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Teil 3 Die Beitragenden in:

Felix Urban (ed.)

Aktuelle Tendenzen, page 278 - 290

Verlaufslinien der KUNST- und MEDIENTHEORIE

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-3995-3, ISBN online: 978-3-8288-6849-6, https://doi.org/10.5771/9783828868496-278

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
DIE BEI- TRAGENDEN 279 Baldus, Claus „Jetzt“ – eine Art Biographie Vergangenheit ? – Das Damalige müsste erst ausgegraben werden, Fragmente : Eine Biographie der Zukunft ? – wäre absurd, fast surreal, und die Struktur dazu müsste erst entwickelt werden : Dagegen Biographie live, Leben jetzt – Gegenwart, als Experiment … Eine Brücke – von Santanas Soul Sacrifice und den Solos von Michael Shrieve in Soul Sacrifice 1969 Woodstock, 1970 Tanglewood Music Center Lenox MA, 1970 A Night at the Family Dog San Francisco CA, 1971 Montreux Jazz Festival Casino de Montreux … Drum Solo 1973 Santana Live in Japan – – … Reich am Leben heute wie damals 1971 Royal Albert Hall London – … Heiter und befreiend großzügig Japan 1973 Samba Pa Ti Lotus Version – … Interview mit Michael Shrieve 29 Januar 2015 – – – Alles im Internet Brücke von hier aus zu Lao-Tze : Gedichtete Welt im Tao-te-king (Übertragung Rousselle, Insel it 849): „… Die große Führerin … Die zehntausend Wesen stützen sich auf sie … Ist ihr Werk gestaltet, nennt sie es nicht Haben … Handeln und nicht darauf Wert legen, Fördern und nicht beherrschen … Er schafft und behält nicht …“ Und : „Eingreifer zerstört, Zugreifer verliert. … Macher zerstört, Bemächtiger verliert! …“ Abstrakt : „Sein und Nichtsein einander erzeugen … Des Himmels Netz ist sehr weitmaschig … und doch verliert es nichts. …“ Wer Kultur produziert, kann nicht besitzen, will nicht besitzen. Es geht um Kontakt im offenen Horizont : zu sich selbst, und zum Medium, und zu den anderen, für die Kultur/Lebensform konturiert wird, als Experiment. – Kultur gibt es nicht im Haben, gibt es im Sein und seiner Dialektik mit dem Nicht, das uns als Nicht-mehr und Noch-nicht fordert. Diese Forderung ist der Antrieb zum Aufschließen der Gegenwart. „Haben“ und unbedingt „Haben-wollen“ und unbedingt „Haben-müssen“ und, wie sich meistens bald zeigt, „Nichts-damit-anfangen-können“ – alltags-bürgerlicher Zwang – wird – inspiriert durch Santana und Shrieve wie durch Tao, Zen, moderne Abstraktion … – ersetzt durch vier Kategorien, die man auch als „Vektor“begriffe unserer Lebensgestaltung sehen kann : Impuls (Eingabe) / Direktion (Ausrichtung) / Sukzession (Abfolge) / Konstellation (Aufstellung, Mit- und Gegenstellung) – Vielleicht können sie die Strukturierung unserer Gegenwart als Basisorientierungen unterstützen – unsere Lebensregie im Alltag Bexte, Peter Peter Bexte, seit 2008 Professur für Ästhetik an der Kunsthochschule für Medien Köln. Von 1996–2000 Kurator der Abteilung KERN in der Berliner Millenniumsausstellung Sieben Hügel. Bilder und Zeichen des 21. Jahrhunderts. Erste Gespräche in Engelberts mib-Büro, was zur Folge hatte, dass ich am 16.11.1998 abends in Mecklenburg-Vorpommern durch Schneegestöber stapfte, um in einer Dorfkapelle einen Vortrag vor seinem Seminar zu halten. Im Oktober 2001 gemeinsame Seminarexkursion nach Patmos. 2002 schrieb ich den Beitrag Kabel im Denkraum, in: Ar thur Engelbert/Manja Herlt (Hg.): Updates. Visuelle Medienkompetenz (Würzburg 2002). 2005–2008 dreijährige Gastprofessur Geschichte und Theorie der technischen Medien im Studiengang Europäische Medienwissenschaft Potsdam; Gespräche über Conrad von Soest. Seit 2011 Begegnungen im Potsdamer GraKo Sichtbarkeit und Sichtbarmachung. 280 Borchers, Wolf Wolf Borchers, Jahrgang 1977, nach einer Ausbildung zum Buchhändler Studium der Kulturarbeit an der FHP zwischen 2000 und 2004. Das eigene Interesse an Medien, Kunstgeschichte, Politik und anderen Kulturen sorgte schnell dafür, dass der Studienbereich Medientheorie und Praxis von Ar thur Engelbert zu meinem Studienschwerpunkt wurde. Ich durfte mehrere Jahre bei ihm als studentische Hilfskraft arbeiten, unterbrochen von einem Praxissemester 2002/03 in einem Goethe Institut in Bangalore/Indien. Teilnahme an sehr besonderen und persönlich prägenden Exkursionen mit Ar thur Engelbert nach Kairo, Patmos, St. Petersburg, Madrid und Johannesburg. Nach dem Studium Leitung einer Buchhandlung in Berlin-Lichterfelde und Versuch, mit literarischen Veranstaltungen für Austausch im Kiez zu sorgen. 