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Vorwort in:

Sven Deppisch

Täter auf der Schulbank, page 9 - 10

Die Offiziersausbildung der Ordnungspolizei und der Holocaust

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-4050-8, ISBN online: 978-3-8288-6871-7, https://doi.org/10.5771/9783828868717-9

Tectum, Baden-Baden
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Vorwort Die vorliegende Studie ist eine überarbeitete und erweiterte Fassung meiner Dissertation, mit der ich im Frühjahr 2016 an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München promoviert wurde. Es ist mir nicht möglich, all jene aufzuzählen, die dieses Werk ermöglich ten. Leider kann ich nicht sämtliche Menschen namentlich erwähnen, die mich während meiner Recherchen berieten und unterstützten. Doch können sie gewiss sein, dass ich ihnen allen für ihre Hilfe sehr dankbar bin. Dennoch möchte ich die Gelegenheit nutzen, um Ein zelnen meinen Dank auszusprechen: In erster Linie danke ich meinem Doktorvater Professor Dr. Thomas Raithel vom Institut für Zeitgeschichte (IfZ) in München. Er lieferte mir wichtige Impulse und Anregungen für mein Forschungsprojekt. Auch dem Leiter des IfZ, Professor Dr. Andreas Wirsching, bin ich zu Dank dafür verpflichtet, dass er das Zweitgutachten für meine Dissertation erstellte. Au ßerdem bedanke ich mich bei PD Dr. Christian Schwaabe, der meiner Bitte nachkam und die Aufgabe übernahm, mich in der Politischen Wissenschaft zu prüfen. Ohne die Hilfe der Polizei wäre das vorliegende Werk nicht in dieser Form entstanden. Da her möchte ich vor allem dem ehemaligen Leiter der Polizeifachhochschule Fürstenfeldbruck, Hermann Vogelgsang, deren amtierenden Leiter, Ingbert Hoffmann, und ihrem Team dan ken. Namentlich erwähnt seien hier insbesondere Dr. Holger Nitsch, Fabian Weth, Jürgen Roese, Sven Herbst und Günter Scherer. Auch dem Präsidium der Bayerischen Bereitschafts polizei in Bamberg, vor allem Dr. Albin Muff und Helmut Wolf, danke ich für ihre Unter stützung und ihr ausgeprägtes Interesse an meiner Arbeit. Ebenfalls dankbar bin ich Wolf gang Wenger, dem ehemaligen Pressesprecher des Polizeipräsidiums München. Ferner bedanke ich mich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der von mir aufge suchten Archive, Fachbibliotheken und weiteren Anlaufstellen. Zu nennen sind hier unter anderem Dr. Christoph Bachmann und Robert Bierschneider (Staatsarchiv München), Ger hard Fürmetz (Bayerisches Hauptstaatsarchiv München), Dr. Martina Haggenmüller (Bay erisches Hauptstaatsarchiv München - Kriegsarchiv), Ines Matschke (Bundesarchiv Berlin Lichterfelde), Dr. Peter Gohle (Bundesarchiv Ludwigsburg), Ute Schumacher (Institut für Stadtgeschichte Frankfurt), Doris Kock (Deutsche Hochschule der Polizei in Münster-Hil trup), Hans Peter Wollny (Deutsche Dienststelle (WASt)), Michael Volpert (Archiv des Erz bistums München und Freising), Amy Schmidt, Paul Brown und Eric van Slander (National Archives and Records Administration) sowie Vincent Slatt, Ron Coleman und Megan Lewis (United States Holocaust Memorial Museum). Ein besonderer Dank gilt außerdem Dr. Ger hard Neumeier vom Stadtarchiv Fürstenfeldbruck. Ich danke auch dem Deutschen Historischen Institut (DHI) in Washington D. C. für ein Forschungsstipendium, das mir die Gelegenheit gab, im Frühjahr 2013 in den hiesigen Ar chiven forschen zu können. Ebenso will ich mich beim Graduate Center der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) dafür herzlich bedanken, dass es mir meine Arbeit in ihrer End phase durch ein Abschlussstipendium sehr erleichterte. 9 Sv e n De p p is c h : Tät e r a u f d e r Sc h u l b a n k Nicht zuletzt danke ich meinen Eltern dafür, dass sie mich über all die Jahre hinweg in je der Hinsicht darin unterstützten, ermutigten und bestärkten, mein Forschungsvorhaben in die Tat umzusetzen. Sven Deppisch München, Juli 20T7 10

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Zusammenfassung

Ohne die Polizei wäre der Holocaust nicht möglich gewesen. Während des „Dritten Reichs“ befand sich ihre bedeutendste Schule in Fürstenfeldbruck bei München. Hunderte von Männern aus ganz Deutschland besuchten dort spezielle Kurse, in denen die Ordnungspolizei sie zu ihren Offizieren ausbildete. Neben hartem Drill und Paragraphen standen „Bandenkampf“ und Antisemitismus auf dem Lehrplan. Ausgestattet mit diesem Wissen zogen zahlreiche Oberbeamte nach Ende ihrer Kurse in den „auswärtigen Einsatz“, aus dem erschreckend viele von ihnen als Massenmörder und Kriegsverbrecher zurückkehrten. Nach Kriegsende führten sie ihre Karrieren einfach fort, ohne jemals angemessen bestraft worden zu sein. Sven Deppisch beleuchtet erstmals die Geschichte der Polizeischule Fürstenfeldbruck. Er zeigt, wie die Nationalsozialisten ihre führenden „Gesetzeshüter“ für den Holocaust trainierten. Die Studie analysiert das Ausbildungssystem der NS-Diktatur und veranschaulicht, welche Fächer und Inhalte es in den besonderen Lehrgängen gab. Darüber hinaus deckt sie auf, wie das Leben an ihrer herausragenden Lehranstalt aussah und an welchen Massenverbrechen sich ihr Personal beteiligte. Dabei bringt sie ans Licht, dass in der deutschen Ordnungsmacht von der Weimarer Demokratie bis weit in die Bundesrepublik hinein die gleichen Denkweisen, Einsatzmuster und Feindbilder existierten, auf denen ihr schrecklicher Beitrag am Judenmord basierte.