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Alexander Ell

Wissenstransfer im Community Based Tourism

Eine Feldstudie in der Region Yogyakarta, Indonesien

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-3977-9, ISBN online: 978-3-8288-6805-2, https://doi.org/10.5771/9783828868052

Tectum, Baden-Baden
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Alexander Ell Wissenstransfer im Community Based Tourism Alexander Ell Wissenstransfer im Community Based Tourism Eine Feldstudie in der Region Yogyakarta, Indonesien Tectum Verlag Alexander Ell Wissenstransfer im Community Based Tourism. Eine Feldstudie in der Region Yogyakarta, Indonesien © Tectum – ein Verlag in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2019 ePDF 978-3-8288-6805-2 (Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Werk unter der ISBN 978-3-8288-3977-9 im Tectum Verlag erschienen.) Umschlaggestaltung: Tectum Verlag, unter Verwendung des Bildes # 663391258 von windu_dolan | shutterstock.com Alle Rechte vorbehalten Besuchen Sie uns im Internet www.tectum-verlag.de Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. 5 Inhaltsverzeichnis Einleitung .............................................................................................. 7 1. Tourismus ...................................................................................... 10 1.1. Tourismus und Ethnologie.......................................................................... 10 1.2. Tourismuskritik ............................................................................................ 12 1.3. Alternative Ansätze....................................................................................... 14 1.3.1. Nachhaltigkeit und Partizipation ................................................... 17 1.3.2. Community Based Tourism (CBT) ............................................... 21 2. Wissenstheoretische Grundlagen ................................................. 29 2.1. Wissenssoziologische Grundlagen ............................................................. 30 2.2. Lokales Wissen .............................................................................................. 31 2.3. Kommunikation von Informationen ......................................................... 34 2.4. Bedingende Faktoren für die Diffusion von Innovationen .................... 37 3. Einführung in die Region und Forschungsgegenstand .............. 40 3.1. Tourismus in Indonesien und der Region Yogyakarta ............................ 40 3.2. Forschungsstand zu Tourismus in Yogyakarta und der Desa Wisata ... 43 4. Das Forschungsfeld ...................................................................... 49 4.1. Das Tourismusdorf Ketingan ..................................................................... 49 4.2. Das Tourismusdorf Sambi .......................................................................... 51 5. Die Feldforschung ........................................................................ 56 5.1. Der Rahmen der Forschung ........................................................................ 56 5.2. Die Suche nach dem Feld und die Rolle der Forscher ............................ 58 5.3. Methoden der Datenerhebung und Auswertung ..................................... 61 6. Akteure und Strukturen des Comunity Based Tourism in Yogyakarta .................................................................................... 64 6.1. Die Organisationsstrukturen in den Tourismusdörfern .......................... 64 6.2. Staatliche, universitäre und private Akteure .............................................. 66 6 7. Projektrelevantes Wissen der lokalen Bevölkerung ..................... 69 7.1. Wissen über touristische Potenziale ........................................................... 69 7.2. Die Verteilung und Aneignung von Wissen ............................................. 73 7.3. Motivationen zur Partizipation am CBT-Projekt ..................................... 77 7.4. Zwischenfazit ................................................................................................ 80 8. Orte und Situationen des Wissenstransfer ................................... 82 8.1. Schulungen und Trainings für die Tourismusdörfer ............................... 82 8.1.1. Spezielle Trainings und Schulungen in Ketingan ........................ 82 8.1.2. Inhalte der Tourismusschulungen ................................................. 83 8.1.3. Faktoren des Wissenstransfers durch Tourismusschulungen .... 86 8.1.4. Meinungen über die Inhalte der Tourismusschulungen ............. 87 8.1.5. Zwischenfazit .................................................................................... 89 8.2. Vergleichsstudien und das Kommunikationsforum ................................ 90 8.2.1. Vergleichsstudien ............................................................................. 91 8.2.2. Das Kommunikationsforum der Tourismusdörfer (FKDW) ... 91 8.2.3. Zwischenfazit .................................................................................... 92 8.3. Der Wissenstransfer innerhalb der Tourismusdörfer .............................. 93 8.3.1. Zwischenfazit .................................................................................... 96 8.4. Schlüsselpersonen für die Entwicklung der Tourismusdörfer ............... 97 8.4.1. Bu Suryantoro, Unternehmerin und Change Agent .................... 98 8.4.2. Pak Sumantri, ehemaliges Dorfoberhaupt u. Opinion Leader 100 8.4.3. Mas Destha, Wissenschaftler und Change Agent ...................... 102 8.4.4. Zwischenfazit .................................................................................. 104 9. Zusammenfassung und Ausblick ................................................ 107 Quellenverzeichnis ............................................................................. 111 Anhang ................................................................................................ 133 Glossar .................................................................................................................. 133 Profile und Werbung der Tourismusdörfer ..................................................... 134 7 Einleitung Tourismus als ein stetig wachsender internationaler Industriesektor ist nicht nur für Ökonomie und Ökologie von großer Bedeutung, sondern auch für die Menschen und ihre Lebenswelt. Einerseits bietet Tourismus eine bedeutende Einnahmequelle und die Möglichkeit zum Kulturkontakt und Austausch, andererseits hat sich gezeigt, dass besonders der Massentourismus viele negative Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung hat. Von alternativen Tourismusformen bei denen ökologische, ökonomische und soziokulturelle Nachhaltigkeit und Partizipation der lokalen Bevölkerung auf verschiedenen Ebenen unterschiedlich stark betont werden, verspricht man sich eine Minimierung negativer Effekte. Darüber hinaus sehen Wissenschaftler1, Regierungen, Entwicklungshilfeorgane und auch lokale Bevölkerungen den Empfang von Besuchern als Mittel zur Bekämpfung von Marginalisierung und Armut an. Ein Konzept, das seit den 1990er Jahren verstärkt als Instrument der Regionalentwicklung eingesetzt wird und eine möglichst umfassende Partizipation der lokalen Bevölkerung der Tourismusdestination gewährleisten soll ist der Community Based Tourism (CBT, Gemeindebasierenden Tourismus). Allerdings zeigte sich, dass auch dieser Ansatz in der Praxis oftmals nicht wie erhofft funktioniert. Der Mangel an Wissen und Verständnis für Tourismus der lokalen Akteure wird als grundlegendes Hindernis der Entwicklung nachhaltiger CBT-Projekte gesehen. Mit Schulungsmaßnahmen versucht man bei den Zielgemeinden ein Bewusstsein für Tourismus und seine Implikationen zu schaffen und Wissen aus den vielen Fachereichen wie Management, Finanzwesen, Kundenservice etc. zu vermitteln. Damit rücken der Transfer von Wissen und die ihn bedingenden Faktoren in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Transfer von Wissen in zwei Community Based Tourisms-Projekten auf Java, Indonesien. Dazu führte ich im Sommer 2008 eine zehnwöchige Feldstudie zusammen mit meiner indonesischen Forschungspartnerin Rian Indriani durch. In den ländlichen Gebieten der Region Yogyakarta (Daerah Istimewa Yogyakarta, D.I.Y.) in Zentraljava entstehen seit einigen Jahren vermehrt CBT-Projekte, desa wisata (Tourimusdörfer) genannt. Diese beruhen hauptsächlich auf der Vermarktung von Traditionen und Kultur im weitesten Sinne. Ein in 1 Personen- und gruppenbezogene Bezeichnungen sind stets geschlechtsneutral zu verstehen und beziehen sich auf Männer und Frauen gleichermaßen. Die Verwendung der männlichen Form geschah allein aufgrund der vereinfachten Lesbarkeit. 8 Deutschland geführtes Expertengespräch (IWeb)2 ließ vermuten, dass auch diese Projekte mit den typischen Problemen zu kämpfen haben. Da ich von der Idee des CBT so begeistert, wie von seinen offensichtlichen Fehlschlägen in der Implementierung ernüchtert war, lag es nahe der Frage nach dem angeblichen Mangel an Wissen nachzugehen und mittels einer ethnologischen Feldforschung die emische Sichtweise dieses Phänomens zu untersuchen. In dieser Arbeit werden für die theoretische, aber auch praktische Beschäftigung mit dem Thema wissenstransferrelevante Erkenntnisse gewonnen, die Anreiz zu weiterer wissenschaftler Beschäftigung geben. Es lassen sich aber auch Handlungsanweisungen für die Praxis der Wissensvermittlung zur Ermächtigung der Durchführung von CBT-Projekten ableiten. Folgende Leitfragen ziehen sich durch die gesamte Arbeit: 1. Welche Akteure in den Projekten sind Träger welchen Wissens? 2. Wie wird Wissen vermittelt und vor allem: welche Faktoren bedingen diesen Prozess? Zunächst wird die Beschäftigung der Ethnologie mit Tourismus dargestellt und die vorliegende Arbeit innerhalb dieser verortet. Im Anschluss werden die verschiedenen Strömungen der Tourismuskritik und alternative Ansätze thematisiert. Anschließend befasst sich die Arbeit mit dem aus der Kritik an Tourismus und Methoden der Entwicklungszusammenarbeit entstandenen alternativen Konzept des CBT, den dahinter stehenden Ideen, den Ansprüchen und damit verbundenen Hoffungen. Die empirischen Erkenntnisse verweisen auf die Wichtigkeit von Bildungsmaßnahmen in der lokalen Bevölkerung für die Entwicklung von CBT-Projekten und geben erste Hinweise auf Faktoren, die den Wissenstransfer bedingen. Der nächste Teil beschäftigt sich mit den wissenstheoretischen Grundlagen. Dabei sind Aussagen zur Kommunikation von Informationen in Bezugnahme auf die Diffusionstheorie nach Rogers hilfreich, um Erkenntnisse über die Faktoren des Wissenstransfers zu erhalten. Es folgt eine Einführung in die Forschungsre- 2 Die in der Arbeit verwendeten Kürzel für die jeweiligen Interviews setzen sich zum einen aus einem Großbuchstaben zusammen, der die Zugehörigkeit zur befragten Personengruppe anzeigt (S für Sambi, K für Ketingan, D für Dinas usw., wobei Experten und weitere Gesprächspartner, die in keine der Kategorien fallen ein I für Interview erhalten) und zum anderen aus der anschließenden Zahl, die sich auf die Nummer des Gesprächs mit der jeweiligen Person bezieht. Die nachfolgenden drei Buch-staben stehen zudem für die Anfangsbuchstaben des Namens. Dieser enstpricht bei den Forschungs-teilnehmern auf den Dörfern bis auf wenige Ausnahmen nicht dem wirklichen. Eine Auflistung aller Interviews findet sich bei den Quellenangaben. 9 gion, die aus einer allgemeinen Beschreibung und der Darlegung des Forschungsstandes des Tourismus in Indonesien und Yogyakarta und der dort wachsenend Anzahl von Tourismusdörfern, gegeben wird. Zwei solcher auf der Grundlage des CBT- Gedanken entstandene Dörfer stehen im Mittelpunkt meiner Forschung. Mit diesen beiden Dörfern wird danach das Forschungs-feld beschrieben. Anschließend folgt eine Reflexion meiner Feldforschung. Hier werden die Arbeit im Feld und die in der Auswertung der Materialien angewandten Methoden offen gelegt. Es schließt sich ein Kapitel über die für den Wissenstransfer relevanten Akteure und Strukturen an. Die Art der Verwendung der finanziellen Einnahmen aus dem Projekt, sowie die relevanten Organisationen und Institutionen werden erklärt und die für den Wissenstransfer relevanten staatlichen, universitären und privaten Akteure genannt. In den folgenden zwei Kapiteln erfolgt die Analyse der empirischen Daten in Bezugnahmen auf die Anfangs genannten theoretischen Aspekte. Zuerst wird nach dem Wissen der Bewohner bez. der Touristischen Potentiale ihrer Dörfer gefragt. Dabei werden Motivationen für eine Partizipation an den Projekten sichtbar die sich aus den erwarteten Gewinnen aber auch Befürchtungen ableiten. Die Verteilung von Wissen und dessen Quellen werden aufgezeigt. Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit den verschiedenen Orten und Situationen des Wissenstransfers von projektrelevantem Wissen zur Dorfbevölkerung. Dabei werden die Inhalte von Schulungen für am CBT interessierte Dörfer sowie die Meinungen der Teilnehmer und auch Durchführenden dazu untersucht. Die Beobachtung einer solchen Schulung, kombiniert mit den Stimmen der Teilnehmer und Trainer lässt Rückschlüsse auf den Wissenstransfer bedingende Faktoren zu. Neben Schulungen bieten die anschließend behandelten Vergleichsstudien und das Kommunikationsforum der Tourismusdörfer verschiedenen Akteuren die Möglichkeit des Informationsaustausches und Wissensgewinns. Der Wissenstransfer innerhalb der beiden Dörfer steht im Fokus der folgenden Analyse. Das folgende Kapitel widmet sich drei Personen die von herausragender Bedeutung für die Entwicklung der Tourismusdörfer waren. Die Sicht der Dorfbewohner wie auch ihre eigene auf ihr Handeln und ihren Einfluss, lässt weitere Schlüsse auf Wissenstransfer bedingende Faktoren zu. In der abschließenden Zusammenfassung der Forschungsergebnisse werden einige der den Wissenstransfer bedingende Faktoren, die in den verschiedenen untersuchten Teilbereichen der Forschung aufgezeigt werden konnten, hervorgehoben. Abschließend werden einige Empfehlungen für Bildungsmaßnahmen im CBT-Bereich gegeben. 10 1. Tourismus 1.1. Tourismus und Ethnologie Tourismus ist ein relativ junges Thema der Ethnologie, das aber zusehends an Bedeutung gewinnt. Obwohl Ethnologen und Anthropologen die ersten waren, die mit Tourismus und seinen Auswirkungen in ihrem Forschungsfeld in Kontakt kamen, tendierten sie dazu, diese Auswirkungen herunterzuspielen oder zu ignorieren und nicht etwa dazu, sie in ihre Studien zu integrieren oder gar zu einem eigenen Forschungsfeld zu machen (Wallace 2005). Die deutsche Ethnologie war in der Adaption von Tourismus als Forschungsfeld noch langsamer als die fremdsprachige Anthropologie (Schilling/Beyer 2005).3 Für diese anfängliche Zurückhaltung oder auch Verweigerung gibt es verschiedene Erklärungen. Wie Wallace resümiert, fühlten sich Anthropologen als „professionals by definition” (Wallace 2005:4) gerade wegen der Ähnlichkeit von touristischer Reise und ethnologischer Feldforschung genötigt, sich von den gewöhnlichen Touristen abzugrenzen. Anthropologen war es höchst unangenehm, mit Touristen in Verbindung gebracht zu werden und wollten nicht wahrhaben, “that there were tourists who might have as much or more knowledge of local cultures than did anthropologists” (Wallace 2005:5-6, Crick 1985, Buchmann 2006). Außerdem wurde Tourismus als westliches Phänomen gesehen, und damit nicht als Forschungsgegenstand einer Wissenschaft, die sich mit der traditionellen Bevölkerung und ihrer Kultur beschäftigte. „Tourism was thought to be about economics and tourists, not about the local economy or host“ (Burns 2004: 7). So passte Tourismus nicht in die romantische Sicht von Anthropologen, die ethnographische Studien anfertigten (Nuñez 1989:265, Wallace 2005:6). Und obwohl der Artikel von Nuñez über „Weekendismo in a Mexican Village“ von 1963 mit Interesse wahrgenommen wurde, wurde Touris- 3 Zur Vereinfachung werde ich im Folgenden von der 'Anthropologie' und 'Anthropologen' sprechen. 11 mus erst in den späten 70ern ein Forschungsfeld für Anthropologen.4 Touristen und ihr Einfluss auf das Feld der Anthropologie konnte nicht länger ignoriert werden, und mit der Orientierung des Faches hin zu Kulturkontakt und -wandel wurde auch Tourismus zusehends Thema der Anthropologie (Buchmann 2006:54). Autoren und Autorinnen wie Valene Smith (1977), Malcom Crick (1985, 1989), Dennison Nash (1981), Nelson Graburn (1977, 1983), Greenwood (1977), Erik Cohen (1974, 1979a, 1979b, 1984) sorgten dafür, dass Tourismus langsam aber sicher im Fach wahrgenommen wurde (Buchmann 2006: 53-66; Stronza 2001, Wallace 2005:5-6). Das Erscheinen des von Valene Smith herausgegebenen Sammelbandes „Hosts and guests“ im Jahr 1977, welches aus dem ersten Symposium der „American Anthropological Association“ zum Thema Tourismus im Jahren 1974 entstand, war der Stein des Anstoßes für die Anthropologie. In der zweiten Ausgabe von 1989 schrieb Nuñez bereits: „the study of tourism finally has become respectable“ (Nunez 1989:265). Zur Zeit der Veröffentlichung der dritten, komplett überarbeiteten Version im Jahr 2001 machten Anthropologen Tourismus und seine verschiedenen Aspekte bereits vermehrt zum Gegenstand ihrer Forschungen. Dies zeigt sich durch zunehmende Veröffentlichungen auch von Einführungswerken und Bänden wie denen von Chambers (1997, 1999), Nash (1996) and Burns (1999). Zeigten frühe Veröffentlichungen meist nur negative Folgen des Tourismus für die indigenen Gemeinschaften, zu deren Schutz sich Anthroplogen verpflichtet fühlten (siehe Kapitel im 1.2 über Tourismuskritik), verschob sich in den 80er Jahren der Fokus hin zu den Reisenden, deren Motivation und Rollen. So wurden verschiedenen Touristentypen und die Bedeutung der Reise für sie untersucht.5 Allerdings geschah auch dies in der Tradition der Tourismuskritik, bei der der Tourist seiner Welt zu entfliehen versucht, auf der Suchen nach etwas Authentizität (Mc Cannell 1989). Erst in den letzten zwei Jahrzehnten wurden auch die Motive der lokalen Bevölkerung, am Tourismus teilzuhaben, registriert. Aus den Opfern wurden selbstbestimmte Individuen, die auch ihre Vorteile aus touristischer Entwicklung zu ziehen wissen, und deren Welt nicht aus den beiden Polen „Tradition“ und „Tourismus“ besteht. Tourismus ist für sie nur ein Einflussfaktor neben vielen anderen, wie z.B. Migrationsbewegungen, Medien, Industrialisierungs- und Urbanisierungstendenzen. Die Ethnologin Judith Schlehe fordert daher, dass „Tourismus längst als Bestandteil lokaler Realitäten und als mit konstituierender Faktor kultureller Identitäten“ gesehen werden muss, denn: „Touris- 4 Nuñez’ Studie aus dem Jahr 1963 wird allgemein als erste ehtnologische Arbeit zum Thema Tourismus angeführt (Nash 1996:1, Burns 2004:10). 5 Für eine Übersicht siehe Platz 1995:12ff. 12 musinduzierter Kulturwandel ist ein komplexer, dynamischer und beidseitiger Prozess!“ (Schlehe 2003:36).6 Statt also nur auf die Auswirkungen von Tourismus auf die lokale Kultur zu schauen, beschäftigen sich Anthropologen auch mit dem Prozess der Nutzbarmachung und Deutung von Tourismus und der Konstruktion des eigenen Selbstverständnisses und persönlicher wie gemeinschaftlicher Identität in den lokalen Gemeinden (z.B. Yamashita et al 1997 und diverse Beiträge darin).7 In diesem Sinne ist auch meine Arbeit zu verstehen. Es gilt nicht den Einfluss von Tourismus zu ergründen, als etwas, dem die Bewohner der Dörfer ausgeliefert sind. Vielmehr geht es um dynamische Prozesse, die bei der touristischen Entwicklung zu erkennen sind, die emische Sicht der beteiligten Akteure sowie die Deutung und Bedeutung von Tourismus. 1.2. Tourismuskritik 8 Die Kritik am Tourismus ist so alt wie das Phänomen an sich. So wie Tourismus ein Spiegelbild unserer Gesellschaft sowie der Wünsche und Sehnsüchte ihrer Mitglieder ist, so wurde Tourismuskritik auch immer schon von gesellschaftskritischen Strömungen beeinflusst (Backes/Goethe 2003:2, Opaschowski 2001:14f). Mit der starken Zunahme von Reisenden gegen Ende der 50er Jahre, erklang die Kritik am Pauschal- und Massentourismus Seitens einiger Intellektueller, die sich um ihr Privileg des Erlebens der Andersartigkeit durch das Eindringen der Massen und der von ihnen mitgebrachten Gewohnheiten betrogen sahen (Backes 2009:1, Armanski 1978:90ff, Opaschowski 2002:124ff). Die moderne kritische Auseinandersetzung mit dem Tourismus seit dem Ende der 1950er wurde von dem viel zitierten Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger eingeleitet. In den Zeiten der Kritik am bürgerlich-kapitalistischen System der 60er und 70er Jahre wurde seine Theorie erneut rezitiert. Tourismus sei als Flucht vor dem Kapitalismus zu verstehen, der den Tourist aber paradoxerweise wieder in dessen Arme treibe. Der Tourist steht bei Enzensberger als Opfer des Systems da, der dieses durch sein Verhalten aber kritisiert: „Jede Flucht aber, wie töricht, 6 Daher ist unter anderem die Forschung zu interkulturellem Kontakt zwischen Tourist und Einheimischen und dabei besonders auch die Rolle von Guides, als Vermittlern von Kultur und zwischen Kulturen, ein Schwerpunkt der anthropologischen Tourismusforschung (z.B. Chambers 1997, Salazaar 2005, 2006, 2008a). 7 Weitere anthropologische Veröffentlichungen werden in den folgenden Teilen der Arbeit genannt. 8 Für eine Übersicht über die Tourismuskritik siehe Backes u. Goethe 2003, Backes 2009 und Friedl 2007. Exemplarisch für die Entwicklung der Tourismuskritik siehe Armanski 1978, Aktion Dritte Welt 1986, Stock 1997. Für eine Zusammenfassung negativer Effekte von Tourismus siehe Schäfer 1998. 13 wie ohnmächtig sie sein mag, kritisiert das, wovon sie sich abwendet“ (Enzensberger 1962:167). Auch wenn dieser Ansatz weithin rezitiert wurde, so hatte er doch keinen großen Einfluss auf die Entwicklung der Tourismusindustrie und das Verhalten ihrer Kunden, deren Zahl in den folgenden Jahren stetig weiter wuchs. In den 70ern und 80ern galt die Kritik verstärkt dem in der internationalen Politik vorherrschenden Entwicklungs- und Modernisierungsgedanken und den daraus resultierenden Abhängigkeiten. Dem modernisierungstheoretischen Ansatz nach galt es, den „unterentwickelten“ Süden voran zu bringen. Der Tourismus als “elegante Form der Entwicklungshilfe“ schien ein geeignetes Mittel hierfür zu sein (Backes/Goethe 2003:14). Der Tourismus versprach nicht nur Devisen, Beschäftigungs- und damit Einkommensmöglichkeiten, sondern auch Multiplikatoreffekte (Nohlen 2000:737f.). Neben den Einnahmen aus dem Warenhandel und diversen Dienstleistungen, ging man von einer dadurch induzierten Wertschöpfung aus, die in einer erhöhten Kaufkraft besteht und so das Wirtschaftswachstum in einer Region weiter beschleunigen kann (Bütow 1995:14). Die Kritik an dieser Idee ließ nicht lange auf sich warten. Diese bezog sich auf die Abhängigkeiten, die durch den Tourismus entstehen und der angesichts von politischen Instabilitäten, Naturkatastrophen und auch touristischen Trends ein sehr unsicherer Wirtschaftszweig sei. Hohe Investitionen der „Entwicklungsländer“, ermöglicht durch teils hoch verzinste Kredite aus dem Ausland, sowie der Abfluss von Devisen an die ausländischen Reiseunternehmen und Zulieferer, ließen den „Devisenbringer“ Tourismus zur „Schuldenfalle“ werden (Backes/Goethe 2003:6f, Lagger 1995:9-12). Die angebliche Schaffung von Arbeitsplätzen wurde kritisch betrachtet, da von der lokalen Bevölkerung meist nur saisonale, schlecht bezahlte Stellen besetzt wurden. Oftmals wurden auch durch die Aufnahme des touristischen Betriebs andere Einkommensquellen zerstört. Die seitens der „Entwicklungsländer“ und lokaler Akteure vermehrt geäu- ßerte Kritik an den negativen Effekten des Tourismus in ihrer Heimat wurde im Westen nicht sonderlich differenziert wahrgenommen. Sie wurde allenfalls in den vorherrschenden Diskurs über Abhängigkeiten eingegliedert (Backes/Goethe 2003:7f). Trotzdem führte dieser „Aufstand der Bereisten“ (Krippendorf 1988:21) zusammen mit der zunehmenden Kritik kirchlicher Organisationen und Nichtregierungsorganisationen sowie engagierter Bürgervereine zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit dem Thema (Backes 2009:3). Neben den wirtschaftlichen Folgen rückten so auch immer mehr die ökologischen und soziokulturellen Auswirkungen in das Zentrum der Aufmerksamkeit. Touristen wurden als „Landschaftsfresser“ (Krippendorf 1975) bezeichnet, sowie die Zerstörung und Verschmutzung von Naturlandschaften und Lebensräumen von Mensch und Tier, der hohe Verbrauch von 14 Energie, Wasser und andere Ressourcen angeprangert (siehe z.B. Mäder 1986, Armanski 1978).9 Daneben wurden zunehmend negative soziokulturelle Effekte aufgezeigt: „Tourismus – so lautet die oft wiederholte Kritik – zerrütte intakte Sozialformen und alte Traditionen. Wo die UrlauberInnen hin gelangen, verschwinde die Gastfreundschaft, löse sich das Gemeinschaftsleben auf, trete egoistisches Gewinnstreben an die Stelle ehrwürdiger Bräuche und Gewohnheiten. Vereinzelung bzw. Individualismus, Verelendung, Kriminalität und Werteverfall lauten die pauschal aufgezählten Negativfolgen. Über den Tourismus würden bisher 'unberührte' Kulturen mit Zivilisationskrankheiten angesteckt“ (Backes u. Goethe 2003:8). Die Liste dieser Vorwürfe ist lang. Preiserhöhungen infolge von Tourismus hätten eine stärkere Stratifizierung der Gesellschaft und Armut von Teilen ihrer Mitglieder zur Folge. Familienbande würden z.B. durch Arbeitsmigration zerstört. Durch die Zurschaustellung von westlichen Luxusgütern, sowie den Einstellungen und Lebensstilen der Touristen würden bis dahin unbekannte Begehrlichkeiten geweckt. Zuvor unbekannte kapitalistische Werte, Unzufriedenheit, Neid, Missgunst, Kriminalität, Prostitution etc. seien die Folge (Böhnke 1998:67ff, Hauck 1996:135ff, Iz3w 1986). Weiterhin würden Kultur und Traditionen zu Folklorismus verkommen sowie Bräuche verändert, den Anforderungen des Tourismus angepasst oder gar neu erfunden werden. Tourismus bietet also Kulturkonsum ohne wirklichen Kulturkontakt, Folklore und Klischees statt authentischer Kultur. Somit verweigere sich der Tourismus dem lange von seinen Befürwortern proklamiertem erhofften Beitrag zur Völkerverständigung, und einem wirklichen Verstehen der „Anderen“. Er fördere vielmehr die Festigung und das Entstehen von Klischees und Stereotypen (Cochrane 1996:245, Bruner 2005, Hauser- Schäublin 2000, Ramstedt 2000:132f, Rein 2000, Wahrlich 1984). 1.3. Alternative Ansätze Mit zunehmender Kritik an den negativen Auswirkungen des im Wachstum befindlichen Tourismus, wurden zusehends auch Ideen zu deren Vermeidung, oder Verringerung erdacht. Die wohl radikalste Idee war die eines totalen Verzichts auf Urlaubsreisen in die „dritte Welt“, die sich jedoch als unrealistisch herausstellte. Die Suche nach pragmatischen Lösungen anstelle 9 In den letzten Jahren ist die Umweltbelastung durch Flugreisen zu einem vielbeachteten Punkt geworden. U.a. wird versucht mit Kompensationszahlungen zugunsten von Aufforstungsprojekten unter dem Strich eine positive CO2-Bilanz bei Flugreisen zu erzielen, was Anlass heftiger Kontroverse ist. Siehe z.B. Gößling 1997, Lund-Durlacher et al. 2007:26, Maroscheck 2006, Strasdas 2007, Straßmann 2008a und 2008b, Wein 2007. 15 der Proklamation ideologischer Wunschvorstellungen wurde auch durch die differenzierte Kritik von Akteuren der Zielländer und westlichen Wissenschaftlern vorangebracht. Die Bevölkerung und Regierungen in den Urlaubsländern sahen nicht Tourismus generell als schlecht an. Vielmehr wurde eine touristische Entwicklung teilweise ausdrücklich erwünscht, dabei aber Fehlentwicklungen kritisiert. Besonders die Eliten der bereisten Länder warfen den Tourismuskritikern vor, sie wollten ihre Länder bewusst in sozioökonomischer Rückständigkeit und damit auch in Abhängigkeit halten (Vorlaufer 1990:6). Viele Experten stuften die geäußerten Erwartungen der Bevölkerung an Urlaubsziele oft als unrealistisch ein. Auch könne die Bevölkerung die negativen Folgen des herbeigesehnten Tourismus nicht abschätzen (Kane 1997:215).10 Wie der Geograph Karl Vorlaufer, der sich früh intensiv mit den Auswirkungen von Tourismus auf die damals so bezeichnete „Dritte Welt“ beschäftigt hatte, bemühten sich viele Wissenschaftler um eine differenzierte Darstellung von Gefahren und Chancen von Tourismus in Entwicklungsländern (wie Vorlaufer 1984, 1990, 1996). Spätestens in den 90er Jahren erkannte man, dass die Bevölkerung in den Zielregionen keineswegs ausschließlich Opfer einer ungewollten und unbeeinflussbaren Entwicklung war, sondern aktiv an den touristischen Entwicklungen teilnahm und ihre Vorteile daraus zog, womit „Agency“ zum Schwerpunkt vieler Untersuchungen wurde. Karl Jungk setze sich 1980 in seinem erstmals im GEO-Magazin erschienenen Artikel mit steigenden Touristenzahlen in den Destinationen und deren Tragbarkeit für die bereisten Regionen auseinander. Er machte sich Gedanken darüber, wie man die „herrliche aber durch ihre industrielle Ausformung gefährdete Aktivität des Reisens“ (Jung 1989: 59) erhalten könnte und plädierte für einen „sanften Tourismus“. Damit prägte er einen Begriff, der in der darauf folgenden Zeit wie kaum ein anderes Schlagwort zum Inbegriff einer tourismuspolitischen Alternative wurde (Baumgartner/Röhrer 1998:10).11 Auch wenn die Ideen hinter diesem Begriff im Detail unterschiedliche Ausprägungen erfuhren, betonten sie doch alle grundlegende Gemeinsamkeiten: In erster Linie wurde „Sanfter Tourismus“ als ein umweltfreundlicher Tourismus mit möglichst wenig Eingriffen in die Natur verstanden. Ebenso sollte er ein sozialverträglicher Tourismus sein, also die negativen soziokulturellen Auswirkungen so gering wie möglich halten. Um dies zu erreichen, soll Tourismus „Rücksicht auf die einheimische Kultur 10 Besonders Ethnologen standen Tourismus lange Zeit ablehnend gegenüber, da sie um die Zerstörung und den Verlust von Kultur besorgt waren (s.o.). 11 Haßlacher stellte 1988 eine umfangreiche „Bibliographie zum Thema ,Sanfter Tourismus'“ zusammen. 16 und Lebensweise“ nehmen und den „Bewohnern einer Region ein Höchstmaß an Eigenständigkeit bei der Entscheidung über die zukünftige Entwicklung ihres Lebensraums“ gewähren (Baumgartner/Röhrer 1998:11). Den Bewohnern des bereisten Landes und deren Kultur sollen Toleranz und Interesse entgegengebracht werden. Neben den emanzipatorischen Potentialen für die Bevölkerung in den Zielländern wurde aber auch die der Reisenden besonders betont. Besonders in den Anfangsjahren des „Sanften Tourismus“ hoffte man mit der Sensibilisierung des Einzelnen durch „ein neues Verständnis von Freizeit und Reisen“ (Krippendorf 1984) zu einer Änderung des Reiseverhaltens beizutragen. So plädierte Krippendorf 1988 für einen ganzheitlich orientierten Tourismus und äußerte seinen Glauben an eine „Emanzipierung des Touristen“ (Krippendorf 1988:24f). Diese sollte zu einem System führen, in dem der aufgeklärte Käufer anstelle des Produzenten den Markt bestimmt. Dieser erdachte neue Typ eines Touristen welcher einsichtig, konsumkritisch, rücksichtsvoll, experimentierfreudig, kreativ, lernbereit, genügsam und anpassungswillig ist, beschränkt sich selbst in seinem Reisen zugunsten der Bedürfnisse der Bevölkerung im Urlaubsort (Krippendorf 1988c:66). Doch die Hoffnung Krippendorfs und seiner Mitstreiter auf eine „Humanisierung des Reisens“ und einer Entwicklung „vom fremdbestimmten/manipulierten über den informierten/erfahrenen zum emanzipierten/mündigen Touristen“ (Krippendorf 1988:24), der das System durch ein entsprechendes Verhalten ändert, wurde weitestgehend enttäuscht. Im Jahr 1997 stellte das Büro für Technikfolgen-Abschätzung im deutschen Bundestag fest: „Das Potential an individueller Verhaltensänderung ist spärlicher als vielfach behauptet oder erhofft“ (zitiert nach Opaschowsky 2001:74). Opaschowski kommt 2001 zu dem Schluss, dass im touristischen Umweltdiskurs der letzten Jahre „die Wirkung von Wissen und Einstellung auf das Handeln maßlos überschätzt“ worden sei (ebd.:76). Müller bestätigt dies, indem er auf Grundlage diverser Studien eine „Diskrepanz zwischen Umweltbewusstsein und Umweltverhalten“ feststellt (Müller 2007:41). Ein Teil der Ideen zur „Emanzipierung des Touristen“ (Krippendorf 1988:24f) bestand darin, dem Verbraucher die Möglichkeit zu geben, zwischen den vielen Angeboten die richtigen - also ökologisch und sozial verträglichen auszuwählen. Eine Flut von Gütesiegeln war die Folge. Über die Richtlinien, nach denen diese Siegel vergeben wurden, konnte der Verbraucher kaum den Überblick bewahren (Mies et al. 1991:52). Die aufkommende Menge dieser Siegel ist auch Ergebnis eines neuen Trends der Mitte der 90er Jahre in Deutschland aufkam: „Ökotourismus“ löste den „Sanften Tourismus“ auf der Suche nach einem besseren Reisen ab.12 Unter dem im Englischen be- 12 Allerdings wurde und wird der Begriff des sanften Tourismus im wissenschaftlichen Diskurs auch weiterhin verwendet wie bei Hasse 1990, Kirstges, Moose 1998 oder auch bei Reisean- 17 reits seit den 60er Jahren kursierenden Begriff „Ecotourism“ tummeln sich noch mehr verschiedene Vorstellungen und Angebote als unter seinem Vorgänger (Friedl 1998:50ff, Fennel: 2008:17-46).13 Dem Öko-Trend der Zeit folgend, der von der angefeindeten Industrie für ihre Zwecke vereinnahmt wurde, wird mit dem Begriff „Ökotourismus“ ein neuer, naturnaher und vor allem auch umweltverträglicher Tourismus suggeriert. Natur kann erlebt werden, ohne ein schlechtes Gewissen wegen eventueller negativer Auswirkungen zu haben, denn Ökotourismus steht für eine umwelt- und sozialverträgliche Art des Urlaubs (Friedl 2001:50). Die Expertin für neue Tourismusformen Janet Cochrane bringt auf den Punkt, was es mit dieser Vorstellung auf sich hat „This labeling, however, may bear no relation to reality“ (Cochrane 1996:241). Bei genauer Betrachtung entpuppen sich viele Angebote unter dem Label „Ökotourismus“ als Augenwischerei. „In the wider world, where tour companies and destinations compete for market shares, there is de facto use of 'ecotourism' to describe almost any holiday based on natural attraction” (ebd.:243). 1.3.1. Nachhaltigkeit und Partizipation Das neue Schlagwort im Tourismus heißt „Nachhaltigkeit“. Bekannt wurde der Begriff durch den sogenannten „Brundtland-Bericht“14 von 1987, der sich mit den Perspektiven einer langfristig tragfähigen, umweltschonenden Entwicklung im Tourismus beschäftigt (Baumgartner/Röhrer 1998:16).15 Darin heißt es: „Sustainable development meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs“16 Eingang in die Tourismusdebatte fand der Begriff durch die Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung im Jahr 1992 in Rio de Janeiro und die „World Conference on Sustainable Tourism“ 1995 wo er laut Opachowski endgültig den Begriff des sanften Tourismus ablöste (Baumgartner/Röhrer 1998:17, Opaschowski 2001:43). Wie der Dozent und Berater für Regionalplanung und Tourismusmanagement Matthias Beyer betont, existiert allerdings weiterhin keine allgemeingültige Definition von bietern. 13 David Fennels „Ecotourism“ (2008) ist eine gut gelungene, dichte und inhaltsreiche Einführung in das Thema. 14 Dieser Bericht ist die Veröffentlichung der bereits 1983 eingesetzten unabhängigen UN- Sachverständigenkommission für Umwelt und Entwicklung (WCED = World Commission on Environment and Development). 15 Siehe auch im „Lexikon der Nachhaltigkeit“ unter http://www.nachhaltigkeit.info. Besonders die Beiträge http://www.nachhaltigkeit.info/artikel/brundtland_report_1987_728.htm und http://www.nachhaltigkeit.info/artikel/brundtland-report_563.htm 16 Zitiert nach http://www.nachhaltigkeit.info/artikel/brundtland-report_563.htm. 18 Nachhaltigkeit (Beyer 2006:127ff, Damanik 2001:21-24). Jedoch herrscht Konsens, dass Nachhaltigkeit eine ökologische, eine ökonomische und eine soziale Dimension einschließt. Die häufig zitierte Definition des „Forum Umwelt und Entwicklung“ lautet: „Nachhaltiger Tourismus muss soziale, kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Verträglichkeitskriterien erfüllen. Nachhaltiger Tourismus ist langfristig, d.h. in Bezug auf heutige wie auf zukünftige Generationen, ethisch und sozial gerecht und kulturell angepasst, ökologisch tragfähig sowie wirtschaftlich sinnvoll und ergiebig“ (Forum Umwelt und Entwicklung 1998:7). Der entscheidende Fortschritt zum sanften Tourismus ist laut dem Fremdenverkehrsgeograph Christoph Becker der „zeitliche Weitblick, die Berücksichtigung räumlicher Verflechtungen, sowie die stringente, vernetzte Sicht der drei Dimensionen“ (Becker at al.).17 Neben dem Schlagwort Nachhaltigkeit wird die Debatte um alternative Tourismusformen vom Begriff Partizipation geprägt, der aus dem Bereich der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) stammt. In den Entwicklungstheorien bis Ende des Millenniums spielten partizipatorische Ansätze kaum eine Rolle. In den 50er und 60er Jahren, die ganz im Zeichen der Modernisierungstheorien standen, wurde Entwicklung mit Wachstum gleichgesetzt (Beyer 2003:21). Man glaubte, dass der Weg aus der „Unterentwicklung“ nur in einem „Prozeß der Nachahmung und der Angleichung unterentwickelter Gesellschaften an die westlichen Gesellschaften“ (Nohlen 2000:523) bestehen konnte. Die Unterentwicklung wurde auf endogene Ursachen zurückgeführt, die es mit den externen Mitteln der Entwicklungshilfe zu überwinden galt. Der Logik dieser Sicht folgend fand Partizipation der lokalen Bevölkerung nur insofern statt, dass sie an der Umsetzung der extern bzw. von den Gebernationen entworfenen und geplanten Programmen und Projekten beteiligt war (Beyer 2003:22f). Durch die in Gang gesetzte Entwicklung erhoffte man sich ein Durchsickern der Gewinne des einsetzenden Wachstums auch bis zu den ärmsten Bevölkerungsschichten. Leider trat dieser Effekt nicht ein (Beyer 2003:22). Auch der neu aufkommende Ansatz des community development der entgegen der üblichen top-down-Methode davon ausging, dass man Entwicklung von der Basis aus beginnen sollte, kann rückblickend als weitgehend erfolglos beurteilt werden (Beyer 2003:23). Trotz der Absicht, die Eigeninitiative und Beteiligung der Bevölkerung zu fördern, wurden auch hier Ziele, Ablauf und Methoden von ausländischen Experten und der einheimischen Administration festgelegt. Deren Vorstellungen waren allerdings oft nicht deckungsgleich mit den Zielen und Zwecken der Dorfbewohner 17 Diverse Autoren stellen einen Mangel an Untersuchungen fest, welche die zeitliche Dimension betreffen (z.B. Joppe 1996:478, Sandford/Ap 1998:7). 