2009 Rückkehr an den Rhein, seit 2010 tätig als Projektmanager für die „Leseclubs“ bei der Stiftung Lesen in Mainz. Das Interesse an Medien und die Begeisterung für die Malerei sind geblieben, ebenso die für Berlin und Potsdam. Die im Studium erworbenen vielfältigen Kenntnisse sind im Beruf für mich schnell zur Grundlage geworden, mich im Arbeitsalltag der Projektarbeit im Bildungsbereich zu orientieren – und dabei den Blick für das „große Ganze“ und wichtige gesellschaftliche Themen, um die es bei Ar thur Engelbert immer ging, hoffentlich nicht aus dem Blick zu verlieren. Braun, Tomke Tomke Braun, Jahrgang 1989, lebt und arbeitet als freie Kuratorin, Autorin und Kulturarbeiterin in Berlin. Ihr Studium der Kulturarbeit an der FH Potsdam von 2009 bis 2014 mit dem Schwerpunkt Medientheorie und Kunstgeschichte, beendete sie mit der Abschlussarbeit „Narration als politische Praxis in der Kunst“ bei Ar thur Engelbert. Im Anschluss absolvierte sie den Masterstudiengang Curatorial Studies an der Goethe-Universität und der Städelschule – Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt a.M. Tomke Braun arbeitete unter anderem in der kuratorischen Abteilung der dOCUMENTA(13) und als kuratorische Assistenz für den Frankfurter Kunstverein. Seit 2016 organisiert sie mit Daniela Seitz und Anja Weigl das 3hd Festival. Seit 2017 hat Tomke Braun die künstlerische Leitung des Kunstvereins Göttingen übernommen. Ihr Interesse gilt dabei stets dem Erproben alternativer Ausstellungssituationen und -erfahrungen. Eine besondere Rolle spielt darin das Erzählen von Geschichten in einem gesellschaftlichen und politischen Sinne. Mit Ar thur Engelbert fand ich in meinem Studium einen inspirierenden Gesprächspartner. Die Beschäftigung mit dem Bienensterben oder die gemeinsame Arbeit am Institut für angewandte Realitätsveränderung bewegen mich bis heute dazu, nie geradeaus, sondern immer noch einmal mehr um die Ecke zu denken. Brock, Bazon Bazon Brock, Denker im Dienst und Künstler ohne Werk, ist emeritierter Professor am Lehrstuhl für Ästhetik und Kulturvermittlung an der Bergischen Universität Wuppertal. Weitere Professuren an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (1965–1976) und der Universität für angewandte Kunst Wien (1977–1980). 1992 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Eidgenössisch 281 Technischen Hochschule Zürich und 2012 die Ehrendoktorwürde der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. 2014 wurde ihm die Honorarprofessur für Prophetie an der HBKsaar Saarbrücken verliehen. Er entwickelte die Methode des »Action Teaching«, bei dem der Seminarraum zur Bühne für Selbst- und Fremdinszenierungen wird. Von 1968 bis 1992 führte er in Kassel die von ihm begründeten documenta-Besucherschulen durch. Von 2010 bis 2013 leitete er das Studienangebot „Der professionalisierte Bürger“ an der HfG Karlsruhe. Rund 2500 Veranstaltungen und Aktionslehrstücke; zuletzt „Lustmarsch durchs Theoriegelände“ (2006, in elf Museen). Er repräsentiert das „Institut für theoretische Kunst, Universalpoesie und Prognostik“ und ist Gründer der Denkerei/Amt für Arbeit an unlösbaren Problemen und Maßnahmen der hohen Hand mit Sitz in Berlin. Brüsewitz, Timo Timo Brüsewitz studierte von 2010–2014 Kulturarbeit an der Fachhochschule Potsdam und von 2014–2017 Europäische Medienwissenschaft an der Fachhochschule und Universität Potsdam. Vorab machte er von 1999–2002 eine schulische Ausbildung, die er als staatlich geprüfter Grafikdesigner abschloss. Der Gestalter arbeitet in den Bereichen Design, Werbung und Marketing u. a. im „Studio Ólafur Elíasson“, in der Werbeagentur „Zum goldenen Hirschen“ und in kleineren Designstudios in Spanien, Italien und Berlin. Zuletzt war er im Bereich „Marketing & Zentrale Veranstaltungen“ an der Universität der Künste Berlin beschäftigt. Seine freien Arbeiten sind wissenschaftlich-konzeptionell-künstlerische Hybride, die er performativ vermittelt. In gemeinsamen Projekten wie „cultrans/Pedestrian Republic“, „Politik und Bild“, „Morgenlicht“ oder am „Institut für angewandte Realitätsveränderung“ erlebe ich Ar thur immer als einen inspirierenden und visionären Gesprächs- und Arbeitspartner, der von Anfang an eine enge Zusammenarbeit zulässt und dessen Enthusiasmus Lust am gemeinsamen Denken evoziert. Cappotto, Mauro Mauro Cappotto (MC)* geb. in Messina 1965, beendete 1990 das Studium an der Akademie der Künste in Florenz und begann seinen künstlerischen Werdegang in Zusammenarbeit mit diversen europäischen Künstlern, anlässlich längerer Aufenthalte in Wien und Berlin. Anfangs wird MC durch die multiplen Formen der visuellen Kommunikation angezogen und setzt sich mit dem Verhältnis von Materie und Objekt, mit der Schrift und den damit verbundenen Gesten, auseinander. Im weiteren Verlauf verändert sich die Kunst von MC, indem er über die Rolle der Kunst innerhalb der zeitgenössischen Gesellschaft nachdenkt. War es anfangs der Einsatz von gewagten Ausdrucksformen und unkonventionellen Materialien, so gewinnen nun die vom Alltag beeinflussten Instanzen immer mehr an Bedeutung. 