Content

Anlage in:

Dirk Vogel

Zwischen Rechenschaftspflicht und Verantwortlichkeit, page 189 - 198

Street Level Bureaucrats unter der Bedingung des § 48 SGB II

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-4028-7, ISBN online: 978-3-8288-6860-1, https://doi.org/10.5771/9783828868601-189

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Sozialwissenschaften, vol. 79

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Anlage § 4 8 a SGB II Vergleich d er Leistungsfähigkeit (1) Zur Feststellung und Förderung der Leistungsfähigkeit der örtlichen Aufgabenwahrnehmung der Träger der Grundsicherung für Arbeitsuchende erstellt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales auf der Grundlage der Kennzahlen nach § 51b Absatz 3 Nummer 3 Kennzahlenvergleiche und veröffentlicht die Ergebnis se vierteljährlich. (2) Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird erm äch tigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates die für die Vergleiche erforderlichen Kennzahlen sowie das Ver fahren zu deren W eiterentwicklung und die Form der Veröffentli chung der Ergebnisse festzulegen. Quelle: [Sozialgesetzbuch (SGB II) Zweites Buch Grundsicherung fü r Arbeitsuchende 2015a) Anlage 1: § 4 8 a SGB II 190 Anlage § 48b SGB II Zielvereinbarungen (1) Zur Erreichung der Ziele nach diesem Buch schließen 1. das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Einverneh men mit dem Bundesministerium der Finanzen mit der Bunde sagentur, 2 . die Bundesagentur und die kommunalen Träger mit den Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern der gemeinsamen Einrichtungen, 3. das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit der zu ständigen Landesbehörde sowie 4. die zuständige Landesbehörde mit den zugelassenen kommu nalen Trägern Vereinbarungen ab. Die Vereinbarungen nach Satz 1 Nummer 2 bis 4 umfassen alle Leistungen dieses Buches. Die Beratungen über die Vereinbarung nach Satz 1 Nummer 3 führen die Koopera tionsausschüsse nach § 18b. Im Bund-Länder-Ausschuss nach § 18c wird für die Vereinbarungen nach diesem Absatz über ein heitliche Grundlagen beraten. (2) Die Vereinbarungen werden nach Beschlussfassung des Bun destages über das jährliche Haushaltsgesetz abgeschlossen. (3) Die Vereinbarungen umfassen insbesondere die Ziele der Ver ringerung der Hilfebedürftigkeit, Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit und Vermeidung von langfristigem Leistungsbe zug. Die Vereinbarungen nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 bis 4 umfassen zusätzlich das Ziel der Verbesserung der sozialen Teil habe. (4) Die Vereinbarungen nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 sollen sich an den Vereinbarungen nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 ori entieren. (5) Für den Abschluss der Vereinbarungen und die Nachhaltung der Zielerreichung sind die Daten nach § 51b und die Kennzahlen nach § 48a Absatz 2 maßgeblich. Anlage 2: § 48b SGBII Anlage 2: § 48b SGB II 191 (6) Die Vereinbarungen nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 können 1. erforderliche Genehmigungen oder Zustimmungen des Bun desministeriums für Arbeit und Soziales ersetzen, 2 . die Selbstbewirtschaftung von Haushaltsmitteln für Leistungen zur Eingliederung in Arbeit sowie für Verwaltungskosten zu lassen Quelle: [Sozialgesetzbuch (SGB II) Zweites Buch Grundsicherung fü r Arbeitsuchende 2015b) 192 Anlage Anlage 3: A nschreiben GEORG-AUGUST-UNIVERSITAT GÖTTINGEN Soziahvissenschaftliclie Fakultät Information zur Studie Sehr geehrte Damen und Herren, vielen Dank für Ihr Interesse an meiner Studie. Ich lade Sie herzlich ein, an meiner Studie teilzunehmen, die sich mit Ihrem Arbeitsalltag im öffentlichen Dienst beschäftigt. Für diese Studie möchte ich ein interview führen. Ich werde Fragen stellen, bei denen es keine „richtigen“ und keine „falschen“ Antworten gibt. Es geht um „Ihre“ Antworten. Das Interview wird etwa eine V* Stunde bis Stunde dauern und mit Ihrer