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10. Als die Schweiz noch einen Kaiser hatte in:

Johann Ulrich Schlegel

Feuersignale der Menschheit, page 107 - 120

Wie das Beispiel zum Lehrmeister der Geschichte wird

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4078-2, ISBN online: 978-3-8288-6927-1, https://doi.org/10.5771/9783828869271-107

Tectum, Baden-Baden
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Als die Schweiz noch einen Kaiser hatte Frische Blumen auf dem Sarkophag von Friedrich II. von Hohenstaufen in Palermo halten sein Andenken wach Vor rund 750 Jahren, am 13. Dezember 1250, starb einer der überra‐ gendsten Kaiser des Mittelalters: Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen. Bis heute findet der Besucher im Dom von Palermo an seinem Grabmal stets frische Blumen. Durch alle Jahrhunderte hindurch fand dieser Kai‐ ser seine Anhänger. Und sie kommen oft von weit her, gerade auch aus dem Ausland. Nie wird er — und dies nicht nur wegen der frischen Blu‐ men, die auch weiterhin an ihn erinnern, vergessen werden. Vom unglaublichen Aufstieg eines armen Kindes: Blickwinkel einer sogenannt schweren Jugend Eine schwere Jugend ist noch kein Grund für ein verpfuschtes Leben. Aber schwere Jugenderlebnisse können zum Schlüssel für spätere ge‐ fährliche Verhaltensmuster werden. Zar Peter der Grosse von Russland trug als Kind ein Nervenleiden aus seinen grausamen Erlebnissen im Strelitzenaufstand davon, als betrunkene Soldaten vor seinen Augen ungezählte Menschen seiner Umgebung in Stücke hieben und er nur knapp in einem Versteck dem Gemetzel entging. Friedrich II. wurde gleichfalls als Kind Zeuge und Opfer von Ver‐ folgung und Haft. Der Erzbischof von Capua, Rainaldo, berichtet im November 1201 in einem Brief an den Papst, Innozenz III.: "Als der Knabe durch die fluchwürdige Treulosigkeit seiner Wächter verraten und … von dem, der ihm nach dem Leben trachtete, gestellt war, da schützte er sich selbst statt durch Waffengewalt mit Tränen. Darauf nestelte er seinen Mantel auf, zerriss voll Schmerz seine Kleider und zerkratzte mit der Schärfe seiner Nägel sein zartes Fleisch." 10. 107 Zar Peter wie Kaiser Friedrich neigten später zu grosser Grausam‐ keit. Sie scheuten selbst vor Kindern nicht zurück. Beide haben Kinder getötet beziehungsweise dem Tod ausgeliefert, und zwar die eigenen. Angesichts mächtigen Durchsetzungswillens gegenüber Schwachen wie Starken mischen sich Verbrechen und Heldentum, Genialität und Hinterhältigkeit. Aber für das einfache Volk wie für die Intelligenz zeigt sich seit jeher stets der eine Gradmesser für die Beurteilung als entscheidend: Gut ist, was siegt. "Die Sieger", so formuliert der renom‐ mierte deutsche Politologe der Gegenwart, Christian Graf von Krockow, "schreiben die Geschichte, und sie pressen, wenden und ver‐ drehen sie nach ihrem Gefallen, bis kaum mehr kenntlich, was zuvor einmal galt." Das Leben Friedrichs II. begann in jeder Beziehung unter schwie‐ rigsten Umständen. Am zweiten Weihnachtsfeiertag des Jahres 1194 in Jesi, nahe bei Ancona geboren, kam er gleich weg von seiner Mutter zur Gemahlin des Herzogs von Spoleto. Sein Vater starb knapp drei Jahre und seine Mutter, die ihn so früh weggegeben hatte, vier Jahre später. Das Kind war Vollwaise, ohne seine leiblichen Eltern je näher gesehen zu haben. Mit drei Jahren wurde der kleine Junge nach Sizilien abgeschoben. Vieles liegt hier im Dunkel der Geschichte. In den alten Berichten heisst es lakonisch, bis zu seinem siebten Lebensjahr "er‐ nährten" die Palermitaner das Kind, indem es "bald ein Bürger eine Woche", aufnahm, "bald ein anderer einen Monat und so fort." Dabei war dieses Kind von unvorstellbarem Wert. Und sein Wert stieg von Jahr zu Jahr. Aber wie alles Wertvolle war hiermit der Knabe auch gefährdet. Denn Werte sind Reichtümer und Reichtümer bedeu‐ ten Macht. Sein früh verstorbener Vater und Kaiser Heinrich VI. war kein geringerer als der Sohn des berühmten Kaisers Barbarossa und seine Mutter war Konstanze, Thronerbin des Königreiches Unteritalien und Sizilien. Das