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Das Problem der Durchschnittsprofitrate in der modernen volkswirtschaftlichen Theorie in:

Henryk Grossmann

Schriften aus dem Nachlass, page 95 - 140

1. Edition 2017, ISBN print: 978-3-8288-3892-5, ISBN online: 978-3-8288-6811-3, https://doi.org/10.5771/9783828868113-95

Tectum, Baden-Baden
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95 Das Problem der Durchschnittsprofitrate in der modernen volkswirtschaftlichen Theorie Profit ist der treibende Faktor der kapitalistischen Wirtschaft. Er reguliert die Produktion; wo er nicht vorhanden ist, hört die Produktion auf. Wenn für die Gesellschaft die Profite aufhören, kann sie nicht länger existieren. In den Anfangszuständen der kapitalistischen Gesellschaft war noch kein Durchschnittsprofit vorhanden, es erfolgte keine Ausgleichung der Profitrate. In einem rückentwickelten Kapitalismus hört die regelnde Funktion der Durchschnittsprofitrate auf. Durch den Monopolkapitalismus erfolgt die Zerspaltung der Weltwirtschaft in einzelne Gebiete und die Verhinderung der Durchschnittsprofitrate. In dieser Epoche leben wir jetzt. Die Durchschnittsprofitrate kann vom Standpunkt der subjektiven psychologischen – und objektiven Lehre behandelt werden. Was ist Profit, und wie entsteht Profit? I. Bürgerliche Theorie: Böhm-Bawerks Agiotheorie des Zinses i (= Zeitdifferenztheorie): Sie beruht auf der Minderschätzung der Zukunftsgüter. Gegenwart 100 = Zukunft 105. Woher kommt der Zuwachs von 5? Das kann Böhm-Bawerk nicht erklären. Daher seine Monopolstellungstheorie der gegenwärtigen Konsumgüter im Vergleich zu den Zukunftsgütern. Allgemeine Kritik der psychologischen Schule: Sie geht aus vom isolierten Menschen und betrachtet diesen, anstatt sich mit dem Individuum zu beschäftigen, das im Zusammenhang mit dem sozialen Leben steht. Kritik an Böhm-Bawerk: Nach B.-B. haben die gegenwärtigen Güter einen kleineren Wert; erst nach der Produktion werden die Produkte immer genussreifer; das endgültige Produkt ist aus der Zukunft in die Gegenwart hineingewachsen, und der ganze Wert müsste den Arbeitern zukommen. Deshalb die Antwort Böhm-Bawerks: Die Arbeiter haben die Gegenwartsgüter dringend nötig, sie können nicht warten und deshalb nicht den vollen Wert ihrer Arbeit erhalten. Die Kapitalisten können warten, da sie eben die Stärkeren sind. Die Arbeiter bekommen nicht deshalb geringeren Lohn, weil sie Zukunftsgüter produzieren, sondern weil sie nicht wie die anderen warten können. Es zeigt sich also, dass die Besitzlosigkeit die 96 letzte Ursache des geringeren Wertes ist, welchen die Arbeiter für ihre Arbeit erhalten. Besitz hier, Besitzlosigkeit dort, von diesem Klassenverhältnis hängt die soziale Stellung ab. – Nach B.-B. wäre keine kapitalistische Klasse möglich als eine selbständige ökonomische Kategorie. Kapital puri - a = produzierte Produktionsmittel; das wäre eine ewige Kategorie. Arbeit und Boden, weil nur ein Mittel zur Produktion der vollwertigen Güter, können nicht den vollen Wert für sich beanspruchen. In Wirklichkeit ist die Agiotheorie nur eine scheinbare Agiotheorie. Der ganze Bau B.-B’s zerfällt. Der Profit ist eine reale Kategorie. Durch psychologische Schätzungen lässt sich nie ein realer Zuwachs erklären. Jedes Gut repräsentiert irgendeinen subjektiven Nutzen für den Produzenten. Hieraus schätzt er das Gut, aus der allgemeinen Schätzung entsteht der objektive Wert. Diese Argumentation hat nichts zu tun mit der kapitalistischen Produktion. Diese hat verschiedene Stufen durchgemacht. 1.) Naturalwirtschaft; Bedarfsdeckung im eigenen Gemeinwesen. 2.) Tauschwirtschaft; und zwar an der Grenze der Gemeinwesen. 3.) Warenwirtschaft; man produziert prinzipiell für andere, für den Markt. Nach Böhm-Bawerk produziert man für sich, und nur der Ueberfluss wird verkauft. B.-B. geht nur vom Gebrauchswert aus. Lassalleii verspottet dies. Das Individuum B.-B’s ist ein zeitloses Individuum im Gegensatz zum Marxschen. Mit den sozialen Verhältnissen wandelt sich auch das Individuum. – Nach B.-B. lässt sich die Höhe des Profits schätzen. Wie wären aber die Schwankungen des Profits zu erklären? Es liegen eben Gesetzmässigkeiten objektiver Natur zu Grunde. Methoden der subjektiven Lehre: Psychologie ist der Ausgangspunkt aller Wissenschaften. In der psychologischen Zeit ist der Mensch im Mittelpunkt; in der physikalischen Zeit haben wir die Erde als Mittelpunkt. Die psychologische Zeit muss umgewandelt werden in quantitative und deshalb messbare Grössen psychologische Zeit physikalische Zeit (Mittelpunkt: Mensch) (Mittelpunkt: Erde) Qualitativ quantitativ nicht messbar messbar Das wirkliche Leben hat uns zu objektiven Massstäben geführt; B.-B. flüchtet von der objektiven Wirklichkeit in die Psyche des Einzelnen. Man 97 verhüllt die sozialen Inhalte und flüchtet in die psychologischen Schätzungen. „Im Wesen des Zinses liegt nichts, was ihn unbillig und ungerecht erscheinen liesse“.iii Marx hat nie von „Ungerechtigkeit“ gesprochen; er hat gezeigt, wie der Profit entsteht. Unter den Bedingungen a, b, c kann nur ein Ergebnis , , zustande kommen. Die subjektive Lehre ist über 150 Jahre alt. Am konsequentesten wurde sie von Liefmanniv vertreten. Am schwächsten zeigt sie sich auf dem Gebiet der Geldtheorie. Es handelt sich nicht darum, ein System aufzustellen, sondern die tatsächlichen Erscheinungen zu erklären, und das kann sie nicht. Mieses: Buch über Geldtheorie v: Der Geldwert wird historisch subjektiv hergeleitet. Auch bei der Erklärung der Krisen ergeben sich für die subjektive Lehre Schwierigkeiten. Böhm-Bawerk hat keine Krisentheorie. Gresham’sches Gesetz: „Wenn zwei Währungen nebeneinander bestehen, verbleibt die schlechtere im Verkehr und verschwindet die bessere.“ Kapitalismus: War Kapitalismus schon im Altertum vorhanden? Ja: Mommsenvi, Salviolivii. Nein: Grossmann. (Aber Kapital kann dennoch vorhanden gewesen sein.) Kapital ist etwas anderes als kapitalistische Wirtschaftsordnung, die entstanden ist, aus der historischen Aufeinanderfolge verschiedener Produktionsweisen. Die kommunistischen Gemeinwesen waren Naturalwirtschaften mit dem Zweck der Bedürfnisbefriedigung. Allein der Gebrauchswert der Güter deshalb massgebend. Wenn die Produktivität über den eigenen Bedarf steigt, wird ausgetauscht. Der Zweck des Tausches ist noch immer der Gebrauchswert. Später entsteht die Funktion des Kaufmanns als Vermittler zwischen zwei Gemeinden; so entwickelte sich der Wert-Massstab, nach welchem ausgetauscht werden soll. Mit der Zeit ist das quantitative nicht mehr Zufall, sondern entspricht irgend einem Prinzip, und dieses ist das Prinzip der Arbeit. 1.) 1 : 3 hier Austausch zufällig 2 : 2 2.) W ist als Gebrauchswert gedacht 3.) W – G – W Der Kaufmann ist als Vermittler vorhanden. 98 Der Zweck seines Handelns ist, G zu vermehren gGG . Der Zuwachs von g kann nur dadurch entstehen, dass er die Waren nicht zu ihren Werten verkauft. Das Handelskapital ist mit allen möglichen Produktionsweisen vereinbar, überall wo es zwischen selbständigen Produktionsorganisationen vermitteln kann. Vom Standpunkt des Kaufmanns wäre der Tauschprozess ohne Sinn, wenn 100 – 100 bleiben würden. Das Wesen des Kapitals liegt in der Verwertung; eben weil es bestimmt ist, einen Zuwachs zu bekommen, wird es Kapital genannt. Dieses Kapital in Form von Handelskapital hat auch in der Antike schon existiert; es ist die älteste Form des Kapitals überhaupt. Kapital ist nicht Geld schlechthin (Zirkulationsmittel), sondern sich verwertender Wert (einzige Funktion). Kapitalistische Produktion wird durch das Kapitalverhältnis charakterisiert, d. h., eine Produktion zu dem Zwecke, das vorgeschossene Kapital zu vermehren. Unter welchen Bedingungen ist das möglich? Nur dadurch, dass auf der einen Seite Unternehmer, welche Eigentümer der Produktionsmittel sind, und auf der anderen Seite freie Lohnarbeiter existieren. Die kapitalistische Form der Arbeit ist Lohnarbeit; wie die antike Form der Arbeit Sklavenarbeit war. Auf der einen Seite sind Produktionsmittel monopolisiert, auf der anderen Seite eine Arbeiterklasse, die persönlich frei ist, aber keine Produktionsmittel besitzt und deshalb nicht arbeiten kann. Um arbeiten zu können, sind zwei Dinge nötig: „Arbeit und Produktionsmittel.“ Das wesentliche Charakteristikum sämtlicher anderer Produktionsweisen besteht darin, dass Produktionsmittel und Arbeit immer in einer Hand vereinigt waren. Der Sklavenhalter hatte in einer Hand vereinigt Produktionsmittel und Sklaven, die arbeiteten. Das gleiche galt vom Bauern. Die kapitalistische Produktionsweise unterscheidet sich durch die Trennung dieser beiden Elemente. Die juristische Freiheit der Arbeiterklasse ist faktisch Sklaverei, weil die Eigentümer der Produktionsmittel (1/1 dasselbe wie Produktionselemente) den Mehrwert für sich beanspruchen, und zwar ganz unabhängig von der Zahl der Arbeiter. Die Löhne werden nie so hoch steigen, dass sie den Mehrwert gefährden. Anders eine Malthusianische Auffassung, wonach „nur Mehrwert, weil und solange die Angebotszahl an Arbeitskräften grösser als die Nachfrage nach solchen ist.“ Aber es ist klar, dass immer Mehrwert entstehen muss; wenn auch die Löhne steigen, so doch nie so, dass kein Mehrwert vorhanden ist. Die Arbeiter müssen sich verdingen. Der Tribut der Arbeiterklasse an die Unternehmerklasse ist nicht loszureissen von den Tributen der früheren Arbeiter an ihre Unternehmer. Es waren immer Tribute, welche 99 die beherrschte Klasse an die herrschende zahlen musste. Der Unterschied besteht nur darin, dass in der Antike und im Mittelalter die unterjochte Klasse unter dem Zwang der Peitsche arbeiten musste, während in der modernen Wirtschaft der Zwang in Form des Wertgesetzes besteht und dadurch das Verhältnis zwischen Arbeiter und Unternehmer verschleiert wird. 1.) G – G + g; diese Formel allein kann nicht bestehen. Der Zuwachs kann nicht vom Himmel fallen; also nur parasitäre Form auf Grundlage ganz anderer Wirtschaftsformen; während zu vorkapitalistischer Zeit der Produktionsprozess neben der Bewegung des Kapitals vor sich geht, wird im Kapitalismus der Produktionsprozess dem Kapital untergeordnet. Der ganze kapitalistische Mechanismus beruht auf Wert- und Preisvorstellung. 