1992 zieht MC nach Ficarra auf Sizilien zurück. Dort gründet und leitet er 2007 das Kulturzentrum Lucio Piccolo und das „Seide-Zimmer (la stanza della seta)“ im Museum Palazzo Milio. Dies geschieht als logische Folge einer langjährigen und in diesem Kontext gewachsenen Aktivität. So wird die Realität ein permanentes Labor, wo MC seine Ideen, die auf der Beziehung von Gesellschaft, Kunst und Peripherie beruhen, ausprobiert. Gegenwärtig kuratiert MC ein Art-In-Residenz Programm, indem die eingeladenen 282 Künstler mit der Geschichte und Kultur rund um das Bergdorf Ficarra konfrontiert werden. Seit 2008 hat er zusammen mit Gianluca Collica ein Netzwerk auf Sizilien aufgebaut, das verschiedene sizilianische Strömungen und experimentelle Projekte auf dem Gebiet der zeitgenössischen Künste zu einem System vereint. In diesem Zusammenhang sind die Kollaborationen mit der Fondazione Brodbeck in Catania, mit dem Museum Riso in Palermo und mit dem C.O.CA. in Modica etc. hervorzuheben. 2015 wurde MC künstlerischer Direktor des Projektes “Ficarra_ Contemporary Divan”. Seit 2016 ist er im Stadtrat von Ficarra für die Kultur zuständig. Ar thur Engelbert und Mauro Cappotto begegneten sich zum ersten Mal 1981 in Dortmund. Seitdem arbeiten beide kontinuierlich an kulturellen Projekten auf dem Gebiet der zeitgenössischen Künste zusammen. Doherty, Christo Christo Doherty is an Associate Professor in The Wits School of Arts at the University of the Witwatersrand in Johannesburg. He was the founder of the Digital Arts department in the School in 2003, focusing on postgraduate research into interactive media, animation in Africa, and, since 2011, undergraduate work in game design. Christo Doherty is also a photographer and video artist who has exhibited around South Africa and internationally. Since a mutual workshop of Doherty and Ar thur Engelbert in Johannesburg in 2006, a formal exchange programme between FH Potsdam and the University of the Witwatersrand has been set up. The exchange programme has enabled several Potsdam students to join programmes at the Wits School of Arts to the great benefit of the programmes and the students. The images shown in this publication are from his photo exhibition, prepared during and after the 2006 workshop with Ar thur Engelbert, entitled Armed Response: A typology of images of security and paranoia in Johannesburg, South Africa. This exhibition was displayed in Johannesburg; Potsdam (Germany); and as part of the ISLANDS+GHETTOS group exhibition at the Heidelberger Kunstverein. Eikermann, Stefan Stefan Eikermann verteilt 1986 mit einem Freund Flugblätter zur Rettung der Welt und wird 1987 Mitarbeiter der Umweltbibliothek in Ostberlin. Er schließt ein Fotografie Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig im Jahr 2000 als Meisterschüler ab, schreibt, fotografiert und bewirtschaftet mit seiner Familie einen ökologischen Landwirtschaftsbetrieb. 2004 hält Ar thur eine sehr treffende Laudatio auf 86 Fotografien. Recht kleine Fotografien, und was gibt’s da schon zu sehen? Ein Dorf. Landschaft. Es folgen Seminare, unkonventionelle Küchengespräche in Schmargendorf und Atelierabende in Grimme. Wir hören: Schweine grunzen. Wir fühlen: Bienen stechen. Und die Kunst? Nach Ad Reinhardt: Ist Kunst, alles andere ist alles Andere. Fischer, Nirto Karsten Nirto Karsten Fischer. Geboren in Dortmund. Lebt seit 1980 in Berlin, wo er an der Freien Universität Philosophie und Sozialwissenschaften studierte und mit einem Diplom in Soziologie 283 über die Marx’schen Begriffsentwicklungen in „Das Kapital“ abschloss. Titel der Arbeit „Begrenzungen der Dialektik“. Weitere Studien erfolgten als Gasthörer bei Mentor Klaus Buhlert an der Technischen Universität Berlin zu computergestützten Kompositionsverfahren. Nirto Karsten Fischer arbeitet als Komponist, Produzent und Fotograf. Er produzierte zahlreiche Arbeiten für Radio, Fernsehen, Werbeagenturen, Choreographen und künstlerische Veröffentlichungen im eigenen Studio. Als Recording Engineer erstellte er u. a. die mit dem Super Sonic Award 2013 ausgezeichnet Klassik Produktion „Ingenious Opposites“. In mehreren Fotoausstellungen, zuletzt im Rahmen der Berlin Art Week 2015, zeigte er seine großformatigen Fotoarbeiten. Ar thur Engelbert lernte