Strassenkind von Palermo Der kleine Friedrich trieb sich mit anderen Strassenkindern in der Stadt herum, von diesen aber verlacht wegen seiner roten Haare, und wenn er ihnen sagte, dass er ein König sei, lachten sie noch mehr und 10. Als die Schweiz noch einen Kaiser hatte 108 stoben auseinander, weil er sich in rasendem Jähzorn auf sie stürzte. So war das Kind selbst auf der Strasse einsam und strich über die Plätze Palermos mit den vielen Kirchen, Moscheen und Synagogen und ver‐ weilte auf den Märkten mit dem Sprachengewirr von Italienern, Deut‐ schen, Arabern, Griechen, Normannen und Juden. Sizilien war ein Völkergemisch, und Friedrich lernte früh fast alle damaligen Sprachen. In den düsteren Gemächern des alten Königsschlosses Castellamare wartete sein Lehrer angstvoll auf ihn. Er konnte ihm den bestmögli‐ chen Unterricht bieten, aber für das tägliche Brot des Kindes und seine Sicherheit hatte er kaum Mittel. Die Zuverlässigkeit der Wächter des Palastes war in jeder Hinsicht gering. Zudem war überhaupt die Frage, ob das Kind bei der jeweiligen Verköstigungsfamilie oder in der wenig organisierten, düsteren Burg den eigentlichen Wohnsitz habe. Wohl hatte die so früh verstorbene Mutter Konstanze von Sizilien noch vor ihrem Tod bestimmt, dass ein Familienkollegium die Regierungsge‐ schäfte wahrnehme. Aber die Realität stellte sich anders heraus. Es herrschte das reine Chaos. Deutsche und päpstliche Heerführer und Abgesandte, einheimische Adlige und Araber, Genuesen und Pisaner stritten permanent um die Herrschaft. Friedrich II. war als Kind nichts als ein Gegenstand sich befehden‐ der Machtklüngel. Es fehlte ihm anscheinend öfters sogar am Notwen‐ digsten. Diese Not hat aber seine geistigen Fähigkeiten früh gefordert. Nur geistige Beweglichkeit, List und Menschenbeobachtung konnten ihn retten. Damit wurde sein Charakter aber auch geprägt von tiefem Misstrauen, Menschenverachtung und Bedenkenlosigkeit in der Wahl der Mittel. Wie systematisch der Unterricht des Kindes war, wissen wir nicht. Allein die Gesamtsituation der vielen Eindrücke und ihre tapfere Ver‐ arbeitung legten den Grund für eine universale Bildung und Sprachen‐ kenntnis, was seine Zeitgenossen schon mit grosser Bewunderung er‐ füllte. Friedrich II. sprach Italienisch, Normannisch, Provenzalisch, Französisch, Arabisch, Lateinisch, Griechisch und anscheinend auch Hebräisch. Dass er später als deutscher Kaiser des Deutschen nicht mächtig gewesen sein soll, erscheint als unwahrscheinlich, regierte er doch viele Jahre in Deutschland. Der junge Friedrich wuchs in eine Welt hinein, in der er nicht sa‐ gen durfte, was er dachte, und nicht sein konnte, wie er war. Es formte Das Strassenkind von Palermo 109 sich aber in ihm der Wille, sich durchzusetzen gegen Widerstände und der Welt zu beweisen, dass er zu Grossem geboren sei. Zwischen Bettelstab und Königszepter Als Friedrich II. vierzehn Jahre alt geworden war, wurde er von Geset‐ zes wegen rechtmässiger König Siziliens, dem auch die Regierungsge‐ schäfte zufielen. Aber das noch halbe Kind war arm wie eine Kirchen‐ maus, und die lokalen Machthaber scherten sich keinen Deut um die‐ sen gekrönten Habenichts. Da griff der Papst, der damals mächtigste Herrscher der Welt, ein. Er war — wenn auch im fernen Rom – so doch sein zumindest formel‐ ler Vormund gewesen. Rasch arrangierte er die Ehe mit einer reichen Witwe. Eine spanische Prinzessin, Konstanze von Aragon, brachte als Mitgift 500 schwerbewaffnete Ritter in die Ehe. Jeder Mann wurde für Friedrich II. lebenswichtig. Mit Soldaten konkretisierte sich die Macht des Kind-Königs, aber sie verstärkte naturgemäss die Feindschaft der Usurpatoren. Da raffte eine Seuche diese ganze herrliche Truppe in‐ nert weniger Wochen dahin. Weder von der Waffe geschützt noch vom Gold gestützt, ohne Kronschatz und ohne Krongut schien die Lage verzweifelt. Zudem war klargeworden, Friedrich II. konnte ein ernst‐ zunehmender Rivale werden. In der alten deutschen Heimat Friedrichs II. tobte der Bürgerkrieg. Und jetzt hatte der Welfe Otto IV. die Macht gegen