Content

7 - Zusammenfassung in:

Robert Köck

Geldpolitik der US-Notenbank, page 111 - 112

Wie denkt der Markt bei Leitzinsänderungen?

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4073-7, ISBN online: 978-3-8288-6910-3, https://doi.org/10.5771/9783828869103-111

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Wirtschaftswissenschaften, vol. 85

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
111 7 - Zusammenfassung Die durchgeführten Analysen in den analysierten Laufzeitsegmenten belegen einen unterschiedlichen Verlauf der Volatilitäten im Zeitverlauf. Es stellt sich die Frage, welche Einflussfaktoren und Informationsflüsse in den Markt auf die Volatilitätsschwankungen zurückzuführen sind. Der Vergleich der Volatilitätsverläufe zwischen Dezember 1986 bis Jänner 1994 vs. Februar 1994 bis Jänner 2006 zeigt eine grundlegende Abnahme der täglichen Standardabweichung kurz vor bzw. nach den Leitzinsänderungen. Seit Februar 1994 verlautbart das Federal Open Market Komitee nach dem Zusammentreffen regelmäßig die Begründung ihrer Entscheidungen, ihre Konjunktureinschätzung und die Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Mit dieser geänderten Vorgehensweise ermöglicht die Federal Reserve den Märkten eine präzisere Bestimmung des erwarteten Overnight-Zinssatzes und eine bessere Kommunikation über den zukünftigen geldpolitischen Kurs. Daraus ergibt sich auch eine präzisere Beurteilung der Erwartungen für die langfristigen Zinsen und der daraus abgeleiteten Volatilität. Damit soll allerdings nicht zum Ausdruck gebracht werden, dass es der Federal Reserve vor 1994 nicht gelang den Märkten die richtigen Signale zu geben. Die Kommunikation des geldpolitischen Ausschusses war früher eben anders. Die höchsten Veränderungen der Volatilität in % bei Leitzinsänderungen sind in der Maturityklasse 3 Monate bei Änderung des Leitzinsniveaus erkennbar der sich der Anstieg der kurzfristigen Zinsen verringert und die langfristigen Zinsen zu sinken beginnen. Die Geldpolitik möchte damit den Inflationsaufgen Zinsen steigen und gleichzeitig die kurzfristigen Zinsen fallen. Auf makroökonomischer Ebene besteht ein Reinflationsrisiko. mmenhang zwischen einer unerwarteten Leitzinsänderung zu einer höheren Volatilität erkannt Robert Köck: Geldpolitik der US-Notenbank 112 werden. Aus der Datenanalyse ist erkennbar, dass bei unerwarteten Leitzinsänderungen in einer Bandbreite zwischen -10 und +10 Basispunkten überwiegend die höchsten Veränderungen der Volatilität bei Leitzinsänderungen auftreten. Der zusammengefasste Beleg aus dieser Arbeit ist, dass die Renditeentwicklung annähernd mit der erwarteten geldpolitischen Ausrichtung konform verläuft. Eine weitere Ursache für den Rückgang der Volatilitäten am US- Geld- und Anleihenmarkt dürften die vor jeder Leitzinsentscheidung regelmä- ßig durchgeführten Konsensschätzungen und auf breiter Basis geführte Diskussionen zu den Erwartungswerten sein. Volatilitätsveränderungen werden allerdings auch von Handelsaktivitäten hervorgerufen und Investoren können auf Marktaktivitäten anderer Marktteilnehmer überreagieren, wodurch es zu Verzerrungen kommt. Gleichlaufend ist mit zu berücksichtigen, dass nicht alle Informationen die gleiche Bedeutung für Yieldveränderungen haben. Es bedarf hier einer Unterscheidung zwischen positiven und negativen Nachrichten, die unterschiedlich vom Markt aufgenommen und interpretiert werden. In der Praxis ist häufig festzustellen, dass positive Nachrichten auf positive Nachrichten folgen. Diese Informationswelle bewirkt, dass die Volatilität und somit das Risiko der betreffenden Yieldzeitreihe steigt. Das gestiegene Risiko hat zur Folge, dass die vom Investor geforderte Rendite steigen muss. An den Anleihenmärkten ist dies mit einem Rückgang des Kursniveaus verbunden. Durch dieses auf positive Nachrichten gedämpft. Nimmt man nun an, dass extrem negative Nachrichten zur wirtschaftlichen Entwicklung bekannt werden, so nimmt auch in diesem Fall die Volatilität der Anleihenpreise aufgrund der Veröffentlichung zu, was in Analogie zur vorgenannten Aussage einen Kursrückgang zur Folge hat. In diesem Fall jedoch verstärkt der negative Einfluss die bekannt gewordenen Nachrichten in Form von großen Preisrückgängen.

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Der Leitzins ist das zentrale Instrument der Geldpolitik. Dieser wird von den Zentralbanken festgelegt und lenkt maßgeblich die allgemeine Zinsentwicklung. Die US-Notenbank Federal Reserve legt großen Wert darauf, ihre Absichten klar und frühzeitig an die Finanzmärkte zu signalisieren, um Verwerfungen an den Märkten kleinzuhalten. Ein Ereignis im Sinne dieses Buches ist eine Zusammenkunft der Mitglieder des Federal Open Market Committe (FOMC), um über den weiteren Verlauf der Leitzinsen abzustimmen. Robert Köck zeigt in seinem dargestellten Modell ein Werkzeug, mit Hilfe dessen sich mögliche Änderungen des Leitzinssatzes frühzeitig abschätzen lassen.