Content

Sebastian Koch, Robert Leschowski, Kapitel 8: Der Studiengang Medizinpädagogik (Bachelor of Arts) in:

Johannes Schaller, Björn Eichmann (Ed.)

Gesundheit braucht kluge Köpfe, page 101 - 105

10 Jahre SRH Hochschule für Gesundheit

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3988-5, ISBN online: 978-3-8288-6840-3, https://doi.org/10.5771/9783828868403-101

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Der Studiengang Medizinpädagogik (Bachelor of Arts) Koch, Sebastian & Leschowski, Robert Der Bachelorstudiengang Medizinpädagogik wurde 2007 akkreditiert und im Wintersemester 2007 erstmals für Studierende am Hochschul‐ standort Gera angeboten. Hierbei bildet der polyvalente Bachelorstu‐ diengang Medizinpädagogik die Basis für den seit Wintersemester 2015 angebotenen konsekutiven Masterstudiengang Medizinpädago‐ gik. Die Studierenden absolvieren den Bachelorstudiengang Medizin‐ pädagogik berufsbegleitend als Teilzeitstudium innerhalb von 9 Se‐ mestern (inklusive Unterrichtspraktikum). Ziel des Studiums Die Studierenden erwerben notwendige Kompetenzen, welche Lehr‐ kräfte für Berufe der Gesundheitsversorgung benötigen. Zu diesen Kompetenzen gehören wissenschaftlich fundiertes (evidenzbasiertes) Fachwissen, didaktisches Verständnis, eine hohe Methodenkompetenz sowie ausgeprägte Sozialkompetenzen. Ziel ist es, den Studierenden die Kompetenzen zu vermitteln, die sie benötigen, um Lehr- und Lernsituationen in hoher Qualität zu pla‐ nen, durchzuführen und zu evaluieren. Kapitel 8: 101 Inhalte des Studiums Der Bachelorstudiengang Medizinpädagogik ist modular aufgebaut. Den 16 Modulen werden drei Kompetenzfelder zugeordnet: 1. Bildungswissenschaften/Berufspädagogik 2. Erste berufliche Fachrichtung „Gesundheit/Pflege“ 3. Zweite berufliche Fachrichtung „Krankheitslehre“ Ein weiterer Schwerpunkt liegt in allgemeinen und fachdidaktischen Modulen. Zusammen mit bildungswissenschaftlichen Modulen wer‐ den notwendige pädagogische Kompetenzen vermittelt, die einen mo‐ dernen Lehrer auszeichnen. Die Studierenden werden im wissenschaftlichen Arbeiten auf ihre eigene Abschlussarbeit vorbereitet, in der sie ihre erlernten Fähigkeiten einfließen lassen können. Praxisnahes Studium In Ergänzung zu den praxisnahen Modulen ist das Unterrichtsprakti‐ kum ein wichtiger Bestandteil des Studiums. In diesem Praktikum können die Studierenden, im 8. Semester, erste praktische Erfahrungen als Lehrer an Bildungseinrichtungen sammeln. Durch eine enge Zu‐ sammenarbeit der SRH Hochschule für Gesundheit Gera mit verschie‐ denen Kooperationspartnern und Bildungseinrichtungen kann den Studierenden eine Betreuung auf hohem Niveau angeboten werden. Ein weiterer Bestandteil des praxisnahen Studiums sind verschie‐ dene Exkursionen. In diesem Zusammenhang werden regelmäßig Ex‐ kursionen in das „Deutsche Hygiene-Museum“ in Dresden und in das „Medizinhistorische Museum der Charité“ in Berlin geplant und durchgeführt. Hierbei können die Studierenden ihr erworbenes Fach‐ wissen anhand der ausgestellten Modelle und Präparate erweitern. Zugangsvoraussetzungen Zu den Zugangsvoraussetzungen für den Bachelorstudiengang Medi‐ zinpädagogik gehören neben der allgemeinen Hochschulreife, Fach‐ hochschulreife oder einer gleichwertigen Hochschulzugangsberechti‐ Kapitel 8: Der Studiengang Medizinpädagogik (Bachelor of Arts) 102 gung der Nachweis über eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem Fachberuf des Gesundheits- und Sozialwesens. In definierten Ausnahmefällen können auch Bewerber gemäß § 63 Abs. 3 ThürHG zugelassen werden, die keine Hochschulzugangsbe‐ rechtigung haben, aber eine Berufsausbildung in einem Fachberuf ab‐ geschlossen haben und eine Berufserfahrung von mindestens 3 Jahren nachweisen können. Entwicklung des Studiengangs Seit der Akkreditierung des Bachelorstudienganges Medizinpädagogik im Jahr 2007 erfreut sich der Studiengang eines steigenden Interesses an Studienbewerbern und Studierenden. Seit 2011 konnten sich bisher insgesamt 187 Absolventen über ihr erfolgreich abgeschlossenes Bachelorstudium Medizinpädagogik an der SRH Hochschule für Gesundheit Gera freuen. Die Studiengangsleitung steht in regelmäßigem Kontakt mit den zuständigen Ministerien in Thüringen. Darunter zählen das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, das Thüringer Landesver‐ waltungsamt und das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissen‐ schaft und Digitale Gesellschaft. Das Ziel dieses Austausches ist es den Entwicklung der Studierenden im Bachelorstudiengang Medizinpädagogik Abbildung 1: Kapitel 8: Der Studiengang Medizinpädagogik (Bachelor of Arts) 103 Bachelorstudiengang Medizinpädagogik in Anlehnung an die gesetzli‐ chen Rahmenbedingungen und Vorgaben weiterzuentwickeln. Heterogenität als Chance Eine Besonderheit des Bachelorstudiengangs Medizinpädagogik ist die stark ausgeprägte Heterogenität durch unterschiedlich hohe Berufser‐ fahrung und die verschiedenen Grundberufe der Studierenden. Da‐ durch bringen sich die Studierenden besonders stark in die Vorlesun‐ gen ein. Dieses Potential wird von den Dozenten genutzt, um die Vor‐ lesungen praxisnah zu gestalten und das selbstgesteuerte Lernen zu fördern. Grundberufe der Studierenden im 1. Semester WS16/17 Wissenschaftliche Beiträge der Studierenden Die Studierenden können in Modulen wie „Interdisziplinäres Projekt an Schulen des Gesundheitswesens, Projekte als Methode im Unter‐ richt“ erste Erfahrungen im Umgang mit dem Schreiben von wissen‐ Abbildung 2: Kapitel 8: Der Studiengang Medizinpädagogik (Bachelor of Arts) 104 schaftlichen Arbeiten sammeln. Aus diesen Arbeiten und den später verfassten Bachelorarbeiten entstehen Publikationen, die auch in Fach‐ zeitschriften veröffentlicht werden. Studierende verfassen Fachliteratur In Kooperation mit dem Georg-Thieme Verlag konzipierten und er‐ stellten Studierende des Bachelorstudiengangs Medizinpädagogik ein gemeinsames Lehrbuch für Rettungssanitäter. Die Studierenden schrieben alle geforderten Kapitel und sendeten diese an die Verlags‐ gruppe zur redaktionellen Durchsicht. Das Lehrbuch wurde im Mai 2017 auf der RettMobil 2017 - Euro‐ pas Leitmesse für Rettung und Mobilität - veröffentlicht. Weitere ge‐ meinsame Buchprojekte sind bereits in Planung. Studienprojekt: Bewegungsübungen bei Demenz Ein weiteres Projekt befasst sich mit dem Thema „Brain-Gym“. Studie‐ rende der SRH Hochschule für Gesundheit Gera entwickelten auf Grundlage des Brain-Gym-Konzepts acht Bewegungsübungen für Menschen mit Demenz (vgl. Dennison & Dennison 2004). Diese Be‐ wegungsabläufe sollen die geistige Aktivität steigern. 2014 wurden hierfür die Effekte der acht Bewegungsabläufe bei Klienten mit De‐ menz im ambulanten Setting evaluiert. Die Studierenden rekrutierten 36 Klienten mit leichter bzw. mittlerer Demenz. Die Interventions‐ gruppe mit 22 Klienten durchlief unter Anleitung von geschultem Fachpersonal die Übungen. Die 14 Klienten der Kontrollgruppe nah‐ men nicht an den Übungen teil. Anhand des Alters-Konzentrations- Tests (AKT) nach Gatterer wurde der Effekt der Übungen überprüft. Das Ergebnis zeigt, dass nach 4 Monaten durch regelmäßigen Einsatz der acht Bewegungsübungen in Anlehnung an das Brain-Gym-Kon‐ zept die Interventionsgruppe im Alters-Konzentrations-Test bessere Ergebnisse erzielte als die Kontrollgruppe. Dennison, P. E. & Dennison, G. (2004). Brain Gym. Lehrerhand‐ buch, 13. Aufl. VAK, Verl. Für Angewandte Kinesiologie, Freiburg. Kapitel 8: Der Studiengang Medizinpädagogik (Bachelor of Arts) 105

