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Michael Lausberg

Die Kunst des Barocks und des Rokoko in Italien, page 387 - 394

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-4051-5, ISBN online: 978-3-8288-6878-6, https://doi.org/10.5771/9783828868786-387

Tectum, Baden-Baden
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Fazit Die europäische Malerei und Architektur des Barock begann in Rom. Hier suchte das im Zuge der Gegenreformation wiedererstarkte Papsttum von Paul V. bis Alexander VII. den Glanz zurückzugewinnen, der die nach der Antike verfallene Metropole und dem Sacco di Roma 1527 einst ausgezeichnet hatte. Doch auch der Klerus, darunter vor allem die Jesuiten, vergaben zahlreiche Aufträge für Bauten und deren Ausstattung. Die 1593 gegründete Accademia di San Luca, eine einflussreiche Künstlervereinigung und Ausbildungsstätte, beschleunigte diesen Prozess zusätzlich. Dass im frühen Barock Rom – und nicht mehr Florenz oder Venedig – das wichtigste kulturelle Zentrum Europas war, unterstreicht auch die Tatsache, dass sich hier nahezu alle bedeutenden italienischen und ausländischen Künstler der Zeit zu Studienzwecken aufhielten oder sich wie Lorrain und andere sogar auf Dauer niederließen. Die Hegemonen des Frühbarocks waren zwei nach Rom zugezogene Künstler: zum einen Annibale Carracci, der sich von 1595 bis zu seinem Tod im Jahr 1609 in Rom aufhielt, zum anderen Michelangelo Merisi, bekannt als Caravaggio, der von Rom aber 1606 fliehen musste, weil er im Streit einen Malerkollegen erschlagen haben soll. Beide Maler setzten gegen die Kunst des späten Manierismus eine neue Lebendigkeit und Kraft, jedoch auf ganz unterschiedliche Weise. Caravaggio entwickelte eine Hell-Dunkel-Malerei mit härtesten, unaufgelösten Kontrasten: Das Licht dringt in scharfer, künstlicher Ausleuchtung in tiefe Finsternis ein und holt so die Einzelheiten der Darstellung eindringlich, pointiert, grell heraus. Diese Beleuchtung, dargeboten zudem noch in distanzloser Nahsicht, führte im Figürlichen zu einem radikalen Realismus, zu einer mit Händen greifbaren Direktheit, die keine Überhöhung ins Ideale kennt. Dementsprechend verwendete Caravaggio mit Vorliebe einfache, derbe Gestalten aus der Bevölkerung bei mythologischen Bildern und bei Engeln auffallend häufig auch erotische Knaben von weicher, sinnlicher Leiblichkeit. Die 8 387 künstlerische Welt jener Zeit war angesichts dieser Bilder, die einer Sensation gleichkamen, begeistert und zugleich schockiert. Doch man spürte in ihrem ungeschönten Naturalismus, ihrer Unmittelbarkeit, dem plakativen Hell-Dunkel sofort den gewollten, radikalen Bruch mit jeder Norm. Auch Annibale Carracci, dessen Bruder Agostino und dessen Vetter Ludovico ebenfalls Maler waren, suchte einen neuen Weg für die Malerei. 1582 gründeten die Carracci eine private Kunstschule in Bologna, die Scuola degli incamminati. Als Grundlage des Unterrichts galt ihnen die klassische Kunst der Antike und der Hochrenaissance sowie das Natur- und Modellstudium. Doch erst in Rom fand Annibale endgültig zu seiner im Einzelnen durchaus realistischen, in der Grundtendenz aber ideal überhöhten Kunst, deren Gestalten von wuchtiger Kraft und beherrschtem heroischem Pathos sind. Ihre einfache, sofort überschaubare Komposition zielt auf einen hohen Stil, der nicht nur den Heiligen, sondern auch den Helden der antiken Mythologie angemessen ist. Annibales Hauptwerk, die Deckenfresken der Galerie im Palazzo Farnese in Rom, zeigen einen Zyklus von