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Rebecca Hahn

Männer außen vor?, page I - XVIII

Möglichkeiten und Grenzen der Teilhabe von Männern im Alltag in gemeinsamen Wohnformen für Mütter/Väter und Kinder

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8288-3937-3, ISBN online: 978-3-8288-6835-9, https://doi.org/10.5771/9783828868359-I

Series: Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Pädagogik, vol. 47

Tectum, Baden-Baden
Bibliographic information
Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag Reihe Pädagogik Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag Reihe Pädagogik Band 47 Rebecca Hahn Männer außen vor? Möglichkeiten und Grenzen der Teilhabe von Männern am Alltag in gemeinsamen Wohnformen für Mütter/Väter und Kinder Tectum Verlag Rebecca Hahn Männer außen vor? Möglichkeiten und Grenzen der Teilhabe von Männern am Alltag in gemeinsamen Wohnformen für Mütter/Väter und Kinder Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag, Reihe: Pädagogik; Bd. 47 © Tectum Verlag – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2017 eISBN: 978-3-8288-6835-9 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Werk unter der ISBN 978-3-8288-3937-3 im Tectum Verlag erschienen.) ISSN: 1861-7638 Zugleich: Dissertation am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Philipps-Universität Marburg, 2016 Umschlaggestaltung: Tectum Verlag, unter Verwendung des Bildes # 74048678 von anyaberkut | www.fotolia.com Alle Rechte vorbehalten Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. Vorbemerkung zum Ziel der Untersuchung Die vorliegende Untersuchung beschäftigt sich kritisch mit den Möglichkeiten und Grenzen der Teilhabe von Männern am Alltag in gemeinsamen Wohnformen für Mütter/Väter und Kinder. Es soll eine institutions- und problemorientierte Positionsbestimmung zum Umgang mit den (sozialen) Vätern in Mutter-(/Vater‑)Kind-Häusern geleistet werden. Die Fragestellung der Studie lautet: Welche typischen Handlungsmöglichkeiten und -einschränkungen ergeben sich für Männer im Alltag in Mutter-(/Vater‑)Kind-Einrichtungen? In gemeinsamen Wohnformen für Mütter/Väter und Kind erhalten gemäß § 19 SGB VIII Alleinerziehende mit Kleinkindern bzw. Schwangere Beratung und pädagogische Unterstützung, wenn die Betroffenen aufgrund ihrer Persönlichkeitsentwicklung nicht in der Lage sind, die Kinder selbstständig zu versorgen und zu erziehen. In der überwiegenden Zahl der Fälle ordnet das Familiengericht aus Sorge um das Kindeswohl eine Unterbringung von Mutter/Vater und Kind in einer Einrichtung an, häufig nachdem andere ambulante Hilfen wie die sozialpädagogische Familienhilfe ausgeschöpft wurden (vgl. Kliche, 2013, S. 139). In gemeinsamen Wohnformen für Mutter/Vater und Kind werden Hilfestellungen mit unterschiedlicher Betreuungsintensität angeboten – von Hilfen im klassischen Heimsetting über Betreutes Wohnen bis hin zu ambulanten Unterstützungsformen im eigenen Wohnraum. Die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen für Männer, am Alltag in Mutter-(/Vater-)Kind-Einrichtungen teilzuhaben, stellt sich vor dem Hintergrund der historischen Rahmenbedingungen dieser speziellen Hilfeform und der Bemühungen um eine Modernisierung der Heimerziehung insgesamt. In der Vergangenheit wurden die Institutionen im Gesetzestext als „Mutter-Kind-Heime“1 bzw. später als „Vater/Mutter-Kind-Einrichtungen“ bezeichnet. In den Heimen der meist konfessionellen, vor allem aber katholischen Initiativen wurden ausschließlich junge Frauen aufgenommen (vgl. Meyer, 1993, S. 2). Die klassische Klientel waren ledige, oft minderjährige, ungewollt schwanger gewordene Frauen, die häufig als „gefallene Mädchen“ stigmatisiert wurden (vgl. Meyer, 1993, S. 388). Seit den 1990er Jahren können Hilfen nach § 19 SGB VIII auch dem Kindsvater gewährt werden. Zur Frage, wie oft diese in der Praxis einem Mann zuteilwerden, gibt es bisher nur wenige Hinweise aus der pädagogischen Praxis: Vertreterinnen und Vertreter von Fachverbänden der evangelischen bzw. katholischen Mutter-(/Vater‑)Kind-Einrichtungen schildern, in den Wohnformen nach § 19 SGB VIII lebten überwiegend Frauen mit ihren Kindern; Vä- 1 Der Begriff „Mutter-Kind-Einrichtung“ wird umgangssprachlich außerdem für Kurkliniken oder spezielle Einrichtungen im Strafvollzug verwendet. In der vorliegenden Untersuchung sind unter „Mutter- Kind-Einrichtungen“ ausschließlich solche der Jugendhilfe zu verstehen. Frauenhäuser sind hiermit nicht gemeint. V ter nähmen diese Hilfeform lediglich vereinzelt in Anspruch (vgl. Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V., 1999, S. 3; Winkelmann, 2002, S. 1003). Die Relevanz des Themas ergibt sich aus dem Umstand, dass sich die Bedeutung, die dem Vater für die Entwicklung des Kindes beigemessen wird, in den vergangenen Jahrzehnten stark veränderte. Die Vaterrolle hat heute vielfältigere Facetten und umfasst nicht mehr ausschließlich die des Ernährers, wie es zur Zeit des Wirtschaftswunders der Fall war. Gesprochen wird von „aktiven“ (vgl. Werneck, Beham & Palz, 2006), „engagierten“ (vgl. Fthenakis, 1999), „ganzheitlichen“ (vgl. Matzner, 2004), „neuen“ (vgl. Bambey & Gumbinger, 2006; Cyprian, 2005; Oberndorfer & Rost, 2005; Werneck, 1997, 1998) oder von „familienzentrierten Vätern“ (vgl. Matzner, 2004). Die Ergebnisse verschiedener Studien zeigen eine Trendwende bei der Aufgabenverteilung in der Familie. Männer sind mehr als früher bereit, sich aktiv und mit Einsatz im Alltag für ihre Kinder zu engagieren (vgl. Schmidt-Denter, 2005). Sabla fordert, wissenschaftlich zu untersuchen, wie das pädagogische Personal in Einrichtungen der Jugendhilfe mit Männern umgeht, die stärker in den Hilfeprozess eingebunden werden wollen (vgl. Sabla, 2009, S. 201). Vor dem Hintergrund der Diskurse um die „neuen Väter“ stellt sich auch für das Handlungsfeld der gemeinsamen Wohnformen die Frage, ob diese Männer diesen Bereich „noch nicht erreicht haben oder ob die Jugendhilfe auf diese bisher nicht in angemessener Weise reagiert hat“ (vgl. Sabla, 2009, S. 200). Die Analyse im Rahmen der vorliegenden Studie konzentriert sich auf drei Gruppen von Männern: 1. alleinerziehende Väter, die nach § 19 SGB VIII einen Anspruch auf Hilfe haben (könnten); 2. (werdende) Väter, deren (schwangere) Partnerinnen in der gemeinsamen Wohnform untergebracht sind; 3. neue Lebenspartner (werdender) Mütter, die zwar im rechtlichen oder biologischen Sinne nicht die Kindsväter sind (oder werden), aber zur Übernahme der Rolle des sozialen Vaters bereit sind. Die Rolle des Vaters wird derzeit in vielen Lebensfeldern von Kindern und Jugendlichen intensiv diskutiert. Gegenwärtig ist umstritten, ob und wenn ja, ab welchem Alter es sinnvoll ist, Kinder von anderen Personen als von der eigenen Mutter – z. B. vom Vater – betreuen und erziehen zu lassen. Die Einzigartigkeit der Mutter-Kind- Bindung wird in zunehmendem Maß hinterfragt (vgl. Büdel, 2008, S. 3) und damit verbunden ist die Debatte, ob der Einfluss des Vaters auf die Möglichkeiten des Kindes, Beziehungen zu anderen Menschen zu gestalten, gleichwertig einzuschätzen ist. Der Diskurs wirkt sich bereits in Form einer neuen Gesetzgebung aus, welche die Rechte der Männer stärkt. So beanstandete der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte im Jahr 2009 nach der Klage eines betroffenen Vaters die bundesdeutsche Rechtslage, nach der ein gemeinsames Sorgerecht für ein uneheliches Kind diesem nur mit der Zustimmung der Mutter gewährt werden konnte. Ledige Väter hatten zu diesem Zeitpunkt nicht die Möglichkeit, die Sorgerechtsregelung von einem Gericht überprüfen zu lassen, obwohl sie gemäß Art. 6 Abs. 2 Grundgesetz (GG) das Grund- Vorbemerkung zum Ziel der Untersuchung VI recht innehaben, ihre Kinder zu erziehen und zu pflegen. Das Bundesverfassungsgericht stimmte der Klage im darauffolgenden Jahr zu (1 BvR 420/09 vom 21.7.2010). Am 19. Mai 2013 trat das neue Sorgerecht in Kraft. Auch in den Erziehungswissenschaften wird die bisherige Geschlechterordnung zumindest teilweise auf den Prüfstand gestellt. Interdisziplinär angelegte dekonstruktivistische Diskurse verstehen Geschlecht und Geschlechterverhältnisse als ein gesellschaftliches Konstrukt und damit als historisch-kulturelle Phänomene (vgl. Sabla, 2008, S. 51). Gleichzeitig ist die erziehungswissenschaftliche Forschung und Theoriebildung selbst an der Bewertung wie an den Entwürfen und Konstruktionen von Geschlecht und Geschlechterverhältnissen beteiligt (vgl. Glaser, Klika & Prengel, 2004, S. 9–15). Das Forschungsfeld der gemeinsamen Wohnformen für