfad in die Zukunft.