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Lena Jaschob

Status im internationalen System, page 1 - 14

Das Deutsche Reich und sein Statusstreben in Europa 1890-1914

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4082-9, ISBN online: 978-3-8288-6920-2, https://doi.org/10.5771/9783828869202-1

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Lena Jaschob Status im internationalen System Lena Jaschob Status im internationalen System Das Deutsche Reich und sein Statusstreben in Europa 1890–1914 Tectum Verlag Lena Jaschob Status im internationalen System. Das Deutsche Reich und sein Statusstreben in Europa 1890–1914 © Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2018 Zugl. Diss. Goethe-Universität Frankfurt/Main 2017 D.30 E-Book: 978-3-8288-6920-2 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Werk unter der ISBN 978-3-8288-4082-9 im Tectum Verlag erschienen.) Umschlagabbildung: shutterstock.com © Hurst Photo Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. 5 Vorwort und Dank Dieses Buch ist eine gerigfügig überarbeitete Version meiner Dissertationsschrift, die ich 2016 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main eingereicht und im Juni 2017 verteidigt habe. Meine Dissertation ist das vorläufige Ende einer langen und ereignisreichen wissenschaftlichen Reise. Ohne die Unterstützung und Kraft vieler Weggefährten wäre ich heute noch nicht an diesen wichtigen Punkt gelangt. Ich stelle daher meiner Arbeit einige Worte des Danks voran. Zunächst gilt mein Dank Prof. Dr. Reinhard Wolf, der nicht nur der Erstgutachter dieser Arbeit ist, sondern der mir durch sein DFG-Projekt „Respekt, Missachtung und die Bereitschaft zur internationalen Kooperation“ die Möglichkeit gegeben hat, auf internationalem Niveau zu forschen, zu lernen und Ideen für meine Dissertation zu sammeln. So konnte nicht nur diese Dissertation inhaltlich reifen und wachsen, sondern mir wurde auch die nötige finanzielle Sicherheit gegeben, ohne die ein solches Projekt kaum umzusetzen ist. Besonders bedanken möchte ich mich jedoch für die Geduld und die Zeit sowie für die vielen fruchtbaren Gespräche und Diskussionen, die diese Arbeit wesentlich mitgeprägt haben. Mein Dank gilt ebenfalls meinem Zweitgutachter Prof. Dr. Gunther Hellmann, den ich gegen Ende der Schreibphase als Gutachter gewinnen konnte. So wurde mir die Sicherheit gegeben, die Arbeit tatsächlich abschlie- ßen zu können. Ein besonderer Dank gilt meinen Eltern, die fest an mich und meine Arbeit geglaubt haben und besonders in der Endphase die Arbeit intensiv begleitet haben. Ohne die Unterstützung von Kollegen und Freunden aus Frankfurt am Main wäre diese Dissertation wahrscheinlich niemals fertig geworden. Herzlichen Dank dafür! Besonders Iris Wurm, Charlotte Dany, Markus Liegl und Carsten Rauch haben meinen Weg intensiv begleitet. Mit eurer Unterstützung und euren Erfahrungen auf allen Ebenen habt ihr meine Zeit in Frankfurt am 6 Main zu einer ganz besonderen gemacht. Ihr wart nicht nur tolle Kollegen – ihr seid gute Freunde geworden. Ein letzter – aber ganz besonderer Dank – gilt meinem Ehemann Christoph. Er ist die große Stütze meines Lebens, mein Fels in der Brandung und mein Antrieb und Schwung. Er hat mit unermüdlicher Geduld diese Arbeit begleitet, hat alle Höhen und Tiefen mitgemacht und hat im richtigen Moment den Impuls gesetzt, diese Arbeit tatsächlich abzuschließen. Danke! Genthin, im Oktober 2017 Lena Jaschob 7 Vorwort und Dank .......................................................................... 5 Abbildungsverzeichnis .................................................................. 11 Abkürzungsverzeichnis ................................................................ 13 1. Einleitung ............................................................................... 15 1.1 Status in der internationalen Politik ........................................ 15 1.2 Ziel der Arbeit und Forschungsfrage ...................................... 21 1.3 Aufbau und Vorgehen der Arbeit ........................................... 24 Teil A .............................................................................................. 29 2. Die Theorie: Status ................................................................ 31 2.1 Status in den IB. Eine Standortbestimmung ........................... 34 2.1.1 Identität und Anerkennung .......................................... 39 2.1.2 Konflikt und Hierarchien ............................................ 49 2.1.3 Prestige und Ehre ........................................................ 53 2.1.4 Status und Autorität ..................................................... 55 2.1.5 Zusammenfassung ....................................................... 58 2.2 Status als unabhängiges Konzept in den IB ............................ 59 2.2.1 Was ist Status und Statusstreben? ............................... 60 2.2.2 Annahmen ................................................................... 68 2.3 Status(streben) als Analyseraster für internationale Politik .... 70 2.3.1 Die Bewertungsphase: Warum entwickeln Staaten einen Statusanspruch? ................................................. 74 2.3.2 Die Entscheidungsphase: Wie entscheiden Staaten, ob und wie ein Statusanspruch umgesetzt wird? ........ 82 2.3.3 Die Handlungsphase: Wie setzen Staaten eine gewählte Strategie um? ............................................... 88 2.3.4 Der Ausgang des Statusstrebens: Erfolg oder Scheitern? .................................................................... 94 2.3.5 Die andere Seite: Welchen Einfluss haben anerkennende Akteure? ............................................... 99 2.4 Fazit I: Status ......................................................................... 103 8 Teil B ............................................................................................ 