19 (Beckmann 1997:45 aus Beyer).18 Auch die scheinbar gute Idee, einer Dezentralisierung der Entwicklungshilfe, bei der in vielen Ländern des Südens lokalen und kommunalen Ebenen vermehrt Verantwortung zur Lösung ihrer Probleme übertragen wurde, ging nicht auf. Sie bedeutete eine Entlastung des Staates und eine vermehrte Nutzung lokaler Ressourcen und war somit eher kontraproduktiv (Kohl 1999:19ff, Willis 2007:95ff). Auch wenn sich in manchen Regionen mit den bis dato angewandten Methoden enorme wirtschaftliche Erfolge in Form eines erhöhten Wirtschaftswachstums einstellten, konnte der größere Teil der Bevölkerung nicht an diesem teilhaben (Kohl 1999:19). Mit den zahlreichen Misserfolgen von Entwicklungsvorhaben wurde zunehmend auch die Wachstumsorientierung der EZ kritisiert. Mitglieder von Basisorganisationen aus den Ländern des Südens und Vertreter der Dependenztheorien übten vehement Kritik an der ihrer Meinung nach fehlgeleiteten Entwicklungspolitik (ebd.:26ff). Unterentwicklung wurde nicht mehr als Zeichen bloßen Zurückbleibens hinter den Industrieländern und mangelnder Integration in die moderne Welt interpretiert, sondern im Gegenteil als Auswirkung einer „sehr effizienten Integration“ in den kapitalistischen Weltmarkt und dessen ausbeuterischen Abhängigkeitsstrukturen (Nohlen 2000:171). Damit wurden nicht die endogenen Faktoren als Ursache von Unterentwickelung ausgemacht, sondern historische Prozesse und die momentane Art der Einbindung in den Weltmarkt (ebd:ff). In Lateinamerika, wo Dependenztheorien besonders vehement vertreten wurden, rückten die Marginalisierung und „Nicht-Partizipation“ großer Teile der Bevölkerung an gesellschaftlichen Prozessen ins Zentrum des Diskurses. So kam es dort auch zur den ersten Versuchen, Ansätze zu entwickeln, die unter Partizipation der Bevölkerung nicht nur den Einsatz lokaler Arbeitskräfte und Ressourcen zur Durchführung bereits geplanter Projekte verstanden wissen wollten, sondern den Menschen vor Ort Entscheidungsgewalt und Verantwortung zu übertragen suchten. In den 70ern hatte man bereits als Gegenmodell zum gescheiterten Trickle-through-Ansatz auf die grundbedürfnisorientierten Entwicklungsstrategien gesetzt. Diese gingen davon aus, dass man als ersten Schritt zu einer weitergehenden Entwicklung die Grundbedürfnisse19 möglichst vieler Menschen befriedigen müsse, da diese als ökonomische Bedingungsfaktoren der menschlichen Produktivität verstanden wurden (Nohlen 2000:317). Mit der weitergehenden Paradigmenverschiebung vom reinen Wirtschaftswachstum hin zu den 18 In Bezug auf Indonesien siehe Poppe 1994. 19 Zu den Grundbedürfnissen (basic needs) wurden sowohl materielle Bedürfnisse wie z.B. Ernährung, Kleidung und Wohnung als auch immaterielle gezählt. Dazu gehörten neben Bildung auch die „decision-making to provide a real basis for participation“ (Willis 2005:94, Beyer 2003:25). 20 Menschen und deren Emanzipation, wurden in den folgenden Jahrzehnten vermehrt partizipatorische Ansätze entwickelt und umgesetzt. Die Interessen der Bevölkerung sollen im Mittelpunkt stehen. Nach self reliance,20 capacitybuilding21 und active involvement22 ist nun das Schlagwort der Stunde Empowerment. Partizipation wird hier „als Prozess der Stärkung“ gesehen (Kohl 1999:70). Wenn man die Menschen ermutigt und die Möglichkeiten gibt zur Lösung bestimmter Probleme selbst beizutragen, ihre Ideen und Lösungsansätze einzubringen, in der Planung wie auch in der Durchführung, schafft das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Mut sich weiteren Aufgaben zu stellen. Empowerment ist somit gleichzeitig Ergebnis und Voraussetzung für Partizipation (Scheyvens 2002, Cole 2006): „Empowerment is the capacity of individuals or groups to determine their own affairs; it is a process to help people to exert control over factors that affect their lives” (Cole 2007:631). Es geht also nicht um eine passive Annahme einiger partizipatorischer Möglichkeiten, sondern um eine aktive Aneignung der Möglichkeiten zur Teilhabe. Dafür ist es wichtig, dass sich die betroffene bzw. involvierte Bevölkerung für das jeweilige Projekt interessiert und sich damit identifiziert (Laverack/Wallerstein 2001:182). NGOs und andere Institutionen können also nur den Rahmen schaffen, weil aktive Teilnahme und Kontrolle von innen kommen müsse, also nicht verordnet werden können (Willis 2005:102f). Schon 1988 schreibt Walter Sülberg, der Begriff Partizipation sei „weit und diffus“ (Sülberg 1988:7). Wie Eva Kohl gut darstellt gibt es 10 Jahre später nicht weniger Vorstellungen darüber, was Partizipation bedeutet und wie sie eingesetzt und umgesetzt werden soll. „In der Entwicklungszusammenarbeit ist Partizipation zu einem „Sammelbegriff“ für all die Aktivitäten, Programme, Projekte und Initiativen geworden, die die Beteiligung der betroffenen Menschen, in welcher Form auch immer, zu einem wichtigen Teil ihrer Strategien und konkreten Umsetzungsarbeit gemacht haben“ (Kohl 1999:53). Dies liegt auch daran, dass Partizipation ist zu einem „Muss“ für die EZ- Organe geworden ist.23 Allerdings sagt der Begriff für sich genommen noch nichts aus über Umfang, Form, Funktion und Gründe der Partizipation (Sülmann 1988:7). Was sich im Einzelfall dahinter verbirgt, variiert also 20 Im Deutschen oft mit Selbsthilfe oder Hilfe zur Selbsthilfe übersetzt (Beyer 26). 21 „Capacity Building“ hat das Ziel, Fähigkeit für die Planung und Umsetzung von Entwicklungsstrategien zu vermitteln. Weiterbildung ist dabei Bestandteil der Personalentwicklung, die wiederum die Entwicklung von Organisationen beeinflusst (www.inwent.org). 22 Mit Active Involvement war nicht mehr nur eine Mobilisation lokaler Ressourcen gemeint, sondern auch eine aktive und sinnvolle Beteiligung (active involvement) der menschlichen Ressourcen, wobei der Bevölkerung ein gewisses Mitspracherecht eingeräumt wurde. 23 Siehe zum Beispiel www.gtz.de/de/dokumente/de-SVMP-partizipation.pdf, und BMZ 1999 Beyer 2003:30-48. 21 stark. Auch wenn Partizipation nach idealen Ansätzen erdacht wird, ist sie durchaus kritisch zu betrachten. Denn oftmals ist Partizipation von Teilen der Bevölkerung nicht erwünscht. So betrachtet können partizipatorische Ansätze und die damit oft einhergehende Demokratisierung als weiterer neokolonialistischer Akt einer ethnozentristischen EZ gesehen werden. Ebenso können partizipatorische Ansätze gar zu einer stärkeren Anhäufung von Macht bei den vorher bereits Mächtigen führen und damit die Situation für andere Menschen verschlechtern (Laverack/Wallerstein 2001:180). Hanak erwähnt, dass Partizipation für Frauen meist nicht gleichberechtigte Partizipation bedeutet, sondern dass sie „in irgendeiner Weise von den Projekten betroffen sind“ (Hanak 1997:6) 1.3.2. Community Based Tourism (CBT) Community Based Tourism (CBT) wird in zunehmendem Maße als Mittel gesehen, partizipatorische und nachhaltige Ansprüche umzusetzen (Beyer 2006:143). CBT wird als probates Mittel des community development gesehen, das die Entwicklungsvorstellungen der Gemeinden verwirklicht. Auch für CBT gibt es keine einheitliche Definition, es ist jedoch festzustellen, dass sich community based dabei meistens auf zwei Faktoren bezieht. Erstens sollen Planung und Durchführung des Tourismusprojekts weitgehend von der Gemeinde24 übernommen werden und die Gewinne der Bevölkerung zugute kommen, um die kommunale Entwicklung zu fördern. Mit dem Wachsen des Projekts und dem Entstehen neuer Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten soll der allgemeine Wohlstand gesteigert und ein Abwandern, besonders der jungen Bevölkerung, in die Städte verhindert werden (Neudorfer 2007:48). Zweitens impliziert der Begriff auch, dass die Gemeinschaft selbst mit ihrer Lebensweise und Kultur die touristische Attraktion darstellt.25 So wird die Bevölkerung gleichzeitig zum „Subjekt und Objekt“ des Tourismus, wie Dwi (2004:27) und Rharajana (2005: 150) es formulieren. Sie sind handelnde Subjekte in der Vermarktung ihres touristischen Kapitals, das sie selbst verkörpern. CBT kann also als besondere Form von Kulturtourismus oder auch Indigenous Tourism gesehen werden.26 Ein weiterer wesentlicher Bestandteil 24 Zum Begriff der Community im CBT, verschiedenen Perspektiven und Implikationen siehe Singh et al. 2003. Weiterführende Literatur zu Gemeinschaft und Community Mayo 2000, Tönnies 1979, Bell/Newby 1978. 25 Bei Community based Ecotourism ist dies allerdings nicht unbedingt der Fall. Hier wird oftmals versucht die Verantwortung für Naturschutz in die Hände lokaler Gemeinden zu legen, die durch die touristische Vermarktung Nutzen daraus ziehen können (siehe z.B. Elixhauser 2006). 26 Für den Begriff 'Kulturtourismus', wie sein englisches Pendant 'cultural tourism' gibt es keine einheitliche Definition. Unter ihnen können alle Formen von Tourismus gefasst wer- 22 des CBT ist der Kontakt zwischen Touristen und Bevölkerung. Dieser soll möglichst auf Augenhöhe stattfinden, also nicht als ausschließlich monetär motivierte oder neo-kolonialistische Begegnung, sondern als „two-way, interactive relationship in which the hosts are not at the command of the tourists and (…) [the tourists] are not treated as mere instruments of organized consumerism“ (Bartholo et al. 2008: 110). Im Hinblick auf diesen angestrebten Austausch zwischen den Menschen definiert das Responsible Ecological Tours Project (REST) CBT als „managed and owned by the community, for the community, with the purpose of enabling visitors to increase their awareness and learn about the community and local ways of life" (REST 1997).27 Durch das Interesse der Touristen an den Menschen am Urlaubsort und deren alltäglicher Lebensweise soll CBT zu einer positiven Bewertung der eigenen kulturellen Identität beitragen (Neudorfer 1007:45). Neben dem reinen wirtschaftlichen Gewinn kann CBT also als ein bedeutender Faktor von Empowerment wirken und damit weitere Entwicklungen und Partizipation an z.B. politischen Prozessen zum Wohl der Gemeinschaft anstoßen (Cole 2006, Scheyvens 2002). Wie auch in anderen Definitionen liegt der Schwachpunkt im unklaren Begriff der Gemeinschaft. Er bezieht sich meist auf Dörfer oder kleine Städte, die aber keine homogene Gruppe darstellen, sondern aus vielen Parteien und Individuen mit teils divergierenden Interessen bestehen. In der Euphorie um den neuen Ansatz schien man dies vergessen zu haben und so scheiterten viele CBT-Projekte an mangelnder Beachtung der lokalen Machtstrukturen. Besonders Projekte mit relativ starkem Engagement externer Akteure tendieren dazu, schwächere Gruppen zu übersehen oder zumindest in Planung und Durchführung nicht zu berücksichtigen (Blackstock 2005:41ff, Häusler 2004:151, Scheyvens 2002:234). Daher plädieren manche Autoren dafür, dass bei CBT-Projekten Machtstrukturen und verschiedene Interessengruppen, besonders marginale Gruppen, identifiziert und einbezogen werden sollten (Stonich 2005, Cole 2006, Steck et al. 1999:65-67). Eine entsprechende Definition für CBT der Ethnologin und Beraterin für nachhaltige Entwicklung und Regionalentwicklung Nicole Häusler und des Professors für den, bei denen 'Kultur' als wesentlicher Bestandteil der Attraktion gilt (Lindstädt 1994:13). Dabei gibt es Überschneidungen mit vielen anderen Begriffen, die auch ihrerseits unterschiedlich definiert und verwendet werden können, wie heritage tourism, indigenous tourism, ethnic tourism und einigen weiteren (siehe Friedrich 2006: 13-18; Zeppel 2006:3-16). Für eine knappe Übersicht der verschiedenen Definitionsansätze siehe McKercher/ Du Cros 2006:3-6). Zum Begriff indigenous tourism siehe Notzke 2006:1-5; Hinch and Butler 1996:9; Zeppel 2006:3-16. 27 Häusler relativiert aber auch den Punkt des interkulturellen Austausches und stellt in Frage, inwiefern Touristen wirklich an einem interkulturellen Austausch interessiert sind und ob CBT zu einem besseren Verstehen andere Kulturen führt (Häusler 2005). 23 das Gebiet „Nachhaltiger Tourismus“ an der Fachhochschule Eberswalde Wolgang Strasdas lautet: „Community-based Tourism (CBT) is a form of tourism in which a significant number of local people has substantial control over, and involvement in its tourism development and management. The major proportion of the benefits remains within the local economy. Members of the community, even those who are not indirectly [sic] involved in tourism enterprises, gain some form of benefit as well“ (Häusler/ Strasdas 2003 zitiert nach Häusler 2005 und Beyer2006:143). Es sollen also auch die Mitglieder der Gemeinde, die nicht direkt am touristischen Projekt beteiligt sind, etwa durch Gemeinschaftskassen oder Multiplikatoreneffekte vom Projekt profitieren. In der Umsetzung hat sich jedoch an den alten Gruppen der Profiteure nichts geändert. Cochrane stellt zum Beispiel fest, dass bei Tourismusprojekten in Entwicklungsländern ärmere Menschen wie z.B. Bauern und Fischer nur sehr begrenzte Möglichkeiten haben zu partizipieren, da ihnen das Wissen und das zu investierende Kapital fehlen (Cochrane 1996:244). Dass mangelnde Partizipation von großen Teilen einer Gemeinschaft in einem Mangel an touristischer Erfahrung, Fähigkeiten, oder Wissen begründet liegt, wird von vielen Autoren anhand von Fallstudien aus verschiedenen Teilen der Erde gezeigt.28 Stroma Cole, die über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren die Tourismusentwicklung in zwei Dörfern auf Flores beobachtete, beschreibt die Partizipation der dortigen Bevölkerung als „restricted by their lack of knowledge about tourism. They are unable to participate in the planning and management of tourism due to their lack of understanding“ (Cole 2006:638). Dieser Mangel an Wissen kann damit beginnen, dass grundlegende Vorstellungen von Tourismus und Touristen fehlen bzw. falsch sind, wie die Ethnologin Sopie Elixhauser anhand ihrer Studie auf den Philippinen zeigt (Elixhauser 2006). Mit Ausnahme einiger reicher, besser gebildeter Personen können die dortigen Bevölkerungsgruppen weder die Folgen von Tourismus, noch nötige Vorbereitungen einschätzen. Die Ethnie der Akta kann bereits mit dem Begriff Tourismus nichts anfangen.29 Ihre Vorstellung von Tourismus entspricht der von Gästen, die sie grundsätzlich willkommen heißen, solange diese sie nicht in Gefahr bringen oder den Ort stören (ebd.:76). Weitergehende Erwartungen, Befürchtungen oder Hoffnungen wurden aufgrund fehlender Vorstellungen, was die Entwicklung von Tourismus überhaupt bedeutet, nicht artikuliert (Elixhauser 2006:76, Neudorfer 2005:33-35). Verschiedenen Autoren, die sich mit der Einstellung von bestehenden und potenziellen Gastgemeinden 28 Diese Begriffe werden nicht definiert, werden teilweise synonym nebeneinander verwendet. Meistens bezieht sich 'knowledge' eher auf theoretisches Wissen, wohingegen 'skills' allerdings auf anwendungsbezogenes Wissen, also eher 'Fähigkeiten', verweist. 29 In der Sprache der Akta gibt es auch keine genaue Übersetzung des Begriffs. 24 gegenüber Tourismus beschäftigen, kommen zu dem Schluss, dass sich mit der Vermittlung von Basiswissen über Tourismus oft beschriebene, apathische und negative Einstellungen gegenüber Tourismus zumindest teilweise beheben lassen (Lepp 2008, Wang/Pfister 2008).30 Allerdings gehören dazu auch die Information über mögliche Folgen, Gefahren und zu schaffende Bedingungen, auf deren Grundlage die Bevölkerung dann Entscheidungen treffen kann. Die Gemeinschaft soll damit befähigt werden, die eigenen Potentiale zu erkennen, ihre Möglichkeiten der Vermarktung gegenüber einer angestrebten Kundengruppe zu erfassen, aber auch Grenzen zu erkennen und zu hohe Erwartungen zu dämpfen (Suansri 2003: 39-54, Scheyvens 2003). In vielen Fällen sind z.B. einheimische Touristen eine realistischere Zielgruppe als internationale, da sie oft weniger anspruchsvoll sind und nicht derart viel neues Wissen erworben werden muss, um sie zufriedenstellend zu versorgen (Scheyvens 2003:233, Cochrane 1996: 244). Die Ethnologin Corinne Neudorfer stellt fest, dass eine Hürde für die Entwicklung von CBT die erforderliche Spezialisierung der Bevölkerung im Bereich Tourismus ist, die nicht gegeben sei (Neudorfer 2007:42). Neben grundlegendem Wissen und Vorstellungen verlangen CBT-Projekte nach Wissen aus diversen speziellen Arbeitsgebieten wie Organisation und Administration, Rechnungswesen, Marketing, Guiding und Programm-Design sowie Kenntnisse über Erwartungen und Ansprüche im Umgang mit Kunden. Steck et al. stellen bezogen auf gemeindebasierten Ökotourismus fest: „Gerade bei ländlichen Zielgruppen ist die Lücke zwischen autochthonem Wissen und der erforderlichen Professionalität im Tourismus besonders groß“ (Steck et al. 1999:75). Raymond Victurine zählt mögliche Erklärungen für diesen Mangel auf: Kleine Unternehmer und Gemeinden operieren isoliert und sind nicht informiert über Trends und Diskurse der Tourismusindustrie. Sie besitzen nur geringe Erfahrung in der Interaktion mit Fremden und wissen wenig über deren Geschmack, Bräuche, und Erwartungen. Mangelnde Schulbildung und berufliche Ausbildung stellen grundlegende Probleme dar (Victurine 2000:222f). Da viele verantwortliche Akteure wie Regierungen und EZ- Organe dies erkannt haben, wird versucht, die Gemeinden durch Bildungsaktionen und Knüpfung von Netzwerken zu unterstützen.31 Dabei zeigt sich 30 Sowohl Lepp als auch Wang und Pfister weisen aber auch darauf hin, dass Einstellungen und die sie konstituierenden Faktoren von Ort zu Ort variieren. „In the examination of attitudes, researchers recognized that residents’ attitudes toward tourism are not simply the reflections of residents’knowledge about tourism impacts but also influenced by residents’ values and personality.“ Besonders wichtig sind auch bisherige Erfahrungen mit Touristen und Tourismus (Lepp 2008; Wang/Pfister 2008). 31 Siehe zum Beispiel die Veröffentlichung der GTZ „Tourismus in der Technischen Zusammenarbeit - Ein Leitfaden zur Konzeption, Planung und Durchführung von projektbeglei- 25 dass eine langfristige Unterstützung mit Bildungsmaßnahmen unabdingbar ist. Die Anwendung von theoretischem Wissen ist dabei wichtig für den Erfolg von Projekten. Die Kombination von theoretischen Schulungen und „on-the-job-trainings“ also der Wissenserwerb nach Art de „learning by doing“ stellte sich als effektivste Lösung heraus (Palm 2000:118f, Victurine 2000:224ff). Fallbeispiele belegen, dass die Trainings in dauerhaften Trainingsprogrammen institutionalisiert und den jeweiligen Bedürfnissen und dem Wissenstand der Gemeinden angepasst sein sollten. Programme, die für andere Zielgruppen, wie große Hotels entworfen wurden, sind unangebracht (ebd. 228). Die genannten Autoren betonen auch die Wichtigkeit der Bildung von Netzwerken für den Informations- und Erfahrungsaustausch, was ein weiterer wichtiger Punkt bei der Unterstützung von CBT-Projekten von Regierungsseite oder NGOs ist. Zu den gleichen Ergebnissen kommt auch Scheyvens in ihrer Untersuchung, die sie exemplarisch an zwei CBT- Projekten darstellt: „This institutional support from governments, NGOs and / or the private sector, can involve provision of information, networking opportunities and capacity building through skills training. Capacity building must be of high quality and of an ongoing nature, however. Those who are trained need the confidence to put their new skills into practice, the faith of members of the wider community who may be suspicious of new management styles and business practices, and ongoing support from professionals. Sending a few community members on various one week training courses and expecting them to return home and become skilled marketers or business managers virtually overnight, is simply unrealistic“ (Scheyvens 2003:244). Wie Scheyvens erwähnen viele Autoren, dass der Prozess der Bewusstseinsbildung für Tourismus, dem Erlangen des nötigen Wissen und der nötigen Fähigkeiten, Zeit braucht und normalerweise langsam voranschreitet (Victurine 2000:288f, Raharjana 2005:150ff). Zuversicht und Selbstvertrauen wird in der Forschungsliteratur als wesentlicher Punkt bei der Entwicklung von CBT angesehen. Dabei geht es aber nicht nur um Selbstvertrauen Einzelner, sondern der gesamten Gemeinschaft. Wie oben beschrieben, braucht es einerseits Empowerment, damit es zu Partizipation kommen kann. Information und Wissen sind dabei essentielle Elemente, die eine Partizipation im Entscheidungsprozess ermöglichen. So kann der gesamte Prozess der Entwicklung eines CBT-Projekts als fortlaufender Prozess von Empowerment gesehen werden. Die Möglichkeit zu partizipieren generiert neues Wissen und Selbstbewusstsein (Cole 2007:632). Ashley und Garland schreiben dazu: tenden Maßnahmen in der ländlichen Entwicklung und im Naturschutz“ (Steck et al. 1999), oder Palm 2000, Victurine 2000, Dwi 2004, Rharjana 2005. 26 “Tourism development in communal areas, where the poorer majority lives, has potential to not only increase local incomes and jobs, (and support nature conservation), but also to develop skills, institutions, and bring Empowerment of local people“ (Ashley/Garland 1994:S. 2, Cole 2007). Der unmittelbare finanzielle Gewinn für die Gemeinschaft durch Tourismus ist also nur einer der angestrebten Nutzen bei CBT. Häusler zeigt an einem Fallbeispiel aus Bolivien die möglichen positiven Auswirkungen von CBT- Projekten. Neben finanziellen Einnahmen waren dies Kenntnisse über Fremdsprachen, Reiseleitung, Administration, Flora und Fauna sowie der eigenen Kultur. Dies sei ein „Wissenskapital“, das die Bewohner in touristischen Krisenzeiten auch in anderen Arbeitsbereichen einsetzen könnten (Häusler 2004: 161). Ryan schätzt den emotionalen Gewinn, gerade bei kleinen Unternehmern nicht weniger wichtig ein als die monetären Einkünfte (Ryan 2005:70). Empowerment wird besonders auch durch ein neues Selbstbewusstsein, die eigene Kultur betreffend, hervorgerufen. Wie bereits anklang, stellen - neben naturräumlichen Gegebenheiten - vor allem materielle und immaterielle Kultur, und deren menschlichen Träger die Attraktionen im CBT dar (Raharjana 2005 und Dwi 2004:26-30). Oftmals werden bestimmte Aspekte wie beispielsweise Tänze, bestimmte handwerkliche Fähigkeiten, oder Bauwerke als Schwerpunkte vermarktet, wobei das kulturelle Ambiente aber wesentlich zum touristischen Erlebnis beiträgt. Dabei sollen nicht, wie es oftmals an touristischer Kommodifizierung32 kritisiert wurde, einzelne, aus ihrem Kontext heraus gelöste und modifizierte, kulturelle Elemente zur Schau gestellt werden. Vielmehr sollen die Touristen möglichst authentische Eindrücke in das Leben und den Alltag der Gemeinschaft bekommen.33 Zusätzlich können auch Elemente wie Bauwerke, Werkzeuge und Gerätschaften für Kunst und Arbeit oder auch Kleidung Hauptattraktionen sein (Dwi 2004:26). Diese einzelnen Elemente sollen aber in Bezug zur Bevölkerung und ihrem Alltag, ihrer Lebensweise und Weltsicht erlebt werden, die idealerweise im Mittelpunkt der Begegnung stehen oder zumindest den Rahmen bilden, in welchem eingebettet, einzelne Attraktionen erlebt werden (Dwi 2004:26-30, Rharjana 2005:121-127). Idealerweise geht es also um ein Treffen und Austausch innerhalb der gültigen Traditionen und Ordnung und nicht dem Konsum einiger losgelösten 32 Der Prozess der Bewertung von Dingen und Aktivitäten nach ihrem Tauschwert und deren entsprechende Vermarktung wird Kommodifizierung genannt. Dinge werden dabei zu Waren und Aktivitäten zu Dienstleistungen (Cohen 1988:380). 33 Zur Diskussion um „Authentizität“ siehe Cole 2007; Cohen 1988; Glesner 2002. Die Kommodifizierung von Kultur wurde stark angegriffen und man war der Meinung, Authentizität ginge durch sie verloren. Cohen (1988) stellt dies in Frage, indem er argumentiert, dass Authentizität ein sozial konstruiertes Konzept ist, dessen Konnotation also nicht gegeben und starr, sondern verhandelbar sei (Cohen 1988). 27 kulturellen Elemente. Dafür eigenen sich besonders gut ein aktives (Mit-) Erleben, d.h., dass die Besucher selbst an Tätigkeiten und Bräuchen teilnehmen, lokale Gerichte essen, nicht nur zusehen, sondern mittanzen, -arbeiten, oder -basteln. Voraussetzung für die Teilnahme an einem derartigen Angebot ist natürlich das Interesse der Besucher.34 Die prinzipielle Frage im Kontext der Vermarktung von bestimmten Waren und Leistungen, die Erik Cohen bereits 1988 stellte, lautet: „What happens to the other meanings (particularly religious, cultural, and social) of things (and activities) once they become commoditised, particularly under the impact of tourism“ (Cohen 1988:380f). Wie Cohen beschreibt, muss Kommodifizierung nicht Sinnentleerung bedeuten. Auch wenn kulturelle Elemente zu Produkten werden, und vielleicht im Zuge der Kommodifizierung eine Veränderung erfahren, um der Marktnachfrage zu entsprechen, könne sie doch weiterhin für die Gemeinschaft Bedeutung haben, welche aber ebenso wie das kulturelle Element veränderlich ist (Cohen 1988: 381). Die Partizipation am Tourismus kann für die Gemeinden mehr bedeuten, als lediglich finanziellen Gewinn. Das Interesse von Touristen an Teilen ihres Lebens kann die Bewohner mit Stolz erfüllen und identitätsstiftend wirken (Boyd/Singh 2003:24). Viele Autoren beschreiben, dass die an CBT- Projekten teilnehmenden Gemeinschaften anfangs ein eher negatives Selbstbild haben und manchmal nicht wissen und glauben können, dass ihr „normales“ Leben für andere Menschen interessant sein könnte (Cole 2006:634, Victurine 2000:224). Das Erkennen des Alltäglichen und bis dato aus emischer Sicht Normalen als Potential für Tourismus, erzeugt oftmals Stolz auf die eigene Kultur (Cole 2006, 2007). Die mögliche Vermarktung ihrer Kultur trägt zum Erhalt und der Revitalisierung mancher kultureller Elemente bei, die ansonsten vielleicht in Vergessenheit geraten wären (Cohen 1988:381f, Cole 2006, 2007)35. Die Bevölkerung sieht sich und ihre Kultur quasi im „Spiegel des Fremden“ und erhält so Anregungen für eine Reflexion und 34 Das Potential dieses „special interest tourism“ (siehe Webseite der Dinas www.tourismsleman.com, Rharjana 2005:6) wird von manchen Experten im Vergleich zu anderen Tourismusformen nicht sehr groß eingeschätzt (IPip). Den Ausdruck des special interest tourism prägten Hall und Weiler. Er bezieht sich auf Touristen mit „desire for authenticity, immersion in the cultural and/or physical environment, and the pursuit of environmental and experiential quality. These characteristics may be distinguished by educational and cultural motivations, and by a desire to experience novelty and uniqueness as part of the travel experience“ (Hall/Weiler 1992). Im Gespräch mit Experten in Indonesien wurde er erwähnt um die Tourismus in den CBT-Projekten zu charakterisieren. 35 Vielerorts kann eine durch Tourismus motivierte Bewahrung und Revitalisierung von kulturellen Praktiken wie z.B. Tänzen oder bestimmten Handwerken beobachtet werden. Besonders für Bali ist dies gut dokumentiert (Bruner 2005, Hörstmeier 2004, Soliva 2002:374, Wahrlich 1984:147, Yamashita 2003:72-86). 28 Neuinterpretation des bisher Normalen (Ryan 2005:154). Durch den Wert, den Außenstehende bestimmten kulturellen Elementen oder der gesamten lokalen Kultur zurechnen, geben sie ihnen auch Wert in der Gemeinschaft. Boyd und Singh argumentieren, dass manche Gemeinschaften eine gemeinsame Identität entwickeln, weil sie für den touristischen Markt Gemeinschaften darstellen, sich also als solche vermarkten und folglich von außen und innen so wahrgenommen werden (Boyd/Singh 2003:24). Antweiler spricht von einer „touristifizierten, kollektiven Identität“ die ein Forschungsfeld für Ethnologen darstelle (Antweiler 2005:24). 29 2. Wissenstheoretische Grundlagen Wissen steht in mehrfacher Hinsicht im Fokus der vorliegenden Forschung über CBT. Erstens, weil- die Vermittlung von Wissen für die Entwicklung von CBT-Projekten eine bedeutende Rolle spielt. Bildungsinhalte reichen von der grundsätzlichen Idee des Tourismus bis hin zu spezifischen Fähigkeiten der Vermarktung, Buchhaltung etc. Dabei sind externe Akteure maßgeblich an dem Versuch beteiligt, ein Bewusstsein für Tourismus zu vermitteln und entwicklungshemmende Wissensdefizite zu beheben oder zu verringern. Zweitens, weil Kultur im weiteren Sinne das touristische Hauptpotential der Gemeinschaften darstellt, bei dem naturräumliche Gegebenheiten als Attraktionen dienen. Auch auf die untersuchten Dörfer Sambi und Ketingan trifft dies, wenn auch in unterschiedlichem Maße, zu. Mit Kultur rückt auch Wissen in das Zentrum der Aufmerksamkeit, wenn man davon ausgeht, dass Wissen sich in sämtlichen Elementen von Kultur „als Gesamtheit menschlicher Hervorbringungen auf allen Gebieten des Lebens“ (Fried/Kailer 2003:9) manifestiert (vgl. Schareika 2004). Wissen ist zugleich Medium und Motor gesellschaftlicher und kultureller Veränderungen und bedingt die gesamte erfahrene Lebenswelt.36 Dwi und Raharjana, die ebenfalls Forschungen in den beiden von uns untersuchten Dörfern durchgeführt haben, identifizieren das lokale Wissen als potentielle touristische Attraktion (Dwi 2004:28, Raharjana 2005:132). Drittens, weil die sinnstiftende Kon- 36 Fried und Kailer (2003) sowie Barth (2000) beschäftigen sich mit dem Verhältnis von 'Kultur' und 'Wissen'. Ein postmodernen Kulturbegriff verwirft die Ideen abgegrenzter und starrer Kulturen sowie eindeutiger Identitäten. Dynamik, kommunikative Prozesse, Vermischung und Neuerfindung von kultureller Identität finden Beachtung (Laviziano 2005:12f). In der Tradition der semiotischen Kulturtheorie von Clifford Geertz definiert die Ethnologin Christine Tuschinsky Kultur als „ein offenes System von Bedeutungen, das sich in direkter Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Bedingungen konstituiert“ (Tuschinsky 2002:24). Durch fortlaufende neue Einflüsse, also neue Informationen in verschiedenen Formen, deren Aufnahmen, Interpretation, und daraus abgeleitete Handlungen, Denkweisen etc. werden Identität und Kultur ständig neu ausgehandelt und dabei neues Wissen erschaffen. 30 struktion der subjektiven Wirklichkeit der Welt auf Wissen basiert, welches die besprochenen Veränderungen im Selbst- und Weltbild der Communtiy erklären kann. 2.1. Wissenssoziologische Grundlagen Um die drei Aspekte näher zu erläutern, möchte ich mich dem Wissensbegriff zunächst aus (wissens-)soziologischer Sicht nähern. Die Neue Wissenssoziologie oder sozialkonstruktivistische Wissenssoziologie nach Berger und Luckmann begreift das Wissen einer Gesellschaft als sozial konstruiert (Berger/Luckmann 2007 Pascale et al. 1998:6). Wissen stellt also keine absolute Wahrheit oder Wirklichkeit dar, sondern ist vielmehr das Produkt „sozial vermittelter Bedeutungen, die mehr von Akzeptanz als von Wahrheit geleitet sind“ (Tänzler et al. 2006:7). Die Bedeutung einer Sache entsteht in der Interpretation durch das Individuum, auf der Grundlage seines bisherigen Wissens, welches als Referenzsystem fungiert (Krais/Gebauer 2002:60ff). Der Anthropologe Frederik Barth definiert Wissen in diesem Sinne als „what a person employs to interpret and act on the world“ (Barth 2002:1). Dies schließt Gefühle und Einstellungen sowie Informationen, körperliche Fähigkeiten (embodied skills) wie auch verbale Taxonomien und Konzepte mit ein: „all the ways of understanding that we use to make our experienced, grasped reality“ (ebd.). Dies wird treffend durch den Begriff Habitus beschrieben, den der französische Soziologe Pierre Félix Bourdieu prägte. Er bezeichnet „Schemata, die der Wahrnehmung der sozialen Wirklichkeit dienen, Denkschemata, mit deren Hilfe diese Wahrnehmung geordnet und interpretiert werden, ethische Ordnungs- und Bewertungsmuster, ästhetische Maßstäbe zur Bewertung kultureller Produkte und Praktiken sowie Schemata, die Hervorbringung von Handlungen ableiten“ (Fuchs-Heinritz/König 2005:114). Aus diesen Schemata leiten sich also Gewohnheiten des Denkens, Fühlens und Handelns ab (Fuchs-Heinritz/König 2005:144ff, Mayerhofer 1998: Rehbein 2006:79-98). Dieses individuelle Wissen speist sich aus dem gesellschaftlichen Wissensvorrat (Keller 2009:42). Individuelle Interpretationen und Auffassungen von Wirklichkeit - also neues Wissen, das auf der Grundlage des vorhandenen gewonnen wird -, werden zu einem Teil des gesellschaftlichen Wissensvorrats.37 Die Gesamtheit des Wissensvorrats ist dabei nicht mit dem Wissensvorrat eines Individuums identisch. Wissen ist niemals gleich auf alle Individuen verteilt, sondern jedes Individuum verfügt nur über einen Teil des gesamten in der Gesellschaft vorhandenen Wissens. 37 Diese zwei Ebenen: die individuell-subjektive Ebene und die gesellschaftlich-objektive Ebene stehen in einem komplexen dialektischen Verhältnis (Keller 39ff). 31 Dies ist durch gesellschaftliche Zuteilungsprozesse und individuelle Erfahrungen bedingt (Barth 2002:1ff, Keller 2008:39ff, Fried 2003:10f). Das schlägt sich in der erweiterten Theorie nieder, in der beispielsweise zwischen Wissensformen, wie Jedermanns- und Experten-Wissen oder Alltags- und Spezialwissen unterschieden wird (Berger/Luckmann 2007:26f, Neubert/Macamo 2004). Das umfassende Verständnis von Wissen in der Neuen Wissenssoziologie bietet die Grundlage für weitere theoretische Überlegungen und Konkretisierungen je nach Forschungsinteresse. Soziologen wie Ethnologen haben sich darum bemüht, sinnvolle, operationalisierbare theoretische Konzepte von Wissensformen zu entwickeln. 2.2. Lokales Wissen Lokales Wissen ist zunächst eine Kategorie für die empirische Erhebung (Neubert/Macamo 2004:94, Schareika 2004:32). Im Kontext von Entwicklungszusammenarbeit und ethnologischen Forschungen ist lokales Wissen zu einem zentralen Begriff und Forschungsgegenstand geworden. Es fungiert dabei als Sammelbegriff für eine Vielzahl von Konzepten, wie einheimisches, autochthones oder traditionelles Wissen, Volkswissen und indigenes Wissen, die teilweise auch synonym verwendet werden (Schultze 1998:4, Neubert/Macamo 2004:94).38 Was sich im Einzelnen dahinter verbirgt, ist unterschiedlich. Im Allgemeinen wird das Wissen einer Ethnie, oder Gemeinschaft verstanden. Die Bezeichnung lokales Wissen betont also die Bezogenheit des Wissens auf einen bestimmen Ort, und damit „spezifische kulturelle und physische Umwelt, ohne zugleich Vorgaben über die Herkunft des Wissens zu machen“ (Neubert/Macamo 2004:94). In diesem Sinne wird der Begriff auch in dieser Arbeit verwendet.39 In der Tradition der Neuen Wissenssoziologie bezeichnet der Begriff also „die Kenntnisse, Fähigkeiten und Weltbilder, die in einer bestimmten natürlichen Umwelt und einem bestimmten kulturellen Rahmen“ (Schultze 1998:3) bestehen und sich verändern. Neben diesem Verständnis gehen Neubert und Macamo in ihrer anschaulichen, erweiterten Definition auch auf die explizite und implizite Dimensionen von lokalem Wissen ein: „Lokales Wissen ist somit mehr als reflektierte und verbalisierte Information und Kenntnis. Zum lokalen Wissen gehören daneben auch nicht reflektierte Kategorien und klassifikatorische Ordnungen, Deutungen der Welt (Kosmologien und Kosmogenien), Wissen über Abläufe und Prozesse, Alltagsdrehbücher über an- 38 Wobei traditionelles Wissen, sich auf die vermeintliche Herkunft des Wissens bezieht und eine gewisse Statik und ein “Veraltet-sein“ suggeriert (Schultze 1998:2). 39 Siebert schlägt vor von lokal relevantem Wissen zu sprechen, um nicht nur lokal entstandenes, sondern auch lokalisiertes externes Wissen zu erfassen (Siebert 2004:271). 