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Thomas Fankhänel, Kapitel 6: Der Studiengang Gesundheitspsychologie (Bachelor of Science) in:

Johannes Schaller, Björn Eichmann (Ed.)

Gesundheit braucht kluge Köpfe, page 77 - 79

10 Jahre SRH Hochschule für Gesundheit

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3988-5, ISBN online: 978-3-8288-6840-3, https://doi.org/10.5771/9783828868403-77

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Der Studiengang Gesundheitspsychologie (Bachelor of Science) Fankhänel, Thomas Psychologie Die Psychologie als Lehre vom Erleben und Verhalten des Menschen erfreut sich bei Studierenden in ganz Deutschland großer Beliebtheit. Im Jahr 2016 haben in Deutschland über 60.000 Studierende das Fach Psychologie belegt (Abele-Brehm, 2017). Die bisherige Landschaft der Studiengänge wurde hier gemäß der Anforderungen des Arbeitsmark‐ tes durch stärker spezialisierte Angebote mit Schwerpunktsetzung er‐ gänzt. Diesem Trend folgend bietet die Hochschule für Gesundheit die Studiengänge Gesundheitspsychologie (Bachelor) und Psychische Ge‐ sundheit und Psychotherapie (Master) an, welche insbesondere die ak‐ tuellen Befunde zu Prävention und Ressourcenorientierung in ihrem Curriculum berücksichtigen. Die Berufsaussichten in der Psychologie sind hervorragend: So liegt die Arbeitslosenquote bei Arbeitnehmern mit Studienabschluss in Psychologie bei 2,4% und damit niedriger als die durchschnittliche Quote von Akademikern allgemein. Arbeitsange‐ bote finden sich in einer Vielzahl von Branchen, was wiederum die Vielfalt des Studiums widerspiegelt, die kurz dargestellt werden soll. Gesundheitspsychologie (B. Sc.) Epidemische Infektionskrankheiten nehmen ab, die Zahl der von chro‐ nisch-degenerativen Krankheiten betroffenen Menschen erhöht sich hingegen stetig. Mittlerweile ist durch Forschungsergebnisse gut belegt, dass psychische Wirkmechanismen viele der so genannten Zivilisati‐ Kapitel 6: 77 onskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes mel‐ litus ursächlich oder verlaufsimmanent mitbestimmen (Knoll, Scholz & Rieckmann, 2011; Renneberg & Hammelstein, 2006; Schwarzer, 2004). Die Erkenntnis, dass solche verhaltens- und erlebensbezogenen Risikofaktoren durch psychologische Maßnahmen effektiv entschärft werden können, lenkt den Blick zunehmend auf Ansätze der Präventi‐ on. Zudem fällt ins Gewicht, dass auch die Zahl genuin psychischer Erkrankungen zunimmt. Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG, 2011) leiden etwa 50 Millionen Menschen in der Europäischen Union unter psychischen Beeinträchtigungen wie De‐ pressionen, Angsterkrankungen, Stresssymptomen oder Suchterkran‐ kungen. Das BMG berichtet, dass circa 10% aller Arbeitsfehltage mit psychischen Erkrankungen in Verbindung gebracht werden können. Dabei fehlen gemäß der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK, 2011 a) psychisch erkrankte Arbeitnehmer im Schnitt drei bis sechs Wochen, depressiv Erkrankte waren 2010 durchschnittlich sogar sie‐ ben bis zwölf Wochen arbeitsunfähig. Neben therapeutischen Hilfsan‐ geboten sind auch im Bereich der psychischen Gesundheit Prävention und Empowerment-Ansätze längst Teil der Versorgungspraxis (vgl. BPtK, 2011 b). Prävention und Förderung psychischer Gesundheit ha‐ ben neben den positiven Auswirkungen auf das Wohlbefinden des Einzelnen vor allem erhebliche gesellschaftliche Konsequenzen, zieht man v.a. die Versorgungskosten für die Behandlung psychischer Er‐ krankungen in Betracht (BMG, 2011; BPtK, 2011 a). Auf Antrag der Gesundheitsministerkonferenz der Länder (GMK) vom 30. Juni 2011 sollen Prävention und Gesundheitsförderung in allen Politikfeldern und Lebensbereichen in Zukunft stärker verankert werden (GMK, 2011), was durch die Einführung des Präventionsgesetzes (2016) und Novellierung des Arbeitsschutzgesetzes (2015) noch einmal untermau‐ ert wurde. Der Bedarf an Praktikern in diesem Bereich ist dementsprechend beachtlich und wächst derzeit kontinuierlich (siehe Gesundheitsbe‐ richterstattung des Bundes unter www.gbe-bund.de). Aus den aktuel‐ len Trends (BMG, 2011; Frensch, 2012) kann insbesondere für folgen‐ de Tätigkeitsfelder ein steigender Bedarf an Gesundheitspsychologen abgeleitet werden: Kapitel 6: Der Studiengang Gesundheitspsychologie (Bachelor of Science) 78 – Gesundheitsförderung (u.a. Gesundheitsberatung, Gesundheits‐ zentren, Erziehungs- und Familienberatung, Gesundheitsforschung) – Medizinische Rehabilitation (u.a. Gesundheitstrainings, Patienten‐ schulung) – Life Coaching und ganzheitliche Medizin (z.B. Selbstmanagement, Stresstraining, Mind-Body-Medizin) – Aus-, Fort- und Weiterbildung inkl. Supervision (u.a. für Psycholo‐ gen, für andere Gesundheitsberufe (z.B. Pflege), für Erziehungsbe‐ rufe, für Sozialberufe) – Management und der Koordination von Gesundheitsaufgaben (z.B. bei Kosten-/ Leistungsträgern, im Bereich von Kommunen, in der Gesundheitspolitik, innerhalb von Modellprojekten, in Gesund‐ heitszentren, Selbsthilfe-Organisationen, Patientenberatungsstellen u. ä.), – Betriebliche Gesundheitsförderung Der Bachelorstudiengang Gesundheitspsychologie vereint daher eine fundierte allgemeinpsychologische Ausbildung mit Schwerpunk‐ ten in Gesundheits- und Rehabilitationspsychologie. Inhaltliche Schwerpunkte sind hierbei: – Prävention – Ressourcenorientierte Sichtweise und Behandlung psychischer und somatischer Erkrankungen – Betriebliche Gesundheitsförderung – Therapeutische Begleitung chronischer Erkrankungen Ziel des Studiums der Gesundheitspsychologie an der Hochschule für Gesundheit ist die Verbesserung der Ausbildungsqualität des für diese Tätigkeitsfelder benötigten Fachpersonals. Um dieses Ziel errei‐ chen zu können, bieten die Module des Studiengangs ein breit gefä‐ chertes Angebot an theoretischen und praktischen Lehrinhalten. Die praxisnahe Ausbildung sieht deshalb u.a. die Konzeption und selbst‐ ständige Durchführung eines Moduls zur schulischen Suchtprävention, die Leitung von Workshops für Stressmanagementtrainings und Ent‐ spannungsverfahren oder eine Patientenedukation in einer Klinik vor. Kapitel 6: Der Studiengang Gesundheitspsychologie (Bachelor of Science) 79