1.) G – G + g 2.) W – G – W 3.) G – ······ P ······ W + w – G + g Bernstein viii: Es sind keine Lohngesetze möglich; die Lohnhöhe hängt von Machtfragen ab. Tugan-Baranowsky ix: Ähnlich; denkt nur in natürlichen Dingen, aber nicht in Werten. Profit ist bei der psychologischen Schule eine logische Kategorie; aber in Wirklichkeit ist er gebunden an den kapitalistischen Besitz. Erst durch die Tatsache, dass die Produktionsmittel aus den Händen der Massen in die Hände der Unternehmer übergingen, ist Profit möglich. Diese Tatsache ist keine ewige, sondern eine geschichtlich entstandene Kategorie. Alles wird aufgrund des Preismechanismus vollzogen. Aber da G + g allein nicht existieren kann, ist der zweite Faktor, die Produktion, zu erwähnen. Sie ist das Mittel zum Zweck, um G + g zu erreichen. Wenn es vorteilhaft ist, ohne Produktion das g zu erreichen, werden die Fabriken geschlossen. Die Produktion ist nur ein notwendiges Uebel (malum necessarium). Der Kapitalismus ist auf zweifachem Prinzip aufgebaut, nämlich: 1.) Verwertung 2.) Arbeitsprozess Aus jedem Dualismus ergeben sich Störungen. z. B. vom Standpunkt der Bedarfsdeckung wäre es nötig, möglichst viel zu produzieren; der Pro- 100 duktionsprozess ist also heute zu klein; aber vom Standpunkt der Verwertung ist er zu gross, deshalb produziert man nicht, lässt Arbeitslose hungern, während man zu gleicher Zeit Güter ins Meer wirft. Das ist die direkte Konsequenz des doppelgleisigen Systems. Der Kapitalismus entsteht nicht sofort, sondern historisch langsam. Merkantilismus: weniger eine Theorie, mehr eine Praxis. Ausgangspunkt: Fiskalismus Colbert ————> James Steuart, 1767 (Anfang) (Ende) Im Mittelalter konnte kein Problem der Durchschnittsprofitrate entstehen (Zunftverfassung; keine Beweglichkeit der Kapitalien; enges Territorium). Erst wo das Verwertungsstreben massgebend ist neben dem Bestreben zur Deckung des Bedarfs, ist das Problem der Durchschnittsprofitrate vorhanden. Tausch ——> Wert ——> Preis ——> Profit. Zwei Motive sind zu berücksichtigen: 1.) Arbeitsprozess = ewige Kategorie 2.) Verwertungsprozess = historische Kategorie In einer gewissen historischen Periode, in der Privateigentum existiert, muss Verwertung da sein. Alle Begriffe des Kapitalismus, wie Kapital, Grundrente, Profit, Lohn, streben einem gewissen Durchschnitt zu. In den Anfängen des Kapitalismus ist das noch nicht so selbständig, hinter allem muss der Staatsmann stehen. Heute haben wir das Bild eines absoluten Automatismus. James Steuart x: (als erster) 9 Jahre vor Adam Smith. I. Geld als Geld (Umlauf) II. Geld als Kapital (Kreislauf) G – W – G’ In der Zunftwirtschaft hat der Handwerker seine Produktionsmittel; deshalb ist die reine Kategorie des Profits nicht vorhanden, sondern verschmilzt mit der Kategorie der Arbeit. Erst auf Basis der modernen kapitalistischen Wirtschaftsordnung muss sich die Kategorie des Profits absondern von der: Lohnes von der: Zinses und von der: der Grundrente 101 Das Wesen des Kapitalismus ist das Kapitalverhältnis: Unternehmer – Arbeiter. Wo das nicht ist, kann man nicht von Kapitalismus sprechen. Die Unternehmer als Besitzer der Produktionsmittel; Die Arbeiter als Besitzer der Arbeitskraft. – W – G hier ist noch nicht der Begriff des Marktes dabei; denn dazu gehört eine Gesellschaft mit Arbeitsteilung. W – G – W jetzt voll entwickelter Markt; mindestens zwei Verkäufer. I 4000 c + 1000 v + 1000 m = 6000 20 % II 2000 c + 1000 v + 1000 m = 4000 % 6000 c + 2000 v + 2000 m = 10000 25 % alter Wert neuproduzierter Wert Problematik: I. Nicht die absolute Höhe des Profites (je 1000 m), sondern die Verschiedenheit der Verwertung auf je 100 Kapital stellt das Problem dar. II. Nicht, dass aus je 1000 lebendiger Arbeit 1000 m entstehen und damit durch die Verschiedenheit der Profitraten die Arbeitswerttheorie widerlegt zu sein scheint, sondern, dass zwar die Profitraten verschieden gross sind, aber dennoch die Arbeitswerttheorie gilt, stellt das Problem dar. Vorbedingungen der kapitalistischen Produktion: 1.) rechtliche Freiheit der Arbeiter 2.) freie Beweglichkeit der Kapitalien Das Physiokratische System ist die theoretische Widerspiegelung der faktischen Zustände Frankreichs. Die Lehre von Francois Quesnay (1758)xi ist eine Theorie des dritten Standes. Das Recht über Eigentum ist ihm das heiligste aller Rechte. Vor Quesnay gehörte Grund und Boden den Feudalherren, diese verpachteten ihn an den Kleinbauern. Sie teilen den Ertrag zur Hälfte. Nach Quesnay’s Meinung ist diese Verteilung rückständig. Er hat im Auge die aus England kommende grosse Kultur. Der Herr verpachtet ein grosses Territorium, und diese Bodenkultur unterscheidet sich in der Art, wie sie 102 betrieben wird. Die kleine Kultur ist die Kultur der Ochsen, die grosse die der Pferde. Vor Quesnay: (Ochsen) (Raubbau oder höchstens für Ernährung ausreichend. Kein „produit net“, „mauvaise culture“.) Quesnay: (Pferde) „produit net“ 2. Fermiers (grosser kapitalistischer Pächter) „dépenses foncièresxii“ ohne dies keine Melioriationen. 3. Handwerk und Gewerbe (Besitzende mit Selbständ. in den Städten) (Gewinne nur aufgrund (aktiver Rolle) staatl. Monopole) Es gibt noch eine vierte Klasse (Arbeiter), die jedoch passiv ist. Reinertrag – Einkommen der fermiers produit net ——> Propriétaires Zins für Kapital (nicht frei verfügbar) + Amortisationen usw. (nicht frei verfügbar) + surcroît (reiner Zuwachs, richesse disponible; frei verfügbar) produit net Die Verteilung des Produit net ist im tableau économique dargestellt. Der Staat hat die Pflicht, die grosse Kultur zu fördern. (Söhne der Pächter – fermiers – befreit vom Militärdienst, – nicht die Söhne der Bauern.) Die Kapitalien der Pächter sollen nicht besteuert werden. Merkantilismus: Individueller Protektionismus. Physiokratismus: Klassenmässiger Protektionismus. (alles für einen reichen Pächterstand! alles für die kapitalistische Entwicklung!) 103 Auslagen der Pächter : a) avances primitivesxiii (hier liegt der Schwerpunkt; Vieh; Gebäude). b) avances annuellesxiv (Saatgut usw.). Widerspruch der Lehre Quesnay’s: Er sagt: produit net ist reines Geschenk der Natur. In Wirklichkeit gibt die Natur dieses Geschenk nur in Verbindung mit der neuen Technik. Wäre die Natur schlechthin produktiv, warum kommt die Naturgabe nie dem Kleinbauern (métayer), sondern stets nur dem kapitalistischen fermier zugute? Die Stériles (Handwerker, Industrielle und Kaufleute) bereichern sich auf Kosten des „produit net“; man soll also dort freie Konkurrenz schaffen, Monopole auflösen, damit die Preise auf den „natürlichen Stand“ (Wert) sinken. Massnahmen zugunsten der kapitalistischen Pächter: 1. a.) Getreideausfuhr: erlaubt und von Staatswegen gefördert. b.) Getreideeinfuhr: verboten und von Staatswegen verhindert. 2. a.) Zins muss existieren, weil Kapital – Bodenkauf – produit net. b.) Zins darf nicht höher sein als das „produit net“. Seine Höhe muss vom Staat festgesetzt werden. Turgot xv: Praktisch hat Turgot die Durchschnittsprofitrate gesehen, theoretisch abgeleitet hat er sie nicht. Die Anwendung von Kapitalien ist nach T. eine fünffache: 1.) Ankauf von Grund und Boden 2.) Pacht 3.) Geld ausleihen (Zins) 4.) Anwendung in Industrie 5.) Anwendung in Handel In allen diesen Kategorien sind Gewinne vorhanden, die aber in gegenseitigem Zusammenhang stehen. Grund und Boden gibt die niedrigsten Einkünfte, weil hier die grösste Sicherheit geboten ist, Geld ausleihen muss höheren Gewinn bringen wegen der mangelnden Sicherheit. Noch einen höheren Profit müssen die industriellen Anlagen bringen, weil der Unternehmer selbst arbeiten muss. Die Kapitalien fluten in die Zweige, die Gewinn gewährleisten. Ausserdem besteht noch eine Relation zur Gewinnhöhe (Zinshöhe). Wenn der Zinsfuss hoch ist, sinkt der Preis des Bodens. 104 Wenn der Zinsfuss sinkt, steigt der Preis des Bodens. Hier ist der Uebergang von der reinen physiokratischen Lehre zu der von Adam Smith entwickelten Lehre der Produktivität der Arbeit. Lohnarbeiter ——> produit net ——> Eigentümer. Adam Smith xvi: Er zeigt die Entwicklung der Durchschnittsprofitrate im Zustand der vollkommenen Freiheit, d. h. absolute Konkurrenz; dann im Zustand, in dem der Staat der Wirtschaftspolitik verschiedene Hindernisse schafft, die absolute Freiheit beschränkt. Adam Smith hat in allen seinen Beispielen den Beweis geliefert, dass die Industrie seiner Zeit noch unentwickelt war. Er ist der Theoretiker der Manufakturperiode. Nur Rohstoffe spielten eine Rolle; die fixen Kapitalien erwähnt er kaum. Gleichgrosse Kapitalien ergeben gleichgrosse Gewinne. z.B. Lohn 300 L 300 Rohstoff 700 Pm 7000 1000 7300 10 % = 100 10 % = 730 Die Lehre von der Durchschnittsprofitrate ist noch nicht ausgebaut. Einerseits sieht Smith die Arbeit als die einzige Quelle der Werte an, andererseits bestreitet er nicht, dass auch der Handel Gewinne schafft. Den Handelsgewinn hat er nicht klargelegt, denn dieser ist mit seiner Theorie nicht vereinbar. Wir haben bisher kennengelernt: merkantilistische und physiokratische Anschauungen sowie Adam Smith, den Theoretiker der Manufakturperiode. Nunmehr soll theoretisch eine sich selbst überlassene kapitalistische Wirtschaft dargestellt werden. In der Wirklichkeit kommt dies nie vor, Reste alter Formen (Naturalwirtschaft, Selbstproduzenten) sind stets noch da. Isolieren wie die Chemiker! x) Muss verkauft werden. xx) Kann in natura in derselben Abteilung verwendet werden. 