Mütter/Väter und Kinder wurde von der pädagogischen Wissenschaftsdisziplin etwa seit Mitte der 1990er Jahre weitgehend ignoriert. Studien, die Zugangsmöglichkeiten in die Einrichtungen für Männer beleuchten, fehlen vollständig. Nicht nur in der Fachliteratur, sondern auch in der institutionellen pädagogischen Praxis gelten zahlreiche die (sozialen) Väter betreffende Fragen als unbeantwortet, darunter die Frage nach ihrem Bedarf an Beratung und anderer pädagogischer Unterstützung. An dem heute wissenschaftlich weitgehend unbearbeiteten und randständigen Bereich der Mutter-Kind-Heime entfachte sich die Heimrevolte Ende der 1960er Jahre. Die Außerparlamentarische Opposition und entflohene Fürsorgezöglinge kritisierten die Zustände in den Heimen und die Folgen der Verwahrung wiederholt scharf. Auch die fachliche Kritik fiel massiv aus. So sprach Wendt etwa von einer „unkritisch-caritativ eingesetzten Fürsorge“ in den Heimen (vgl. Wendt, 1981, S. 482). Es stellt sich die Frage, ob und ggf. welche Modernisierungen in den Einrichtungen in der Zwischenzeit umgesetzt wurden und, falls solche stattgefunden haben, welche Effekte dies auf die Teilhabemöglichkeiten von Männern am Alltag in den Einrichtungen hat. Für die vorliegende Studie wird – der Bindungstheorie und Ergebnissen der Familienforschung folgend – angenommen, dass sowohl die Qualität der Bindung eines Menschen an seine Bezugspersonen während seiner frühen Kindheit als auch die Qualität der elterlichen Partnerschaft Einfluss auf die spätere psychische Gesundheit haben. Deshalb wäre es für die Kindesentwicklung förderlich, wenn Familien und Paare in gemeinsamen Wohnformen für Mütter/Väter und Kinder Zeit und Raum zum Zusammensein und zur Stabilisierung des Familienlebens finden würden. Vor dem Hintergrund, dass Vaterforscherinnen und Vaterforscher mehrfach gezeigt haben, dass ein Kind etwa zum selben Zeitpunkt im ersten Lebensjahr dazu in der Lage ist, eine Bindung zum Vater aufzubauen wie zur Mutter und Männer im gleichen Ma- ße wie Frauen dazu veranlagt sind, intuitiv ihr Verhalten an die Bedürfnisse des Säuglings anzupassen, wird das Verfahren, Männer weitgehend vom Geschehen in den Einrichtungen auszuschließen, zum kritischen Punkt, der die Effektivität und Effizienz der Hilfen schmälern könnte. Im Rahmen dieser Studie folge ich Holzkamp (1983), der annahm, die Möglichkeiten von Individuen spiegeln strukturelle Herrschaftsverhältnisse innerhalb der patriarchalen kapitalistischen Gegenwartsgesellschaft wider. Um den Zusammenhang Vorbemerkung zum Ziel der Untersuchung VII zwischen Handlungsmöglichkeiten und -grenzen von (sozialen) Vätern in Mutter- (/Vater‑)Kind-Einrichtungen mit Macht- und Ungleichverhältnissen in unserer Gesellschaft aufzuzeigen, wird das mikrosoziologisch orientierte Modell der „totalen Institution“ von Goffman (vgl. Goffman, 1981) herangezogen. Mithilfe dieses Modells wird die Permeabilität von Mutter-(/Vater‑)Kind-Einrichtungen im Hinblick auf die Rechte von Vätern in der umgebenden Gesellschaft kritisch beleuchtet. Außerdem wird nach Beschränkungen des sozialen Kontakts der „Insassen“ in den Einrichtungen mit Männern gefragt. Es wird untersucht, ob und ggf. welche Regeln und Mechanismen sich herausbilden, um die Teilhabe der Männer am Alltag zu behindern bzw. zu ermöglichen. Dazu werden empirische Ergebnisse aus den Befragungen in Mutter- (/Vater‑)Kind-Einrichtungen auf die von Goffman skizzierten Mechanismen totaler Institutionen bezogen. Im Zusammenhang mit den Zugangsbeschränkungen von Männern zu gemeinsamen Wohnformen für Mütter/Väter und Kinder stellt sich die Frage, ob der Ausschluss der (sozialen) Väter aus Mutter-(/Vater‑)Kind-Einrichtungen im Konflikt mit Menschen- und Grundrechten der Eltern und des Kindes steht, inwiefern die Soziale Arbeit selbst diskriminierende Regelungen und Strukturen schafft und sich so an der Diskriminierung beteiligt. Der empirische Teil der Studie stützt sich auf Daten aus 26 problemzentrierten Interviews mit Bewohnerinnen und Fachkräften in ausgewählten Einrichtungen für Mütter/Väter und Kinder in der Bundesrepublik Deutschland und mit einer ehemaligen Praktikantin in einem Mutter-Kind-Heim im deutschsprachigen Ausland. Aus den Daten werden mittels einer Möglichkeitsverallgemeinerung nach Holzkamp zunächst