105 3. Der Fall I: Das Internationale System und der deutsche Statusanspruch .................................................................... 107 3.1 Internationale Ordnung ......................................................... 108 3.1.1 Die Internationale Ordnung vor dem Ersten Weltkrieg ................................................................... 113 3.1.2 Großbritannien als Hegemon .................................... 138 3.1.3 Das Deutsche Reich als Aufsteiger ........................... 146 3.2 Das Deutsche Reich und sein Statusanspruch von 1871 bis Juli 1914 .......................................................................... 165 3.2.1 Die Gründung des Deutschen Reichs und die Kanzlerschaft Bismarcks ........................................... 167 3.2.2 Die Anfänge der Weltpolitik nach der Thronbesteigung Wilhelms II. .................................. 170 3.2.3 Die Blüte der Weltpolitik unter Bülow und Tirpitz .. 177 3.2.4 Die Erkenntnis des Scheiterns unter Bethmann Hollweg ..................................................................... 182 3.3 Fazit II: Der Statusanspruch des Deutschen Reichs ............. 189 4. Der Fall II: Flottenpolitik und außenpolitischer Aktionismus als Statusstrategien ....................................... 195 4.1 Die deutsche Flottenrüstungspolitik nach der Thronbesteigung Wilhelms II. .............................................. 195 4.1.3 Die Flottengesetzgebung 1898–1912 ........................ 196 4.1.2 Der deutsche Schlachtflottenbau als Statusstrategie . 216 4.1.3 Das Sicherheitsargument des Neorealismus als alternative Erklärung ................................................. 254 4.2 Deutsche Außenpolitik im Zeichen des Weltmachtanspruchs ............................................................. 262 4.2.1 Die Marokkokrisen 1905/06 und 1911 ..................... 263 4.2.2 Außenpolitischer Aktionismus als Statusstrategie .... 271 4.2.3 Eine alternative Erklärung: Wirtschaftsinteressen .... 293 9 5. Fazit ...................................................................................... 299 5.1 Theoretische Erkenntnisse .................................................... 300 5.2 Empirische Erkenntnisse ....................................................... 303 5.3 Weiterführende Fragen und Forschungsfelder ..................... 309 Literaturverzeichnis ................................................................... 315 11 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Kontinuum der Statusmarker .................................................... 63 Abbildung 2: Überblick Analyseraster ........................................................... 71 Abbildung 3: Bewertung der eigenen Statusposition ..................................... 79 Abbildung 4: Wahrgenommener Statusmismatch .......................................... 80 Abbildung 5: Entscheidungsphase .................................................................. 83 Abbildung 6: Statusstrategien ......................................................................... 89 Abbildung 7: Vollständiges Analyseraster ..................................................... 96 Abbildung 8: Ausgewählte Internationale Bündnisse 1814–1914 ............... 136 Abbildung 9: "Dropping the Pilot" ............................................................... 148 Abbildung 10: Entwicklung des BIP 1871–1913 ......................................... 150 Abbildung 11: Bevölkerungswachstum ........................................................ 151 Abbildung 12: Anteile am Weltexport 1874–1913 ...................................... 152 Abbildung 13: Eisen- und Stahlproduktion 1880–1913 ............................... 156 Abbildung 14: Militärausgaben 1888–1913 ................................................. 158 Abbildung 15: Militärische Ausgaben pro Kopf 1912/13 ............................ 159 Abbildung 16: Relation Kolonialgebiete – Mutterland 1913 ....................... 160 Abbildung 17: Statusmismatch Deutsches Kaiserreich – Großbritannien ... 164 Abbildung 18: Kaiserproklamation im Spiegelsaal von Versailles .............. 168 Abbildung 19: Deutscher Statuswunsch ....................................................... 191 Abbildung 20: Flottenpolitik als nachahmende Statusstrategie ................... 219 Abbildung 21: Erstes Flottengesetz als demonstrative Strategie ................. 225 Abbildung 22: Flottengesetzgebung ab 1900 als konfrontative Strategie .... 232 Abbildung 23: Wechsel der Statusstrategie 1911 ......................................... 250 Abbildung 24: Bewertung der eigenen Statusposition 1904 ........................ 273 Abbildung 25: Demonstrative Nachahmungsstrategie in der Marokkofrage ...................................................................... 276 12 Abbildung 26: Wechsel zu konfrontativer Strategie .................................... 280 Abbildung 27: Scheitern der konfrontativen Strategie ................................. 283 Abbildung 28: Konfrontative Kanonenbootdiplomatie in zweiter Marokkokrise ....................................................................... 287 Abbildung 29: Scheitern der deutschen Statusansprüche ............................. 291 Abbildung 30: Lateraler Druck Index Deutsches Reich, 1871–1914........... 295 13 Abkürzungsverzeichnis ASEAN Association of Southeast Asian Nations COW Correlates of War EU Europäische Union G7/8 Gruppe der Sieben/Acht G 20 Gruppe der Zwanzig IB Internationale Beziehungen IET Intergroup Emotions Theory IGO Intergovernmental Organization MIT Massachusetts Institute of Technology NATO North Atlantic Treaty Organization NGO Non-Governmental Organization SIT Social Identity Theory SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands SYRIZA Synaspismos Rizospastikis Aristeras UN United Nations USA United States of America