105 Die Zahl der Arbeiter ist in beiden Fällen gleich gross. In I ist die Technik höher entwickelt als in II, auch höhere Produktivität (Gebrauchswerte mehr!) ist damit verbunden. Jetzt die Funktionen des Gleichgewichts untersuchen! a.) technische Proportionen (Pm : A); alle müssen einander in die Hand arbeiten, damit kein Arbeiter auf den anderen warten muss. b.) wertmässige Proportionen (c : v); Verkauf und Wiederersatz ist notwendig (wertmässig); dies geschieht durch das Mittel des Marktes. zu verkaufen : in I : 2000 in II : 2000 Also : I (v + m)xvii = II c I 1000 v + 1000 m = 2000 c II. Wenn eine Sphäre zu gross im Vergleich zur anderen, wird: a.) eine plötzliche Krise; dann ruinieren viele Kapitalisten; zwangsweise wird die richtige Proportion wieder hergestellt. b.) ein allmähliches Abgleiten des Kapitals von der grossen Sphäre in die zu kleine; Krise wird vermieden. Für die Manufakturperiode gilt: Verschiedene Profitraten können sehr wohl nebeneinander für längere Zeit existieren, denn die kapitalistischen Betriebe sind eingebettet in eine nichtkapitalistische Umgebung, die Kapitalisten tauschen mit Nichtkapitalisten, und alles geht Jahr für Jahr weiter (ohne Strukturwandlung). Rosa Luxemburgxviii verewigt diesen Zustand (kein Zwang zum technischen Fortschritt, der „unabsetzbare Rest“ bei nichtkapitalistischen Abnehmern doch stets absetzbar). In Wirklichkeit ist der Rest doch unabsetzbar und erzwingt eine Umorganisierung des Kapitalismus. In der Manufakturperiode verschiedene Profitraten nebeneinander, weil noch Herrschaft der vorkapitalistischen Formen. Im entwickelten Kapitalismus erlangt die Profitrate eine regulierende Bedeutung. Es wird in Zukunft zu besprechen sein: wie ist die Theorie der Durchschnittsprofitrate vereinbar mit der Theorie, dass die Arbeit die Werte schafft? Z. B. Böhm-Bawerk verweist auf höheren Preis des Weins, der gelagert hat (nicht bearbeitet worden ist). 106 Demgegenüber: Marx hat bereits im Prinzip diese kasuistischen Einwände beantwortet. Ein Produzent: 5000 Kapital ——> 1000 Profit erhalten beide Anderer : 1. Jahr: 5000 gleiche Profite? 2. Jahr: 5000 ——> 2000 Profit nein; scheinbar (2 Jahre dauernder Prozess) ja. Der 2. Produzent beginnt (eigentlich) das 2. Jahr mit 6000 Kapital und müsste mehr Profit erhalten als der erste. Adam Smith: a.) esoterisch (aus der Arbeitswertlehre, von innen heraus) Wert ————> Preis b.) exoterisch (aus den preisbildenden Kosten, von aussen heran) Lohn Profit Rente Preis 10 + 8 + 6 = 24 11 + 10 + 8 = 29 Ricardo xix: esoterisch (preisbildend nicht auch die Grundrente,1 sondern nur Lohn und Profit; wenn eines der beiden steigt, fällt das andere). Lohn Profit Preis 8 + 6 = 14 9 + 5 = 14 Durchschnittsprofitrate ——> Grundrente (Differentialrente), nicht umgekehrt. Der Lohn hat stets eine gegebene Grenze (gemeint ist Reallohn); untere Lohngrenze ist das Existenzminimum. Weil Getreidepreise steigen, müssen Nominallöhne steigen. Grossmann: Gesetz des abnehmenden Bodenertrages ist theoretisch und empirisch falsch. Obwohl der Arbeiter real nicht mehr erhält, bekommt doch der Unternehmer (Pächter) einen stets kleineren Profit. Freie Beweglichkeit der 1 Grundrente ist nicht Ursache (preisbest. Faktor), sondern Wirkung des Preises. 107 Kapitalien vorausgesetzt, übermittelt2 sich diese gesunkene Profitrate allen anderen Produktionszweigen. Rente des besseren Bodens steigt fortwährend. Parasitäre Grundbesitzer (auf Kosten der industriellen Unternehmer). Ricardo: a.) Ueberwinder der Physiokraten (nicht nur der Boden, auch Arbeit schafft Werte).3 b.) Fortsetzer der Physiokraten (naturbedingte Entwicklung, naturbedingte Gesellschaft).4 bgl. Konsequenz (Verstaatlichung des Bodens; der Staat erhält Grundrente und braucht deshalb weniger Steuern zu erhalten). soz. Konsequenz (Abschaffung des Privateigentums an den Produktionsmitteln überhaupt). Eine zweite5 Ursache für das Sinken der Profitrate: Wenn das Kapital rascher akkumuliert als Arbeiter da sind, müssen die Löhne steigen und den Profit beschneiden; diese Theorie ist nur akzidentiell, nur gelegentlich vorkommend, besonders in Kolonialländern. Wenn einmal in weiter Zukunft die Löhne sehr hoch, weil vorher die Getreidepreise sehr hoch stiegen, wird der Profit fast ganz verschwinden; denn es bleiben nur noch zwei Kategorien: Lohn und Rente; da Profit nun nicht mehr erzielbar, erschlafft die Akkumulation des Kapitals und hört zum Schluss ganz auf. A. Sonderfall Gesellschaft vor der Steigerung der Löhne : a.) viel fixes Kapital 80 c + 20 v b.) wenig fixes Kapital 20 c + 80 v 2 Wie, sagt Ricardo nicht. 3 Damit verlegt R. die Mehrwertquelle aus der Natur in die Gesellschaft. 4 Das Optimistische (Harmonie) der Physiokraten ist bei Ricardo ins Pessimistische verwandelt (Konflikt zwischen Unternehmer und Arbeiter). 5 Die erste war das Steigen der Grundrente. 108 A. 20 c + 80 v + 10 m = 110 80 c + 20 v + 10 m = 110 B. 20 c + 88 v + 2 m = 110 80 c + 22 v + 1,88 m = 103,88 Konsequenz für dieses Spezialproblem: trotz gestiegener Löhne fallen die Preise (weil die Profitrate stark gefallen ist). An dem Widerspruch zwischen der realen Tatsache der Durchschnittsprofitrate und der Unmöglichkeit, sie aus der Arbeitswerttheorie zu erklären, ist die Raicardo’sche Schule 1850 gescheitert. Marx hat auch in dieser Beziehung die Ricardo’sche Theorie ausgebaut in seiner von der zur Erklärung der Wirklichkeit erforderlichen Lehre der Umwandlung der Werte in Produktionspreise. Jetzt ist zu zeigen, wie Ricardo die Profitrate falsch berechnet und welche falschen Anschauungen er damit verbindet. Ricardo zeigt nicht, wie die Durchschnittsprofitrate entsteht, sondern er setzt sie einfach als empirisch gegeben voraus. „Zuschlagstheorien“: Der Profit entsteht durch Zuschlag beim Verkauf. (Innerhalb der Zirkulationssphäre also! James Steuart: „Profit upon alienation“ xx.) Einwand gegen Zuschlagstheorie: a.) als Verkäufer gewinnt man z. B. 10 % b.) als Käufer verliert man sie wieder Der gegenseitige Gewinn nivelliert sich. Die Zuschlagstheorie hätte nur Sinn, wenn es Geprellte gäbe, die überteuert einkaufen, aber ohne Zuschlag verkaufen; das sind die Arbeiter. Lexis (Besprechung 1885 d. K II)xxi kommt zu dieser Konsequenz. Achille Loriaxxii: man kann zunächst durch Zuschlag einen Gewinn erreichen. 1000 Kapital 100 Zuschlag dafür kann man eine Ware kaufen. Grossmann: Dafür kann man aber mit dem Kapital 1000 nur für etwa 900 Ware kaufen; gleicht sich aus. Wie variiert der Durchschnittsprofit? Grossmann: es ist falsch, dass nur der Arbeitslohn betrachtet wird. Arb.-Lohn (x); Profit (y) Je grösser das eine, desto kleiner das andere. 109 Was geschieht dann, wenn Rohstoffe sich verteuern, Löhne aber gleichbleiben? Die Mehrwertrate bleibt gleich, Profitrate jedoch fällt. p’ = Profitratexxiii a.) 30 c + 70 v + 70 m = 170 Preis p’ = = 70 % b.) 30 c + 80 v + 60 m = 170 Preis p’ = = % b.) das ist der typische Ricardo’sche Fall c.) was Ricardo nicht sieht: 40 c + 70 v + 70 m = 180 Preis p’ = = 63,6 % Man vergleiche a) mit c), dann sieht man, dass die Variationen nicht auf Veränderungen in der Lohnhöhe zurückzuführen sind. Ricardos Fehler: (bis jetzt) 1.) er zeigt nicht, wie Durchschnittsprofit entsteht 2.) er hat einer falsche Vorstellung von den Variationen der Durchschnittsprofitrate. Dritter Fehler Ricardos: Marktpreis = Wert Fehler! es fehlt die Ausgleichung der Profite zu einem Durchschnittsprofit, daher auch die Ausgleichung der Werte zu einem Produktionspreis. Richtig wäre: Marktpreis = Produktionspreis Weil Ricardo diese falsche Vorstellung hat, ergibt sich gleich noch ein anderer Fehler. Z. B.: Neuer Produktionszweig: 20 c + 80 v + 80 m = 180 bisher die Gesellschaft im alten Durchschnitt: 80 c + 20 v + 20 m = 120 alte Dp. = 20 % nunmehr: 20 c + 80 v + 80 m 80 c + 20 v + 20 m neue Dp. = 50 % 100 m p’ = Dies theoretisch vereinfacht; in Wirklichkeit liegt das Schwergewicht der Kapitalmasse bei den Kapitalisten mit der hohen organischen Zusammensetzung. 110 I 20 c + 80 v + 80 m II 240 c + 60 v + 60 m 140 m p’ = = 35 % (anstatt 50 %). Ricardo: in dem neuen Produktionszweig wird p’ herabgedrückt auf den üblichen Stand; in den alten Zweigen hat sich die Profitrate nicht geändert. Grossmann: Es findet eine Ausgleichung statt, nicht nur eine einfache Herabdrückung auf den alten Stand; in den neuen Produktionszweigen wird p’ herabgedrückt auf den neuen Stand; in den alten Produktionszweigen steigt p’ auf einen neuen Stand. Hindernis: Aussenhandel hebt p’ im europäischen Stand. Ricardo leugnet dies. Ricardo: Marktpreis einheitlich, keine Differenzialgewinne. Grossmann: je nach individuellen Kosten entstehen Differenzialgewinne. Wert Preis 20 c + 80 v + 80 m = 180 150 80 c + 20 v + 20 m = 120 150 Ricardo: Verkauf zu den Werten Grossmann: Verkauf zu den Produktionspreisen, die von den Werten abweichen. Innerhalb einer Sphäre: Ausgleichung der verschiedenen individuellen Werte durch die Konkurrenz zu einem Marktwerte zwischen zwei Sphären: Ausgleichung der Werte zu Produktionspreisen. Wert a) 18 c + 78 v + 78 m = 174 I. b) 20 c + 80 v + 80 m = 180 c) 22 c + 82 v + 82 m = 186 Nach Ricardo werden die Werte durch die ungünstigsten Bedingungen bestimmt, sofern diese Waren noch gesellschaftlich notwendig sind. Bei Marx ist das verschieden: a) und b) haben Differentialgewinn, falls c) massgebend6 Ricardo sieht nur die Schwankungen in einem Produktionszweig, die sich auf die Dauer zu dem „natürlichen Werte“ ausgleichen. Was in einer Sphäre gilt, gilt auch entsprechend zwischen den einzelnen Sphären. 6 Wenn die Hauptmasse der Prod. unter diesen Bedingungen hergest. wird. 111 Grossmann: Das ist falsch; die Sphären bilden Produktionspreise, die sowohl vom Wert der Waren der einen als auch der anderen Sphäre abweichen. I 20 c + 80 v + 80 m = 180 Wert II 80 c + 20 v + 20 m = 120 Wert 300 : 2 = 150 Produktionspreis. Das sieht Ricardo nicht. So weit die Rolle der Verschiedenheit der organischen Zusammensetzung in den einzelnen Sphären. Nun sind aber auch in den einzelnen Sphären die Umschlagszeiten der Kapitalien verschieden. Man wendet gegen die Arbeitswerttheorie ein: Wein am Ende des ersten Jahres (niedriger Preis) " " " " zweiten " (höherer Preis) – dennoch nur dieselbe Arbeit. James Mill (1821)xxiv, Bailey (1825)xxv haben diese Einwände erhoben. In den „Mehrwerttheorien“ erwidert Marx James Mill. (vgl. Mwth. III, p. 96xxvi.) Selbst wo die Produktionsprozesse gleich lang dauern, kann der Zirkulationsprozess mehr Zeit in Anspruch nehmen; die Umschlagszeit in der Zirkulation (nicht nur Produktionssphäre) kann verschieden sein. Braunthal xxvii: Die verschiedenen Mehrwerte kompensieren sich zu einer Durchschnittsprofitrate auf Seiten der Kapitalisten. Es werden verschiedene Mehrwerte von verschiedenen Kapitalien produziert; aber durch andere Faktoren werden die verschiedenen Profitraten ausgeglichen zu einer Durchschnittsprofitrate. – Folglich nicht Produktion von Profit, sondern nur Verteilung von Profit. Grossmann: Werte werden nur in der Produktionssphäre geschaffen; die nachträgliche Verteilung des Wertes ändert nichts an der Arbeitswertlehre, welche die Werte bestimmt. Die Profitrate wird auf das gesamte angewendete Kapital berechnet, also p’ = , und nicht nur auf das tatsächlich angewendete Kapital, also nicht p’ = . 