seinen Feind, den Staufen Philipp von Schwaben, der ermordet worden war, errungen. Dieser Mensch stand mit Heeresmacht nun zuunterst in Italien, um in einem Sprung über die Meerenge von Messina zu setzen und diesen anderen Staufen, Friedrich II., ebenfalls zu vernichten. Aber die Lage des Kind-Königs war noch verzweifelter. Die Invasi‐ onsarmee Ottos IV. wurde von den Pisanern unterstützt. Im Innern der Insel waren die Bergsarazenen zum Losschlagen bereit. Die kleine Entourage Friedrichs II. riet zur sofortigen Flucht. Die schnellste Galeere lag unterhalb des Schlosses vor Anker, bereit, sofort in See zu stechen und nach Tunis zu flüchten. Da geschah gleichsam ein Wunder. Wiederum griff der Papst, jetzt in der höchsten Not, von Rom aus ein. Die Spione Friedrichs II. mel‐ 10. Als die Schweiz noch einen Kaiser hatte 110 deten, dass Otto IV. mit allen Zeichen grösster Hast die Invasion abge‐ brochen habe und nach Norden abdrehe. Es ist die blosse geistige Macht des Papstes, welche dieses Wunder vollbrachte. Und sie ist von schrecklicher Durchschlagskraft. Kein Herrscher Europas, und mochte er noch so gewaltig sein, war vor ihr gefeit: Der Bannstrahl hatte Otto IV. getroffen. Sprach der Papst diesen Fluch über einen Herrscher aus, so war kein Kraut mehr dagegen ge‐ wachsen, diesen von seinem gesalbten Haupt abzuwaschen. Seine Herrschaft fiel gleich einem Kartenhaus in sich zusammen. Der Bann traf ihn bis ins Mark wie ein allmächtiges Gerichtsurteil in seiner Kraft und Macht, ja schloss ihn praktisch von der Gesellschaft aus. Ähnlich der heutigen weltumspannenden Macht der Amerikaner, wenn sie einen Zeitgenossen mit dem Stigma eines Kriegsverbrechers versehen und dieser praktisch von der Gesellschaft der Welt ausgeschlossen wird, so konnte der Papst seinen Widersacher mit dem Urteil des Banns verderben. Die Front der welfenfreundlichen Fürsten bröckelte. Der Abge‐ sandte der staufischen Partei Deutschlands, Anselm von Jungingen, traf in Palermo ein. Und er bietet im Namen der Fürsten dem Sieb‐ zehnjährigen die Königskrone Deutschlands an. Einforderung der vom Erbe vorgezeichneten Karriere "Hier sollst Du bleiben, hier sollst Du herrschen!" riefen dem jungen König die sizilianischen Honoratioren zu. "Du sollst nicht unser herrli‐ ches Königreich in anmassendem Ehrgeiz verachten! " Aber der junge Mann wischte alle Ratschläge mit den stolzen Wor‐ ten hinweg: "Alles auf Erden verliert seine Bedeutung gegen die Hoheit, den Glanz und die Herrlichkeit des Kaisertums." Offen erklärte er, kei‐ ne Gefahr zu scheuen, die "Ehre seiner Vorfahren zu wahren" und sein Recht einzufordern. Eben noch Flüchtling, war er jetzt Anwärter auf den Thron des Römischen Kaisers Deutscher Nation geworden. Ihm selbst erschien das Wunder von Ottos Rückzug als göttliche Vorsehung. Mit der Zu‐ stimmung des Papstes nahm Friedrich II. die Wahl zum deutschen Kö‐ nig im Februar 1212 an. Im darauffolgenden Monat verliess er Sizilien Einforderung der vom Erbe vorgezeichneten Karriere 111 auf einem gemieteten Schiff, wie die Quellen berichten, "arm und ab‐ gerissen wie ein Bettler." Eine der ungewöhnlichsten Karrieren des Mittelalters begann. In Rom empfing ihn der Papst, gab ihm anscheinend nochmals seine Zustimmung und sicher grössere Geldmittel. Die Reise war mit den allergrössten Gefahren verbunden. Per Schiff erreichte er Genua und durcheilte auf abenteuerlichem Ritt mit wenigen Getreuen die ihm feindlich gesinnte Lombardei. Nur knapp entging er in einem Scharmützel den mailändischen Häschern, die ihn fangen sollten. In einem weit nach Osten vorstossenden Bogen gelangte er über Trient zum Ofenpass und ins Engadin. Der König stand in den Alpen erst unter dem Begleitschutz des Bischofs von Trient sowie dessen Ge‐ folgsmannes, des Grafen von Tirol. In Churrätien ging die Sicherung des königlichen Zuges nahtlos an den ebenfalls staufisch gesinnten Bischof von Chur und damit an den Bischof der ältesten Stadt der Schweiz über; dessen Vasallen und bewaffnete Kräfte entlang des Al‐ bula- und des Flüelapasses gewährleisteten den erfolgreichen Über‐ gang. