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4. Das Forschungsfeld in:

Alexander Ell

Wissenstransfer im Community Based Tourism, page 49 - 55

Eine Feldstudie in der Region Yogyakarta, Indonesien

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8288-3977-9, ISBN online: 978-3-8288-6805-2, https://doi.org/10.5771/9783828868052-49

Tectum, Baden-Baden
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49 4. Das Forschungsfeld 4.1. Das Tourismusdorf Ketingan Ketingan liegt ca. zehn Kilometer von Yogyakarta entfernt, im suburbanen Gebiet und ist mit dem Auto, Bus oder Motorrad in ca. 30 Minuten erreichbar. Das Dorf zählte zur Zeit unserer Untersuchung ca. 500 Einwohner (KIbu). Laut Raharjana (2005:74) waren es einige Jahre zuvor 506 Einwohner in 207 Haushalten. Das Erscheinungsbild Ketingans ist kleinstädtisch und zeitgemäß. Als Baumaterialien der Häuser wurde viel Beton verwendet, die Böden und Veranden sind meist gekachelt (vgl. ebd.:62). Die Hauptstraßen sind zu großen Teilen asphaltiert und relativ breit ausgebaut. An Teilen dieser Straße grenzt ein wuchtiger Zaun aus Beton die anliegenden Grundstücke ab. „Obwohl schon mit adäquater physischer Infrastruktur wie Elektrizität und Straßen ausgestattet, ist der Charakter ländlichen Lebens weiterhin stark“ (ebd. 2005:68). Bäuerliche Elemente im Dorf sind nicht zu übersehen, da neben der Haltung von Kühen, Hühnern und vor allem Gänsen auch Landwirtschaft betrieben wird und über die Hälfte der Bevölkerung, wenn auch nur nebenberuflich, als Landwirte oder Züchter tätig ist. Ansonsten sind die Berufe sehr divers. Neben verschiedenen landwirtschaftlichen Spezialisierungen gibt es Staatsangestellte, Privatangestellte und Kleinunternehmer (ebd.:69, RM 4:o.A). Wie uns einer unserer Informanten bestätigte, sind die ökonomischen Konditionen der Bewohner sehr unterschiedlich (KLoh). Dies zeigt sich u.a. auch an der Größe und Beschaffenheit der Häuser und ihrer Ausstattung. Aus der Bandbreite der Baustile von traditionell bis hin zu modern sind besonders die elf traditionellen, pyramidenförmigen Joglo-Häuser hervorzuheben, von denen einige seit Generationen bewohnt werden, andere kostspielige Neubauten sind (Raharjana 2005:69). Ketingan wurde zum Desa Wisata aufgrund zweier Arten von Reihern, die im Dorf zwei drittel des Jahres verbingen. Es handelt sich hierbei um den Burung Kuntul (Bubulcus ibis), zu Deutsch: Kuhreiher und den Burung Blekok 50 (Ardediola speciosa), zu Deutsch: Prachtreiher. Bis heute ist nicht geklärt warum die Vögel Ketingan als Quartier für ihre Reproduktionsphase gewählt haben. Zwar bieten die Bäume Ketingans, sowie die flachen Ebenen und Fischbestände in der Umgebung gute Bedingungen für Brut und Nahrungssuche, scheinen sich aber nicht von denen anderer Dörfer im Umkreis zu unterscheiden (Raharjana 2005:82, KSri, Q4). Es wird erzählt, dass diese Vögel drei Monate nach einem Besuch des Sultans von Yogyakarta anlässlich der Einweihung der neu asphaltierten Straße im Jahr 1997 zum ersten Mal eintrafen. Daher haben diese Vögel als „the sultan’s birds“ - so der Werbespruch auf einer Werbebroschüre Ketingans (Q 2) - eine besondere Bedeutung für die Bewohner. In den Jahren 1998 und 1999 kamen vermehrt Leute von außerhalb des Dorfes um die Vögel zu betrachten. Wie die Zahl der Vögel (2005 „zählte“ man 15.000 Exemplare) stieg auch die der Besucher, die sich für Informationen oder Schlafplätze an das damalige Dorfoberhaupt wandten (KSri, Raharjana 2005:79ff). Ebenso begannen lokale Medien sich für das Phänomen zu interessieren. Im Jahr 2000 wurde so auch das Amt für Naturschutz (Pekan Konservasi Sumber Daya Alam, BKSDA) auf die Situation aufmerksam und nahm sich der Sache an, da der Kuhreiher in