112 Ricardo: Die Durchschnittsprofitrate wird durch Kapitalwanderungen hergestellt. Grossmann: Die (beiden) Sphären sind schon im Gleichgewicht, wobei ruhig die (beiden) Profitraten verschieden sein können. Dilemma: a.) Zerstörung des Gleichgewichts durch Herstellung des Durchschnittsprofits, oder: b.) Beibehaltung des Gleichgewichts bei Verschiedenheit der Profitraten. Wie weit bewährt sich die Durchschnittsprofitrate als Regulator der gesellschaftlichen Produktion? Das Problem lautet: wie setzt sich die Werttheorie in der Empirie durch? Bei Ricardo ist der Ausgangspunkt der Gestaltung der Profitrate der Grund und Boden. Anbau des schlechteren Bodens ——> Sinken der Profitrate. Demgegenüber: Grossmann: Weil die Durchschnittsprofitrate sinkt, baut man den schlechteren Boden an. Sinken der Profitrate ——> Anbau des schlechteren Bodens. Beispiel: A. ! (besserer Boden) p = Profit 100 c + 10 p + 15 Rente = 125 B. ! (schlechterer Boden) 100 c + 10 p + 0 Rente = 110 damit doch Rente entstehen kann: 100 c + 4 p + 6 Rente = 110 Marx: Nicht die momentanen Marktschwankungen regulieren die Preise, sondern (auf die Dauer) die Werte c + v + m Marx: Jedoch nicht Werte schlechthin, sondern (in der entwickelten kapitalistischen Gesellschaft) verwandelte Werte: 113 Anfangskapital des 1. Jahres 2000 10 % Profit 200 Anfangskapital des 2. Jahres 2200 10 % Profit 220 Wert des Endprodukts 2420 anstatt: 2400; nämlich: 2000 + 2 x 10 % Profit 400 2400 soweit Ricardo. Malthus, James Mill: „Das Wertgesetz ist umgestossen. Die „Ausnahme“ (Ricardos) ist zur Regel geworden, und die Regel zur Ausnahme“.xxviii Bürgerliche Problematik: Das Wertgesetz soll jeden konkreten Fall erklären (individuelle Betrachtung). Marxistische Problematik: Das Wertgesetz soll das Entwicklungsgesetz des Mehrwertes in der ganzen kapitalistischen Gesellschaft zeigen. So steht die Marxsche Fragestellung: wie bringt die beherrschte Klasse auf die Dauer die Tribute auf für die herrschende Klasse? Schäffle xxix: (Quintessenz des Sozialismus) Nach Schäffle ist die Marxsche Wertlehre nichts als eine Verwirklichung des Postulats des „vollen Arbeitsertrages“ in der Zukunft (!). Er hat die Marxsche Wertlehre umgebogen. Kleinwächter xxx: Marxsche Werttheorie zeigt, wie die Verteilung geschehen soll! Masaryk xxxi: beginnendes Zeitalter der Arbeit. Grossmann: Alle Theoretiker verlegen die Problematik in die Zukunft. Marx:„Programmkritik“ xxxii: Arbeit das beherrschende Prinzip. „Elend der Philosophie“xxxiii: Die gegenwärtige Gesellschaft ist bereits auf Arbeit aufgebaut. Marc Aucuy xxxiv: Auch er verlegt die Problematik in die Zukunft. Die Marxsche Theorie gilt nicht für die gegenwärtige Gesellschaft; Marx entwickelt ein Bild der Zukunft; die Basis der Güterentwicklung in der Zukunft. Max Weber xxxv: verwirrt a.) was ist, b.) was sein soll. Marx: (Gothaer Programmbrief): a.) erste Phase der kommunistischen Gesellschaft, b.) höhere Phase der kommunistischen Gesellschaft. 114 Grossmann: In b.) wird das Wertgesetz nicht mehr gelten, da kein „do ut des“ mehr massgebend. Nun gibt es eine zweite Art von Theoretikern, die das Wertgesetz in die Vergangenheit legen. („voradamitische Zeiten“) Robert Wilbrandt xxxvi („Karl Marx“): „entdeckt“, dass die Wertlehre des K I für die Zeit der einfachen Warenproduktion gilt; „historische Vorstufe“xxxvii. s. Friedrich Engels in „N. Z.“xxxviii („Wertgesetz hat geherrscht bis ins 15. Jahrhundert“xxxix). s. Georg Sorel xl: (fragt „was gilt das Wertgesetz heute?“xli). Grossmann: Alle sind sich einig darin, dass das Wertgesetz für die Gegenwart keine Bedeutung hat. Marxbekämpfung: 1.) totschweigen, 2.) man leugnet seine Bedeutung für die Gegenwart, 3.) man macht ihn zum Erben früherer Theoretiker. Was wendet Tugan-Baranowsky gegen Marx ein? Die Verteilung des Mehrwertes unter die einzelnen Klassen lässt sich aus dem Marxschen Text nicht errechnen. Die Summe der Löhne im Wertsystem stimmt nicht mit der Summe der Löhne im Produktionspreissystem überein.xlii Durch Verwandlung der Werte in Produktionspreise werden nicht nur die Profite geändert, sondern auch die Kapitalgrössen. Er unterscheidet 3 Produktionssphären mit verschiedener organischer Zusammensetzung. In I Produktion von Produktionsmitteln In II " " Lebensmitteln In III " " Luxusmitteln für die herrschende Klasse Er geht aber nicht wie Marx aus von den Werten, um die Produktionspreise aus ihnen abzuleiten, sondern er geht von den Produktionspreisen aus und zu diesen sucht er sich die Werte. A. Preissystem: 300 c + 200 v + 125 mxliii = 625 p’ = = 25 % = = 62,5 %xliv Lohnanteil = = 32 % 115 B. Wertsystem: 375 c + 300 v + 200 m = 875 p’ = = 29,6 % = = 66,66 % Lohnanteil = = 34,3 % Grossmann gegen Tugan-Baranowsky: a.) Marx wollte nicht den individuellen Fall, sondern das klassenmässige Verhältnis aufzeigen. b.) Es handelt sich um Durchschnittsprofite; ein Durchschnitt kann aus verschiedenen Elementen immer mit dem gleichen Resultat sein. Es ist also nicht zulässig zu einem Durchschnittspreis sich die Werte zu rechnen. c.) methodologischer Einwand: 1.) Tugan: Preise ——> Werte. 2.) Marx: Werte ——> Preise. Sie haben also ganz verschiedene Wege eingeschlagen. Bortkiewicz xlv: B. behauptet, Tugan-Baranowsky habe recht gegen Marx. Dies stimmt, wie wir gesehen haben, aus den oben angegebenen Gründen nicht. Nun ist aber B.’s Marxkritik derjenigen Tugan-Baranowsky’s insofern überlegen, als B. den dritten Tuganschen Fehler vermeidet und selbst ein glänzender Mathematiker und vielbelesener Nationalökonom ist. B. geht – wie Marx – von den Werten aus und gelangt dann zu den Preisen; er betrachtet – ebenfalls wie Marx – das Problem vom gesellschaftlichen Standpunkt und nicht vom individuellen. 25 Jahre lang blieben die zweifellos einer Beachtung würdigen Einwände B.’s unbeachtet, weil sie in mathematisches Gewand verkleidet waren. Dies ist an sich natürlich kein Grund zum Schweigen; die ältere Generation der Marxisten hat also ihre Aufgabe ziemlich leicht genommen. – Bortkiewicz reproduziert mit geringfügigen arithmetischen Aenderungen das Marxsche Zahlenbeispiel aus K III/Ixlvi: 116 Tabelle I: Wertrechnung. Produktionssphäre Konstantes Kapital c Variables Kapital v Verbrauctes konstantes Kapital (ac) Mehrwert m Wert W Profitrate vc m I 80 20 50 20 90 20 % II 70 30 50 30 110 30 % III 60 40 52 40 132 40 % IV 85 15 40 15 70 15 % V 95 5 10 5 20 5 % I–V 390 110 202 110 422 22 % Obwohl Marx mit diesen 5 Produktionssphären nur technische Beispiele geben will, führt Bortkiewicz diese fünf beliebigen Fälle auf die drei theoretischen Abteilungen Tugan-Baranowkys zurück, indem er zusammenfasst: a.) Abteilungen I und V, weil ihre Summen (90 + 20) = Lohnsumme aller Arbeiter (110), zur Tuganschen Sphäre II (Produktion von Lebensmitteln für die Arbeiter). b.) Abteilungen III und IV, weil ihre Summen (132 + 70) = der Summe alles verbrauchten und daher wieder zu ersetzenden konstanten Kapitals (202), zur Tuganschen Sphäre I (Produktion von Produktionsmitteln). c.) Abteilung II, weil ihre Summe (110) = dem gesamten Mehrwert (110), zur Tuganschen Sphäre III (Produktion von Luxusmitteln für die Kapitalisten). – Abgesehen von der Willkürlichkeit des Bortkiewicz’schen Verfahren ist einzuwenden – wie nachfolgende Tabelle zeigen wird –, dass gerade die Lebensmittelproduktion nicht in die Sphäre der hohen organischen Zusammensetzung gehört. Bortkiewicz aber wünscht folgende Zusammenfassung: Produktionssphäre Konstantes Kapital (c) Variables Kapital (v) Verbrauctes konstantes Kapital (ac) Mehrwert (m) Wert (W) Profitrate vc m I 175 25 60 25 110 12 % II 145 55 92 55 202 27 % III 70 30 50 30 110 30 % I–III 390 110 202 110 422 22 % In der hier aufgezeigten Tabelle stimmen die jeweiligen Summen mit denen bei Marx überein. Aus diesem Grunde liesse sich vom Marxschen 117 Standpunkt kein Einwand gegen Bortkiewicz erheben. – Nun geht Bortk. von der Wertrechnung zur Preisrechnung über. Tabelle II: Preisrechnung. Sphäre ac + v Profit (p) ac + v + p Abweichung der Preise von den Werten I 85 44 129 Lebm. + 19 II 147 44 191 Prodm. – 11 III 80 22 102 Luxm. – 8 I–III 312 110 422 0 Bortk. untersucht nun, was geschieht, wenn an Stelle des Wertschemas das Preisschema tritt. Die unverändert gebliebene Summe von 110 an Arbeitslöhnen reicht nicht aus, um die notwendigen Lebensmittel im Preise von 129 zu kaufen. Und ebensowenig stimmt die Rechnung hinsichtlich der Produktionsmittel (zu ersetzen wären 202, geliefert werden nur 191) und der Lebensmittel (verlangt werden 110, produziert sind nur 102). Bortk. glaubt damit den Beweis erbracht zu haben, dass man sich in innere Widersprüche verwickelt, wenn man die Preise aus den Werten in der Art, wie es Marx tut, ableitet. Da Bortk. zu anderen Ergebnissen gelangt als Marx und er sein eigenes Verfahren für das richtige hält, sucht er den Fehler nicht bei sich – wie er eigentlich tun müsste, denn sein „Beweis“ stützt sich auf die völlig unberechtigte Annahme, dass die Produzenten I und V Lebensmittel für die Arbeiter, die Produzenten III und IV Produktionsmittel und die Produzenten II Luxusmittel für die Kapitalisten herstellten –, sondern bei Marx, weil dieser mehrere Grössen aus dem Wertschema in das Preisschema unverändert hinübernimmt. Es gehe nicht an, bei einer Umrechnung der Werte in Preise die in den verschiedenen Produktionssphären angelegten konstanten und variablen Kapitalien von dieser Umwandlung auszunehmen. – Darum zeigt Bortk. selbst, was – nach seiner Ansicht – bereits Marx hätte tun müssen! Er gibt folgendes Zahlenbeispiel: Tabelle I: Wertrechnung. Produktions- Abteilung Konstantes Kapital Variables Kapital Mehrwert Wert des Produktes I 225 90 60 375 II 100 120 80 300 III 50 90 60 200 I–III 375 300 200 875 118 Um von der