32 gemessenes Verhalten in bestimmten Situationen, automatisierte Bewegungsfertigkeiten und Handlungsabläufe, die geübt und nicht erklärt werden, komplexe Entscheidungsmuster, die über Erfahrungen angeeignet und nur bruchstückhaft verbalisiert werden, bewusste und unbewusste Deutungs- und Relevanzstrukturen“ (Neubert/Macamo 2004:95). Wie schon erwähnt, ist lokales Wissen auch eine empirische Kategorie. Dabei kann der Begriff lokal etwas irreführend sein, denn der Einflussbereich lokalen Wissens ist nicht nur auf einen Ort begrenzt, noch ist bestimmtes Wissen zwingend nur an einem Ort zu finden, bzw. muss auch an diesem entstanden sein (Schultze 1998:3f). Wissen ist also offensichtlich nicht statisch, sondern kann „wandern“ und sich verändern. Dies geschieht dauerhaft „durch selbstständige Innovationen, durch Anpassung an ver- änderte Bedingungen und Übernahmen von Wissen, Fähigkeiten und Technologien“ (Neubert/Macamo 2004:95). Der Begriff des lokalen Wissens unterstreicht also den Bezug des Wissens auf die für das Wissenssystem relevante Umwelt eines spezifischen Ortes, zu der die „physische Umwelt, Menschen, Institutionen, das spezifische soziokulturelle Umfeld, spezifische lokal verfügbare Ressourcen Techniken und Geräte“ (Schareika 2004:95f) gehören. Neue Eindrücke, besonders Krisen und Probleme, führen zur Produktion neuen Wissens bzw. dessen spezifischer Bedeutung (Macamo/Neubert 2004:186ff).40 Besonders in Zeiten von Not oder nicht alltäglichen Ereignissen, die an sich schon neues Wissen darstellen und die Produktion neuen Wissens erzwingen, kommt es zu einer Veränderung des vorhandenen Wissenssystems (Fried/Kailer 2003:11f). Die Ungleichverteilung von Wissen fand bereits Erwähnung. Sie resultiert u.a. aus der Einbindung von Wissen in lokale Machtstrukturen. Faktoren, welche die Verteilung von Wissen beeinflussen, sind Position, Geschlecht, Alter, sozialer oder religiöser Status und Arbeitsbereich (ebd., Schultze 1998:19f). So teilen bestimmte Gruppierungen oder Einzelpersonen Wissen, das anderen unbekannt oder nur zu Teilen bekannt ist (Gruppenwissen, Geheimwissen, Experten- und Spezialwissen u.a.) (Schultze 1993:20). Innerhalb der weiten Definition von lokalem Wissen ist der Begriff des Spezialwissens hervorzuheben. Dies kann beispielsweise das Wissen eines Heilers sein. Denn, wie am obigen Zitat deutlich wurde, umfasst lokales Wissen das, was die Soziologie unter Alltagswissen versteht (Berger/Luckmann 2007:16, 26f). Alltagswissen ist größtenteils implizites Wissen, das nicht bewusst 40 Neues Wissen ist dabei nicht 'neu' im Sinne von 'zusammenhanglos' und 'ohne Anknüpfungspunkt', sondern stellt eine Neuinterpretation auf Basis des vorhandene Wissens unter den aktuellen Umständen und damit dem aktuellen Wissens- und Referenzsystems dar. Neue, bis dahin unbekannte Eindrücke werden bei ihrem Auftauchen ebenfalls auf der Grundlage des aktuellen Wissensfundus interpretiert und in das Wissenssystem integriert. 33 wahrgenommen wird, da es selbstverständlich ist und nicht hinterfragt als Basis aller Wahrnehmung und sinnhafter Strukturierung der Gesellschaft dient (Neubert/Macamo 2004:96). Spezialwissen wird herangezogen bei Fragen und Situationen, die über die Alltagsroutine hinausgehen. Dabei ist zu betonen, dass es sich bei beiden Wissensarten um ein strukturell ungleiches Paar handelt, denn Spezialwissen wird mittels des Referenzrahmens, den das Alltagswissen stellt, konstruiert. Im wissenschaftlichen Diskurs wird - vor allem in Bezug auf „Entwicklungsländer“ - lokales Wissen oft wissenschaftlichem Wissen gegenübergestellt. Für die vorliegende Arbeit ist weniger das Verhältnis dieser beiden Wissensarten zueinander interessant, als vielmehr die theoretischen Erkenntnisse bezüglich der Eigenschaften von lokalem Wissen.41 Für eine Übersicht der Charakteristika dieser beiden Wissensarten siehe die unten stehende Tabelle. Wissenschaftliches Wissen Lokales Wissen - Reduktionistisch, fragmentiert - Ganzheitlich - Theoriegeleitet - Handlungsorientiert - Anspruch: neutral, wertfrei, bzw. sich der zugrunde liegenden Wertungen nicht bewusst - Anspruch: bewusst an Werte geknüpft - Anspruch: universell gültig - Anspruch: lokal gültig - Kontrolliertes Experiment - Versuch-Irrtum (unkontrolliertes Experiment) - Gezielte und systematische Wissensproduktion, Erkenntnisgewinn als Eigenzweck - Keine gezielte Wissensproduktion, Erkenntnisgewinn kein Eigenzweck - Systematische Reflexion über Wissensproduktion mit: Erkenntnistheorie, Methodologie, Regeln der Erkenntnisgewinnung - Keine systematische Reflexion über Wissensproduktion Tabelle 1: Gegenüberstellung von wissenschaftlichem Wissen und lokalem Wissen (nach Neubert/Macamo 2004:101 und Schultze 1998:26) Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Hauptunterschied im Kontextbezug des lokalen Wissens zum Anspruch einer universellen Gültigkeit des wissenschaftlichen Wissens liegt.42 Das Anknüpfen an Werte betont 41 Zu den Verhältnisse, in denen lokales und wissenschaftliches Wissen stehen können und ein Überblick über diese kontrovers diskutierten Konzepte siehe Neubert/Macamo (2004), Schultze (1998), Spranz (2010) und Schareika (2004:29ff). 42 Geht man davon aus, dass alles Wissen sozialen Charakter hat, trifft dies auch für wissenschaftlichem Wissen zu. Für die weiterführende Diskussion darüber siehe Neubert/Macamo (2004) und Schultze (1998). 34 zudem die Wichtigkeit von Moral bei lokalem Wissen. Sie bedingt sowohl die Einschätzung genereller Relevanz von Wissen als auch die Bewertung und dadurch den Umgang damit (vgl. Spranz 2010). Die Produktion lokalen Wissens erfolgt weder gezielt noch ist sie durch systematische Reflexion charakterisiert. Wissen wird im Alltag schnell und assoziativ konstruiert, ohne dass dieser Prozess stets reflektiert würde (Schareika 2004:25). Eine weitere Erkenntnis in der Diskussion um wissenschaftliches und lokales Wissen ist wesentlich. Wissen muss anschlussfähig sein, das heißt, es muss vom vorhandenen lokalen bzw. individuellen Referenzsystem wahrgenommen werden, um in das Wissenssystem integriert werden zu können. Dabei muss es als relevant und moralisch akzeptabel interpretiert werden (vgl. Neubert/Macamo 2004:100ff, Spranz 2010). 2.3. Kommunikation von Informationen Hier werden nun einige Grundlagen zur Kommunikation vorgestellt und anhand von empirischen Ergebnissen veranschaulicht. Mundy und Compton beschäftigen sich mit „Indigenous Communication and Indigenous Knowledge“ (1995).43 Sie unterscheiden dabei zwischen Wissen und Information, wobei Wissen „process of knowing, of individual cognition“ bezeichnet. Wissen ruht also im Menschen. Es wird kreiert, und zwar durch die Wahrnehmung der eigenen Umwelt und der Kommunikation mit anderen. Dieses Wissen kann kodiert und kommuniziert werden und wird dann vom Empfänger mittels dessen Wissens dekodiert und analysiert (Mundy/Compton 1995:112). Reaktionen des Empfängers, seien sie verbal oder anderer Art, schaffen wiederum neues Wissen beim Sender, der in diesem Moment ebenso Empfänger ist. Um den Prozess der Kodierung und Dekodierung zu betonen, sprechen die Autoren nicht von der 'Kommunikation von Wissen' sondern von der 'Kommunikation von Informationen' (ebd. 112f). Kommunikation geschieht sowohl bewusst als auch unbewusst durch die Beobachtung von Handlungen ebenso wie unterlassenen Handlungen, Körpersprache, Verhalten in bestimmten Situationen. Dabei wird Information immer dekodiert und interpretiert und so in neues Wissen umgewandelt (Laviziano 2005:6, Mundy/Compton 1995:113ff). Man kann grob zwischen formeller, institutionalisierter Kommunikation und informeller unterscheiden. Lokale Organisationen und Versammlungen sind Dreh- und Angelpunkte von Kommunikation. Dorfversammlungen und manche Zusammenkünfte bestimmter Organisationen haben den expliziten 43 Die beiden Autoren benutzen das Wort indigenious. Ich werde diese für meine Arbeit, wenn angebracht, durch den Begriff lokal ersetzen. 35 Zweck des Informationsaustausches. Diese Organisationen und Zusammenkünfte sind formal nicht primär Institutionen zum Informationsaustausch sondern beispielsweise religiöser Natur, Arbeitsgruppen, Frauen- oder Jugendvereinigungen mit diversen Zielen und Zwecken. Innerhalb dieser werden durch explizite verbale Kommunikation oder Handeln viele Informationen ausgetauscht (Mundy/Compton 1995:115f, Wang 1982:3f). Neben diesen strukturierten, institutionalisierten Kanälen findet Kommunikation von Informationen auch informell und relativ unstrukturiert statt. Dies geschieht bei Gesprächen innerhalb der Familie, auf dem Markt, auf der Stra- ße, also wo immer Menschen sich treffen und spontan kommunizieren. Diese von Mundy und Compton angesprochenen Kategorien sind jedoch nur zwei stereotype Pole, die selten strikt von einander zu trennen sind. Mundy und Compton zeigen auf, dass bedeutende Teile von Informationen zwischen Generationen kommuniziert werden. Die älteren Mitglieder einer Gesellschaft werden dabei als diejenigen angesehen, die einen großen Wissensvorrat an lokalem Wissen aufweisen. Tendenziell haben sie gegenüber jüngeren ein Deutungsmonopol, insbesondere traditionelle Angelegenheiten betreffend. Sie erhalten Autorität unter anderem dadurch, dass sie das Wissen der Ahnen weitergeben. Dabei kann sowohl die Kommunikation von Informationen als auch die Rezeption bewusst oder unbewusst sein. Man denke an erzieherische Maßnahmen, Bildungsinstitutionen, aber auch an das Prinzip der bewussten und unbewussten Nachahmung. Beobachtung ist eine Art der Wissensaneignung, die sich besonders für das Erlangen technischen Wissens eignet, aber auch bei komplexen Zusammenhängen ein Mittel des Wissensgewinns (Mundy/Compton 1995:115ff) darstellt. So werden beispielsweise viele Rituale und Bräuche weniger erklärt, als im Erleben erlernt. Gerade in ländlichen Gebieten von „Entwicklungs-“ und „Schwellenländern“ hat formale Bildung oft weniger Bedeutung für die Lebensgestaltung als es in „westlichen Ländern“ der Fall ist. Lernen ist oftmals in den Alltag integriert, Wissen wird im Handeln weitergegeben und nicht durch eine „theoretische vom Alltag entkoppelte Unterweisung“ (Schultze 1993:13). Wie Schultze (19998:19f) weisen Mundy und Compton nicht nur darauf hin, dass das Wissen in einer Gesellschaft ungleich verteilt ist, sondern dass die Sozial- und Machtstrukturen neben anderen Faktoren auch die Kommunikation von Wissen und damit Neuerungen beeinflussen (Mundy/Compton 1995:117f). Dabei beziehen sie sich auf die Diffusionstheorie nach Everett M. Rogers (Rogers 1969 [1962]), die für meine Forschung eine hilfreiche Perspektive anbietet. Innovationen werden dabei sehr umfassend als neue Idee, Technik oder Praktik definiert (Rogers 1969:13, 2003:5f, Brown 1981:1), also als neues Wissen im Sinne der obigen Definition. 36 Die Diffusionstheorie zeigt, dass viel Kommunikation innerhalb von Cliquen oder Peergroups stattfindet, die eine effiziente Kommunikation unter ihren Mitglieder fördern, aber gleichzeitig als Barriere nach außen wirken. Neues Wissen bringen Mitglieder dieser Gruppen ein, die vermehrt Kontakte nach außen pflegen und so im übertragenen Sinne als Brücke und laut Rogers als Innovator fungieren (Rogers 1969:193-206). Diese sind experimentierfreudig und erschaffen so selbst neues Wissen, oder bringen Ideen ein, die von Erfahrungen außerhalb der Clique oder Gemeinde stammen. Eric Dudley, der lange Jahre Erfahrung in der EZ gesammelt hat, weißt darauf hin, dass Innovatoren oftmals neugierige jüngere Personen sind, die aber oft Kritik erfahren. „Adventurous young innovators are looked on by the rest of the community as gamblers whose opinions cannot be trusted or whose position as people without responsibilities is of little relevance to their own“ (Dudley 1993:65). Trotzdem sind sie laut Mundy und Compton „the major source of the indigenous innovations that enter the society“ (Mundy/Compton 1995:118). Experten und Spezialisten44 schreibt man Kompetenz in bestimmten Wissensbereichen zu, wodurch eine Orientierung an ihnen stattfindet. Sie sind Meinungsführer in ihrer speziellen Disziplin, werden daher von anderen Personen nach ihrem Wissen gefragt und besitzen die Deutungshoheit bestimmte Angelegenheiten betreffend. Dabei ist auch ein „Experte“ ein Resultat sozialer Zuschreibung, also eine Konstruktion und keine objektive Wirklichkeit (Schützeichel 2007:548). Wie die Diffusionsforschung hervorhebt, haben Meinungsführer (opinion leaders) in verschiedenen Bereichen starken Einfluss auf die Kommunikation von Informationen und die Ausbreitung von Innovationen unter ihren followern45 und damit auch im lokalen Wissen. Laut Dudley sind sie „the real trend-setters“ (Dudley 1993:132). Charakteristisch für Meinungsführer ist, dass sie mit sozialen Normen konform gehen, kosmopolitischer sind als ihre Follower und Medien sowie anderen Wissensquellen in höherem Maße ausgesetzt sind. Das dadurch erlangte externe Wissen bringen sie in in ihre Gruppe ein. Zu den Kontakten nach außen gehören auch die Beziehungen zu change agents. Rogers definiert sie diese folgendermaßen: „A change agent is an individual who influences clients' innovattion-decisions in a direction deemed desirable by an change agency“ (Rogers 2003:366). Diese Change Agency stellt beispielsweise eine 44 Schützeichel unterscheidet den Spezialisten, der Spezialist eine bestimmte Sache betreffend ist und daher eng begrenztes und umrissenes Wissen dazu hat, vom Experten, der ein breites Fachwissen bez. eines Problemfeldes besitzt. Er orientiert sich dabei auch an anderen Experten. Ein Experte hat daher ein größeres Deutungsmonopol (Schützeichel 2007:549). 45 Aus Mangel an einer adäquaten deutschen Übersetzung von follower wird in dieser Arbeit der der englische Begriff verwendet. 37 Entwicklungshilfeorganisation oder Regierung dar. Diese Definition geht davon aus, dass die Change Agency eine zielgerichtete Veränderung anstrebt, bei deren Durchführung der Change Agent verschiedene Rollen übernimmt (Rogers 2003: 368-373). Allgemein kann man sagen, dass Change Agents eine Verbindung zwischen einer externen Wissensressource und ihren Klienten darstellen. Der Change Agent ist dabei normalerweise ein externe Person, also nicht Mitglied der Community, wie zum Beispiel ein Berater, Lehrer, Entwicklungsarbeiter, Unternehmer. Sie verfügen über hohe Ausbildung und sind Experten auf dem Gebiet desjenigen Wissens, dass vermittelt werden soll (ebd.:368). Change Agents nutzen Meinungsführer, da sie um deren Einfluss wissen (ebd.:317). Um Innovationen zu verbreiten, haben Meinungsführer extensiven Kontakt zu anderen Mitgliedern der Gemeinschaft. Sie müssen „socially accessible“ (ebd.) sein, was u.a. durch starke Partizipation in Aktivitäten und Strukturen der Gemeinschaft gegeben ist. Tendenziell haben Opinion Leader im Vergleich zu ihren Followern einen relativ hohen sozioökonomischen Status und mehr formale Ausbildung genossen (ebd.318). Interessanterweise sind Opinion Leader zwar innovativer als Follower aber nicht zwingend Innovatoren, wie sie bereits erwähnt wurden. „When a social system's norms favor change, opinion leaders are more innovative, but when the system's norm do not favor change, opinion leaders are not especially innovative“ (Rogers 2003:318). Denn im Gegensatz zu den Innovatoren, deren Ideen man eher mit Misstrauen gegenüber steht, gehen Opinion Leader mit den sozialen Normen konform (Rogers 2003:318). 2.4. Bedingende Faktoren für die Diffusion von Innovationen Rogers beschreibt einige Faktoren, welche die Diffusion von Innovationen beeinflussen können. Dass Change Agents oftmals Kontakt zu Opinion Leadern suchen, liegt zum einen an deren bereits erwähnten, potentiell diffusionsfördernden Eigenschaften. Zum anderen kann der Opinion Leader wie ein Filter wirken, der Informationen übersetzt und damit überhaupt erst verständlich und anschlussfähig macht. Denn gerade das Wissen von Change Agents kann eine angestrebte Kommunikation mit den Klienten erschweren. „Their superior know-how actually poses a barrier, making it difficult for them to communicate directly with clients. Their hetorophily technical competence usually is accompanied by heterophily in subcultural language differences, socioeconomic status, and beliefs and attitudes“ (Rogers 2003:368). In diesem Zitat sind bereits einige wesentliche Faktoren, welche Kommunikation bedingen, enthalten. Verbale Sprache ist das zentrale Kommunikati- 38 onsmittel. Um Informationen kommunizieren zu können, muss die Sprache des Senders verstanden werden. Wendet dieser eine Form von Sprache an, die vom Empfänger nicht oder unzulänglich verstanden wird - sei dies aus aufgrund unbekannten Vokabulars, grammatikalischer Unterschiede oder aus anderen Gründen heraus - stellt dies eine bedeutende Kommunikationsbarriere dar. Rogers spricht auch von einem „Information overload“ durch Change Agents (Rogers 2003:368f), der durch zu viel Innovationen (neue Informationen im Sinne von Mundy und Compton) eintreten und die Empfänger überfordern kann. Die anderen genannten Faktoren (Status, Glaube und Einstellungen) weisen auf zweierlei hin. Zum einen darauf, dass der Sender die Menschen aufgrund seiner Konstruktion der Wirklichkeit - aus derer emischen Sicht - missversteht, deren Bedürfnisse und Sichtweise nicht kennt und daher vielleicht auch unverständliches Verhalten an den Tag legt. Dies führt zum zweiten Punkt: Diese Faktoren weisen nämlich auf die Einschätzung der Klienten über den Change Agent bzw. Sender hin. Genießt er kein Vertrauen und gilt als nicht glaubwürdig in der Gemeinschaft, werden Informationen von ihm keine große Bedeutung beigemessen. Sie werden als irrelevant oder unwichtig eingeschätzt und daher nicht adaptiert. Für die Akzeptanz und Umsetzung von Innovationen ist demnach ihre Einschätzung als nützlich, sinnvoll und relevant und auch moralisch akzeptabel (Hartwig 2004:176, Dudley 1993, Neubert/Macamo 2004:104). Daher ist die Feststellung der Bedürfnisse der Gemeinschaft durch Change Agents und andere Akteure sehr wichtig. Dazu sind Empathie und ein intensiver Austausch mit den Mitgliedern nötig (Rogers 2003:246ff, 376f). Eric Dudley, plädiert dafür, sich bei EZ-Projekten die Sicht der Akteure an zu eignen und sich zu fragen, ob eine Idee aus emischer Sicht sinnvoll und vernünftig ist und ob sie überhaupt wahrgenommen und begriffen werden kann (Dudley 1993). „In order to understand what other people will consider reasonable it is necessary to find ways of learning criteria, knowledge and priorities of the others“ (Dudley 1993:17). Er zeigt auf, dass für die Diffusion von Innovationen vorhandene lokale Institutionen und Strukturen bzw. Kommunikationskanäle (channels) am effektivsten sind. Dazu gehören die schon erwähnten Dorfversammlungen, Opinion Leader usw. (ebd.:34ff). Dudley merkt an, dass die Mehrheit einer Gemeinschaft im allgemeinen relativ konservativ ist und neue Ideen erst annimmt, wenn sie völlig von diesen überzeugt ist, was durch die erfolgreiche Anwendung von wenigen als Vorbild funktionierenden Meinungsführern erreicht wird (Dudley 1993:132). Dabei sind die erwähnten Unterschiede, die Verteilung von Wissen und damit auch Einsichten und Absichten innerhalb der Gesellschaft zu beachten. Vergleichsweise reiche und gut gebildete Personen sind (besonders technischen und wirtschaftlichen) Innovationen oftmals eher zugeneigt, als 39 weniger wohlhabende, da sie in ihnen Möglichkeiten sehen, ihre ökonomische Situation - und somit auch ihre Macht - noch mehr zu vergrößern (Schultze 1998:29). Gerade ärmere Personen, von denen man in der EZ hofft, das sie von Innovationen besonderen Nutzen haben, besitzen oft gar nicht die Ressourcen, um Innovationen umzusetzen bzw. können es sich nicht leisten, zu experimentieren und ihren geringen Besitz zu verlieren, was oftmals zur Verweigerung von Innovationen führt (Dudley 1993:132). Wie die angeführte CBT-Literatur stellt auch er fest, dass die Art des Erlernens neuer Fähigkeiten kompatibel mit den bereits Bekannten - also anschlussfähig - sein muss. Traditionelle, dem lokalen Wissen entsprechende Lernmethoden sind beispielsweise der für manche Personen ungewohnten „classroom Situation“ vorzuziehen (ebd.:47). Personen können sich in Schulungen unwohl fühlen oder erst gar nicht daran teilnehmen, weil diese Art der Wissensvermittlung dem schulischen oder universitären Betrieb zugeschrieben wird und damit nicht den Erwartungen der Zielgruppe entspricht und dem was sie für sich angemessen halten (ebd.:14). Situation und Art des Lernens sollten also möglichst den traditionellen, bekannten, bereits erfahrenen entsprechen und auch mit dem Selbstbild der Personen korrelieren. Wie in der CBT-Literatur weisen verschiedene Autoren darauf hin, dass ein praktisches Erlernen von Innovationen nach dem Prinzip learning by doing am effektivsten ist (Schultze 1998:13, Dudley 1993). Auch die Aufmachung, Darstellung, Logik, Struktur von Bildungsmaterialien aller Art müssen anschlussfähig sein (Dudley 1993:71-108). Dabei gilt für den Inhalt von Schulungen das Gleiche wie für die Diffusion von Innovationen im Allgemeinen: Die Komplexität einer Innovation aus Sicht der Empfänger korreliert negativ mit der Wahrscheinlichkeit der Adaption (Rogers 2003: 257). 40 3. Einführung in die Region und Forschungsgegenstand 3.1. Tourismus in Indonesien und der Region Yogyakarta Die Stadt Yogyakarta und mit ihr die gesamte Sonderprovinz Yogyakarta (Propinsi Daerah Istimewa Yogyakarta, D.I.Y.) in Zentraljava ist eine der beliebtesten Touristendestinationen Indonesiens. Ihre Besucherzahlen werden nur noch von denen Balis übertroffen (Dahles 2001, Damanik 2001, Hampton 2003). Während Präsident Suhartos Regime der ‚Neuen Ordnung’ (orde baru, 1965–1998) wurde die Entwicklung der Tourismusindustrie nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen vorangetrieben, sondern auch um das Bild Indonesiens im Ausland zu verbessern und „promote national unity, pancasila ideology and other government-orchestrated values through domestic tourism” (Dahles 2001:VII). Im Zentrum dieser staatlichen top-down-Politik stand der sogenannte Massentourismus mit kapitalintensiven Projekten, die größtenteils von internationalen Investoren finanziert wurden (Damanik 2001, Hampton 2003:89). Die Ankunftszahlen internationaler Touristen stiegen von 26.000 im Jahr 1967 auf 1.06 Millionen im Jahr 1987. Nachdem sie 1996 die 5.6 Millionen erreicht hatten, verursachten die politische Instabilität Indonesiens und die Asienkrise in den Jahren 1997 und 1998 sowie die verheerenden Waldbrände auf Sumatra und Borneo in den späten 90er Jahren einen Rückgang auf geschätzte 3.8 Millionen Touristen im Jahr 1998. Im Jahr 2001 stiegen die Zahlen wieder auf 5.15 Millionen (Hampton 2003:89). Seitdem lag die Zahl der Ankünfte von Touristen zwischen 4.46 Millionen im Jahr 2003, was den Tiefpunkt nach den Bombenanschlägen in Bali im Jahr 2002 markierte. Weitere Bomben auf Bali im Jahr 2005, in Jakarta auf ein Hotel (2003) sowie die australische Botschaft (2004) und der Ausbruch der verheerenden Atemwegsinfektion SARS (Severe Acute Respiratory Sindrom) 2003, der Tsunamis auf Aceh (2004) und West Java (2006) sowie wiederholte soziale Unruhen in verschiedenen Regionen (z.b. auf Aceh, den Molukken, Sulawesi und Papua) führten dazu, dass viele Länder Reisewarnungen für Indonesien 41 aussprachen. Erschwerend kamen für das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt der 'War on Terror' und die Vogelgrippe hinzu. Im Jahr 2007 stieg die Zahl laut offiziellen Angaben weiter auf 5.5 Millionen und wird für 2009 mit 6.4 Millionen angegeben.46 Der internationale Tourismus in der Region Yogyakartas litt stark unter diesen Vorfällen. Auch die wiederholten Ausbrüche des Hausvulkans Merapi von 1994 bis 2002 und seine anhaltenden Aktivitäten, das verheerende Erdbeben von 2006 bei dem tausende Menschen starben und ein spektakulärer Flugzeugabsturz auf dem Adisucipto International Airport im Jahr 2007, der zur Sperrung aller indonesischen Airlines in Europa führte, hielt den Tourismus fern (Salazar 2008:208ff). Yogyakarta mit ca. 600.000 Einwohnern und den nahe gelegenen Tempeln Prambanan und Borobudur, die beide zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen, wurden unter Suharto verstärkt als „kulturelles Herz Javas“ vermarktet. Mit seinen kulturellen Attraktionen wie traditionellem Tanz, wayang kulit (einer Art Schattenpuppenspiel, das von gamelan-Orchestern begleitet wurde), verschiedenen anderen Künsten, Handwerken wie Batik und Silberschmiedekunst ist Yogyakarta ein Ziel für Individualtouristen, die an Entspannung und Kultur interessiert sind. Seit einigen Jahren wurde es unter dem Slogan „Yogya, never ending Asia“ vermarktet (Dahles 2001, Hampton 2001, Salazar 2008). Timothy (1999:376) gab an, dass die Region 1980 280.629 Touristen empfing, 1994 waren es bereits 963.995. Anfang dieses Jahrzehnts zeigte sich die wachsende Bedeutung Yogyakartas als Ziel für internationale Touristen aus Asien deren Zahl bei Weitem von einheimischen Touristen (domestic tourists) übertroffen wurde (Dahles 2001, Hampton 2003:89-90).47 Dieser Trend scheint anzuhalten. Die Einreise asiatischer Touristen nimmt zu, da diese offensichtlich nicht so zugänglich für Anti-Terror-Rhetorik und Reisewarnungen sind wie westliche. Auch war sind geographische Nähe und der damit verbundene Finanz-und Zeitaufwand geringer, sodass sich immer mehr Menschen aus der wachsenden asiatischen Mittelschicht Reisen ins Ausland leisten können. Die Zahl der Tourismus innerhalb Indonesien scheint ebenfalls weiter zu steigen (Wall 1997, Salazaar 2008, 2010). Wie über das Wachstum der Region im Allgemeinen herrscht auch diesen Aspekt betreffend ein Mangel an statistischem Material und Forschungsergebnissen 46 Statistische Informationen findet man auf der offiziellen Internetseite des indonesischen Ministeriums für Kultur und Tourismus www.budpar.go.id. 47 Die Zahl der 'domestic tourists' wird vom Ministerium für Tourismus und Kultur für ganz Indonesien für das Jahr 2009 mit 119.150 im Vergleich zu 6,4 Millionen internationalen Touristen angegeben. Wie diese Daten ermittelt wurden ist jedoch nicht ersichtlich (www.budpar.go.id). 42 (Damanik 2001:78ff, Hampton 2003: 89-91, Harkort 2006:40, Timothy 1999). Teil der Regierungsstrategie von 1992 zur Entwicklung des Tourismus, die zusammen mit dem United Nations Development Program erarbeitet wurde,48 war es, nachhaltigen Fremdenverkehr in verschiedenen Regionen zu etablieren. Dazu sollte auch Kulturtourismus zur Förderung der nationalen Einheit gehören. Mit der Wirtschaftskrise 1997, dem Ende des Suharto- Regimes und der folgenden Dezentralisierung mussten die lokalen administrativen Einheiten Möglichkeiten ihrer Finanzierung erschließen. Die Lösung hierfür wurde meist im Tourismus gesehen. Die Behörden regten unter anderem auch CBT Tourismusdörfern (desa wisata) an, weil sie darin eine Möglichkeit zur Entwicklung der ländlichen Gebiete und zum finanzielle Gewinn für die gesamte Region durch den Tourismus sahen. Viele Dörfer versuchten in der Folge am Profit durch den Tourismus teilzuhaben. In Zentraljava und anderen Teilen Indonesiens hält dieser Trend weiterhin an. Dementsprechend versuchten sich im ländlichen Umkreis Yogyakartas zunehmend Dörfer als Desa Wisata zu etablieren (Dahles 1999, Salazar 2010:100ff, Wall 1999). Diese Dörfer und die an ihrer Entwicklung beteiligten Akteure standen im Fokus meiner Forschung. Zur Zeit gibt es allein in Sleman, einem der vier Regierungsbezirke innerhalb der D.I.Y., ungefähr drei Dutzend Desa Wisata.49 Sie alle versuchen sich auf einem wachsenden Markt, mit meist typischen Potenzialen zu behaupten, und werden in Zeitungsberichten50 mittels Events oder auf der Webseite der zuständigen Behörde Dinas Kebudayaan dan Pariwisata Kabupaten Sleman51 beworben. Allen gemeinsam ist das ländliche, oft auch traditionelle Flair, das besonders Besucher aus den Städten anlockt. Auch besteht in den meisten Desa Wisata die Möglichkeit, in homestays, den Häusern der Bewohner zu übernachten. Die Attraktionen sind landwirtschaftliche Aktivitäten wie melken, pflügen, Reis ernten und setzen, besondere kulturelle Tätigkeiten oder Traditionen wie wayang kulit, Zeremonien und Feste, Handwerke wie Holz-, Metal- oder Flechtarbeiten, natürliche Gegebenheiten und sportliche Betätigungen wie Trekking, Fahrradfahren und andere Outdoor-Aktivitäten. Es werden für 48 Siehe: Wall 1997 für eine Zusammenfassung des Programms. 49 Die Angaben schwanken je nach Zeitungsbericht, Informant, oder Webseite zwischen 29 und 41 Desa Wisata in einem neueren Bericht sind sogar von 65 Desa wisata die Rede. Da es keine formale Anerkennung der Desa Wisata von Regierungsseite gibt, ist dies nicht weiter verwunderlich (siehe die angeführten Zeitungsberichte und Internetseiten der Dinas und Baparda im Quellenverzeichnis). 50 Kompas 20.9.2008, Kompas 11.11.2004 51 In etwa: Behörde für Kultur und Tourismus des Regierungsdistrikts Sleman, genannt Dinas Pariwisata oder wie in dieser Arbeit einfach Dinas genannt. 43 verschiedene Zielgruppen Programme angeboten bei denen die Besucher nicht nur Zuschauer sind, sondern die Möglichkeit haben etwas zu lernen wie das Kochen bestimmter lokaler Gerichte, das Anfertigen von Batiken oder das Spielen im Gamelan-Orchester. Auch für die genannten landwirtschaftlichen und kulturellen Aktivitäten gilt dies (Dwi 2004, Raharjana 2005, Salazar 2010). Die Frequentierung der Dörfer durch Besucher ist sehr unterschiedlich, was u.a. daran liegt, dass die ersten Desa Wisata vor bereits 15 Jahren anfingen Touristen zu empfangen und sich stetig zu entwickeln, während sich andere gerade erst dem Tourismus zuwenden. Allgemein kann man sagen, dass der Tourismus nur einen kleinen Teil der Einnahmen der Dörfer ausmacht. Selbst wenn die Vorraussetzungen, wie z.B. genügend Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen würden, ist eine stärkere ökonomische Ausrichtung auf Touristen zumindest problematisch, weil die meisten Desa Wisata von dem leben was der Anthropologe Noel Salazar „the nostalgic potential of daily rural (often read as 'primitive') life“ (Salazar 2010:100) nennt, d.h. dem Reiz ihrer traditionellen kulturellen, religiösen, (land- )wirtschaftlichen Elemente. Durch eine stärkere touristische Einbindung und damit verbundene gesteigerte Finanzkraft und Neuerungen besteht die Gefahr, dass diese touristischen Attraktionen zerstört werden (Buchmann 2006:110).52 3.2. Forschungsstand zu Tourismus in Yogyakarta und der Desa Wisata Bis vor kurzer Zeit konzentrierte sich die Tourismusforschung in Indonesien auf Bali, welches Indonesiens meistbesuchtes und gewinnbringendstes Reiseziel ist. Mit der Zeit erhielten auch andere Regionen vermehrt Aufmerksamkeit als Destinationen für Touristen und dementsprechend interessierten sich auch mehr Forscher für diese Gebiete (Hampton 2003:89). Obwohl der Tourismus in Yogyakarta über die Jahre immer weiter zunahm, unterbrochen nur durch die Asienkrise, ist die Literaturlage weiterhin relativ dürftig (Hampton 1999, 2003). Forscher beschäftigten sich meistens mit kleinen Unternehmern des informellen Sektors in der Stadt Yogyakarta. Es gibt Literatur über die Beherbergung der Touristen (Peeters et al. 1999, Timothy 52 Neol Salazar stellt dies allerdings in Frage. Er spürt der Produktion von Visionen, Bildern, und Präsentationen der Döfer, ihrer von externen Akteuren angestoßenen imaginierten Realität nach. Dabei sagt er über eines von drei in seinem kurzen Artikel angeführten Dörfern: „Young villagers are usually the ones guiding around and narrating the stories of the village […].Interestingly, they usually present the quickly modernizing village life as time-frozen and pre-modern“ (Salazar 2010:102, Salazar 2005). Dementsprechend ist anzunehmen, dass sich Modernisierung und die Darstellung und Vermarktung der Desa Wisata als „traditionell“ und „ursprünglich“ nicht unbedingt ausschließen müssen. 44 1999, Timothy/Wall 1995), die Straßenverkäufer (Timothy/Wall 1997, Timothy 1999, Harkort 2006), die Fahrer der becak (Fahrradtaxis) (van Genugten et al. 1999), Backpacker (Hampton 2003) oder über andere Aspekte des Tourismus in der Stadt Yogyakarta (Dahles 2001, Harkort 2006, Peeters et al. 1999). Auch existiert Literatur zu lokalen Tour Guides unter verschiedenen Gesichtspunkten (Van Gemert et al. 1999), Dahles 2001:177-214, Salazaar 2005, 2006, 2008a). Darüber hinaus gibt es verschiedene Abschlussberichte von Untersuchungen zur Erfassung von Entwicklungspotenzial bzw. touristischem Potential auf verschiedenen administrativen Ebenen, so genannte Masterplans, in denen auch die Gründungen von Desa Wisatas empfohlen werden.53 Diese Berichte oder Empfehlungen sind jedoch im Allgemeinen und bezogen auf die Dörfer recht oberflächlich und detailschwach. Sie werden nur selten umgesetzt wie uns von diversen Experten bestätigt wurde (IDes1+2, IWeb, IAnt, ISpi, INur, Solfield 1995:691). Hinzu kommen einige interessante Forschungen von Timothy. Er untersuchte, in welchem Umfang die drei grundlegenden Prinzipien partizipatorischer Tourismusplanung, “involvement of community members in decision making, participation of locals in the benefits of tourism, and education of locals about tourism” (Timothy 1999:372) im Zuge der Entwicklung von Yogyakartas Tourismussektor umgesetzt wurden. Obwohl es Ansätze gab, die lokalen Akteure wie Taxifahrer, Straßenverkäufer, Besitzer von kleinen Unterkünften und Restaurants in die Planung einzubeziehen, indem man ihren lokal geprägten Zielen Gehör schenkte, ihnen kleine finanzielle Anreize bot oder diverse Schulungen gab, kam der Autor zu dem Schluss: “[It] appears that resident participation in decision making is currently nonexistent in Yogyakarta” (Timothy 1999:387). Gründe dafür fanden sich in den kulturellen und politischen Traditionen der Bewohner. Zum einen in dem starken Verlangen nach sozialer Harmonie, sowie in der stark stratifizierten Gesellschaft, in der jede Person seinen gegebenen Platz hat, welcher nicht angezweifelt werden darf. Des weiteren in der Annahme, dass alle Macht in einem irdischen und gleichzeitig kosmischen Zentrum gebündelt sei, welches durch eine Führungsperson repräsentiert werde (Magnis-Suseno 1998:96-118, Markham 1995:54-77). Dieser Logik folgend wurden Autoritäten und ihre Entscheidungen nicht kritisiert, um die Harmonie nicht zu stören. Diese Geisteshaltung wurde von Teilen der Planer in den Regierungsbehörden sowie Teilen der Unternehmer geteilt: “It is the center’s responsibility to decide and the resultant changes will be for the common good of society” (Timothy 1999:385). 53 Siehe im Quellenverzeichnis RM 1-5. 45 Im Folgenden setzt sich die Arbeit mit den Forschungen zu Desa Wisata in der Region Yogyakarta auseinander. Der Tourismusforscher David Telfer untersuchte ein Tourismusdorf in D.I.Y. in dem hauptsächlich salak (Schlangenfrucht) angebaut wurde. Unterstützt durch die Regierung richteten die Bewohner ein Lernzentrum für Tourismus ein. Durch dieses sollte ein Bewusstsein für die Produktion der Frucht und die daran beteiligten Menschen geschaffen und gleichzeitig für diese geworben werden, um ein zusätzliches Einkommen für das Dorf zu erwirtschaften. Alle Aktivitäten wurden auf der Dorfebene kontrolliert und so gab es zwar zum Zeitpunkt der Untersuchung keinen nennenswerten finanziellen Gewinn, aber die lokale Identität wurde gestärkt und der Tourismus trug zur Konservierung sowohl der Natur als auch des kulturellen Erbes in Form von Tänzen, die für Touristen aufgeführt wurden, bei. Dadurch waren die Bewohner dem Tourismus gegenüber positiv eingestellt und erhofften sich zukünftig weitere Möglichkeiten sowie gesteigerte Einnahmen (Telfer 1999). Der bereits erwähnte Anthropologe Noel B. Salazar beschäftigte sich intensiv mit der Rolle von Tourismus-Guides und anderen Akteuren im Tourismus, deren Selbstverständnis, Vor- und Darstellung „der Anderen“ und des von ihnen präsentierten Objekts (Salazar 2005, 2006, 2008b, 2008b). Er spürte der kreativen Konstruktion von Wirklichkeit für den Konsum,54 d.h. imaginierten und inszenierten Realitäten im Tourismus nach. Dabei bezog er sich auch auf drei Desa Wisata in D.I.Y. Wie bereits angeführt, stellte er für den Ort Tanjung fest, dass dieser, trotzt der rapiden Modernisierung, die u.a. durch den Tourismus angestoßen wurde, als vor-modern und in einer alten Zeit eingefroren vermarktet wird, wie es dem Tourismusdiskurs in der Region allgemein entsprach. Im Ort Tembi stieß ein australischer Geschäftsmann, der für seine Exportgeschäfte einen Wohnsitz in Tembi hatte, die Tourismusentwicklung an. Nachdem Freunde von ihm ihre Aufenthalte in einigen alten von ihm renovierten Kolonialhäusern im Ort sehr genossen hatten, beschloss er dieses Prinzip zu kommerzialisieren. Um den Eindruck von Authentizität zu erhalten, kaufe er alle Reisfelder um sein Haus herum auf. Mit seiner Entscheidung sein Haus nach einigen Jahren wieder privat zu nutzen, stoppte er laut Salazar jegliche touristische Entwicklung in dem Dorf. Dieser Eindruck bestätigte sich bei meinem Besuch in dem Ort allerdings nicht. Salazar beschreibt damit ein Phänomen, dass auch aus CBT-Projekten bekannt ist. 54 Salazar nimmt Bezug dabei Bezug auf das Konzept des imagineering, das ursprünglich von Walt Disney stammt. Dabei sollen Imagination und Realität zu einem Erlebnis verbunden werden, dass die Konsumenten (paradoxerweise) als ausschließlich real und wahr empfinden (Salazar 2010:93). 