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Julia Grau, Katrin Schulz, Claudia Luck-Sikorski, Kapitel 7.3: Erst gesund, dann krank? Zum Einfluss von fitness- und ernährungsbezogenen Inhalten auf das Risiko einer Essstörung in:

Johannes Schaller, Björn Eichmann (Ed.)

Gesundheit braucht kluge Köpfe, page 96 - 98

10 Jahre SRH Hochschule für Gesundheit

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3988-5, ISBN online: 978-3-8288-6840-3, https://doi.org/10.5771/9783828868403-96

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Erst gesund, dann krank? Zum Einfluss von fitness- und ernährungsbezogenen Inhalten auf das Risiko einer Essstörung Grau, Julia; Schulz, Katrin & Luck-Sikorski, Claudia Adipositas ist weltweit eines der führenden Public Health Probleme und auch in Deutschland sind ca. 22% der Erwachsenen betroffen (Mensink et al., 2013). Menschen mit Adipositas sind in hohem Maße von Stigmatisierung und daraus resultierender Diskriminierung be‐ troffen (Puhl & Brownell, 2001). Die wahrgenommene Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit Adipositas hat weitreichende Folgen für die Betroffenen und ist verbunden mit negativen Auswir‐ kungen auf Wohlbefinden und Gesundheit (Puhl & Heuer, 2010; Ma‐ jor, Hunger, Bunya, & Miller, 2014; Hilbert, Braehler, Haeuser, & Zen‐ ger, 2013). Gleichzeitig kann angenommen werden, dass das öffentlich wahr‐ genommene Stigma von Adipositas mit einem Fear of Fat, also einer ausgeprägten Sorge Gewicht zuzunehmen, einhergeht, die sich auch aus den bestehenden westlichen Schönheitsidealen speist. Hiermit be‐ einflussen Social Media Plattformen nicht nur die soziale Entwicklung, Identität, Selbstwert und sozialen Beziehungen der Nutzer, sondern ebenso das Gesundheitsverhalten (Subrahmanyam & Greenfield, 2008; Valkenburg & Peter, 2009). Insbesondere junge Nutzer des weiblichen Geschlechts berichten, dass Bilder und Texte zu diesen Inhalten ein negatives Körperbild verschafft und diese im weiteren Verlauf häufiger zu Diäten greifen, um dem Druck standzuhalten (Thompson & Lough‐ leed, 2012; Musaiger & Al-Mannai, 2013). Auch für diese Fragestel‐ lung liegen bislang kaum Erkenntnisse vor. Kapitel 7.3: 96 Aus aktuellem Bezug besteht ein erhöhtes Forschungsinteresse an dem Einfluss fitness- und ernährungsbezogener Inhalte des Mediums Instagram auf das Ernährungsverhalten weiblicher Nutzer. Dies resul‐ tiert wesentlich aus den stetig wachsenden aktiven Nutzerzahlen (Suhr, 2016), dem publizierten Schönheitsideal (Chrisler, Fung, Lopez, & Gorman, 2013) und der hohen Anfälligkeit junger Frauen für ein ess‐ gestörtes Verhalten (Blodgett, Jones, Haugen, & Schaefer, 2015). Diese Komponenten können dazu führen, dass die vermeintlich positiv an‐ gestrebte Veränderung des Gesundheitsverhaltens der Bevölkerung hin zu einem sportlichen, aktiven und schlanken Körper, letztlich in einem Teufelskreis der Essstörung mündet. Diesbezüglich soll die vorliegende Studie den Einfluss besagter Inhalte untersuchen. Sie wird im Rahmen der Forschungsförderung der SRH Hochschule für Gesundheit finan‐ ziert und ist Teil der Bachelorarbeit der Studierenden Julia Grau (B. Sc. Gesundheitspsychologie). Literaturangaben Blodgett, E. H., Jones, M. E., Haugen, E. C., & Schaefer, M. K. (2015). Perceptions of the causes of eating disorders: a comparison of individuals with and without eating disorders. (32). Chrisler, J., Fung, K. T., Lopez, A. M., & Gorman, J. A. (2013). Suffering by compa‐ rison: Twitter users’ reactions to the Victoria’s secret fashion show. Body Image (10), 648-652. Hilbert, A., Braehler, E., Haeuser, W., & Zenger, M. (2013). Weight bias internal zation, core self-evaluation, and health in overweight and obese persons. Obesi‐ ty. (Silver.Spring). Major, B., Hunger, J. M., Bunya, D. P., & Miller, C. T. (2014). The ironic effects of weight stigma. Journal of Experimental Social Psychology, 51, 74-80. Mensink, G. B., Schienkiewitz, A., Haftenberger, M., Lampert, T., Ziese, T., & Scheidt-Nave, C. (2013). Übergewicht und Adipositas in Deutschland. Bundes‐ gesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz, 56(5-6), 786-794. Musaiger, A. O., & Al-Mannai, M. (2013). Role of obesity and media in body weight concern among female university students in Kuwait. Eating Behaviors (14), 229-232. Puhl, R., & Brownell, K. D. (2001). Bias, discrimination, and obesity. Obesity Re‐ search, 9(12), 788-805. Kapitel 7.3: Studiengang Psychische Gesundheit und Psychotherapie 97 Puhl, R. M., & Heuer, C. A. (2010). Obesity stigma: important considerations for public health. American journal of public health, 100(6), 1019-1028. Subrahmanyam, K., & Greenfield, P. M. (2008). Virtual worlds in development: Implications of social networking sites. Journal of Applied Developmental Psy‐ chology (29), 417-419. Thompson, S. H., & Loughleed, E. (2012). Frazzled by Facebook? An exploratory study of gender differences in social network communication among under graduate men and women. College Student Journal (46), 88-99. Valkenburg, P. M., & Peter, J. (2009). Social consequences of the internet for adole‐ scents a decade of research. Current Directions in Psychological Science (18), 1-5. 98