Wertrechnung zur Preisrechnung übergehen zu können, fragt Bortk. zunächst, in welcher von den drei Produktionsabteilungen das als Wert- und Preiseinheit dienende Gut erzeugt wird. Ist dieses Gut Gold, so würde die Produktionsabteilung III in Betracht kommen. In dieser Abteilung beträgt die Profitrate 43 %, ist also über dem Durchschnittssatz der Gesellschaft, 30 %. In der Abteilung III wird also eine Herabminderung zum Durchschnittsprofit stattfinden; d. h. es werden alle in dieser Abteilung erzeugten Waren unter ihrem Werte verkauft, also auch das Gold. Entsprechend werden die Waren der beiden anderen Produktionssphären zu Preisen verkauft, die über ihren Werten liegen. – Auch bei dieser Einordnung des Goldes in die Sphäre III müsste Bortk. zu der Marxschen Schlussfolgerung des Ausgleichs der Abweichungen nach unten und oben kommen, wenn er nicht plötzlich das als Preiseinheit dienende Gut gleich 1 setzten würde. Dadurch erreicht er, dass die Produkte der Sphäre III nicht unter, sondern zu ihrem Werte verkauft werden, weil sie dieselbe organische Zusammensetzung des Kapitals haben wie die Goldproduktion. Es bleiben demnach nur noch die Erhöhungen der Preise der Waren aus den Abteilungen I und II über ihren Wert. Da in der Abteilung I Produktionsmittel und in der Abteilung II Lebensmittel für die Arbeiter hergestellt und jetzt zu Preisen, die über den Werten liegen, verkauft werden, erhöhen sich für sämtliche Produzenten in der Gesellschaft die Aufwendungen sowohl für Löhne als auch für Produktionsmittel, d. h. das variable und das konstante Kapital in jeder Produktionsabteilung. So werden im Preisschema alle absoluten Zahlen grösser sein als die des Wertschemas, mit Ausnahme des Gesamtprofits, der mit dem Gesamtmehrwert numerisch zusammenfällt als Folge davon, dass das als Wertund Preismass benützte Gut in die Produktionsabteilung III gehört. Tabelle II: Preisrechnung. Produktions- Abteilung Konstantes Kapital Variables Kapital Profit Wert des Produktes I 288 96 96 480 II 128 128 64 320 III 64 96 40 200 I–III 480 320 200 1000 Die ökonomischen Gedankengänge, die Bortkiewicz’s Ausführungen zu Grunde liegen, sind nicht haltbar. Bei Marx ist die Summe der Werte sowie die mit ihr identische Summe der Preise 875 für die gesamte Gesellschaft. Bei Bortk. beträgt die gesellschaftliche Preissumme 1000. Gold ist eine Ware und könnte daher an sich entnommen werden den Produktionsabteilungen I, II, oder III. Bortk. verlegt die Goldproduktion in die 119 Sphäre III, der Abteilung mit der niedrigsten organischen Zusammensetzung des Kapitals. Folglich stellt sich der Wert des Goldes in niedrigeren Produktionspreisen dar; denn in Sphäre III müssen die Waren zu Preisen verkauft werden, die von ihren Werten nach unten abweichen. Das bedeutet Entwertung des Goldes, d. h., dass alle anderen Preise steigen. Somit erweist sich – nach Bortk. – die Marxsche These als falsch: die Summe der Werte sei nämlich nicht identisch mit der Summe der Preise. Bortkiewicz begeht 2 Fehler: a.) Die Art der Umrechnung der Werte in Preise b.) Die Veränderlichkeit des Geldmassstabes Da wir den Fehler a.) bereits kritisiert haben, kommen wir jetzt zum Fehler b.). Bei Marx ist der Massstab identisch in beiden Fällen (Wertrechnung und Preisrechnung). Auch schaltet er alle Preisschwankungen aus. Marx hat nur den Mehrwert geändert, ohne sich um c und v zu kümmern. Der Grundfehler ist ein ökonomischer und nicht ein mathematischer. Bortkiewicz geht von folgenden Gedanken aus: c wird produziert in der Abteilung I und wird nach erfolgtem Austausch auch in der Abteilung II und III verwendet. Da die Waren der Abteilung I über ihrem Wert verkauft werden müssen, erhöht er das c nicht nur in der Abteilung I, sondern auch in den Abteilungen II und III. Dies ist unzulässig; denn bei Umwandlungen der Werte in Preise handelt es sich stets nur um Aenderungen vor dem Tausch und nicht nach dem Tausch. Bortk. hat fehlerhafter Weise zweimal erhöht statt einmal. Auch befindet sich am Ende des Produktionsprozesses, also bei beginnendem Austausch, das c der Abteilungen II und III gar nicht in der Gestalt von Produktionsmitteln. Ueberhaupt handelt es sich, soll eine Erhöhung der Werte zu Produktionspreisen stattfinden, prinzipiell nicht darum, dass die Ware Elemente des konstanten Kapitals darstellt, sondern, dass sie erzeugt wird mit hoher organischer Zusammensetzung. – In aller Wissenschaft gilt die Regel, dass, wenn zwei Thesen einander gegenüberstehen – wie hier Warenseite und Geldseite –, man jeweils nur die eine Seite verändern darf, nicht aber beide gleichzeitig, weil sonst der Massstab geändert würde, womit wir die eine Seite verlassen. Bortk. aber begeht den Fehler, 2 Probleme gleichzeitig zu behandeln: 1.) Wertmassstab (auf der Geldseite) 2.) Produktionspreise (auf der Warenseite) Aber wir wollen doch – unabhängig von den Vorgängen auf der Geldseite – sehen, wie sich auf der Warenseite die Werte in Produktionspreise verwandeln. Bereits Ricardo kannte einen – wenn auch nur zu theoretischen Zwecken eingeführten, also nicht in der Wirklichkeit bestehenden – 120 „unveränderlichen Wertmassstab“. Ebenso handelt auch Marx; bei ihm ist der Wert des Goldes = Preis des Goldes. Natalie Moszkowska xlvii (Zürich): Wertrechnung. Organische Zusammensetzung Produktionssphäre c v m 63,1 : 36,9 I 72 + 42 + 48 = 162 46,1 : 53,9 II 42 + 49 + 56 = 147 46,1 : 53,9 III 48 + 56 + 64 = 168 (je) 100 I–III 162 + 147 + 168 = 477 p’ = 54 % Preisrechnung: Produktionssphäre c v m I + + = II + + = III 53 + 53 + 53 = 159 I–III xlviii + + 159 = 477 p’ = 50 % Bei der Ausgleichung der verschiedenen Profitraten in der Wertrechnung zu einer Durchschnittsprofitrate in der Preisrechnung entdeckt Moszkowska, das die als Produktionsmittel dienende Ware ihren Preis erhöht, was zu einer Erhöhung der konstanten Kapitale aller 3 Abteilungen führen müsse. Sphäre Wertrechnung c Preisrechnung c So Moszkowskas Lösung v v I 72 – 42 – xlix II 42 – l 49 – li III 48 – 53 56 – 53 Moszkowska erhöht zweimal den Preis: einmal vor und einmal nach dem Tausch. In dem Masse, wie die c erhöht werden, müssen die (v + m)lii ermässigt werden. Wir aber fragen: sind diese Teile mit hoher oder niedriger 121 organischer Zusammensetzung. Bei hoher organischer Zusammensetzung wird erhöht, bei niedriger ermässigt. Es kommt nicht auf c an sich und nicht auf v an sich an. Wertrechnung nach Marx: I 72 c + = 162 II & III + + Preisrechnung Moszkowskas: c + = + + Grossmann: Die Fehlerquelle liegt darin, dass man sich auch in der Preisrechnung an den Aequivalentenaustausch hält. 60 Jahre hindurch sind Marxisten und Bürgerliche an diesem logischen Fehler gescheitert. Marx hat den Aequivalentenaustausch nur unterstellt, d. h. nicht als wirklich betrachtet. Was ist Preis? Die Menge des als Preisgut dienenden Gutes. Grossmann: Es kann auf keinem anderen Wege die Ausgleichung der Profitraten beider Abteilungen hergestellt werden als durch Austausch ungleicher Werte: Grossmann: Marx hat die Austauschgleichheit nur als Ausgangspunkt genommen. Emil Walter liii (Zürich): Sein Buch „Der Kapitalismus“ enthält wenig originelle Gedanken; es sind mathematische Formeln, jedoch ohne neue logische und theoretische Fundamentierung. Bisherige Fehler: Man versuchte gleichmässig alle Bestandteile zu verändern (c + v + m). 122 Grossmann: I c, I v, II v unveränderlich lassen, I m, II m vermindern, II c vermehren. Das richtige Austauschprinzip, wonach die mit hoher organischer Zusammensetzung des Kapitals erzeugten Produkte unter ihrem Werte und die mit niedriger organischer Zusammensetzung des Kapitals erzeugten Produkte über ihrem Wert verkauft werden, lehrt uns, dass nur zwischen verschiedenen Sphären (nicht aber innerhalb der gleichen Sphäre) eine Zirkulation stattfinden kann, mithin auch nur die mit anderen Sphären auszutauschenden Produkte Wertveränderungen erleiden, also I m, II c und (als Reservoir für II c) II m. Länder mit hoher organischer Zusammensetzung verkaufen unter ihrem Werte, Länder mit niedriger organischer Zusammensetzung über ihrem Werte; so ergibt sich ein Durchschnittspreis für die Weltwirtschaft; z. B. England wird seine Produkte über ihrem Wert, Polen zu ihrem Wert, die Türkei unter ihrem Wert verkaufen, sodass im internationalen Handel eine Uebertragung des Profits aus den Ländern mit niedriger organischer Zusammensetzung in Länder mit hoher organischer Zusammensetzung stattfindet. Demgegenüber behauptet: Rosa Luxemburg: Der Mehrwert der kapitalistischen Länder ist nicht realisierbar und muss in den nichtkapitalistischen Ländern abgesetzt werden. Grossmann: Das Gegenteil ist der Fall. Ein Teil des m aus den Ländern mit niedriger organischer Zusammensetzung wird übertragen in Länder mit hoher organischer Zusammensetzung. Es ist also eine umgekehrte Bewegung des m in Wirklichkeit festzustellen. Der politische Ausdruck dieser wirtschaftlichen Erscheinung ist die Kolonialpolitik der grosskapitalistischen Länder. Was ist der Sinn des ganzen Prozesses, der ausgleichenden Tendenz der Profitrate? In vorkapitalistischer Zeit, wo nur wenig kapitalistische Produktionsweise vorhanden war, bestand keine Möglichkeit zum Ausgleich der Profitraten. Die Waren wurden direkt zu ihren Werten verkauft. Krisen waren nicht notwendig, denn selbst wenn die Kapitalisten zu viel produziert hatten, konnten sie für ihre Produkte Absatz finden bei vorkapitalistischen Produzenten, deren Wirtschaften gewissermassen als „Polster“ dienten. 