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Zusammenfassung

Gesundheit braucht kluge Köpfe – seit zehn Jahren leistet die SRH Hochschule für Gesundheit dazu ihren Beitrag. Gesundheit ist ein zentraler Wirtschaftszweig in allen Industrienationen. In Zeiten des demografischen Wandels wächst er dynamisch. Zusätzlich verändern sich Verständnis und Menge unseres Wissens über Gesundheit. Die wichtigste Ressource zur Bewältigung dieser gesellschaftlichen Herausforderungen ist Bildung. Orientiert an den Interessen der Studierenden eröffnet die SRH Hochschule für Gesundheit jungen Menschen neue Chancen, an diesem Wandel teilzuhaben. Sie begegnen dabei modernen Ausbildungswegen, einer umfassenden Verzahnung von Theorie und Praxis und anspruchsvollen Forschungsprojekten. Die staatlich anerkannte, private SRH Hochschule für Gesundheit ist Teil des bundesweiten Netzwerkes der SRH-Gruppe. In ihren Gesundheits- und Bildungseinrichtungen engagieren sich über 13.000 Beschäftigte und ebenso viele Studierende. Dieser Band gibt einen Rückblick auf das vergangene Jahrzehnt der Hochschule. Gleichzeitig berichtet er vom Aufbruch in eine Gesundheitswelt im Wandel. Vorgestellt werden die aktuell 15 Bachelor- und Masterstudiengänge in fünf verschiedenen Studienmodellen an sieben Standorten. Es werden Einblicke gegeben in Bachelor- und Masterthesen der vergangenen Jahre, sowie in aktuelle Forschungsprojekte. Viele kluge Köpfe hat die SRH Hochschule für Gesundheit für das Berufsleben qualifiziert. Im Wissen darum, dass innovative Bildung unersetzbar ist, werden viele weitere folgen.