ich als Gymnasialschüler kennen. Als mein Kunstlehrer verdanke ich ihm, einem nicht stromlinienförmigen Denker, eine Reihe von Denkanstößen und Impulsen. Nachdem wir uns später in Berlin wieder getroffen haben, darf ich Ar thur Engelbert heute zu meinen engeren Freunden zählen. Auf die leidenschaftlichen Diskussionen mit diesem unbändigen und humorvollen Gedankenvulkan mag ich auch nicht mehr verzichten. Gabay, Raanan Raanan Gabay is an architect, city planner and researcher. Envelopment with Prof. Engelbert on the background of collaboration between Bezalel Academy of Arts and Design – Jerusalem, and the FH Potsdam, started back in 2006, when Gabay brought over his Bezalel students for a condense excursion-seminar, “Contemporary Theories of Urban Design”. Reciprocal yearly excursions and seminars followed. In 2009, Gabay was invited by Engelbert as co-lecturer to conduct a Seminar – “Contemporary Theories of Urban Design” – in FH-Potsdam, and in 2014 the Seminar “Cultural History of the Pavement” followed, followed by a symposium and an exhibition, “Pedestrian Republic”, in 2015.  Gabay collaborated with Engelbert in workshops within the FH Potsdam International Week (2012 “Place for Innovation”; 2013 “The Multi Layard City”; 2014 „Pedestrian Republic“). Gerling, Winfried Winfried Gerling, seit 2000 Professur für Konzeption und Ästhetik der neuen Medien an der Fachhochschule Potsdam im Kooperationsstudiengang Europäische Medienwissenschaft, der mit der Universität Potsdam betrieben wird. Erste Begegnung mit Ar thur Engelbert und dessen Rezeption der Postmoderne als Student der freien Kunst an der HdK Berlin um 1990. Dort studentische Hilfskraft im Büro von Prof. Dr. K. Nowald und dessen Mitarbeiter AE. In dieser Zeit eindrückliche Exkursion mit Engelbert nach Rom, die mir das ausführliche Spazierengehen (oder eher das zügige Laufen) als Erschließung einer Stadt sehr nahe gebracht hat. Erste gemeinsame Arbeit im Computer Forschungsprojekt „Technisches Sehen“ 1991–1992, was damals auf einiges Unverständnis im Umfeld der Kunsthochschule stieß, die sich lieber mit dem sinnlich Erfahrbaren von Malerei und Plastik beschäftigen wollte. Daraus ergab sich eine rege Diskussion um Multimedia, die gemeinsame Gründung des „MedienInstituts“ (Medienlabor für kommunikative Strategien e.V. Berlin), und aus dessen Aktivität, mit einigen anderen wichtigen Partnern, die gemeinsame Entwicklung der Multimedia-Agentur „MIB GmbH“ (Multimediaproduktionen in Berlin). Dort neben der Produk- 284 tion etlicher international ausgezeichneter CD-ROMs – historisch: die kaum reflektierte Frühzeit interaktiver Medien – die Produktion der „Digitalen Galerie“ der Gemäldegalerie Berlin, das eines der am längsten dauerhaft in einem Museum installierten Multimedia-Systeme war (1997–2014). Seit 1990 führten wir viele praktisch und theoretisch orientierte Diskussionen um das, was man heute Digitalität, Interaktivität, Interfaces, Simulation, Virtualität, Kooperation, Koproduktion, das Soziale etc. nennen würde, aber auch um und über den Zustand der Kunst. Unter anderem in dem von AE gegründeten Arbeitskreis „Kritik der Bildmedien“, der für die Organisation einiger aufschlussreicher Tagungen um „das Bild“ verantwortlich war (z. B. 2003 „Bild – Technik – Entscheidung“ im Berliner Museum für Kommunikation). Vorbildhaft ist für mich bis heute Arthur Engelberts Ernsthaftigkeit, Intensität und Kontinuität in der Auseinandersetzung, sowohl mit Projekten als auch komplexen theoretischen Fragestellungen bzw. deren Verbindung, die bis heute zu einer sehr gewinnbringenden und motivierenden Erfahrung für Studierende wird, so sie sich darauf einlassen und abseitiges Denken zulassen … Günther, Detlef Seit 1988 hat Detlef Günther Ausstellungen im In- und Ausland in den Bereichen Malerei, Fotografie, Video und Multimediaenvironments. Seine Arbeiten sind u. a. vertreten in der Sammlung Karl Kremer (Gelsenkirchen), in der Kunstsammlung der Deutschen Bank (Frankfurt) und im Kunstmuseum Gelsenkirchen. Seit 2000 freier Creative Director für audiovisuelle Kommunikation im Raum u. a. für: Atelier Markgraph / Astrium GmbH / Deutsches Filmmuseum Frankfurt / Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt / Filmmuseum Berlin / Haus der Kulturen der Welt Berlin / Museum für Kommunikation Berlin / SONY Cinemas / SONY Entertainment / Sunflower Foundation, Zürich / Technikmuseum Berlin / Überseemuseum Bremen … Detlef Günther, studierte Philosophie, Soziologie, Psychologie und Kommunikationswissenschaften an der Ludwig-Maximilian-Universität in München und der Freien Universität in Berlin (Magister Artium – Abschlussarbeit: Die Kunstauffassung der Kritischen Theorie). Anschlie- ßend studierte er Kunst an der UdK in Berlin bei Professor H. J. Diehl (Meisterschüler). Zusammen mit Martin Assig, Klaus Hoefs, Oliver Öfelein und Jochen Stenschke gründete er die Künstlergruppe BOR. Freie Mitarbeit am Medieninstitut Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Ar thur Engelbert an dem Forschungsprojekt „Technisches Sehen“ (seit dem regelmäßige Spaziergänge und „gegenseitige Hilfen“). 