123 In einer Zeit, wo der Kapitalismus die herrschende Form ist, muss in den einzelnen Sphären das Kapital proportional verteilt werden. Diese Proportionalität der einzelnen Produktionssphären kann, wenn man nicht mehr das Polster vorkapitalistischer Wirtschaften hat, und daher notwendig Krisen entstehen, erst nachträglich auf dem Markte durch Krisen hergestellt werden. In spätkapitalistischer Zeit, wo Monopolgebilde entstanden sind (hier- über vergleiche Hilferding „Finanzkapital“ liv) und wo man infolge des Vorhandenseins von grossem fixem Kapital eigentlich eine stets niedrigere Profitrate haben müsste, diese aber durch Monopole auszugleichen wünscht, geht [die Entwicklung] sogar darüber hinaus, um Monopolgewinne zu erzielen, die über dem Durchschnitt liegen. Dies geschieht selbstverständlich auf Kosten anderer Kapitalisten, und zwar auf Kosten der kleineren Kapitalisten, die nur unterdurchschnittlichen Profit erhalten. Briefs lv: (Das Problem der Durchschnittsprofitrate) a.) Weil heute die Tendenz zur Ausgleichung der Profitrate sich nicht durchsetzt, ergibt sich, dass sie nie bestanden hat. b.) Auch heute besteht diese Tendenz nicht und doch existiert der Kapitalismus. Marx: gegen b.) verschiedene Profitraten können im entwickelten Kapitalismus nicht nebeneinander bestehen, ohne das System aufzuheben. Infolge des grossen Mindestumfanges der modernen Produktion erfolgt kein ständiger Zufluss von Kapital in die Sphären mit hoher Profitrate, sondern nur ein ruckweiser. Die Merkantilisten wussten keinen innewohnenden Regulator für den Kapitalismus. Die Physiokraten kannten einen solchen Regulator im gesunden Zustand der Wirtschaft, wenn aber einmal durch Eingriffe von aussen die Verhältnisse gestört wurden, muss der Staatsmann, der es verdorben hat, jetzt wieder gutmachen. Späterhin wird der Kapitalismus mehr und mehr verherrlicht. Er reguliert sich angeblich von selbst, wenn man ihn nur gewähren lässt. Man sieht: nicht nur der Kapitalismus hat sich entwickelt, sondern auch die Ideologie über den Kapitalismus hat sich entwickelt. Kapitalismus: a.) Frühkapitalismus b.) freier Konkurrenzkapitalismus c.) Monopolkapitalismus 124 ad c.) Zerfall der Weltwirtschaft, absolute Autarkie nicht möglich, relative Autarkie wird angestrebt. Erde insgesamt 2 Milliarden Menschen I Britisches Imperium 461 Millionen Menschen 40 Millionen qkm II U.S.A. 135 " " 10 " " III U.d.S.S.R. 170 " " 21,3 " " IV China 445 " " 10,5 " " V Frankreich 100 " " 11,5 " " VI Japan 90 " " 0,68 " " VII Brasilien 40 " " 8,5 " " Von zwei Milliarden Menschen leben fast 3/4 in Gebieten, die sich relativ autark halten können; diese werden den Zerfall der Weltwirtschaft längere Zeit ertragen, währenddessen gehen die kleineren Länder zugrunde, wie auch die kleinen Produzenten zugrunde gehen. Bisher wurde nur der Prozess des Ausgleichs der Profitraten behandelt, also statisch. Nun soll das Problem dynamisch dargestellt werden; wir gelangen zum Gesetz des tendenziellen Falles in der allgemeinen Profitrate. – Schon Adam Smith zeigt den tendenziellen Fall der Profitrate als eine Tatsache; er erklärt sie aus der Konkurrenz der Kapitalien um die besseren Kapitalanlagen; die Nachfolger müssen sich mit schlechteren Kapitalanlagen begnügen. Grossmann: Dies ist eine naturalistische Begründung, während in Wirklichkeit die technische Entwicklung von Zeit zu Zeit rentabelste Kapitalanlagen ermöglicht. Immerhin ist beachtenswert, dass Adam Smith eine Theorie der Ueberakkumulation von Kapital aufstellt. (I Buch, 9 Kap., „Wealth of Nations“ lvi) Adam Smith: Konkurrenz ——> Fall der Profitrate Marx: Fall der Profitrate ——> Konkurrenz Die Profitrate sinkt. Dieses Sinken kann zwar für den einzelnen Kapitalisten ausgeglichen werden durch steigen der Profitmasse; dazu muss viel mehr Kapital angelegt worden sein. 1 000 000 Kapital, 10 %, 100 000 Profitmasse 2 000 000 " , 6 %, 120 000 " Dennoch bleibt als Tatsache bestehen, dass pro Einheit Kapital der betreffende Kapitalist nach der Profitrate fragen und auf Anlage verzichten 125 wird, sobald die Profitrate unter ein gewisses Minimum sinkt. Dann erschlafft die Akkumulation, und es tritt ein stationärer Zustand ein. Ricardo zieht solche erheblichen Konsequenzen für die kapitalistische Gesellschaft aus dem Gesetz des tendenziellen Falles der Profitrate. John Stuart Mill lvii: erkennt an, dass ein stationärer Zustand eintritt, hält dies aber für ungefährlich, weil trotzdem die Entwicklung der Menschheit weitergehen wird. Den allseitigen Ueberfluss an Kapital nennt Mill: „general glut“lviii; also nicht Krisen aus Disproportionalität, sondern hier handelt es sich um die allgemeine Krise. Die Profitrate ist nur eine reine Zahl, Index, Berechnungszahl. Das Problem besteht indessen in der Wirklichkeit; also Profitmasse ist zu beachten, weil aus ihr die realen Beträge zur Akkumulation und zur Konsumtion der Kapitalisten entnommen werden. Das Problem der fallenden Profitrate. Ist die fallende Profitrate eine logische Deduktion oder das Ergebnis einer empirischen Feststellung? Tugan-Baranowsky hat zu beweisen versucht, dass die Profitrate steigt und nicht fällt, und zwar auf deduktivem Wege. Für empirische Darlegungen genügt nicht die Nachprüfung in einzelnen Sphären, wie vorher die Durchschnittsprofitrate, die jetzt fällt, aus allen Sphären berechnet ist. Zwar kann, infolge monopolistischer Massnahmen, die Profitrate in einzelnen Sphären steigen, aber auch nur auf Kosten der Profitrate in anderen Sphären. Nehmen wir an, eine umfassende, nach marxistischen Gesichtspunkten aufgezogene Statistik7 ermögliche, alle Mehrwertteile zum gesellschaftlichen Mehrwert zu vereinigen und ihn zum gesamten vorgeschossenen Kapital in Beziehung zu setzen, dann hätten wir die nationale Duchschnittsprofitrate. Aber selbst in diesem Falle, der praktisch unmöglich wäre, wüssten wir noch keineswegs, ob nicht im Inlande die Profitrate doch gefallen, aber durch Mehrwertinjektionen mehr als ausgeglichen wäre. 7 In Wirklichkeit entsteht eine solche Statistik aus naheliegenden Gründen nicht: Die Kapitalisten fürchten, dass man die wirklichen Einkommensverhältnisse durchschaut und in sie eingreifen könne. Dagegen hat die Sowjet-Union eine umfassende Statistik. 126 a.) b.) Durchschnittsprofitrate Inland Ausland 8 7 + 1 10 6 + 4 12 5 + 7 14 4 + 10 a.) 4000 c + 1000 v + 1000 m = 20 % b.) Entwertung des c und v durch neue Erfindung: 2000 c + 1000 v + 1000 m = % Man hat gegen das Marxsche Gesetz des tendenziellen Falles der Profitrate eingewendet, es sei nur eine blosse Deduktion. Anstatt aber mit empirischen Material aufzuwarten, haben die Kritiken sich nur auf Deduktionen beschränkt. Ist die Auffassung, Marx habe sein Gesetz nur logischdeduktiv abgeleitet; richtig? Wie kam Marx zu diesem Gesetz? a.) stofflich: 1.) 1 Pm : 1 A 1.) = früher, vor techn. Erfindungen 2.) 2 Pm : 2 A 2.) = jetzt, nach " " b.) wertmässig: 1.) c : v c1 = c Welcher Fall ist real? 2.) c1 : v c2 < c Allein reale Fälle, nicht c2 : v c3 > c mathematische Möglichkeiten c3 : v werden untersucht. Fall: 2): konstante Wertzusammensetzung 2): fallende organische Zusammensetzung 2): steigende organische Zusammensetzung Zwar wird das einzelne Pm entwertet, aber rascher als diese Entwertung wächst die Summe des c pro Einheit des v; d. h. die Zusammenballung der Pm pro Kopf des Arbeiters schreitet rascher fort als die Entwertung. Es erweist sich die These von der fortschreitenden organischen Zusammensetzung des Kapitals als richtig; nicht nur m fällt im Verhältnis zu c + v, sondern auch v im Verhältnis zu c, weil die gesamte lebendige Arbeit abnimmt im Vergleich zur toten; das ist der Ausdruck für die steigende Produktivität der Arbeit. 127 Einige Zensus-Daten für die letzten 30 Jahre aus U.S.A. Kapital (Mill. $) Arbeiter angewendetes Kapital pro Kopf des Arbeiters 1889 6 325 4 125 000 1 535 1899 9 814 5 310 000 1 855 1904 12 675 5 615 000 2 310 1909 18 428 6 615 000 2 780 1914 22 790 7 036 000 3 230 1919 44 466 9 096 000 4 888 fällt; der Anteil der lebendigen Arbeit am Wert des gesamten Jahresproduktes wird immer kleiner. So lautet der Marxsche Satz; der Fall der Profitrate ist nur ein Teil des Problems bei Marx. A. 100 c + = = = 21,9 %lix B. 300 c + 16 v + 12 m = 8,5 % C. a.) 400 c + 14 v + 14 m b.) 400 c + 12 v + 16 m = 6,5 % c.) 400 c + 8 v + 20 m d.) 400 c + 0 v + 28 m ist nicht schrankenlos vergrösserbar, sondern hat im praktischen Leben ganz bestimmte Grenzen. B. p’ = = 3,8 %lx Cb.) p’ = = 3,8 %; c.) = 4,9 %; d.) = 7,0 %lxi. Nur bis 7,0 %lxii kann p’ wachsen; wächst aber c weiter, so muss p’ wieder fallen; 400 c + 14 v + 14 m 7 v + 21 m 3,5 v + 24,5 m usw. Obwohl dieser Vorgang besteht, kann man daraus nicht schliessen, dass immer die steigen müssen. Ricardos klassischer Luxusbegriff: Alles was nicht in den Konsum der Arbeiterklasse eingeht. 128 Falls Produktivitätssteigerung stattfindet in: a.) Lebensmittelprodukt für die Arbeiterklasse, steigt b.) Luxusmittelproduktion für die Kapitalisten, " " nicht Produktionsmittelproduktion: a.) soweit Pm für notwendige Lebensmittel für die Arb., steigt b.) andere Produktion, steigt nicht Otto Bauer hat das Problem wechselnd beurteilt: a.) 1907 (gegen Tugan-Baranowsky)lxiii Gesetz der fallenden Profitrate b.) 1929 (gegen Grossmann)lxiv gibt es kein solches Gesetz! c.) 1930 (Kongress der S.A.I.) lxv Gesetz der fall. Pfr., Mangel an Mehrw. Konsequenzen der fallenden Profitrate: Zusammenbruchstendenz (vgl. Grossmann’s Buchlxvi) So wie fällt, fällt auch der Lohnanteil am Wert des Produkts . U.S.A. 1849 23,23 % 1859 20,46 % 1869 18,30 % 1879 17,65 % 1889 20,18 % 1899 17,85 % 1904 17,65 % 1909 16,56 % 1914 16,85 % 1919 16,88 % Wieso kommen manchmal Störungen zu Stande? Die Intensität der Arbeit steigt. 8 Stunden à 10 Intensität = 80 7 Stunden à 20 Intensität = 140 Bisher unterschied man nur: Nominallöhne und Reallöhne; das ist aber nur eine Seite des Problems, nämlich was der Arbeiter bekommt (seine Aktivseite); nicht berücksichtigt ist die erhöhte Intensität des Arbeiters (seine Passivseite), was der Arbeiter gibt. 129 Produktivität = Mehrleistung infolge besserer Ausrüstung & Maschinen Intensität = " " erhöhter Anstrengung des Arb. 1919: 4888 c : 1157 v = 4 : 1 Heute: c : v = 6 : 1 U.S.A.: 8 : 1 sogar 10 : 1 lxvii a.) m wurden bisher akkumuliert, und zwar (infolge Steigung organischer Zusammensetzung des Kapitals) 2/3 zu c und 1/3 zu v früher also wuchs c um 33 % von m früher " " v " % " m b.) sollen die Wachstumsproportionen aufrecht erhalten werden, müsste man bei 4 c + 2 v ––> 2 mlxviii erhalten: jetzt c = 1,2 m jetzt v = 0,6 m vorhanden sind jedoch nur für Zwecke der Akkumulation 1,0 m. Defizit (Mangel an Mehrwert) = 0,8 m. Man kann zunächst sorgen für: dann bleibt nichts für: ac av und k av und k ac8 8 Dieser Fall ist unwirklich, denn technischer Fortschritt hört auf; Tod des kapitalistischen Systems wäre die Folge. 