Liebesabenteuern der olympischen Götter; dem Thema entsprechend, gesellt sich hier zur heroisch idealen Grundtendenz ein Zug des Heiteren, des freundlich Poetischen, auch des liebenswerten Humors. Diese mythologischen Geschichten sind einem kunstvollen Dekorationssystem eingefügt, das die Illusion hervorruft, als seien zwischen gebauter Architektur, Reliefs und nackten Statuen an der Decke gerahmte Tafelbilder befestigt. Caravaggio bildete zwar keine Schüler aus, doch seine Kunst erregte auch noch nach seinem Tod höchstes Aufsehen und fand deshalb viele Nachahmer, etwa Bartolomeo Manfredi, Carlo Saraceni, Orazio Gentileschi und dessen Tochter Artemisia. Keiner von ihnen erlebte Caravaggio noch persönlich in Rom; sie studierten vielmehr seine Bilder und übten sich wie gebannt in ähnlichen Hell-Dunkel-Effekten. Diese Art der Malerei breitete sich bald über weite Teile Europas aus. Sie ergriff in der Person von Georges de La Tour Frankreich genauso wie Spanien, vertreten durch Francisco Ribalta oder Francisco de Zurbarán; in den Niederlanden gab es die Utrechter Caravaggisten. Die Familie der Carracci hingegen bildete die Schüler in Bologna beziehungsweise Rom selbst aus. Ihr Betätigungsfeld waren großfor- 8 Fazit 388 matige Altarbilder und Fresken, ausgeführt insbesondere an Decken und in Kuppeln von Kirchen. Von Bologna bis Neapel verbreitete sich die Kunst Annibale Carraccis allmählich zu einem die Zeit prägenden Stil, der jedoch von Anfang an in zwei verschiedene Richtungen unterteilt war: in eine bewegt-pathetische barocke und eine antikisch-beruhigte klassische Strömung, die beide immer mehr von der Hell-Dunkel- Malerei Caravaggios durchsetzt wurden. Der barocken Richtung hatte Rubens einiges zu verdanken, der sich im ersten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts zweimal für kurze Zeit in Rom aufgehalten hatte; zu ihr gehörten unter anderem Giovanni Lanfranco, der die Ausmalung von Kuppeln mit einem figurenreichen Heiligenhimmel beherrschte, und der eher als Kolorist bedeutende Guernico, der Meister lichthaltiger, strahlender Blautöne. Die wichtigsten Vertreter der klassischen Richtung waren Domenichini und vor allem Guido Reni, der den Ruhm der Schule von Bologna auf den Zenit führte. Eines von Domenichinos Meisterwerken waren seine Fresken von Szenen aus dem Leben der Heiligen Cäcilia in der Kapelle von San Luigi dei Francesi. Sein 2,25 x 3,20 Meter großes Ölgemälde Das Gefolge der Diana beim Vogelschießen aus dem Jahre 1617 ist wegen seiner Kombination aus dramatischem Moment und edlem Ausdruck ein Höhepunkt der Barockmalerei. Mit dem an der Kunst Raffaels orientierten Deckenfresko der Aurora im Palazzo Rospigliosi in Rom schuf Reni hinsichtlich Figurenerfindung, Farbe und Komposition das Programmbild der klassischen Richtung des Barock schlechthin. In seinen Altarbildern aber steigerte er mit himmelnden, kalkbleichen Heiligengestalten die Inbrunst bis hart an die Grenze des religiösen Wahns. Diese bis ins 19. Jahrhundert bewunderten Bilder brachten Reni später in Verruf, was auch auf das sakrale Pathos der ganzen barocken Altarmalerei Italiens abfärbte. Hierzu gehörte als Sonderrichtung die Malerei Neapels, der Hauptstadt des im 17. Jahrhundert der spanischen Krone unterstellten Vizekönigreichs Neapel und Sizilien: In den Bildern von Mattia Preti oder Salvator Rosa sinkt das Hell-Dunkel Caravaggios ins Düstere, gänzlich Unwirkliche ab, so als seien die Heiligen in die unterirdische Welt der Kerker und Folterkammern verbannt, in die