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass der junge König gleichzeitig und permanent auch auf dieser Reise mit einer Unzahl von Regierungsgeschäften befrachtet war. Kaum ist er mailändischen oder welfischen Häschern entronnen, kaum hat er staufentreue Gebiete er‐ reicht, empfangen und belagern ihn deren Honoratioren: Ritter, Adlige und Prälaten. Seine mobile Kanzlei wird ständig auf Trab gehalten. Er signiert Urkunden, entscheidet Streitfälle und stellt lehensrechtliche Verbindungen klar. Die Welt ist noch eine riesige Einheit. Bereits in der Lombardei hat er Regelungen für städtische Konsuln getroffen und erneuert, den Erzbischof von Bari im fernen Süden verpflichtet, diese lombardischen Regelungen bezüglich seiner erzbischöflichen Rechte in diesen Städten streng zu beachten. Die Urkundenbücher zeigen, wie der Achtzehnjährige selbst während des Alpenübergangs ständig tätig ist. Er macht Politik, verleiht Ländereien, knüpft Beziehungen und Ab‐ hängigkeiten. Erst wenn der mittelalterliche Herrscher präsent ist, wenn die Leute ihn sehen können, und – das Allerwichtigste – wenn er herrscht, findet er seine Legitimation, auf welcher die unmittelbare Existenz in dem gefährlichen Amt beruht. 10. Als die Schweiz noch einen Kaiser hatte 112 Der Churer Bischof gibt nun dem König auch persönliches Geleit. Der Tross führt das Rheintal hinunter über das heutige Sargans, Vaduz und Werdenberg. In Altstätten biegt der Zug scharf nach links ab, um noch im September über den Ruppen nach St. Gallen zu gelangen. Es ist nun zunehmend Eile angesagt. Die Meldungen der Spione überstür‐ zen sich. Meran und Bayern sind feindlich gesinnt: sie stehen noch auf der Seite von Otto IV. Aber die Situation verschärft sich stündlich auch hier in den sanft nach Norden auslaufenden rätischen Gebieten. Otto ist selbstverständlich informiert über den Alpenübergang seines Wi‐ dersachers. Das entscheidende Einfallstor nach Deutschland ist Kon‐ stanz, gefolgt von Basel. In Überlingen am nördlichen Bodenseeufer bereitet Otto IV. in diesen Septembertagen 1212, wie damals an der Meerenge von Messina, seinen Sprung gegen seinen Feind, diesmal in die Stadt Konstanz vor. Der Bischof von Konstanz ist nicht zuverlässig. Er schwankt zwischen dem Welfen Otto und dem Hohenstaufen Fried‐ rich. Bereits sind im Rathaus die Tische für Otto IV. festlich gedeckt. Das Schicksal des ganzen Reiches, ganz Europas und somit der dama‐ ligen Welt, steht auf des Messers Schneide. Friedrich II. sieht vom Ap‐ penzellerland auf den See hinunter. Von Otto IV. trennen ihn noch die beiden Arme von Überlinger- und Untersee. In einem geschickt angelegten und terminierten Endspurt gelangt Friedrich II. als erster nach Konstanz. Genau 180 Minuten, die er vor seinem Gegner eintrifft, haben über sein Schicksal und das seiner Zeit entschieden. Der königliche Tross ist durch die Tore, die sofort verbar‐ rikadiert werden, hinter die sicheren Stadtmauern gelangt. Ohne die‐ sen ersten befestigten Stützpunkt hätte er sich gegen Otto kaum halten können. Der Siegeszug des sizilianischen Kindes Von Geburt Italiener, durch seine Abstammung ein Deutscher — von Hohenstaufen in Süddeutschland – und durch einen ersten Teil der Erbschaft König von Sizilien und Unteritalien, ging bereits seinem Na‐ men eine fast mythische Faszination voraus. Gleichzeitig begegneten die Leute jetzt von Angesicht zu Angesicht einem schönen Jüngling Der Siegeszug des sizilianischen Kindes 113 mit wahren Feueraugen, strahlend, heiter, voll ungestümer Energie und Tapferkeit. Sein geradezu unheimliches Charisma, verklärt vom Ruf und der Legitimation seiner Väter und der Aura einer gleichzeitig südländi‐ schen Herkunft, liessen ihn für die Zeitgenossen zum Märchenprinzen emporsteigen. Man kann hier geradezu von einem Prinzessin-Diana- Effekt des Mittelalters sprechen. So ritt er weiter nach Basel und in die deutschen Lande, und wo seine Ausstrahlung nicht hingriff, half das Gold und Silber, welches der ihm ergebene König von Frankreich spendete. Gleichzeitig reklamierte der König allein