1998–2000 entwickelte DG als geschäftsführender Gesellschafter der Twosuns Media Development Gmbh das Interactive Environment Processing System „Enclued“ mit Anbindung an einen 3D-Motion Tracker. Aus dieser Entwicklung entstanden 2 Patente. Keller, Céline Hélène Ich bin in Frankreich zweisprachig aufgewachsen und 2009 für das Studium der Filmwissenschaften an der Freien Universität nach Berlin übersiedelt. Erfahrungen in konzeptioneller Ausstellungsarbeit und Reisen nach Indien und Südostasien führen mich zum praxisorientierten Studium der Kulturarbeit an der Fachhochschule Potsdam, wo ich bei Ar thur Engelbert auf ein geistlich aufregendes und humorvolles Lernen treffe. 2016 folgt mit Ar thur Engelbert, Volkhardt 285 Kempter und Kai Gregor eine gemeinsame Lichtforschungswanderung zur Sommersonnenwende auf Sizilien, dessen Ausstellung und Lichtsegnung-Aktion in Ficarra von Mauro Cappotto betreut wird. Die Frage nach der ästhetischen- und sinnlichen Wahrnehmung von medialen- und inneren Bildern vertiefe ich im Master der Europäischen Medienwissenschaft an der Universität Potsdam, im Studium und in der Praxis der Meditation beim Kundalini Research Institute und bei WissenshüterInnen aus „schamanischen“ Traditionen des Putomayos, Kolumbien, der nordamerikanischen Lakotas und der russischen Informationsmedizin. Mit der Frage nach dem, was sich in und hinter den Bildern und Leinwänden versteckt, entsteht parallel seit 2015 in Zusammenarbeit mit Nora-Lee Sanwald, Lydia Kray und Elke Urban das Aktionskunstprojekt „Voids of the Unknown“, das jenseits einer visuell dominierten Gesellschaft in schwarzen Räumen Dynamiken von (politischen) Diskursen und (Stimmen und Resonanzkörper) von bürgerlicher Beteiligung erforscht. Maier, Anna Maria Anna Maria Maier is a freelance cultural worker and performance artist and works in community arts and cultural education. She holds a BA in Cultural Work and Arts Management from FH Potsdam and an MA in Cultural History and Theory from Humboldt-Universität zu Berlin. Her studies took her to explore the fields of Architecture and Fine Arts at Bezalel Academy in Jerusalem and Social and Cultural Analysis at New York University. Besides working in a future and society research lab and participating in “art-in-the city” projects, she is interested in questions of the social and the politicization of culture. She was involved in Ar thur Engelbert’s ‘cultrans’ explorations and study trips and contributed to his publication on the future of the ‘social’. Their projects posed questions that accompany her research interest: What is the ingredient of communities, of collectives, what is the social made of? Why are we lacking big social ideas? How can we learn from social imaginaries and what are methods and images that help in re-introducing the social into today’s concepts of society? Meinhold, Nina Jahrgang 69, Zimmergesellin, Musikpädagogin, Studium der Kulturarbeit und Medienwissenschaften in Potsdam von 2000- 2009, Auslandsaufenthalte in Frankreich, Spanien und Portugal, seit 2013 Koordinatorin für den Landkreis Potsdam-Mittelmark, seit 2014 Gründung und Vorstand der Hollehaus eG in Potsdam. Nach Jahren als Reisende im Handwerk, ging ich zurück zur Schule – zum Weiterdenken. Angesprochen hat mich Ar thur Engelberts Denken bevor ich ihn traf: In Form der Zettel, die an seiner Bürotür klebten – darauf die Titel seiner Seminare: „Auf der Suche nach dem bildlichen Gegenüber“. Diese Seminare verbanden sich mit wunderbaren Reisen – sie verknüpften Inspiration durch Kunst, Arbeit am Begriff und Erfahren von Neuem und Fremdem im Hier und Jetzt. „Das biblische Bilderverbot und die Dominanz des Visuellen heute“ auf Patmos, „Kulturelle Transfers – Ägypten“, Der Prado/ Goya als bildliches Gegenüber, de Sade, Foucault/ Aufklärung und „Plateaus und Passagen“ – Paris, Benjamin, Deleuze … Das waren die besten Seminare. Durch Ar thur Engelbert kam ich als Praktikantin und spätere Mitarbeiterin zum Merve Verlag Berlin. Dort war ich Kurationsassistentin bei den Festivals „Foucault 286 und die Künste“ und „Deleuze und die Künste“ am ZKM und hatte u. a. die Redaktion für den Merve Band „Bataille Maschine.