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Claudia Luck-Sikorski, Kapitel 7: Der Studiengang Psychische Gesundheit und Psychotherapie (Master of Science) in:

Johannes Schaller, Björn Eichmann (Ed.)

Gesundheit braucht kluge Köpfe, page 89 - 92

10 Jahre SRH Hochschule für Gesundheit

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3988-5, ISBN online: 978-3-8288-6840-3, https://doi.org/10.5771/9783828868403-89

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Der Studiengang Psychische Gesundheit und Psychotherapie (Master of Science) Luck-Sikorski, Claudia Psychische Störungen sind häufig und folgenschwer - für den Einzel‐ nen, aber auch für die Gesellschaft. Statistisch gesehen erkrankt jede zweite bis dritte Person in Deutschland irgendwann in ihrem Leben an einer psychischen Störung. Neben der Wiederherstellung der psychi‐ schen Gesundheit nach einer Erkrankung ist daher auch die Präventi‐ on psychischer Störungen von immenser Bedeutung. Überlegungen, wie wir die psychische Gesundheit erhalten können, spielen eine große Rolle in der betrieblichen Gesundheitsförderung und in einer Vielzahl weiterer Anwendungsgebiete. Die Erhaltung psychischer Gesundheit und die Behandlung psychischer Störungen stehen im Mittelpunkt un‐ seres Masterstudiengangs Psychische Gesundheit und Psychotherapie. Die Anforderungen an unsere psychische Gesundheit in Beruf und Privatleben sind enorm. Nicht ohne Grund ist die gesamtgesellschaftli‐ che Belastung durch psychische Erkrankungen seit Jahrzehnten auf dem Vormarsch. Bereits 2005 postulierte die WHO: „Es gibt keine Gesundheit ohne seelische Gesundheit" (Meise & Wancata 2005). Genau vor diesem Hintergrund setzt der Masterstudiengangs Psy‐ chische Gesundheit und Psychotherapie an. Dieser Grundsatz gilt für alle Lebensbereiche und über die gesamte Lebensspanne. Egal, ob ein Kind Ängste in der Schule oder ein Erwachsener Probleme mit Ar‐ beitslosigkeit bzw. einer zu hohen Arbeitsbelastung hat, steht die Er‐ haltung der psychischen Gesundheit im Fokus. Neben diesen externen Stressoren gewinnt auch der Bereich der Medizinischen Psychologie an Bedeutung. In einer Gesellschaft, in der die sogenannten Zivilisati‐ onserkrankungen wie Diabetes und Adipositas an Bedeutung gewon‐ nen haben, wird auch immer wichtiger wie Betroffene mit somatischen Kapitel 7: 89 Erkrankungen umgehen. Auch hier ist professioneller psychologischer Beistand nachgewiesenermaßen hilfreich und hilft negative Krank‐ heitsfolgen zu mindern. Im optimalen Fall kommt es durch eine geziel‐ te Prävention nicht zum Auftreten psychischer Störungen und die psy‐ chische Gesundheit wird erhalten. Der Masterstudiengang Psychische Gesundheit und Psychothera‐ pie an der SRH Hochschule für Gesundheit widmet sich der Förde‐ rung und Erhaltung psychischer Gesundheit sowie der Behandlung psychischer Erkrankungen und betrachtet hierbei verschiedene Patien‐ tengruppen ebenso wie verschiedene Setting Ansätze, bis hin zum be‐ trieblichen Gesundheitsmanagement. Analysiert man inhaltlich das Lehrangebot von Studiengängen im Bereich der Psychologie an deutschen Hochschulen, wird man über‐ wiegend feststellen, dass die Fächer der Klinischen Psychologie und der Psychotherapie sehr stark störungs- und defizitorientiert ausge‐ richtet sind. Zudem findet an vielen Universitäten eine starke Fokus‐ sierung auf einzelne Psychotherapieschulen, vorrangig Verhaltensthe‐ rapie, statt. Dieses Angebot steht im Widerspruch zur aktuellen Be‐ fundlage der Wirkfaktorenforschung, die zahlreiche allgemeine, psy‐ chotherapieschulen-übergreifende Wirkfaktoren identifiziert hat und zudem kritisiert, dass Psychotherapie im Rahmen historisch gewachse‐ ner Schulen praktiziert wird (z.B. Grawe, 1995). Ziel ist es daher, die Studierenden im Rahmen des Masterstudien‐ gangs Psychische Gesundheit und Psychotherapie frühzeitig über die verschiedenen Psychotherapieschulen hinaus für Merkmale und Wirk‐ faktoren einer allgemeinen psychologischen Therapie zu sensibilisie‐ ren. Nicht eine ausgrenzende, sondern eine integrative Betrachtung der verschiedenen Therapieschulen und vor allem eine deutliche Be‐ achtung ihrer Wirksamkeitsnachweise sind das Ziel und Gegenstand des Masterstudiengangs. Neben allgemeinen Wirkfaktoren, z.B. der Therapeut-Patient-Beziehung, der Problemaktualisierung und der ak‐ tiven Hilfe zur Problembewältigung, setzt der Masterstudiengang ins‐ besondere auf die Beachtung der Ressourcen (z.B. Grawe, 1992, 1995). Durch die bewusste Betonung dieses salutogenetischen Aspekts so‐ wohl in der Lehre als auch der Forschung besteht eine optimale Pas‐ sung zum Bachelorstudiengang Gesundheitspsychologie. Kapitel 7: Der Studiengang Psychische Gesundheit und Psychotherapie (Master of Science) 90 Die Studierenden werden befähigt, den Menschen unter allgemein psychotherapeutischer sowie wissenschaftlicher Perspektive zu be‐ trachten und ressourcenorientierte Lösungsansätze zu antizipieren (wissenschaftlich-kritisch reflektierender Praktiker). Sie lernen im Rahmen des Masterstudiums Handlungskonzepte für ausgewählte Problemlagen zu entwickeln und sie methodisch und arbeitsorganisa‐ torisch auf die ausgewählten Versorgungsformen auszurichten. Mit den Studieninhalten werden die Studierenden zudem befähigt, kom‐ plexe Handlungssituationen fachlich zu fundieren und je nach Bedarf am Fall auszurichten. Sie lernen komplexe Probleme des zukünftigen Berufsalltags innovativ und methodisch sicher im Dialog mit den Strukturen und unter Berücksichtigung der gegebenen Bedingungen zu lösen. Auf diese Weise formt das Masterstudium fachlich hoch qua‐ lifizierte und methodisch sichere Persönlichkeiten, die Verantwortung für komplexe Tätigkeiten übernehmen und diese gegenüber den Klien‐ ten/Patienten, dem Kollegium, der Institution und den relevanten ge‐ sellschaftlichen Instanzen zu vertreten wissen. Literaturangabe Grawe, K. (1992). Diskussionsforum. Psychotherapieforschung zu Beginn der neunziger Jahre. Psychologische Rundschau, 43, 132-162. Grawe, K. (1995). Grundriss einer Allgemeinen Psychotherapie. Psychotherapeut, 40, 130-145. Meise, U. & Wancata, J. (2005). „Es gibt keine Gesundheit ohne psychische Ge‐ sundheit“ Die Europäische Ministerielle WHO-Konferenz für Psychische Ge‐ sundheit; Helsinki 2005 Neuropsychiatrie, Band 20, Nr. 3/2006, S. 151–154. Kapitel 7: Der Studiengang Psychische Gesundheit und Psychotherapie (Master of Science) 91