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Gesundheit braucht kluge Köpfe – seit zehn Jahren leistet die SRH Hochschule für Gesundheit dazu ihren Beitrag. Gesundheit ist ein zentraler Wirtschaftszweig in allen Industrienationen. In Zeiten des demografischen Wandels wächst er dynamisch. Zusätzlich verändern sich Verständnis und Menge unseres Wissens über Gesundheit. Die wichtigste Ressource zur Bewältigung dieser gesellschaftlichen Herausforderungen ist Bildung. Orientiert an den Interessen der Studierenden eröffnet die SRH Hochschule für Gesundheit jungen Menschen neue Chancen, an diesem Wandel teilzuhaben. Sie begegnen dabei modernen Ausbildungswegen, einer umfassenden Verzahnung von Theorie und Praxis und anspruchsvollen Forschungsprojekten. Die staatlich anerkannte, private SRH Hochschule für Gesundheit ist Teil des bundesweiten Netzwerkes der SRH-Gruppe. In ihren Gesundheits- und Bildungseinrichtungen engagieren sich über 13.000 Beschäftigte und ebenso viele Studierende. Dieser Band gibt einen Rückblick auf das vergangene Jahrzehnt der Hochschule. Gleichzeitig berichtet er vom Aufbruch in eine Gesundheitswelt im Wandel. Vorgestellt werden die aktuell 15 Bachelor- und Masterstudiengänge in fünf verschiedenen Studienmodellen an sieben Standorten. Es werden Einblicke gegeben in Bachelor- und Masterthesen der vergangenen Jahre, sowie in aktuelle Forschungsprojekte. Viele kluge Köpfe hat die SRH Hochschule für Gesundheit für das Berufsleben qualifiziert. Im Wissen darum, dass innovative Bildung unersetzbar ist, werden viele weitere folgen.