Indonesien unter Schutz steht (IBud, KHar1).56 Zusammen mit anderen Behörden und privaten Unternehmern setzten sie sich für die Aufklärung der Dorfbewohner und den Aufbau des Dorftourismus ein. Darin sah man eine effektive Methode, um einerseits die Vögel zu schützen und andererseits dem Dorf Geldeinnahmen zuzuführen. Der Naturschutz erfolgte also durch den Tourismus.57 Dem BKSDA, dem Puspar und der Dinas eruierten die Bürger Ketingans ab dem Jahr 2000 ein touristisches Konzept und gründeten 2002 ein Komitee, welches für das Projekt Desa Wisata Ketingan verantwortlich ist (IBud, IHar1, ISun, Q 4). Ketingan ist das einzige Desa Wisata Fauna in Sleman, da es auf die Vögel als Hauptattraktion setzt. Das touristische Angebot wurde in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut und umfasst neben „bird watching“ „agricultural activites, local arts performances, local food production“ und „tree adoption“, bei letzterem können Besucher gegen ein Entgelt einen jungen 56 Laut Aussage einer unserer Experten passierte dies eher zufällig, da ein Angestellter des BKSDA die Vögel Abends nach Westen ziehen sah und ihnen, um seiner berufsbedingte Neugier Genuege zu tun, bis nach Ketingan folgte. 57 Laut unseres Gesprächspartners IBud ist dieses für dieses Modell des Naturschutzes durch den Tourismus die Beteiligung verschiedener Parteien und ganz besonders der Bevölkerung ganz wesentlich, weil das BKSDA weder eine „adäquate Politik“ noch die nötigen Gelder habe, alleine für den Schutz der Vögel zu sorgen. Daher sei ihr Beitrag nur relativ gering (I- Bud.) 51 Baum, von der Art wie sie die Vögel zum Nisten benutzen „adoptieren“ und selbst setzen (Q2, IDes1). Kunden können verschiedene Pakete buchen, in denen diverse Aktivitäten enthalten sind und die sich in Inhalt und Dauer unterscheiden (Siehe Anhang). In Ketingan gibt es ungefähr 30 Homestays, in denen meist zwei bis vier Personen Platz finden. Eine Übernachtung inklusive der Mahlzeiten für eine Person kostet 50.000 indonesische Rupiah58 (IDR). Die Preise richten sich nach dem jeweiligen touristischen Angebot, manchmal auch nach der Gruppengröße (KHar1). Das „Agrikultur- Paket“ in dem die Gäste lernen ein Feld vorzubereiten, es zu pflügen und Reis zu pflanzen oder ähnliches, kostet beispielsweise 350.000 IDR und dauert nur wenige Stunden (KHar1). Die meisten Gäste in Ketingan sind Schulklassen, es kommen jedoch auch Einzelpersonen, Familien oder andere Gruppen, wie z.B. Gruppen von der Universität oder Firmen. Die Anzahl der Besucher variiert von Jahr zu Jahr recht stark. Laut Statistik wurde Ketingan im Jahr 2006 von 592 ausschließlich indonesischen Touristen besucht.59 Im Jahr 2007 waren es 281 Besucher. Auch unter ihnen befand sich kein Ausländer. Diese Starke Schwankung lag unter anderem daran, dass im Jahr 2006 eine Vergeleichsstudie mit ca. 200 Teilnehmern in Ketingan stattfand (siehe die Statistiken der Dinas auf deren Webseite60). Trotz schwankender Besucherzahlen machte das Desa Wisata Ketingan den Eindruck, sich stetig zu entwickeln. Das Engagement im Komitee und die Unterstützung des Dorfoberhauptes sowie eine intensive Betreuung durch externe Akteure und die Kooperation mit dem Touranbieter Tourista Tourss bieten gute Vorraussetzungen für eine weitere Entwicklung. 4.2. Das Tourismusdorf Sambi Sambi61 liegt ca. 16 Kilometer nördlich vom Yogyakarta und hat etwas mehr als 200 Einwohner und ca. 12 Homestays mit 35 Schlafplätzen anzubieten (SHar1, SM 8). Die Anreise von Yogyakarta aus beträgt etwa 45 Minuten. Im Vergleich zu Ketingan besitzt Sambi eine ungleich dörflichere Atmosphäre. 58 50.000 IDR (Indonesische Rupien) entsprechen ca. vier Euro (Stand 17.10.2010). 