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Laura Hoffmann, Nadine Schumann, Carolin Thiel, Thomas Fankhänel, Andreas Klemment, Matthias Richter, Kapitel 6.5: Methamphetaminkonsum in Mitteldeutschland- Eine qualitative Studie zu Bedarf und Herausforderungen für die rehabilitative Versorgung in:

Johannes Schaller, Björn Eichmann (Ed.)

Gesundheit braucht kluge Köpfe, page 87 - 88

10 Jahre SRH Hochschule für Gesundheit

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3988-5, ISBN online: 978-3-8288-6840-3, https://doi.org/10.5771/9783828868403-87

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Methamphetaminkonsum in Mitteldeutschland- Eine qualitative Studie zu Bedarf und Herausforderungen für die rehabilitative Versorgung Hoffmann, Laura; Schumann, Nadine; Thiel, Carolin; Fankhänel, Thomas; Klemment, Andreas & Richter, Matthias Die synthetische Droge Methamphetamin (Crystal Meth) besitzt ein hohes Abhängigkeitspotenzial und gehört nach Cannabis zu den meist konsumierten illegalen Drogen weltweit. Nationale wie internationale Studien weisen nach, dass der Missbrauch von Methamphetamin glo‐ bal rasant gestiegen ist. Auch in Deutschland weist der Konsum von Crystal Meth in den letzten Jahren enorm hohe Steigerungsraten im Vergleich zu anderen Suchtmitteln auf. Die Region Mitteldeutschland ist dabei besonders stark vom Konsumanstieg betroffen. Der regelmä‐ ßige Crystal Meth-Konsum ist mittel- oder langfristig mit gravieren‐ den psychischen und physischen Folgen assoziiert. Um die gesundheit‐ lichen Auswirkungen sowie auch soziale, rechtliche und ökonomische Folgen des Drogenkonsums zu vermeiden bzw. abzumildern und lang‐ fristige Schädigungen zu verhindern, sind ein frühzeitiger Zugang für die Betroffenen in das rehabilitative Versorgungssystem sowie eine be‐ darfsgerechte langfristige Versorgung zu gewährleisten. Ziel des Pro‐ jektes war es deshalb, die Anforderungen an den gestiegenen Versor‐ gungsbedarf Methamphetaminabhängiger in Mitteldeutschland und die damit verbundenen Herausforderungen für die Deutsche Renten‐ versicherung als Kostenträger rehabilitativer Maßnahmen zu explorie‐ ren sowie Optimierungspotenziale für eine bedarfsgerechte Versor‐ gung Crystal Meth Abhängiger in Mitteldeutschland abzuleiten. Dazu Kapitel 6.5: Kapitel 6.5: Studiengang Gesundheitspsychologie 87 wurden Experten entlang der Versorgungskette (d.h. ambulante Bera‐ tungs- und Behandlungseinrichtungen, Akutversorgung, Rehabilitati‐ on) zu zentralen Aspekten und Herausforderungen einer bedarfsge‐ rechten Versorgung der Betroffenen sowie zu ihren Erfahrungen und Einschätzungen bezüglich bestehender Risikogruppen im Rahmen einer qualitativen Untersuchung befragt. Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse der vorliegenden Studie übereinstimmend mit aktuellen internationalen und nationalen Daten, dass die Zahl von Methamphetaminabhängigen in Mitteldeutschland weiterhin alarmierend hoch ist. Dadurch zeigt sich, dass die Versor‐ gung dieser Klienten- bzw. Patientengruppe auch aktuell im Alltag von Versorgern im gesamten Suchthilfesystem von hoher Relevanz ist. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen jedoch, dass derzeit noch keine ausrei‐ chend bedarfsgerechte Versorgung Methamphetaminabhängiger in sämtlichen Versorgungsbereichen gewährleistet werden kann. Um be‐ stehende Versorgungslücken zu schließen, sind die vorhandenen Bera‐ tungs- und Behandlungsangebote zukünftig spezifisch an die konkre‐ ten Bedarfe der Betroffenen anzupassen. Ein möglicher Ansatz wäre hierbei, die Behandlungs- und Beratungslandschaft insgesamt flexibler zu gestalten, um somit Zugang und Inanspruchnahme von Versor‐ gungsangeboten zu verbessern. Weiterhin ist z.B. die Schaffung von spezifischen Angeboten für Eltern mit Kindern, Frauen sowie Schwan‐ geren unabdingbar für die bedarfsgerechte Versorgung dieser vulnera‐ blen Zielgruppe. Ein allgemein transparenteres und nachvollziehbare‐ res Reha-Antragsverfahren kann neben anderem ebenso dazu beitra‐ gen, den Zugang zur Entwöhnungsbehandlung zu verbessern. Intensi‐ vere Nachsorgeangebote, ambulante Wohnformen und psychothera‐ peutische Angebote könnten zudem die Wiedereingliederung der Be‐ troffenen perspektivisch maßgeblich verbessern. Kapitel 6: Der Studiengang Gesundheitspsychologie (Bachelor of Science) 88

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Zusammenfassung

Gesundheit braucht kluge Köpfe – seit zehn Jahren leistet die SRH Hochschule für Gesundheit dazu ihren Beitrag. Gesundheit ist ein zentraler Wirtschaftszweig in allen Industrienationen. In Zeiten des demografischen Wandels wächst er dynamisch. Zusätzlich verändern sich Verständnis und Menge unseres Wissens über Gesundheit. Die wichtigste Ressource zur Bewältigung dieser gesellschaftlichen Herausforderungen ist Bildung. Orientiert an den Interessen der Studierenden eröffnet die SRH Hochschule für Gesundheit jungen Menschen neue Chancen, an diesem Wandel teilzuhaben. Sie begegnen dabei modernen Ausbildungswegen, einer umfassenden Verzahnung von Theorie und Praxis und anspruchsvollen Forschungsprojekten. Die staatlich anerkannte, private SRH Hochschule für Gesundheit ist Teil des bundesweiten Netzwerkes der SRH-Gruppe. In ihren Gesundheits- und Bildungseinrichtungen engagieren sich über 13.000 Beschäftigte und ebenso viele Studierende. Dieser Band gibt einen Rückblick auf das vergangene Jahrzehnt der Hochschule. Gleichzeitig berichtet er vom Aufbruch in eine Gesundheitswelt im Wandel. Vorgestellt werden die aktuell 15 Bachelor- und Masterstudiengänge in fünf verschiedenen Studienmodellen an sieben Standorten. Es werden Einblicke gegeben in Bachelor- und Masterthesen der vergangenen Jahre, sowie in aktuelle Forschungsprojekte. Viele kluge Köpfe hat die SRH Hochschule für Gesundheit für das Berufsleben qualifiziert. Im Wissen darum, dass innovative Bildung unersetzbar ist, werden viele weitere folgen.