130 Man hat gegen Grossmann eingewendet, dass die Produktivität der Arbeit so steige, dass v kleiner werden könne, also steige; daher Profitrate und Profitmasse vergrösserten sich. Demgegenüber Grossmann: Das Gesamtkapital und der Gesamtmehrwert ist zu betrachten; in Wirklichkeit ist c : v viel höher als O. Bauer in seinem Schemalxix annahm. Ferner vergrössert sich durch die wiederholten Umschläge des zirkulierenden konstanten Kapitals die organische Zusammensetzung des Kapitals. (Man leiht sich Betriebskapital bei der Bank.) In dem Begriff „produktiv“ bzw. „unproduktiv“ ist keine Wertung eingeschlossen, sondern nur eine „ökonomische“ Tatsache. Die materielle Produktion vermehrt die materiellen Güter, während die geistige (unproduktive) sie vermindert. Deutscher Gesamtmehrwert, wie er unmittelbar aus dem Produktionsprozess hervorgeht, höchstens 1/3 2/3 werden für produktive unproduktive verausgabt Akkumulation (Handel, Bank, Wissenschaft) usw. 1 Periode = 10 Jahre 1. Periode 200 000 c + 100 000 v + 100 000 m 2. Periode 1 000 000 c + 100 000 v + 110 000 m 3. Periode 4 600 000 c + 100 000 v + 120 000 m Wenn wir k9 vernachlässigen, kann im ersten Beispiel die Akkumulationsrate , im zweiten Beispiel 10, im dritten Beispiel 2,5 % sein. Mit steigen- 9 k = Konsum der Kapitalisten. 131 der organischer Zusammensetzung muss daher, selbst wenn die Produktivität der Arbeit sich erhöht, die Akkumulation allmählich einschlummern. 1.) 150 000 c + 25 000 v + 25 000 m 7 500 ac + 500 av + 333 k = 8 333 2.) 157 500 c + 25 500 v + 26 775 m 7 875 ac + 510 av + 540 klxx = 8 925 Mehrwert: a.) Zirkulationskosten 15 % b.) Verwaltung, Heer 35 % c.) Pensionäre, Rentner 16,6 % 66,6 % d.) akkumulierbar 33,4 % 100,0 % Es wächst: c jährlich um 5 % v " " 2 % Produktivität " " 5 % 25000 · = 8333lxxi – (ac + av) = 8000 k = 333 Grundgedanke ist, dass der Mehrwert nicht ausreicht, um alle drei Funktionen zu erfüllen (ac, av, k). 3 Fälle: a.) keine Steigerung der Produktivität b.) Steigerung der Produktivität c.) Mehrwertinjektion aus dem Auslande a.) keine Steigerung der Produktivität 1.) 150 000 c + 25 000 v + 7 500 ac + 500 av + 333 k 2.) 157 500 c + 25 500 v + 7 875 ac + 510 av + 115 k 3.) 165 375 c + 26 010 v + 8 268 ac + av + 0 k Defizit Mangel an Mehrwert c wächst 5 % m = v 1.) ( = 8330) v " 2 % 2.) ( = 8500) 132 1/3 m wird akkumuliert 3.) ( = 8670) 2/3 m werden unproduktiv in der Zirkulationssphäre verbraucht. In der Wirklichkeit wird av + k bezahlt, ac nicht versorgt, also Erschlaffen der Akkumulation; einfache Reproduktion, Ausschluss vom Weltmarkt. b.) Steigerung der Produktivität > Verbilligung der Lebensmittel bei gleichbleibendem Arbeitstag ein grösserer Mehrwert. (relativer Mehrwert) v = 100 % m = 105 % b.) 1.) 150 000 c + 25 000 vlxxii + 7 500 ac + 500 av + 333 k (m = 26 775) 2.) 157 500 c + 25 500 v + 7 875 ac + 510 av + 540 k (m = 27 315) 3.) 165 375 c + 26 010 v + 8 268 ac + 520 av + 317 k (m = 27 856) 4.) 173 643 c + 26 530 v + 8 682 ac + 530 av + 71 k (m = 28 413) 5.) 182 325 c + 27 060 v + 9 116 ac + av + 0 k Defizit Mangel an Verwertung Zusammenbruch im 5. Jahr. c.) Mehrwertinjektion von 10 % zum akkumulierbaren Kapital, also 8.333 833 9.166 Zusammenbruch im 8. Jahr. Musterbeispiel für Dialektik: Akkumulation ——> Unmöglichkeit der Akk. Gegentendenzen erschöpfen sich, sodass Ueberwindung der Krisen immer schwieriger wird. Z. B. fixes Kapital: + 90 v 5 f + 5 z 1.) + 45 v (wenn schlechte Konjunktur) f + z nur c f liegen still, also wenig. + 10 v 50 f + 40 z 133 Mit der Zeit verschwindet die Gegentendenz, in der Krise die Produktion einzuschränken, aber der Kapitalist kann sein grosses fixes Kapital nicht still liegen lassen. Z. B. auch Vorräte müssen immer gehalten werden (Tendenz zur Rationalisierung der Wirtschaft durch Abschaffung der Vorräte hat eine ganz bestimmte Grenze); auch Lohn kann nur bis zu einer gewissen Grenze herabgedrückt werden. Z. B. auch Grundrente: Durch Verminderung der landwirtschaftlichen Grundrente konnte die Rentabilität der Industrie gehoben werden, durch technische Entwicklung der Landwirtschaft verschwindet die Grundrente. Gegentendenzen erschöpfen sich, also Haussen immer schwächer; Krise – ein nicht voll ausgewachsener Zusammenbruch. Zusammenbruch = eine infolge Abschwächung der Gegentendenzen voll ausgewachsene Krise. Einzige Theorie, welche die Weltkrise aus Ueberakkumulation von Kapital erklärt, aus Mangel an Anlagemöglichkeiten für das Kapital. Frankreich: In Landwirtschaft wäre noch glänzende Anlagemöglichkeit, aber aus politischen Gründen bleibt diese Anlagemöglichkeit unerschlossen. Deutschland ebenso. Kapital liegt brach, Warenwechsel sind gesucht, aber kaum vorhanden, Zinsfuss unter 1 %. Eine Anlagegrenze ist logisch, notwendig; und muss auch immer in der kapitalistischen Produktionsweise sein. – * * * Typoskript (47 S.) / ohne Datierung [1932] / APAN, III–155: 37 / Originaltitel: „Das Problem der Durchschnittsprofitrate in der modernen volkswirtschaftlichen Theorie.“ [Titelzusatz: von: Professor Henryk Grossmann.] i Böhm-Bawerks Agiotheorie des Zinses: Böhm-Bawerk, Eugen von: Kapital und Kapitalzins. Zweite Abteilung: Positive Theorie des Kapitales. Vierte Auflage. Erster Band. Jena 1921. i-a pur: Im Ts.: nur. ii Lassalle: Bezug nicht ermittelt. – Im Ts.: Lasalle. iii „Im Wesen … liesse“.: Bei Böhm-Bawerk im Orig.: „Im Wesen des Zinses liegt also nichts, was ihn an sich unbillig oder ungerecht erscheinen liesse.“ [Böhm- Bawerk: Kapital und Kapitalzins. S. 428.] 134 iv Liefmann: Liefmann, Robert: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre. 2 Bde. Stuttgart, Berlin 1917–1919. v Mieses: Buch über Geldtheorie: Mises, Ludwig von: Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel. München, Leipzig 1912. vi Mommsen: Mommsen, Theodor: Römische Geschichte. 2. Aufl. Bd. 1–3. Berlin 1856–1857. – Marx hatte sich im ersten und dritten Band des „Kapitals“ diesbezüglich negativ über Mommsens „Römische Geschichte“ geäußert. [Marx, Karl: Das Kapital. Kritik der politischen Oekonomie. Erster Band. Buch I: Der Produktionsprocess des Kapitals. Dritte vermehrte Aufl. Hamburg 1883. S. 144. [MEGA2 II/8. S. 183]; Dritter Band. Buch III: Der Gesammtprocess der kapitalistischen Produktion. Herausgegeben von Friedrich Engels. Hamburg 1894. S. 311. [MEGA2 II/15. S. 320].] vii Salvioli: Salvioli, Joseph: Der Kapitalismus im Altertum. Studien über die römische Wirtschaftsgeschichte. Nach dem Französischen übersetzt von Karl Kautsky jun. Stuttgart 1912. viii Bernstein: Bernstein, Eduard: Zur Frage des ehernen Lohngesetzes. In: ders.: Zur Theorie und Geschichte der Socialismus. Gesammelte Abhandlungen. Teil I. Vierte Auflage. Berlin 1904. S. 1–109. ix Tugan-Baranowsky: Tugan-Baranowsky, Michael: Theoretische Grundlagen des Marxismus. Leipzig 1905. x James Steuart: Steuart, James: An inquiry into the principles of political economy. Being an essay on the science of domestic policy in free nations in which are particularly considered population, agriculture, trade, industry, money, coin, interest, circulation, banks, exchange, public credit, and taxes. 2 vol. London 1767. – Marx befasste sich mit den theoretischen Anschauungen Steuarts in den „Theorien über den Mehrwert“ [Manuskript von 1861–1863]: Theorien über den Mehrwert. Aus dem nachgelassenen Manuskript „Zur Kritik der politischen Ökonomie“ von Karl Marx. Hrsg. von Karl Kautsky. I. Die Anfänge der Theorie vom Mehrwert bis Adam Smith. Stuttgart 1905. S. 29–33. [MEGA2 II/3.2. S. 333– 337]. xi Francois Quesnay (1758): Quesnay, François: Tableau économique. [S. l.] 1758. – Marx befasste sich mit den theoretischen Anschauungen Quesnays in den „Theorien über den Mehrwert“ [Manuskript von 1861–1863]: Theorien über den Mehrwert. I. S. 85–125. [MEGA2 II/3.2. S. 624–656]. xii foncières: Im Ts.: foucières. xiii primitives: Im Ts.: primitifs. xiv annuelles: Im Ts.: annuels. xv Turgot: Turgot, [Anne-Robert-Jacques]: Réflexions sur la fortune et la distribution des richesses. [S. l. S. n.: 1766]. – Marx befasste sich mit den theoretischen Anschauungen Turgots in den „Theorien über den Mehrwert“ [Manuskript von 1861–1863]: Theorien über den Mehrwert. I. S. 49–59. [MEGA2 II/3.2. S. 348– 362]. xvi Adam Smith: Smith, Adam: An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations. London 1776. – Marx befasste sich mit den theoretischen Anschauungen von Smith in den „Theorien über den Mehrwert“ [Manuskript von 1861– 1863]: Theorien über den Mehrwert. I. S. 126–179. [MEGA2 II/3.2. S. 363–620]. 135 xvii I (v + m): Im Ts.: I (V + m). xviii Rosa Luxemburg: Luxemburg, Rosa: Die Akkumulation des Kapitals. Ein Beitrag zur ökonomischen Erklärung des Imperialismus. Berlin 1913. xix Ricardo: Ricardo, David: On the principles of political economy and taxation. London 1817. – Marx hatte die theoretischen Anschauungen Ricardos in den „Theorien über den Mehrwert“ [Manuskript von 1861–1863] behandelt: Theorien über den Mehrwert. Aus dem nachgelassenen Manuskript „Zur Kritik der politischen Ökonomie“ von Karl Marx. Hrsg. von Karl Kautsky. II. David Ricardo. Erster Teil. Stuttgart 1905. S. 1–166; II: David Ricardo. Zweiter Teil. Stuttgart 1905. S. 1–217. [MEGA2 II/3.3. S. 813–1202]. xix-a Anderson: Anderson, James: Essays relating to agriculture and rural affairs. Vol. 1–3. Edinburgh, London 1775–1796. – Marx befasste sich mit den theoretischen Anschauungen Andersons in den „Theorien über den Mehrwert“ [Manuskript von 1861–1863]: Theorien über den Mehrwert. II. Erster Teil. S. 304– 308 u. 332–338. [MEGA2 II/3.3. S. 765–767 u. 796–800]. xix-b Malthus: Malthus, T[homas] R[obert]: An Essay on the Principle of Population, as it affects the future improvement of Society; with remarks on the speculations of W. Godwin, M. Condorcet and other writers. London 1798; ders: Principles of political economy considered with a view to their practical application. London 1820. – Marx befasste sich mit den theoretischen Anschauungen von Malthus in den „Theorien über den Mehrwert“ [Manuskript von 1861–1863]: Theorien über den Mehrwert. Aus dem nachgelassenen Manuskript „Zur Kritik der politischen Ökonomie“ von Karl Marx. Hrsg. von Karl Kautsky. III. Von Ricardo zur Vulgärökonomie. Stuttgart 1910. S. 1–61 [MEGA2 II/3.4. S. 1207– 1259]. xx „Profit upon alienation“: Steuart, James: An inquiry into the principles of political economy. In: The works, political, metaphisical, and chronological. Vol 1. London 1805. S. 244. – Marx zitierte diesen Begriff in den „Theorien über den Mehrwert“ [Manuskript von 1861–1863]: Theorien über den Mehrwert. I. S. 31. [MEGA2 II/3.2. S. 334]. xxi Lexis (Besprechung 1885 d. K II): Lexis, W[ilhelm]: Die Marx’sche Kapitaltheorie. In: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik. Jena. N. F. Bd. 11. 