nie ein Sonnenstrahl fällt. Ganz neue Perspektiven eröffneten sich der Barockmalerei in Rom seit etwa 1630 mit Pietro da Cortona, einem Universalkünstler, der 8 Fazit 389 nicht nur Maler und Architekt, sondern auch ein bedeutender Dekorateur war. Alle drei Gattungen verschmolz er in seinem riesigen Deckenfresko des Saals im Palazzo Barberini: Dessen aus vielen Einzelszenen bestehendes mythologisches Programm, welches das Haus Barberini verherrlicht, geht in einem einzigen Gesamtakkord auf, geordnet durch einen architektonisch-skulpturalen Rahmen mit Durchblicken auf den Himmel in der Mitte und die irdischen Gefilde am Rande der Decke. Da Cortona schuf hier das Urbild für die festliche, überall aus dem Vollen schöpfende, sinnenfreudige Seite des Barock und für ungezählte andere profane Dekorationen von Festsälen, die den olympischen Götterhimmel als Garanten immer währenden Ruhms darstellen. Das sakrale Gegenstück, das eine ähnliche Wirkung nach sich zog, gelang erst eine Generation später Giovanni Battista Gaulli, genannt Baciccio. Nach einem Entwurf Berninis schuf er am Gewölbe der Kirche Il Gesù ein raumüberspannendes Fresko, das die Verherrlichung des Namens Jesu durch die himmlischen Heerscharen und Heiligen zeigt. Das Bild ist eine einzige Lichtvision, ein rauschhaftes Strömen von Figurenmassen und fließenden Gewändern im dunstigen Lichtnebel auf Wolken. Zu diesem Licht- und Farbrausch lieferte wenig später der Maler und Mathematiker Andrea Pozzo einen wohlkalkulierten Gegenentwurf. An die Decke des Mittelschiffs von Sant' Ignazio, der zweiten Jesuitenkirche in Rom, zauberte Pozzo die verblüffende Illusion einer Architekturszenerie, die sich perspektivisch verkürzt. Sinnhaft erscheint die dem Betrachter allerdings nur dann, wenn er in der Mitte des Langhauses steht; von hier aus ist die scheinräumliche Ausmalung ein virtuoses Kunststück, das sich aber immer mehr verzerrt, je weiter man sich von diesem Blickpunkt entfernt. Pozzos Perspektivkunst war berechenbar und deshalb erlernbar: Hierfür verfasste Pozzo ein Traktat, der für eine weite Verbreitung seiner Kunst sorgte. So stellten die Fresken von Baciccio und Pozzo die Gegenpole dar, zwischen denen sich die Deckenmalerei Europas entwickelte. Filippo Juvarra war einer der Architekten, die für die Neugestaltung Turins vom 17. Jahrhundert bis ins 18. Jahrhundert verantwortlich waren, die ein Erscheinungsbild von in Europa fast einzigartiger Einheitlichkeit hervorbrachte. Juvarra nahm die Bauleitungen und Überarbeitung dutzender Projekte an, er arbeitete an Kirchen, Villen, 8 Fazit 390 Stadtpalazzi und Schlössern. Die Ideen und Anregungen für seine Bauprojekte eignete er sich auf mehreren ausgedehnten Europareisen an, so dass sein Werk auch eine Synthese der europäischen Baukunst des 18. Jahrhunderts ist. Der Turiner Palazzo Madama, das er von 1718 bis 1721 nach den Grundsätzen der Barockarchitektur umgestaltete, diente den Herrschern von Savoyen als Regierungssitz. Die Fassade des Palastes ist deutlich von der Gartenfassade des Schlosses in Versailles angeregt: das rustizierte Sockelgeschoss, die großen Rundbogenfenster des piano nobile mit ihren vorgesetzten Balustraden, darüber das Mezzaningeschoss, und die wie ein Portikus vor die gerade Fassadenlinie gesetzte Säulenstellung. Artemisia Gentileschi (1593–1656) war die erste Frau, die Mitglied der Accademia di Arte del Disegno in Florenz wurde, was in der patriachalischen Gesellschaft Italiens eine besondere Auszeichnung war. Sie malte viele