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Zusammenfassung

Gesundheit braucht kluge Köpfe – seit zehn Jahren leistet die SRH Hochschule für Gesundheit dazu ihren Beitrag. Gesundheit ist ein zentraler Wirtschaftszweig in allen Industrienationen. In Zeiten des demografischen Wandels wächst er dynamisch. Zusätzlich verändern sich Verständnis und Menge unseres Wissens über Gesundheit. Die wichtigste Ressource zur Bewältigung dieser gesellschaftlichen Herausforderungen ist Bildung. Orientiert an den Interessen der Studierenden eröffnet die SRH Hochschule für Gesundheit jungen Menschen neue Chancen, an diesem Wandel teilzuhaben. Sie begegnen dabei modernen Ausbildungswegen, einer umfassenden Verzahnung von Theorie und Praxis und anspruchsvollen Forschungsprojekten. Die staatlich anerkannte, private SRH Hochschule für Gesundheit ist Teil des bundesweiten Netzwerkes der SRH-Gruppe. In ihren Gesundheits- und Bildungseinrichtungen engagieren sich über 13.000 Beschäftigte und ebenso viele Studierende. Dieser Band gibt einen Rückblick auf das vergangene Jahrzehnt der Hochschule. Gleichzeitig berichtet er vom Aufbruch in eine Gesundheitswelt im Wandel. Vorgestellt werden die aktuell 15 Bachelor- und Masterstudiengänge in fünf verschiedenen Studienmodellen an sieben Standorten. Es werden Einblicke gegeben in Bachelor- und Masterthesen der vergangenen Jahre, sowie in aktuelle Forschungsprojekte. Viele kluge Köpfe hat die SRH Hochschule für Gesundheit für das Berufsleben qualifiziert. Im Wissen darum, dass innovative Bildung unersetzbar ist, werden viele weitere folgen.