“ Peter Gente und Heidi Paris pflegten persönliche Kontakte zu den Autoren, die sie begeisterten und herausbrachten – Foucault, Deleuze, Baudrillard, Virilio … ich traf mit Peter Gente Daniel Defert, Jean Baudrillard und Thomas Hirschhorn in Paris. Dieser lud den Verlag ein, auf seiner Ausstellung „24HFoucault“ in Paris das Merve-Archiv zu Foucault zu zeigen. Ich wurde endgültig für das fröhliche Denken infiziert. („Es hüpft und tanzt vor uns, mitten unter uns.”) Dafür danke ich Ar thur Engelbert sehr – auf dass sich die Infektion immer weiter trägt! Meister, Clara Clara Meister (*1981 in München, lebt in Berlin) schrieb 2007 ihre Diplomarbeit „Der Video-Walk ‚Ghost Machine’ von Janet Cardiff und George Bures Miller“ bei Prof. Ar thur Engelbert und ist als Ausstellungsmacherin besonders von den Themen der Übersetzung, Sprache und Musik fasziniert. 2016 promovierte sie an der HFBK Hamburg über Stimme in der Kunst, die Publikation „Sprich, damit ich dich sehe – Stimme und Sprache als Material, Medium und Motiv“ erscheint 2018 bei Edition Metzel. Meister ist Mitbegründerin und Kuratorin des Ausstellungskollektivs „SOUNDFAIR“, das von 2007 bis 2013 Künstler und Musiker einlud, an verschiedenen Institutionen und öffentlichen Orten Musik auszustellen und initiierte neue Arbeiten unter anderem von Arto Lindsay, Bo Christian Larsson und Anri Sala. 2012 war sie Kuratorin des „MINI/Goethe-Institut Curatorial Residency Ludlow 38“ in New York und zeigte unter anderem Einzelausstellungen von Natalie Czech, Maria Loboda und Saâdane Afif. 2014 kuratierte sie die deutschlandweit erste Einzelausstellung von Camille Henrot am Schinkel Pavillon, Berlin. Im gleichen Jahr programmierte sie eine Performance-Reihe mit nordafrikanischen Musikern für die Marrakesch Biennale MB5. Sie initiierte mit Nico Dockx das Kalenderprojekt „A Poem A Day“, welches über 365 Künstler und Freunde einlud, ein Gedicht einem Tag zu widmen. 2015 erhielt sie für ihr Projekt „Center For Optimism“ mit dem Architekturstudio June 14 einen Förderpreis der Graham Foundation. Sie war zudem Mitbegründerin und Herausgeberin von „…ment", einem Onlinemagazin, das an der Schnittstelle von Kultur, Kunst und Politik agiert. Sie publiziert in unterschiedlichen Magazinen (u. a. Mousse, Monopol) und schreibt für Kataloge (u. a. Haus der Kunst, Künstlerbuch Henrot publiziert von Buchhandlung Walter König) und lehrt an verschiedenen Institutionen (u. a. NYU Berlin, Royal Academy Den Haag). Seit 2018 ist Meister kuratorische Referentin am Gropius Bau in Berlin. Riemann, Ulrike Ulrike Riemann ist Grafikerin, Galeristin und Kulturvermittlerin. Nach einem Studium des Kommunikationsdesigns in Rostock und Berlin und der Tätigkeit als Grafikerin komplettierte sie ihre Ausbildung mit dem Studium der Kulturarbeit in Potsdam. Hier besuchte sie unter anderem die Vorlesungen von Ar thur Engelbert und übernahm schnell auch die Gestaltung mehrerer seiner Publikationen. Heute arbeitet Riemann unter ihrem eigenen Label »kulturzeichen« als Grafikerin für namhafte Verlage und Unternehmen sowie als Ausstellungsgestalterin, unter anderem für das Potsdam Museum. Sie ist zudem Gründerin und Geschäftsführerin der artnow Gallery, einer Galerie für zeitgenössische Kunst in den Bereichen Malerei, Fotografie, Grafik und Skulptur. 287 Schmidtke, Daniela Daniela Schmidtke, studierte von 2003 bis 2008 Kulturarbeit an der Fachhochschule Potsdam – Diplomarbeit zum Thema „Intermedialität in der zeitgenössischen Kunst“, betreut von Ar thur Engelbert. Einprägsam seine Vorlesungen zur Zeitgenössischen Kunst mit einer Bilderflut an Werken, die bei Ausstellungsgängen wirkten und Verknüpfungen wach riefen und sein Appell an die Studierenden, ihre Denkräume zu erweitern, mit den Worten „Da geht noch mehr. Schmeißt eure Denkmaschine an.“ Die Verknüpfung von Technikphilosophie, Medientheorie und der jüngeren Kunstgeschichte riefen ein nachhaltiges Interesse für Medienkunst wach. Von 2008 bis 2011 freie Mitarbeit in verschiedenen alternativen politischen Projekten und Kunst-/Tanzprojekten, 2010 kreuzten sich die Wege im Kunstprojektraum 91mq bei der Ausstellung „Lager“ von Marcello Di Donato, bei der ich eine Performance zeigte. Bekunden meines Interesses eine Doktorarbeit zu schreiben. 