Bilder von starken und leidenden Frauen aus Mythos und der Bibel. Ihr bekanntestes Werk ist Judith und Holofernes; ein bekannter mittelalterlicher und barocker Gegenstand in der Kunst, der die Enthauptung von Holofernes, eine Szene von schrecklichem Kampf und Blutvergiftung zeigt. Die Tatsache, dass sie in jungen Jahren von einem Künstlerkollegen vergewaltigt wurde und sie an der Verfolgung des Vergewaltigers teilnahm, führte zu einer Neurezeption vor allem seit Ende des 19. Jahrhunderts. Die dadurch entstandene Aufwertung ihrer Persönlichkeit überschattet jedoch leider ihre Errungenschaften als Künstlerin. Obwohl im 17. Jahrhundert ein Niedergang der venezianischen Malerei zu verzeichnen war, konnte die schöpferische Vitalität des Quattrocento und des Cinquecento im 18. Jahrhundert wieder gefunden werden und somit die Settecentomalerei zu ihrer prächtigen Entfaltung gelangen. Es gab Einflüsse des koloristischen und erzählerischen Klassizismus von Sebatiano Ricci bis Tiepolo, des höfischen Rokoko von Amigoni und Pellegrini, des ruhigen Naturalismus mit rokokohaften Anklängen von Rosalba Carriera und der Historien- und Vedutenmalerei. Zu der Renaissance der venezianischen Kunst trug auch die neugegründete Akademie bei. Die Accademia di belle arti di Venezia wurde zur Zeit des venezianischen Rokoko am 24. September 1750 gegründet. Zum ersten Direktor wurde Giovanni Battista Piazzetta ernannt. 8 Fazit 391 Nach seinem Tod 1754 musste die Akademie wegen Finanzierungsschwierigkeiten schließen. Aufgrund der Tatsache, dass Venedig aufgrund seines künstlerischen Ranges sich nicht von anderen Städten Italiens abhängen lassen wollte, kamen erneut Gönner zusammen, so dass die Akademie 1756 wiedereröffnet werden konnte. Die Akademie orientierte sich weitgehend an der schon in den Niederlanden existierenden Lukasgilde. In den 1740er Jahren begann der venezianische Maler Pietro Longhi (1701/1702–1785) Genreszenen des Adels zu malen, die sie in verführerischen und verbotenen Aktivitäten zeigten. Oft waren diese Männer und Frauen der Oberklasse maskiert. Die durch Masken geschützten Individuen des Adels wollten aus Mißtrauen einen Abstand zwischen der Außenwelt und dem Träger platzieren. Vor allem die Vedutenmalerei war für den neuen künstlerischen Ruhm von Bedeutung. Eine Vedute bildet ein Panorama ab, meist mit Blick auf einen Fluss, einen Kanal, einen Platz oder eine Straße, die den Blick linearperspektivisch in die Tiefe ziehen. Zu unterscheiden sind davon das „städtische Interieur“ und solche Bilder, die die Schnittstelle von Stadt und Land zum Thema haben und die beiden Sujets Vedute und Landschaft verbinden. Maßgeblich für den Erfolg dieses Genres war der Italien-Tourismus der englischen Aristokratie, der im 18. Jahrhundert seinen Höhepunkt erreichte; es war üblich geworden, als „Souvenir“ von der „Grand Tour“ nach Italien Bilder der römischen Antike oder der norditalienischen Städte, die man besucht hatte, mitzunehmen. Als Schöpfer der Vedutenmalerei in Venedig gilt der niederländisch-italienische Maler Gaspar van Wittel (Vanvitelli), der in Holland das Malerhandwerk erlernte, aber sein Leben großteils in Rom verbrachte, wo er seine Erfahrungen an die italienischen Meister vermittelte. Durch ihn wurde auch die camera obscura als Arbeitsgerät in die italienische Vedutenmalerei eingeführt. Antonio Canal, genannt Canelatto, malte weite Landschaftsbilder der venezianischen Kanäle und des Dogenpalastes. Canal von Palazzo Balbi Rialto, Rio Beggar, Piazza San