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Franziska Jung, Natascha-Alexandra Weinberger, Marie Bernard, Claudia Luck-Sikorski, Kapitel 7.4: Nachwuchsforschungsgruppe „Stigma und internalisiertes Stigma bei Adipositas“ in:

Johannes Schaller, Björn Eichmann (Ed.)

Gesundheit braucht kluge Köpfe, page 99 - 100

10 Jahre SRH Hochschule für Gesundheit

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3988-5, ISBN online: 978-3-8288-6840-3, https://doi.org/10.5771/9783828868403-99

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Nachwuchsforschungsgruppe „Stigma und internalisiertes Stigma bei Adipositas“ Jung, Franziska; Weinberger, Natascha-Alexandra; Bernard, Marie & Luck-Sikorski, Claudia Obwohl Adipositas eine der häufigsten und folgenreichsten Gesund‐ heitseinschränkungen darstellt, sind Menschen mit Adipositas mit Vorurteilen konfrontiert, die mit einer Fehlwahrnehmung der Ursa‐ chen von Adipositas einhergehen. In Hinblick auf limitierte effektive lebensstilbasierte Interventionen bei Adipositas gilt es Hürden zur er‐ folgreichen Behandlung zu identifizieren. Negative Einstellungen (Stigmatisierung) gegenüber Menschen mit Adipositas wurden als ein Faktor identifiziert, der die negativen Auswirkungen auf die Gesund‐ heit adipöser Patienten moderiert. Der Stigma-Prozess, ausgehend von der Zuschreibung negativer Eigenschaften, hin zu Diskriminierung und internalisiertem Stigma, ist bisher in weiten Teilen nicht erforscht und Studien hierzu fehlen größtenteils gänzlich. Diese Nachwuchs‐ gruppe, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert ist und im Rahmen des Integrierten Forschungsund Behandlungszentrums (IFB) Adipositas Erkrankungen an der Universität Leipzig angesiedelt ist, widmet sich daher den Mechanis‐ men von Stigmatisierung und ihren Folgen. Die Projekte erlauben eine umfängliche und weitreichende Analyse von Stigmatisierung (u. a. Untersuchung anderer Mechanismen, wie Ekel) und Diskriminierung (Erfassung von Prävalenz, Qualität der Diskriminierungserfahrungen und die damit verbundene Selbststigmatisierung). Zusätzlich werden verhaltensrelevante Aspekte von Stigmatisierung experimentell erfasst und eine neu entwickelte Intervention zur Reduktion von Stigmatisie‐ rung getestet, adaptiert und erneut pilotiert. Als Translationsmodul Kapitel 7.4: Kapitel 7.4: Studiengang Psychische Gesundheit und Psychotherapie 99 der Projekte wird ein gruppenbasiertes Interventionsmodul zum Um‐ gang mit internalisiertem Stigma entwickelt und pilotiert. Studierende der Hochschule für Gesundheit sind in der For‐ schungsgruppe im Rahmen von Tätigkeiten als Studentische Hilfskräf‐ te und (Forschungs-) Praktikanten tätig. Folgende Publikationen sind im Rahmen der Gruppe in Gera entstanden: – Weinberger N, Kersting A, Riedel-Heller SG*, Luck-Sikorski C*. Body dissatisfaction in individuals with obesity compared to nor‐ mal-weight individuals: A systematic review and meta-analysis. Obesity Facts 2016 (IF: 2.400, in press) – Spahlholz J, Pabst Al, Riedel-Heller SG, Luck-Sikorski C. Coping with perceived weight discrimination: Testing a theoretical model for examining the relationship between perceived weight discrimi‐ nation and depressive symptoms in a representative sample of indi‐ viduals with obesity. Int J Obes 2016, DOI: 10.1038/ijo.2016.164 (in press, IF: 5.337) – Luck-Sikorski C & Riedel-Heller SG. Obesity as a disability? Disa‐ bility & Health 2016 (IF: 1.291, in press) – Volkhardt I, Semler E, Meier T, Luck-Sikorski C. Empfehlungen für ein veganes Mittagsangebot in der Betriebs- und insb. Mensenver‐ pflegung. Ernährungsumschau 2016 (in press) – Jung F, Luck-Sikorski C, Riedel-Heller SG. The easy way out? Stig‐ ma and Knowledge as Determinants of Counseling and Referral Behavior in General Practitioners and Internists. Obesity Surgery 2016 DOI: 10.1007/s11695-016-2104-5 (e-first, IF 3.747) 100

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Zusammenfassung

Gesundheit braucht kluge Köpfe – seit zehn Jahren leistet die SRH Hochschule für Gesundheit dazu ihren Beitrag. Gesundheit ist ein zentraler Wirtschaftszweig in allen Industrienationen. In Zeiten des demografischen Wandels wächst er dynamisch. Zusätzlich verändern sich Verständnis und Menge unseres Wissens über Gesundheit. Die wichtigste Ressource zur Bewältigung dieser gesellschaftlichen Herausforderungen ist Bildung. Orientiert an den Interessen der Studierenden eröffnet die SRH Hochschule für Gesundheit jungen Menschen neue Chancen, an diesem Wandel teilzuhaben. Sie begegnen dabei modernen Ausbildungswegen, einer umfassenden Verzahnung von Theorie und Praxis und anspruchsvollen Forschungsprojekten. Die staatlich anerkannte, private SRH Hochschule für Gesundheit ist Teil des bundesweiten Netzwerkes der SRH-Gruppe. In ihren Gesundheits- und Bildungseinrichtungen engagieren sich über 13.000 Beschäftigte und ebenso viele Studierende. Dieser Band gibt einen Rückblick auf das vergangene Jahrzehnt der Hochschule. Gleichzeitig berichtet er vom Aufbruch in eine Gesundheitswelt im Wandel. Vorgestellt werden die aktuell 15 Bachelor- und Masterstudiengänge in fünf verschiedenen Studienmodellen an sieben Standorten. Es werden Einblicke gegeben in Bachelor- und Masterthesen der vergangenen Jahre, sowie in aktuelle Forschungsprojekte. Viele kluge Köpfe hat die SRH Hochschule für Gesundheit für das Berufsleben qualifiziert. Im Wissen darum, dass innovative Bildung unersetzbar ist, werden viele weitere folgen.