Zustimmung auf Tonband aufgenommen, um Ihre Worte detailgetreu wiedergeben zu können und danach von mir mit wissenschaftlichen Methoden ausgewertet. Selbstverständlich wird Ihr Name dabei nicht erscheinen, die Bänder werden anonymisiert und können deswegen auch nicht zugeordnet werden. Sie werden auf keinen Fall in irgendeiner Form als Person erkennbar werden, weder durch die Aufnahme noch später in einer möglichen Publikation (mit der Ausnahme ihrer ausdrücklichen Genehmigung). Allein sogenannte soziodemografische Daten werden von mir am Ende in einem Bogen erfasst, die allerdings nicht auf Ihre Person schließen lassen. Zudem werden die Daten sicher an einem Ort gespeichert, auf den kein Zugriff Externer möglich sein wird. Das Interview selbst werde ich führen im Rahmen meiner Dissertation an der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen. Erstgutachter ist apl. Prof. Dr. Scott Stock Gissendanner. Die Studie wird dazu beitragen, Erkenntnisse über den Arbeitsalltag von Menschen zu gewinnen, die im öffentlichen Dienst tätig sind. Für die Teilnahme ist aufgrund der rein akademischen Motivation keine Aufwandsentschädigung oder finanzielle Zahlung in irgendeiner Weise vorgesehen. Falls Sie weitere Fragen haben, können Sie mich jederzeit kontaktieren. Ich bedanke mich herzlich für Ihre Unterstützung und freue mich auf unser Gespräch. Mit freundlichen Grüßen Dirk Vogel Dipl0fn»Sazia1wirt Master of Business Administration Anlage 4: Teilnahm evereinbarung 193 Anlage 4: Teilnahmevereinbarung Gemeinsame Vereinbarung zur Teilnahme an der Studie’ • Ich habe das Informationsblatt gelesen. Mit ist bekannt, dass ich Fragen zum Inhalt und Vorgehen jederzeit steilen kann. • Meine Teilnahme an dieser Studie durch mein Interview ist freiwillig. Ich kann jederzeit, ohne Nennung eines Grundes, meine Teilnahme abbrechen, ohne dass dies irgendeine Folge für mich hätte. Sollten neue Informationen bekannt werden, die eine Teilnahme Ihrerseits ausschließen, ist der Forschende dazu berechtigt, mich von der Studie ausschließen. Hiervon ist allerdings nicht auszugehen. Zudem wird der Forschende Ihnen alle neuen Informationen, die im Zusammenhang mit der Studie stehen und für Sie relevant sind, Ihnen umgehend zugänglich machen. • Jegliche Information, die auf Sie als Person schließen lässt, also nicht anonymisiert ist, würde der Forschende nur mit Ihrer vorherigen ausdrücklichen Zustimmung veröffentlichen. • Wenn irgendwelche Fragen aufkommen, ist der Forschende unter folgenden Kontaktdaten jederzeit erreichbar: Dirk Vogel Thomas-Mann-Strasse 36 63486 Bruchköbel Tel.:0173-7445142 Email: dirk.vogel@gmail.com • Ich bekomme von diesem Schreiben eine Kopie für meine Unterlagen. • Eine Tonbandaufnahme ist für dieses Interview vorgesehen. Allein der Forschende wird diese auswerten. Mitglieder des Dissertationskommittees, Herr Dr. Bartelheimer, Herr Prof. Dr. Gissendanner oder Herr Prof. Dr. Hönnige, können aus Qualitätsgründen hieraufzugreifen, diese aber nicht weiterleiten oder in irgendeiner Art weiterverwenden, ohne Ihre vorherige Zustimmung. D ich stimme der Tonbandaufnahme zu D ich stimme der Tonbandaufnahme nicht zu Meine Unterschrift bedeutet, dass ich der Teilnahme an der Studie zu den oben genannten Bedingungen zustimme. Dirk Vogel 1 9 4 Anlage Anlage 5: soziodem ografische Daten (I) Wir sind fast durch! Acht statistische Fragen zum Sch lu ss 1. Ihr G eschlecht? Männlich □ weiblich □ 2. Ihr Alter? _________ (in Jahren) 3. Wie lange arbeiten, oder haben Sie, mit dem „SG B-II“ gearbeitet (eventuell einschließlich des Rechtsvorgänger, dem „B SH G “)? _________ (in Jahren, bitte auf- oder abrunden) 4. Welche Trägerschaft hat / hatte Ihre Organisation? S. Welchen Schu labschluss haben Sie (nur den „höchsten“ A bschlu ss)? Abitur/Hochschulreife Fachhochschulreife mittlere Reife Hauptschulabschluss Schule ohne qualifizierenden Abschluss verlassen Anlage 6: soziodemografische Daten (II) Anlage 6: soziodemografische Daten (II) 