46 Oftmals funktionieren CBT-Projekte nur so lange sie von einer oder mehreren externen Personen oder einer Nicht-Regierungsorganisation betreut oder geleitet werden.55 Auch das dritte von Salazar erwähnte Dorf nahe dem Borobudur wurde durch massive Einwirkung von verschiedenen externen Organisationen zum Desa Wisata (Salazar 2010). Der Masterplan des Ortes Kesongan, der im Auftrag der Dinas angefertigt wurde, um Potentiale und Schwachpunkte festzustellen und darauf basierend eine Strategie für die Entwicklung des Töpferdorfes zu erstellen, liest sich wie eine Aufzählung der typischen Probleme der Desa Wisata. Es werden dringend Parkplätze, Strassen, Erholungsplätze, Unterkünfte usw. benötigt. Der niedrige Bildungsstand der Handwerker hat direkten Einfluss auf die Qualität der Ware, die das primäre Potential des Dorfes darstellen. Weiterbildungen sind auch im Bereich der Produktvermarktung nötig. Das Hauptproblem liege aber im Management und dessen mangelnden Fähigkeiten die Vermarktung des Dorfes und seines Potentials, die Werbung, Organisation von Besuchen, das Herstellen von Kooperationen betreffend (RM 3). Der Ethnologe Dominique Buchmann forschte in Sambi und Kaliurang. Er spürte der Frage nach, welchen Beitrag die Ethnologie zu nachhaltiger Tourismusentwicklung liefern kann. Ein Teil seiner Untersuchung fand in Sambi statt. Dabei ging er auf die Partizipation der Bevölkerung, Veränderungen im Alltagsleben, positive und negative Auswirkungen und Einstellungen gegen- über dem Tourismus ein. Als ein wichtiger Aspekt für die Bewohner stellte sich heraus, dass sich durch den Tourismus „nicht zu viel verändern sollte“ (Buchmann 2006:107). Solange der Tourismus Nebeneinkunft blieb und nicht das Alltagsleben dominierte, wurde er von den meisten Befragten als Bereicherung mit minimalen Negativeinflüssen wahrgenommen. Allerdings bot er dadurch auch keine ausreichenden Zukunftsperspektiven, so dass Jugendliche weiterhin in die Städte zogen. Die Erfahrung für andere Indonesier und Ausländer interessant zu sein, stärkte das Selbstbewusstsein der Einheimischen. „Solange sich die Touristen angemessen verhalten und keine Bedrohung für die soziale Gemeinschaft darstellen, sind sie willkommen“ (ebd.). Bildungsmaßnahmen z.B über Verhalten, Vorlieben und Naturanschauungen der internationalen Besucher, die Vermarktung und das touristische Potential haben sich positiv ausgewirkt und das touristische Bewusstsein gestärkt, aber weiterhin mangelhaft (ebd.:116f). Buchmann stellte fest, dass nicht alle Bewohner vom Tourismus in Sambi profitierten, abgesehen von den neuen Straßen samt Beleuchtung für die Allgemeinheit. Es gab 55 Siehe: z.B. die Gewinner des To Do -Wettbewerbes (http://www.todo-contest.org/awardwinners.html) bei denen immer ein externer Akteur an der Entwicklung der Projekte beteiligt ist. 47 zwar Fortschritte z.B. was die Sauberkeit des Dorfes angeht, er bezweifelt aber deren Nachhaltigkeit. Weil eher die reicheren Familien profitierten und es auch zu Konkurrenz unter den Bewohner kam, wodurch Neid entstand und das als Ideal anzustrebende rukun (in etwa: Zustand sozialer Harmonie oder Solidaritätsgemeinschaft) gestört wurde (ebd.:108). „Auch Sambi hat die typischen Probleme eines sich entwickelnden Tourismusdorfes, da Sambi weder ein professionelles Management noch eine durchgängige Werbestrategie hat. Es gibt keine Kooperation mit den touristischen Anbietern in Yogyakarta“ (ebd.). Allerdings setzte Buchmann Hoffnung in die Netzwerkbildung mit anderen Desa Wisata und vermehrte Unterstützungs- und Ausbildungsmaßnahmen (ebd.). Trotzdem resümierte er: „Insgesamt ist das Projekt Desa Wisata Sambi erfolgreich. Der Prozess auf dem Weg zu einem Tourismusdorf hat gerade erst begonnen und braucht viel Zeit. Unterstützung von außen kann diesen Prozess beschleunigen und Konflikte vermeiden helfen“ (ebd.: 110). Ithok Dwi schrieb seine Abschlussarbeit im Fach Sosiatri über „die Beteiligung von Regierung, privater Seite und lokaler Bevölkerung an der Entwickelung des Desa Wisata Sambi“ (Dwi 2004). Da er ein Bewohner Sambis und damit einer unserer Gesprächspartner (SIth) war, erhielten wir von ihm einige Teile seiner Arbeit. Er erörterte darin die Ideale des CBT und beschrieb die Tourismusentwicklung des Dorfes Sambi. Eine intensive Vermarktung des Dorfes war wegen des Mangels an Kapazitäten im Dorf noch nicht angebracht. Er stellte den typischen Mangel an Humankapital im Dorf fest: Das Wissen der Bevölkerung über Desa Wisata war gering, weswegen sie sich kaum am Projekt beteiligten. Auch das Management war noch nicht bereit bzw. nur ein kleiner Teil davon fähig, entsprechend der vorhandenen Strategie vorzugehen. Die Umgebung war weder sauber noch gemütlich. Man war noch weit davon entfernt, eine größere Zahl von Touristen zufrieden stellen zu können. Diese Mängel sollten vor der Einladung vieler Touristen behoben werden, da sonst negative Werbung befürchtet wurde (ebd.: 88- 91). Dwi betonte die Wichtigkeit von Regierungsbehörden speziell der Dina Pariwisatas (s.u.) als unterstützende Kraft bezüglich Schulungen und dem Knüpfen von Kontakten, ebenso wie die Unterstützung von privater Seite, wie sie von Grya Intan geleiset wurde, dem Unternehmen einer Universitätsdozentin. Das Unternehmen und die Behörden waren maßgeblich daran beteiligt, die Idee des Tourismus in das Dorf zu tragen, und ein Bewusstsein, für das touristische Potential im Dorf zu schaffen (ebd. 91-118). Auch die Gaia-Foundation, die sich gerade erst im Ort zu etablieren begann, fand in diesem Zusammenhang Erwähnung, da sie sich um die Integration der Bewohner in ihr touristisches Vorhaben bemühte und sich im Ort sozial engagierte, indem sie armen Kindern den Schulbesuch ermöglichte. Dwi weißt 48 aber auch darauf hin, dass bei aller nötigen Hilfe, die Gefahr besteht stark fremdbestimmt zu werden und dass externe private Parteien das Dorf für ihre Absichten ausnutzen könnten. Die Hilfe von außen hält er aber für die erfolgreiche Etablierung des Tourismusprojektes für unabdingbar (ebd.). Der Ethnologe Destha Raharjana beschrieb in seiner Abschlussarbeit im Fach Okölogie „Culture Based Rural Tourism Development“ die Entwicklung des Desa Wisata Ketingan und den Einfluss externen Parteien ähnlich wie Dwi. Er beschrieb und analysierte die vorhandenen Ressourcen des Dorfes, die für touristische Attraktionen nutzbar gemacht werden konnten. Im Speziellen spürte er den Reaktionen, Meinungen und dem Wissen der Bevölkerung Ketingans über Vögel und deren Auftauchen im Ort nach. Zusätzlich betrachtete er auch weitere touristische Potentiale und die externen Parteien, die in den Prozess der Entwicklung einbezogen waren. Das Ergebnis seiner Studie war, dass Ketingan sowohl aufgrund der vorhandenen Vögel, welche die touristische Entwicklung erst anstießen, als auch wegen seines soziokulturellen Potentials, sehr gut als Desa Wisata geeignet war (Raharjana 2005:154). Dazu sind noch einige Anmerkungen nötig: Wie Dwi war auch Raharjana einer unserer Gesprächspartner. Allerdings wohnte er nicht in Ketingan. Wir hatte ihn durch seine Arbeit im Zentrum für Tourismusstudien der UGM (Pusat Pariwisata, genannt Puspar) kennengelernt. Bei der Entwicklung des Desa Wisata war er maßgeblich beteiligt. Zugespitzt kann man sagen, dass er in dieser Arbeit unter anderem sein eigenes Wirken aufzeigt und diese Arbeit somit u.a. eine Belobigung seines eigenen Schaffens darstellte, weswegen man sie mit ein wenig Vorsicht verwenden muss. Er, der weiterhin sehr engagiert in Ketingan ist und an der Entwicklung von Desa Wisata in Yogyakarta beteiligt ist, zeichnet ein durchweg positives Bild von der Entwicklung des Projekts. Auffällig ist auch, dass er nur eine Person als Informanten über die Einstellung oder das Wissen zu bestimmten Dingen heranzieht und dessen Aussagen dann verallgemeinert. Dementsprechend lieferte er eine sehr einseitige und - nach unseren Forschungen - harmonisierende Darstellung. Zum größten Teil deckten sich seine Feststellungen aber mit denen, die wir bei unserer Forschung machten. Sein Werk und die Gespräche mit ihm stellten eine wichtige Quelle für Fakten bezüglich Ketingan dar. 49 4. Das Forschungsfeld 4.1. Das Tourismusdorf Ketingan Ketingan liegt ca. zehn Kilometer von Yogyakarta entfernt, im suburbanen Gebiet und ist mit dem Auto, Bus oder Motorrad in ca. 30 Minuten erreichbar. Das Dorf zählte zur Zeit unserer Untersuchung ca. 500 Einwohner (KIbu). Laut Raharjana (2005:74) waren es einige Jahre zuvor 506 Einwohner in 207 Haushalten. Das Erscheinungsbild Ketingans ist kleinstädtisch und zeitgemäß. Als Baumaterialien der Häuser wurde viel Beton verwendet, die Böden und Veranden sind meist gekachelt (vgl. ebd.:62). Die Hauptstraßen sind zu großen Teilen asphaltiert und relativ breit ausgebaut. An Teilen dieser Straße grenzt ein wuchtiger Zaun aus Beton die anliegenden Grundstücke ab. „Obwohl schon mit adäquater physischer Infrastruktur wie Elektrizität und Straßen ausgestattet, ist der Charakter ländlichen Lebens weiterhin stark“ (ebd. 2005:68). Bäuerliche Elemente im Dorf sind nicht zu übersehen, da neben der Haltung von Kühen, Hühnern und vor allem Gänsen auch Landwirtschaft betrieben wird und über die Hälfte der Bevölkerung, wenn auch nur nebenberuflich, als Landwirte oder Züchter tätig ist. Ansonsten sind die Berufe sehr divers. Neben verschiedenen landwirtschaftlichen Spezialisierungen gibt es Staatsangestellte, Privatangestellte und Kleinunternehmer (ebd.:69, RM 4:o.A). Wie uns einer unserer Informanten bestätigte, sind die ökonomischen Konditionen der Bewohner sehr unterschiedlich (KLoh). Dies zeigt sich u.a. auch an der Größe und Beschaffenheit der Häuser und ihrer Ausstattung. Aus der Bandbreite der Baustile von traditionell bis hin zu modern sind besonders die elf traditionellen, pyramidenförmigen Joglo-Häuser hervorzuheben, von denen einige seit Generationen bewohnt werden, andere kostspielige Neubauten sind (Raharjana 2005:69). Ketingan wurde zum Desa Wisata aufgrund zweier Arten von Reihern, die im Dorf zwei drittel des Jahres verbingen. Es handelt sich hierbei um den Burung Kuntul (Bubulcus ibis), zu Deutsch: Kuhreiher und den Burung Blekok 50 (Ardediola speciosa), zu Deutsch: Prachtreiher. Bis heute ist nicht geklärt warum die Vögel Ketingan als Quartier für ihre Reproduktionsphase gewählt haben. Zwar bieten die Bäume Ketingans, sowie die flachen Ebenen und Fischbestände in der Umgebung gute Bedingungen für Brut und Nahrungssuche, scheinen sich aber nicht von denen anderer Dörfer im Umkreis zu unterscheiden (Raharjana 2005:82, KSri, Q4). Es wird erzählt, dass diese Vögel drei Monate nach einem Besuch des Sultans von Yogyakarta anlässlich der Einweihung der neu asphaltierten Straße im Jahr 1997 zum ersten Mal eintrafen. Daher haben diese Vögel als „the sultan’s birds“ - so der Werbespruch auf einer Werbebroschüre Ketingans (Q 2) - eine besondere Bedeutung für die Bewohner. In den Jahren 1998 und 1999 kamen vermehrt Leute von außerhalb des Dorfes um die Vögel zu betrachten. Wie die Zahl der Vögel (2005 „zählte“ man 15.000 Exemplare) stieg auch die der Besucher, die sich für Informationen oder Schlafplätze an das damalige Dorfoberhaupt wandten (KSri, Raharjana 2005:79ff). Ebenso begannen lokale Medien sich für das Phänomen zu interessieren. Im Jahr 2000 wurde so auch das Amt für Naturschutz (Pekan Konservasi Sumber Daya Alam, BKSDA) auf die Situation aufmerksam und nahm sich der Sache an, da der Kuhreiher in Indonesien unter Schutz steht (IBud, KHar1).56 Zusammen mit anderen Behörden und privaten Unternehmern setzten sie sich für die Aufklärung der Dorfbewohner und den Aufbau des Dorftourismus ein. Darin sah man eine effektive Methode, um einerseits die Vögel zu schützen und andererseits dem Dorf Geldeinnahmen zuzuführen. Der Naturschutz erfolgte also durch den Tourismus.57 Dem BKSDA, dem Puspar und der Dinas eruierten die Bürger Ketingans ab dem Jahr 2000 ein touristisches Konzept und gründeten 2002 ein Komitee, welches für das Projekt Desa Wisata Ketingan verantwortlich ist (IBud, IHar1, ISun, Q 4). Ketingan ist das einzige Desa Wisata Fauna in Sleman, da es auf die Vögel als Hauptattraktion setzt. Das touristische Angebot wurde in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut und umfasst neben „bird watching“ „agricultural activites, local arts performances, local food production“ und „tree adoption“, bei letzterem können Besucher gegen ein Entgelt einen jungen 56 Laut Aussage einer unserer Experten passierte dies eher zufällig, da ein Angestellter des BKSDA die Vögel Abends nach Westen ziehen sah und ihnen, um seiner berufsbedingte Neugier Genuege zu tun, bis nach Ketingan folgte. 57 Laut unseres Gesprächspartners IBud ist dieses für dieses Modell des Naturschutzes durch den Tourismus die Beteiligung verschiedener Parteien und ganz besonders der Bevölkerung ganz wesentlich, weil das BKSDA weder eine „adäquate Politik“ noch die nötigen Gelder habe, alleine für den Schutz der Vögel zu sorgen. Daher sei ihr Beitrag nur relativ gering (I- Bud.) 51 Baum, von der Art wie sie die Vögel zum Nisten benutzen „adoptieren“ und selbst setzen (Q2, IDes1). Kunden können verschiedene Pakete buchen, in denen diverse Aktivitäten enthalten sind und die sich in Inhalt und Dauer unterscheiden (Siehe Anhang). In Ketingan gibt es ungefähr 30 Homestays, in denen meist zwei bis vier Personen Platz finden. Eine Übernachtung inklusive der Mahlzeiten für eine Person kostet 50.000 indonesische Rupiah58 (IDR). Die Preise richten sich nach dem jeweiligen touristischen Angebot, manchmal auch nach der Gruppengröße (KHar1). Das „Agrikultur- Paket“ in dem die Gäste lernen ein Feld vorzubereiten, es zu pflügen und Reis zu pflanzen oder ähnliches, kostet beispielsweise 350.000 IDR und dauert nur wenige Stunden (KHar1). Die meisten Gäste in Ketingan sind Schulklassen, es kommen jedoch auch Einzelpersonen, Familien oder andere Gruppen, wie z.B. Gruppen von der Universität oder Firmen. Die Anzahl der Besucher variiert von Jahr zu Jahr recht stark. Laut Statistik wurde Ketingan im Jahr 2006 von 592 ausschließlich indonesischen Touristen besucht.59 Im Jahr 2007 waren es 281 Besucher. Auch unter ihnen befand sich kein Ausländer. Diese Starke Schwankung lag unter anderem daran, dass im Jahr 2006 eine Vergeleichsstudie mit ca. 200 Teilnehmern in Ketingan stattfand (siehe die Statistiken der Dinas auf deren Webseite60). Trotz schwankender Besucherzahlen machte das Desa Wisata Ketingan den Eindruck, sich stetig zu entwickeln. Das Engagement im Komitee und die Unterstützung des Dorfoberhauptes sowie eine intensive Betreuung durch externe Akteure und die Kooperation mit dem Touranbieter Tourista Tourss bieten gute Vorraussetzungen für eine weitere Entwicklung. 4.2. Das Tourismusdorf Sambi Sambi61 liegt ca. 16 Kilometer nördlich vom Yogyakarta und hat etwas mehr als 200 Einwohner und ca. 12 Homestays mit 35 Schlafplätzen anzubieten (SHar1, SM 8). Die Anreise von Yogyakarta aus beträgt etwa 45 Minuten. Im Vergleich zu Ketingan besitzt Sambi eine ungleich dörflichere Atmosphäre. 58 50.000 IDR (Indonesische Rupien) entsprechen ca. vier Euro (Stand 17.10.2010). 59 Dies sind nur die registrierten Personen, die sich anmelden und in irgendeiner Art ein Programm bezahlen. Weiterhin kommen auch Menschen aus der Umgebung um abends die Vögel fliegen zu sehen. 60 www.tourismsleman.com 61 Aus administrativer Sicht, ist Sambi eigentlich nur einer von drei Dorfteilen. Die Bewohner identifizieren sich aber in Gesprächen ausschliesslich mit Sambi und die drei Teile sind aufgrund ihrer räumlichen Distanz auch klar voneinander zu unterscheiden. Der Einfachheit halber wird im Folgenden also von 'Dorf' und 'Dorfoberhaupt' die Rede sein und nicht von 'Dorfteil' und 'Dorfteiloberhaupt'. 52 Zwar gibt es ähnliche Häuser, sie sind aber im Allgemeinen weniger groß und modern. Auch ist der Abstand zwischen den Häusern kleiner und wird teilweise von kleinen Wegen durchzogen. Fischteiche grenzen an einige Häuser an. Die vielen verschiedenen Pflanzen, die in den Gärten und an den Straßen wachsen, verleihen dem Ort eine erfrischende Atmosphäre. Dies ist der Lage Sambis an den unteren Erhebungen des Vulkans Merapi zuzuschreiben, durch die Sambi ganzjährig ausreichend mit Wasser versorgt wird. Durch die relativ hohe Lage ist Sambi vergleichsweise kühl; ein guter Ort, um sich von der drückenden Hitze der Stadt zu erholen. Zwar ist die Hauptstraße asphaltiert, insgesamt sieht man aber weniger Beton und Asphalt als in Ketingan. Aber auch hier fallen die großen Unterschiede in Form und Größe der Häuser auf, die auf ungleiche wirtschaftliche Möglichkeiten hinweisen. Große wirtschaftliche wie soziale Unterschiede bestätigte uns auch ein ehemaliger KKN-Student Sambis (IKkn). Auch Sambi besitzt noch zwei Häuser in traditionellem Baustil: ein großes Joglo und ein Rumah Simon. Wie uns von verschiedenen Forschungsteilnehmern berichtet wurde, sind die Ausstattungen der Häuser sehr unterschiedlich. Viele haben beispielsweise keine, oder sehr unhygienische Badezimmer bzw. Toiletten, was sie für die Benutzung als Homestays disqualifiziert. Die Bewohner Sambis sind überwiegend in der Landwirtschaft tätig (über 80% der 143 Berufstätigen im Jahre 2003) (RM 4:o.A.). Es wird Viehzucht betrieben und auf den Straßen begegen dem Besucher mehr noch als in Ketingan viele freilaufende Hühner und streunende Hunden und Katzen. Um das Dorf herum befinden sich hauptsächlich Reisfelder, die mit ihrem leuchtenden Grün zur Schönheit des Ortes beitragen. Neben den genannten naturräumlichen Gegebenheiten ist Sambi wegen seiner traditionellen Lebensweise attraktiv. Vor allem Schulkinder aus der Stadt können im desa wisata budaya dan pertanian (Kultur- und Landwirtschafts-Desa Wisata) an diversen landwirtschaftlichen Aktivitäten wie dem Setzen und Ernten von Reis und anderen Produkten wie Salak teilhaben. Die Fütterung und das Melken von Kühen ist ebenso möglich, wie Trekking oder Zeichnen, Batik und weitere Aktivitäten (Werbung Sambis im Anhang, Q 3, vgl. Buchmann 2006: 91, Dwi 2004). Die Qualität der Homestays ist, laut Aussage einiger unserer Interviewpartner, sehr unterschiedlich. Sambi wurde am 25. Mai 2002 von seinen Bewohnern zum Desa Wisata erklärt, hatte aber davor bereits Gäste empfangen. Auswärtige Personen mieteten Zimmer oder Häuser für mehrere Jahre und richteten sie in zwei Fällen als Pensionen her, die dann an Gäste vermietet wurden. Andere Personen, die sich über lange Zeiträume eingemietet hatten, kamen oft ins Dorf und brachten Freunde oder Arbeitskollegen mit. Unter ihnen war eine Do- 53 zentin der UGM und Privatunternehmerin im Batik-Geschäft, Ibu62 Suryantoro. Sie hielt Seminare in Sambi und machte die Bewohner auf ihre touristischen Potentiale aufmerksam. Von Ibu Suryantoro und dem Amt für Kultur und Tourismus (Dinas) motiviert, gründete das damalige Dorfoberhaupt zusammen mit allen Amtsträgern des Dorfes ein vorläufiges Management (SSum1, SM 8). Nachdem Ibu Suryantoro Sambi im Jahr 2002 als Ausflugsziel für die Teilnehmer eines internationalen Seminars über Seide auswählte, an dem auch eine Tochter des Sultans teilnahm und danach eine angesehene Person von hohem politischen Rang und sozialem Status die Hochzeit seines Sohnes in Sambi feierte, beschloss man ein Komitee zu gründen, um dauerhaft aktiv am Tourismus teilzuhaben (SSup, SSyo2, SSSun, SDuk, SM 8). „So from there on we felt that our village is good [for tourism], and then we formed a Desa Wisata straight away... and then we formed a committee“ (SSup). Mit Hilfe Ibu Suryantoros und der Unterstützung verschiedener Behörden und privater Unternehmer trieb man die Entwicklung des Desa Wisata voran. Das vorläufige Management wurde im Jahr 2002 von einem Komitee abgelöst, das bis 2005 im Amt war. Das darauf folgende Komitee wurde bereits 2006 wegen Unstimmigkeiten innerhalb des Dorfes durch ein neues ersetzt. Zur Zeit unserer Forschung war die Amtszeit dieses letzten Komitees zu Ende, die Wahl eines neuen stand aber noch aus.63 Zielte man anfangs aufgrund der bis dahin gemachten Erfahrungen hauptsächlich auf internationale Touristen ab, stellte sich dies - u.a. wegen deren Ausbleiben aufgrund der Bombenschläge in Bali- als verfehltes Konzept heraus. Auch fehlende Fremdsprachenkenntnisse und eine einfachere Vermarktung führten im Jahr 2003 zu der Entscheidung, sich auf indonesische Touristen, vor allem Schüler zu konzentrieren (Dwi 2004:100ff). Dwi gibt an, dass in den Jahren 2002 ca. 300 internationale und mehr als 600 indonesische Touristen Sambi besuchten. Auch damals stellten Schüler von der Grundschule bis zu den Akademien den größten Teil der inländischen Touristen. Laut Statistik der Dinas empfing Sambi im Jahr 2006 1142 Besucher, davon vier Ausländer. Im Jahr 2007 waren es 3070 Besucher. Über die Verlässlichkeit diese Zahlen kann hier keine Aussage getroffen werden. Interessanterweise gibt es Stimmen von Dorfbewohnern wonach die „goldenen Zeiten“ des Desa Wisata Sambi vorbei seien (SIth). Anderen Aussagen zufolge seien die Besucherzahlen mehr oder weniger konstant (SSuy2). Bei unserem Aufenthalt in 62 Ibu und die Kurzform Bu bedeuten ‚Frau’. Bapak und die Kurzfrom Pak bedeuten ‚Mann’, ‚Vater’ und in der Anrede ‚Herr’. 63 Obwohl die Amtszeit offizielle beendet war, arbeite die Spitze des Komitees, besonders der Leiter weiterhin. Im Folgenden werde ich der Einfachheit halber vom Leiter oder Ketua, Sekretär und der Schatzmeisterin ohne jedes Mal auf darauf hinzuweisen, dass sie diesen Posten eigentlich nur „ehemals“ besetzen, sprechen. 54 Sambi schien das Desa Wisata in einer Krise zu stecken. Es kamen zwar immer noch Touristen, aber der Ketua des Komitees war frustriert über die mangelnde Unterstützung des Projekts durch das Dorfoberhaupt und die Bevölkerung. Dieser hatte zum Beispiel noch keine Versammlung zur Wahl eines neuen Managements einberufen, was die Arbeit für den (ehemaligen) Ketua, der weiterhin sehr ambitioniert war, noch erschwerte (SHary1+2, SSup). Zur Zeit unseres Aufenthalts war unklar, wie sich die Situation in Zukunft gestalten würde wenn der Ketua und der Sekretär, die sich mehr als Andere für das Desa Wisata einsetzten, beide aus beruflichen Gründen diese Arbeit aufgeben würden. Während unserer Forschung wurde offensichtlich, dass es aufgrund der Geschichte des Desa Wisata und der Art des Managements zwischen verschiedenen Parteien im Dorf Konflikte gab. In Sambi findet man eine für die Desa Wisata untypische Konstellation vor. Die GAIA-Stiftung64 bietet in dem von ihr gepachteten Gebiet am Rande Sambis erlebnispädagogische und Outdoor-Aktivitäten an. Diese Konstellation ist eher untypisch für ein Desa Wisata, birgt aber viel Potential für Kooperationen, da es die Kombination der Angebote beider Parteien ermöglicht und für den jeweils anderen geworben werden kann. Wenn auch keine enge Kooperation zwischen dem Desa Wisata Sambi und Gaia in Sambi Ledok besteht, so gibt es doch Berührungspunkte. Der Veranstalter Gaia versuchten anfangs in enger Kooperation mit dem Dorf Sambi das Outdoor- und Teambuilding-Projekt in Ledok zu gestalten und zu bewirtschaften. Nach Aussagen der Mitarbeiter von Gaia war die Zusammenarbeit jedoch schwierig, weil die Bewohner kein ausreichendes Interesse zeigten, sodass die Stiftung dazu überging das Zentrum fast ausschließlich mit eigenem Personal aufzubauen und zu betreiben (GDif1, GDid). Trotz der Möglichkeit, in den Homestays von Sambi zu übernachten, wurden zwei große Steinhütten erbaut, so dass die Kunden direkt in Ledok schlafen können. Neben der Pacht und den Kompensationszahlungen an die Bauern, die zum Teil zuvor Landwirtschaft in Ledok betrieben, entrichtet Gaia einen bestimmten Betrag für jeden empfangenen Besucher an die Dorfkasse Sambis. Auch unterstützt Gaia den Schulbesuch von Kindern ärmerer Familien Sambis finanziell (GDif1). Das Angebot in Ledok ist groß und für verschiedene Alters- und Zielgruppen zugeschnitten. Man kann auf dem schönen Gelände einfach entspannen, oder am Fluss angeln und zelten. Es gibt diverse touristische Pakete, in denen abenteuerliche Hochseilaktivitäten und erlebnispädagogische Spiele zur Vertrauensbildung, oder dem Erlernen von Teamwork angeboten werden. Diese Angebote werden meist in Großgrup- 64 Ob Yayasan Gaia wirklich eine 'Stiftung' ist kann bezweifelt werden, dennoch verfolgen die Gründer auch gemeinnützige Ziele. 55 pen wahrgenommen.65 Nach einer schleppenden Anfangsphase kann Ledok seit 2007 wachsende Besucherzahlen verzeichnen.66 65 Seit dem Zeitpunkt unserer Forschung wurde das Programm erweitert, und die Leiterin bestätigte mir, dass sowohl das Angebot, als auch die Besucherzahlen weiterhin zunehmen (E-Mail-Korrespondenz vom 21. Januar 2009). 66 Seit kurzem gibt es ein Facebookprofil von Sambi Ledok. Dort kann man einen guten Eindruck der Aktivitäten und auch der schönen Lage bekommen: http://www.facebook.com/pages/Yogyakarta-Indonesia/Ledok-Sambi/ 246322370413?rburef=ts&__a=14& http://www.ledoksambi.net/ 56 5. Die Feldforschung In diesem Teil wird die der Arbeit zugrunde liegende Forschung dargestellt und reflektiert, sowie die verwendeten Methoden zur Erhebung und Auswertung beschrieben. 5.1. Der Rahmen der Forschung Der Forschungsaufenthalt in Yogyakarta dauerte von Anfang August bis Ende Oktober 2008 und fand im Rahmen der Forschungskooperation zwischen dem Institut für Völkerkunde der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und dem Anthropologischen Institut der Fakultas Ilmu Budaya (Fakultät für Kulturwissenschaften) der Universitas Gadjah Mada (UGM) in Yogyakarta, Java, Indonesien statt. Ins Leben gerufen wurde sie von Frau Dr. Prof Judith Schlehe (Freiburg) und M.Si PhD Pande Made Kutanegara (Yogyakarta). Seit 2004 wird in jährlichem Wechsel eine Tandemforschung durchgeführt, in deren Rahmen einerseits deutsche Studierende nach Yogyakarta reisen und andererseits indonesische Studierende nach Freiburg kommen, um gemeinsam mit einem Partner aus der jeweils anderen Stadt, eine Forschung durchzuführen. Dieser neuartige interkulturelle Forschungsansatz, versucht die Konstellation von „westlichem Forscher“ und „einheimischem Assistenten“ und gleichzeitig auch das ewige Problem ethnologischer Forschung von Nähe und Distanz zur untersuchten Kultur zu überwinden. Für uns bedeutete dies, dass nicht nur über bestimmte Gegenstände in Indonesien geforscht wurde, sondern auch mit indonesischen Studenten als gleichberechtigte Partner (Schlehe 2005, 2006).67 Die sich ergänzenden 67 Siehe auch Buchmann 2006, Gaiser 2010 Harkort 2006, Kobbe 2007, Müller 2007, Nal 2007, Nertz, 2007 Schreer, 2007, Spranz 2007 und Widmer 2007. Die Forschungsberichte der Teilnehmer der Lehrforschung des Freiburger Institutes von 2007 können unter der Rubrik ‚Ethnologische Arbeitspapiere’ auf www.ethno.uni-freiburg.de eingesehen werden. 57 Sichtweisen und Kompetenzen eines Außenstehenden mit dem „fremden Blick“ sowie eines mit der Kultur vertrauten Einheimischen als Besitzer lokalen Wissens werden so in einem fruchtbaren Team verbunden. Diese Idee hatte in der Praxis großen Erfolg. Leider gehörte für mich bei dieser, meiner zweiten Forschung auch das Kennenlernen sowie das Akzeptieren der eigene Leistungsfähigkeit dazu. Diese Grenze war in dem sowohl klimatisch, wie auch sprachlich und kulturell neuen Umfeld schneller erreicht als erhofft. So stellte sich zeitweise der bei Bruno Illius beschriebene „Stress des Fremdseins“ (Illius 203:89) ein. Die mangelnden Sprachkenntnisse meinerseits behinderten die Forschung und erschwerten auch eine erste Auswertung der aufgenommenen und teilweise transkribierten Interviews. Zwar konnte ich Gesprächen folgen und auch weniger komplexe Fragen stellen, aber der größte Teil der Interview- und Gesprächsführung musste von meiner Forschungspartnerin Aya übernommen werden. Dadurch entgingen mir zweifelsohne einige Details, besonders wenn brisante Themen angesprochen wurden bei denen man “zwischen den Zeilen lesen“ musste. Durch Ayas Übersetzungen und Zusammenfassungen ins Englische konnte dieses Problem abgemildert werden. Teilweise stellte es sich auch als hilfreich heraus, wenn der jeweilige Informant seine von Aya auf Englisch paraphrasierte Aussage mitverfolgte und daraufhin zu Differenzierungen ansetzte. Bei diesen sprachlichen Problemen sowie in Situationen, bei denen tiefere kulturelle oder religiöse Kenntnisse nötig waren, zeigte die Tandemkonstellation ihre Stärken. Allerdings verlief die Zusammenarbeit mit meiner Tandempartnerin nicht immer problemlos. Verschiedenen Vorstellungen über Forschungsansatz und Methoden, unterschiedliche Vorstellungen von Pünktlichkeit, sowie andere kulturell bedingte Meinungsverschiedenheiten beeinflussten unsere Kooperation. Auch nach mehrmaligen Aussprachen konnten einige Differenzen sowie schwer verständliche Verhaltensweisen nicht geklärt werden. So wie ich es als sehr mühsam empfand zwischen den vielen Schattierungen eines „ya“ (von „ja, gerne“ bis zu „auf keinen Fall“) zu unterscheiden, empfand Aya mein Verhalten manchmal als zu direkt und unhöflich. Allerdings war es auch nicht Sinn der Übung, kulturelle Differenzen anzugleichen, sondern ein beidseitiges Verständnis dafür zu entwickeln und trotz der Differenzen erfolgreich zusammen zu arbeiten. Obwohl wir unsere Forschung betreffend einige Probleme hatten, verstanden wir uns privat sehr gut. So erwiesen sich unsere Forschungspartnerschaft und der interkulturelle Ansatz ungeachtet und wahrscheinlich auch gerade wegen der erwähnten Schwierigkeiten als äußerst fruchtbar. Der „doppelte Blick“ ermöglichte es uns, bestimmte Aspekte, z.B. kulturelle Erklärungen für bestimmte Verhaltensweisen der Informanten, aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu reflektie- 58 ren. Nach Beendigung der offiziellen Lehrforschungszeit führte ich die Forschung mit einer ausgebildeten bezahlten Ethnologin weiter. 5.2. Die Suche nach dem Feld und die Rolle der Forscher Die ersten zwei Wochen meines Aufenthaltes galten dem Kennenlernen meiner Forschungspartnerin Aya und der Region. Neben dem Erwerb zusätzlicher Sprach-, Orts- und Kulturkenntnisse verbrachten wir unsere Zeit damit, die bereits über Email-Kontakt besprochene Forschung detaillierter zu planen, uns mit Experten zu treffen und so Möglichkeiten und Grenzen der Forschung auszuloten. Es zeigte sich, dass die Einhaltung der Maxime, offen und flexibel ins Feld zu gehen und wenn nötig auch eine Neuorientierung vorzunehmen, sehr wichtig war (Helfferich 2006, Schlehe 2003, Mayring 2002). Der Zugang zu Gesprächspartnern gestaltete sich sehr einfach, denn die meisten Menschen waren freundlich und aufgeschlossen. Im Dorf besuchten wir die Informanten zu Hause und stellten uns und unser Anliegen vor. Besonders bei unseren Gesprächen mit Angestellten der Behörden und auch im Dorf wurden wir Dank der Beziehungen und Bekanntschaften eines Informanten schnell an viele weitere Interviewpartner verwiesen. Leider konnten wir letztendlich aufgrund mangelnder zeitlicher Kapazitäten sowohl unsererseits, als auch seitens der potenziellen Gesprächspartner nicht mit allen Personen auf unserer Wunschliste Interviews führen. Die beiden Dörfer Sambi und Ketingan als Forschungsgebiete waren schnell gefunden. Meine Partnerin hatte den Ort Sambi aufgrund der hohen Besucherzahlen auf der Homepage der Dinas ausgewählt. Zufälligerweise hatte einige Jahre zuvor ein anderer Ethnologiestudent der Universität Freiburg, Domenique Buchmann im selben Dorf eine Forschung durchgeführt. Die meiste Zeit meines Aufenthaltes wohnte ich in Yogyakarta. Von dort aus konnte ich mit dem Motorrad die beiden Dörfer, in denen auch die meisten Expertengespräche geführt wurden, problemlos erreichen. Zeitweise quartierte ich mich für mehrere Nächte in den Dörfern ein, in Sambi auch einmal mit meiner Forschungspartnerin. Nachdem wir uns vor Ort ein erstes Bild gemacht hatten, erfolgte die telefonische Kontaktaufnahme mit dem Leiter der Komitees des Desa Wisata, der uns ins Dorf einlud und dann vor Ort seine Unterstützung für unsere Forschung zusicherte. Ketingan, unser zweites Dorf, lernten wir durch einen Dozenten der UGM kennen, der bereits dort geforscht hatte und weiterhin aktiv war. So war uns zum einem der Zugang erleichtert und zum anderen kannten wir einen Experten, der sich im Ort wie auch allgemein auf dem Gebiet des Tourismus gut auskannte. Bei der folgenden Beschreibung meines Aufenthalts in den Dörfern wird auch die Rolle des Forschers reflektiert. Hughes stellt dazu fest: „The anthropo- 59 logical fieldworker is neither a disembodied spirit nor an unfeeling and uninvolved machine“ (Hughes 1983: 87). So empfanden auch wir Sympathien oder Abneigungen für die Menschen, denen wir im Laufe der Forschung begegneten. Die Forschung im Team war bei der Reflexion darüber sehr nützlich. Unserer Befürchtungen, in Sambi oder in Ketingan Stellung zu bestimmten Streitthemen, beziehen zu müssen und damit unsere angestrebte Neutralität zu verlieren, erfüllten sich nicht. Vielmehr wurde uns sogar geraten, auch mit bestimmten anderen Personen zu sprechen. In beiden Dörfern wurden wir explizit darauf hingewiesen, dass diese eine andere Meinung zu bestimmten Dingen haben könnten. Als wir nach dem ersten Telefonat nach Sambi kamen, fanden gerade die Zeremonie statt, die den Anfang des Fastenmonats Ramadan kennzeichnet. Der Leiter des Desa Wisata Komitees, saß in der Mitte der Matten neben anderen Personen von hohem Status und forderte uns direkt auf, uns zu ihm zu setzen. Als wir im Verlauf der Forschung entschieden, über Nacht im Dorf zu bleiben, durften wir uns in seinem Haus einquartieren. Mögliche Gründe dafür waren unsere Eigenschaft als Forscher, dass ich als ausländischer Besuch einen Prestigegewinn brachte und die mit unserer Übernachtung verbundene finanzielle Einnahme. Es hatte Vorteile, beim Leiter des Komitees zu wohnen, da es so leichter war, Gesprächstermine zu finden und weil er der einzige Gesprächspartner in Sambi war, der sich auf Englisch ausdrücken konnte. Er wollte uns auch anderen Mitgliedern des Komitees ankündigen. Andererseits wollten wir uns jedoch nicht von einer Seite vereinnahmen lassen, denn schnell zeigte sich, dass es in Sambi Unstimmigkeiten das Desa Wisata betreffend gab.68 Wir befürchteten, dass wir durch unsere Nähe zum Leiter des Komitees Sympathien und Freiheiten einbüßen könnten und dieser uns bewusst an sich binden wolle. Allerdings erwiesen sich diese Befürchtungen als unbegründet, denn ebenso wie es ihm nichts auszumachen schien, dass wir mit den verschiedenen „Parteien“ sprachen, schienen diese auch keinen Anstoß daran zu nehmen, dass wir bei ihm übernachteten. Trotz offensichtlicher Differenzen mit manchen Personen, äußerte sich unser Gastgeber auch positiv über deren Eigenschaften und Errungenschaften. Der Umgang mit seiner Familie war sehr ungezwungen. Jeder ging seinen Tätigkeiten nach, traf man sich im Laufe des Tages wurde ungezwungen miteinander geredet oder Fern mit dem kleinen Sohn geschaut. In Ketingan war dies ähnlich. Ich hatte den Wunsch geäußert, in einem Haus mit den einzigen beiden einigermaßen englischsprachigen „Guides“ des 68 Zum Teil werden diese in der vorliegenden Arbeit erwähnt, sofern es dem Erkenntnisgewinn dient und mit den ethischen Ansprüchen des Autors nicht in Konflikt gerät. Zum Schutz der Individuen und um ihr Vertrauen nicht zu missbrauchen, werden auch manche Erkenntnisse und Zusammenhänge nicht genannt. 60 Dorfes zu übernachten, da ich mich dort zeitweise ohne meine Partnerin aufhalten würde. Die Familie nahm mich sehr freundlich und herzlich auf. Ebenso wie die Familie, bei der ich in Sambi geschlafen hatte, waren sie offensichtlich recht wohlhabend. Beide Kinder hatten studiert und es gab ein Hausmädchen, zu dem ein herzliches Verhältnis bestand. Das Zimmer, in dem ich schlief, war normalerweise das Zimmer einer der Schwestern, das flüchtig von ihr aufgeräumt und mit neuem Bettzeug versehen wurden war. In der Zeit meines Besuches schlief sie zusammen mit ihrer Schwester in ihrem Zimmer. Je nach Anzahl der Übernachtungsgäste in diesem Homestay, wurde dieses oder weitere Räume frei gemacht und benutzt. Offensichtlich wurden in beiden Häusern die Zimmer nicht dauerhaft für Gäste freigehalten, sondern – solange keine Touristen dort waren – von der Familie benutzt. Die Dorfbewohner zeigten sich recht schüchtern. Besonders in der Anfangsphase als noch nicht alle über unsere Forschung informiert waren mag das aber auch an unserem Auftreten gelegen haben: Eine Indonesierin mit einem großen Ausländer im Schlepptau, bewaffnet mit Diktiergerät und Block und eine ganze Reihe neugieriger Fragen stellend. Nach mehrmaligen Treffen und längeren Aufenthalten im Dorf, hatten die Bewohner mehr Vertrauen gefasst, was sich durch weniger Zurückhaltung in den Gesprächen deutlich zeigte. Dass es manchmal einer Art Initiation oder zumindest eines bestimmten Ereignisses bedarf, um mehr als nur akzeptiert zu werden, wurde mir sehr deutlich als ich in Ketingan die Feierlichkeiten zu Idul Fitri69 miterleben und in Sambi dem bis in die Morgenstunden andauernden wayang kulit beiwohnen durfte. Nach diesen Ereignissen kamen die Bewohner beider Dörfer auf mich zu, riefen meinen Namen und luden mich zu sich ein. Durch die Teilnahme an diesen öffentlichen Ereignissen war ich nun auch vielen bekannt, die mich vorher noch nicht getroffen hatten und für alle war mein Interesse an den Dörfern und ihren Bewohner ersichtlich. Leider fanden diese Ereignisse beide wenige Tage vor meiner Abreise statt, so dass ich diese neue sehr angenehme und der Forschung sicherlich zuträgliche Situation nur wenig nutzen konnte. Grundsätzlich war ich allerdings überrascht wie wenige Beachtung uns geschenkt wurde und wie wenig wir als Forscher unfreiwillig in bestimmte Rollen gedrängt wurden. Manche Gesprächspartner machten anfangs Werbung für ihre Dörfer, erkannten aber schnell, dass wir wahrscheinlich nicht viele neue Kunden bringen würden und sahen uns bald weniger als Touristenbringer, sonder unterhielten sich sehr offen über verschiedene Aspekte der Tourismusdörfer mit uns. Auffällig war, dass es uns leichter fiel, mit 69 Feierlichkeiten bei Beendigung des Fastenmonats Ramadan. 