schon durch seine Präsenz die verbliebenen väterlichen und grossväterlichen Krongüter, die er grosszügig verteilte. In Format und Handeln gleich einem Gaius Julius Caesar sagte er sich, ,,die Menschen“ würden ,,einen Verschwen‐ der mehr lieben als einen Geizhals wie Otto“. Bald nannte selbst das einfache Volk den neuen Herrscher nach der Festlandprovinz des sizi‐ lianischen Königreiches ,,das Kind von Apulien“. Als Fremder in der Heimat Das Land seiner Vorfahren war dem Achtzehnjährigen fremd. Als Südländer aufgewachsen, war er sich an ein milderes Klima gewöhnt. Die riesigen, dunklen Wälder hatten wenig gemein mit der viel feiner bewirtschafteten Kultur des Mittelmeerraumes. Es scheint, dass Fried‐ rich auch erst in Deutschland, wenn überhaupt, Deutsch zu lernen be‐ gann, obwohl er für rund acht Jahre von hier aus regieren sollte. Aber als Grundlage seiner Herrscherposition war dieses Deutsch‐ land von herausragender Bedeutung. Dreimal liess er sich hier zum König krönen. Am 5. Dezember 1212 in Frankfurt am Main, vier Tage später in Mainz und am 25. Juli 1215 — jetzt am bedeutungsvollsten Ort – in Aachen. Nacheinander rang er die Macht Ottos IV. nieder. Otto war mit England verbunden, Friedrich mit dem König von Frankreich; und in der Schlacht von Bouvines, östlich von Lille, hatte der französische König am 27. Juni 1214 zugunsten Friedrichs II. end‐ gültig über das englisch-welfische Heer gesiegt. Der niedergerungene Gegenkaiser zog sich auf seine Hausgüter zurück, wo er bereits 1218 mit 30 Jahren verstarb. 10. Als die Schweiz noch einen Kaiser hatte 114 Den Sieg in Deutschland hatte Friedrich II. teuer erkauft. In der sogenannten Egerer Goldbulle musste er gegenüber dem Papst auf grosse Gebiete Mittelitaliens verzichten und sich jeder Einmischung in die Bischofs- und Abtswahlen enthalten. Auch den deutschen Fürsten musste er so grosse Zugeständnisse machen, dass man schlicht von einer Bankrotterklärung der deutschen Kaiserpolitik sprechen muss. Friedrich II. war ein ,,jederzeit absetzbarer Präsident einer Fürstenre‐ publik“ geworden. Die weltlichen Fürsten waren nämlich erblich, und die geistlichen Fürsten hingen vom Papst ab. Wahrscheinlich kümmer‐ te diese Situation Friedrich II. vorerst nicht allzu sehr. Dieses zersplit‐ terte Reich war ohnehin unregierbar. Er benötigte allein die formelle Rückendeckung, und die besass er nun. Die Kurie in Rom fürchtete nichts so sehr wie eine Zangenbewe‐ gung zwischen Norden und Süden, Deutschland und Sizilien—Unter‐ italien, kurz, den Zweifrontenkrieg. Nie sollte Sizilien sich mit Deutschland verbinden. Und auch hier zeigte sich Friedrich II. von blendender Grosszügig‐ keit: Er versprach dem Papst ohne Federlesens als Entgelt für die Kai‐ serkrönung in Rom die staatsrechtliche Trennung Siziliens vom Reich. Der nun rund Fünfundzwanzigjährige war erfahren genug zu wissen, dass gegen jedes Versprechen ein Kraut gewachsen ist. Man musste es nur im richtigen Moment anwenden. Zusätzlich gelobte Friedrich II. von sich aus, einen Kreuzzug ins Heilige Land zu unternehmen. In dieser Startposition bewies der König um 1220, dass er mehr war als der strahlende Prinz aus dem Süden, dass er mehr als sonnig sein konnte. Die Kurie in Rom schätzte nichts mehr als einen Feldzug ins Heili‐ ge Land, die beste Werbung für das Christentum. Überdies waren die‐ se Langzeit- und Auslandkriege sowohl für den Kaiser als auch den Papst das probate Mittel, die allgemeine und natürliche Aggression der Jugendlichen zu absorbieren. Diese Jugendlichen, einmal auf die Kriegsschiffe verfrachtet, rebellierten und randalierten ganz sicher zu Hause nicht mehr. Das Problem für den Papst war nur, dass jetzt ein Herrscher auf den Plan trat, der ihm diese Funktion und Kompetenz, zum Kreuzzug aufzurufen, streitig machte oder sie mindestens konkurrenzierte. Jetzt Als Fremder in der Heimat 115 bestimmte mit einem Schlag der designierte Kaiser, dass ein Kreuzzug erfolgen sollte. 