59 Dies sind nur die registrierten Personen, die sich anmelden und in irgendeiner Art ein Programm bezahlen. Weiterhin kommen auch Menschen aus der Umgebung um abends die Vögel fliegen zu sehen. 60 www.tourismsleman.com 61 Aus administrativer Sicht, ist Sambi eigentlich nur einer von drei Dorfteilen. Die Bewohner identifizieren sich aber in Gesprächen ausschliesslich mit Sambi und die drei Teile sind aufgrund ihrer räumlichen Distanz auch klar voneinander zu unterscheiden. Der Einfachheit halber wird im Folgenden also von 'Dorf' und 'Dorfoberhaupt' die Rede sein und nicht von 'Dorfteil' und 'Dorfteiloberhaupt'. 52 Zwar gibt es ähnliche Häuser, sie sind aber im Allgemeinen weniger groß und modern. Auch ist der Abstand zwischen den Häusern kleiner und wird teilweise von kleinen Wegen durchzogen. Fischteiche grenzen an einige Häuser an. Die vielen verschiedenen Pflanzen, die in den Gärten und an den Straßen wachsen, verleihen dem Ort eine erfrischende Atmosphäre. Dies ist der Lage Sambis an den unteren Erhebungen des Vulkans Merapi zuzuschreiben, durch die Sambi ganzjährig ausreichend mit Wasser versorgt wird. Durch die relativ hohe Lage ist Sambi vergleichsweise kühl; ein guter Ort, um sich von der drückenden Hitze der Stadt zu erholen. Zwar ist die Hauptstraße asphaltiert, insgesamt sieht man aber weniger Beton und Asphalt als in Ketingan. Aber auch hier fallen die großen Unterschiede in Form und Größe der Häuser auf, die auf ungleiche wirtschaftliche Möglichkeiten hinweisen. Große wirtschaftliche wie soziale Unterschiede bestätigte uns auch ein ehemaliger KKN-Student Sambis (IKkn). Auch Sambi besitzt noch zwei Häuser in traditionellem Baustil: ein großes Joglo und ein Rumah Simon. Wie uns von verschiedenen Forschungsteilnehmern berichtet wurde, sind die Ausstattungen der Häuser sehr unterschiedlich. Viele haben beispielsweise keine, oder sehr unhygienische Badezimmer bzw. Toiletten, was sie für die Benutzung als Homestays disqualifiziert. Die Bewohner Sambis sind überwiegend in der Landwirtschaft tätig (über 80% der 143 Berufstätigen im Jahre 2003) (RM 4:o.A.). Es wird Viehzucht betrieben und auf den Straßen begegen dem Besucher mehr noch als in Ketingan viele freilaufende Hühner und streunende Hunden und Katzen. Um das Dorf herum befinden sich hauptsächlich Reisfelder, die mit ihrem leuchtenden Grün zur Schönheit des Ortes beitragen. Neben den genannten naturräumlichen Gegebenheiten ist Sambi wegen seiner traditionellen Lebensweise attraktiv. Vor allem Schulkinder aus der Stadt können im desa wisata budaya dan pertanian (Kultur- und Landwirtschafts-Desa Wisata) an diversen landwirtschaftlichen Aktivitäten wie dem Setzen und Ernten von Reis und anderen Produkten wie Salak teilhaben. Die Fütterung und das Melken von Kühen ist ebenso möglich, wie Trekking oder Zeichnen, Batik und weitere Aktivitäten (Werbung Sambis im Anhang, Q 3, vgl. Buchmann 2006: 91, Dwi 2004). Die Qualität der Homestays ist, laut Aussage einiger unserer Interviewpartner, sehr unterschiedlich. Sambi wurde am 25. Mai 2002 von seinen Bewohnern zum Desa Wisata erklärt, hatte aber davor bereits Gäste empfangen. Auswärtige Personen mieteten Zimmer oder Häuser für mehrere Jahre und richteten sie in zwei Fällen als Pensionen her, die dann an Gäste vermietet wurden. Andere Personen, die sich über lange Zeiträume eingemietet hatten, kamen oft ins Dorf und brachten Freunde oder Arbeitskollegen mit. Unter ihnen war eine Do- 53 zentin der UGM und Privatunternehmerin im Batik-Geschäft, Ibu62 Suryantoro. Sie hielt Seminare in Sambi und machte die Bewohner auf ihre touristischen Potentiale aufmerksam. Von Ibu Suryantoro und dem Amt für Kultur und Tourismus (Dinas) motiviert, gründete das damalige Dorfoberhaupt zusammen mit allen Amtsträgern des Dorfes ein