Einzelfälle und in einem zweiten Schritt Möglichkeitstypen für den Zugang von Männern zu Mutter-(/Vater‑)Kind-Einrichtungen rekonstruiert. Anhand typischer Fälle werden Hypothesen für Hindernisse auf der Mikro-, Meso- und Makroebene entwickelt. Auf der Mikroebene steht im Fokus, wie Bewohnerinnen und das pädagogische Personal auf das Interesse von (sozialen) Vätern an der Teilhabe am Alltagsleben reagieren. Auf der Mesoebene werden Ausschlussmethoden der Leistungserbringer und ‑träger in Bezug auf die Kindsväter und Partner der Bewohnerinnen in den Blick genommen. Dazu wird besonders die Bedeutung, Begründung und Funktion der Hausregeln für Männer und der Privilegiensysteme in Einrichtungen nach § 19 SGB VIII hervorgehoben. Zudem soll untersucht werden, ob die Einbindung der (sozialen) Väter in denm Alltag angestrebt wird, ob debattiert wurde, wie die Einbindung von Männern im Alltag zu erreichen ist, welche Pläne diesbezüglich letztlich wie erfolgreich umgesetzt wurden. Auf der Makroebene werden die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Unterbringung nach § 19 SGB VIII im Hinblick auf die Frage untersucht, wie diese die Möglichkeiten von Männern beschränken, in gemeinsamen Wohnformen für Mütter/Väter und Kinder unterzukommen. Außerdem wird mit kritischem Blick auf Geschlechterstereotype und ihre Reproduktion im Alltag durch den Mechanismus des doing gender entschleiert, ob und ggf. wie sich Grenzen für Männer hinsichtlich der Möglichkeiten der Teilhabe an reproduktiven Aufgaben in Mutter-(/Vater‑)Kind-Einrichtungen manifestierten. Da das Forschungsfeld der gemeinsamen Wohnformen für Mütter/Väter und Kinder über eine lange Zeit hinweg nicht bearbeitet wurde und deshalb grundlegende Vorbemerkung zum Ziel der Untersuchung VIII Aspekte, die bei der Beantwortung der Forschungsfrage berücksichtigt werden müssen, noch nicht untersucht wurden, werden im Verlauf der Studie Thesen generiert, die im empirischen Teil der Untersuchung bewiesen werden sollen. Dazu wurden folgende Leitfragen formuliert: – Nutzen Männer die Hilfe nach § 19 SGB VIII? Wenn ja, wie und in welchem Umfang? – In welcher Lebenssituation befinden sich die Kindsväter und Partner der Mütter? – Haben diese aufgrund ihrer aktuellen Lebenssituation pädagogischen oder beraterischen Hilfebedarf? – Wie stark beteiligen sich diese Männer an den ihre Kinder betreffenden Erziehungs- und Versorgungsaufgaben? – Welche Gründe gibt es dafür, dass hauptsächlich Frauen das Angebot nutzen? – Formuliert das Personal in Mutter-(/Vater‑)Kind-Einrichtungen für Männergeschlechtsspezifische Regeln für den Umgang mit dem Kind und der Partnerin? Falls das der Fall ist, wie stark beschränken die Regeln den Kontakt der Männer mit der Kindsmutter und dem Kind? – Wie stehen die Regeln in Zusammenhang mit den organisatorischen und politischrechtlichen Rahmenbedingungen? – Welche Aufgaben und Rollen innerhalb der Familie schreiben pädagogische Fachkräfte und Klientinnen den Männern zu? – Wie bewerten diese am Hilfeprozess Beteiligten die Lebenssituationen der Mütter, Väter und Schwangeren in Bezug auf Eltern- und Partnerschaft? – Wie wird der Leistungserbringer dem Grundrecht der Väter auf Pflege und Erziehung ihrer Kinder gerecht? – Wie können politisch-rechtliche und organisationale Rahmenbedingungen gestaltet werden, damit sich die Partizipationsmöglichkeiten der Männer an der Versorgung und Erziehung ihrer Kinder erweitern? Die vorliegende Studie gliedert sich in neun Teile. Der erste Teil widmet sich dem theoretischen Hintergrund dieser Studie, der Bindungstheorie. Hier wird die Bedeutung der Anwesenheit von verlässlichen Bindungspersonen für Kinder im Vorschulalter herausgearbeitet. Der zweite Teil der Studie befasst sich mit der Bedeutung des Vaters für die kindliche Entwicklung vor dem Hintergrund des Diskurses um die „neuen Väter“. Im dritten Teil der Untersuchung werden die grundsätzlichen Rechte der Eltern und des Kindes in unserer Gesellschaft umrissen. Im vierten Abschnitt werden Bedarfslagen von Familien, Gefährdungsaspekte für die kindliche Entwicklung und Sozialleistungen für Familien nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz dargestellt. Im fünften Teil der Studie wird das Arbeitsfeld der gemeinsamen Wohnformen für Mütter/Väter und Kinder