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References

Zusammenfassung

Gesundheit braucht kluge Köpfe – seit zehn Jahren leistet die SRH Hochschule für Gesundheit dazu ihren Beitrag. Gesundheit ist ein zentraler Wirtschaftszweig in allen Industrienationen. In Zeiten des demografischen Wandels wächst er dynamisch. Zusätzlich verändern sich Verständnis und Menge unseres Wissens über Gesundheit. Die wichtigste Ressource zur Bewältigung dieser gesellschaftlichen Herausforderungen ist Bildung. Orientiert an den Interessen der Studierenden eröffnet die SRH Hochschule für Gesundheit jungen Menschen neue Chancen, an diesem Wandel teilzuhaben. Sie begegnen dabei modernen Ausbildungswegen, einer umfassenden Verzahnung von Theorie und Praxis und anspruchsvollen Forschungsprojekten. Die staatlich anerkannte, private SRH Hochschule für Gesundheit ist Teil des bundesweiten Netzwerkes der SRH-Gruppe. In ihren Gesundheits- und Bildungseinrichtungen engagieren sich über 13.000 Beschäftigte und ebenso viele Studierende. Dieser Band gibt einen Rückblick auf das vergangene Jahrzehnt der Hochschule. Gleichzeitig berichtet er vom Aufbruch in eine Gesundheitswelt im Wandel. Vorgestellt werden die aktuell 15 Bachelor- und Masterstudiengänge in fünf verschiedenen Studienmodellen an sieben Standorten. Es werden Einblicke gegeben in Bachelor- und Masterthesen der vergangenen Jahre, sowie in aktuelle Forschungsprojekte. Viele kluge Köpfe hat die SRH Hochschule für Gesundheit für das Berufsleben qualifiziert. Im Wissen darum, dass innovative Bildung unersetzbar ist, werden viele weitere folgen.