195 6. Welche Berufsausbildung haben Sie (Doppelnennungen möglich)? Hochschulabschluss? Fachhochschulabschluss? □ a Wenn ja, genauere Bezeichnung Wenn ja, genauere Bezeichnung Berufsausbildung? Keine abgeschlossene Berufsausbildung □ □ Wenn ja, genauere Bezeichnung 7. Haben Sie einer dieser Qualifikation(en) an einer Verwaltungsschule oder Verwaltungsfachhochschule erworben? Ja Nein □ □ 8. Wie ist Ihre Stelle derzeit eingestuft? Angestellter Beamter (TVÖD Eingruppierung) (A-Besoldungsstufe) E 14-15 A 14-16 E 10-13 A 10-A13 E 6-9 A 6-A9 Geschafft! Vielen Dank für Ihre Geduld und Mithilfe 196 Anlage Anlage 7: Zielvereinbarungen Hessen als Stimuli 1. V erringerung d er Hilfebedürftigkeit Zielvereinbarung Hessen 2013 Im Vergleich zum Vorjahr wird die Entwicklung der Summer der Leistungen zum Lebensunterhalt im Rahmen eines qualitativen Monitorings beobachtet._________________________________________ 2. V erbesserung der Integration in Erw erbstätigkeit Zielvereinbarung Hessen 2013 Das Ziel ist erreicht, wenn die Integrationsquote der K JC des Lan des Hessen im Durchschnitt 26,1 % erreicht.______________________ 3. Verm eidung von langfristigem Hilfebezug Zielvereinbarung Hessen 2013 Das Ziel ist erreicht, wenn der durchschnittliche Bestand an Lang zeitarbeitslosen der K JC des Landes Hessen gegenüber dem Vor jahr um insgesamt 2 % sinkt._____________________________________ Anlage 8: Typisierung der Grundsicherungsträger Anlage 8: Typisierung der Grundsicherungsträger 1 9 7 Anlagel.pdf 198 Anlage Anlage 9: Geplanter Fragebogen Welche unterschiedlichen Strategien entwickeln Street Level Bureaucrats, die das „SGB-II“ in Deutschland umsetzen, wenn sie mit Steuerungsinitiativen seitens des Trägers konfrontiert werden? Forschungsfrage Wie gehen S L B mit Pro zessvo rgaben seitens der Organisation um, insbesondere der Klienten segmentierung? Wie gehen S L B mit Organisationszielen um? Mögliche interviewfragen Qe nach Situation aus den offenen Fragen) Sie haben mir erzählt, dass S ie Klienten beurteilen müssen und dann in ein Computersystem diese in unterschiedliche Kategonen einsortieren Bitte eizahlen S ie mir, wie S ie zu Ihrem Urteil kommen, anhand welcher Merkmale Sie sich Informationen besorgen und wie S ie mit dieser Information umgehen. Woher wissen sie, welcher Klient in welche Kategorie kommt? Wer hilft Ihnen dabei, wenn S ie sich nicht sicher sind? Mit wem sprechen Sie hierüber? Nun möchte ich S ie bitten, sich zu überlegen, ob Sie schon mal von Ihrem Arbeitgeber oder auch anderen Kollegen angesprochen worden sind, dass er oder sie mit Ihrer Einsortierung nicht einverstanden waren? Wie und wo fand diese Rückmeldung statt? Wer hat sie wir darauf angesprochen? W as haben Sie gemacht? W as haben S ie geantwortet? Haben Sie mit jemanden darüber gesprochen? Wenn ja, mit wem? Nun, im Nachhinein, wie beurteilen S ie dieses Gespräch I diese Rückmeldung / diese Form der Kommunikation?__________________________________ Sie haben erzählt, dass es vielfach darum geht .Zahlen zu Schreiben". Bitte erläutern S ie mir kurz, w as S ie darunter verstehen. Wie und wann haben S ie von diesen Vorgaben erfahren? Wie lief das ab? W as haben S ie dann getan? Hat sich dadurch Ihr Arbeiten verändert, sind Sie persönlich in Ihrer Arbeit kontrolliert worden? W as tun Sie, um das zu erreichen im Arbeitsalltag? Ist es schon vorgekommen, dass S ie oder Ihre Abteilung diese Vorgaben nicht erfüllt haben? Wie und wo haben S ie davon erfahren und welches Fazit für Ihre Arbeit haben Sie daraus gezogen?__________ W ie gehen S L B mit dem nach § 48 geschaffenen Q u asi Wettbewerb mit anderen .SGB-II"- Trägem um? E s hat sich ja im .S G B -II“- Bereich viel verändert. E s kursieren viele Zahlen über die einzelnen Träger, was sie getan oder nicht getan haben. Deswegen bitte ich Sie, zu überlegen, ob überhaupt, und wenn ja, wo und wie S ie von solchen vergleichenden Zahlen erfahren haben Kennen S ie Zahlen über ihre eigene Organisation, wo