2011 begann ich meine Promotion bei Ar thur Engelbert an der Universität Potsdam im Fach Medienwissenschaften im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs 1539 "Sichtbarkeit und Sichtbarmachung". Trotz des Nicht-Beendens einen Weg, den ich gern gegangen bin und mich wieder hin geführt hat zum Kultur- und Kunstschaffen. Schmitt, Sebastian Nach einer langjährigen intensiven Beschäftigung mit Graffiti und Zeitgenössischer Kunst habe ich angefangen selbst Ausstellungen auf die Beine zu stellen. Dies führte mich zu einem Studium der Kulturarbeit in Potsdam und der Kunstgeschichte, sowie Museumswissenschaft in Würzburg. Mein Praxissemester habe in der Sammlung Grafikdesign in der Kunstbibliothek Berlin absolviert und dort eine Ausstellung zur Mail-Art Bewegung in der DDR kuratiert. Zuletzt habe ich im Kunstjournalismus gearbeitet und bin freier Mitarbeiter im Museum Kulturspeicher in Würzburg und im Museum der Dinge in Berlin. Während der dreijährigen Zusammenarbeit mit Ar thur Engelbert waren es besonders die vielen Gespräche über Kunst und deren gesellschaftliche Relevanz, die mir im Gedächtnis geblieben sind. Auch die Reisen zu verschiedenen Ausstellungshäusern in Deutschland, zur Biennale in Venedig und nach Rom waren ein wichtiger und ungemein lehrreicher Bestandteil meiner Ausbildung als Kunst- und Kulturwissenschaftler. Eines der amüsantesten Seminarerlebnisse mit AE war, als wir alle unter lautem DADADA durch den Raum tanzten, Ar thur ganz vorne. Schönherr, Kay Kay Schönherr, Mitarbeiter im Filmmuseum Potsdam. 1998 bis 2002 Studium der Kulturarbeit bei Ar thur Engelbert an der Fachhochschule Potsdam. Thema der Diplomarbeit „Das Spiegelmotiv – Zur Metaphorik des Bewegtbildes“. Teilnahme an von Ar thur Engelbert organisierten Studienreisen zum Thema „Bildkritik“ nach Italien und Griechenland. 2001 bis 2004 Mitarbeiter im Studiengang Europäische Medienwissenschaft an der Universität Potsdam. Lehraufträge an der Fachhochschule Potsdam, der Universität Potsdam und der Filmuniversität „Konrad Wolf“ Potsdam Babelsberg. 288 Schröter, Hartmut Geboren 1943 in Mittenwald. Aufgewachsen im Ruhrgebiet. Studium der Theologie und Philosophie. Promotion in Philosophie mit einer Arbeit zu Friedrich Nietzsche; veröffentlicht unter dem Titel: „Historische Theorie und geschichtliches Handeln. Zur Wissenschaftskritik Nietzsches im Frühwerk“. In den 80er Jahren war ich Programmstudienleiter im Evangelischen Studienwerk Villigst. Ab 1992 Pfarrer in der Melanchthonkirche Bochum. Gründung des „Kulturraum Melanchthonkirche“. Zuletzt von 2004–2008 Leiter der Stadtakademie Bochum. Ar thur Engelbert begegnete ich erstmals im Evangelischen Studienwerk Villigst. Er hat mich so wahrgenommen, dass er anschließend zwei meiner Seminare besucht hat. Ich habe in ihm einen stilvollen Ruhrgebietler mit italienischem Flair gesehen und gemocht. Er konnte damals gelassen schweigen oder mit wenigen Worten große Horizonte andeuten. Wir haben uns in der Folge bis heute immer wieder persönlich, familiär und in der Sache getroffen. In der Anfangszeit spielten seine konzeptuellen Überlegungen zur beginnenden Musealisierung der Schwerindustrie eine Rolle, später habe ich mir bei Kunstausstellung von ihm sagen lassen, was seiner Meinung nach heute noch oder nicht mehr geht. Wir haben uns von der Freude am Gespräch treiben lassen, erst heute nehme ich wahr, was für ein umfangreiches Werk er geschaffen hat. Semjon H. N. Semjon 1962 geboren in Wiesbaden. 1984–1987 Studium der Kunstwissenschaft an der TU und der Klass. Archäologie an der FU Berlin. 1987–1994 Studium der Bildenden Kunst bei Prof. Georg Baselitz an der Hochschule der Künste Berlin. 1994–2011 Freischaffender Künstler in New York und Berlin. 2011 Gründung der Galerie Semjon Contemporary, Beginn eines mehrjährigen künstlerischen Sabbaticals (kleine Schaffenszyklen wie z. B. Zeichnungsserien sind mitunter möglich). Meine Begegnung mit Ar thur begann 1987 an der Hochschule der Künste, Fachbereich 6 (Lehramt und freie Kunst) in einem kunstwissenschaftlichen Seminar. Als ich mich für ein Studien stipen dium beim Evangelischen Studienwerk, Haus Villigst, bewarb, kreuzten sich zusätzlich unsere Wege, denn er war Mitglied der Jury der Hauptauswahl. Eine gemeinsame Romexkursion 1989 ist mir in besonders guter Erinnerung. Damals konnte ich noch recht fließend italienisch sprechen, was den Romaufenthalt zusätzlich angenehm und spannend machte und ich somit auch Ar thur als Seminarleiter vor Ort unterstützen konnte. Oft war es so, dass wir beide fast alleine die Stunden in den Seminaren bestritten haben, da ich mit der Kunstgeschichte/-wissenschaft durch meine Studienjahre zuvor vertraut war und sie mich ohnehin interessierte. Siepmann, Eckhard Ich wurde 1942 in dem zerbombten Schwelm/Westf. geboren, als Sohn eines Uhrmachers und einer Bauerntochter. Im