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2 - Geldpolitik der Federal Reserve Bank und die US-Volkswirtschaft in:

Robert Köck

Geldpolitik der US-Notenbank, page 3 - 4

Wie denkt der Markt bei Leitzinsänderungen?

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4073-7, ISBN online: 978-3-8288-6910-3, https://doi.org/10.5771/9783828869103-3

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Wirtschaftswissenschaften, vol. 85

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
3 2 - Geldpolitik der Federal Reserve Bank und die US-Volkswirtschaft Kurswechsel in der Geldpolitik sind für die Konjunktur immer heikel. Die Federal Reserve Bank legt großen Wert darauf, ihre Absichten klar und frühzeitig an die Finanzmärkte zu signalisieren, um Verwerfungen an den Märkten klein zu halten. Die Realität zeigt, dass Leitzinsänderungen erst mit einer Zeitverzögerung von bis zu einem Jahr auf die Wirtschaft wirken. Kommt es zu einer Zinserhöhung, zeigt die Veränderung relativ schnell eine erste Wirkung. Das Wachstum der Geldmenge schwächt sich ab und die Hypothekenzinsen beginnen zu steigen. Für den US-Konjunkturverlauf ist die Entwicklung am zinssensiblen Immobilienmarkt entscheidend, da viele US- Bürgen ihren Konsum über den Wertzuwachs ihrer Eigenheime finanzieren. Ein nicht geordneter Verlauf am US-Immobilienmarkt führt wie die jüngste Finanzkrise zeigte in eine ungewollte wirtschaftliche Depression. Dämpfende Effekte konnten durch ihren Multiplikatoreffekt noch schneller an Stärke gewinnen. Aus Sicht der für die Geldpolitik verantwortlichen Organisation ist es deshalb bedeutsam, Änderungen in der Zinspolitik rechtzeitig zu signalisieren. Zielsetzung ist es dabei gleichzeitig, einen zu starken Inflationsanstieg abzuwenden ohne gleichzeitig die Konjunktur abzubremsen. Für die Geldpolitik besteht dabei eine weitere besondere Herausforderung. Die ökonomischen Kennzahlen können sich kurzfristig anders als erwartet entwickeln, diese werden meist erst mit einer Zeitverzögerung veröffentlicht und die tatsächliche Entwicklung wird manchmal nur ungenügend vollständig mit den erhobenen Indexwerten abgebildet. Die Federal Reserve definiert die US-Geldpolitik um die Ziele: ein Optimum an Beschäftigung, stabile Preise und angemessene langfristige Zinsen nachhaltig zu erreichen. Robert Köck: Geldpolitik der US-Notenbank 4 Diese Ziele der US- Federal Reserve Act schrieben. Die Gesetzgebung Board of Governors Federal Open Market Committee zwischen einem möglichsten hohen Wert an Beschäftigung, stabilen Preisen Stabile Preise bei gleichlaufend moderaten langfristigen Zinsen gelten als Vorbedingung für ein Höchstmaß an konstantem Wachstum und Beschäftigung. Stabile, nicht durch die Inflation verzerrte Preise geben darüber hinaus ein eindeutiges klares Signal für einen effizienten Einsatz der Ressourcen, die in der Folge zu einem höheren Lebensstandard führen. Darüber hinaus bilden stabile Preise die Grundlage für Vermögensbildung. Die durch die Inflation hervorgerufene allmähliche Entwertung der Vermögensanlagen verringert sich. Dies ermutigt die privaten Haushalte zum Sparen und die Unternehmungen zu Investitionen. Obwohl die Preisstabilität nach herrschender Meinung langfristig gesehen ein Maximum an nachhaltigem Wirtschaftswachstum und Beschäftigung sichert, kann es auf kurze Sicht gesehen zu Interessenskonflikten zwischen diesen beiden Zielen kommen. Manchmal führt ein Rückgang der Beschäftigung zu einem verringerten Preisauftrieb. Speziell in Situationen in denen es zu einem unerwarteten Angebotsschock beispielsweise bei einem unerwarteten plötzlichen Anstieg der Energiepreise kommt. Hier entsteht ein Druck auf die Preise bei gleichzeitiger rückläufiger Produktion und Zunahme der Arbeitslosigkeit. In diesen Fällen würde ein aufkommender Inflationsdruck in Kombination mit einer schwächelnden Wirtschaft die Arbeitslosigkeit erhöhen. Die unerwarteten Preiserhöhungen verstärken eine bereits in der Abschwungphase befindlichen Wirtschaftsverlauf. Derartige Situationen bringen die Verantwortlichen für die Geldpolitik in Bedrängnis. Es bedarf hier einer Entscheidung, ob ihr Hauptaugenmerk auf stabilen Preisen oder auf einem Verlust an Arbeitsplätzen und Produktionseinbußen gelegt werden soll.

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Zusammenfassung

Der Leitzins ist das zentrale Instrument der Geldpolitik. Dieser wird von den Zentralbanken festgelegt und lenkt maßgeblich die allgemeine Zinsentwicklung. Die US-Notenbank Federal Reserve legt großen Wert darauf, ihre Absichten klar und frühzeitig an die Finanzmärkte zu signalisieren, um Verwerfungen an den Märkten kleinzuhalten. Ein Ereignis im Sinne dieses Buches ist eine Zusammenkunft der Mitglieder des Federal Open Market Committe (FOMC), um über den weiteren Verlauf der Leitzinsen abzustimmen. Robert Köck zeigt in seinem dargestellten Modell ein Werkzeug, mit Hilfe dessen sich mögliche Änderungen des Leitzinssatzes frühzeitig abschätzen lassen.