vorläufiges Management (SSum1, SM 8). Nachdem Ibu Suryantoro Sambi im Jahr 2002 als Ausflugsziel für die Teilnehmer eines internationalen Seminars über Seide auswählte, an dem auch eine Tochter des Sultans teilnahm und danach eine angesehene Person von hohem politischen Rang und sozialem Status die Hochzeit seines Sohnes in Sambi feierte, beschloss man ein Komitee zu gründen, um dauerhaft aktiv am Tourismus teilzuhaben (SSup, SSyo2, SSSun, SDuk, SM 8). „So from there on we felt that our village is good [for tourism], and then we formed a Desa Wisata straight away... and then we formed a committee“ (SSup). Mit Hilfe Ibu Suryantoros und der Unterstützung verschiedener Behörden und privater Unternehmer trieb man die Entwicklung des Desa Wisata voran. Das vorläufige Management wurde im Jahr 2002 von einem Komitee abgelöst, das bis 2005 im Amt war. Das darauf folgende Komitee wurde bereits 2006 wegen Unstimmigkeiten innerhalb des Dorfes durch ein neues ersetzt. Zur Zeit unserer Forschung war die Amtszeit dieses letzten Komitees zu Ende, die Wahl eines neuen stand aber noch aus.63 Zielte man anfangs aufgrund der bis dahin gemachten Erfahrungen hauptsächlich auf internationale Touristen ab, stellte sich dies - u.a. wegen deren Ausbleiben aufgrund der Bombenschläge in Bali- als verfehltes Konzept heraus. Auch fehlende Fremdsprachenkenntnisse und eine einfachere Vermarktung führten im Jahr 2003 zu der Entscheidung, sich auf indonesische Touristen, vor allem Schüler zu konzentrieren (Dwi 2004:100ff). Dwi gibt an, dass in den Jahren 2002 ca. 300 internationale und mehr als 600 indonesische Touristen Sambi besuchten. Auch damals stellten Schüler von der Grundschule bis zu den Akademien den größten Teil der inländischen Touristen. Laut Statistik der Dinas empfing Sambi im Jahr 2006 1142 Besucher, davon vier Ausländer. Im Jahr 2007 waren es 3070 Besucher. Über die Verlässlichkeit diese Zahlen kann hier keine Aussage getroffen werden. Interessanterweise gibt es Stimmen von Dorfbewohnern wonach die „goldenen Zeiten“ des Desa Wisata Sambi vorbei seien (SIth). Anderen Aussagen zufolge seien die Besucherzahlen mehr oder weniger konstant (SSuy2). Bei unserem Aufenthalt in 62 Ibu und die Kurzform Bu bedeuten ‚Frau’. Bapak und die Kurzfrom Pak bedeuten ‚Mann’, ‚Vater’ und in der Anrede ‚Herr’. 63 Obwohl die Amtszeit offizielle beendet war, arbeite die Spitze des Komitees, besonders der Leiter weiterhin. Im Folgenden werde ich der Einfachheit halber vom Leiter oder Ketua, Sekretär und der Schatzmeisterin ohne jedes Mal auf darauf hinzuweisen, dass sie diesen Posten eigentlich nur „ehemals“ besetzen, sprechen. 54 Sambi schien das Desa Wisata in einer Krise zu stecken. Es kamen zwar immer noch Touristen, aber der Ketua des Komitees war frustriert über die mangelnde Unterstützung des Projekts durch das Dorfoberhaupt und die Bevölkerung. Dieser hatte zum Beispiel noch keine Versammlung zur Wahl eines neuen Managements einberufen, was die Arbeit für den (ehemaligen) Ketua, der weiterhin sehr ambitioniert war, noch erschwerte (SHary1+2, SSup). Zur Zeit unseres Aufenthalts war unklar, wie sich die Situation in Zukunft gestalten würde wenn der Ketua und der Sekretär, die sich mehr als Andere für das Desa Wisata einsetzten, beide aus beruflichen Gründen diese Arbeit aufgeben würden. Während unserer Forschung wurde offensichtlich, dass es aufgrund der Geschichte des Desa Wisata und der Art des Managements zwischen verschiedenen Parteien im Dorf Konflikte gab. In Sambi findet man eine für die Desa Wisata untypische Konstellation vor. Die GAIA-Stiftung64 bietet in dem von ihr gepachteten Gebiet am Rande Sambis erlebnispädagogische und Outdoor-Aktivitäten an. Diese Konstellation ist eher untypisch für