61 Personen zu reden, die gebildeter, weltoffener und wohlhabender waren. Besonders auffällig war dies bei Gesprächen, die wir mit Akademikern führten. Die Kommunikation fiel nicht nur mir leichter, da wir auf Englisch sprachen, sondern auch meiner Forschungspartnerin aufgrund der gemeinsamen Basis als Akademiker. Diese vielleicht triviale Erkenntnis gab uns bereits erste Hinweise bezüglich unseres Forschungsvorhabens. Akademiker konnten mit der Idee unserer Forschung meist auf Anhieb etwas anfangen, hinterfragten sie, fragten nach weiteren Details oder differenzierten ihre Antworten auf offene Fragen ausgiebig. Sie reflektierten den Erwerb und die Anwendung von Wissen ausgiebiger als die meisten anderen Dorfbewohner und es fiel uns leichter, spontane Anschlussfragen zu stellen. In Expertengesprächen wurde ich auch nach bestimmten touristischen Aspekten in Deutschland gefragt. Es fand dann eher ein Wissensaustausch als ein Interview statt. In den Dörfern war es leichter über mangelndes Wissen in bestimmten Bereichen zu sprechen. Dieses wurde besonders dann thematisiert, wenn über „die Anderen“ gesprochen wurde. Das eigene Wissen wurde weniger reflektiert. Es wurde uns zwar auch erläutert, was man wo gelernt hatte, aber die genauen Inhalte und deren Anwendungsgebiete waren schwer zu erfassen. Oftmals wurden eher pauschale Aussagen getätigt, die einer beispielsweise einer Schulung Nutzen zusprachen oder diese für wenig effektiv erklärten. Die vermittelten Inhalte, die Art der Vermittlung, sowie deren Anwendung und Nutzen wurden nicht genauer differenziert. 5.3. Methoden der Datenerhebung und Auswertung Bei unserer Forschung bedienten wir uns klassischer ethnologischer Forschungsmethoden, d.h. informellen Gesprächen, strukturierten Interviews sowie der Beobachtung. Diese qualitativen Methoden wendeten wir an, um die emische Sicht der Gesprächspartner, ihre individuelle Konstruktion der Wirklichkeit und Aushandlungsprozesse zu eruieren. Es ging uns also weniger um eine die objektive Wahrheit enthüllende repräsentative Studie, sondern um die Wahrnehmung der von uns Befragten. Neben den Gesprächen und Interviews, die den Hauptteil unserer Forschung ausmachten, flossen in die Auswertung graue Literatur wie diverses Werbematerial, Arbeitsbeschreibungen von Gremien etc. mit ein. Auch hatten wir Gelegenheit, einer Schulung für Desa Wisata und touristische Aktivitäten in Sambi beizuwohnen. Wenige Informanten beantworteten uns auch Fragen per 62 Email. Mit manchen besteht weiterhin Kontakt, was die Klärung von bei der Auswertung aufkommenden Faktenfragen erleichtert.70 Die von uns gesammelten Informationen wurden im Sinne der von den Soziologen Howard, Glaser, Strauss und Corbin ab den 50er Jahren entwickelten 'Grounded Theory' verwertet (Mayring 2002:102). Die deutsche Übersetzung „gegenstandsbezogene Theorie“ deutet bereits an, dass damit ein weitgehend induktives Verfahren gemeint ist, bei dem die Theoriebildung aus der Erhebung der Daten resultiert. Dementsprechend finden Datenerhebung und Auswertung teilweise gleichzeitig statt und beeinflussen sich gegenseitig: der theoretische Bezugsrahmen wird modifiziert, wirkt somit gleichzeitig auf die Datenerhebung zurück und umgekehrt (Mayring 2002: 103f). Diese Vorgehensweise ist besonders geeignet für die Herausarbeitung theoretischer Modelle, die soziale Prozesse erklären sollen (Brüsemeister 2000:190) und somit auch für die ethnologische Forschung. Es muss allerdings betont werden, dass aufgrund der kurzen Forschungsperiode eine Theorieentwicklung im Sinne der Tradition der Grounded Theory nur ansatzweise stattfand. So wurden für diese Arbeit bereits vorhandene Theorien rezipiert, verwendet und mit dem Forschungsgegenstand entsprechend kombiniert. Für die Durchführung der Gespräche mit verschiedenen Informantengruppen benutzten wir unterschiedliche Leitfäden, die vor den meisten Gesprächen noch modifiziert wurden; einerseits aufgrund der neusten Erfahrungen, Erkenntnisse und natürlich der Forschungsausrichtung, andererseits hinsichtlich des zu befragenden Individuums.71 Um die emische Sicht des Individuums zu erfassen, mussten wir unsere Gesprächspartner zu Wort kommen lassen, ihm Freiheiten in seinen Ausführungen schenken und uns nicht zu eng an den Fragekatalog halten. Diesen Spagat zwischen Zentriertheit einerseits, sowie Offenheit und Flexibilität andererseits, versuchten wir zu meistern, indem wir je nach Situation den Leitfaden mehr oder weniger zu Hilfe nahmen und ihn so als Orientierung oder Gedankenstütze nutzten. Neben dem Notizblock, den ich fast immer bei mir trug und der hauptsächlich bei Gesprächen zum Einsatz kam, führte ich ein Forschungstagebuch, in dem ich meine alltäglichen Eindrücke, Gefühle und Gedanken festhielt. Dies erwies sich bei der Auswertung als sehr nützlich. Die Gespräche wurden bis auf wenige Ausnahmen, in denen es das Gegenüber nicht wünschte, mittels eines digitalen Diktiergeräts aufgezeichnet. Das Anfertigen von Notizen und 70 Eine Auflistung aller zur Auswertung herangezogenen Aufzeichnungen findet sich im Quellenverzeichnis. 71 Wenn ich hier das Wort 'Gespräche' benutze und nicht 'Interview', dann deswegen, weil das den Charakter der meisten unserer Treffen mit Informanten besser trifft 63 Gedächtnisprotokollen während der Interviews war aber weiterhin unbedingt notwendig, um ad hoc weitere Gedanken, Gefühle und Fragen etc. zu dokumentieren. Als die Aufnahme eines Interviews durch technische Probleme verloren ging und ein anderes Mal die neu gekauften Batterien schneller leer waren als erwartet, lernten wir unsere Aufzeichnungen zu schätzen. Die Auswertung erfolgte nach dem Verfahren des theoretischen Kodierens nach Mayring (2007).72 Kodierung wird dabei verstanden als „die Vorgehensweise […], durch die Daten aufgebrochen, konzeptionalisiert und auf neue Art zusammen gesetzt werden. Es ist der zentrale Prozess, durch den aus den Daten Theorien entwickelt werden“ (Strauss und Corbin 1996: 39). Beim ersten Kodieren werden dabei die in den Interviews enthaltenen Daten, Aussagen, Phänomene, Begriffe usw. je nach Dichte abschnitts-, zeilenoder satzweise in Codes gefasst. Durch mehrmalige Abstraktion dieser Kodes lassen sich für die Fragestellung relevante Kategorien bilden (Mayring 2002:388). 72 Diese Auswertung der Interviews erfolgte mit dem kostenlos erhältlichen Programm 'Open Code', das zwar ausreichend für die Auswertung war, aber in seinen Möglichkeiten kommerziellen Programmen doch weit unterlegen ist wie sich schnell herausstellte. 64 6. Akteure und Strukturen des Comunity Based Tourism in Yogyakarta Wie bereits angedeutet wurden die Dörfer in ihrer Entwicklung von verschiedenen externen Akteuren beeinflusst. Sowohl staatliche Behörden als auch Privatpersonen und –unternehmen, oder im Fall Sambis eine Nichtregierungsorganisation hatten maßgeblichen Anteil an der Entwicklung (Dwi 2005). Die wichtigsten Institutionen und deren Strukturen werden im Folgenden, soweit für die vorliegende Arbeit relevant, vorgestellt. 6.1. Die Organisationsstrukturen in den Tourismusdörfern Die Desa-Wisata-Projekte eines Dorfes oder Dorfteils werden als gemeinschaftliche Projekte angesehen deren Einnahmen allen Bewohner zu Gute kommen sollen. Die Akteure wie die Besitzer von Homestays, Bauern, die Gäste auf das Feld führen, oder Künstler, die Besucher unterrichten, behalten einen Teil ihrer Einnahmen für sich. Der andere Teil, wird an eine Projektkasse abgeführt. Auf die gesammelten Einnahmen wird zurückgegriffen, wenn projektbezogene, oder gemeinnützige Anschaffungen anstehen. In Sambi teilten Dorfbewohner uns mit, dass dadurch teilweise das zuvor übliche Sammeln von Geldern vor einem festlichen Anlass ersetzt oder verringert wurde (SHar1, KHar1). Als Beispiel für geleistete, oder mögliche Investitionen wurden uns die Asphaltierung von Straßen, das Errichten eines Wachhäuschens und der Bau einer Moschee genannt (SHar1+2, SHar1, SDuk, SSum1, SSyo1+2). Auch die Instandhaltung oder -setzung von gemeinschaftlich genutzten Einrichtungen sowie eines kaum noch benutzten Versammlungshauses in Sambi und der Moschee in Ketingan wurden angeführt.73 In Ketingan hatte man zum Beispiel Ferngläser zur Beobachtung der 73 Auffällig war allerdings in Sambi, dass all diese genannten Dinge, mit Ausnahme der Unterstützung des finanziellen gotong royong nur potentiell mögliche Beispiele waren. Bereits vorhandene Anschaffungen wurden uns nicht genannt. Die asphaltierte Dorfstraße, die von den 65 Vögel und neue Geräte für die Bauern angeschafft (KHar1).74 Zudem existierten Pläne, den Vogelbeobachtungsturm wieder zu errichten. Pak Haryono, der Leiter des Komitees in Ketingan, gab an, dass man Teile der großartigen und sehr teuren merti bumi-Prozession75 (über 35 Millionen IDR) aus der Kasse des Desa Wisata gezahlt habe (KHar1). Die Organisationsstrukturen beider von uns untersuchten Desa Wisata sind ähnlich. An oberster Stelle des Komitees steht der Leiter, der für den Kontakt zu Kunden und anderen Akteuren zuständig ist, auf die Einhaltung von Strategien und Leitlinien achtet, bei Besprechungen Entscheidungen trifft und die Verantwortung für Aktivitäten im Desa Wisata trägt. Ihm untergeordnet sind der Sekretär und der Schatzmeister – im Falle Sambis eine Schatzmeisterin. Der Sekretär protokolliert alle Entwicklungen, Entscheidungen und Vorkommnisse, Besucherzahlen, Buchungen etc., übernimmt die Leitung von Besprechungen und vertritt den Leiter in dessen Abwesenheit. Der Schatzmeister ist für die Finanzen und die Buchführung zuständig und dem Leiter gegenüber rechenschaftspflichtig. Darüber hinaus gibt es in Sambi fünf verschiedene Arbeitsgruppen. Die drei bis vier Mitglieder dieser Arbeitsgruppen sind für die Koordination und Durchführung der Programme zuständig. Es gibt eine Gruppe für Produktentwicklung, Finanzierung, Individualprodukte,76 Dorfprodukte77 und Marketing, sowie eine Gruppe für das Monitoring und das Informationsmanagement (SM 8). In Ketingan ist die Gruppierung unterhalb der drei obersten Posten anders aufgeteilt, die Aufgaben und der Ablauf sind aber prinzipiell die gleichen. Alle Aufgaben werden in beiden Dörfern ehrenamtlich ausgeführt. Weiterhin sind bereits existente Institutionen und Organisationen innerhalb der Gemeinde zu erwähnen, die für das Desa Wisata genutzt werden. Einermeisten Interviewpartnern auf die Frage nach dem Nutzen des Desa Wisata genannt wurde, wurde nicht aus dessen Einnahmen, sondern von Regierungsseite bezahlt, was wiederum Frau Suryantoro veranlasst hatte (SSum1). 74 In Sambi wurde uns allerdings von Unregelmäßigkeiten der Finanzen des Projekts berichtet. Obwohl man über einige Jahre viele Einnahmen verbucht hätte, wäre letztendlich kaum noch Geld in der Kasse gewesen (SSun). Dies ist einer der Gründe, für den Zwist um das Desa Wisata in Sambi. Daher wurde in der neuen Aufgabenbeschreibung explizit erwähnt, dass und wie die Finanzen transparent verwaltet werden (SM 8). 75 Ein Renigungs- und Segenszeremonie in Form einer Prozession durch das Dorf. Dem allmächtigen Schöpfer wird Dank für die Ernte ausgesprochen und sein Segen erbeten. 76 Zu den individuellen Produkten gehören alle künstlerischen Aktivitäten, das Pflügen (hauptsächlich von Reisefeldern), der Einkauf von Dorfprodukten, Übernachtungen und weitere (SM 8). 77 Zu den Dorfprodukten gehören Landwirtschaftliche Übungen, Camping, Trekking und weitere Outdooraktivitäten, der „Genuss von Kultur“, Meetings und Workshops und weitere (SM 8). 66 seits dient deren Einbindung zur Informationsweitergabe an die Bevölkerung, andererseits sind diese Organisationen an der Ausführung von Veranstaltungen beteiligt. Die wesentlichen in beiden untersuchten Dörfern gebrauchten Strukturen innerhalb des Dorfes sind die Nachbarschaftsorganisation rukun tetangga (RT), die aus wenigen Haushalten besteht, und rukun warga (RW), die sich aus mehreren RT zusammensetzt. Daneben sind insbesondere die ibu-ibu PKK, die Frauen des Pemberdayaan dan Kesejahteraan Keluarga (Empowerment und Familienwohlstand) in das Desa Wisata involviert. Sie sind hauptsächlich für die Bewirtung der Gäste und die Pflege der Homestays zuständig. In Ketingan wurde außerdem das LPMD (Lembaga Pemberdayaan Masyarakat Desa, Einrichtung für das Empowerment der Dorfbevölkerung) genannt (KHar1+2, KIbu). Das LPMG ist eine Organisation auf Dorfebene, die für die Planung und Ausführung von Entwicklungsaktivitäten zuständig ist, welche die Bewohner eines Dorfes zu gemeinschaftlichen und gemeinnützigen Arbeiten innerhalb des Dorfes (gotong royong) motivieren soll. Sie setzt sich aus Führungspersönlichkeiten des Dorfes zusammen. Kunden melden sich normalerweise telefonisch beim Ketua, dem Vorsitzenden des Komitee-Managements, um eines der angebotenen 'Pakete' zu buchen oder eines zu schnüren, das den eigenen Vorstellungen entspricht (siehe Werbung Ketingans im Anhang). Der Ketua gibt dann die nötigen Informationen an den Sekretär, den Schatzmeister und die entsprechenden Arbeitsgruppen weiter. Letztere sind anschließend dafür zuständig, alles für die Veranstaltung vorzubereiten, d.h. die benötigten Ressourcen zu mobilisieren. Sie kontaktieren zum Beispiel einen Bauern, für einen Rundgang auf dem Feld oder sie organisieren eine Zeremonie oder eine Aufführung. Das Komitee wählt die Homestays, die bei einer Veranstaltung benutzt werden sollen. Die wenigsten Touristen wählen diese selbst vor ihrem Aufenthalt aus, da der Kontakt meist nur telefonisch stattfindet. Dies ist eine konfliktträchtige Praxis. Die Komitees beider Dörfer wurden bezichtigt, jeweils mehr Besucher an sich selbst oder ihnen nahestehende Personen zu vermitteln als an andere Besitzer von Homestays. Die verantwortlichen Komiteemitglieder hingegen erklären, es würden vorzugsweise Homestays gewählt, die gewissen Ansprüchen entsprechen, unabhängig davon, wem sie gehören (SHAr1,SSun, KHAr2, KJum, KLoh). 6.2. Staatliche, universitäre und private Akteure In Indonesien gibt es eine Vielzahl von Behörden, Ämtern und anderen staatlichen Einrichtungen, die in die Entwicklung des Tourismus involviert sind. Einige der Institutionen, die für die von uns untersuchten Projekte wesentlich sind, werden an dieser Stelle vorgestellt. 67 Die Behörden sehen sich selbst lediglich als unterstützende Einrichtung, als Moderator und als Ideengeber. Sie wollen die Desa Wisata mit Ausbildung und ersten Ansätzen zur Bildung von Netzwerken unterstützen. Um die Finanzierung der Projekte müssen die Dörfer sich selbst kümmern (DDew, ISuj1+2, BFit, Dwi 2004). Die Behörde für Tourismus der Provinz D.I.Y, (Badan Pariwisata Propinsi D.I.Y, genannt Baparda) erstellt Marktanalysen, führt Werbe- und Bildungsveranstaltungen durch und versucht Verbindungen zwischen den verschiedenen Tourismusakteuren zu schaffen. Die Entwicklung neuer Produkte und Marketingstrategien gehört ebenso in ihren Aufgabenbereich (BPip, BFit, Homepage der Baparda78). Direkter versucht die Baparda die Entwicklung des Desa Wisata mit Schulungen zu unterstützen, die in Kooperation mit dem Jogyakarte Tourism Training Center ausgeführt werden. Die Dinas Pariwisata ist auf Ebene des Kabupaten Sleman für „Tourismus und Kultur“ zuständig. Ihr Arbeitsfeld ähnelt dem der Baparda. Der Beitrag der Dinas zur Genese der Desa Wisata ist u.a. deren Vermarktung mittels ihrer Internetseite79 auf der alle von der Dinas anerkannten Tourismusdörfer mit einem Profil und Kontaktdaten vertreten sind. Die Dinas kümmert sich nur um Dörfer, die gewisse von ihnen festgelegte Mindeststandards erfüllen: Sie müssen grundlegende touristische Potenziale und ein institutionelles Management aufweisen. Gibt es eine Anfrage, schaut sich ein Vertreter vor Ort um und entscheidet, ob man sich des Ortes annimmt oder nicht. Neben der Präsenz im Internet gehören auch werbewirksame Veranstaltungen, oder Artikel in Zeitungen dazu (Kompas 20.9.2008). Ähnlich der Baparda organisiert auch die Dinas Schulungen. Durchgeführt werden diese vom Personal großer Verbände wie ASITA80, PHRI81 und HPI82 sowie ehemals auch Tourista Tours, einem sehr engagierten Tourveranstalter. Dieser ist eigentlich ein privater Unternehmer, eine Travel Agency, die sich sehr für die Entwicklung der Region einsetzt. Sie bringt Touristen in die Dörfer, berät diese, gab in der Vergangenheit teilweise auch Trainings und betreibt „Monitoring“. Das bedeutet konkret, dass Angestellte der Firma ins Feld gehen, um vor Ort zu schauen, was verbessert werden könnte (IDes1, IHas, KHar2). Die „Aufgaben und Funktionen des BKSDA sind die Formulierung und Umsetzung von Strategien und die technische Normung auf dem Gebiet des 78 http://visitingjogja.com/web 79 http://www.tourismsleman.com (Zugriff: 01.03.2009). 80 Association of the indonesian Tours & Travel Agencies 81 Perhimpunan Hotel dan Restoran Indonesia, Verband der indonesischen Hotels und Restaurants 82 Himpunan Pramuwisata Indonesia, Verband indonesischer Tourguides 68 Forst-und Naturschutz“ (Homepage des BKSDA83) Konkret war sie stark an der Entwicklung des Desa Wisata Ketingan beteiligt, wo ihnen die Beobachtung und der Schutz des Kuhreihers oblag. Um dies zu bewerkstelligen und gemeinsam ein Konzept zu erarbeiten, fragte sie bei der bereits beschriebenen Dinas Pariwisata sowie dem Puspar, dem Zentrum für Tourismusstudien der UGM, an. Das BKSDA ist zuständig für den Naturschutz und insbesondere die Vögel, die Dinas für touristische Fragen und das Puspar wurde als beratende und vermittelnde Instanz für beide Sachgebiete tätig (IBud, IDes1). Das 1994 gegründete Zentrum für Tourismustudien, Pusat Studi Pariwisata, genannt Puspar, ist laut der Selbstdarstellung auf der Internetseite eine Nichtregierungsorganisation, die sich mit der Forschung und Entwicklung des Fremdenverkehrs der Welt im Allgemeinen und dem indonesischen Tourismus im Besonderen beschäftigt. Die Haupttätigkeit des Puspar ist die Beratung der Behörden und das Anfertigen von Regionalstudien über touristische Potenziale (IAnt, IWeb, IDes1). Das Puspar versucht zudem beratend und vermittelnd tätig zu sein. In Ketingan war dies z.B. der Fall. Auch Sambi wurde von Mitarbeitern des Puspar besucht (SHar1, SSuy2). Ein Befragter Mitarbeiter sagte uns, dass man seit dem Jahr 2000 bemüht sei, diese Projekte zu unterstützen und über die Chancen der Entwicklung von Tourismusdörfern etwas zu lernen (IDes2). Aufgrund der mangelhaften touristischen Ausbildungen in Indonesien, hat man die Gründung des Jogja Tourism Trainings Centers (JTTC) in die Wege geleitet (JIru, IAnt). Das JTTC bietet, wie der Name bereits sagt, verschiedene Schulungen für den Tourismusbereich an. Empfangstrainings für Hotels sind ebenso im Programm wie landwirtschaftliche Schulungen oder Schulungen über Hygiene in verschiedenen Bereichen. Derzeit gibt es um die 150 Trainer bei JTTC, die sich aus Personal der PHRI, ASITA und dem Umfeld der UGM sowie einigen Akteuren aus der Tourismusindustrie zusammensetzen (JIru, Q 6). 83 http://bksdadiy.dephut.go.id/ 69 7. Projektrelevantes Wissen der lokalen Bevölkerung 7.1. Wissen über touristische Potenziale Wie bereits erwähnt, speisen sich die Attraktionen der Tourismusdörfer neben den naturräumlichen Gegebenheiten vor allem aus den jeweiligen kulturellen Ausdrucksformen (Dwi 2004:26). Die Besucher sollen das Leben der Bevölkerung innerhalb der gültigen Traditionen und Ordnung kennen lernen. Neben materieller Kultur, wie den bereits erwähnten Joglos oder Werkzeugen und Gerätschaften für Kunst, Arbeit oder Kleidung,84 bildet vor allem das Alltagsleben der Dorfbewohner das touristische Potential. Das Besondere ist, dass diese Attraktionen innerhalb des kulturellen und sozialen Rahmens erlebt werden können (Dwi 2004:26f). Einer unserer Gesprächspartner, der ehemalige Leiter des Komitees, fasst die zusammen: „They are interested in the life style here at Sambi“ (Ssuy1). Das lokale Wissen der Bevölkerung bildet also die Grundlage des Dorftourismus (Dwi 2004:29, Raharjana 2005). Dies schließt sowohl Alltagswissen, als auch Spezialwissen mit ein. Gerade für Sambi, das als desa wisata budaya (Kultur) und pertanian (Landwirtschaft) vermarktet wird, ist dies wesentlich.85 84 In beiden Dörfern wurden im Alltag, aber vor allem zu besonderen Anlässen, Batikhemden und Sarongs getragen. Sarongs sind aus einer Stoffbahn zusammen genähte Röcke, die auf Java traditionell von Männern getragen werden. Sie kommen in verschiedenen Teilen Südostasien und des südpazifischen Raums in vielen Variationen vor. 85 Die Bezeichnung der Dörfer variiert hin und wieder. So wird meistens unterschieden zwischen alam (Natur), pertanian (Landwirtschaft), budaya (Kultur) und kerajinan ((Kunst- )Handwerk). Da diese Attraktionen sich meistens überschneiden, erfolgt die Einordnung in diese Kategorien nicht immer gleich. Manchmal werden sie auch kombiniert oder durch weitere Schlagworte erweitert wie Agro (Schwerpunt auf Agrikulturen) oder Fauna, wobei letzteres nur Ketingan für sich verzeichnen kann (Kompas 20.9.2008, und die Profile auf der Homepage der Dinas). 70 In Sambi können die Besucher je nach Interesse das Ernten von Reis, Salak86 und anderen Früchten beobachten, oder selbst ausprobieren, sowie Fischzucht- und Viehhaltung kennen lernen. Das lokale Flair, die Sprache, die Umgangsformen, das Essen, typische Architektur etc. geben den Rahmen vor, innerhalb dessen Aktivitäten stattfinden. Ein Gesprächspartner zählte stolz auf: A: „The desa wisata is (...) based on things which exist in the village. What assets are in the village, which can be organized, in order to attract people from outside the village? It aims to the genuine style of living here. For example, in farming: it starts from planting rice seeds, mattocking, and plowing. Fishery is also other interesting tourism attractions for people who come here. By coming here, they can learn how to plow, harvest rice, plant vegetables. They also can enjoy art performances here. There are also art performances here, such as wayan kulit (…).” B: „It is at the residence, right?” A: „Yes. There is ketoprak87 and others. We can perform art as a tool to attract them. For example, their group is interested to dance, we will prepare the dancing trainers. We provide it. We prepare those things. Then there is also other things, like homestays. We expect them to live here, in one of our families. They will follow daily activities with their host. For example: the host is a farmer. They will follow a tour to the rice field, they can eat together, a simple menu. If the host eats tempe,88 they will follow and taste food menu here” (SSyo1). Im weiteren Gespräch erwähnte er noch das Nyadran (SSyo1). Nyadran bezeichnet eine Zeremonie vor dem Fastenmonat Ramadan, bei der die Anwohner Gott ihren Dank aussprechen und auf dem Friedhof den Beistand der Ahnen erbeten. Wie überall in muslimischen Gemeinschaften wird auch das Fastenbrechen (Idul Firtri) gefeiert. Darüber hinaus werden noch andere jahreszyklische Riten und Zeremonien begangen, die oftmals in Verbindung mit der Landwirtschaft stehen und den ländlichen Charakter unterstreichen. Neben diesen alljährlichen religiösen Bräuchen wurden uns verschiedene Rituale, den menschlichen Lebenszyklus betreffend, genannt (SHar1, SDuk, SSyo1+2, SMok). So führte der Leiter des Komitees die anlässlich von Geburten und Beerdigungen begangenen selamatan89 an, um zu 86 Salak ist die Frucht der Salakpalme (Salacca zalacca). Wegen ihrer glänzenden, schuppigen Schale wird die Frucht im Deutschen als Schlangen(haut)frucht und im Englischen 'Snakefruit' genannt. 87 Ketoprak (auch kethoprak) ist ein in Java verbreitetes Schauspiel, das sich inhaltlich traditionell aus Legenden und Mythen Javas schöpft. Begleitet wird es vom Gamelan. 88 Tempe ist ein auf Java beliebtes Sojaprodukt. 89 Sammelbegriff, der diverse Feierlichkeiten zum Ausdruck von Dank und Glückwünschen umfasst. 71 demonstrieren, wie traditionell und damit interessant sie für Besucher sind (SHAr1, Werbung Sambis im Anhang). Eine Attraktion, die mittlerweile aufgrund der Erkrankung des aufführenden dalang (Puppenspielers) an Bedeutung verloren hat, da sich dieser wegen gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hat, ist das im Interview genannte Wayang kulit. Die nötige Ausrüstung hatte einer der ersten privaten Reiseanbieter zur Verfügung gestellt. Auswärtigen Dalangs kaufte Sumantri sowohl das Schattentheater, als auch das Gamelan ab und fing an, selbst Aufführungen zu geben; einerseits aufgrund seines Interesses an der Kunst, andererseits als neue Einnahmequelle. Vor seiner Erkrankung spielte er sowohl für das Dorf, als auch für Touristen gegen Bezahlung und würde das bei Anfrage auch weiterhin tun, wenn auch nicht so oft (SSum1+2). Ebenso sind die auf der Homepage der Dinas aufgeführten weiteren Künste, wie etwa Ketoprak zwar immer noch im Angebot, werden aber kaum noch gebucht und sind inoffiziell schon von der Angebotsliste gestrichen worden (SHar1). Diese wurden von einem Bruder des eben erwähnten Gesprächspartners organisiert und mit aufgeführt. Als studierter Tänzer bemühte er sich in der Anfangszeit des Desa Wisata sehr um das künstlerische Angebot (siehe Angebot Sambis im Anhang), das in seinem Haus, dem einzigen Joglo Sambis, stattfand. Nach eigenen Angaben war er jedoch durch seine Hauptarbeit außerhalb der Kunst und seine allwöchentlichen Auftritte in einem noblen Hotel in Yogyakarta bereits ausgelastet (SAle). Auch im weniger traditionell geprägten Ketingan, dessen Hauptattraktion zunächst die beiden Reiherarten waren, versucht man, Besucher mit kulturellen und landwirtschaftlichen Aktivitäten anzulocken. In einem kleinen Werbefaltblatt wirbt der Ort bildreich mit „bird watching“, „argricultural activitites“, „local art performances“, „local food production“ und „tree adoption“ (Q 2). Da der Anblick der Reiher nur wenige Vogelinteressierte für einen langen Zeitraum im Ort zu halten vermag, wurde das Angebot auf Aktivitäten jenseits der gefiederten Attraktion erweitert. Wie in Sambi sieht man die Tourismusarbeit auch als Chance zum Kulturerhalt und zum Austausch mit Menschen aus anderen Regionen (KJum, SSyum2, SSum1+2, SSuyo, u.a.). Von unseren Gesprächspartnern wurden verschiedene „potensi budaya“ oder „aset-aset budaya“ (kulturelle Potentiale, kulturelle Vermögen), genannt, die denen Sambis teilweise gleichen (Raharjana 2005:120-127). Wie in Sambi verwies man auf die Reisfelder in der Umgebung, die noch weiterhin auf traditionelle Art mittels Ochsen gepflügt und geeggt werden, um den Reis später mit kleinen Sicheln (ani-ani) zu ernten (KHar1+2). 72 “During plowing, the guests join in. After plowing, we harrow the plowed soil. The guests get on the harrow one after the other. They enjoy it. They play with mud. They even roll around in the mud“ (KHAr1). Die Ernte und Weiterverarbeitung der Frucht des Melinjo-Baumes zu Chips ist ebenso Teil des Tourismusprogramms wie das Sammeln der Zutaten und die Herstellung von jamu gendhong, einer Kräutermedizin, die meist von Frauen verkauft wird (KHar1). Nicht alltägliche Aktivitäten, denen man beiwohnen kann, sind merti desa (KJum) und gejog lesung, die erst im Zuge der Erweiterung des touristischen Angebots wieder interessant wurden (Khar1).90 Merti desa (bzw. merti dusun oder merti bumi) ist eine Reinigungs- und Segenszeremonie in Form einer Prozession durch das Dorf, bei der fast das gesamte Dorf involviert ist. Dem allmächtigen Schöpfer sowie auch der Erde werden Dank für die Ernte ausgesprochen und weiterer Segen wird erbeten (KJum, KHar1). Merti Bumi wurde im Zuge der Entwicklung des Desa Wisata wieder regelmäßig durchgeführt. Unsere Interviewpartner freuten sich darüber, dass dank des Tourismus diese Tradition nicht verloren ging und die jungen Menschen diese weiterführen können (KJum, KHar1). Auch das bereits seit Längerem vernachlässigte gejog lesung, das gemeinschaftliche Stampfen der Frauen von Reis in einem großen Mörser aus einem massiven Stück Holz, wurde revitalisiert. Die Frauen stehen verteilt um den ca. zwei Meter langen, länglichen Mörser, und singen zum Rhythmus der Schläge ihrer Stößel folklorische Lieder (KHAr1). Neben weiteren Beispielen wurde auch eine Tradition namens angler genannt. „We also have a tradition called ‘angler’. Angler is an offering after planting rice in order to please the spirit of this plant so it's not attacked by pets or rats. So that at the time of he harvest it will be a good harvest. It's a kind of petition but expressed through a ritual” (Khar1). Gleichzeitig mit Merti Bumi wurde in Ketingan auch Gamelan eingeführt. Raharjana schrieb 2005, dass man noch nicht reif für Auftritte sei, aber sehr motiviert übe, um auch Besucher auf Anfrage damit zu unterhalten. Unsere Gesprächspartner berichteten davon, dass bei den vergangenen zwei Merti Bumi auch Gamelan gespielt worden sei und zählten es zu den Potentialen des Dorfes (Rharjana 2005:125). In den Angeboten des Desa Wisata Ketingan fand es zur Zeit der Forschung keine Erwähnung. Ebenso unerwähnt blieben die bei Raharjana aufgeführten „Bräuche und Traditionen den Lebenszyklus einer Person betreffend“ (Raharjana 2005:78). 90 Allerdings sagte unser Gesprächspartner auch, dass beim letzten Mal keine Touristen anwesend waren, da er so beschäftigt gewesen sei mit der Organisation, dass er vergessen hatte, den Termin den Reiseanbietern, die angefragt hatten, zuzusagen (Khar1). 73 Alle Forschungsteilnehmer aus Ketingan waren sich bewusst über das touristische Potenzial, das die Reiher darstellten: „Such an Egret habitat doesn't exist in every village (...) and that's positive because since it's a desa wisata, people come and visit to look at them, so there's a bit more income especially for the people who have a homestay“ (KLoh). Neben dem Wissen über Unterscheidungsmerkmale der Vogelarten wussten unsere Gesprächspartner auch über den Zyklus und das Verhalten der Vögel bescheid. Besonders der Vorsitzende des Komitees, Pak Haryono, konnte uns viel über die Vögel erzählen. So klärte er uns z.B. über Veränderungen in Verhalten und Aussehen der beiden Reiherarten während der Reproduktion auf. Er wusste sowohl, wie die Eier, als auch die Jungtiere aussehen. Auch konnte er über die bevorzugten Baumarten und Nisthöhen der Vögel berichten (KHar1, KHar2). Raharjana gegenüber sprach er auch von den Problemen der Dorfbewohner mit den Tieren. Die bei den Tieren beliebten Melinjo-Bäume werfen Früchte ab, die von der Bevölkerung vermarktet werden. Das pure Gewicht der vielen Vögel, das Abfallen von Blüten und Ästen, die auch zum Nestbau verwendet werden, und der Kot der Vögel stellen eine starke Belastung für die Bäume dar, der eine Regenerationsphase von nur wenigen Wochen gegenüber steht. Dies sei anfangs ein Grund für die Abneigung der Bevölkerung den Vögeln gegenüber gewesen von allen Befragten in Ketingan bestätigt wurde. Seit einer Rekordernte im Jahr 2002 habe man aber keine Bedenken mehr (KHar1, KSri, Raharjana 2005:87f). Uns gegenüber berichtete allerdings ein Gesprächspartner, dass es keineswegs so sei, dass, wie von allen unseren anderen Forschungsteilnehmern in Ketingan behauptet, nach anfänglicher Abneigung sich nun alle mit der Anwesenheit der Tiere abgefunden hätten und diese durchweg begrüßen würden. Vorbehhalte gebe es insbesondere bei den ärmeren Dorfbewohnern, die u.a. aus Mangel an Homestays oder deren Ausstattung wenig Gewinn aus dem Tourismus zögen (KLoh). Die Ernährung der Vögel, die zu großen Teilen aus Fisch, Fröschen in allen Entwicklungsstadien, Würmern und auch kleinen Schlangen besteht, ist der Grund für ein weiteres Problem mit den Vögeln: dem sehr starken Gestank ihrer überall anzutreffenden Ausscheidungen (KHar1, KKhar2, KLoh, KJum, KIbu, Ksri, Raharjana 2005: 103). 7.2. Die Verteilung und Aneignung von Wissen Trotz des oben beschriebenen Wissens wurde von den Experten noch immer ein fehlendes Grundverständnis für Tourismus von der Mehrheit der Dorfbewohner als allgemeines Problem von Desa Wisata-Projekten genannt (IAnt, IWeb, IDes1, INur, Dwi 2004:91ff, Buchmann 2006:93). Von den 74 Mitgliedern der Komitees, wie auch allen anderen befragten Gruppen, wird diese Einschätzung bestätigt (z.B. SSup, SMok, GDifl, SIth1, KJum, IWeb, IAnt). Viele Bewohner können sich nicht vorstellen, dass ihre alltägliche Arbeit und ihr normales Dorfleben für andere Menschen interessant sein können. Andere finden zwar die Idee, durch den Besuch von Gästen Geld zu verdienen, prinzipiell gut, haben jedoch falsche Vorstellungen von Tourismus. Die Tatsache, dass die Entwicklung eines derartigen Projektes mehrere Jahre dauert und zur Teilhabe Investitionen nötig sind, die sich zum Teil erst langfristig auszahlen, ist ihnen fremd (IAnt, IWeb, IDes1, INur). Wie sich auch während unserer Forschung herausstellte, sehen sich die Bewohner nicht als Dienstleister, sondern eher als Gastgeber, die Besuche empfangen, wie sie dies aus ihrem privaten Leben kennen. Eine unserer Gesprächspartnerinnen, die im FKDW tätig ist und in ihrem Ort das Desa Wisata leitet, führte den Vergleich an: „Ein Desa Wisata aufzubauen ist nicht wie Tempeh verkaufen“ (ISuj1). Die Entwicklung eines Desa Wisata braucht Zeit. Man dürfe nicht immer nur an Verkaufen denken, sondern müsse auf Qualität achten. Dies sei eben nicht wie der Verkauf von Tempeh, das man morgens zubereiten, dann verkaufen und damit schnelles Geld verdienen kann. Man müsse vielmehr langsam vorgehen (ISuj1). Das von den Experten bemängelte unzureichende Wissen des Großteils der Dorfbevölkerung um die Ansprüche der Touristen erklärt die Schatzmeisterin in Sambi wie folgt: „Some are ready and some are not ready yet. What I mean by readiness is to be ready in all aspects. In all aspects means to know how welcome guests and satisfy them” (SSun). Bemängelt wird, dass die Häuser derjenigen Personen, die Gäste bei sich im Sinne eines Homestays aufnehmen wollen, die dafür erforderlichen Voraussetzungen nicht erfüllen. Meistens sind es die hygienischen Bedingungen, fehlende oder unzureichende Toiletten, Bäder, an denen man arbeiten muss (KHay1, KJum, KIbu, SSun, SMok, IDes1, ISuj1+2). Das Dorfoberhaupt Sambis spricht einen weiteren Punkt an: „A tourism village should be clean, but here sometimes we can’t even clean up our own place” (SDuk). Er bezieht sich dabei auf den Müll, der in den Straßen und Gärten Sambis herumliegt. Dem versucht man zwar durch gotong royong anlässlich besonderer Ereignisse zu begegnen, aber ein Bewusstsein dafür, dass dieser Müll unschön und umweltversmutzend ist, was die Gäste stören könnte, ist bei vielen Bewohnern nicht vorhanden (SDuk, SIth1, SHary1). Es ist nicht nur „die Bevölkerung”, die mangelndes Wissen über Tourismus zu haben scheint, wie man aus manchen Aussagen der Komiteemitglieder interpretieren könnte. Vielmehr trifft das auch für die Mitglieder des Komitees zu, denen das Zusammenstellen eines Angebots, Werbung, 75 Finanzbuchhaltung etc. Zufallen. Das ehemalige Dorfoberhaupt, und gleichzeitig auch ehemaliger Vorsitzender des Komitees in Sambi, beschrieb die aktuelle Situation mit einem Vergleich: „The new people on the board are not that capable yet. You can see how it is going now. It is like a food stall in which people come to buy food but no one in the stall is able to serve, to sell“ (SSum). Die Schatzmeisterin des Desa Wisata sagte uns, dass ein Problem in der mangelhaften Ausbildung der Funktionäre liege (SSun). Wie in der Reflexion bereits erwähnt, wurde vorhandenes Wissen unserer Forschungsteilnehmer weniger explizit thematisiert als mangelndes Wissen. Es äußerte sich vielmehr implizit während der Gespräche und in der Reflexion über Wissensdefizite von Anderen, aber auch über die eigenen Wissenslücken. „I often took trainings since a long time. From there my knowledge extended. I figured that village communities have the potential to be improved; they have something valuable to sell to tourists. Poor thing, though, they often don’t know they have the potential to develop“ (SIth1). So wurde auch deutlich, dass die einzelnen Individuen unterschiedliches Wissen und verschiedene Fähigkeiten besaßen, oder man es ihnen zumindest zuschrieb. Beispielsweise wohnte ich bei meinem Aufenthalt in Ketingan im Homestay einer Familie, deren Töchter beide auch als Guides für das Desa Wisata arbeiteten. Dafür haben sie, von ihren Englischkenntnissen abgesehen, keine besonderen Qualifikationen. Ihre Aufgabe besteht nach eigener Definition darin, Gästen die Attraktionen des Dorfes, vor allem die Vögel zu zeigen. Was sie hierbei einsetzen, ist ihr lokales Wissen. Sie hatten keine Schulungen besucht oder anderweitig spezifische Kenntnisse als „Guides“ erworben. In Gesprächen mit den beiden Töchtern und der Mutter der Familie zeigte sich, dass sie wenig Wissen über die Organisation und die Geschichte von Desa Wisata besaßen. Bei Fragen diesbezüglich verwiesen sie immer auf den Ketua des Komitees. Das Desa Wisata-Projekt gefiel ihnen aber, weil es gut für das Dorf sei und Leute von außerhalb zu Besuch kommen. Der Leiter des Komitees in Ketingan hingegen wusste über die Struktur und Abläufe des Desa Wisata, Preise, nötige Vorbereitungen etc. Bescheid, kannte aber auch zuständige Behörden und deren Aufgaben, Reiseagenturen und die Entwicklungen auf dem Markt. Er hatte also ein wesentlich größeres allgemeines und spezifisches Tourismuswissen. Die Schatzmeisterin Sambis war vom Ketua des Desa Wisata für diese Stelle aufgrund ihres sozialen Engagements und ihrer guten Bildung auserkoren worden (SSyo1, SSun, SHar1). Auch wenn sie nach eigenen Angaben kein Vorwissen über Tourismus oder die Verwaltung von Finanzen hatte, trat sie 76 die Stelle an, weil man sie aufgrund ihrer Bildung und sozialen Engagements für geeignet hielt (SHar2, SSun). Sie selbst betonte mehrfach die Wichtigkeit des Ausbildungshintergrunds der Komitees für die Entwicklung des Desa Wisata und hoffte auf eine neues Komitee von jungen Personen, die mindestens einen High-School Abschluss haben sollten. Der jetzige schleppende Erfolg liege unter anderem an der Bildung der einzelnen Individuen. ”We're not so successful but I hope that we can become far better in the future. But the capacity of each individual... we don't have a tourism education background... the management, and also the marketing skills, we don't have those, even all of the committee members. Except Mas Haryono, Mas Haryono has a tourism background, but the others don't” (SSun). Hier wird deutlich, dass bestimmten Leuten bestimmtes individuelles Wissen sowie Fähigkeiten zugeschrieben werden, die im Dorftourismus nützlich sind. Besagter Haryono hat zwar diese Ausbildung genossen, hält eine touristische Ausbildung jedoch nicht für nötig. Darauf angesprochen sagt er: “H: Ya is true. But… I think, talking about the Tourism is... They can start it, not only me. They can start it! ...is talking about how to handle the guest the village is easier as the hotel. The hotel is difficult. But here in the village is very easy, really very easy. Just: ‘ok, welcome to Sambi, blablabla...’ A: [lachen] H: With Javanese language: 'This is our food, this our room. Ok, enjoy your food enjoy your room!' Also the same with farmers for example, and so on. Is very easy simple. A: You don't think you need a special education? H: No need for special education. Is easy because our guest is only from the school, I mean the elementary school. See? Is easy. We're selling not in the 5 Star hotel, but here the homestay. We're selling our food, we're selling our things there are. Is easy. We're not selling the hummer, we're not selling spaghetti, we're not selling special steak. Don't need to know how to make steak, how to eat steak, don't how to serve the steak. […] We selling this one here [Geste auf die Umgebung bezogen]. Is easy to, to explain... to explain our guest, you know? Is very easy” (SHar2). Auch Gäste ins Dorf zu bringen sei einfach. Man müsse z.B. nur mit der UGM und Schulen reden und ihnen eine Broschüre vorbei bringen. Auch den Gästen könne man diese mitgeben, die diese weitergeben könnten (SHar1+2). Auch der ehemalige Ketua betont, dass es keines besonderen Wissens bedürfe, um am Tourismus zu partizipieren. Wie auch andere Bewohner Sambis und Ketingans ist er der Meinung, dass es nur Kreativität braucht, um am Tourismus zu partizipieren und z.B. seine Produkte oder Souvenirs an die Touristen zu verkaufen (SSum1, SMok, SSuy2, SHary2). Ein anderer Gesprächspartner aus Sambi, der Gäste beim Trekking geführt 77 hatte, sagte, dass er als natürlicher Bestandteil dieses Ortes eben tue, was er könne. Dabei lerne man, was wichtig sei. Auf dieses Art der Wissenaneignung bezog sich auch Ithok Dwi, der seiner zu Anfangszeiten ins Projekt involvierten Schwester, wenn dies nötig war, als Guide, oder auch in Belangen der Organisation ausgeholfen hatte. Zwar hatte er dann auch Schulungen besucht, die er als sinnvoll empfand, sei aber eben so „reingerutscht” und habe so durch Hilfsarbeiten Stück für Stück gelernt (SIth2). Weiteres Wissen hatte er beim Studium des Faches Sosiatri, speziell beim Schreiben seiner Abschlussarbeit über das Desa Wisata in Sambi, gesammelt (Dwi 2004). Sein theoretisches, akademisches und praktisches Wissen, das er sich auf unterschiedliche Weise angeignet hatte, konnte er jedoch trotz der Nähe zum Projekt aus Gründen, die an anderer Stelle thematisiert werden, nicht einbringen und engagierte sich später nicht weiter (SIth1+2). Denselben Studiengang hatte auch der Leiter des Komitees in Ketingan angefangen, später aber abgebrochen. Nach eigenen Angaben habe ihm der absolvierte Teil des Studiums bei seiner Arbeit für das Desa Wisata geholfen, weil es einen leichteren Zugang zur Gesellschaft ermögliche. Wichtiger sei aber die Berufserfahrung, die sich aus verschiedenen Komponenten zusammensetzt. „See, while I was working at BKKBN91, I received a variety of trainings, including the techniques to persuade people so they do as I do. Principally I gained the skills to motivate and persuade when I was at BKKBN, through trainings. There were a lot of them. So the techniques of approach to individuals as well as groups were taught, and were very useful for working as a team. And moreover while at BKKBN I operated a lot on the field an worked with people, you know?” (KHar2). Auch der Sekretär Ketingans erwähnt seine im Beruf gesammelten Erfahrungen als besonders nützlich. Er sei viel gereist und habe daher ein Gefühl für den Umgang mit Menschen aus anderen Regionen bekommen. ”For example, there was a group of visitors from Jakarta, and also another one from Surabaya. We've never had that many visitors before. Using my experience, I coordinated the fellow villagers well, so that we could received them and serve them really well until they leave. By combining our experiences, we were able to serve them well, and the groups said that they were satisfied” (KJum). 7.3. Motivationen zur Partizipation am CBT-Projekt In obigen Abschnitt wurden bereits die Vorstellungen von Profit und den damit verbundenen Motivationen verschiedener Gesprächspartner erwähnt. 91 National Family Planning Coordination Board (Badan Koordinasi Keluarga Berencana Nasional) 78 Neben dem finanziellen Gewinn („big money“) (SHAr1) wurden die Erhaltung bzw. Revitalisierung von Traditionen und Kultur erwähnt (s.o.). Die zwei sehr engagierten Gesprächspartner in Ketingan (KHar, KJum) sahen die finanziellen Einnahmen nicht als Hauptgewinn an: „It's not only about money. Neither because we solely conserve animals, but we maintain the culture. All aspects of culture are great. Cultures vary from one place to another. We can learn from that. We revive what was once gone, like merti desa. [...] Since two years we have wayang. Nowadays people tend to be more money-oriented so the old tradition is almost extinct. Without unity and feeling of togetherness, such tradition will disappear over time“ (KJum). Auch in Sambi wurde ersichtlich, dass die Gesprächspartner stolz auf ihre Kultur sind und darauf, dass für die großartige Hochzeit bedeutende Personen extra aus dem Ausland in ihr Dorf kamen (SSum1, SMok, SSoy, SDuk). Ein Bewohner aus Ketingan meinte, dass sowohl durch die Bildungsangebote im Zuge des Tourismusprojekts, als auch durch den Besuch von Fremden im Ort gerade auch Dorfbewohner mit weniger Bildung etwas lernen könnten, ohne konkreter zu werden (KJum). Bei ihm und anderen Personen aus Ketingan zeigte sich, dass auch das „Besuch bekommen“ an sich schon einen Wert hat und damit einen Gewinn darstellt (KZwi, KSri, KSun, KSyo1+2). In beiden Dörfern hoffte man auf eine große Beteiligung der jungen Leute. Zum einen, weil man sich - besonders in Sambi eine Einnahmequelle erhoffte, welche die Abwanderung der jungen Generation in die Stadt verringert (SSyo1+2, SSum1). Zum anderen, weil so Traditionen auch an die junge Leute vermittelt würden (KJum, KHary2, KSyo, SSum1+2).92 Dies zeigt, dass die Motivation zum Engagement nicht nur der unmittelbare persönliche Gewinn ist, sondern auch der Nutzen der Gemeinschaft. Entsprechend empfinden einige Bewohner eine Nicht-Beteiligung am Projekt als regelrecht unverantwortlich (SMok, SHar2, KHar). Die Schatzmeisterin des Desa Wisata in Sambi stimmte dem ihr angetragenen Posten allein aus der Motivation zu, der Bevölkerung zu zeigen, dass man es besser mache können als ihre Vorgänger, indem mehr Geld in der Gemeinschaftskasse übrig bleibe als bisher. „I just wanted to know, after so many years and a lot of guest coming here, why the people couldn't enjoy the benefits of it. I wanted to prove that I can manage the finances and give them something“ (SSun). 92 Diese Hoffnung konnte bisher nicht erfüllt werden. Buchmans Feststellung, dass die Einnahmen Sambis zu gering seien, wurde bestätigt (Buchmann 2006:107). Spätestens wenn junge Leute eine feste Arbeitsstelle finden, partizipieren sie kaum noch am lokalen Tourismusprojekt. 79 Ein anderer Gesprächspartner äußerte sich ähnlich: „It can be said that this was a social work. Whether I liked it or not, I had to like it, because this was for public interest“ (SMok). Neben den positiven Potenzialen, welche motivierend wirken, wurden auch negative Aspekte angeführt. In Ketingan wurden jugendliche Mädchen und Jungen, die im Dorf übernachteten, dabei erwischt, wie sie sich nachts heimlich außerhalb der Häuser trafen. Um dieses unakzeptable Verhalten zu unterbinden, führte man Patrouillen ein (KHar2). In Sambi gab es bis vor wenigen Jahren am Dorfrand einige Hütten aus Naturmaterialien. Sie waren sehr beliebt bei Touristen und wurden auch von Kleingruppen aus der Stadt gemietet. Nachdem dort nachts lange und vermutlich mit Alkohol gefeiert wurde, verweigerten die Grundstücksbesitzer dem Investor den Neuaufbau der Hütten, als diese verrottet waren (SSyo2, SHary2, SMok). Im obigen Zitat der Schatzmeisterin (SSun) wird bereits deutlich, dass nicht alle Bewohner einen Gewinn aus Desa Wisata ziehen. Viele Befragten begründeten dies mit der Unwissenheit der Betroffenen. Unsere Untersuchungen zeigten jedoch auch andere Erklärungsansätze. Wir stellten fest, dass es sich nur die reicheren Dorfbewohner leisten können, ein Homestay einzurichten. Von manchen Bewohnern wurde beklagt, dass das Desa Wisata den Homestay-Betreibern zu noch mehr Einkommen verhilft, während sie selbst leer ausgehen (KLoh, IAan, SHary1, SSum1, SIth2). Entsprechend hatten sie auch kein Interesse zu partizipieren. Auch Buchmann stellte fest, dass es hauptsächlich die dominanten Familien waren, die Unterbringungsmöglichkeiten schufen und so Einkommen generieren konnten (Buchmann 2006:107). Eine weitere Interpretation für die mangelnde Motivation an einer Teilhabe am CBT-Projekt und den Aktivitäten der Organisation Gaia kommt von der Chefin Gaias. Sie beurteilt die Denkweise der Bewohner als sehr traditionell. „As long as they feel their everyday business can fullfill their basic needs. They do not need to think about another ideas. As long as they still can be farmer and have cattle, they still can take money from their business. They will not think about any other business” (GDif1). Ihr Kollege aus Borneo, der Trainings für die Bewohner Sambis angeboten hatte, die jedoch nicht angenommen wurden, erklärte dies durch die javanische Kultur der Bewohner und erwähnte dabei das Prinzip des nrimo,93 das speziell im Umkreis von Yogyakarta stark ausgeprägt sei: „Mit dem zufrieden sein was man hat und nicht nach mehr fragen“ (GDid). 93 Auch nrima oder nerimo. 80 7.4. Zwischenfazit Es zeigte sich, dass sich unsere lokalen Gesprächspartner der touristischen Potentiale ihrer Dörfer durchaus bewusst sind. Wie bei den im ersten Teil der Arbeit angeführten CBT-Projekten mangelt es aber an einem grundlegenden Bewusstsein für Tourismus, wie auch an Spezialwissen (Cole 2006, Elixhauser 2006, Neudorfer 2005). Wissen ist unterschiedlich auf die Bewohner verteilt. Sie beziehen es aus verschiedenen Quellen und eigenen es sich auf unterschiedliche Arten an. Bestimmtes Wissen und auch eine gewisse Vorbildung als Voraussetzung für die Aneignung von neuem Wissen werden je nach Forschungsteilnehmer sowie dessen Position und Funktion als wichtig erachtet. Der Wissensvorrat einzelner Individuen kann auch mit anderen „kombiniert“ werden, um Aufgaben zu bewältigen, zu denen ein Individuum alleine nicht das (Spezial-) Wissen besitzt. „Learning by doing“ ist die gewohnte Methode der Aneignung. Je bedeutender die Position einer Person innerhalb der Struktur des Desa Wisata, desto mehr Wissen über die Strukturen und Abläufe, den Markt und seine Anforderungen sowie potentielle Attraktionen ist vorhanden. In beiden Dörfern scheinen nur die Spitzen des Komitees kompetent und konstant aktiv zu sein. Nach der Anfangsphase, in der dem jeweiligen Dorfoberhaupt die Organisation des Tourismus zufiel, waren an der Spitze der Organisationsstruktur tendenziell Personen beteiligt, die über eine gehobene Ausbildung und/oder Erfahrungen verfügten, die sie zu qualifizieren schien(en). Tendenziell waren diese leitenden Personen auch sozial engagiert. Dies bedeutet allerdings nicht, dass im Umkehrschluss alle Personen, auf die die Attribute der Führungspersonen zutreffen, ihr Wissen auch in das Projekt einbringen können. Verschiedene Motivationen für die Beteiligung am Projekt lassen sich erkennen. Innovationen müssen aus Sicht der Akteure als nützlich und wichtig erachtet werden, um angenommen zu werden (Hartwig 2004:176, Dudley 1993, Neubert/Macamo 2004:104). Von unseren Forschungsteilnehmern werden verschiedene Formen von Gewinn angesprochen, die auch in der CBT-Theorie aufgeführt sind. Neben dem finanziellen Profit wird hier auch die Bindung der Jugend an den Ort genannt. Die Kommodifizierung von Kultur führt zu Stolz auf die eigene Kultur, bewahrt oder revitalisiert kulturelle Elemente, stärkt die Gemeinschaft und führt zu einem Lerneffekt. Wie in der CBT-Theorie ist mit dem Projekt auch die Hoffung auf weitere Bildung verbunden (Neudorfer 2005). Allerdings wurde auch schon ein Faktor ersichtlich, der eine Partizipation am Projekt verhindert. Der Zeitaufwand in den ehrenamtlichen Positionen wird von vielen als ein gro- ßes Hinderniss genannt sich zu beteiligen. 81 Die moralische Komponente lokalen Wissens zeigt sich sehr deutlich an der Einschätzung, dass man das Desa Wisata unterstützen müsse, ob es einem gefalle oder nicht. Wer dies nicht tut, gilt als unverantwortlich, weil es als moralische Pflicht gilt, sich für das Wohle aller einzusetzen und als logische Folge das Projekt zu unterstützen. Ebenso mindern moralische Bedenken gegenüber dem Verhalten der Touristen die Euphorie über die möglichen positiven Effekte des Projekts. Viele weniger gut situierte Bewohner Sambis sehen für sich keinen Nutzen in dem CBT-Projekt. Dies deckt sich mit der These Dudleys, wonach besonders die Reichen profitieren und es der eigentliche Zeilgruppe von Projekte an Ressourcen fehlt um zu partizipieren. In Sambi führte dies zu Neid und Konkurrenzdenken, welche das welche das rukun gestört haben. Die dennoch vorhandene Toleranz der Tourismusgegner kann mit der Absicht erklärt werden, den örtlichen Frieden nicht noch mehr zu schaden (vgl. Buchmann 2006:108). Die fehlende Unterstützung der Bevölkerung für das Komitee ist also möglicherweise ein passiver Widerstand gegen den Tourismus. Die dort herrschenden gesellschaftlichen Verhaltensnorm der Vermeidung öffentlicher, direkt ausgetragender Konfklikte legt eine solche Vermutung nahe (Magnis-Suseno 1981, Markham 1995). Die Aussage der Chefin Gaias deckt sich mit der These, wonach neues Wissen in Zeiten von Not und Umbruch eher angenommen, bzw. überhaupt in Betracht gezogen wird (Macamo/Neubert 2004:186ff). Sie verweist zugleich auf die Lebenseinstellung der angesprochenen Bauern. Auch ihr Kollege nimmt Bezug die lokale kulturelle Prägung der Bewohner. Er benennt das Prinzip des nrimo: "Nrima bedeutet, sein Schicksal anzunehmen, ohne inneren oder äußeren Protest zu bekunden“ (Geertz 1969:239). Es ist „gleichbedeutend mit innerer Freiheit gegenüber weltlichen Dingen und innerer Ruhe. [...] Nrima bietet durch das würdevolle Akzeptieren des unvermeidlichen seelischen Frieden“ (Markham 1995:59). Dieser im lokalen Alltagswissen enthaltenen Maxime zu Folge hat Tourismus kaum Relevanz, denn es ist nicht wichtig, mehr Geld einzunehmen oder einen höheren Status durch Partizipation im Projekt zu erlangen. Diese Erklärungsversuche verweisen auf den starken lokalen Bezug von Wissen und Wissensvermittlung und der sie bedingenden Faktoren. 82 8. Orte und Situationen des Wissenstransfer Wesentlicher Bestandteil des CBT-Konzeptes ist die Partizipation der Bevölkerung in möglichst allen Bereichen und Phasen. Die Entwicklung eines Verständnisses für Tourismus und das Erlangen von Wissen sowie diversen Fähigkeiten sind dafür nötig (Raharjana 200:150f). Es wurde festgestellt, dass die Dörfer und ihre Bewohner einen gewissen Wissensfundus haben, es aber weiterhin Lücken gibt. Wie wird nun dem Defizit an Tourismuswissen entgegengewirkt und welche Faktoren behindern und begünstigen Transfer und Anwendung von Wissen? 8.1. Schulungen und Trainings für die Tourismusdörfer Die Schulungen verschiedener Behörden, die notwendiges Wissen für eine erfolgreiche Entwicklung der Tourismusdörfer vermitteln sollen, könne in zwei Bereiche eingeteilt werden: Den Bereich des Umweltschutzes, der den Schutz der Vögel und ihres Lebensraumes miteinschließt und den Bereich über Tourismus, in den Kenntnisse über Hygiene, Guiding, Zubereitung von Menüs für die Touristen usw. fallen. 8.1.1. Spezielle Trainings und Schulungen in Ketingan Laut unserer Informanten, schenkte man den Vögeln anfangs Beachtung, weil sie durch Gestank, Schmutz und als vermeintliche Gefahr für die Melinjo-Bäume und damit auch die Ernte auffielen. Folglich versuchten viele Einwohner die Tiere zu vertreiben und zu schießen, wobei Letzteres immer dorfexternen Personen zugeschrieben wird. Erst durch Schulungen der BKSDA wurde ein anderer Umgang mit den Vögeln vermittelt (KIbu, KJum, Khar1, KSri, Raharjana 2005). 83 „The BKSDA, with the mission of conservation, came here. They came to talk with pak dukuh94 and ask him to get the people together. The BKSDA told us that this bird is rare and protected. It is protected not only regionally but nationally and maybe internationally. People here used to poach the eggs. They climbed the bamboo trees. Children liked to boil the eggs. People tried to scare the birds away... After BKSDA gave explanations, the people began to be aware of them and starting at 2002 the committee was established to run the desa wisata“ (KHar1). In mehreren Versammlungen wurden die Bewohner über die Vögel und ihre Gewohnheiten und vor allem auch darüber, dass sie unter Schutz stehen aufgeklärt. Die Gesundheitsbehörde (Dinas Kesehatan) kümmerte sich um die Sorgen der Bevölkerung bezüglich möglicher gesundheitsschädlicher Auswirkungen. Nach Untersuchungen des überall zu findenden Vogelkots stellte sich die Angst vor einer Infektion mit Vogelgrippe als unbegründet heraus. In Hinblick auf das entstehende Tourismusdorf unterrichtete die Gesundheitsbehörde die Bevölkerung auch über allgemeine Maßnahmen einer hygienischen, gesunden Lebensführung (KHAr1+2, KSri, IBud). In Zusammenhang mit der Aufklärung über die Vögel steht auch die von der Landwirtschaftsbehörde Slemans (Dinas Pertanian Kabupaten Sleman) organisierte Schulung der Bevölkerung in der gezielten Vermehrung von Belinjobäumen, die unter dem Einfluss der Vögel litten (KHar2, KJum, Raharjana 2005). Mittlerweile wurde diese Komponente sogar so weit in das Tourismusprojekt integriert, dass Besucher beim Setzen der Samen und Jungbäume helfen, sich so aktiv am Naturschutz beteiligen und den Bewohnern Arbeit abnehmen (KHar2, Raharjana 2005:159f). Außerdem hat man in Ketingan gelernt, Belinjo-Früchte zu Chips zu verarbeiten. Die nötige Ausrüstung und Ausbildung lieferte die Hochschule für landwirtschaftliche Erweiterung, Yogyakarta (Sekolah Tinggi Penyuluh Pertanian Yogyakarta), jedoch nicht speziell in Hinblick auf das Desa Wisata, sondern als landwirtschaftliche Schulung wie sie in Sambi und Ketingan ab und zu stattfinden. In diesem Fall hatte dies allerdings auch direkten Einfluss auf das Tourismusprojekt, weil man das Produkt direkt an Touristen verkaufen und die Herstellung der Chips – ebenso wie die bereits genannte Pflanzung von Belinjobäumen - als Programmpunkt buchen kann. 8.1.2. Inhalte der Tourismusschulungen Das allgemeine und spezielle Tourismuswissen wird in Schulungen von den bereits genannten Ministerien, Bildungsinstitutionen und privaten Akteuren 94 Pak dukuh bezieht sich auf den kepala dukuh, das Dorfoberhaupt. 84 vermittelt. Aus den mir vorliegenden Schulungsmaterialien (siehe Quellenverzeichnis SM 1-7) sowie der Teilnahme an einer Schulung und den Aussagen unserer Gesprächspartner soll eine Übersicht über die Themen gegeben werden. Je nach ausrichtender Behörde, durchführenden Personen und zeitlichem Rahmen variieren Inhalt und Umfang der Schulungen. Es werden also nicht immer alle genannten Punkte der folgenden Übersicht angesprochen. Am Anfang steht eine Art Einführung in den Tourismus in der Region. Motivation der Touristen, Besonderheiten und Potenziale der Dörfer und der gesamten Region mit ihren spezifischen kulturellen und natürlichen Gegebenheiten, Gewinne sowie mögliche negative Nebeneffekte des Tourismus und die Langwierigkeit des Prozesses werden thematisiert. Oft werden die zu hohen Erwartungen an die Regierungen und ihre Behörden, die sich nur als Moderator und Unterstützer verstehen, gedämpft (IBud, Dwi 2004). In Sambi fand die erste allgemeine Schulung dieser Art im Jahre 2001 statt, was die Bevölkerung motivierte ein Desa Wisata zu gründen. In allen Schulungen nehmen Einheiten, die eine erwünschte Einstellung und Verhaltensweise gegenüber den Gästen propagieren, großen Raum ein. Dabei werden viele Soft Skills angesprochen, die sich die Gastgeber aneignen sollen. Eine freundliche, offene, zuvorkommende, höfliche, aufmerksame und respektvolle Grundhaltung wird erwartet, die jedem Besucher gleichermaßen zuteil werden soll. Die Bewohner sollen die Gäste nicht kritisieren oder ihre Fehler korrigieren. Politik, Religion oder andere kontroverse Themen sollen gemieden, oder mit Tolleranz gegenüber den Gästen besprochen werden. Trotz aller Aufmerksamkeit den Gästen gegenüber, soll ein gewisser Abstand gewahrt werden, d.h. ihr Zimmer soll nur zur Erledigung wichtiger Aufgaben betreten werden und man soll keine privaten und geschäftlichen Dinge vor ihnen besprechen. Unschöne Verhaltensweisen wie murmeln, spucken, pfeifen, brüllen, rauchen und sich kratzen sollen vor den Gästen vermieden werden. Zudem sollen die Bewohner unschöne Worte vermeiden und auf angemessene und saubere Kleidung achten, sich in Geduld üben und aus Fehlern lernen. Der Aufforderung, eine positive emotionale Haltung gegenüber Gästen zu entwickeln, gipfelt in der Suggestion: „Besucher machen Sie glücklich, wenn sie bei Ihnen sind“ (SM 7). Für den Fall, dass dies nicht derart einfach funktioniert, wird auch die Sicht eines Dienstleisters erwähnt, aus der man sich in Erinnerung rufen könne, dass Gäste kein Störfaktor sind, sondern Einnahmen bringen.95 95 Viele der eben genannten Punkte sind Inhalt der Konzepte des „Sadar Wisata“-Programms (Tourismus-Bewusstsein), das 1989-1990 vom indonesischen Tourismusministerium erdacht wurde, und bis heute wesentlicher Bestandteil von touristischen Schulungen ist. Kern des 85 Die Ansprüche der Gäste und der angemessene Umgang sind ein zentrales Oberthema bei allen Schulungen. Wie empfängt und bewirtet man Gäste? Wie richtet man ein Schlafzimmer ein und welche Mindestanforderungen sollte ein Badezimmer erfüllen? Dazu gehören besonders auch hygienische Aspekte, vor allem bezüglich der Toiletten und - falls vorhanden - Badezimmer, aber auch der Umgang mit Müll, die Körperhygiene der Bewohner, etc. Die Organisation eines Tourismusdorfes, die Notwenigkeit von Management und Vermarktung, eine Einführung in die Buchhaltung zur realistischen Kosten-Nutzen-Analyse, Beispiele für die Kooperation mit Reiseagenturen o.ä., die Erläuterung der Aufgaben zentraler Positionen in der Verwaltung und Buchhaltung und konkrete Aufgaben, wie die Annahme von Reservierungen, werden besprochen. Auch wird angemerkt, dass je nach Angebot und Besuchergruppe an weitere Notwendigkeiten wie Transportmittel und deren Verfügbarkeit und Kosten gedacht werden sollte. Bei manchen Schulungen werden auch Themen wie Empowerment der Bewohner und Genderaspekte angesprochen. Einerseits, weil es ein logischer Schritt ist, bereits vorhandene Organisationen der Jugend, Nachbarschaft und Frauen in das Projekt zu integrieren, andererseits auch, weil das Desa Wisata über die üblichen „Frauenaufgaben“ hinaus Chancen zur Partizipation und damit Emanzipation der Frauen bietet, wie Hasbullah von Tourista Tours in seinen Ausführungen zum Humankapital betont (IHas). Auch die Zubereitung von Essen und die Bewirtung der Gäste werden bei allen Schulungen angesprochen. Es werden Variationen mit einheimischen Zutaten vorgestellt und bei manchen Schulungen versuchsweise zubereitet, sowie regional untypische oder gar ausländische Gerichte, um möglichst große Vielfalt in den Speiseplan zu bringen und auch auf kulinarisch konservative internationale Gäste vorbereitet zu sein. Seltener gibt es auch eine Einheit für Guides. Diese meist von Personal der HPI gegebenen Schulungen umfassen die Organisation von Transporten, Planung der Route, Umgang mit den Gästen, Sicherheitsmaßnahmen, Kenntnisse über die besuchten Orte und deren Umgebung sowie eine angemessene Sprache und Methode zur Vermittlung dieses Wissens an die Gäste, unter Berücksichtigung von Gruppengröße, Beruf, Alter, Religion, sozialer, politischer sowie kultureller Herkunft. Die moralischen und intellektuellen Programms sind die Sapta Pesona, die „Seven charms“: Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit, (kühler) Komfort, natürliche Schönheit, freundliche Menschen und Erinnerungen. Deren Beherzigung durch die Bevölkerung soll eine tourismusfreundliche Atmosphäre schaffen (Q1). 86 Qualitäten eines Guides entsprechen weitestgehend den bereits genannten Anforderungen an das Verhalten gegenüber Gästen und werden durch professionelle Fähigkeiten, vor allem Sprachkenntnisse, ergänzt. 8.1.3. Faktoren des Wissenstransfers durch Tourismusschulungen Bei einer Schulung für Dörfer, die mit dem Gedanken spielten oder sich bereits dazu entschlossen hatten, ein Desa Wisata zu werden, der wir am 7.10.2008 in einem Dorf, ca. eineinhalb Autostunden südlich von Yogyakarta beiwohnten, ließen sich sehr gut einige der Faktoren beobachten, die für Wissenstransfer bedeutend sind. Die Schulung wurde von der Baparda veranstaltet und dem JTTC durchgeführt. Mit einem der dort vortragenden Trainer, Suherman (Jsuh), stellvertretender Leiter des JTTC (JIru), hatten wir bereits zuvor gesprochen. Die Ansichten des Trainers Eddy, der an dieser Schulung nicht teilnahm, werden ebenfalls genannt (JEdd). Beide Trainer fielen als sehr sympathische Personen auf, die sich gut artikulieren und komplexere Sachverhalte verständlich darlegen konnten. Eddy, der auch bei unserem Gespräch viel mit Mind Maps arbeitete, hatte ein großes Talent dafür, Sachverhalte für ein besseres Verständnis an konkreten Beispielen zu erklären. In der Schulung wurde die Wichtigkeit von kommunikativen Fähigkeiten und der Art der Wissensvermittlung ersichtlich. Wie von den drei Mitarbeitern des JTTC beschrieben, sei es zunächst wichtig „das Eis zu brechen“ (JSuh, JEdd, JIru). Diese Aufgabe hatte Hendri an diesem Morgen inne und er tat dies mit erstaunlichem Talent. Nach den formalen und etwas steifen Begrüßungsreden durch anwesende Angehörige diverser Regierungseinrichtungen u.a. der Baparda, schaffte er es schnell, unter anfangs äußerst schüchternen Schulungsteilnehmern eine gute, offene Stimmung zu verbreiten. Er unterhielt sie wie ein Entertainer, wobei er auch von sich erzählte, um gleichzeitig herauszufinden, welche Personen aus welchen Orten welche Fragen, Schwierigkeiten und auch welches Vorwissen hatten. Sein sehr persönlicher, lustiger Zugang zu den Leuten kam gut an und die Teilnehmer versuchten aufmerksam, seinen Ausführungen über grundlegende Ideen und Prinzipien der Desa Wisata zu folgen. Der nachfolgende Trainer sollte grundlegende Züge des Rechnungswesens vermitteln. Er redete sehr schnell, während er an der Tafel vorrechnete, dass man z.B. den Gewinn durch die gleichzeitige Bewirtung mehrerer Gäste steigern könne, weil dann die Ausgaben im Verhältnis zu den Einnahmen geringer würden. Er fragte zwar nach, ob alle die Rechnung verstanden hätten, doch es wirkte eher wie eine rhetorische Frage und aus den Reaktionen der Teilnehmer - Versuche, beim Tischnachbarn zu kopieren, Fragen untereinander, missmutige Gesichter, 87 viele hörten ganz auf mitzuschreiben etc. - ließ sich ablesen, dass dies bei den meisten nicht der Fall war.96 Ein Teilnehmer, der bereits an mehreren Schulungen teilgenommen hatte, sagte uns nach dem Training, dass die Sprache in den Trainings immer sehr schwierig zu verstehen sei, da das Vokabular wie auch die Art des Redens nicht immer verständlich seien (IGuy). Der Trainer Suhermann der auch als Dozent an der UGM arbeitet, war sich dessen bewusst und betont, dass es sehr wichtig sei, in einfachen Worten zu sprechen (JSuh). Er verglich die Unterrichtssituationen miteinander: „The difference is the audience. Teaching students, with their good education, is different from teaching country people, who are more timid, who feel shy to ask questions. When in doubt, students ask. Not the country people. They are shy. […] The difference lies in their educational background. But some administrators of desa wisata are college graduates. It's different, and it varies also at the trainings. So the intellectual background very much influences the run and efficiency of the training“ (JSuh). Ein weiteres Defizit der Schulung liegt darin, dass den Anwesenden, die oft kein Vorwissen die meisten Themen betreffend haben (JSuh), zu viel Stoff auf einmal zugemutet wird. Die ungewohnte Fülle von Informationen, die von morgens bis nachmittags an zwei aufeinanderfolgenden Tagen vermittelt werden, stellt für diejenigen Anwesenden, die derartiges nicht gewohnt sind, schnell eine Überforderung dar. Bereits der Inhalt der ersten PowerPoint- Präsentation war sehr dicht. Den Inhalt mehrerer solcher Präsentationen aufzunehmen, stellt hohe Anforderungen an das Publikum. Gegen Ende des ersten Tages war deutlich zu erkennen, dass die Leute erschöpft und wenig aufmerksam waren. 8.1.4. Meinungen über die Inhalte der Tourismusschulungen Die Schulungen wurden von den meisten Dorfbewohnern als nützlich erachtet (KHar1+2, KSri, KJum, SIth1+2, SSyo, SSmok, SBun, SSup). Allerdings wurde auch Kritik an den Inhalten geäußert. Der Leiter des Komitees in Sambi hatte einer, von der PHRI97 durchgeführten, Schulung beigewohnt und diese als nutzlos empfunden, da sie nicht den Bedingungen und Ansprüchen eines Dorfes gerecht wurde. 96 Gerechterweise muss man erwähnen, dass dieses Thema bestimmt schwieriger gewinnend umzusetzen ist als die Einführungen. 97 Perhimpunan Hotel dan Restoran Indonesia, Verband der indonesischen Hotels und Restaurants 88 „I didn't like it. They gave us training about how to handle guest, how to make dinner and breakfeast and lunch menu. But here we have different food. We're not five star hotel. No need for different, ah, cutlery, we are selling traditional food. 'Here, please: Just use your fingers!' We don't need how to decorate room, how to set table... how to prepare hotel bed. We have different product, diffrent customer. We are selling traditional homestay, how to grow rice... we are selling... culture. We don't need service like five star hotel. We are not talking about international tourist... No, I didn't like it“ (SHar2). Er plädierte dafür Trainings speziell für Desa Wisata anzubieten, weil die von ihm besuchten für das Projekt nutzlos seien (ebd.). Ithok Dwi, der von ihm persönlich besuchte Schulungen für sehr nützlich hielt, differenzierte dies folgendermaßen: „Not everything can be used in every village. Only some things may be useful, depending on each desa wisata“ (SIth2). Bei der Durchsicht einiger Schulungsunterlagen bestätigte sich der von ihm vermittelte Eindruck. Guideschulungen des HPI beziehen sich auf Führungen speziell für Monumente und historische Stätten, für (oftmals ausländische) Besuchergruppen, die in den meisten Fällen nicht denen der Desa Wisata entsprechen. Schulungen von Personal der PHRI beziehen sich auf die Ansprüche in der Hotelbranche (SM 1-7). Ein weiterer Gesprächspartner hatte eine Schulung über das Anfertigen von Batiken besucht. Sein Interesse, dieses Produkt in Sambi einzuführen, war gering. „Not every village can sell batik“ (SMok). Unsere Gesprächspartner aus den Behörden wussten um diese Probleme. Sie erwähnten, dass es ein Problem sei, wenn Attraktionen einfach kopiert würden, da dies zu einem Konkurrenzkampf auf einem zu kleinen Markt führe. Dies versuche man zu vermeiden, indem man – soweit vorhanden - auf die jeweils spezifischen Potentiale aufmerksam mache (IDew, BFit, BPip, IDes, IWeb). Das Problem der unpassenden Trainings versucht die Dinas im Gespräch mit den durchführenden Verbänden zu beheben (DDew). Auch Pak Hasbullah, der Chef des Touranbieters Tourista Tours, der ebenfalls in Kooperation mit der Dinas Schulungen durchgeführt hatte, hielt deren Inhalte teilweise für unangebracht für die Zielgruppe der (angehenden) Touristendörfer. Er führt zum Teil eigene Schulungen durch, wollte seine Erfahrungen aber vor allem in ein Schulungsprogramm einbringen, das er der Dinas vorlegte (IHas, DDew, Q 5). Wie uns unsere Gesprächspartnerin der Dinas versicherte, war dieser Vorschlag angebracht aber leider kaum zu finanzieren. Darüber hinaus habe er mit seinem Antrag und der darin impliziten Kritik an den Schulungen der Dinas die Kompetenz des Leiters der Behörde in Frage gestellt, weswegen dieser sich einer Kooperation nun aus Prinzip verweigere (DDew). 89 8.1.5. Zwischenfazit In den Gesprächen mit den Personen aus dem Bereich des JTTC wurde deutlich, dass in den Trainings die Art, in der das Wissen vermittelt wird, bedeutend für den Erfolg oder Misserfolg des Wissenstransfers ist. Einig waren sich alle Befragten aus dem Bereich der staatlichen Organisationen und des JTTC darüber, dass die Schulungen dem Publikum angemessen sein müssen, da die Teilnehmer aus oftmals ländlichen Gebieten keine hohe Bildung haben und zu großen Teilen Bauern seien, die keinerlei oder nur wenig Verständnis für Tourismus hätten: „We try to make it simple“ (IFit). Trotz dieses guten Vorsatzes war deutlich das zu erkennen, was Rogers „Information Overload“ nennt (Rogers 2003:368f). Wie gut zu sehen ist, beeinflusst der bereits vorhandene Bildungs- und Wissenshintergrund ganz bedeutend die Aufnahme neuen Wissens. Die kommunizierten Informationen müssen in Umfang, Inhalt und Art der Kommunikation anschlussfähig sein. Sie müssen von den Schulungsteilnehmern nach Mundy und Compton auf der Basis ihres Vorwissens dekodiert und interpretiert werden können, was bei dem beobachteten Training nicht der Fall war (Mundy/Compton 1995). Wie in der CBT-Literatur (Palm 2000:118f, Victurine 2000:224ff) dargelegt wurde, scheinen praktische Ansätze für den Wissenserwerb geeignet. „Learning by doing“ als die wiederholte praktische Einübung scheint die präferierte und sinnvollste Art zu sein, Wissen zu erwerben. Dies zeigt sich auch durch die Forderung nach Folgeschulungen und mehr praktischen Trainings von Seiten der befragten Bewohner aus Sambi und Ketingan (SHar1+2, SSuy1+2, SSun, SMoh, KHar2, KJum) sowie der Trainer. „I don't think those trainings are all that's needed. There need to be follow ups, real practice. The trainigs give theorie only. There need to be practical trainings, how to implement trainings in real life. That's most important!“ (JSuh). Bei der von uns besuchten Schulung wurde hingegen ein akademisches Konzept von Wissensvermittlung offensichtlich unpassenderweise angewendet. Die Art der Wissensvermittlung durch den zweiten Trainer auf der oben beschriebenen Schulung lässt auf eine Diskrepanz zwischen den Vorstellungen und gewohnten Arten von Wissenserwerb im Verständnis der ausführenden Kräfte und der Empfänger schließen. Diese liegt im jeweiligen Wissensfundus und den daraus abgeleiteten Gewohnheiten und Handlungen - oder 'Habitus' nach Bourdieu - begründet. Als bedeutend stellten sich die Soft Skills der 'Sender' heraus. Unter Soft Skills verstehe ich Fähigkeiten, die wesentlich die Interaktion mit anderen Menschen beinflussen. Mittels Empathie geht Pak Suherman auf sein Ge- 90 genüber ein, versucht in einfachen Worten zu reden, versucht die Leute 'dort abzuholen wo sie stehen', sich ihrem Bildungsniveau und ihrer Art zu kommunizieren anzupassen, so dass seine Informationen leichter von den Empfängern entschlüsselt und interpretiert werden können. Er macht sich, bzw. die gesendeten Informationen, möglichst anschlussfähig. Dies geschieht vor allem auf einer emotionalen Ebene. Das „Eis brechen“ heißt auch, dass die Personen eventuelle anfängliche Unsicherheiten ablegen oder sie artikulieren, dass sie sich wohl fühlen in der Situation und mit ihrem Gegenüber und ihn als glaub- und vertrauenswürdig einschätzen. Die Einschätzungen und damit Zuschreibungen der Seminarteilnehmer bezüglich des Trainers sind ausschlaggebend für die subjektive Relevanz der von ihm gelieferten Informationen (Schützeichel 2007:548). Aber auch wenn diese, auf ihren Soft Skills basierenden, Fähigkeiten der einzelnen Trainer, Wissen zu vermitteln, wichtig sind, können sie nur innerhalb des gesetzten Rahmens zum Gelingen des Wissenstransfers beitragen. Ein Trainer kann das Beste aus seiner Einheit einer Schulung machen, aber wenn die Anwesenden durch die Informationsdichte und Länge der Veranstaltung überfordert sind, nutzen auch Empathie und Motivationstalent nur begrenzt. Die gilt ebenso im Fall einer Irrelevanz der Inhalte. Selbst wenn die Sender, in diesem Fall der Trainer, als glaubwürdig gelten, wird Wissen nur angenommen, wenn es als relevant erkannt wird (Hartwig 2004:176, Dudley 1993, Neubert/Macamo 2004:104). Wie sich herausstellte, war dies nicht immer der Fall. Dies weist auf verschiedene Verständnisse der Bedeutung von Tourismus und darüber, was für seine Entwicklung gebraucht wird, hin. Hier tritt klar der Bildungs- und Erfahrungshintergrund der unterrichtenden Verbände und Personen zu Tage, wie an den Beispielen der Hotel-Service- Schulung und der Guide-Schulung ersichtlich wurde. Viele Trainings gehen von der Einschätzung aus, dass Sauberkeit für die Desa Wisata-Projekte wesentlich sei und mangelnde Hygiene eines der Hauptprobleme in deren Entwicklung darstellt. Nach Ansicht mancher Dorfbewohner wären aber andere Themen ebenso wichtig (SMok, SHar2). Die Erfahrungen aus den bisherigen Schulungen bedingt die Einschätzung des Nutzens von solchen Schulungen im Allgemeinen und damit auch die Motivation weitere zu besuchen. 