Marco, alle zwischen 1719 und 1723 datiert, kontrastiert Canaletto Licht und Schatten helldunkel von einem blau-grünen Farbbereich bis zu grau-silber und kalten Töne. Auch seine Veduten wie Il Canal Grande e la chiesa di Santa Maria della Salute aus 1730 und Il Bucintoro al 8 Fazit 392 Molo il giorno dell'Ascensione aus dem Jahre 1732 gehörten zu den Höhepunkten dieser eigenen Kunstgattung. Bernardo Belotto, der 1747 Venedig verließ und eine eine Einladung an den Hof von Dresden im Dienst Augusts II., dem Kurfürsten von Sachsen und König von Polen annahm, exportierte die Vedutenmalerei nach Deutschland. Zwischen 1747 und den ersten Monaten des Jahres 1753 malte Bellotto vierzehn große Panoramabilder von Dresden und zwischen 1753 und 1756 elf Blicke auf Pirna. Fünf Veduten der Festung Königstein im Elbsandsteingebirge konnte Bellotto nur nach eigenen 1755/1756 entstandenen Zeichnungen in den Jahren 1757/58 vollenden. Francesco Zuccarelli (1702–1788) gilt als der bedeutendste Landschaftsmaler, der in der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts in Venedig und außerhalb wirkte. Seine arkadisch anmutenden Werke wurden in ganz Europa und vor allem in England, wo er für zwei Jahre wohnte, in Adelskreisen beliebt. Ihren grandiosen Höhepunkt erreichte die venezianische Kunst dann im 18. Jahrhundert mit der Kunst Giovanni Battista Tiepolos, dem es gelang, die Hegemonie der Malerei noch einmal in die Lagunenstadt zu holen. Geschult durch Giovanni Battista Piazetta, wurde Tiepolo zum Meister des Lichts, das alle Farben zum Leuchten bringt und sogar das Weiß zu einer Buntfarbe erhebt. In Tiepolos Paradies, aus dem alles Dunkle, Trübe verbannt ist, regiert einzig das Schöne in apollinischer Klarheit. Mit Hilfe seiner Söhne Gian Domenico und Lorenzo schuf er zum Teil monumentale Bilderzyklen und Fresken an Wänden und Gewölben. Die Tiepolos behandelten religiöse, mythologische, historische und traditionelle Themen. Als Tiepolo 1750 nach Würzburg berufen wurde und dort in der Residenz das Treppenhaus und den Kaisersaal freskierte, war dies ein künstlerisches Meisterstück. Im Treppenhaus zeigen die Fresken die vier Erdteile. Im Kaisersaal zeigen die Bilder die Hochzeit von Friedrich Barbarossa und Beatrix von Burgund, sowie die Belehnung des Fürstbischofs mit den Rechten eines Reichsfürsten. Insgesamt bilden die Würzburger Fresken ein erdumspannendes Staatsgemälde. 8 Fazit 393

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Zusammenfassung

Italien war sowohl im künstlerischen als auch im wissenschaftlichen Bereich führender Akteur in der europäischen Frühen Neuzeit. Die europäische Barockkunst ist ohne ihre Wurzeln in Italien und insbesondere Rom nicht vorstellbar. Die venezianische Rokokokunst mit ihrer Vedutenmalerei und die großen Bilderzyklen und Fresken an Wänden und Gewölben von Giovanni Battista Tiepolo sind unvergleichliche Kompositionen in der Kunstgeschichte. Das venezianische Rokoko, das vom theatralisch anmutigen Illusionismus geprägt wird, kennzeichnete neben den französischen Rokokoeinflüssen, in denen die Zerbrechlichkeit, Zierlichkeit und Leichtigkeit des Dargestellten stärker betont wird, die Kunst Europas. Die Zeit des Barocks und des Rokokos in Italien ist eine der spannendsten der europäischen Kunstgeschichte. Michael Lausberg arbeitet die wichtigsten Grundelemente und Künstler heraus und nimmt die Leser mit auf eine spannende Zeitreise voller ästhetischer und sinnlicher Höhepunkte der italienischen Kunst- und Kulturgeschichte.