ein Desa Wisata, birgt aber viel Potential für Kooperationen, da es die Kombination der Angebote beider Parteien ermöglicht und für den jeweils anderen geworben werden kann. Wenn auch keine enge Kooperation zwischen dem Desa Wisata Sambi und Gaia in Sambi Ledok besteht, so gibt es doch Berührungspunkte. Der Veranstalter Gaia versuchten anfangs in enger Kooperation mit dem Dorf Sambi das Outdoor- und Teambuilding-Projekt in Ledok zu gestalten und zu bewirtschaften. Nach Aussagen der Mitarbeiter von Gaia war die Zusammenarbeit jedoch schwierig, weil die Bewohner kein ausreichendes Interesse zeigten, sodass die Stiftung dazu überging das Zentrum fast ausschließlich mit eigenem Personal aufzubauen und zu betreiben (GDif1, GDid). Trotz der Möglichkeit, in den Homestays von Sambi zu übernachten, wurden zwei große Steinhütten erbaut, so dass die Kunden direkt in Ledok schlafen können. Neben der Pacht und den Kompensationszahlungen an die Bauern, die zum Teil zuvor Landwirtschaft in Ledok betrieben, entrichtet Gaia einen bestimmten Betrag für jeden empfangenen Besucher an die Dorfkasse Sambis. Auch unterstützt Gaia den Schulbesuch von Kindern ärmerer Familien Sambis finanziell (GDif1). Das Angebot in Ledok ist groß und für verschiedene Alters- und Zielgruppen zugeschnitten. Man kann auf dem schönen Gelände einfach entspannen, oder am Fluss angeln und zelten. Es gibt diverse touristische Pakete, in denen abenteuerliche Hochseilaktivitäten und erlebnispädagogische Spiele zur Vertrauensbildung, oder dem Erlernen von Teamwork angeboten werden. Diese Angebote werden meist in Großgrup- 64 Ob Yayasan Gaia wirklich eine 'Stiftung' ist kann bezweifelt werden, dennoch verfolgen die Gründer auch gemeinnützige Ziele. 55 pen wahrgenommen.65 Nach einer schleppenden Anfangsphase kann Ledok seit 2007 wachsende Besucherzahlen verzeichnen.66 65 Seit dem Zeitpunkt unserer Forschung wurde das Programm erweitert, und die Leiterin bestätigte mir, dass sowohl das Angebot, als auch die Besucherzahlen weiterhin zunehmen (E-Mail-Korrespondenz vom 21. Januar 2009). 66 Seit kurzem gibt es ein Facebookprofil von Sambi Ledok. Dort kann man einen guten Eindruck der Aktivitäten und auch der schönen Lage bekommen: http://www.facebook.com/pages/Yogyakarta-Indonesia/Ledok-Sambi/ 246322370413?rburef=ts&__a=14& http://www.ledoksambi.net/

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References

Zusammenfassung

Von alternativen Konzepten, wie dem des Community Based Tourism, erhofft man sich, die oftmals negativen Auswirkungen von Tourismus auf die lokalen Bevölkerungen und ihre Lebenswelten zu verbessern. Allerdings zeigt sich, dass auch dieser Ansatz in der Praxis oftmals nicht wie erhofft funktioniert. Der Mangel an Wissen und Verständnis für Tourismus der lokalen Akteure wird als grundlegendes Hindernis der Entwicklung nachhaltiger alternativer Projekte gesehen. Beruhend auf einer 10-wöchigen durchgeführten Feldstudie behandelt diese Arbeit den Transfer von Wissen in zwei Community Based Tourism-Projekten auf Java, Indonesien. Dort entstehen in den ländlichen Gebieten der Region Yogyakarta seit einigen Jahren vermehrt desa wisata (Tourismusdörfer). Diese beruhen hauptsächlich auf der Vermarktung von Traditionen und Kultur im weitesten Sinne. In dieser Arbeit werden für die theoretische, aber auch praktische Beschäftigung mit dem Thema relevante Erkenntnisse gewonnen. Es lassen sich auch Handlungsanweisungen für die Praxis der Wissensvermittlung zur Ermächtigung der Durchführung von CBT-Projekten ableiten. Folgende Leitfragen ziehen sich durch die Arbeit: Welche Akteure in den Projekten sind Träger welchen Wissens? Wie wird Wissen vermittelt, und vor allem: welche Faktoren bedingen diesen Prozess?