8.2. Vergleichsstudien und das Kommunikationsforum der Tourismusdörfer Wie erwähnt wurden die Schulungen nicht nur kritisiert, sondern durchaus auch für nützlich gehalten. Das ehemalige Dorfoberhaupt Ketingans fand sie 91 vor allem deswegen gut, weil man dort Beziehungen knüpfen konnte, nicht nur zu den Behörden und Verbänden sondern besonders auch zu Vertretern anderer Dörfer, mit denen man sich austauschen konnte (KSri). Die Behörden, die möglichst viel Verantwortung abgeben wollen, sind darum bemüht, diesen Austausch der Desa Wisata untereinander und auch mit der Wirtschaft zu fördern. Dies entspricht einerseits der Idee des CBT, zum anderen haben sowohl Dinas als auch Baparda keine Ressourcen, sich intensiver um diese Projekte zu kümmern (Raharjana 2005, Dwi 2004, IBud, DDew). Diesem Denken entsprangen das FKDW und studi banding, Vergleichsstudien, die dieses zusammen mit den Dörfern organisiert. 8.2.1. Vergleichsstudien Die Vergleichsstudien bestehen aus einer Exkursion in andere Desa Wisata, um Ideen zu bekommen und Erfahrungen mit den dortigen Bewohnern und Teilnehmern aus weiteren Dörfern auszutauschen. Manchmal gehören dabei auch kurze Schulungseinheiten zum Programm. „We also had small trip to Batu Raden98 so see what it looks like. We organize this, not that regularly, once in a year or two. It's for the people here so that they get a broader experience. You know, people in this village vary in educational background. Not all graduate from university. Generally they finished Senior high school. Even some only finished junior high. It is great that they learn from outside. Once they learn, they can improve what needs to get improved here“ (KJum). In Sambi hatte ein Mitglied des Managements im August 2006 an einer solchen studi banding teilgenommen und das Desa Wisata Sambi, seine Geschichte, das Management, Potentiale und Angebote vorgestellt (SMok). Zu erwähnen ist dabei, dass besondere Betonung auf eine korrekte und transparente Buchhaltung gelegt wurde, nachdem diese in Sambi gegen Ende der Amtszeit des vorhergehenden Managements zu einem problematischen Thema geworden war (SM 8). Der Teilnehmer selbst hielt diesen Austausch für lehrreich: „It's good because you can talk to others and see how they manage it, use their experience“ (SMok). 8.2.2. Das Kommunikationsforum der Tourismusdörfer (FKDW) Das FKDW wurde vom Amt für Tourismus und Kultur (Dinas) ins Leben gerufen um den Erfahrungs- und Meinungsaustausch sowie die Kooperatio- 98 Batu Raden (oder auch Baturaden) liegt am Rande der Berges Slamet und Zentraljava und ist ein beliebtes Ausflugsziel javanischer Touristen. Die natürlichen Attraktionen sind ein Wasserfall und heiße Quellen. 92 nen zwischen den Desa Wisata zu ermöglichen und darüber hinaus die Kontaktaufnahme, Austausch und Kooperation mit Behörden, Verbänden und Unternehmen zu erleichtern. Am 4. September 2008 wurde das Forum, das bis zu diesem Zeitpunkt die Desa Wisata des Regierungsbezirks Sleman umfasste, auf die Ebene der gesamten Sonderprovinz Yogyakarta erweitert und umfasst jetzt neben Sleman auch die der Bezirke Bantul, Gunung Kidul und Kulon Progo, die sich erhoffen, von den Erfahrungen der Desa Wisata in Sleman profitieren zu können. Daneben verspricht man sich eine effektivere (Re-)Präsentation und Werbung der Desa Wisata. Von diversen Behörden wurden auch einige Schulungen für die Mitglieder des Forums organisiert (IMok). Bei der Gründung des erweiterten Forums wurden von der Baparda bereits weitere Trainings in Aussicht gestellt (FKDW). Dank des Forums haben die Behörden eine zentrale Anlaufstelle, an der Informationen gebündelt und verbreitet werden. Manche Anfragen, die vorher einzeln an sie gerichtet wurden, können nun im Forum geklärt werden, so dass alle Teilnehmer davon profitieren. Der Informationsfluss in die andere Richtung wird ebenfalls begünstigt. Anfragen vom Forum haben mehr Gewicht als von einzelnen Managern der Dörfer, die anwesenden Vertreter der Behörden sind informiert über Situation, Anliegen und Aktionen der Desa Wisata und erweitern durch diesen permanenten Kontakt ihr Wissen (FKDW). Diese Idee wurde angenommen und das FKDW etablierte sich langsam als Knotenpunkt des Austausches und der Kooperation zwischen den verschiedenen Akteuren (DDew, BPip, IDes1+2). Die Vernetzung der Desa Wisata untereinander und deren gemeinsames Auftreten ermutigt die Teilnehmer des Forums zu ihren Projekten (IDes2, ISuj1+2). Fragen können gestellt und Erfahrungen ausgetauscht werden: „You could get information there, and guidance, you know? There were just 15 desa wisata at my time but I know them all. It's good to connect. You can ask easily...“ (SMok). Jedes Desa Wisata ist eingeladen, mit einer oder zwei Personen an den monatlichen Sitzungen teilzunehmen um sich mit anderen Personen auszutauschen. Während früher verschiedene Mitglieder des Managements Sambis teilnahmen, war dies in der gerade zu Ende gegangenen Amtszeit nicht mehr der Fall gewesen. Der Ketua des Desa Wisata Sambi schien die Einrichtung nicht einmal zu kennen (SHar2). Ketingans Ketua hingegen ist sehr engagiert im Forum. 8.2.3. Zwischenfazit Der Austausch von Erfahrungen im Dialog von Personen, mit ähnlichen Problemen und Aufgaben findet großen Anklang bei unseren Gesprächspartnern. Bei den Vergleichsstudien ist der Ansatz praktischer als bei den 93 Schulungen. Hier scheinen weniger habitusbedingte Kommunikationsprobleme aufzutreten. Die Vertreter anderer Dörfer zu fragen, fällt unseren Gesprächspartnern leichter. Man kann hier auf Augenhöhe Erfahrungen austauschen und ohne Hemmungen fragen, wenn man etwas wissen will (SMok). Die Schüchternheit, wie sie auf den Schulungen auffiel und von einem Gesprächspartner (JSuh) benannt wurde, war auf dem von uns besuchten Treffen des FKDW nicht derart stark vorzufinden. Dies lässt Rückschlüsse darauf zu, dass Kommunikation stark durch den sozialen Status der beteiligten Parteien und damit verbundene Hierarchien bedingt wird (Fried 2003:10f, Keller 2008:39ff, Schultze 1998:19f). Die in der CBT-Literatur angegebene Bildung von Foren und Netzwerken zum Wissenstransfer trifft auch auf das untersuchte Fallbeispiel zu (Scheyvens 2003:244). Durch den zentralen Knotenpunkt des Forums wird es allen Beteiligten erleichtert, Informationen zu erhalten und zu vermitteln. Es bewirkt eine Bündelung des Informationsflusses und bietet die Möglichkeit eines Austauschs aller beteiligten Akteure. Die Nichtbeteiligung des Desa Wisata Sambi bewirkt, im Vergleich zu den anderen Tourismusdörfern, ein Informationsdefizit. Mögliche Optionen und Aktionen können nicht wahrgenommen werden. Die Nicht-Partizipation Sambis weist auf weitere Faktoren für den Transfer von Wissen hin. Zum einen darauf, dass der Ketua sich nach schlechten Erfahrungen nichts mehr von Schulungen verspricht und sie als irrelevant einstuft, zum anderen auf den bereits erwähnten Zeitaufwand. 8.3. Der Wissenstransfer innerhalb der Tourismusdörfer Zur Weitergabe von Informationen im Dorf wurden vorhandene Strukturen des Dorfes von den Komitees beider Dörfer genutzt. In Sambi wurde eine Dorfversammlung, in Ketingan eine Versammlung des LPMD, vom Dorfoberhaupt einberufen, um die Bevölkerung über das Potential eines Tourismusdorfes zu informieren und ihre Meinung zur Gründung eines Desa Wisata zu erfahren. In Ketingan wurde die Bevölkerung zuvor auf einer Versammlung des LPMD von der BKSDA über die Vögel und ihren Schutzstatus aufgeklärt und erklärt, wie man sich entsprechend verhalten müsse.99 Wenn es bestimmte Aufgaben oder Schulungen wie z.B. Kochkurse gab, nutzte man die vorhandenen Organisationen wie die PKK oder die Jugendorganisation und deren Kommunikationsstrukturen, um bestimmte Teile der Bevölkerung darüber zu informieren und Teilnehmer zu finden (SSum1+2, SSuy1+2, KHar2, KSri, KIbu). 99 An diesen Dorfversammlungen nehmen normalerweise nur Männer teil. 94 Innerhalb der Organisationsstruktur des Desa Wisata wird manches Wissen aus Schulungen weitergegeben (SIth1, SSyo, LHary1+2). In beiden Dörfern ging zur Schulung wer gerade Zeit erübrigen konnte. Dieser erzählte hinterher dem restlichen Management oder einem Teil davon, was er gelernt hatte. Oft geschah eine Weitergabe auch informell und fragmentarisch. Ein wesentliches Merkmal einer solchen Weitergabe des Erlebten ist dabei die Tatsache, dass nur das weitergegeben wird, was der Wissensträger auch für erwähnenswert hält oder weiterzugeben gewillt ist. Die Darstellung ist dabei natürlich abhängig von seinem Verständnis und der individuellen Interpretation der Informationen. Das Problem liegt in der Fülle der kommunizierten Informationen. Neben den allgemeinen Ideen und Grundlagen zu Tourismus und Desa Wisata beinhalten diese auch Spezialwissen über Buchhaltung, Management, etc. Die Menge der Informationen macht ihre Weitergabe sehr schwierig. Gerade in der Anfangsphase der Desa Wisata ist das eine kaum zu bewältigende Aufgabe, denn „How can you explain something that you hardly understand yourself? You can't teach something that you heard just once in a training“ (JSuh). Im Allgemeinen findet eine Weitergabe von Wissen von oben nach unten innerhalb der Organisationsstrukturen und -hierarchien statt. Besonders der Leiter des Managements wird somit stets einen größeren Wissensfundus haben, als andere Mitglieder des Komitees oder die restlichen Dorfbewohner. Wie sich jedoch am Beispiel der Guides zeigen lässt, gelangen Personen auf andere Weise an touristisches Spezialwissen. In Sambi sagte uns ein Gesprächspartner, dass er die Informationen, die er aus seiner Guide- Schulung für relevant hielt, auch an das Management und an andere Guides weitergegeben habe. Vieles, was er in der Schulung gelernt habe, habe er jedoch auch für sich behalten, da es für andere Positionen nicht so sinnvoll gewesen sei (SIth1). Auch in Ketingan sprach der Ketua stolz von der Guide-Schulung, an der acht junge Leute teilgenommen hatten, aber über die Inhalte der Schulung war er nur oberflächlich informiert. Weder in Sambi noch in Ketingan gab es eine systematische Sammlung der erhaltenen Schulungsmaterialien oder Ambitionen, vorhandene Materialien für andere zugänglich und nutzbar zu machen (KHar1,SHary1). Es zeigte sich in Sambi, dass innerhalb des Komitees und sogar innerhalb bestimmter Arbeitsgruppen ein Mangel an Kommunikation herrschte (SMok). So wusste ein Komitteemitglied nicht, wer sein Partner für seinen Aufgabenbereich war (SSut) und der Leiter des Komitees war sich nicht ganz sicher, wer alles dem Komitee angehörte (SHar2). Dies mag der Tatsache geschuldet sein, dass nach dessen Einschätzung nur die Spitze des Komitees 95 funktioniert und die Personen in den übrigen Positionen, die meistens unterbesetzt waren, geringes Engagement zeigen (SSun, SHAr1+2, SMok). In Sambi, wo es seit der Gründung des Desa Wisata mehrere Managementwechsel gab, kam noch eine andere mögliche Schnittstelle der Wissensweitergabe in Betracht: Die Vermittlung von Wissen zwischen den alten und den neuen Inhabern der Komiteeposten. Es zeigte sich, dass ein derartiger Austausch, obwohl er nahe liegend ist und alle Beteiligten angaben, an einer positiven Entwicklung des Desa Wisata interessiert zu sein, nicht stattfand. Dies ist das Resultat von Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Führung des Desa Wisata. Das 2005 gegründete Komitee sah sich oftmals Kritik ausgesetzt. Nach seinem Rücktritt wurde es 2006 neu besetzt; teilweise mit den Kritikern des Vorherigen Komittees. Die Zurückgetretenen sahen daher keine Veranlassung, mit dem neuen Komitee zusammen zu arbeiten. Ithok Dwi, der durch seine praktischen Erfahrungen aus der Anfangszeit des Desa Wisata und seine akademische Beschäftigung geradezu ideale Kenntnisse für die Mitarbeit im Desa Wisata zu haben scheint, wendete diese wegen der möglichen „sozialen Konsequenzen“ (SIth1) nicht an. Mit Rücksicht auf die, durch die öffentliche Kritik „regelrecht traumatisierten Personen sei es besser, sich nicht einzumischen (ebd.). Darüber hinaus führte er noch einen weiteren Punkt an: Ihtok: „It would be too much if I should be the one who educate them. I'm one of the more junior citizens here. My speech would only fall on the more senior members' deaf ears.” I: „But it's said the youth here are good partners of a discussion.” Itok: „I agree with that. Young people are more open, unlike the more conservative, different thinking older people. Desperately essential is the knowledge of Desa Wisata. It's very lacking here. Worse, these elders don't catch the explanations. Worse still, unable to catch as they are, they often contradict the explainer. [..] You would expect that whoever needs information would be glad to receive explanation; they would even ask questions out of curiosity... but that's not the case here. Once we invited the expert in tourism to enlight those misters, who not listened to the explanation because of curiosity, but because they wanted to contradict the informer. That's outrageous. [..] They won't listen as if they know everything. When in fact they don't. It is the biggest obstacle in my opinion” (SIth2). Bei unserer Forschung zeigte sich, dass man in beiden Dörfern bemüht war, die Jugend für das Projekt zu gewinnen. Zum einen, weil man sie für lernfähiger hält und zum anderen aber auch, weil man sich freut, wenn sie im Dorf bleibt und sich mit den dortigen Traditionen beschäftigt (SSuy1+2, SIth2, KHar1+2, KJum, KIbu). Gleichzeitig haben junge Menschen aber tendenzi- 96 ell aufgrund ihres sozialen Status keine Deutungshoheit (SIth2, SHar2, SMok). Andererseits kann Ithok sein Wissen bei seiner Arbeit in der Gemeindeentwicklung außerhalb des eigenen Dorfes anwenden. Da er dort nicht Mitglied der Gesellschaft ist, akzeptiere man dort seine Meinung (Ith1). „In my village, college knowledge can only be put into minimal practice. As a native, I am often asked to share knowledge I gain from college. But they take me, despite my advantage of knowledge, for granted just because I am a native. I think my knowledge is more accepted in other places, such as workplace. I put my knowledge into practice more often at my workplace. You know: These country people, many of them often don't believe the information their fellow villagers give them. So it's better to let outsiders talk to them, inform them, and they'll believe it even though these outsiders have less knowledge than the locals” (SIth2). Ein anderer Gesprächspartner äußerte sich ähnlich. Er plädiert für dauerhafte Hilfe eines externen Experten für die Entwicklung des Desa.100 Gerade auch weil man diesen als neutralen Experten eher akzeptieren würde. Im Dorf hingegen wolle jeder der Chef sein (SMok). 8.3.1. Zwischenfazit In beiden Dörfern zeigte sich, dass viele Informationen über Desa Wisata, in bereits vorhandenen institutionalisierten Kommunikationskanälen weitergegeben werden (Dudley 1993:34ff, Mundy/Compton 1995:115f). Mit der Entstehung eines Desa Wisata und seiner Organisationsstruktur entstehen aber auch neue Verbindungen innerhalb derer vermehrt Informationen ausgetauscht werden. Allerdings gab es zum Zeitpunkt der Untersuchung kein organisiertes Informationsmanagement. Vielmehr gab die Struktur des Managements die horizontalen (z.B. Guide zu Guide) und vertikalen (z.B. Guide zu Leiter oder umgekehrt) Verknüpfungen vor. Dies ist ein deutlicher Hinweis auf die Relevanz von sozialen Machtstrukturen für den Wissenstransfer. Wissen wird dabei von einzelnen Personen nach Belieben weitergegeben, je nachdem, wie relevant der Träger die Weitergabe des Wissens für den Empfänger einschätzt, oder welchen Nutzen er sich aus der Weitergabe oder Nichtweitergabe verspricht. In diesem Prozess findet eine Neuinterpretation und somit oft eine Reduktion von Wissen statt. Dies kann einerseits wie ein Filter wirken, der irrelevante Informationen aussortiert und gleichzeitig zur besseren Anschlussfähigkeit von Wissen beitragen, wenn der seiner 100 Ein Vorhaben, das aber wie er selbst sagte, bereits aus finanziellen Gründen nicht möglich sei. Interessanterweise werden die Schulungsangebote der Gaia-Stiftung aber auch nicht angenommen. Entweder stimmt die These der Akzeptanz eines neutralen Experten nicht oder die Gaia-Stiftung ist nicht neutral genug. 97 Rolle als Vermittler gerecht wird. Andererseits kann dies aber auch zu einem Verlust von projektrelevanten Informationen führen. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn die Kommunikation von eigentlich relevanten Informationen bereits schon im ersten Vermitlungsschritt gestört wird, wie im Fall der Schulungen ersichtlich wurde. Eine andere Möglichkeit des Verlustes von Wissen konnten wir in Sambi feststellen. Vorhandenes Wissen wurde aufgrund von Konflikten im Dorf bewusst nicht geteilt. Das Beispiel Ithoks zeigt, dass vorhandenes Wissen nicht angewendet wurde, weil er die eben genannten Konflikte und damit einhergehenden sozialen Auswirkungen fürchtet. Dieses Verhalten und die oben geschilderten Ereignisse heben die soziokulturelle Einbettung des Wissenstransfers hervor. In einer Gesellschaftsordnung, in der nach Magnis- Suseno und Markham jeder seinen Platz hat, und in der innere und äußere Harmonie, sowie Stratifizierung und Ausrichtung zum Machtzentrum leitende Motive sind, ist es wichtig, zumindest nach außen hin den Frieden zu wahren und eventueller traumatischer Ereignisse, wie öffentlicher Kritik und ihren Konsequenzen zu entgehen. Zwei weitere Faktoren, welche die Vermittlung von Wissen bedingen und auf den gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Kontext von Wissenstransfer hinweisen, werden am Beispiel Ithoks deutlich. Zum einen scheinen das Alter und damit einhergehend der soziale Status und die Deutungshoheit über bestimmte Dinge ein bedeutender Faktor in der Kommunikation von Wissen zu sein. Zum anderen wird die Wissensvermittlung durch die Wahrnehmung der Position des Vermittlers als Gruppenmitglied, oder als externer Berater beeinflusst. Allerdings gibt es hier gegenläufige Tendenzen. Einerseits scheinen externe Personen als neutral zu gelten. Man bringt ihnen Respekt entgegen und schreibt ihnen bestimmte, meist höhere Kompetenzen zu, als den Internen. Andererseits möchte man sich von ihnen nichts sagen lassen. Hieran ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren auf gesellschaftlicher und individueller Ebene beim Transfer von Wissen zu erkennen. 8.4. Schlüsselpersonen für die Entwicklung der Tourismusdörfer In beiden untersuchten Dörfern konnten wir feststellen, dass einzelne Personen maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Projekte hatten. Der engagierte Chef des Touranbieters „Tourista Tours“ wurde bereits erwähnt. Eine weitere nennenswerte Person ist Ketingans Ketua, der gleichzeitig Leiter des Kommunikationsforums Slemans und des nun erweiterten FKDW D.I.Y. ist. Er begleidet damit eine zentrale Position im Tourismus- 98 dorf und im Forum. Dadurch ist er auch Ansprechpartner für die Presse, für Organisationen, die an Kooperationen interessiert sind, aber auch für Personen, die in anderen Dörfern oder Regionen ähnliche Projekte entwickeln und von den Erfahrungen in Sleman und D.I.Y. profitieren wollen. Im Laufe unserer Forschung kristallisierten sie sich schnell Träger bestimmter Kenntnisse und Fähigkeiten heraus, die durch die Anwendung und/oder Weitergabe ihres Wissens ganz entscheidend am Entwicklungsprozess der Desa Wisata beteiligt sind. Drei weitere dieser Schlüsselfiguren sollen im folgenden Kapitel beschrieben werden. 8.4.1. Bu Suryantoro, Unternehmerin und Change Agent Diese Person wurde von allen Gesprächspartnern als wichtig für die Entwicklung des Desa Wisata Sambi eingeschätzt. Sie war es, die die Idee ins Dorf brachte, dass ihr lokales Leben für Menschen von außerhalb interessant sein könnte und man dies gewinnbringend nutzen könnte (SM 8). Eine der typischen Aussagen über Bu Suryantoro ist: „Well, Bu Suryantoro is the founder of the tourism village. She was the first who recognized this tourism village. She also is the person who made this village became famous, although she's not here anymore. Without her, there would be no tourism village like this“ (SMok). Auch wenn es noch andere Privatpersonen gab, die in der Vergangenheit Besucher ins Dorf brachten, gilt sie als Gründerfigur des Desa Wisata, die großen Respekt bei unseren Gesprächspartnern genießt (Dwi 2004). In den Erzählungen der Forschungsteilnehmer begann die Geschichte des Desa Wisata fast immer mit dem Erscheinen von Ibu Suryantoro. Sie unterrichtete die Bewohner über die Ansprüche und Erwartungen von Gästen, gab einen Kochkurs für die Frauen des Dorfes und zeigte, wie man Gerichte zubereitet und sie ansprechend präsentiert. Sie zeigte, wie man beim Fernsehen nebenher und ohne viel Aufwand Souvenirs herstellen kann, klärte über erwünschte Sauberkeit auf und vieles mehr. So empfahl sie auch, die Südseite des Dorfes nicht zu bebauen, um den schönen Blick auf die Reisfelder zu erhalten (SSun, SMok, SSum1+2, SIth2, SSyot1+2). Weiterhin sorgte sie für Gelder, mit denen die Hauptstraße asphaltiert werden konnte, was wohl ihren Verbindungen zu Regierungsbehörden zu verdanken war (besonders bei SMok, SSum1+2, SSun, SSup, SSyo1+2, SDuk). Es war bekannt, dass sie auch an der Entwicklung anderer Desa Wisata beteiligt war. Auch wusste man um ihr Wirken als Dozentin an der Universität und als Privatunternehmerin im Batikhandel, sowie um prestigeträchtige Verbindungen zum Sultan und einer seiner Töchter (SSun, SSum1+2, SDuk, SMok). Der 99 quasi mythische Status dieser Frau, wird im Folgenden durch die Art und Weise der Erzählung eines Bewohners unterstrichen: „That's the history: At the time, there was someone who rent a house in this village. She was enjoying the view. And then she had an idea: 'if only Sambi was prepared to be a desa wisata. This would be great'“(SSun). Im Zusammenhang mit der Erzählung über diese Person wurde von den Gesprächspartnern häufig reflektiert, dass man vorher kein Bewusstsein für die Potentiale des Tourismus gehabt habe. Erst sie habe dieses Wissen gebracht, auch wenn vorher bereits verschiedene Personen, die nicht aus Sambi stammten, sich dort eingemietet und Freunde zu Besuch mitgebracht hatten. „So before the formation of the tourism village there were many people who came here. They came here with their friends. And then Bu Suryantoro often brought her friends here for training. 'What is so special about Sambi?' we asked. It turned out that Sambi has attractions… Well as Sambi inhabitants we didn’t know that Sambi has special characteristics compared to other villages. All we knew is that this is just an ordinary village. And then we saw that there was no income for us with the people coming here, so we thought that we can manage this by asking for retribution to develop our own village“ (SSup). Der gleiche Informant sagte an anderer Stelle auch, dass es einer Art Initiation bedurfte, um wirklich zu glauben, dass profitabler Tourismus möglich sei. Er erzählte von einem Seminar über Seide, das von der Tochter des Sultans in Sambi abgehalten wurde und einiger Vorbereitungen bedurfte. „And we thought: why would they come here?“ (SSup). Als danach der Sohn einer angesehenen Person von hohem politischem Rang und sozialem Status seine Hochzeit in Sambi feierte, gab das den Ausschlag. „So from there on we felt that our village is suitable, and then we formed a tourism village straight away. And then we formed a committee […]. The step that we took was to dig the potentials here: The natural potentials, cultural potentials, art and farming potentials, which actually could be commercialized, and then set the tarif and so on. But because we had zero background in tourism, but we haven’t been able to work much at that time. So we asked for help from the outsiders to... let’s say: learn how to manage and so on“ (SSup). Einer dieser Außenseiter war neben den Behörden und einem anderen privaten Unternehmer (Dwi 2004) Frau Suryantoro. Dabei waren Aktionen wie der genannte Kochkurs die Ausnahme. Sie fungierte hauptsächlich als Beraterin für die Bewohner. Vor allem stand sie in Kontakt mit dem Leiter des Komitees, Pak Sumantri und den anderen Funktionären (SSum1+2, SMok). 100 8.4.2. Pak Sumantri, ehemaliges Dorfoberhaupt und Opinion Leader Bei den Gesprächen in Sambi wurde immer wieder der ehemalige Kepala Dukuh erwähnt. Er wurde im Alter von Mitte 30 in dieses Amt gewählt und bekleidete es insgesamt 15 Jahre. Im Laufe seiner Amtszeit wollte er den Posten mehrfach abgeben, was ihm die Bevölkerung jedoch bis zu einer Erkrankung im Jahre 2006 immer wieder verweigerte (SSum1, SSyo, SIth1). Ihm wurde von allen Bewohnern bescheinigt, viel geleistet zu haben für die Entwicklung des Desa Wisata. Seine organisatorischen und sozialen Fähigkeiten, Menschen zu motivieren, zusammenzuhalten und zu führen wurden immer wieder betont. Wie wir auch selbst herausfanden, war er eine sehr charismatische, gewitzte Person mit Unternehmergeist. Da er als Dorfoberhaupt bereits Ansprechpartner für alle externen Akteure war, aber vor allem wegen seiner Fähigkeiten, wurde er der erste Leiter des Tourismusprojekts. I: „Pak Sumantri used to be the Kepala Dusun. There was no election. It was automatic that the Kepala Dusun was assigned the chief of the organisation.” A: „The Kepala Dusun would be automatically become the chief of the desa wisata? There was no election?” I: „Yes, because he was considered the one capable of running it. At that time, we didn’t see anyone else as capable as he was. We didn’t see that there was someone else who was capable... To manage a desa wisata means dealing with many people, ...with people from outside. To do this requires someone who is capable. Therefore, the people here appointed him who was considered having more capabilities than anyone else here” (SIth1). Laut diesem Bewohner wurde also nur ihm zugetraut, das Projekt zu leiten. Bevor ein Komitee gegründet wurde, hatte er in seiner Funktion als Dorfoberhaupt bereits zusammen mit einigen Freunden die ersten touristischen Aktivitäten, das Seidenseminar und die großartige Hochzeit unter Anleitung von Frau Suryantoro vorbereitet. Seine Fähigkeit, mit Menschen von außerhalb umzugehen, war dabei maßgeblich. Zudem hatte er auch nützliche soziale Verbindungen, wie in folgender Passage deutlich wird, in der sich unser Gesprächspartner darüber hinaus beklagt, dass es nun keine respektierte Führungsperson mehr gebe. I: „He was really good. He was a great guy. Others can take him as a role model”. A: „Why?” I: „First, he was creative and willing to spare his time for the organization. He was creative in the organization, willing to spare his time and able to lead in fatherly manner. He was able to encourage the people to participate in the desa wisata, so that the organization relatively ran.” [...] 101 I: „In what sense was he creative? He made so many breakthroughs, innovations. He knew who to contact when he needed to make promotion, so that it generated more... He also promoted to outer regions, to government institutions, and he had a wide range of connections. When we wanted to carry out a… how you call it? an activity... The other day we celebrated the anniversary and we also held a festival. It required fund. He knew how and where to raise fund. That’s how he was. Being so, the people really loved him” (SIth1). Neben seinem Engagement wird hier u.a. seine Kreativität und Innovativität hervorgehoben. Sein Netzwerk und seine Fähigkeit, dieses gewinnbringend einzusetzen, machen einen großen Teil der Bewunderung aus, die ihm zuteil wird (IIth1+2, SMok). Die von unserem Forschungsteilnehmer angesprochene „väterliche Führungsweise“ erwähnte er selbst mehrmals in Gesprächen, als er das Dorf mit einer Familie verglich (s.u.), als dessen Vater er sich als Kepala Dukuh sah. In seinen Gesprächen thematisiert er auch die Wichtigkeit von Verbindungen und er betont, dass im Dorf besonders bei einem großen Projekt wie dem Desa Wisata die Intelligenz und Zusammenarbeit vieler gefragt ist (SSum2). Auch wenn seine sozialen und organisatorischen Fähigkeiten bezüglich der Dorfaktivitäten im Allgemeinen und des Desa Wisata im Speziellen von anderen Gesprächspartnern stets gelobt wurden, hat er, im Gegensatz zum Leiter des Managements in Ketingan, keine spezifische Ausbildung genossen, wie er auch nie eine der angebotenen Schulungen besucht hat. Nach einer abgebrochenen Ausbildung zum Automechaniker hatte er u.a. in verschiedenen Bildungseinrichtungen, Erfahrungen gesammelt (SSum1+2): A: „So you just want to go there and there and there. So, there's no correlation between your study and your job in this tourism village?” C: „Yes, there's no correlation. But I still make a living from automobiles. I'm running my own business. But my brain works for this village. And then I made a responsible board. So everything's on track. Because I'm the guard, and my duty is guard my people. Just like parents. One village, one family, and I'm the parents, although I'm still young. I was still young when I become a head of villages. When we made a meeting, the older people offered me a special place, but I refused it. I just wanted to unite with everyone. But I let the older people took a sit everywhere they want, while I was near the young people. So usually I put myself in the middle of these two groups, the old and the young. So I can talk to both groups. I can be like old people, or young people, depends on the situation. If I'm with a farmer, I can talk about farming. If I'm with youth, I can act like young people. Just like that. I can talk about machine, about plants, everything.” A: „How come? You're an engineer, but how can you jump into many field? Like you concern for desa wisata , what's your motivation? C: „Ya, automotive thing is very personal, it's my hobby. I work for my own interest, and my family. So I make a living from it. But tourism village relates to 102 the community here. It's not something that I fight for my family, but all people in this village. You get it?” A: „Yes I get that. But concretely... I mean you have knowledge about automotive, but in tourism village issues…” C: „I don't have that... [lachend]” A: „So how do you handle it?” C: „Like I said to you before, I relied on this village's potentials. Compare to other tourism villages, we have a better nature. We're better than... I can't mention them. But when I went there and saw what they had, I wondered: They became a tourism village just by showing these ordinary things. Can I make my village be a tourism village? I think I can do that. I have to be able to make it real” (SSum2). Bei seinen Ausführungen trat die Ausbildung ganz in den Hintergrund und die Persönlichkeit, sowie die damit verbundenen sozialen Fähigkeiten, wurden betont. In dieser Passage wird deutlich, dass er stets versuchte, mit möglichst vielen Gruppen im Dorf Kontakt zu halten. Dazu nutzte er seine Fähigkeit, sich seiner jeweiligen Bezugsperson anzupassen, empathisch zu sein und wie seine Gesprächspartner zu reden und zu handeln. Er war sich seiner besonderen Kompetenzen und auch ökonomischen Lage als Mitglied einer recht gut situierten Familie bewusst. Aber er betonte auch, dass das Desa Wisata für alle von Nutzen ist und jeder daran teilhaben kann. Dazu braucht es seiner Auffassung nach nur Kreativität, um sich ein zusätzliches Einkommen zu erwirtschaften, wie z.B. durch den Verkauf von Souvenirs oder von landwirtschaftlichen Produkten (SSum1). 8.4.3. Mas Destha, Wissenschaftler und Change Agent Eine Person stellte sich als Schlüsselfigur für die Entwicklung des Desa Wisata Ketingan und aller anderen Tourismusdörfer in der Region heraus. Destha Raharjana wurde uns bei unserem ersten Expertengespräch mit einem Angestellten des Puspar als Kollege, der sich mit Desa Wisata auskenne, genannt (IAnt). Kurz darauf trafen wir ihn das erste Mal, an einem Informationsstand, an dem er im Rahmen einer Tourismusdorf-Ausstellung ("Pameran Desa Wisata“) an der UGM für das Desa Wisata Ketingan warb. Schnell stellte sich heraus, dass er nicht nur im Puspar arbeitete und dort unter anderem auf Anfrage von Behörden Regionalstudien zum touristischen Potential bestimmter Regionen anfertigte (RM 4), er war auch derjenige Mitarbeiter der Puspar, der das Dorf Ketingan in seiner Anfangsphase unterstützt hatte. Auch wenn dieser Arbeitsauftrag vor langem endete, ist er weiterhin sehr engagiert und steht in engem Kontakt, vor allem mit dem 103 Leiter des Tourismusdorfes, über das er im Anschluss an seine Arbeit dort seine Abschlussarbeit in Umweltwissenschaften an der UGM geschrieben hatte (Raharjana 2005). Er stellte den Kontakt mit den Behörden und dem Anbieter Tourista Tours her, der sowohl Schulungen gab, als auch die ersten Touristen ins Dorf holte. Er war maßgeblich an der Entwicklung des Angebots und Programms des Desa Wisata beteiligt und entwarf den Slogan „Watching the sultan's birds.“ „You know it's because the birds came after the sultan visited. It's the locals people believe. There's a myth that the birds are the pets of the Sultan. It's a myth. But in tourism the story and the imagination is more important“ (IDes1). Ebenso hatte er die Idee der Baumadoption: „Of course you can't adopt a tree. It's an emotional experience. Like that people can do something, can help and experience it and have good memories about it“ (ebd.). So wird er auch weiterhin bei Aktionen und Fragen um das Desa Wisata zu Rate gezogen. Sei es, wenn es um Kontakte zu Behörden geht, oder um das Design und den Kauf eines Schildes, welches das Schießen der Vögel untersagen soll, Raharjana wird zu vielen Gelegenheiten lobend erwähnt. Wie unser erstes Treffen schon zeigte, ist er sehr um die Werbung für das Dorf bemüht. Er organisiert Fotowettbewerbe mit den Reihern als Motiv. Auf nationalen und internationalen Konferenzen präsentiert er das Desa Wisata Ketingan als Beispielprojekt und hielt ein Seminar über ökologischen Dorftourismus mit Teilnehmern aus verschiedenen Teilen Javas in Ketingan ab (KHar1+2, KJum, KIbu, IDes1, RM 4). Aber nicht nur für Ketingan hat Raharjana eine große Bedeutung. Im FKDW ist er als einziges Mitglied, das keinem Dorf angehört, für den Bereich der Produktentwicklung zuständig (IDes3, FKDW). Bei der Gründung des FKDW D.I.Y, moderierte den Abend, dessen Ablauf er auch festgelegt hatte, und sprach von allen Beteiligten am meisten über Aufgaben, Chancen, sowie nötige und mögliche Aktionen. Auch wurde ein Großteil der Fragen an ihn gestellt. Ganz offensichtlich wurde er von den Teilnehmern als wichtigster Experte angesehen. Als es um die Wahl des Leiters für das neue Forum ging, fiel als erstes sein Name. Da er diese Aufgabe jedoch ablehnte, wurde der Leiter des Komitees Ketingans auf diesen Posten gewählt. Raharjana pflegt auch Kontakte zu den Behörden Dinas und Baparda. Wie wir erfuhren, stattet Raharjana auch anderen Desa Wisata Besuche ab, um sich vor Ort einen Gesamteindruck zu verschaffen, oder auch um spezielleren Anliegen nachzugehen, wie z.B., um die Sauberkeit der Toiletten zu beurteilen (ISuj). Auch in Sambi war er manchen Personen bekannt, die im letzten Komitee tätig gewesen waren. Diese kannten ihn entweder aufgrund seiner 104 Besuche im Ort im Rahmen einer „kleinen Forschung“ (SMok, vgl. RM 4), oder als Schulungsleiter des FKDW (SMok, SIth2).101 Offensichtlich ist Raharjana ein Bindeglied zwischen verschiedenen Akteuren und Organisationen. Er ist Dozent an verschiedenen Universitäten in Yogya, Angestellter im Puspar, engagiert in Ketingan und dem FKDW, pflegt Kontakte zu Dinas und Baparda und auch dem JTTC, das als Ableger des PUSPAR im gleichen Gebäude ansässig ist. Entsprechend umfangreich ist auch sein Wissen über Tourismus und die Desa Wisata. Wie er selbst sagt, baut all dies aufeinander auf. Durch sein akademisches Lernen und Wirken besitzt er das wissenschaftliche Wissen über Tourismus und die damit verbundenen Themen. Durch seine Arbeit im Feld kann er dieses in der Praxis umsetzen. Die auf diese Weise erworbene Erkenntnis trägt er wiederum ins akademische Umfeld und kann es in seiner Lehre, seinen Veröffentlichungen und anderweitigen Arbeiten anwenden (IDes1-3). Diese Wechselwirkung führt zu einer fortwährenden Bereicherung seines Wissensschatzes. Er betont, dass auch seine anthropologische Ausbildung (S1, vergleichbar mit dem Bachelor) Teil dieses Prozesses ist (IDes2+3). Nach den Verbindungen seiner verschiedenen Erfahrungen gefragt, schrieb er in einer Email: „Thank god there is a connection and hopefully it still can be developed. Both science of anthropology and environmental science from which I know a little can be applied for a lot of work at the office time, while teaching and in the forkom [FKDW]. Empathy and emic approach, and trying to describe everything in detail are important. For my thesis in Environmental Studies I used this approach but also for the the villagers it's important; for motivating them to keep moving forward. I try to get tourism studies 'down to earth' and give it to the villagers. Hopefully it will leave a trace and provide benefits“ (IDes3). In einem weiteren Gespräch betonte er die Wichtigkeit der anthropologischen Herangehensweise, die versucht, die Dinge aus emischer Sicht zu betrachten. Nur so könne man die Menschen erreichen. Man müsse sich auf sie einstellen, um sein Wissen weitergeben zu können. Dies entspricht der These Rogers (2003:246ff, 376), wonach Empathie wichtig ist, um die Bedürfnisse der Menschen festzustellen, um in einen möglichst intensiven Austausch mit den Klienten treten zu können. 