Alter von 14 Jahren hatte ich die erste Begegnung mit dem produktiven Nichts – lernte den ostasiatischen Geist kennen. Während des Studiums in Tübingen las ich Meister Eckhart – Deutschlands ersten Nichts-Philosophen. Von 1976 bis 2002 machte ich Raum-Installationen für das Werkbundarchiv im Berliner Martin-Gropius-Bau. Verschiedene Bücher schrieb ich auch, zuletzt „Ereignis Raumzeit. Physik, Avantgarden, Werkbund“: 289 In Bochum lief mir in den 80er Jahren der Student Ar thur Engelbert über den Weg – schmal, blass und doch auf eine gewisse Weise feurig. Die Zusammenarbeit mit Ar thur hat später der Denkweise des Werkbundarchivs eine art updating verpasst – kreativ und folgenreich. Wir produzierten eine der ganz frühen DVDs, „Lumpensammler im Datenraum“. Die Zusammenarbeit mit dem Engelbert-Team  war nicht ohne Spannungen, wobei Ar thur den ruhebringenden Pol abgab. Trautvetter, Achim Achim Trautvetter ist Jahrgang 1980 und studierte von 2009 und 2014 Kulturarbeit an der FH Potsdam. Er ist Geschäftsführer des Potsdamer Kulturzentrums freiLand und an zahlreichen Projekten beteiligt. Darunter sind unter Anderem das selbstverwaltete Veranstalter*innenkollektiv Spartacus, das Creative Commons Studio freiKlang und das Projekt zur Umgestaltung des urbanen Raums, MAKE SPACE. Achim Trautvetter ist darüber hinaus Co-Autor der gemeinsamen Publikation „Notes on urban kibbutz, mutual aid and social erotism“ (Tectum Verlag, 2016) mit Ar thur Engelbert und Anna Maria Meier. Ar thur Engelbert war während meines Studiums inspirierender Lehrer und wurde Freund. Die unkonventionellen und kritischen Betrachtungen des Kunst- und Kulturbetriebs eröffneten stetig neue Auseinandersetzung. Ob in einer Exkursion zu modernem Nomadentum durch die israelische Gesellschaft, die Transformation urbaner Klänge in Belgrad oder das Gründen eines „Instituts für angewandte Realitätsveränderung“ in Potsdam. Immer bewegte ich mich Dank der Impulse Ar thur Engelberts außerhalb der schon beschrittenen Pfade und Denkmuster. Urban, Felix Felix Urban interessiert sich für Medien, Kultur und Sound und deren Spannungsverhältnis. Er ist Autor des Buches „Acoustic Competence“ (Tectum Verlag, 2016) und forscht und lehrt im Bereich der Sound Studies. Von 2008 bis 2013 Studium der Kulturarbeit an der FH Potsdam und Interaktive Medien an der University of the Witwatersrand in Johannesburg, Südafrika. Von 2009 bis 2011 Mitarbeit in Forschungsarbeiten von Ar thur Engelbert. Darunter Beteiligung an Projekten in Potsdam und Berlin, sowie Belgrad, Jerusalem, Tel Aviv und Mumbai. Ar thur Engelbert war Hauptbetreuer von Felix Urbans Promotionsverfahren in Medienwissenschaften an der Universität Potsdam.

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Schlagworte

Kunstschaffende, Industriekultur, Ecce Homo, Braun, Tomke, Breaking bad, Borchers, Wolf

References

Zusammenfassung

Wenn wir über AKTUELLE TENDENZEN sprechen, wo fängt dieses Gespräch an und wo hört es auf? Müssen wir bestimmte Themen ausschließen oder sollten wir andere noch miteinbeziehen? Wann befinden wir uns bei einem solchen Gespräch innerhalb einer kanonisierten Debatte, wann befinden wir uns im Bereich des Spekulativen? Das Verhandeln solcher Gegensätze ist allgegenwärtig. In besonderer Weise wird es der Kunst zugeschrieben. Sie erlaube, so heißt es häufig, das Ausloten von Grenzen. Doch ist das wirklich so? Sind künstlerisches Handeln und die vermuteten Grenzen wirklich immer so eindeutig? Und definiert ein solches Ausloten, sei es in der Kunst oder Wissenschaft, wirklich das, was Gegenwart ausmacht? Oder ist es nicht doch so, dass sich erst mit der Zeit bestimmte Verlaufslinien abzeichnen? Die Autoren dieses Buches diskutieren Tendenzen. Sie gehen in die Vergangenheit und verweisen auf die Zukunft. Sie stellen Bezüge und Abgrenzungen her mit Beiträgen aus der Kunst- und Medientheorie. Dieses Buch ist dabei Dr. habil. Arthur Engelbert gewidmet, der seit über drei Jahrzehnten im Bereich der zeitgenössischen Kunst- und Medientheorie arbeitet und wirkt. Mit Beiträgen von Claus Baldus, Peter Bexte, Wolf Borchers, Tomke Braun, Bazon Brock, Timo Brüsewitz, Mauro Cappotto, Christo Doherty, Stefan Eikermann, Nirto Karsten Fischer, Raanan Gabay, Winfried Gerling, Detlef Günther, Celine Keller, Anna Maria Maier, Nina Meinhold, Clara Meister, Ulrike Riemann, Daniela Schmidtke, Sebastian Schmitt, Kay Schönherr, Hartmut Schröter, Semjon H. N. Semjon, Eckhardt Siepmann, Achim Trautvetter und Felix Urban.

Schlagworte

Kunstschaffende, Industriekultur, Ecce Homo, Braun, Tomke, Breaking bad, Borchers, Wolf