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Franziska Esser, Kapitel 10.2: Wenn Linkshändigkeit zur Beeinträchtigung wird – Eine Untersuchung zum Bewusstsein über die Händigkeit in der Förderung linkshändiger Kinder im Kindergartenalter (Bachelorarbeit) in:

Johannes Schaller, Björn Eichmann (Ed.)

Gesundheit braucht kluge Köpfe, page 132 - 133

10 Jahre SRH Hochschule für Gesundheit

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3988-5, ISBN online: 978-3-8288-6840-3, https://doi.org/10.5771/9783828868403-132

Tectum, Baden-Baden
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Wenn Linkshändigkeit zur Beeinträchtigung wird – Eine Untersuchung zum Bewusstsein über die Händigkeit in der Förderung linkshändiger Kinder im Kindergartenalter (Bachelorarbeit) Esser, Franziska In fast jeder Kindertagesstätte gibt es linkshändige Kinder. Da Links‐ händigkeit zu einer Behinderung werden kann, wenn diese nicht vom Umfeld akzeptiert wird, sollten pädagogische Fachkräfte und Eltern Linkshändigkeit frühzeitig erkennen und linkshändige Kinder best‐ möglich unterstützen. Ziel der Bachelorarbeit von Frau Esser war den Informationsstand von Eltern linkshändiger Kinder und von Fachkräf‐ ten in Frühförderstellen und Kindertagesstätten im Hinblick auf die Förderung linkshändiger Kinder zu prüfen. An der schriftlichen Befragung im Sommer 2017 nahmen 12 El‐ ternteile von linkshändigen Kindern zwischen 3 und 7 Jahren, 39 Fachkräfte aus Kindertagesstätten und 8 Fachkräfte aus Frühförder‐ stellen teil. Zusätzlich wurde ein schriftliches Experteninterview mit einer Linkshänderberaterin geführt. Die Ergebnisse zeigten, dass sowohl Eltern als auch Fachkräfte eine Vielzahl der speziell für Linkshänder konzipierten Materialien nicht kennen. Mit Ausnahme einer Linkshänderschere, welche in den meis‐ ten Haushalten und Einrichtungen vorhanden ist, fehlen in vielen Fäl‐ len zum Beispiel Spitzer, Lineale, Besteck, Werkzeug und Bastelvorla‐ gen für Linkshänder. Fachliteratur ist nur in wenigen Einrichtungen vorhanden. Weiterhin gab die Mehrheit der Eltern an nicht zu wissen, ob in der Gruppe des Kindes linkshändige Fachkräfte arbeiten und ob Kapitel 10.2: Kapitel 10: Der Studiengang Bildung und Förderung in der Kindheit (Bachelor of Arts) 132 bzw. welches Linkshändermaterial vorhanden ist. Auch zeigte sich, dass rechtshändige Eltern und Fachkräfte selten die linke Hand nut‐ zen, wenn sie einem linkshändigen Kind eine Tätigkeit vormachen. Abgefragte Tätigkeiten waren u.a. der Umgang mit einer Schere und mit Besteck, Schuhe binden, einen Ball werfen und fangen, Schraub‐ verschlüsse öffnen, Zähne putzen und eine Kerze anzünden. Weiterhin gab nur ein Teil der Eltern und der Fachkräfte an, beim Tisch decken und bei der Sitzordnung auf Linkshändigkeit zu achten. Weniger als die Hälfte der Eltern gaben an, sich zum Thema Links‐ händigkeit informiert zu haben. Als Informationsquellen wurden der Kinderarzt, Fachbücher, der Austausch mit anderen Eltern und das In‐ ternet genannt. Nur ein Elternteil gab an, diesbezüglich von der Kin‐ dertagesstätte beraten worden zu sein. Bis auf eine Ausnahme gaben alle Fachkräfte an, dass die Thematik Linkshändigkeit in der Berufs‐ ausbildung kaum behandelt wurde. Nur wenige Fachkräfte gaben an, sich bezüglich der Förderung linkshändiger Kinder „gut“ ausgebildet zu fühlen. Die Mehrheit der Eltern wünschte sich mehr Informationen bezüglich Förderung, Entwicklung und Schule, sowie einen besseren Informationsaustausch, eine frühzeitige Erkennung und Förderung der Linkshändigkeit, und mehr Fortbildungen für das Personal. Eben‐ so gab auch die Mehrheit der Fachkräfte aus Kindertagesstätten und Frühförderstellen an, mehr über die Thematik erfahren zu wollen. Konkret wünschten sie sich für ihre Einrichtungen eine größere Aus‐ wahl an Linkshänder-Materialien, Diagnostikverfahren, Fachliteratur und ein größeres Weitebildungsangebot. Die Ergebnisse der Umfrage sind konsistent mit den Aussagen der Linkshänderberaterin. Ihrer Meinung nach wären die Kenntnisse der Fachkräfte meist sehr be‐ grenzt, das Interesse an der Thematik jedoch sehr hoch. Dies zeigte sich auch in einer vermehrten Nachfrage von Angeboten der Links‐ händerberatung. Frau Esser hat eine Handreichung entwickelt, in der Fördermög‐ lichkeiten und weiterführende Literatur zum Thema zusammengefasst sind. Kapitel 10.2: Studiengang Bildung und Förderung in der Kindheit 133

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Zusammenfassung

Gesundheit braucht kluge Köpfe – seit zehn Jahren leistet die SRH Hochschule für Gesundheit dazu ihren Beitrag. Gesundheit ist ein zentraler Wirtschaftszweig in allen Industrienationen. In Zeiten des demografischen Wandels wächst er dynamisch. Zusätzlich verändern sich Verständnis und Menge unseres Wissens über Gesundheit. Die wichtigste Ressource zur Bewältigung dieser gesellschaftlichen Herausforderungen ist Bildung. Orientiert an den Interessen der Studierenden eröffnet die SRH Hochschule für Gesundheit jungen Menschen neue Chancen, an diesem Wandel teilzuhaben. Sie begegnen dabei modernen Ausbildungswegen, einer umfassenden Verzahnung von Theorie und Praxis und anspruchsvollen Forschungsprojekten. Die staatlich anerkannte, private SRH Hochschule für Gesundheit ist Teil des bundesweiten Netzwerkes der SRH-Gruppe. In ihren Gesundheits- und Bildungseinrichtungen engagieren sich über 13.000 Beschäftigte und ebenso viele Studierende. Dieser Band gibt einen Rückblick auf das vergangene Jahrzehnt der Hochschule. Gleichzeitig berichtet er vom Aufbruch in eine Gesundheitswelt im Wandel. Vorgestellt werden die aktuell 15 Bachelor- und Masterstudiengänge in fünf verschiedenen Studienmodellen an sieben Standorten. Es werden Einblicke gegeben in Bachelor- und Masterthesen der vergangenen Jahre, sowie in aktuelle Forschungsprojekte. Viele kluge Köpfe hat die SRH Hochschule für Gesundheit für das Berufsleben qualifiziert. Im Wissen darum, dass innovative Bildung unersetzbar ist, werden viele weitere folgen.