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Zusammenfassung

Die Bedeutung von Status und Statusansprüchen nimmt in der internationalen Politik immer weiter zu. Eine hohe Position innerhalb der internationalen Hierarchie scheint für Staaten immer wichtiger zu werden. Eine noch offene Frage dabei ist, wie ein Staat seinen Aufstieg in der internationalen Statushierarchie umsetzt und welche politischen Mittel er dafür einsetzt. Dieser Lücke widmet sich die Autorin durch eine Weiterentwicklung der bisherigen theoretischen Angebote der Statusliteratur in der Politikwissenschaft. Sie entwickelt ein eigenes Analyseraster, mit dem sich das Statusstreben eines einzelnen Staates analysieren und nachverfolgen lässt. Diese theoretische Entwicklung wird dann anhand des Statusstrebens des Deutschen Reiches unter der Herrschaft Kaiser Wilhelms II. bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs überprüft. Als Fallbespiele dienen die deutsche Flottenrüstungspolitik und die deutsche Außenpolitik im Zusammenhang der beiden Marokkokrisen 1905/06 und 1911. In diesen beiden Politikfeldern versuchte die deutsche Führung besonders intensiv, ihren Statusanspruch als Weltmacht durchzusetzen, da eine große Schlachtflotte und kolonialpolitische Initiativen die damals wertvollsten Statusmarker darstellten.