8.4.4. Zwischenfazit In beiden Dörfern lässt sich eine Konstellation feststellen, die Rogers (2003) als zuträglich für die Diffusion von Informationen beschreibt. Raharajana und der Leiter des Komitees in Ketingan, sowie Frau Suryantoro und das ehemalige Dorfoberhaupt in Sambi entsprechen der Konstellation von 101 Bei der Arbeit von Dwi 2004) war er auch einer der befragten Experten. 105 Change Agent und Opinion Leader, wie sie von Rogers dargestellt wird. Die Vermittlung von Innovationen verläuft größtenteils über die genannten Opinion Leader, die ihrerseits das Wissen, oder Teile davon an geeignete Stellen weitergeben, es anwenden und Aufgaben delegieren. Besonders in Sambi wurde dies deutlich. Mehrere Mitglieder des Komitees, die sich über den mangelnden Einsatz des Dorfoberhauptes beschwerten, sagten, dass dieser nicht mitarbeiten, sondern lediglich Aufgaben verteilen müsse (SHar2, SMok). Dies entspreche auch der Mentalität der Dorfbewohner, die es gewohnt seien wenig Initiative zu zeigen. „They are used to follow“ (SMok). Wie man den Ausführungen über Pak Sumantri entnehmen kann, braucht es aber nicht nur das vorhandene Wissen und die angemessenen Kommunikationskanäle, um Informationen weiterzugeben. Essenziell ist die Motivation der Empfänger. In Sambi waren zwei Veranstaltungen nötig, bis eine größere Gruppe Dorfbewohner ein Interesse an der Partizipation am Tourismus entwickelte. Ein Festakt, für den ihr Ort von einem Fremden ausgesucht wurde, hat schließlich viele Bewohner von der Attraktivität ihres Ortes für Touristen überzeugt. Dennoch gab es weiterhin Leute, die dem Tourismus mit Unverständnis und Ablehnung, oder zumindest Skepsis gegenüberstanden. Dies entspricht der These Dudleys, der von einer relativ konservativen Mehrheit ausgeht, die neue Ideen erst annimmt, wenn deren erfolgreiche Anwendung bereits durch Meinungsführer erprobt wurde (Dudley 1993:132). Ein weiterer Aspekt wurde erkenntlich: Viele Bewohner Sambis haben Vertrauen zu Pak Sumantri und sehen ihn als Vorbild an. Er genießt hohes Ansehen, ist stark sozial engagiert und partizipierte u.a. in seiner Rolle als Kepalah Dukuh stark an allen Dorfaktivitäten. Er scheint vergleichsweise weltoffen zu sein, verfügt über transregionale Kontakte, hat in vielen Berufen Erfahrungen gesammelt und einen entsprechenden Wissensfundus. Er entspricht also dem Stereotypen eines Opinion Leaders. Durch seine Position und sein bewusstes strategisches Handeln, das darauf abzielt, mit möglichst vielen Leuten im Dorf Kontakt zu haben, ist er „socially accesible“ (Rogers 2003:317). Auch hält er Traditionen lebendig, wie z.B. das Gamelan und Wayang Kulit in Sambi und kümmerte sich „väterlich“ um das Dorf. Die Rolle als Opinion Leader verdankt er u.a. seinen Soft Skills, seiner Fähigkeit, mit Menschen umzugehen, seiner energetischen, und charismatischen Art. Zu seinen Eigenschaften gehören sowohl Egoismus als auch Altruismus, was auf seine Motivationen zur Partizipation am Projekt hinweist. Allerdings zeigte sich, dass die von Rogers genannten Stereotypen Opinion Leader und Innovator in der Empirie nicht derart klar zu identifizieren sind. 106 Einerseits brachte Pak Sumantris Umtriebigkeit und Innovationslust ihm Respekt und Vertrauen ein, andererseits wurden aber genau diese Eigenschaften, oder manche daraus resultierenden Aktionen negativ bewertet. Unser relativ junger Gesprächspartner Ithok (31 Jahre) sah ihn hingegen sehr positiv und lobte seinen Sinn für Innovationen. Dies kann ein Zeichen für die von Dudley genannte Innovationsfreude gerade junger Menschen sein (Dudley 1993:130). Innovatives Verhalten kann offensichtlich stark polarisierend wirken. 107 9. Zusammenfassung und Ausblick Der Besitz von Wissen korreliert in den meisten Fällen mit dem ökonomischen und sozialen Status. Träger wie Vermittler von Wissen waren dabei tendenziell wohlhabende, gut gebildete und weltoffene Personen. Eine bessere Anschlussfähigkeit von Wissen besteht, wenn Personen von ähnlichem Habitus und sozialem Status miteinander kommunizieren und wenn von den Akteuren bekannte Kommunikationskanäle genutzt werden (Dudley 1993:17, Mundy/Compton 1995:115f, Wang 1982:3f). Für die Vermittlung sind dabei Soft Skills, wie kommunikative und empathische Fähigkeiten auf den verschiedenen Ebenen des Wissenstransfers von großer Bedeutung. Die Schulungen zeigen, wie mit diesen Fähigkeiten Wissen anschlussfähig gemacht werden kann, indem Art, Form und Menge des Kommunizierten dem Empfänger angemessen päsentiert wird. Zum anderen können Soft Skills maßgeblich den Status einer Person bedingen, der ebenso wesentlich für den Wissenstransfer ist. Dies wurde bei den Trainern und den verschiedenen Schlüsselfiguren deutlich. Der Trainer Pak Suhermann musste erst mittels seiner Soft Skills das „Eis brechen“, um Informationen kommunizieren zu können. Die Zuschreibung des Akademikers und Experten - also einer Person von hohem Status, die zwar Wissen besitzt, welches aber der eigenen Lebenswelt fremd ist - wirkte sich in der Schulungssituation als Barriere aus. Die durch seine Soft Skills ermöglichte Annäherung an die Schulungsteilnehmer schaffte Vertrauen und damit die erste Voraussetzung für eine Einschätzung der von ihm gelieferten Informationen als relevant. Die Zuschreibung eines gesellschaftlichen Status einer Person ist von vielen Faktoren abhängig und geschieht, wie sich an der Kontroverse um die Führung des Desa Wisata Sambi zeigte, keinesfalls einheitlich. Das Alter einer Person ist offensichtlich ein Status konstituierender und damit für den Wissenstransfer relevanter Faktor (Schultze 1998:19f). So wurde, obwohl Ithok Dwi Wissen besitzt, die Weitergabe aufgrund seines geringen Alters behindert. Dies weist auf Hierarchien und Machtstrukturen als wesentliche Ein- 108 flussfaktoren beim Wissenstransfer hin (Schultze 1998:19f), welche in der stark stratifizierten javanischen Gesellschaft besonders ausgeprägt sind (Magnis-Suseno 1981, Markham 1995). Sie spielen auf allen betrachteten Ebenen der Wissensvermittlung eine Rolle: In den Schulungen, die durch schüchternes Verhalten gegenüber den Trainern gehemmt wurde; innerhalb des Dorfes, wo Ithok Dwi sein Wissen aufgrund des niedrigen Status nicht einbringen kann und auf der Ebene der externen Institutionen, als Pak Hasbullah seinen Trainingsplan unter anderem aufgrund der Kritik eines Mächtigeren nicht erhielt. Sein Antrag übte Kritik an einer Person von relativ hohem Status, die erwartete, dass man ihr Respekt entgegenbringt und ihr Kompetenz auf ihrem Gebiet zuschreibt. Da Pak Hasbullah dies nicht tat, nutzte die andere Person ihre Macht, um ihn ‚auf seinen Platz zu verweisen“. Wie in Sambi lassen sich also auch Emotionen und persönliche Motive wie Rache, Neid und Abneigungen gegenüber Personen erkennen. Auch diese entstehen aus dem Wissen der entsprechenden Personen (Barth 2002:1) Sehr deutlich trat an verschiedenen Stellen die moralische Komponente lokalen Wissens zum Vorschein (Dudley 1993, Neubert/Macamo 2004, Schultze 1998:26). Hierbei ist besonders interessant, dass sowohl die Haltung der Tourismusbefürworter als auch -verweigerer unter anderem auf einer moralischen Beurteilung des Sachverhalts beruht. Ebenso wie die Einen denken, das Tourismusprojekt sei etwas Nützliches und gut für die Gemeinschaft, so gibt es auch gegenteilige Meinungen darüber. Dass trotz des Referenzsystems des geteilten lokalen Wissens nicht alle gleicher Meinung sind, verweist auf den jeweils individuellen Wissensfundus und das individuelle Referenzsystem, auf deren Grundlage Informationen interpretiert werden (Barth 2002, Keller 2009:42). Der starke moralische Bezug von lokalem Wissen hob auch die dadurch geprägten Lebenseinstellungen und Weltbilder der Dorfbewohner hervor. Dabei wurde deutlich, dass sich Vorstellungen von Hierarchie und Macht durchaus positiv auf die Diffusion von Innovationen auswirken können, wie es bei Ibu Suryantoro, die mit der Tochters des Sultans und mit der Akzeptanz der Reiher in Ketingan assoziiert wird, der Fall ist. Am Beispiel der Vögel in Ketingan wird deutlich, wie sich die Einstellung der Menschen gegenüber den Vögeln aufgrund der Relevanz, die sie ihnen zusprechen, verändert hat. Wurden sie anfangs als lästige und schädliche Eindringlinge gesehen, erfuhren sie im Laufe der Zeit einen Bedeutungswandel. Ihre Erschliessung als touristisches Potential und die damit möglichen Gewinne trugen ebenso dazu bei wie die Widerlegung einer Krankheitsgefahr und Schädigung der wirtschaftlich wichtigen Melinjo-Bäume. Nachdem man sah, dass die Melinjo-Bäume nicht derart in Mitleidenschaft gezogen wurden wie 109 befürchtet und man Schäden mit einer Aufzuchststation ausgleichen konnte, die man wiederum auch als touristische Attraktion verwerten konnte, legte sich ein erster Widerstand. Der Fokus verlagerte sich in der Folge auf den möglichen Nutzen, der mit dieser Innovation ins Dorf gekommen war (KHAr1+2, KSri, Raharjana 2005). Damit einhergehend wurde die Assoziation der Vögel mit dem Sultan stärker, die letztendlich auch für Skeptiker des Tourismusprojekts zur Akzeptans der Tiere führte. Die Vögel wurden vom Schädling zum Glückssymbol Ketingans. Durch diese neue Bedeutung änderte sich auch die Relevanz der Tiere und sie betreffende Informationen im Wissenssystem der Bewohner (Tänzler et al. 2006:7). Dies zeigt, dass diese Deutung der Innovation einerseits auf der Grundlage des lokalen Weltbildes und somit auf lokalem Wissen beruht und andererseits durch die Aneignung von neuem Wissen aus verschiedenen Quellen und Kommunikationskanälen beeinflusst wurde. Externe und interne Akteure waren ebenso eine Quelle wie die eigene Beobachtung der Dorfbewohner. Dieses Beispiel verdeutlicht die Komplexität von Wissensstrukturen und -produktion sowie die Bedeutung der konstruierten Wirklichkeit für die Gemeinschaft, ihre Individuen und deren weitere Entwicklung (Berger/ Luckmann 2007, Pascale et al. 1998:6, Tänzler et al. 2006:7). Die Ergebnisse dieser Forschung bieten einige Anknüpfungspunkte für Überlegungen zur Praxis der Wissenvermittlung in CBT-Projekten, aber auch darüber hinaus in der Entwicklungszusammenarbeit. Bei Bildungsmaßnahmen zur Befähigung der Durchführung von CBT-Projekten sind die Art der Wissenvermittlug, Umfang, Inhalt und Form der Informationen wesentliche Faktoren für den Erfolg. Sie müssen dem Wissen und damit auch den Gewohnheiten des Publikums entsprechen. Dabei spielen die Fähigkeiten des Senders, d.h. der Schulungsperson, eine wichtige Rolle. Dieser kann nur innerhalb des gegebenen Rahmens positiv auf den Wissenstransfer einwirken. Eine praktische Art der Wissensaneignung nach dem Prinzip learning by doing über einen langen Zeitraum hinweg, scheint die geeignetste Art, Wissen zu vermitteln. Daneben ist die Bildung von Netzwerken zur Verknüpfung verschiedener Akteure entscheidend. Die Forschung hat gezeigt, dass sie nicht nur der Koordination gemeinsamer Aktionen dienen, sondern auch bedeutend zum Austausch von Erfahrungen und anderen Informationen beitragen kann. Die Relevanz für den Empfänger ist grundlegende Vorraussetzung für die Annahme von Innovationen durch den Empfänger. Diese simple Erkenntnis gilt es in Bildungsaktionen zu beherzigen. Denn wie sich herausstellte, wurden die Inhalte einiger Schulungen von den Empfängern als irrelevant für die CBT-Projekte eingeschätzt. Dies deutet auf verschiedene Vorstellungen 110 der beteiligten Parteien über Wissensdefizite der lokalen Bevölkerung und die Art und Weise der Ausformung und Ausführung von CBT hin. Daher ist es wichtig für die vermittlelnde Instanz, die Vorstellungen und Einstellungen, Hoffnungen, Erwartungen, Ängste und damit auch Motivationen der Bevölkerung zu erkennen und sich auf sie einzulassen. Dies stellt ein großes Forschungs- und auch Aktionssfeld für Ethnologen dar, indem sie vermittelnd tätig werden können; nicht nur als Brücke zwischen den Gemeinden und externen Akteuren, sonder auch dorfintern. Denn wie sich zeigte, gibt es auch innerhalb der Gemeinden verschiedene Ansichten und Absichten das Projekt betreffend. Besonders in Sambi wirkten sich die durch das Desa Wisata aufkommenden Konflikte stark auf das gesammte Dorfleben aus und schienen zu vermehrten Problemen zu führen. Wie sich herausstellte, trug das Projekt keineswegs nur zum Empowerment und Wohlstand bei. Vielmehr wurden sozio- ökonomische Ungleichheiten verstärkt, was nicht im Sinne der CBT-Idee ist. Deren zentrale Ansprüche von Nachhaltigkeit und Partizipation wurden in beiden Dörfern kaum erfüllt. Dabei waren die vorhandenen Machtstrukturen von Bedeutung. Es wurde deutlich, dass diese bei der Entwicklung von CBT-Projekten im Allgemeinen und dem Wissenstransfer im Besonderen Beachtung finden müssen. Eine weiterführende Betrachtung lokalen Wissen, seinen Ausformungen und Auswirkungen kann in Zukunft zu befriedigenden Ergebnissen ambitionierter CBT-Projekte beitragen. 111 Quellenverzeichnis 1. 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[ohne Jahr]: Laporan Akhir: Kaji Ulang - Rencana Induk - Renjana Induk - Pengembangan Pariwisata Daerah Propinsi DIY. 128 RM 3: Masterplan für das Dorf Kasongan: Dinas Pariwisata Propinsi Daerah Istimewah Yogyakarta dan Pusat Penelitihan dan Prencanaan Pembangunan Nasional UGM (Hg.) [ohne Jahr]: Rencana Induk Pembangunan Obyek Wisata Desa Wisata Kesongan. RM 4: CBT-Qualitätsanalyse und Beschreibung eines Workshops. O.J.: Pusat Studi Pariwisata UGM dan Kementerian Lingkungan Hidup Republik Indonesia (Hg.) [ohne Jahr]: Model Peningkatan Kesadaran Masyarakat - terhadap Wisata Ramah Lingkungan. RM5: Pemerintah Kabupaten Sleman dan Dinas Kebudayaan dan Pariwisata Kabupaten Sleman (Hg.) 2004: Profil Desa Wisata Kabupaten Sleman Tahun 2004. 4. Schulungsmaterialien SM 1: ASITA DIY1: Memasyarakatkan Pariwisata dan Meningkatkan daya Tarik Potensi Wisata. Schulungshandout (erhalten von Ithok Dwi am 24.9.2008). SM 2: ASITA DIY2: Peningkatan Sumber Daya Manusia melalui Potensi Pariwisata. Schulungshandout (erhalten von Ithok Dwi am 24.9.2008). SM 3: Awuy, Christian: Apa dan mengapa Ekowisata. Schulungshandout vom 23.9.2002. (erhalten von Ithok Dwi am 24.9.2008). SM 4: Purwanggo, G. Djoko: Dampak Pengembangan Desa Wisata. Schulungshandout vom 18.6.2003. (erhalten von Ithok Dwi am 24.9.2008). SM 5: Purwanggono, Djoko: Teknik dalam Pemanduan Wisata. Schulungshandout einer Guide-Schulung. (erhalten von Ithok Dwi am 24.9.2008). SM 6: Buku Pegangan Materi Bimbingan Tehnis Untuk Desa-desa Wisata DIJ. Sammlung von Schulungshandouts einer Sshulungsreihe des FKDW unter Mitwirkung von Tourista Tourss. (Erhalten von Ibu Sujarwati am 29.9.2008). SM 7: Laporan Pelaksanaan - Pelatihan SDM di Desa Wisata di DIJ (Sleman & Bantul). Diselenggarakan oleh: Desa-Desa Wisata Kbupaten Sleman dengan Tourista Tourss. [Sammlung der Handouts einer Schulungsreihe für das FKDW von 2004]. (Erhalten von Ibu Sujarwati am 29.9.2008). SM 8: Sypriyanto SP.: Upaya pengelolaan desa wisata Sambi. Handout von einer Vergleichsstudie in Ungarang in Zentral Java, vom 10. August 2006 (erhalten vom Leiter des Komitees in Sambi am 9.9.2010). 129 5. Internetquellen [geprüft am 17.10.2010] Badan Pariwisata Propinsi D.I.Y - Baparda (Agentur für Tourismus der Provinz D.I.Y): http://visitingjogja.com/web Dinas Kebudayan dan Pariwisata - Dinas (Amt für Tourismus und Kultur Sleman): www.tourismsleman.com Pusat Studi Pariwisata UGM – Puspar: http://www.puspar.ugm.ac.id/ Freiburger Ethnologische Arbeitspapiere. 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Einseitiger Abriss der Geschichte des Desa Wisata Ketingan (erhalten von Leiter des Komitees in Ketingan am 7.9.2008). Q 5: Bittbrief an die deutsche Botschaft für die Durchführung von Schulungen für Desa Wisata von Hasbullah Asyari (Tourista Tourss) April 2008. (Erhalten von Hasbullah Asyari am 17.8.2008.). Q 6: Werbebroschüre des Pusat Studi Pariwisata UGM – Puspar (erhalten von Destha Raharjana am 12.8.2008). 7. Gespräche und Notizen aus dem Feld Sofern nicht abweichend angegeben, auf Indonesisch geführt. E=Englisch D=Deutsch Sambi SSun) Ibu Sunarshi - Gespräch mit der Schatzmeisterin des Desa Wisata, 28.09.08 SSum1) Pak Sumantri - Erstes Gespräch mit dem ehemaligen Kebala Dusun, 24.09.08 SSum2) Pak Sumantri - Zweites Gespräch mit dem ehemaligen Kebala Dusun, 5.10.08 SHar1) Mas Haryono - Erstes Gespräch mit dem Leiter des Komitees, 15.09.08 SHar2) Mas Haryono - Zweites Gespräch mit dem Leiter des Komitees (E), 05.10.08 SSyo1) Bak Syuoto - Erstes Gespräch mit ehem. Mitglied des Komitees, 02.09.08 Ssyo2) Bak Syuoto - Zweites Gespräch mit ehem. Mitglied des Komitees, 28.09.08 SDuk) Kepala Dukuh - Gespräch mit dem Dorfoberhaupt, 28.08.08 SSup) Mas Supriyanto - Gespräch mit ehemaligem Mitglied de Komitees, 28.09.08 131 SMok) Mas Mokoh - Gespräch mit Mitglied des Komitees, 04.10.08 SIth1) Mas Ithok Dwi - Erstes Gespräch mit Dorfbewohner, 21.09.08 SIth2) Mas Ithok Dwi - Zweites Gespräch mit Dorfbewohner, 24.09.08 SAle) Mas Alex - Gespräch mit Dorfbewohner Sambis, 01.09.08 SSut) Pak Sunarto - Gespräch mit Dorfbewohner Sambis, 27.09.08 Ketingan KJum) Pak Jumeno - Gespräch mit Mitglied der Komitees, 02.10.08 KHar1) Pak Haryono - Erstes Gespräch mit dem Leiter des Komitees, 7.09.08 Khar2) Pak Haryono - Zweits Gespräche mit dem Leiter des Komitees, 02.10.08 Kloo) Mas Lohon - Gespräch mit Bewohner Ketingans, 02.10.08 KIbu) Ibu Dusun - Gespräch mit Dorfoberhäuptin, 03.10.08 KSri) Pak Sriyanto - Gespräch mit dem ehemaligen Dorfoberhaupt, 03.10.08 KZwi) Mbak Moni und Mbak Lari - Gespräch mit Bewohnerinnen Ketingans, 21.09.08 Yayasan Gaia GDid) Pak Didi - Gespräch mit Mitarbeiter, 28.08.09 GDif1) Ibu Difla - Erstes Gespräch mit der Leiterin Gaias, 06.09.08 GDif2) Ibu Difla - Zweites Gespräch mit der Leiterin Gaias, 25.09.08 Baparda BPip) Bak Pipo Arokhmanuri S. - Gespräch mit Angestelltem, 03.10.08 BFit) Ibu Fita Ferita- Gespräch mit Angesteller, 06.10.08 Dinas pariwisata DDew) Ibu Dewi - Gespräch mit Angestellter, 07.10.08 132 JTTC JSuh) Pak Suherman - Gespräch mit Trainer, 06.10.08 JEdd) Pak Eddy - Gespräch mit Trainer, 30.09.08 JIru) Mas Irul - Gespräch mit dem Stellvertretender Leiter (aus Notizen), 08.09.08 Weitere Gespräche IDes1) Mas Destha Raharjana - Gespräch mit Experte, 26.08.08 IDes2) Mas Destha Raharjana - Gespräch mit Experte, 26.08.08 IDes3) Mas Destha Raharjana - Gespräch mit Experte, 20.09.08 IWeb) Prof. Dr. Helmut Weber - Expertengespräch, deutscher Dozent mit EZ- Erfahrung in Indonesien, 31.05.08 IAnt) Dr. Janianton Damanik - Expertengespräch (Mitarbeiter Puspar, Dozent) (D), 20.08.08 Isuj1) Ibu Sujarwati - Erstes Gespräch mit Funktionärin des FKDW, 09.09.08 ISuj2) Ibu Sujarwati - Zweites Gespräch mit Funktionärin des FKDW, 29.09.08 ISpi) Prof. Dr. James Spillane - Expertengespräch (Dozent, Berater der Baparda) 06.10.08 I Nur) Ibu Prof. Dr. Wiendu Nuryanti Expertengespräch mit der Leiterin eines Privatinstitutes (aus Notizen (E), 26.08.08 IBud) Bak Budi - Expertengespräch (Doktorand Umweltwissenschften der in Ketingan forschte), 1.10.2008 IGuy) Bak Guyen - Gespräch mit Teilnehmer des Trainings (aus Notizen) 07.10.08 IAan) Mas Aan - Gespräch mit ehemaligen KKN-Student Sambis, 27.09.08 IHas) Pak Hasbullah - Gespräch mit Chef des Unternehmens Tourita Tours, 10.09.08 FKDW) Notizen von der Gründung des FKDW DIY, 04.09.08 133 Anhang Glossar Behörden, Organisationen und andere Institutionen ASITA: Association of the Indonesian Tours & Travel Agencies Baparda: Badan Pariwisata Propinsi D.I.Y, Amt für Tourismus der Provinz D.I.Y BKSDA: Pekan Konservasi Sumber Daya Alam - Amt für Naturschutz Dinas: Dinas Kebudayan dan Pariwisata, Amt für Tourismus und Kultur Sleman HPI: Himpunan Pramuwisata Indonesia, Verband indonesischer Tourguides PHRI: Perhimpunan Hotel dan Restoran Indonesia, Verband der indonesischen Hotels und Restaurants Puspar: Pusat Studi Pariwisata, Zentrum für Tourismus UGM: Universitas Gadjah Mada Indonesische Begriffe desa wisata: Tourismusdorf D.I.Y: Propinsi Daerah Istimewa Yogyakarta, Sonderprovinz Yogyakarta gamelan: Bezeichnung für verschiedene Orchester wie auch Musikstile auf Java gotong royong: Nachbarschaftshilfe/-kooperation, unausgesprochene Übereinkunft über gegenseitige Unterstützung, gemeinschaftliches Arbeiten (oder auch Spenden von Geld) 134 ketoprak: (auch kethoprak): Ein in Java verbreitetes Schauspiel, das sich inhaltlich traditionell aus Legenden und Mythen Javas schöpft. Begleitet wird es vom Gamelan. ketua: Leiter einer Organisation, hier des Komitees der Desa Wisata LPMD: Lembaga Pemberdayaan Masyarakat Desa, Einrichtung für das Empowerment der Dorfbevölkerung merti bumi: Ein Renigungs- und Segenszeremonie in Form einer Prozession durch das Dorf. Dem allmächtigen Schöpfer wird Dank für die Ernte ausgesprochen und sein Segen erbeten. nyadran: Zeremonie die von Anwohnern als ein Zeichen der Dankbarkeit gegen- über Gott, dem Allmächtigen. u.a. zur Begrüßung des heiligen Monats Ramadan ausgefürt wird. PKK: Pemberdayaan dan Kesejahteraan Keluarga, Empowerment und Familienwohlstand. Frauenorganisation auf Dorfebene rukun: Zustand sozialer Harmonie oder Solidaritätsgemeinschaft RT: rukun tetangga, wörtl.: “harmonische Nachbarschaft” - Organisation der Nachbarschaftshilfe RW: rukun warga, setzt sich aus mehreren RT zusammen. S1: Sarjana I: erster adademischer Grad (Bachelor) S2: Sarjana II: zweiter akademischer Grad (Master) salak: Schlangenfrucht selamatan: Sammelbegriff, der diverse Feierlichkeiten zum Ausdruck von Dank und Glückwünschen umfasst. wayang kulit: javanisches Schattenpuppenspiel Sonstiges Begriffe CBT: Community Based Tourism EZ: Entwicklungszusammenarbeit Profile und Werbung der Tourismusdörfer Profil Sambis von der Webseite der Dinas Pariwisata (www.tourismsleman.com) (Frei übersetzt, Ergänzungen in Klammern vom Autor) 135 Sambi ist ein Kultur-Tourismusdorf (desa wisata budaya), das im Unterbezirk Pakem, Regierungsbezirk Sleman, liegt. Das Dorf Sambi besitzt ein vielfältiges touristisches Potential, das interessant für Besucher ist. Die Lage des Tourismusdorfs nahe des Vulkans Merapi birgt eine wunderschöne Landschaft zum genießen, die dem Herzen Frische und Ruhe verleiht. Naturtourismuspotentiale Das natürliche Panorama Kali Kunings (gelber Fluss) mit der Reinheit seines Wassers, den schattigen Bäumen am Fluss! Die Steine in der Mitte des Flusses können zum spielen benutzt werden, während man die frische Luft und das glasklare Panorama des Merapi genießt. Die Schönheit und Pracht des Merapis im bei sonnigem Wetters, vor allem in den frühen Morgen- oder in den Abendstunden, wenn die Aktivität des Vulkans erhöht ist, Feuer, Funken und schmelzende Lava werden die die Bewunderung für die Natur vergrößern. Daneben können Besucher auch Trekking im Tal des Kali Kuning an der Ostseite Sambis genießen. Das Kali Kuning-Tal bietet einen wunderschönen Platz für Familien und Gruppen um spazieren zu gehen, durch die Reisfelder und am Lauf des Flusses entlang zu schlendern und um Outdoor-Aktivitäten zu genießen. In der Mitte der Siedlung des Dorfes kann man auch einen Fluss zur Bewässerung der Reisfelder finden, die südlich des Dorfes liegen. Sein Wasser wird von einigen Bewohner für die Fischteiche in den Gärten ihrer Häuser genutzt. Natürliche Gegebenheiten wie der Kali Kuning (gelber Fluss) neben der Ortschaft sind ein Kapital, das für Tourismus und seine Aktivitäten genutzt werden kann. Unter anderem beinhalten die Tour-Pakete: 1. Rundgang durch die Natur am Fluss und die Landschaft genießen. 2.Im Fluss baden oder keceh oder ciblon spielen 3. Klettern an einer Kletter- oder Felswand als Outdoor-Aktivitäten, Campen. 4. Lernen Reisfelder zu bewirtschaften oder Feldfrüchte anzubauen. 5. Verfügbarkeit von traditionellen Häusern (Sinom und Joglo) für Sitzungen, Tagungen und Schulungen. 6. Malatelier, Übungshalle für Tanz/Javanische Künste. 7. Campingplatz mit einer Kapazität von 300 Personen. 8. Outdoorausrüstung und Experten als Ausbilder vorhanden. 9. Homestays und Hütten aus Naturmaterialien mit einer Kapazität von 80 Personen. 136 Kunst und Kultur Vorhandene Volkskunst die von Besuchern genossen werden kann. U.a.: a. Bildene Kunst b. Klassischer und modernen Tanz c. Karawitan (javanisches Gamelan mit Sängerinnen) d. Tayub and cokekan (Tänze) e. Wayang kulit (Schattenpuppenspiel) f. Campursari (Mischung aus diversen contemprären Indonesischen Musikgenres) and kethoprak (Javanisches Drama/Theater) Zeremonien des Lebenszyklusses Feierliche Traditionen des alltäglichen lebens mit denen die Bevölkerung noch vertraut ist wie: a. Selamatan (Javanische Riten) die von der Zeit im Bauch der Mutter bis zur Hochzeit andauern - Nnglimani und mitoni sind selamatan die im 5 und 7 Monat der Schwangerschaft stattfinden. - Barokohan und selamatan bei Geburt des Kindes. - Sepasaran und selapanan sind selamatan wenn das Kind 5 und 35 Tage alt ist. - Sunatan, die Beschneidung von Jugen und Mädchen ist Tradition - Heirat b. Selamatan für die Verstorbenen. Bestattungsriten, übernommen von den Vorfahren, umfassen surtanah, selamatan nach drei, sieben und bis hin zu 1000 Tagen nach dem Dahinscheiden. c. Nyadran bersama Im (javanischen) Monat Ruwayh (Hijri Sya'ban) versammelns sich die Leute zum Mahl, führen das Tahlil durch und legen Blumen auf die Gräber der Verstorbenen. d. Andere Praktiken des gemeinschaftlich durchgeführte selamatan, wie Kenduri suran, saparan, muludan, Ruwahan. e. Wiwit in Ausprägung von tasyakuran, der Dank an den Schöpfer für eine erfolgreiche Ernte. 137 Profil und Angebot des Desa Wisata Ketingan in der Werbung: Angebot Ketingans auf einer Werbe-CD für den Bezirk Sleman (Q 3) (freie Übersetzung, ähnlich bei Raharjana 2005:144). Paket 1)* „Feel the green“ 3 Stunden: 15:00 - 18:00 Uhr: Erkunden Sie Ketingans Vorzüge am Abend: Touristen sind eingeladen aus den Samen der Melinjo-Sträucher Chips herzustellen, bei Pflanzungen zu helfen, Jamu Gendong102 zu genießen oder begleitet von lokalen Guides die Kuhreiher und Prachtreiher bei ihrer Heimkehr zu ihren Nestern zu beobachten. Paket 2)* „Vollmond-Tanz“ 3 Stunden: 21:00 - 24:00 Uhr (nur bei Vollmond) In Vollmondnächten können Touristen die Vögel beim 'Tanz' beobachten. Diese erstrahlen bei ihren eleganten Tänzen in der Vollmondnacht während, Sie ein Mitternachtsgericht à la Ketingan genießen. Paket 3) „Nächtliche Stille in Ketingan“ 18 Stunden: von 16:00 - 10:00 Uhr Besucher werden eine ganz neue Erfahrung machen wenn sie in Ketingan übernachten. Sie werden die Verbundenheit zur Natur und die Großartigkeit des Pang Pencipta103 erleben. Die Großartigkeit des Schöpfers Paket 4)* „ Einfachheit, Balance und Harmonie“ 3-5 Tage Touristen sind aktiv am Leben der gewöhnlichen Menschen in Ketingan beteiligt. * Die Pakete 1&2 können nur in den Monaten von November bis August genossen werden. 102 Kräutermedizin, siehe Glossar. 103 'Die Großartigkeit des Schöpfers' 138 Profil Ketingans auf der Internetseite der Dinas Pariwisata dan Budaya Sleman (http://www.tourismsleman.com, freie Übersetzung) Als ein einzigartiges Habitat für tausende Pracht- und Kuhreiher, deren Zahl weiterhin wächst, stellt dieses Desa Wisata eine besondere Attraktion dar. Zu besonderen Glanzstücke gehören: Der Tanz der Vögel in der Vollmondnacht, die Beobachtung der Vögel, während sie mit Menschen in Kontakt treten oder die Begutachtung anderer Tiere, die in Ketingan leben. Neben der Schönheit der tausenden Pracht- und Kuhreiher können Touristen auch einfach die ländliche Atmosphäre genießen, eines der angebotenen Pakete buchen oder in einem Homestay übernachten. Verschiedene Tour-Pakete sind verfügbar um von Besuchern genossen zu werden, so wie unser Paket „Traditionelle Kunst“. Profil Ketingans auf der Internetseite der Baparda (Orginal in englisch) (http://www.visitingjogja.com) „Thousands of white heron become a tourist attraction in Ketingan.” Ketingan is a village in Tlogodadi, Sleman regency. It becomes one tourist destination in Yogyakarta since white herons came to the village on 1997. Many domestic and international tourists come to this village to see the herons. Haryono, the chief village, said that some herons came to Ketingan on 1997. They came in many groups. Now the population of the herons is about 10.000. The herons stay in peace with the community of Ketingan. They live in the farmers’ plants, such as on bamboo, tamarind, gnetum gnemon (bearing edible leaves and seeds), and on johar tree (a kind of fast-growing shade tree the crown of which yields firewood). They came to Ketingan and made nests there. The community made many rules to preserve the heron. One of it is ‘No Hunt’ rule for them. Haryono and other members of the community will keep and preserve the population of the heron. (Nur/Inga)“

Zusammenfassung

Von alternativen Konzepten, wie dem des Community Based Tourism, erhofft man sich, die oftmals negativen Auswirkungen von Tourismus auf die lokalen Bevölkerungen und ihre Lebenswelten zu verbessern. Allerdings zeigt sich, dass auch dieser Ansatz in der Praxis oftmals nicht wie erhofft funktioniert. Der Mangel an Wissen und Verständnis für Tourismus der lokalen Akteure wird als grundlegendes Hindernis der Entwicklung nachhaltiger alternativer Projekte gesehen. Beruhend auf einer 10-wöchigen durchgeführten Feldstudie behandelt diese Arbeit den Transfer von Wissen in zwei Community Based Tourism-Projekten auf Java, Indonesien. Dort entstehen in den ländlichen Gebieten der Region Yogyakarta seit einigen Jahren vermehrt desa wisata (Tourismusdörfer). Diese beruhen hauptsächlich auf der Vermarktung von Traditionen und Kultur im weitesten Sinne. In dieser Arbeit werden für die theoretische, aber auch praktische Beschäftigung mit dem Thema relevante Erkenntnisse gewonnen. Es lassen sich auch Handlungsanweisungen für die Praxis der Wissensvermittlung zur Ermächtigung der Durchführung von CBT-Projekten ableiten. Folgende Leitfragen ziehen sich durch die Arbeit: Welche Akteure in den Projekten sind Träger welchen Wissens? Wie wird Wissen vermittelt, und vor allem: welche Faktoren bedingen diesen Prozess?

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Q 2: Werbebröschüre von Ketingan „Ecotourism in Ketingan – Watching the sultan’s birds.“ (erhalten von Destha Raharjana am 12.8.2008). https://doi.org/10.12962/j23373539.v6i2.27937
Q 3: Werbe-CD der Region Sleman (erhalten von Destha Raharjana am 12.8.2008). https://doi.org/10.13109/9783666452116.9
Q 4: o.A. o.J.: Track Record Desa Wisata Ketingan. Einseitiger Abriss der Geschichte des Desa Wisata Ketingan (erhalten von Leiter des Komitees in Ketingan am 7.9.2008). https://doi.org/10.14710/pwk.v13i1.15151
Q 5: Bittbrief an die deutsche Botschaft für die Durchführung von Schulungen für Desa Wisata von Hasbullah Asyari (Tourista Tourss) April 2008. (Erhalten von Hasbullah Asyari am 17.8.2008.). https://doi.org/10.31030/1464302
Q 6: Werbebroschüre des Pusat Studi Pariwisata UGM – Puspar (erhalten von Destha Raharjana am 12.8.2008). https://doi.org/10.26905/jpp.v2i1.1251
7. Gespräche und Notizen aus dem Feld https://doi.org/10.1515/9783110349580.28
Sofern nicht abweichend angegeben, auf Indonesisch geführt. https://doi.org/10.1515/9783110953947-008
SSun) Ibu Sunarshi - Gespräch mit der Schatzmeisterin des Desa Wisata, 28.09.08 https://doi.org/10.22219/skie.v1i2.4463
SSum1) Pak Sumantri - Erstes Gespräch mit dem ehemaligen Kebala Dusun, 24.09.08 https://doi.org/10.1055/a-0629-9635
SSum2) Pak Sumantri - Zweites Gespräch mit dem ehemaligen Kebala Dusun, 5.10.08 https://doi.org/10.1055/b-0034-41649
SHar1) Mas Haryono - Erstes Gespräch mit dem Leiter des Komitees, 15.09.08 https://doi.org/10.1515/9783111403267.122
SHar2) Mas Haryono - Zweites Gespräch mit dem Leiter des Komitees (E), 05.10.08 https://doi.org/10.1055/b-0034-41649
SSyo1) Bak Syuoto - Erstes Gespräch mit ehem. Mitglied des Komitees, 02.09.08 https://doi.org/10.13109/homh.2007.83.9.429
Ssyo2) Bak Syuoto - Zweites Gespräch mit ehem. Mitglied des Komitees, 28.09.08 https://doi.org/10.13109/homh.2007.83.9.429
SDuk) Kepala Dukuh - Gespräch mit dem Dorfoberhaupt, 28.08.08 https://doi.org/10.1055/s-0036-1573857
SSup) Mas Supriyanto - Gespräch mit ehemaligem Mitglied de Komitees, 28.09.08 https://doi.org/10.1515/9783110428292-019
SMok) Mas Mokoh - Gespräch mit Mitglied des Komitees, 04.10.08 https://doi.org/10.13109/homh.2007.83.9.429
SIth1) Mas Ithok Dwi - Erstes Gespräch mit Dorfbewohner, 21.09.08 https://doi.org/10.1515/9783111423951.7
SIth2) Mas Ithok Dwi - Zweites Gespräch mit Dorfbewohner, 24.09.08 https://doi.org/10.1055/b-0034-41649
SAle) Mas Alex - Gespräch mit Dorfbewohner Sambis, 01.09.08 https://doi.org/10.1007/978-3-0348-6634-7_1
SSut) Pak Sunarto - Gespräch mit Dorfbewohner Sambis, 27.09.08 https://doi.org/10.1055/s-0033-1354201
KJum) Pak Jumeno - Gespräch mit Mitglied der Komitees, 02.10.08 https://doi.org/10.1515/9783110428292-019
KHar1) Pak Haryono - Erstes Gespräch mit dem Leiter des Komitees, 7.09.08 https://doi.org/10.1515/9783111403267.122
Khar2) Pak Haryono - Zweits Gespräche mit dem Leiter des Komitees, 02.10.08 https://doi.org/10.13109/9783666401558.toc
Kloo) Mas Lohon - Gespräch mit Bewohner Ketingans, 02.10.08 https://doi.org/10.1055/s-0031-1298285
KIbu) Ibu Dusun - Gespräch mit Dorfoberhäuptin, 03.10.08 https://doi.org/10.1055/s-0031-1298561
KSri) Pak Sriyanto - Gespräch mit dem ehemaligen Dorfoberhaupt, 03.10.08 https://doi.org/10.5414/vdp29081
KZwi) Mbak Moni und Mbak Lari - Gespräch mit Bewohnerinnen Ketingans, 21.09.08 https://doi.org/10.14220/9783737001267.21
GDid) Pak Didi - Gespräch mit Mitarbeiter, 28.08.09 https://doi.org/10.1007/978-3-662-43522-9_7
GDif1) Ibu Difla - Erstes Gespräch mit der Leiterin Gaias, 06.09.08 https://doi.org/10.1515/9783110930009-004
GDif2) Ibu Difla - Zweites Gespräch mit der Leiterin Gaias, 25.09.08 https://doi.org/10.1055/b-0034-41649
Baparda
BPip) Bak Pipo Arokhmanuri S. - Gespräch mit Angestelltem, 03.10.08 https://doi.org/10.1515/zfgg-1998-0109
BFit) Ibu Fita Ferita- Gespräch mit Angesteller, 06.10.08 https://doi.org/10.1055/s-0032-1308085
DDew) Ibu Dewi - Gespräch mit Angestellter, 07.10.08 https://doi.org/10.1055/s-0029-1242048
JSuh) Pak Suherman - Gespräch mit Trainer, 06.10.08 https://doi.org/10.2378/fi2010.art16d
JEdd) Pak Eddy - Gespräch mit Trainer, 30.09.08 https://doi.org/10.2378/fi2010.art16d
JIru) Mas Irul - Gespräch mit dem Stellvertretender Leiter (aus Notizen), 08.09.08 https://doi.org/10.3726/978-3-653-01278-1/8
IDes1) Mas Destha Raharjana - Gespräch mit Experte, 26.08.08 https://doi.org/10.1055/a-0542-1709
IDes2) Mas Destha Raharjana - Gespräch mit Experte, 26.08.08 https://doi.org/10.1055/a-0542-1709
IDes3) Mas Destha Raharjana - Gespräch mit Experte, 20.09.08 https://doi.org/10.7767/omz.1965.20.2.89
IWeb) Prof. Dr. Helmut Weber - Expertengespräch, deutscher Dozent mit EZ- Erfahrung in Indonesien, 31.05.08 https://doi.org/10.1002/ardp.19372750626
IAnt) Dr. Janianton Damanik - Expertengespräch (Mitarbeiter Puspar, Dozent) (D), 20.08.08 https://doi.org/10.1163/2210-7886_asc-23133
Isuj1) Ibu Sujarwati - Erstes Gespräch mit Funktionärin des FKDW, 09.09.08 https://doi.org/10.1055/s-0033-1354201
ISuj2) Ibu Sujarwati - Zweites Gespräch mit Funktionärin des FKDW, 29.09.08 https://doi.org/10.1055/b-0034-41649
ISpi) Prof. Dr. James Spillane - Expertengespräch (Dozent, Berater der Baparda) 06.10.08 https://doi.org/10.1002/ardp.19372750626
I Nur) Ibu Prof. Dr. Wiendu Nuryanti Expertengespräch mit der Leiterin eines Privatinstitutes (aus Notizen (E), 26.08.08 https://doi.org/10.1055/a-0649-6680
IBud) Bak Budi - Expertengespräch (Doktorand Umweltwissenschften der in Ketingan forschte), 1.10.2008 https://doi.org/10.1159/000408958
IGuy) Bak Guyen - Gespräch mit Teilnehmer des Trainings (aus Notizen) 07.10.08 https://doi.org/10.1007/978-3-642-95474-0_10
IAan) Mas Aan - Gespräch mit ehemaligen KKN-Student Sambis, 27.09.08 https://doi.org/10.5414/vdp29081
IHas) Pak Hasbullah - Gespräch mit Chef des Unternehmens Tourita Tours, 10.09.08 https://doi.org/10.1002/nadc.19660140705
FKDW) Notizen von der Gründung des FKDW DIY, 04.09.08 https://doi.org/10.1515/9783110240733.21

Zusammenfassung

Von alternativen Konzepten, wie dem des Community Based Tourism, erhofft man sich, die oftmals negativen Auswirkungen von Tourismus auf die lokalen Bevölkerungen und ihre Lebenswelten zu verbessern. Allerdings zeigt sich, dass auch dieser Ansatz in der Praxis oftmals nicht wie erhofft funktioniert. Der Mangel an Wissen und Verständnis für Tourismus der lokalen Akteure wird als grundlegendes Hindernis der Entwicklung nachhaltiger alternativer Projekte gesehen. Beruhend auf einer 10-wöchigen durchgeführten Feldstudie behandelt diese Arbeit den Transfer von Wissen in zwei Community Based Tourism-Projekten auf Java, Indonesien. Dort entstehen in den ländlichen Gebieten der Region Yogyakarta seit einigen Jahren vermehrt desa wisata (Tourismusdörfer). Diese beruhen hauptsächlich auf der Vermarktung von Traditionen und Kultur im weitesten Sinne. In dieser Arbeit werden für die theoretische, aber auch praktische Beschäftigung mit dem Thema relevante Erkenntnisse gewonnen. Es lassen sich auch Handlungsanweisungen für die Praxis der Wissensvermittlung zur Ermächtigung der Durchführung von CBT-Projekten ableiten. Folgende Leitfragen ziehen sich durch die Arbeit: Welche Akteure in den Projekten sind Träger welchen Wissens? Wie wird Wissen vermittelt, und vor allem: welche Faktoren bedingen diesen Prozess?