1220 zog es den König mit aller Macht in den Süden zurück. Fünf‐ zehn Jahre sollte es dauern, bis er — ein letztes Mal – zurückkehren würde. In Deutschland liess er seinen fünf Jahre alten Sohn als König zurück. Ein Reichsverweser führte für diesen die Regierungsgeschäfte. Am 22. November 1220 wurde Friedrich II. in der Peterskirche in Rom vom Papst zum Kaiser gekrönt. Er küsste dem Papst den Fuss und hielt ihm den Steigbügel des Pferdes. Der neue Kaiser machte da‐ raus keine Prestigefrage. Vor über acht Jahren war er ausgezogen, die Würde der ,,Hoheit des alles überragenden Kaisertums“ zu erringen. Sein Ziel hatte er erreicht. Der Preis war bei seiner Rückkehr nach Un‐ teritalien und Sizilien hoch. Ähnlich wie in Deutschland waren auch hier die geistlichen Wür‐ denträger und der Adel die reine Pest. In schrankenlosem Egoismus hatten sie den ganzen sizilianischen Staat zerrüttet. Alle Güter und Rechte des Königs hatten sie ihm längst gestohlen. Wieder war Fried‐ rich II. verarmt. Ja, er war als Kaiser noch ärmer und machtloser ge‐ worden als früher, da er König war. Erneut hing alles von seinem Cha‐ risma, seinem politischen Können und seiner titularen Rechtsdurch‐ setzung ab. Und tatsächlich, in einem nochmaligen, atemberaubenden Schau‐ spiel gelingt ihm die Rückeroberung von Gut und Herrschaft. Werkzeuge des politischen Genies Von Rechtes wegen, von seinen ererbten und jetzt zusätzlich errunge‐ nen Titeln her, besass der Kaiser jegliche Macht. Tatsächlich war er aber vorerst ohnmächtig und hablos. Er musste kämpfen. Und die Gegnerschaft stellt sich immer ein, wenn ein potentiell Mächtiger, einer, dem die Möglichkeit zukommt, die Macht zu erringen, auf den Plan tritt. Wie ein Tigerbändiger, wie ein Dompteur, musste Friedrich II. die‐ se ganze Wolfsmeute von Baronen und Grafen, die nur allzu oft reine Raubritter waren sowie die halbwilden, kriegerischen sarazenischen Stämme im Innern der zerklüfteten Insel niederringen, bändigen und 10. Als die Schweiz noch einen Kaiser hatte 116 befrieden. Erbitterung, Zorn und Hass waren auf beiden Seiten gren‐ zenlos. Friedrich II. selbst neigte in seinem schrecklichen Jähzorn zu Untaten, die furchtbar sind. Aber wenn sein Zorn verraucht war, verstand derselbe Mann, das Schwert wegzulegen. Wenn jedermann dachte, er würde alle bis auf den letzten Sarazenen töten, hielt er inne. Wenn niemand mehr an an‐ dere Mittel glaubte, dann griff er zu diesen, welche wir als Staatskunst kennen. Erst säte er Zwietracht, hetzte die kleinen Machthaber gegen die grösseren auf und brachte sich selbst auf Distanz zu den Lokalma‐ tadoren. Dieses ,,Divide et impera“, dieses Teilen und Herrschen war für den Kaiser die Vorbereitung auf die echte Befriedung kraft ge‐ schriebenen Rechts. Zug um Zug liess er die während der vergangenen Jahre und Jahr‐ zehnte ergangenen Verleihungen der Burgen und Kastelle überprüfen. Viele entpuppten sich dabei rein juristisch schon als Raubnester. Fried‐ rich II. räumte mit der Unordnung auf, indem er ganz einfach verlang‐ te, die Rechtmässigkeit zu beachten. Die Genuesen und Pisaner, welche den gesamten Seehandel an sich gerissen hatten und schamlos die Preise diktierten, warf er aus den Häfen. Er gründete eine eigene Flotte, zog die Juden als kompeten‐ te und fähige Staatsbeamte bei und schützte sie generell vor Verfolgung. Den Mohammedanern gewährte er Religionsfreiheit. So schuf Kaiser Friedrich II. auf seinem besonders geliebten Sizilien und in Unteritali‐ en eine völlig neue Staatsordnung, die in ihrer ungewöhnlichen Mo‐ dernität bis heute verblüfft. Auch wenn all diese Massnahmen diktatorisch waren oder wie der Kaiser selbst es nannte, eine ,,Kurierung von Schwären und Übeln mit Messer und Brenneisen“, so kamen sie doch einem Land zugute, das im Chaos und eben auch in Willkür sowie Ausbeutung zu versinken drohte. Das Volk jedenfalls gewann Friedrich II. für sich. Wie einst die grosse Zarin Katharina II. von Russland formulier‐ te, ,,von Staates wegen“ sei ,,sie gezwungen sich durchzusetzen“ und ,,wenn sie sich durchsetze, so setze sie sich schrecklich durch“, so handelte Friedrich II., insbesondere gegen die rebellierenden Muslime. Aber dann, im Moment des