kritisch beleuchtet. Dazu werden rechtliche, organisatorische und historische Spannungsfelder aufgezeigt. Im sechsten Teil der Untersuchung wird der Ausschluss der Männer aus dem Alltag in Mutter-Kind-Einrichtungen in der Vergangenheit problematisiert. Hierzu werden zunächst Befunde aus empirischen Untersuchungen im Forschungsfeld herausgearbeitet. Da empirische Studien im Feld der Mutter-(/Vater‑)Kind-Einrichtungen für die vergangenen Jahrzehnte vollständig feh- Vorbemerkung zum Ziel der Untersuchung IX len, werden zusätzlich Berichte in Fachzeitschriften und Dokumentationen von Fachtagungen von pädagogischem Personal und anderen Expertinnen und Experten im Hinblick darauf durchleuchtet, welche Hinweise sie auf Handlungsmöglichkeiten und -grenzen von Männern in den Institutionen enthalten. Anschließend folgt im siebten Teil eine Beschreibung der im Rahmen der vorliegenden Studie genutzten Methoden zur Datengewinnung und Analyse. Schließlich werden im achten Teil die Ergebnisse der Analyse der Interviews dargestellt und vor dem Hintergrund der oben dargelegten Aspekte diskutiert. Ein Resümee beschließt die Untersuchung im neunten Teil. Vorbemerkung zum Ziel der Untersuchung X Inhaltsverzeichnis Theoretischer Hintergrund: Bedeutung der Bindung für die Kindesentwicklung . . . . . . . . . . . . . .1 1 Klassische Bindungstheorie im historischen Entstehungskontext . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1.1 1 Aktuelle Themen der Bindungsforschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1.2 9 Bedeutung der Vater-Kind-Beziehung für die kindliche Entwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2 13 Dimensionen der Vaterschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.1 13 Intuitive Kompetenz von Vätern und Säuglingen zur Interaktion. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.2 15 Rollenteilung in Familien und väterliches Engagement für das Kind . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.3 17 Bedingungen für väterliches Engagement für das Kind . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.4 22 Einfluss der Vaterrolle auf die Entwicklung des Kindes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.5 26 Bedeutung der Qualität der elterlichen Partnerschaft für die Kindesentwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2.6 31 Rechte der Familienmitglieder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3 35 Verfahren bei Kindeswohlgefährdung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.1 37 Sorgerechtsregelungen bei Trennung und Scheidung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.2 41 Umgangsrecht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.3 42 Benachteiligung des ledigen Vaters bei Beratung durch das Jugendamt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3.4 44 Hilfebedarfe von Familien, Risiken für kindliche Entwicklung und das Leistungsspektrum der Kinder- und Jugendhilfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 45 Bedarfe von Männern an beraterischer und pädagogischer Hilfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.1 45 Gefährdungsaspekte für die kindliche Entwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.2 50 Problematisierung minderjähriger Elternschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.2.1 52 Problematisierung der Familienform des Alleinerziehens. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.2.2 56 Lebenslagen alleinerziehender Männer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.2.2.1 58 Entfremdung von einem Elternteil . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.2.2.2 62 Sozialleistungen für Familien nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4.3 64 XI Wohnformen nach § 19 SGB VIII: Ausformung und Spannungsfelder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5 67 Ausformung der Hilfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.1 68 Lebenslagen der Klientel und Ansprüche an die fachliche Arbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.1.1 71 Nachfrage nach Hilfen gemäß § 19 SGB VIII . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.1.2 74 Einfluss der christlichen Wohlfahrt auf das Arbeitsfeld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.1.3 79 Angebotsformen, Behandlungsmethoden in den Einrichtungen und ihre Effektivität . . . . . .5.1.4 83 Anteil weiblicher Fachkräfte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.1.5 85 Rechtliche Spannungsfelder bei der Gewährung der Hilfe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.2 89 Unklarheiten hinsichtlich der Anspruchsberechtigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.2.1 89 Defizit- und Kompetenzorientierung bei der Hilfegewährung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.2.2 92 Fehlen einer Festlegung auf eine maximale Dauer der Hilfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.2.3 94 Überwiegend unfreiwillige Aufnahme der Klientel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.2.4 96 Mangelhafte Festschreibung und Umsetzung von Beteiligungsrechten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.2.5 96 Spannungsgeladene Entstehungsbedingungen der Einrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.3 98 Industrialisierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.3.1 100 Neunzehntes Jahrhundert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.3.2 101 Erster Weltkrieg und Weimarer Republik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.3.3 103 Zerfall der Weimarer Republik und Zweiter Weltkrieg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.3.4 105 Nachkriegszeit in Westdeutschland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.3.5 106 Entwicklungen in Ostdeutschland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.3.6 113 1970er und 1980er Jahre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.3.7 116 1990er Jahre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5.3.8 119 Ausschluss von Männern aus dem Alltag der Einrichtungen in der Vergangenheit . . . . . . . . . . . . .6 121 Lebenslage der (sozialen) Väter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.1 121 Ausschluss über Hausregeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.2 123 Eingeschränkte Möglichkeiten der Teilhabe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.2.1 125 Wünsche der Klientel im Hinblick auf das Zusammenleben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.2.2 127 Feindselige Stereotypien zwischen Personal und Männern? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.2.3 128 Forderungen für Einrichtungen nach § 19 SGB VIII . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.3 129 Neue Aufmerksamkeiten für Väter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.4 131 Kritik am weitgehenden Ausschluss der Männer aus den Einrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.5 132 Merkmale totaler Institutionen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.5.1 133 Insassen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.5.2 134 Institution . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.5.3 135 Stab . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.5.4 137 Demütigungen und Rationalisierungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.5.4.1 138 Privilegien- und Strafsystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.5.4.2 139 Beschränkung des sozialen Verkehrs in totalen Institutionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.5.4.3 142 Inhaltsverzeichnis XII Bedeutung von Beschäftigungstherapie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.5.4.4 143 Sekundäre und individuelle Anpassungsmechanismen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.5.4.5 144 Konflikte der Reglements innerhalb der totalen Institution mit den Regelungen außerhalb . . . . . . . .6.6 145 Zur Rechtmäßigkeit von besuchsbeschränkenden Hausordnungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.6.1 145 Assistenz für behinderte Eltern im Rahmen begleiteter Elternschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6.6.2 146 Zur Methodik der Datenerhebung für die vorliegende Studie und Analyse der Daten . . . . . . . . .7 151 Vorbereitung der Studie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7.1 154 Feldzugang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7.2 155 Schwierigkeiten beim Feldzugang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7.2.1 156 Informationen über die Befragten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7.2.2 157 Zur Durchführung der Interviews . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7.3 163 Aufbereitung der Daten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7.4 164 Festlegung des Materials, Analysemethode und Typisierung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7.5 165 Empirische Ergebnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8 167 Analyse der Interviews mit den Müttern. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.1 167 Fall Frau Becker – Möglichkeitstyp „institutionell mitverursachte Paarkonflikte“ . . . . . . . . . . .8.1.1 167 Fall Frau Wolff – Möglichkeitstyp „institutionell intendierte Trennung des Paares“ . . . . . . . . .8.1.2 172 Fall Frau Rossi – Möglichkeitstyp „Konzentration institutioneller Unterstützungsformen auf die Mutter“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8.1.3 178 Analyse der Interviews mit dem Personal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.2 182 Unterbringung alleinerziehender Väter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.2.1 187 Unterbringung alleinerziehender Väter in Mutter‑/Vater-Kind-Einrichtungen. . . . . .8.2.1.1 189 Unterbringung alleinerziehender Väter in Mutter-Kind-Einrichtungen . . . . . . . . . . . . .8.2.1.2 191 Gründe für Ablehnung der Unterbringung von alleinerziehenden Vätern . . . . . . . . . . .8.2.1.3 192 Einbeziehen der Kindsväter und Partner der weiblichen Klientel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.2.2 194 Anteil der in Partnerschaften lebenden Klientel und Bedeutung der Partnerschaft für die Klientel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8.2.2.1 194 Mögliche (Rechts-)Verhältnisse der Paare und zwischen Mann und Kind . . . . . . . . . . .8.2.2.2 195 Bedarfe der Männer an pädagogischer bzw. beraterischer Hilfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.2.2.3 197 Dauer des Aufenthalts der Mutter mit Kind in der Einrichtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.2.2.4 200 Hilfe bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung: Vertrauen und Misstrauen als Spannungsfeld insbesondere für das Einbeziehen besuchswilliger Männer. . . . . . . . . 8.2.2.5 201 Einschränkungen der Teilhabemöglichkeiten der Männer am Alltag . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.3 202 Beispiel – Einrichtung Diakonische Hilfe: Anspruch und Scheitern einer Hausordnung . . . . .8.3.1 203 Beispiel – Mutter-Kind-Gruppe Eva: Einschränkung der Rechte der Väter durch Besuchsregelungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8.3.2 205 Inhaltsverzeichnis XIII Beispiel – Smile GbR: Einschränkung der Rechte der Männer durch ein Privilegiensystem. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8.3.3 207 Zur Doppelbödigkeit des Begriffes der Verselbstständigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.3.3.1 208 Beschränkte Möglichkeiten der Mütter, die Einrichtung zu verlassen . . . . . . . . . . . . . . .8.3.3.2 212 Beispiel – Wohnheim Sankt Benedikt: Privileg des Dauergaststatus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.3.4 214 Ausübung spezieller Tätigkeiten im Inneren, die Weiblichkeit formieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.3.5 223 Die Hausordnungen, Privilegiensysteme und Angebote für Männer im Überblick. . . . . . . . . . .8.3.6 225 Absonderung von Männern aus dem Alltag . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.4 234 Beförderung von maternal gatekeeping durch spezielle Hausregeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.4.1 234 Ausschluss von Männern aus wichtigen Entscheidungsprozessen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.4.2 236 Ausbildung von Stereotypien zwischen Personal und Männern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.4.3 237 Rechtlich-institutionelle Bedingungen, die den Ausschluss der Männer befördern . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.5 239 Fehlen einer rechtlichen Grundlage für die Unterbringung beider Eltern mit Kind . . . . . . . . . .8.5.1 239 Beschränkung des sozialen Kontakts durch die Bauweise der Institutionen . . . . . . . . . . . . . . . . .8.5.2 242 Bauliche Situation – Erbe aus der Zeit der Fürsorgeerziehung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.5.2.1 245 Umbauten und Neubauten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.5.2.2 247 Größe der Räumlichkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.5.2.3 248 Social Networks und Nachrichten-Apps als virtuelle Freiräume in der totalen Institution . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8.5.2.4 250 Männliches pädagogisches Personal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.5.3 252 Ausschluss des Mannes zur Durchsetzung sexualmoralischer Vorstellungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.6 253 Orientierung an katholischer Sexualmoral . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.6.1 254 Ablehnende Haltung des Personals hinsichtlich sexueller Aktivität und der Fortpflanzung der Klientel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8.6.2 255 Eugenisches Denken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.6.3 257 Beispiel – Familienhilfen e.V.: Neues Konzept der Familienbetreuung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8.7 259 Resümee . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .9 265 Abkürzungsverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 283 LiteraturverzeichnisLiteraturverzeichnis. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 285 Inhaltsverzeichnis XIV Abbildungsverzeichnis Abbildung 1. Anteil der Ein-Eltern-Familien an allen Familien mit minderjährigen Kindern in Prozent 57 Abbildung 2. Anteil des pädagogischen Personals mit höherem Bildungsabschluss und solchem ohne abgeschlossene Berufsausbildung in gemeinsamen Wohnformen für Mütter/ Väter und Kinder in Prozent 74 Abbildung 3. Zahl der Lebendgeborenen in den Jahren 1998 bis 2014 in der Bundesrepublik Deutschland in Tausenden 75 Abbildung 4. Anzahl der Einrichtungen für Mütter/Väter und Kinder in der Bundesrepublik 76 Abbildung 5. Anzahl der verfügbaren Plätze in diesen Einrichtungen in der Bundesrepublik 76 Abbildung 6. Ausgaben für die gemeinsame Unterbringung von Müttern oder Vätern mit ihren Kindern in Millionen Euro 78 Abbildung 7. Anteil der Mutter-(/Vater‑)Kind-Einrichtungen nach Trägerschaft in Prozent 79 Abbildung 8. Pädagogisches und Verwaltungspersonal in gemeinsamen Wohnformen für Mütter/Väter und Kinder nach Geschlecht 86 Abbildung 9. Gruppenregeln für Männer des Wohnheims Sankt Benedikt 215 XV Tabellenverzeichnis Tabelle 1. Informationen zur Befragtengruppe „Klientinnen“ 157 Tabelle 2. Informationen zur Befragtengruppe „Personal“ 159 Tabelle 3. Übersicht über Einrichtungen 182 Tabelle 4. Bezeichnung des Angebots 187 Tabelle 5. Überblick über die Hausregeln, Privilegien- und Strafsysteme der Einrichtungen 227 Tabelle 6. Räumlichkeiten in den Einrichtungen 243 XVII

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Zusammenfassung

Wie können Väter ihre Teilhabe an der Erziehung und Pflege ihrer Kinder gestalten, wenn sie selbst oder ihre Partnerin im Rahmen einer Jugendhilfemaßnahme in einer „gemeinsamen Wohnform für Mütter/Väter und Kinder“ gemäß §19 SGB VIII unterstützt werden?

Diese Frage stellt sich besonders vor den historischen Entstehungsbedingungen des Hilfetyps, denn in den damals als „Mutter-Kind-Heime“ bezeichneten Häusern waren Besuchszeiten für die Kindsväter oft sehr kurz oder grundsätzlich verboten. Dem Gesetz nach soll heute in diesen Wohnformen zwar grundsätzlich allen Alleinerziehenden mit einem entsprechenden Unterstützungsbedarf und ihren Kindern Hilfe angeboten werden, unabhängig vom Geschlecht des alleinerziehenden Elternteils, faktisch stehen die meisten dieser Einrichtungen aber nach wie vor in der Tradition der überkommenen Mutter-Kind-Heime.

Rebecca Hahn untersucht die Frage nach der tatsächlichen Öffnung der Hilfeform für Väter im Alltag. Dabei wertet sie Daten aus problemzentrierten Interviews mit Bewohnerinnen sowie mit in Mutter-(/Vater-)Kind-Einrichtungen beschäftigten Fachkräften aus. Den Fokus richtet sie auf Handlungsregeln in Bezug auf Männer innerhalb der Häuser. Erweisen sich gesetzliche Rahmenbedingungen für die Unterbringung, geltende Hausregeln für besuchswillige Väter sowie die Umsetzung der Regeln durch Fachkräfte als Hürden für die Männer? Mit ihrer Untersuchung legt die Autorin Spannungsfelder offen und zeigt einen Reformbedarf des Einrichtungstypus sowie intensiver Hilfen für Familien nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz auf.