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Leistungsvergleiche und Zielvereinbarungen aus dem New Public Management sind seit der Einführung der Paragrafen §§ 48a und 48b fester Bestandteil der Arbeit der Jobcenter in Deutschland. Der Druck, die Ziele zu erreichen, lastet auf den Fallmanagern und Arbeitsvermittlern, den sogenannten „Street Level Bureaucrats“. Die qualitative Studie beantwortet die Frage, wie diese damit umgehen – und diskutiert, was die Ergebnisse für das Bestre­ben des Staats bedeuten, das Problem der Langzeitarbeitslo­sigkeit zu lösen.

„Eine empirische Arbeit, die auf Basis einer klar herausgearbei­teten und theoretisch eingebetteten Fragestellung vielfältige empirische Ergebnisse mit praktischer Relevanz erzielt.“

apl. Prof. Dr. Scott Stock Gissendanner

„Verwaltungswissenschaftliche Forschung ist in Deutschland weniger ausgeprägt als etwa im angelsächsischen Raum. Mit der konsequenten Anwendung von Lipsky‘s Street-Level Per­spektive transportiert die Studie wichtige Impulse in den deutsch­sprachigen Raum.“

Prof. Dr. Frank Unger

„Die Studie behandelt ein gesellschaftlich wichtiges Thema aus praxisorientierter, verwaltungswissenschaftlicher Per­spektive. Die Identifizierung von sieben Strategien zur Druckregu­lierung und die Herausarbeitung von vier Arbeitsidentitäten sind dabei besonders bereichernd.“

Prof. Dr. Timo Weishaupt