höchsten Triumphes über sie, wenn er sie, zumal noch in der Erwartung aller, ohne Weiteres hätte vernichten können, hielt er sich zurück. Er fühlte sich in ihre Mentalität ein. Er Werkzeuge des politischen Genies 117 schonte sie. Er liess ihnen ihre Oberhäupter, Scheichs und Würdenträ‐ ger. So streng wie ihre Niederringung setzte er jetzt durch, dass sie ihre Kultur zu sichern und zu entfalten vermochten. Dieselben Sarazenen, die noch kurz zuvor im Krieg diesen Mann in furchtbarem Hass ge‐ lyncht hätten, entwickelten sich immer mehr zu so fanatischen Anhän‐ gern Friedrichs II., dass sie für ihn durchs Feuer gegangen wären. In einem überragenden Beispiel politischer Genialität demonstrierte der Kaiser, wie man aus Erzfeinden die besten Freunde macht. Die Kurie in Rom musste da angesichts der neu erbauten Mosche‐ en, deren Minarette stolz in den stahlblauen Himmel Italiens ragten und der Koranschulen, die in Süditalien den Islam verkündeten, wohl an ein Trugbild der Hölle denken. Die Feindschaft des Papstes war dem Kaiser gewiss. Die Muslime trugen nun nachhaltig dazu bei, aus wüstem Land ein Paradies zu machen. Sie produzierten den besten Weizen, schmie‐ deten den härtesten Stahl, woben die feinsten Stoffe und züchteten die feurigsten Pferde. Aus dieser neu geformten arabischen Elite rekrutier‐ te Friedrich II. eine hervorragende Berufsarmee von rund 12‘000 schwerbewaffneten Soldaten und Reitern. Auch seine Leibgarde setzte sich aus diesen Kriegern zusammen. Sie allein waren gegen jede Kir‐ chenstrafe aus Rom gefeit. Die Beamten überwachten den Staat und hielten ihn in mustergül‐ tiger Ordnung. Dem Kaiser war jede Unordnung zuwider. Aus den Zöllen der Häfen und Städte sowie dem Monopol für Salz, Eisen, Kup‐ fer, Rohseide und Getreide wurden Heer, Flotte und Beamtenschaft be‐ soldet. Friedrich II. wurde der reichste Fürst der damaligen Zeit. Er widmete sich der Kunst und errichtete Kastelle und Bauwerke von ein‐ maliger Schönheit. Berühmt ist bis heute Castel del Monte westlich von Bari. Ständig Fragen aufwerfend über Gott und die Welt, wendet er sich der Philosophie und der Naturkunde zu. Ein Resultat seiner Studien und Forschungen ist sein bis heute berühmtes Buch über die Falken und die Jagd mit diesen hochinteressanten Raubvögeln. In Neapel gründete der Kaiser 1224 die erste staatliche Universität. Sie wurde zur Kaderschmiede seiner Beamten. Auch Ärzte und Apo‐ theker mussten ein ordentliches Studium nachweisen. Bedürftige Stu‐ denten wurden unterstützt. Wer heute in Neapel sein Doktorexamen 10. Als die Schweiz noch einen Kaiser hatte 118 absolviert, erhält wie seit Jahrhunderten das Diplom mit dem Siegel des deutschen Kaisers. Kreuzfahrer ohne Segen Es dürfte auf der Hand liegen, dass Friedrich II. sich durch seine Tole‐ ranz gegenüber den Heiden und sein Festhalten an der Nord-Süd- Klammer mit Deutschland und Sizilien eindeutig der Kontrolle des Papstes und dessen vitalen Interessen entzog. Friedrich II. hatte die Grenzen des Handelns, Glaubens und Denkens der mittelalterlichen Menschen in Europa verlassen. Er stellte sich gleichsam ausserhalb des Rahmens der damaligen Zeit. Die Gegnerschaft des Papstes ist eine na‐ türliche Konsequenz. Diese Gegnerschaft verschärfte sich, als auf den nachsichtigen und stets kompromissbereiten Papst Honorius, Gregor IX. auf den Stuhl Petri gelangte. Er gilt als einer der kaiserfeindlichsten Päpste über‐ haupt. Das Ziel Gregors IX. war die Weltherrschaft. Ein furchtbarer Kampf zwischen Papsttum und Kaisertum begann gleichsam zwangs‐ läufig zu eskalieren. Dabei war der Grad der Feindseligkeit des Papstes zweifellos höher als jener Friedrichs II. Die Idee des Staufers, dass ,,al‐ les auf Erden seine Bedeutung gegen die Hoheit, den Glanz und die Herrlichkeit des Kaisertums“ verliere, gründet auf vorchristlichen Bas‐ tionen. Es ist die römisch-antike Kaiseridee, welche auch Friedrich II. erfüllt. Dann aber besitzt der Kaiser die historisch gesehen höhere Le‐ gitimität. Die Institution des christlichen Papsttums ist jünger und der Papst muss dieses Defizit durch den