1885. S. 452–465. xxii Achille Loria: Loria, Achille: [Rezension zu:] Die Durchschnittsprofitrate auf Grundlage des Marx’schen Werthgesetzes. Von Dr. Conrad Schmidt. Stuttgart 1889. In: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik. Jena. N. F. Bd. 20. 1890. S. 272–274. – Im Ts.: Achilles Loria. xxiii p’ = Profitrate: Im Ts.: p = Profitrate. xxiv James Mill (1821): Mill, James: Elements of political economy. London 1821. – Marx befasste sich mit den theoretischen Anschauungen Mills in den „Theorien über den Mehrwert“ [Manuskript von 1861–1863]: Theorien über den Mehrwert. III. S. 94–126 [MEGA2 II/3.4. S. 1276–1300]. xxv Bailey (1825): [Bailey, Samuel:] A Critical Dissertation on the Nature, Measures, and Causes of Value; chiefly in reference to the writings of Mr. Ricardo and his followers. By the Author of Essays on the formation and publications of opin- 136 ions, &c. London 1825. – Marx befasste sich mit den theoretischen Anschauungen Baileys in den „Theorien über den Mehrwert“ [Manuskript von 1861–1863]: Theorien über den Mehrwert. III. S. 146–201 [MEGA2 II/3.4. S. 1313–1350]. – Im Ts.: Bailly (1825). xxvi vgl. Mwth. III, p. 96: Theorien über den Mehrwert. III. S. 96. [MEGA2 II/3.4. S. 1278.] xxvii Braunthal: Braunthal, Alfred: Die Wirtschaft der Gegenwart und ihre Gesetze. Ein sozialistisches Lehrbuch der Nationalökonomie. Berlin 1930. xxvii-a 6 f + 20 z: Im Ts.: 6 z + 20 z. xxvii-b Abb. im Ts. (hier verkleinert wiedergegeben): xxviii „Das Wertgesetz … Ausnahme“.: Bei Marx im Orig. (i. e. in der Edition Kautskys): „Mit anderen Worten: Diese Bestimmung gleicher Profitrate (aber nur im einzelnen Falle und auf diesem Umweg kommt Ricardo hinzu) bei Kapitalien von verschiedener organischer Zusammensetzung widerspricht dem Gesetz des Wertes oder, wie Ricardo sagt, bildet eine Ausnahme davon, worauf Malthus richtig bemerkt, daß die Regel die Ausnahme und die Ausnahme die Regel im Fortgang der Industrie wird.“ [Theorien über den Mehrwert. III. S. 75.] xxix Schäffle: Schäffle, A[lbert]: Die Quintessenz des Sozialismus. 14. Aufl. Gotha 1906. xxx Kleinwächter: Kleinwächter, Friedrich: Die Grundlagen und Ziele des sogenannten wissenschaftlichen Sozialismus. Innsbruck 1885. xxxi Masaryk: Masaryk, Th[omas] G[arrigue]: Die philosophischen und sociologischen Grundlagen des Marxismus. Studien zur socialen Frage. Wien 1899. xxxii Marx: „Programmkritik“: Zur Kritik des sozialdemokratischen Parteiprogramms. Aus dem Nachlaß von Karl Marx. In: Die Neue Zeit. Revue des geistigen und öffentlichen Lebens. Stuttgart. 9. Jg. 1890/1891. Bd. 1. Nr. 18. S. 561– 575. xxxiii „Elend der Philosophie“: Marx, Karl: Das Elend der Philosophie. Antwort auf Proudhons „Philosophie des Elends“. Deutsch von E. Bernstein und K. Kautsky. Mit Vorwort und Noten von Friedrich Engels. Stuttgart 1885. xxxiv Marc Aucuy: Aucuy, Marc: Les Systèmes Socialistes d’Échange. Paris 1908. – Im Ts.: Marc Oen. xxxv Max Weber : Weber, Max: Die „Objektivität“ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis. In: ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre. Tübingen 1922. S. 146–214. xxxvi Robert Wilbrandt: Wilbrandt, R[obert]: Karl Marx. Versuch einer Würdigung. 4. Aufl. Leipzig, Berlin 1920. xxxvii „historische Vorstufe“: Bei Wilbrandt im Orig.: „So ist der Anfang von Band I nicht als Bild der Gegenwart zu verstehen, wie all die Kritik es irrtümlich annahm, sondern erst Band III, 1 (S. 120–179) führt bis an die Gegenwart heran 137 und zeigt (S. 155 f.), wie der Anfang gemeint war: als Bild der historischen Vorstufe vor der kapitalistischen Produktion – der Tauschverkehr zwischen den Handwerkern und Bauern –, so daß ‚nicht nur logisch, sondern auch historisch‘ (Bd. III, 1 S. 156) die ‚Werte der Waren als das Prius der Produktionspreise‘ (einschließlich Kapitalgewinn) zu betrachten sind.“ [Wilbrandt: Karl Marx. S. 106.] xxxviii Friedrich Engels in „N. Z.“: Fr. Engels’ letzte Arbeit: Ergänzung und Nachtrag zum dritten Buch des „Kapital“. In: Die Neue Zeit. Stuttgart. 14. Jg. 1895/1896. Bd. 1. Nr. 1. S. 6–11; Nr. 2. S. 37–44. [MEGA2 II/14. S. 323–340.] xxxix „Wertgesetz … 15. Jahrhundert“: Bei Engels im Orig.: „Das Marxsche Werthgesetz hat also ökonomisch-allgemeine Gültigkeit für eine Zeitdauer, die vom Anfang des, die Produkte in Waaren verwandelnden Austausches bis ins fünfzehnte Jahrhundert unsrer Zeitrechnung dauert.“ [MEGA2 II/14. S. 333].] xl Georg Sorel: Sorel, G[eorges]: Sur la théorie marxiste de la valeur. In: Journal des économistes. Revue mensuelle de la science économique et de la statistique. Paris. 56e année. 5e série. Tome XXX. Mai 1897. S. 222–231. xli „was gilt das Wertgesetz heute?“: Bei Sorel im Orig.: „Engels écrivit, durant les derniers mois de sa maladie, un article important destiné à éclaircir les difficultés soulevées: la traduction a paru dans le Devenir social (novembre 1895): on y lit que «la loi de la valeur a régné durant une période de cinq à sept milliers d’années, qui s’étend du commencement de l’échange transformant les produits en marchandises jusqu’au xve siècle de notre ère» (p. 725). Mais que vaut-elle pour maintenant?“ [Ebd. S. 222.] xlii Produktionspreissystem überein.: Im Ts.: Produktionspreissystem. xliii 125 m: Im Ts.: 125 p. xliv 62,5 %: Im Ts.: 62 %. xlv Bortkiewicz: Bortkiewicz, L[adislaus] v[on]: Wertrechnung und Preisrechnung im Marxschen System. Zweiter Artikel. In: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik. Tübingen. N. F. Bd. 25. 1907. S. 10–51. xlvi K III/I: Marx, Karl: Das Kapital. Kritik der politischen Oekonomie. Dritter Band. Buch III: Der Gesammtprocess der kapitalistischen Produktion. Herausgegeben von Friedrich Engels. Hamburg 1894. S. 135. [MEGA2 II/15. S. 158.] xlvii Moszkowska: Moszkowska, Natalie: Das Marxsche System. Ein Beitrag zu dessen Ausbau. Berlin 1929. – Im Ts. durchgängig: Moskowska. xlviii 8 7178 : Im Ts.: 179. xlix 4 339 : Im Ts.: 39. l 8 346 : Im Ts.: . li 8 346 : Im Ts.: 46. lii (v + m): Im Ts.: (V + m). liii Emil Walter: Walter, Emil J.: Der Kapitalismus. Einführung in die marxistische Wirtschaftstheorie. Zürich 1930. liv Hilferding „Finanzkapital“: Hilferding, Rudolf: Das Finanzkapital. Eine Studie über die jüngste Entwicklung des Kapitalismus. Wien 1910. 138 lv Briefs: Briefs, Goetz: Untersuchungen zur klassischen Nationalökonomie. Mit besonderer Berücksichtigung der Durchschnittsprofitrate. Jena 1915. lvi „Wealth of Nations“: Im Ts.: „Wealth of nation“. lvii John Stuart Mill: Im Ts.: James Stuart Mill. lviii „general glut“: Mill, John Stuart: Principles of Political Economy, with some of their Applications to Social Philosophy. London 1848. (IV.4.13.) lix 21,9 %: Im Ts.: 23,7 %. lx 3,8 %: Im Ts.: 3,3 %. lxi 7,0 %: Im Ts.: 6,5 %. lxii 7,0 %: Im Ts.: 6,5 %. lxiii 1907 (gegen Tugan-Baranowsky): Bauer, Otto: Mathematische Formeln gegen Tugan-Baranowsky. In: Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. Stuttgart. 25. Jg. 1906/1907. Bd. 1. Nr. 24. S. 822/823. – Im Ts.: 1919 (gegen Tugan-Baranowsky). lxiv 1929 (gegen Grossmann): Gemeint ist offenbar: Bauer, Helene: Ein neuer Zusammenbruchstheoretiker. In: Der Kampf. Sozialdemokratische Monatsschrift. Wien. 22. Jg. 1929. H. 6. S. 270–280. lxv 1930 (Kongress der S.A.I.): Kongresse der Sozialistischen Arbeiter-Internationale fanden 1928 in Brüssel (3. Kongress) und 1931 (4. Kongress) in Wien statt. Daher ist möglicherweise gemeint: [Bauer, Otto:] Die Lage in Deutschland und Zentraleuropa und der Kampf der Arbeiterklasse um die Demokratie. [Berichterstatter:] Otto Bauer. In: Vierter Kongress der Sozialistischen Arbeiter-Internationale. Wien, 25. Juli bis 1. August 1931. Berichte und Verhandlungen. Zürich 1932. Zweiter Teil. S. 519–531. lxvi Grossmann’s Buch: Grossmann, Henryk: Das Akkumulations- und Zusammenbruchsgesetz des kapitalistischen Systems. (Zugleich eine Krisentheorie). Leipzig 1929. lxvii Abb. im Ts. (hier verkleinert wiedergegeben): lxviii 4 c + 2 v ––> 2 m: Im Ts. 4 c + 2 v 2 m. lxix-a Abb. im Ts. (hier verkleinert wiedergegeben): 139 lxix O. Bauer in seinem Schema: Bauer, Otto: Die Akkumulation des Kapitals. in: Die Neue Zeit. Stuttgart. 31. Jg. 1912/1913. Bd. 1. Nr. 23. S. 837. lxx 540 k: Im Ts.: 440 k. lxxi 25000 · 3 1 = 8333: Im Ts.: 2500 · 3 = 8333. lxxii 25 000 v: Im Ts.: 15 000 v.

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References

Zusammenfassung

Am Vorabend der Weltwirtschaftskrise von 1929 publizierte Henryk Grossmann (1881–1950) mit seinem Hauptwerk, „Das Akkumulations- und Zusammenbruchsgesetz des kapitalistischen Systems“, eines der bedeutendsten Werke der marxistischen Krisentheorie. Zugleich war er von 1925 bis 1948 Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung – zunächst in Frankfurt, sodann in der Emigration in Paris, London und New York. Im Zentrum der vorliegenden Auswahl seiner nachgelassenen Schriften stehen politökonomische Arbeiten aus dem Warschauer Archiv der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Sie fokussieren zum überwiegenden Teil auf den Status der Marxschen Werttheorie und insonderheit auf das Problem der Wert-Preis-Transformation bei Marx. Weitere Abhandlungen gelten konzeptionellen Überlegungen zu den ökonomischen Bedingungen des deutschen Faschismus und zu wissenschaftshistorischen Themen. Der Publikation angefügt sind ferner mehrere archivalische und bio-bibliographische Verzeichnisse sowie ein Dokumentenanhang mit Reproduktionen ausgewählter Materialien. In der Gesamtheit ergibt sich ein neuer, bislang in dieser Intensität nicht bekannter Blick auf das Leben und Werk von Henryk Grossmann.