Kampf noch wettmachen. Vor diesem Hintergrund spielt sich nun der Krieg der Titanen, der Krieg zwischen Papst und Kaiser ab. Um es nochmals zu betonen, die mächtigste und schlimmste Waffe des Papstes war der Bann. Am 29. September 1228 schleuderte er ihn gegen den Kaiser. Aber der Bann wirkt selbstredend nur gegen Chris‐ ten unter Christen. Die Gehässigkeit der christlichen Feinde Friedrichs II. liegt auch darin begründet, dass es ihm als Widersacher gelang, sich zumindest im Konfliktfall in eine Grauzone gleichsam moderner In‐ terkonfessionalität zurückziehen zu können. Kreuzfahrer ohne Segen 119 Friedrich II. können wir den christlichen Glauben nicht abspre‐ chen. Aber er ist diesbezüglich in keiner Weise Fanatiker. Die Staatsrä‐ son und überhaupt die Philosophie des Verstandes haben Vorrang. Das lässt ihn so unglaublich modern erscheinen, hebt ihn vom rein mittelalterlichen Christenmenschen ab und macht ihn nur schwer an‐ fechtbar. Schon damals umgab ihn für seine Zeitgenossen eine gerade‐ zu überirdische Aura. Wer war nun göttlicher? Der Heilige Vater in Rom oder der Caesar divinus? Für nicht wenige Zeitgenossen war Friedrich II. die göttlichere Gestalt. Noch nie war der Anführer eines Kreuzzuges ohne den Segen des Oberhauptes der katholischen Christenheit ins Heilige Land aufgebro‐ chen. Friedrich II. ging ohne diesen Segen, ja ärger, er ging mit dem Bannfluch belegt. In Palästina nahm Friedrich nach einem Vertrag mit dem Sultan das Heilige Land in Besitz und machte sich selbst zum König von Jeru‐ salem. Der Papst aber verbündete sich mit den lombardischen Städten, jenen, die schon dem Knaben am Fluss Lambro aufgelauert hatten. Ähnlich den amerikanischen Präsidenten in der heutigen Zeit während ihrer Aggression gegen Kuba schreckte in diesem gerade auch ideologisch erbitterten Kampf der Papst vor einem Mordanschlag gegen den Feind, damals eben Friedrich II., nicht mehr zurück. Ab 1246 misslang eine Reihe verschiedenster Attentate. Die Luft um den Kaiser herum war dünn, ja eisig geworden. Die Kämpfe wogten jahre‐ lang hin und her. Es gelang Friedrich, sich zu behaupten. Da starb er überraschend am 13. Dezember 1250 am Sumpffieber, der Malaria, auf dem Schloss Fiorentino nahe Lucera in Mittelitalien. Muslimische Krieger überführten den Leichnam nach Palermo, wo er im Dom an der Seite seiner Eltern bestattet liegt. Aber in diesen Dezembertagen 1250 und auch später glaubte das Volk nicht mehr an seinen Tod. Zu oft hatten seine Gegner seinen Tod verkündet. Legenden, Sagen und Mythen begannen das Bild dieses grossen Kaisers bis in die heutige Zeit zu umranken. Über Jahrhunder‐ te entwickelte das einfache Volk die hoffnungsreiche Vorstellung, einst werde er als Messias der Armen und Bedürftigen wiederkehren, die verderbte Kirche zu richten, die Bösen zu vertilgen und Gerechtigkeit zu bringen. Auch davon zeugen die nach wie vor täglichen Schnittblu‐ men am kaiserlichen Katafalk von Palermo. 10. Als die Schweiz noch einen Kaiser hatte 120

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Zusammenfassung

Immer wieder haben einschneidende Ereignisse und große Persönlichkeiten der Weltgeschichte die Menschen bewegt und über Jahrhunderte nicht mehr losgelassen. Als herausragende Beispiele werden sie zu Wegweisern der menschlichen Geschichte. Johann Ulrich Schlegel präsentiert eine Fülle von Beispielen aus der Allgemeinen Geschichte, die sich als wahre Feuersignale der Menschheit entpuppen. Von der Antike über das Mittelalter bis in die Neuzeit zeigt der promovierte Historiker und Jurist auf, wie einzelne Geschichten nicht nur der Präsentation von Sachverhalten und ihrer Identifizierung dienen, sondern insbesondere wie sich anhand von Geschichte Regelmäßigkeiten aufzeigen lassen: Nicht alle Elemente unseres Lebens und allen Lebens sind ausschließlich individuell, neben dem Einmaligen, eindeutig Identifizierbaren begegnen wir Wiederkehrendem und Ähnlichem, das uns anleitet oder von dem wir hoffen, dass es uns trittsicherer mache auf unserem oft so verborgenen und verschlungenen Pfad in die Zukunft.